Winterfreuden, Winterleiden

Jetzt ist es soweit. Heute Abend, als ich nach 17 Uhr zum Schlafspaziergang aufgebrochen bin, wurde es mir bewusst. Jetzt ist er dann da, der Winter. Es war finster wie in einer Kuh, so wie’s sonst erst um 22 Uhr abends ist und kalt wie im Dezember (ja, lang‘ geht’s nicht mehr). Merkte es an den klammen, eisigen Fingern. Das ist okay, denn ich finde es ganz gut, dass wir vier Jahreszeiten haben. So bleibt’s spannend. Aber mit Baby ist das irgendwie schwierig. Schon der Sommer war eher eine Qual, weil ich das Kind nicht dauernd 30 Grad aussetzen wollte ergo meist in der Wohnung blieb bis 18 Uhr abends. Und jetzt wo’s auf die Null-Grad-Grenze zugeht, weiss ich nicht recht, wie das mit der Kleidung funktionieren soll. Im Sommer war das noch relativ einfach. Body und aus. Mehr brauchte das Kind nicht. Theoretisch genügte sogar die Windel. Aber jetzt? Krank ist er ja eh schon und anfällig sind sie nun sowieso immer mehr. Also lieber eine Schicht zu viel anziehen. Nun gibt es da aber ein Problem: 10 Schichten Kleidung vertragen sich nicht mit der Unwilligkeit meines Babys, die Tortur des Anziehens über sich ergehen zu lassen. Gut wäre, wenn jetzt jemand Babykleidung erfinden würde, die funktioniert wie ein Wurfzelt. Ich werfe sie dem Baby an und, schwupps, ist es angezogen. Binnen Sekunden. Die Realität sieht anders aus. Tausend Knöpfe, Reissverschlüsse und Stoff über Kopf und Glieder ziehen. Er hasst das abgrundtief! Er weint jedes mal! Und wenn er nicht weint, dann lacht er weil er es geschafft hat, sich vorher umzudrehen, wegzuwinden, so dass es nicht geht mit dem Anziehen und ich von vorne beginnen kann. Ich rechne damit, dass ich, wenn’s so richtig kalt geworden ist, eine Vorlaufzeit von 15 Minuten nur fürs Anziehen rechnen muss bevor wir spazieren gehen können. Ich werde mir plötzlich schachspielerische Qualitäten aneignen müssen. Statt Züge vorausahnen, muss ich nun schon den Hauch eines Anfluges von Quengelei oder Müdigkeit meines Kindes registrieren um ihn schnurstracks anziehen zu können BEVOR er zu quengelig dafür wird und nachher zu übermüdet ist um im Kinderwagen schlafen zu können. Aber vorher muss ich mich ja auch noch anziehen. Und dann erst das Kind. Sonst liegt er mit seinen 10 Schichten im Kinderwagen und schwitzt. So schwitze halt ich, das tue ich sowieso den ganzen Tag, also nicht weiter schlimm. Gut braucht er noch keine Schuhe, der Kleine. Dafür aber sicher bald Handschuhe! Und ich wette, dass er die überhaupt gar nicht leiden kann. Hilfe!!! Und das alles für 60min herumspazieren! Und was mach‘ ich erst wenn ich bei einer Freundin zwischenstoppe? Alles wieder aus, da sein und dann alles wieder an. Und wie soll das auf Autofahrten aussehen? Autos haben es ja leider so an sich, dass sie ziemlich kalt werden, wenn sie draussen stehen. Dank modernem Komfort sind sie aber nach ein paar Metern fahren warm. Uns ist das relativ Wurst. Wir frieren halt erst ein bisschen und danach haben wir halt ein bisschen zu warm oder ziehen die Jacke unter dem Fahren aus (ja, ich weiss, das soll man nicht), das Kind soll aber weder frieren noch schwitzen. Wie mache ich das denn nur? Gibt es auch Funktionsbekleidung für Babys? Wisst Ihr was? Am besten bleiben wir zuhause bis es im Frühling wieder taut! Den Schneeflocken kann man ja auch vom Fenster aus zusehen. Ist eh romantischer 😉

2 Kommentare zu “Winterfreuden, Winterleiden

  1. Hihi. Hallo Tamara. Mir gefällt Dein Schreibstil. Hier werd ich auf jeden Fall auch öfter mal stöbern kommen.
    Das mit der Kleidung (vor allem dem Anziehen) ist bei uns ganz ähnlich. Hast Du aber bei jako-o schon den Wickel-Overall gesehen? Den kann man komplett ausbreiten, Baby drauf und ruck zuck drumwickeln. Ich selbst hab keinen, aber die Mamas scheinen begeistert

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  2. Hey Tanja! Irgendwie hab' ich gar nicht mitbekommen, dass ich comments erhalten hab' obwohl ich meinte, das mal angekreuzt zu haben, Hmm… muss mal überprüfen. Nochmals danke! :))) Nein, den kenne ich nicht, klingt aber gut, muss ich gleich mal googeln! 🙂 Danke für den Tipp!

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