Einmal Hölle und zurück

Mich hat’s voll erwischt! Schon wieder. Aber diesmal viel schlimmer: Das Norovirus. Dieses elende Ding! Am Freitag Morgen begann’s mit Übelkeit und den Tiefpunkt erreichte ich nur wenige Stunden danach als es oben und unten synchron kam. Krampfartig, schwallweise, ich will es nicht erläutern, man kann es sich vorstellen. Ich lag wortwörtlich am Boden neben dem Kübel und dachte jetzt kommt der Magen gleich mit raus. Ich fühlte mich wie im Altersheim wo man den alten Leuten, die nur noch vegetieren, wieder Windeln verpasst. Aber wie gesagt, ich wollte euch die Details ja ersparen. Eins steht fest: Ich habe mich noch nie zuvor in meinem Leben so elend gefühlt. Ich war nicht fähig, auf mein Kind zu achten, das gab’s noch oben drauf. Während meine Schwiegermutter, die notfallmässig zu mir gefahren ist, auf den Kleinen aufpasste, ging ich zum Arzt, hütete das Bett und eben, sh. oben. Meinem ärgsten Feind wünsche ich das nicht. Ich siechte im Bett dahin während mein kleiner Schatz weinte und weinte. Ich war knapp fähig, zwei mal rauszukommen und ihn etwas zu halten. Das ganze Wochenende verbrachte ich also mehr oder weniger in der Waagrechten, feste Nahrung vertrage ich jetzt noch kaum. Beim Gedanken an Essen wird mir übel, dabei sollte ich eigentlich wieder genesen sein, laut Ärztin ist man in 2, 3 Tagen übern Berg. Die gute Frau schrieb mich auch krank für drei Tage und das von FR bis SO. Was hat sie sich denn dabei gedacht? War das für meinen Mann gedacht? Mütter können nicht krank sein. Aber es ging nicht anders und mein lieber Mann konnte am Nachmittag nach Hause kommen damit ich in Ruhe sterben konnte (oder zumindest so tun als ob). Ich hatte nicht mal Energie für TV schauen oder lesen als es besser ging. Als ich mich wohl zuletzt so mies fühlte, war ich ein Kind und meine Mama an meiner Seite. Daran erinnerte ich mich schmerzlichst. Sie hat mir alles ans Bett gebracht, beim Kinderarzt Sturm geläutet und mich im Stundentakt gefragt wie’s mir geht. Sie hatte unendlich viel Mitleid mit mir und sorgte sich so wie es nur eine Mama kann. Auch wenn’s nur die Grippe war, sie litt mit und hoffte, dass ich je wieder gesund werde. Und wenn ich nach Tagen Appetitlosigkeit plötzlich Lust auf einen Mohrenkopf (exgüsi, die hiessen damals halt so) hatte, fuhr sie am Sonntagnachmittag los um irgendwo einen zu finden. (Nein, Sonntagsverkauf gab’s damals nicht.) Und sie kam nicht mit leeren Händen zurück. Ja, schmerzlich habe ich ihre liebevolle Pflege vermisst, die mir niemand ersetzen kann. Ich kann sie nur irgendwann meinem kleinen Schatz weitergeben. Aber ich bin ja erwachsen und kann ohne Streicheleinheiten auskommen. Ich brauchte nur jmd, der zu meinem Sohn schaut und das hatte ich zum Glück und dafür bin ich natürlich dankbar. Last but not least ist auch er seit Tagen nicht ganz auf der Höhe, mag kaum essen und trinken und hat Durchfall, macht also wahrscheinlich grad was ähnliches mit wie ich. Armer Knopf! Aber das ist erst der Anfang und das macht mir, entschuldigung, grad eine Sch… Angst! Ob ich ihm eine so gute Pflegerin sein kann wie meine Mama es mir war? Ich hoffe es!

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