Ostern und so (Achtung, laaang)

  • Das Wetter über Ostern war ja miserabelst hier, Schnee-Regen-Schnee und v.a. starker, frostiger Wind. Erst am Montag wurde es ein wenig freundlicher, aber nach wie vor kalt. Draussen waren wir natürlich trotzdem. Ansonsten nahmen’s wir gemütlich. Osternestsuchen für den Grossen, Schokolade generell für alle (ach ja, das hört wohl doch nie auf bei mir *seufz*) … Leider war die Maus etwas erkältet und hatte an zwei Abenden Schreiphasen, nachdem sie schon geschlafen hatte. Auch die Nacht drauf schlief sie schlecht. Die Zeitumstellung tat ihr übriges dazu, so dass sie nun, ich vermute mal stark weil es im Zimmer noch so hell ist abends, nicht mehr so schnell in den Schlaf findet wie vor dem langen Wochenende. Morgens erwacht sie dennoch zeitig. Ansonsten ist die Zeitumstellung eigentlich umwunden, wir haben den alten Rhythmus wieder mehr oder weniger drin. Die Maus ist die letzten Nächte wieder etwas öfter erwacht, wird aber auch immer noch etwas von Schnupfen und Husten geplagt, schätze es bessert dann bald.
  • Wir haben etwas Zeit mit dem Nachbarssohn verbracht, der als Nächstes umzieht, wenn auch nur in eine andere Gemeinde. Jetzt nutzen wir es noch etwas aus, dass wir so nah wohnen, schade eigentlich, dass wir uns erst jetzt wo der Umzug unmittelbar bevorsteht, wieder häufiger sehen. Im Sommer sahen sich die Nachbarskinder täglich, im Winter ebbte es total ab. Nu ja…
  • Hausbau: Es ergeht es uns wohl wie den meisten Häuslebauer: Die Kosten übersteigen mittlerweile den KV, allerdings, so wage ich zu behaupten, ziemlich massiv. Seit Tagen schläft mein Mann schlecht und gestern werkelte er lange im Excel herum. Wir haben uns Gedanken über die Einrichtung gemacht und Gedanken darüber, wo wir was einsparen können um nicht den Kern des Hauses – den Innenhof, den wir beide von Anfang an fantastisch fanden – aufgeben zu müssen. Abspecken heisst die Devise. Eine Küche ist auch noch nicht ausgesucht, mir schwant Böses… Die Enttäuschung ist gross, weil wir eh schon eine minimalistische Version unseres Traumhauses geplant haben. Wir verfügen lediglich über einen Garagenplatz, haben keinen Keller und sowohl Sauna als auch Messina-Ofen haben wir längst aus unseren Köpfen gestrichen. Alles zugunsten eines doch architektonisch wertvollen Projekts eben mit dem Innenhof und einer speziellen Raumhöhe im Wohnbereich, die das Haus zu etwas besonderem machen. Ich bin wie immer fatalistisch veranlagt und glaube daran, dass es irgendwie gut kommt. Gleichzeitig tut es mir leid, dass ich so darauf insistiert habe, dass wir ein Grundstück finden und meinen Haustraum verwirklichen und damit meinen Mann in die heutige Lage gebracht habe. –>
  • Als hätte er nicht sonst genug um die Ohren. Am Arbeitsplatz gibt es für ihn nie Zeit für einen Schwatz mit Kollegen oder Füssebaumeln unterm Tisch, was für viele Normalität ist. „Achtung, fertig, los“ heisst die Devise und obwohl ihm nichts mehr Gräuel ist als aufgrund mangelnder Arbeit eine ruhige Kugel schieben zu müssen und im Pendenzenordner nach irgendwelchem Kram zu suchen, der noch erledigt werden kann, so ist das hohe Tempo doch auf Dauer anstrengend, gelinde gesagt. Dazu kommen zahlreiche Sitzungen, oft auch ausserhalb, die eine hohe Gedächtnisleistung erfordern. Zeit zum Verschnaufen hat mein Mann zuhause auch nicht, denn da warten oft zwei vor Müdigkeit quengelige/weinende Kinder, die sich halt abends um die Zeit