Geliehenes Glück

Die Kinder sind uns nur geliehen“ schrieb mir kürzlich meine Tante Renate. Selbst Mutter zweier Kinder weiss sie, wovon sie spricht. Und obwohl mein Kleiner (kann er denn nicht immer so klein und niedlich bleiben?) noch total von mir abhängig ist, habe auch ich schon die Gedanken weitergesponnen. Je älter er wird, desto öfter werde ich den Trennungsschmerz spüren. Das erste mal musste ich bereits verkraften: Die Geburt. Wie schön war es doch, den kleinen Menschen in meinem Bauch heranreifen zu erleben. Seine Bewegungen zu spüren, seinen Schluckauf, ihn zu streicheln, stolz herumzutragen. Irgendwann werde ich ihn nicht mehr stillen. Ein grosses Stück Nähe geht verloren. Bald wird er krabbeln und sich selbständig aus meinem Schoss winden um spannende Dinge zu entdecken. Dann steht er auf und wagt erste, tapsige Schritte, die immer sicherer und schneller werden. Und so läuft er davon um die Welt zu erkunden. Wenn er älter wird, kommt er in den Kindergarten und schliesslich in die Schule und die Zeit, in der er nicht bei mir sein wird, wird immer länger. Nach der Schule möchte er sich dann vielleicht lieber mit seinen Freunden verabreden als mit Mama zu kuscheln. Später will er nicht mehr mit den Eltern in den Urlaub fahren, studieren, einen Auslandaufenthalt machen, eine eigene Familie gründen. Gut, passiert das alles nicht von heute auf morgen! Und wenn es soweit ist, wird mich hoffentlich mein Schatz in den Arm nehmen und sagen: „Wir haben ja noch uns!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s