Von Krisen im Allgemeinen…

Überhaupt habe ich gestern mal wieder eine Krise geschoben weil der Kleine zu früh aufgewacht ist, als ich ihn vom Auto in die Schesa ins Bett legen wollte. Ich versuchte es mit Spazierengehen, es klappte nicht, ich wusste: Jetzt darf er nicht mehr weiterschlafen. Und ich hätte doch die Zeit für mich, wenigstens ein mal am Tag gebraucht. Ich dachte: Wieso sitze ich nicht in irgendeinem mittelmässigem Büro und verdiene mittelmässig, kann aber nach der Arbeit ins Fitness und abends vor dem TV mein Putensandwich essen, shoppen so viel ich will und mit meinem Mann herumreisen so oft und wohin ich will. Ich hoffe ich bin nicht die einzige, die manchmal grundsätzlich ihr Leben hinterfragt. Das geschieht halt manchmal auch wenn’s nur für 5 Minuten ist. Es ist auch so eine Sache mit dem Kinderkriegen. Instinktiv zielen wir darauf hin im Leben und denken, so sollte es sein und es wird sonst in der Beziehung auf Dauer vielleicht zu langweilig. Dabei gibt es ja sehr glückliche, kinderlose Langzeitpaare. Und falls nicht und sie sich trennen, ist wenigstens niemand unschuldig Beteiligtes davon betroffen. Auch hatte ich nie Kinder im näheren Umfeld. Naja, ab und zu mal sah man die Kids von Kollegen, aber immer nur kurz. Zu kurz um’s besser zu wissen. Im Allgemeinen sieht man also andere Kinder und sie sind süss und man will auch haben. Und wenn sie zetern und zornen, denkt man, ach, die Eltern sind halt unfähig. Falsch erzogen und so. Als wären Kinder so einfach zu handhaben wie ein Tamagotchi (kennt ihr das noch?). Naja, man weiss es halt nicht besser. Der Ur-Instinkt und Unwissen sorgt also irgendwann auch bei Leuten wie mir für Nachwuchs. Und dann für Chaos. Aber auch für noch mehr Liebe. Trotzdem ist es hart und man hat sich vorher gedacht, es gäbe Babies im einen Moment und im anderen sind’s schon Kindergartenkinder, dann Schulkinder und weg sind sie. Das stimmt so nicht. Auch wenn einem andere Eltern immer sagen, man solle die Kleinkindzeit geniessen, so kurz sei sie. Das ist der Bonus oder vielmehr das Los der Vergangenheit. Alles, was vor einem liegt, scheint sich ewig zu ziehen wie ein Kaugummi. Alles, was hinter einem liegt, raste vorbei wie ein Formel-1-Wagen. Das ist Schicksal. Deshalb sind wir schneller tot als wir denken können. Das ist jetzt makaber, aber das muss auch mal sein. Schwarzer Humor ist auch Humor und erst wer den verliert, der verliert, also… Ja, vielleicht ist es gut, wenn man sein altes Leben ganz doll vermisst, die vielen Freiheiten, die einem etwas mehr vorkommen als sie waren, denn man hat ja 100% gearbeitet. Das tut man jetzt auch, aber an 24h an jedem Tag der Woche. Man kann sich jetzt fragen, was besser ist: 8h-Tage in einem mittelmässigen Job oder 24h in einem sehr anstrengenden Wunsch-Traum-Job. Also, ich denke es ist gut, weil man dann, wenn die Kinder einem dann mit 18 den Stinkefinger zeigen und nichts mehr von sich hören lassen, man nicht in ein Loch fällt und sich wieder ein Leben aufbauen muss weil die Kinder vorher der ganze Inhalt waren. Man kann also wieder da anknüpfen, wo man aufgehört hat, das ist vielleicht gut, man gibt sich selbst nicht ganz auf und vielleicht ist das auch für die Kinder gut und schlussendlich also für die gesamte Situation. Das sind jetzt einfach so Gedanken an einem regnerischen Tag…

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