kaum von der Schokoladenseite zeigen. Ich würde verstehen, wenn er an der Haustüre kehrt machen würde und erst wieder käme, wenn die Kinder Äuglein zu in den Betten liegen. Aber: Das tut er nicht. Auch das verstehe ich, denn wann sonst sollte er die Kinder denn sehen? Ein Wochenendpapa will er schliesslich auch nicht sein und dass er sich nach Feierabend nicht in einer lausigen Bar ein paar Bier hinter die Binde kippt, finde ich einen lobenswerten Charakterzug. Ich hoffe jetzt, dass sich die Ausgangslage für Sport mit unserem Umzug in Sevelen merklich bessert, so dass er sich an den Sommerabenden wenigstens mal auf den Drahtesel schwingen und auspowern kann. Das wünsche ich mir für ihn, denn ich weiss auch nicht, was ich tun kann, um ihm die notwendige Ruhe zu geben. Vielleicht hilft dann auch das Haus mit zwei Stockwerken und mehreren Zimmern, zwischendurch mal ein bisschen abzuschalten und sich zurückzuziehen… Nur zufriedene, ausgeglichene Eltern sind gute Eltern.
  • Ich wundere mich selber, warum ich summa summarum eine derart ausgeglichene Mutter bin. Ich kann tagsüber durchaus mal austicken und würde am liebsten die Wände hochgehen, wie heute als Junior mal wieder nicht schlafen wollte und ich die Kinder mangels Doppelwagen (steht noch bei der Nana) ins Auto hieven musste, damit sie pennen. Als Mutter liegen grenzenloser Hass (mehr auf mich selber als auf die Kinder) und grenzenlose Liebe oft so nah beisammen wie Genie und Wahnsinn bei Einstein und Co. Aber es ist als wäre mein Nervenkostüm aus Mitril (LOTR-Fans nicken wissend): Es prallt an mir ab. Minuten später bin ich wieder auf Ruhepuls als wäre nichts geschehen. Abends bin ich die Ruhe selbst, erst recht wenn ich häkeln kann (jetzt kommt auch der Papa auf seine Kosten und erhält eine Mütze – yay!!!) Es beruhigt mich so wahnsinnig, es hält mich sogar vom Schokoladekonsum ab, ich glaube es ist wie Rauchen, nur viel besser! Ich werde nie mehr damit aufhören. Nach einem Abend ohne Handarbeit fehlt mir was und ich gehe unruhig zu Bett. Ehrlich jetzt! Oha…
  • Suchtverhalten: Schokolade, Stricken und Häkeln, ähem… Das Eine löst offenbar das andere ab. Denn meine Internetsucht hat sich deutlich gebessert. Ich gehe selektiver vor beim Lesen der Blogs und ich habe die Benachrichtigungen zahlreicher Facebook-Gruppen minimiert, so dass mein Posteingang morgens nicht mehr 80, sondern nur noch 20 Mails anzeigt und die meisten davon kann ich löschen. Es hat meine Lebensqualität deutlich verbessert! Auch muss ich so nicht mehr abendelang damit verbringen, mit dem langsamen Handy Mails zu checken. Ein Gewinn für alle Seiten!
    Nun ja, Ostern brachte leider die Schokolade wieder ins Spiel und in einem schwachen Moment landete zusätzlich noch preisreduziertes in meinen Korb *smack* (virtuelle Ohrfeige an mich selber). Jetzt wird es einfach Zeit, dass es warm wird, dann komm‘ ich auch mal raus um Sport zu machen, irgendwie… Man hockt ja nur drin bei dem Wetter. Es wird Zeit, beide Kinder umzuschnallen und auf Berge zu klettern, haha! Oder mit dem Fahrrad ’ne Tour zu drehen… Aber hier ist die Bewegungslaune grad im Keller, Schuld daran ist auch die lange (Zwangs)pause im Fitnessstudio. Erst hatte ich nen Termin, dann wurde ich krank und jetzt sind Schulferien und der Hort zu. Und an Kita-Tagen zog es mich jetzt auch nicht hinein, mitten am Nachmittag, nein echt nicht. Und Arbeit habe ich auch. Es kommen bessere Zeiten. Hoffen wir’s! 
