Buchbesprechung: Geborgene Babys von Julia Dibbern

Dieses Buch ist eines dieser Bücher, die ich gerne jeder Schwangeren ans Herz legen würde. Ich bin natürlich absolut nicht mehr unvoreingenommen, wenn ich jetzt darüber schreibe, da ich die im Buch besprochenen Themen (Freie Geburt, Bonding, Co-Sleeping, Stillen, Tragen, windelfrei etc.) selber sehr ernst nehme und zwar teils schon seit ich Mama bin und teils seit ich erneut Mutter wurde und begann, intensiver in die ganze Thematik einzutauchen. Bei meiner Tochter will ich alles (noch) besser machen und drum bekommt sie von mir nun auch diese Extraportion an Nähe und zwar nicht nur weil ich es richtig finde sondern weil sie es auch von Anfang an vehement einforderte. Klar stosse ich dabei auch mal an Grenzen, oft sogar, dennoch kann ich nicht anders, als auf sie einzugehen wenn es irgend geht. Und ich geniesse die Nähe auch sehr. Jetzt aber zum Buch: Man muss schon offen für diese Thematik sein, sonst liest man das Buch nicht. Deshalb eben würde ich es schon einer Schwangeren in die Hand drücken. Oder eben jmd der nicht von vornherein Dinge sagt wie „Die Kinder werden auch so gross“ oder „Ich habe keine Lust, das Balg rumzutragen„. Diese Menschen sind meist nicht vom Gegenteil zu überzeugen. Die Autorin, Julia Dibbern, war übrigens, als sie ihr erstes Kind bekam, auch nicht viel anders als die meisten Frauen. Sie hatte einen Kinderwagen, Tragetücher kamen ihr „öko“ rein usw. So ging’s ja mir auch. Aber schön, wenn man dann offen ist für einen etwas anderen Weg (oder besser: den natürlichen Weg, wie ich sage) und einen Schritt weiter geht und die Bindung zu seinem Kind intensiv geniesst, es intensiv wahrnimmt und auf seine Signale achtet. Dibbern kämpft in ihrem Buch dafür und dazu hat sie nicht nur Experten zitiert sondern auch andere Mütter und deren Erfahrungen. Sie hat sich in zahlreichen Foren umgehört, das Netz durchforstet, Ratgeber gelesen. Sie bezeichnet ihr Buch nicht als Forschungsarbeit aber genau das hat sie doch irgendwie getan. Sie schreibt dafür aber überhaupt nicht nur sachlich (und trocken), sondern sehr erfrischend. Ihre eigene Meinung und auch ihre Erfahrungen kommen ganz klar durch und sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Deshalb liest sich dieses Buch ruckzuck durch, da es durchaus auch unterhält und fesselt. Ich habe es sehr gerne gelesen und schön ist, dass, der heutigen Vernetztheit sei Dank, es nicht bei der Lektüre bleiben muss. Auf ihrer Webseite bietet Julia Dibbern auch kostenlose Online-Videos (Windelfrei-Kurs zB) an, sie führt Workshops durch (in Deutschland) und steht per E-Mail gerne mal Red‘ und Antwort. Das ist genial!
Ja warum ist dieses Buch so wichtig? Weil es eben nicht mit dem 08/15 jedes GU-Ratgebers über „ihr Baby und das 1. Lebensjahr“ blabla daher kommt, die Müttern zur Erstausstattung zu Kinderwagen, Babybett und Windeleimer raten. Ja, hätte ich das schon bei meinem 1. Kind gewusst, dass es auch ohne diese Dinge geht, dann hätte ich mir gleich ein Beistellbett besorgt, hätte nur das Tragetuch gekauft und hätte mich auf das Abenteuer „windelfrei“ von Anfang an eingelassen und vlt nie eine Windel benötigt. Und vlt hätte ich mich auch anders auf die Geburt vorbereitet. Das alles reut mich jetzt im Nachhinein, dass ich das nicht wusste, ja nicht mal beim 2. Kind all dies wusste. Und drum empfehle ich jeder, die ein Kind erwartet, diesen Themen eine Chance zu geben.

