Wo ist nur die Zeit geblieben?

Heute muss ich auch noch meinen Senf zu diesem schwammigen Begriff der Quality Time dazugeben. Hat die überhaupt jemand, der Kinder hat? Ich meine jetzt nicht meine Quality Time, sondern die mit meinem Kind. Die Tage rauschen nur so an einem vorbei und man stellt fest, wie wenig man dabei das eigene Kind beachtet. Klar wickelt und füttert, spaziert und badet, zähneputzt und schöppelt, wäscht und zieht an. Aber dazwischen macht man auch hundert andere Dinge: Stellt Geschirr in die Spülmaschine, putzt x-mal den Dreck weg, den Baby macht, staubsaugt, köchelt (wenn auch nur minimal), wäscht Fläschchen ab, holt Post, kauft ein, geht aufs Klo, putzt Zähne (ja, so die wirklich notwendigen Basics der Körperpflege, ich glaube ich habe mit seit bald einer Woche die Beine nicht rasiert), macht Wäsche und verräumt sie, leert den Windeleimer und bringt den Müll raus, packt die Wickeltasche, giesst die Pflanzen (ups, sollte ich heute wieder. Nicht vergessen!), beantwortet Mails und Anrufe, liest die Zeitung (muss auch sein), leert die Babywanne, putzt das Klo und räumt die Schränke wieder ein, die Junior ausgeräumt hat bzw. räumt überhaupt das Chaos auf, dass er täglich in der ganzen Wohnung hinterlässt. Wo bleibt da bitte Zeit, in der man sich mit allen Sinnen auf das Kind konzentriert? Weil dazu kommt ja noch, dass ich mindestens zwei Mal täglich die Wohnung verlasse und wenn’s nur ist, um bei Schwiegermuttern zu Mittag zu essen und andere Erledigungen zu tätigen. In der Zeit, in der ich Auto fahre, bin ich für den kleinen Kerl ja auch nur minimal verfügbar. Und wenn ich mal beschliesse, morgens nicht gleich aus der Wohnung zu flüchten, um irgendwas zu unternehmen, fängt der Kleine garantiert an zu quengeln, weil er schon alles ausgeräumt hat und ihn die Spielsachen nicht die Bohne interessieren. Also denk ich mir halt irgendwas aus, wohin ich mit ihm fahren könnte. Klingt nach furchtbarer Mutter, ich weiss. Die einzige Quality Time, die ich mit meinem Sohnemann geniesse, sind Playdates (aber nicht ganz, weil meist will man sich da ja mit den anderen Müttern unterhalten) und Krabbelgruppe, war mal das Babyschwimmen und ist der Abend nach dem Essen und dem Aufräumen wenn Papa auch da ist. Das ist fast der einzige Moment im ganzen Alltagsgewusel, indem wir uns bewusst zu unserem Sohn auf den Boden setzen und mit ihm spielen, ihm zuschauen, einfach sind. Und das tut eigentlich gut. Ich wünschte, ich könnte uns solche Momente öfter einräumen. Aber auch am Wochenende, wenn wir beide zuhause sind, beschränkt sich das meist auf den Abend. Ich habe ein irre schlechtes Gewissen deswegen, denke dann aber, dass andere ja auch einen Haushalt zu erledigen haben und vielleicht noch 2, 3 Kinder mehr, so dass die Quality Time pro Kind wohl auch auf ein Minimum reduziert ist. Trotzdem frage ich mich, ob’s andere besser machen und ob ich da noch was lernen kann… Kommentare ausdrücklich erwünscht! 🙂

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