Gedanken

Zuerst mal am Rande: Nachdem unser Sohn offenbar wieder zahnt und nicht nur seine Nuggis mit Leidenschaft (zer)beisst, habe ich beschlossen, ihm keine neuen Schnuller mehr zu kaufen. Sind ja auch nicht billig. Und siehe da, es geht sehr gut ohne! Ich habe noch welche auf Vorrat aber bis jetzt habe ich sie nicht gebraucht und sogar schon des öfteren das Haus ganz ohne verlassen.
Ein Artikel über Kita-Plätze hat mir wieder mal bewusst gemacht, dass Kitas eigentlich eine gute Sache sind. Anfangs habe ich sie nichtwissend ziemlich verteufelt und wollte mein Kind auf keinen Fall dort abgeben. Unterdessen habe ich das Gefühl, mein Sohn wäre dort manchmal weit besser aufgehoben als zuhause. Nicht ganztags oder 50% aber vlt an 3 halben Tagen pro Woche. Ich sehe es an den anderen Kindern, die ich kenne. Sie lernen nicht nur viel und werden mit vielerlei Spielen, Liedern und Reimen bekannt gemacht, sie haben auch den so wichtigen Kontakt zu anderen Kindern und Gleichaltrigen und essen wie ich immer wieder vernehme, besser als zuhause. Auf einem grossen Blatt Papier mit Fingerfarben auf dem Boden malen, das macht man zuhause nun nicht gerade. Dabei ist das ja eine wunderbare, sinnliche (Farb)erfahrung! Auch geht man in der Kita öfter mal nach draussen und die Kleinen lernen praktikable Dinge wie zB, dass sie beim Windeln wechseln den Po hoch halten. Und die Kleinen sind einfach beschäftigt! Ich glaube jedes Kind geht gerne hin! Vielleicht ist eine 100%-Mutter-only-Betreuung ab einem gewissen Alter einfach zu einseitig/langweilig? Was denkt Ihr? Wir Mütter treffen uns ja privat auch damit unsere Kinder mal Spielgefährten haben. Naja, schade, dass die Kitas halt immer noch so teuer sind… man kann sie sich eigentlich nur leisten, wenn man in der freien Zeit arbeitet. Nur möchte man vielleicht manchmal auch einfach nur ausruhen…
Letzhin auch gelesen habe ich einen Artikel zum Thema Work-Life-Balance, der besagt, dass Arbeiten auch Leben ist. Ja, ist es. Arbeiten kann ja auch Spass machen! Wir Mütter arbeiten nicht nur fürs Geld und um von den Kindern weg zu sein, auch ja, aber wir arbeiten doch auch weil es uns gut tut. Ich bin immer noch der Meinung, dass Eltern zusammen nicht 200% arbeiten sollten. Aber warum nicht der eine 70 und der andere 60%? So als Beispiel. So bleibt jedem auch nebst dem Wochenende Zeit für die Kinder und den Haushalt. Aber wir sind wohl noch weit davon entfernt, dass dies aufgeht… Und trotz befriedigendem Job: Jedes Elternpaar sollte zusätzlich freie Zeit haben, um sie abwechslungsweise für sich selber und gemeinsam zu nutzen und Pause vom Familienalltag zu haben. Es wird den Kindern nicht schaden. Im Gegenteil. Aber Wochenend- und Abendbetreuung ist halt auch nicht immer einfach zu finden, v.a. nicht regelmässig und kostengünstig…

5 Kommentare zu “

  1. Eine 100 % betreuung durch die Mutter muss nicht langweillig sein. Da ist halt die Frage, wie kreativ und einfallsreich man als Mutter ist und wie viel Zeit man sich nehmen möchte für das Kind (oder die Kinder).
    Klar basteln nicht alle Mütter gerne oder spielen stundenlang mit den Kids am Boden Lego. Für diese Mütter ist eine Kita vielleicht eine entlastung.

    Wieviele Kinder müssen heute alleine am Tisch essen? Oder die Eltern sitzen nur dabei und essen nicht mit? Zusammen essen macht mehr Spass- kein Wunder das teils Kinder besser/schöner essen in der Kita als zu Hause.

    Wenn möglich täglich rausgehen gehört wohl auch dazu – ist für die Mutter und die Kinder gut.

    Klar gemeinsames spielen mit anderen Kinder ist wichtig – aber das muss nicht in der Kita sein.
    Fingerfarbenmalen zu Hause? kein Problem – Tisch (oder Boden) abdecken und los gehts.

    Ideal geht das auch im Sommer draussen, da können sich die Kids grad auch noch selber bunt machen und danach kann man sie im Bädli abwaschen…….

    Eben, es kommt auf die Fantasie drauf an – und davon hat nicht jede Mutter gleich viel……..

    Kita, für die die das möchten, klar……..aber wie schnell gehts und die Kinder sind im Kindergarten und bereits jeden Tag ein halber Tag weg :-(……..