  • Ach ja: Warum die Ausgeglichenheit? Ist es das Serotonin? Ist es die kinderfreie Zeit (denn trotz aller Mamaliebe habe ich verdammt gern zwischendurch mal Mamaferien um ganz bei mir zu sein…)? Ist es vielleicht auch das Attachement Parenting? Ich habe nämlich das Gefühl, dass es weitaus einfacher ist so wie ich jetzt mit der Maus umgehe. Bei unserem Sohn, der lange Mühe hatte, einzuschlafen, sind wir abends im Minutentakt rein und raus und haben ihn auch mal schreien gelassen (wenn auch nie lang, das richtige Ferbern habe ich keine 15 Minuten ausgehalten, habe es nur ein mal versucht, würde ich nie wieder tun). Es war zermürbend. Heute begleite ich die Maus in den Schlaf. Braucht sie lange und turnt rum, ist auch das nicht so entspannend, aber insgesamt ist es mehr als erträglich. Und vor der Zeitumstellung schlief sie innert 5 Minuten ein wenn sie müde war und weinte nachts vielleicht noch 1, 2 mal. Als sie krank war und abends weinend erwachte und sich nicht mehr beruhigte, nahm ich sie auf den Arm, trug sie herum und schaute sie an und da durchfuhr mich ganz plötzlich die Erkenntnis, dass genau das meine Bestimmung ist, es immer war, seit ich auf der Welt bin. Nichts wäre in diesem Moment richtiger gewesen als für dieses hilflose Bündel da zu sein. Ich war nicht genervt, ich wollte nicht irgendwas anderes tun, ich war ganz vertieft in dem Moment, ganz bei mir, bei ihr, im Jetzt. Das klingt jetzt vielleicht nach esoterischem Gugus aber ich hatte dieses Gefühl in drei Jahren noch nie so intensiv, nur annähernd und natürlich beim Stillen, da versinke ich auch regelmässig im Moment aber da ist sie ja nicht so hilflos, das ist etwas anderes. Eine Mama-Erleuchtung also? Wie dem auch sei, so hoffe ich, dass mich öfter so finden kann, dass ich es öfter schaffe, mich so auszublenden. Ich verweigere mich ja deshalb nicht, ich nehme mir ja dennoch Zeit für mich aber ich finde es für mich und meine Kinder wichtig, dass ich auch Momente habe, in denen ich ganz bei ihnen bin. Zu oft wechsle ich tagsüber zwischen Haushalt, Kindern und den eigenen Bedürfnissen hin und her und bin beschäftigt damit, sie anzuziehen, Essen zu machen etc. (muss ja auch sein) anstatt, dass ich uns einmal 10 Minuten quality time gönne. Es ist mein grosser Vorsatz, dies regelmässig zu tun in Zukunft… Vorsätze habe ich ja viele, mehr als genug… Es könnte so einfach sein, ich müsste mich nur mal zusammenreissen. Der Tag sollte mehr Stunden haben. So oder so…
  • Punkt 10 des vorigen Beitrags: Ich bin tätowiert. Aber das ist jetzt nicht das grösste meiner Geheimnisse, die meisten sieht man nämlich wenn ich ein T-Shirt oder Top trage. Die Auflistung zeigt auf jeden Fall, dass ich nicht die Unschuld vom Lande bin, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten, mit (hoffentlich verzeihbaren) Fehlern und Schwächen. Und das ist gut so. Ich habe fertig.

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