Ausgeknockt

Es ist passiert: Ich wurde ausgeknockt. Einfach so. Ausgezählt. Und bin nicht mehr aufgestanden. Hoffnungsloser Fall. Und das musste gerade mir passieren, der grössten Kämpferin aller Zeiten! Worum es geht? Mal wieder ums Stillen. Ich, die ich weitermachen wollte bis ultimo, bis einer von uns nicht mehr will, musste in der Halbzeit bereits forfait geben. Die Tränen kullern mir nur so herunter über das blau geschlagene Gesicht. Ich kann’s nicht fassen, einfach nicht begreifen. Und das auf die Festtage hin. Na, bravo. Ein Riss ist der Übeltäter für die Schmerzen, die ich einfach nicht mehr erdulden kann und will. Jetzt nicht mehr. Ich soll dankbar sein, dass ich überhaupt und dann auch noch 9 Monate lang? Das ist genau der Satz, den man nicht hören will, wenn jemand stirbt. Dass man dankbar sein soll für die Zeit, die man mit der Person hatte. Standardspruch, der nur noch mehr Tränen ins Gesicht treibt, weil man sich an die schöne Zeit erinnert und „wham“ – Faust aufs Auge – sich in Lichtgeschwindigkeit bewusst wird, dass sie just zu Ende gegangen ist. Nein, so sollte es nicht enden. Nicht so verdammt schnell und nicht so verdammt von aussen bestimmt! Meine Hebamme rät: Jeden Tag einmal weniger. Dann wäre ich nächste Woche „abgestillt„. Gott, wie ich nur dieses Wort hasse. Wie es der Zufall will, war ich gestern Zeuge der abendlichen Melkerei von Kühen. Und war eifersüchtig auf das Rindvieh mit seiner prallen Euter-Parade. Kann man sich das vorstellen? Jenseits… Da zog der Bauer an den Zitzen und das weisse Gold spritzte. Und bei mir spritzten die Tränen, zumindest gedanklich. Cry me a river. Ach, mir fällt nichts besseres ein, ich muss jetzt trauern, der Baby-Blues der ersten Wochen ist zurück. Lässt mich etwas suhlen in meinem Selbstmitleid! So, vorbei. Ich kann wieder klar denken. Stillen war zu schön um wahr zu sein. Zu einfach. Wirklich! Was ist es mühsam, nachts einen Schoppen herzurichten im blendenden Küchenlicht! Und das Baby wird total wach weil es nicht gleich bekommt, was es will. Und danach bin ich dann auch wach. Vorher lief ich rüber, setzte an, zack, saug, fertig, Nuggi rein und wieder ab ins Land der Träume. Und morgens ging’s sogar bequem im Bett liegend. Traumhaft! Und jetzt muss ich mich dazu immer aufsetzen. Die Nächte sind jetzt auf jeden Fall noch kürzer. Ihr müsst es mir nicht glauben, aber ich bin sicher, dass mein kleiner Prinz das Stillen auch vermisst und merkt, wie Mama leidet (einerseits weil’s schmerzt, andererseits weil’s bald das letzte mal ist). Die Mama-Nähe bekommt er jetzt halt nachts, indem er öfter bei uns im Bett schläft. Armes Würmchen! Arme Mama! Seufz! Einen Vorteil hat’s: Jetzt könnte ich mich an Silvester wenigstens volllaufen lassen, mir die Kante geben. Aber hochkant! Mir einen ansaufen gegen den Frust. Cheers! Nasdorovje! Einmal Wodka Tonic bitte! Nein, zwei mal. Ach, weisst Du was? Lass die Flasche gleich hier!

Fortsetzung der Leier folgt irgendwann. Kind will zu Mama! CU l8r!

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