Der wahre Held

Der wahre Held in unserer Familie ist eigentlich mein Mann, das wollte ich endlich mal sagen. Während ich den ganzen Tag dahinsieche und herumjammere und abends hundskaputt herumhänge und das Gefühl habe, alles nicht zu schaffen, kommt mein Mann nach einem langen Bürotag nach Hause, muss als erstes den Herd anwerfen und ein preisverdächtiges Mahl zaubern, dann ertragen, dass sein Sohn ihn rigoros provoziert, aushalten, dass seine Tochter bei ihm häufig nur weint (weil sie eben vor allem abends oft weint), frustriert die Küche sauber machen weil ich an das Baby gebunden bin, nochmals aushalten, dass der Sohn auf die Barrikaden geht, weil niemand mit ihm wie vor der Geburt seiner Schwester, noch eine Stunde gemütlich spielt, tja und dann muss er ihn auch noch bettfertig machen, eine Gutenachtgeschichte erzählen und spätestens um 21 Uhr das Licht löschen. Unterdessen hat er mit mir vielleicht zwei Sätze gewechselt und gerade mal Zeit gefunden, sich die Zähne zu putzen. Das Bettmümpfeli musste er auslassen. Unter der Decke kann er dann die halbe Nacht, dank Zattoo und iPhone, noch fernsehen weil schlafen eh nicht drin liegt, da mein Sohn permanent aufwacht und weint. Wohl gänzlich gerädert muss er dann frühmorgens nach 5.30 Uhr wieder aufstehen und ans Tagwerk gehen. Sein Job ist wohl gerade seine Insel, seine Auszeit vom harten Familienalltag. Und dabei verdient er dann auch noch das Geld, das wir gleich wieder in Windeln und Kerichtmarken investieren.
Wäre mein Mann nicht ein moderner Vater, der zwar zu 100 % arbeitet, aber zuhause dann auch zu 100 % für seine Familie da ist, wäre ich wohl eine ziemlich frustrierte Mutti. Wie lief denn das früher, als die Männer sich mit einem Bier vor die Glotze oder mit einer Pfeife vor den Kamin warfen und sich das Abendessen servieren liessen? Haben die einfach den Ton lauter gemacht, als das Baby schrie? Die Tür abgeschlossen, wenn der Sohn spielen wollte? Vielleicht woanders gewohnt???
Ja, ich weiss, Alleinerziehende müssen da auch durch, könnte ja sein, dass der Mann nach der Geburt des Zweiten die Kurve kratzt. Ehrlich… ich hätte es meinem wahrscheinlich nach den ersten zwei Wochen nicht mal übel nehmen können… Aber, nein, geht ja gar nicht, ohne Mann. Darum: Er ist hier der Held. Der Über-Papa. Keinen anderen hätte ich mir gewünscht für mich und unsere Kinder. Ich wünsche mir für ihn und uns, dass sich alles bald einpendelt, dass mein Sohn wieder gut schläft und meine Tochter zufriedener wird und er irgendwie belohnt wird für alles, was er leistet. Im Moment muss es reichen, dass wir ihn alle lieben, auch wenn es nur ich sagen kann… Danke, dass Du da bist, dass Du da bleibst und hoffentlich immer da sein wirst! Und bald werden es auch Deine Kinder sagen: Du bist der beste Papa der Welt! 🙂

Ein Kommentar zu “

  1. Hey, ihr vier seid eine super Familie und ich mach mir gar keine Sorgen, dass sich alles bald einpendelt. Klar, dass alle Beteiligten ihre Zeit zum Eingewöhnen brauchen, aber wenn ihr euch weiterhin so liebevoll um Nathaniel kümmert, wird auch er bald wieder der Alte (oder vielmehr ein neuer, aber zufriedener, glücklicher großer Bruder) sein!! — Und dann stecke ich mit Tristan und Markus in dieser Phase und hoffe auf Deine aufbauenden Worte 😉

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