Ein paar Gedanken…

Ich musste in letzter Zeit zu der Erkenntnis kommen, dass nach einem Jahr die meisten von uns so langsam im Alltag angekommen sind. Noch ein halbes Jahr vorher waren wir oft und auch sehr spontan verfügbar und besuchten uns gegenseitig manchmal an mehreren Tagen die Woche. Doch spätestens nachdem wir alle wieder angefangen haben zu arbeiten, einige von uns in ein neues Heim gezogen sind oder sonstwie eingespannt sind, wurden die Besuche weniger. Heute kann ich froh sein, wenn ich die ein oder andere Kollegin aus dem Geburtsvorbereitungskurs noch in der Wiegestube, der Krabbelgruppe oder im Babyschwimmen antreffe. Und morgen ist wohl das erste Mal seit Langem, an dem ich alle an unserem monatlichen Babytreff wieder sehe. Aber darauf freue ich mich natürlich und bin gespannt, wie sich die Kleinen alle entwickelt haben. Klein sind sie nun ja fast nicht mehr. Wie auch immer: Schade, dass nun alle so viel zu tun haben.

Derweil hat sich bei mir endlich die lang ersehnte Haushalts-Gelassenheit breit gemacht. Ich habe nicht mehr fünf mal am Tag das Gefühl, ich müsse aufräumen oder Staub saugen, den Abwasch besorgen etc. Es geht mir ehrlich gesagt am A… vorbei, wie chaotisch und schmutzig es hier ist. Ich habe beschlossen, dass es vollkommen ausreicht, abends, wenn der Kleine im Bett ist, die Sauerei aufzuräumen, morgens abzuwaschen und am Wochenende Staub zu saugen. Naja, das Gröbste an Essensresten welche sich im Umkreis von bis zu 2 Metern unter dem TripTrap sammelt, mache ich weg. Aber das reicht dann auch. Ich bin schon Sisyphus genug in meinem Heim, ich muss den Fels nicht fünfmal am Tag den Berg hoch rollen. Einmal reicht auch! 🙂 Trotzdem ist es irgendwie frustrierend, wie oft man ein und dasselbe macht als Hausfrau. 365 Tage lang reinigt man jeden morgen die Schoppenflaschen, räumt man die immer selben Pfannen und Tupperbehälter zurück in den Schrank (anfangs noch sorgfältig gestapelt, jetzt nur noch so, dass sie grad reinpassen), schrubbt man über Tisch, Abdeckung etc. Das ist einer der Gründe, weshalb ich nie am Fliessband arbeiten könnte und weshalb ich den Job vermisse. Jeder Tag war anders. Routine kam gar nicht erst auf. Naja… ich schätze, irgendwann will der Kleine den Schrank nicht mehr ausräumen. Ich glaube wenn ich alleine wohnen würde, würde ich die Sauerei so sein lassen wie sie ist, da könnte man mich als Messie bezeichnen.

Einen grossen Vorteil hat meine neue Gelassenheit: Ich habe mehr Zeit für meinen Sohn weil ich nicht dauernd was aufräume. Ich begebe mich nun viel öfter auf seine Augenhöhe, setze oder lege mich auf den Boden und beobachte ihn. Er dankt es mir, in dem er nun öfter meine Nähe sucht. Immer wieder läuft oder krabbelt er auf mich zu, ruht sich 2 Sekunden an meiner Seite aus und spielt dann weiter. Ich muss wohl nicht sagen, wie sehr ich das geniesse. Kuscheln wollte er ja bisher gar nicht. Doch jetzt merke ich zum ersten mal, dass er mich wohl gern hat. Endlich kommt etwas zurück für all das, was man dem Kind gibt. Es fühlt sich toll an!

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