Hier könnt Ihr das Buch kaufen: Geborgene Babys (Edition Anahita)

4 Kommentare zu “Buchbesprechung: Geborgene Babys von Julia Dibbern

  1. Ich habe das Buch auf deine Rezension hin gelesen und bin leider nicht so überzeugt.
    Ich kam mir nach den ersten paar Seiten schon vor wie eine Rabenmutter (wahrscheinlich weil ich übermässige Schuldgefühle habe und nicht so viel Selbstbewusstsein, aufgrund der Erziehung meiner Eltern mit Schreien lassen, Kinderwagen, eigenem Bettchen usw.), weil ich meinem Baby jeden Tag Windeln über den Po stülpe, Weichspüler, Badezusätze benutze und nicht nur Bio Baumwolle kaufe. Mein Kind schläft in unserem Bett und ich trage sie, so oft es geht (nach fast 5 Monaten mag sie das nicht mehr so gern). Ich habe auch auf der berühmte Geräusch beim Pippi oder Kacki, aus dem grossen Largo, versucht zu hören. Leider hab ichs nicht mitbekommen (ich bin wohl zu unaufmerksam und habe keine richtige Bindung zu meinem Kind), sonst hätte ich wohl verhindern können, dass sie mir in der Anfangszeit so oft auf den Wickeltisch pullert.
    Ich wüsste auch nicht, wie ich hätte die ersten drei Wochen im Bett verbringen sollen mit dem Baby? Hat sie ne Haushaltshilfe? Mein Mann arbeitet von 7-19Uhr….ich wäre wohl verhungert zwischendurch.
    Ich hab vorher William Sears „Schlafen und Wachen“ gelesen. Ein Buch, dass mich persönlich mehr gefesselt hat.

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  2. Darfst es nicht so eng sehen, Barbara. Ich benutze auch Weichspüler etc. und liess mein Kind auch mal im Kinderwagen fahren. Windelfrei hab' ich auch verpasst. Ich denke man darf das Buch (wie so viele) nicht als Massstab nehmen, was richtig und falsch ist. Auch ich konnte mit dem 2. Kind die Zeit nicht im Bett vertrödeln und hab' trotzdem die Familienhilfe in Anspruch genommen. Schlafen und Wachen habe ich natürlich auch gelesen 😉
    Also wie ich herauslese, gibst Du Dir sehr viel Mühe und Dein Kind ist bestimmt zufrieden, was will man mehr? 😉
    Nochmals zur Haushaltshilfe: In keiner Kultur ausser der unsrigen, sind die Mütter so auf sich selbst gestellt den ganzen Tag. Uns fehlt die Sippe. Das ist hart!

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  3. Ich sehe es auch nicht so eng 😉 Das war schon eher mit einem Augenzwinkern gemeint. Mein Kind scheint mittlerweile zufrieden und auf dieser Welt angekommen…endlich. Lange war das nicht so.
    Das Buch ist halt schon recht schwarz/weiss. Der erste Gedanke, der mir kam war: Wenn sie so „back to nature“ ist, warum trägt sie ihr Baby nicht nackt am Körper durch die Gegend…
    Aber mehr auf ihre Intuition hören, sollte wohl jede Mama. Macht der Grossteil viel zu wenig, möchte ich behaupten.
    Und das die Sippe fehlt, ist wohl eindeutig. Meine wohnt 800km weit weg und ich sehne mir oft mal jemanden herbei, der mir kurz hilft. Babysitten würde glaub nicht so gut klappen, das Kind ist sehr heikel mit anderen Menschen, ausser Mama….Manchmal fremdelt sie sogar beim Papa.

    Der Code, den man unten eingeben muss ist teilweise wirklich nicht zu erkennen. Ist bereits der 3. Versuch zu „erraten“ was da steht.

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  4. Barbara, das tut mir leid, ich weiss nicht, woran das liegt… Ich hab' das mal weggelassen und prompt kam täglich Spam also hab' ich's wieder aktiviert. Naja, sie selber sagt ja auch, dass sie vorher 08/15 war mit KiWa und so… Aber ich muss schon sagen, ich bin sehr überzeugt von dieser „natürlichen Art“ mit dem Kind umzugehen. Vlt bin ich deshalb wie ich schrieb nicht mehr kritisch genug 😉 Ich hab' bei meiner auch lange gebraucht bis ich sie abgeben konnte. Halt schrittweise angewöhnt, dann ging's. Jetzt geht's sehr gut eigentlich. Wie alt ist Deine und weshalb hat sie 'ne Weile gebraucht? Kannst mir auch mailen übrigens 😉

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