Zwischen Instinkt und Gesellschaft

Hach, was hätte ich alles anders gemacht, hätte ich während meiner Schwangerschaft nicht zehn Bücher gleichzeitig über, eben, die Schwangerschaft (plus Geburt) gelesen, sondern auch Bücher über das viel wichtigere, nämlich die Zeit danach, die Zeit mit Kind. Eingelullt in die rosaroten Schwangerschafts-Hormone wäre mir nämlich nie der Gedanke gekommen, dass ein Kind auch so etwas wie Probleme mit sich bringen könnte und wer mich davor warnen wollte, dem glaubte ich schlicht nicht. Nun gibt es fast nur ein Thema unter uns jungen Müttern und das ist das Schlafen (und, in Korrelation dazu, die Ernährung). Jetzt, 7 Monate zu spät, befasse ich mich so intensiv wie es zeitlich geht, mit eben diesen Themen. Ich habe vorhin gerade überlegt, mir auch endlich entsprechende Literatur zuzulegen. Immerhin habe ich das Standardwerk (Remo Largos „Babyjahre„) längst gekauft und die aktuellsten Kapitel gelesen, aber das nur am Rande. Wie auch immer: Jetzt ist es zu spät, etwas zu ändern. Mein Sohn ist 7 Monate alt und schläft natürlich nicht durch. Er wird auch noch gestillt. In unserer heutigen westlichen Gesellschaft werden viele darüber die Nase rümpfen. ABER: Es ist vollkommen normal und ganz natürlich für mein Baby und mich. Soviel habe ich auch ohne Literatur herausbekommen. Und: Es macht Sinn. Ich führe das Ganze jetzt nicht aus, aber man braucht sich nur andere Kulturen anzuschauen, um zu erfahren, dass Babys bis ins Alter von 2, 3 Jahren bei ihren Eltern oder zumindest bei der Mutter im Bett schlafen und auch nachts noch gestillt werden. Manche Mütter merken das angeblich nicht einmal und schlafen wunderbar. Wie es mit den Vätern aussieht, da bin ich mir nicht so sicher. Die Hebamme unseres Geburtsvorbereitungskurses hielt es offenbar genauso und stillte das Kind über 2 Jahre lang. Für unsere gesellschaftlichen Verhältnisse ist das sehr lang. Ich schätze, für mich stimmt es dann irgendwo dazwischen. Was das Familienbett betrifft, würde ich das im Nachhinein wohl praktizieren bis das Kind von selbst im eigenen Zimmer schlafen will. Kann mir vorstellen, dass, wenn man das von Anfang an macht, die Nächte viel ruhiger ausfallen – für alle Beteiligten. Ich sehe absolut ein, dass das für ein Baby die einzig akzeptable Lösung ist und es tut mir leid, dass mein Sohn nachts ganz alleine in seinem Bettchen schläft. Ich verstehe, dass er nachts drum auch öfter nach mir ruft und nur nach dem Stillen wieder beruhigt einschlafen kann weil er Mamas Nähe braucht. Ganz besonders geniesse auch ich diese Zweisamkeit am Morgen, wenn mein Mann zur Arbeit geht. Dann hole ich meinen Sohn zu mir ins Bett und wir schlafen dort friedlich noch ein bisschen in den Morgen hinein. Ich liebe es, wenn er sich dann an mich kuschelt und ich beobachte so gerne, wie das kleine Würmchen ganz zufrieden neben mir schläft. Falls ich ein zweites Kind bekommen sollte, werden mein Mann und ich wohl mal über dieses Thema reden müssen 😉

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