    Ich glaube man merkt es an meinem Text…ich bin eine 100% Mutti 😉

    lg

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  2. Ach Sarina, Du bist nicht nur eine 100%- Mutti, für mich bist Du eine Mutter aus Berufung. Eine, die's genau richtig macht und deren Kinder sich sehr, sehr glücklich schätzen können. Ich dagegen habe das Gefühl, alles falsch zu machen, was man falsch machen kann und schon am Anschlag zu stehen, wenn eine wie Du gerade noch mit der Wimper zucken würde. Kreativ und ideenreich bin ich auch nicht, sondern einfach nur überfordert, chaotisch und energielos… dieser Tage. Ich bin zwar ständig da aber irgendwie nie ganz, jetzt erst recht nicht mehr, da das Baby so viel Aufmerksamkeit braucht: Stillen, Tragen, Stillen, Tragen, Wickeln usw. Da hätte es mein Grosser in der Kita wohl besser… Da gibt's auch kein Geschwisterchen 😦

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  3. Ich bin gerade erst wieder (bei einem kurzen Gespräch im Supermarkt) total entrüstet angesehen worden, weil ich meinen fast 2-Jährigen schon in die Kleinkindbetreuung gebe. „Das ist aber SEHR FRÜH!!“ *empörter_Blick*
    In so einer Situation weiß ich meist nicht wirklich etwas zu entgegnen – aber ich bin mir total sicher, dass es das Richtige für mein Kind – und auch für mich ist. Er ist so gern mit anderen Kindern (Vorbildern) zusammen und ich glaube auch, dass ihm so die Gewöhnung an seine kleine Schwester dadurch etwas leichter fällt. Er hat schon ein kleines Stück selbständiges Leben, das er nicht plötzlich teilen muss. Das sich nicht plötzlich verändert hat durch die Ankunft seiner Schwester.
    Mir ist klar, dass ich mir in ein paar Jahren die Zeit zurücksehnen werde, in der er noch so klein und bei mir war. Aber ich verbringe ja trotzdem noch die meiste Zeit mit meinem Kind. Ich sehe es lediglich als Horizonterweiterung für ihn — und solange er soviel Spaß dabei hat, bringe ich ihn gern hin.

    Und ich glaube auch, dass es unterschiedliche Arten von Müttern gibt. Ich halte weder mich noch Dich (Lorelai) für eine schlechte Mutter. Aber wir brauchen einfach hin und wieder einmal eine Pause. So ganz ohne Verwandte, die die Kleinen auch mal kurzfristig oder für eine kurze Zeit nehmen können — die vielen „ich wohne neben meiner (Schwieger-)Mama“-Mütter wissen es oft nicht zu schätzen, wie viel diese wohnsituation eigentlich vereinfacht!!

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  4. Liebe Lorelai

    Kann schon sein, dass Mutter sein meine Berufung ist – hätte mir das jemand früher gesagt, hätte ich ihn ungläubig angeschaut. Was die Hormone doch alles mit einem anstellen ;-).

    Keine Mutter sollte von sich aus denken, dass sie eine schlechte Mutter ist. Praktisch jede Mutter versucht doch ihr bestes und kommt doch immer mal wieder ins zweifeln, ob der eingeschlagene Weg wohl der richtige ist.
    Auch ich habe meine Tage, wo es nicht so läuft, oder wo ich denke, ob ich jetzt wohl richtig gehandelt habe oder ob es noch einen besseren Weg gegeben hätte.
    Ich versuche einfach auf mein Bauchgefühl zu hören und vielleicht habe ich das Glück, dass ich einfach ein ziemlich gutes Bauchgefühl habe.

    Früher war ich eher zurückhaltend und traute mir weniger zu. Durch die Geburt der Kinder bin ich zur Löwin geworden *gg*…..

    Kinder merken halt einem sofort auch an, wenn man an sich selber zweifelt oder wenn man eben nicht ganz bei der Sache ist – das macht daher alles nicht einfacher.

    Und wie Tanja schreibt, macht einem das Umfeld ebenfalls das Leben schwerer, wenn dumme Sprüche oder „Blicke“ kommen. Dann ist das gute Bauchgefühl wichtig.

    Und wenn eine Mama mal einen freien Nachmittag möchte, dann ists ja auch ok, wenn das Kind in die Kita geht – hauptsache es stimmt für Mutter und Kind.

    Versuch mehr auf dein Bauchgefühl zu hören und vertrau darauf, das es schon gut kommt.

    Hast du keine Kinderhüeti in der Nähe, wo du den „Grossen“ mal bringen kannst? Bei uns gibt es so Kinderhüeti, da kann man die Kids spontan bringen für ca. 2 1/2 stunden und kostet glaub so Fr. 5.– auf die Stunde. Man kann sogar Babys bringen…..!

    liebe Grüsse

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  5. Doch, es gäbe da die Kinderoase. Aber ich versuche meinen Sohn grad erst langsam wieder an die Kinderbetreuung im Fitness zu gewöhnen, da wäre noch was Neues nicht ideal… er ist noch zu klein als dass er bei Unbekannten auf Anhieb bleiben würde…

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