Die Sache mit dem Äusseren

Während meiner ganzen Schwangerschaft habe ich damit geprahlt, keine dieser schlampigen Mütter sein zu wollen, die mit strähnigen Haaren, null Make-up, Sneakers, Cargopants und Strickjacken auf dem Spielplatz stehen. Ich sah mich in einer von meinem Geschäftslook in nichts abweichender Erscheinung: Eine junge, sexy Mutter mit perfekten Augenbrauen, schicken Klamotten, hohen Hacken und toller Frisur, die elegant das Fläschchen aus ihrer Designerhandtasche zieht. Ja, damals hat mir niemand gesagt, dass Babys NICHT den ganzen Tag schlafen und NICHT die Wachzeit über selbstzufrieden auf ihrer Spieldecke liegen. Das Resultat: Ich bin froh, wenn ich jeden dritten Tag unter die Dusche komme, habe mir die Haare radikal abgeschnitten, damit sie weniger Arbeit geben, benutze noch ungefähr einen 20igstel meines Kleiderschrankes (den Rest werde ich nie wieder an mir sehen, den könnte ich grad verbrennen) und das Beste: ich habe keine Skrupel, so unter die Leute zu gehen. Ach ja und von der Figur fange ich gar nicht erst an zu reden, die werde ich nämlich überhaupt nicht mehr sehen (man will ja noch weitere Kinder – aber das ist ein anderes Thema!) und weil ich darüber so verdriesse – und überhaupt über die ganze Situation – esse ich, was mir in die Finger kommt (keine Tabus! Je mehr Süsses, desto besser) und denke gar nicht dran, mir je wieder Kleider zu kaufen. Wenn ich mal zum Lesen von Glamour und Co. komme, bleibt es beim Schmachten und Träumen. Träumen ist wichtig, drum habe ich mich auch noch nicht vom Zeitschriften-Abo getrennt. Das wäre dann der nächste Schritt zur Akzeptanz meines neuen Mama-Daseins…

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