Rückfall

Der Tag hatte so gut begonnen. Wir waren früh auf, ich ass mein Brötchen, der Kleine knabberte am Zwieback, er spielte etwas, ich erledigte Haushalt und faltete die Wäsche zusammen und danach gingen wir einkaufen (Das Muss an diesem Tag) und ich freute mich darüber, wie wenig Leute es um diese Uhrzeit noch hatte. Mein lieber Mann war geschäftlich weg und es gab ausser dem Einkaufen (eben das Muss) noch zwei weitere Termine, die ich gerne wahrgenommen hätte. 1. Der Secondhandmarkt für Kindersachen in Schaan und 2. ein Fotoshooting für das neue Magazin um 11 Uhr. Letztere beiden Termine habe ich nicht geschafft. Dabei wäre es so einfach gewesen. Nur kann ich manchmal eine Kompliziertheit an den Tag legen, die seinesgleichen sucht. Eins vorweg: Ich hasse Entscheidungen und der heutige Tag forderte mehrere, komplex ineinandergreifende Entscheidungen. Es stellte sich die Frage, in welcher Reihenfolge ich die Termine wahrnehmen sollte. Ob ich Auto oder vielleicht besser den Bus nehmen sollte, da ich wusste, dass wir am Nachmittag noch nach St. Gallen fahren würden und ich wollte meinem Sohn nicht so viele, lange Autofahrten zumuten – bei seinem Bewegungsdrang. Dann musste ich noch duschen und dazwischen kam das Schlafbedürfnis des Kleinen. Da lag mein Fehler. Aus irgendeinem mir unbekannten Grund meinte ich, das Kind müsse jetzt zuhause im Bett schlafen, da es leider auf der Rückfahrt vom Einkaufen nicht einschlief, was meine Pläne durchkreuzte. Ich stand also planlos da und legte den Kleinen ins Bett. Er und ich kämpften und schrien (nur er) 30 Minuten lang, die Zeit, die ich benötigt hätte um zu duschen und mich anzuziehen etc. (halt mich fotobereit zu machen). Auch Globuli halfen nichts. Am Ende war ich stinksauer, gab auf, riss ihn aus seinem Bett wie einen Baumstamm aus der Erde, setzte ihn auf den Boden, knallte die Türen, kickte sein Spielzeug und die Tupperwaresammlung in der Küche durch die Gegend und schrie ihn an, weshalb er nicht schlafen könne verdammt noch mal in seinem Bett. Ein Déjà-vu aus der Zeit als er noch kleiner war. Warum gebe ich nicht einfach auf? Das Problem ist ja, dass ich zu oft unterwegs bin vormittags, so dass er zwangsläufig im Auto oder Kinderwagen einschläft, was für mich bequem ist. So kann man einem Kind nicht etwas anderes antrainieren. Hmm… Ich dachte dann heute, frustriert über die verpassten Events, dass ich auh sauer sein könnte auf die Umstände: Dass meine Firma meinen Mann samstags arbeiten lässt, dass mein Vater wieder ins Tessin gefahren ist… weil mit einem Babysitter hätte ich die Termine wahrnehmen können. Aber schuld bin allein ich weil ich nicht einfach gemacht habe, nicht einfach gefahren bin. Dann wäre halt das Kind heute mehr im Auto gewesen als woanders… Naja. Solche Tage zeigen einem mal wieder, wie furchtbar man sich benehmen kann. Gott sei Dank, ist’s Wochenende und Gott sei Dank kann ich bald wieder normal essen. Wobei, daran sollte ich nicht mal denken, der Jojo-Effekt haut mir sonst die verlorerenen Pfunde doppelt wieder auf die Waage…

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