Warum macht MEIN Kind das nicht?

Wer die fantastische Serie „Desperate Housewives“ verfolgt, weiss, dass zwei Mütter mit Schulkindern ständig im Clinch liegen, damit ihr Kind besser ist als das andere. Und lacht im Idealfall darüber. Hätte ich keine Kinder, würde ich wahrscheinlich auch darüber lachen und sagen „Sowas machst Du dann nie!“ Denkste! Mein Sohn ist kaum auf der Welt, schon wird er mit anderen verglichen. Ist er grösser, schwerer, hat er mehr Haare? Ist seine Haut nicht ganz so gelb? Und so geht’s fröhlich weiter. Stolz wird das Gewicht verkündet, wenn man mangels Alternativen mal wieder bei der Mütterberatung war, um Zeit totzuschlagen. Und da man sich ja ständig irgendwo mit anderen Müttern und ihren Babys trifft, befindet man sich automatisch auf Benchmarking-Terrain. Je älter die Kinder werden, desto schlimmer. Kann er sich schon drehen? Schläft sie schon durch? Boah, er steht ja schon fast auf! Und sie? Schau mal, wie sie versucht, aufzusitzen! Und die Schlimmste von allen? Ich! Schaue neidisch auf die süssen Zähnchen von T., der nur ein paar Tage früher als meiner auf die Welt gekommen ist. Seufze, wenn ich höre, dass A. immer durchschläft. Staune, wie die anderen Gleichaltrigen schon mühelos in den Vierfüsslerstand gelangen. Und meiner? Lächelt und strahlt wie die Morgensonne zahnlos in mein Gesicht. Liegt einfach auf dem Bauch, strampelt ein bisschen mit den Füssen und macht keine Anstalten, diese Position irgendwann verlassen zu wollen. Naja, doch, aber nur indem er lange genug quengelt bis Mami ihn aus seiner misslichen Lage befreit. Dabei ist das alles zu meinem Vorteil. Denn ohne Zähne lässt es sich ohne Angstschweiss stillen. Und ohne Krabbelgier muss man die Wohnung auch noch nicht auf den Kopf stellen. Trotzdem: Hut ab vor den Müttern, die ihr Kind nicht mit anderen vergleichen, weder jetzt noch wenn sie in zehn Jahren Mathe-Dreier mit nach Hause bringen. Das Leben ist ein Wettbewerb. Es liegt in des Menschen Natur, sich mit anderen zu vergleichen. Würden wir das nicht tun, gäbe es keinen Fortschritt. Als Mama darf ich also ruhig mal besorgt gucken, wenn meiner nicht vorwärts macht. Das heisst ja noch lange nicht, dass ich ihn mit 3 in den Klavierunterricht schicke. Falls doch, haut mir dann bitte eins über die Rübe!

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