Bloggerwelt: Meinungen, Kommentare, Kritik, Mobbing?

Ich dachte ja immer, Bloggen sei was friedliches, persönliches, v.a. bei Müttern. Dabei stosse ich in letzter Zeit immer wieder auf Bloggerinnen, die anscheinend arg kritisiert werden obwohl sie nichts, aber auch gar nichts Böses schreiben und vielfach wird anonym gebloggt und die Gesichter der Kinder sind nicht zu erkennen. Letzteres finde ich gar nicht mal so schlecht und vielleicht sollte auch ich nicht nur die Namen nicht nennen sondern auch die Gesichter „verstecken“. Mal sehen, ob das geht…
Anyway, ich lese und kommentiere gerne andere Blogs aber was ich gar nicht gut fand, war, dass man meinen Kommentar, der durchaus nett gemeint war wenn aber halt auch sehr ehrlich, nicht freigeschaltet hat. Das kann man als Blogger ja machen wenn man die Moderier-Funktion an hat. Hab‘ ich nicht, brauch‘ ich nicht aber ich behalte mir ebenfalls vor, böswillige Kommentare zu löschen, musste ich aber zum Glück erst einmal…
Nun hat mich aber eben sehr beschäftigt, dass mein Kommentar nicht freigeschaltet wurde. Die Geschichte ist die: Der Mann der Bloggerin (3 Kinder) weilt derzeit für ein halbes Jahr in recht fernem Ausland („am anderen Ende der Welt“), jobbedingt. Viele der Blog-Leserin konnten das überhaupt nicht verstehen und äusserten mehr oder weniger feinfühlig (aber schon eher mehr), dass so ein Umstand für sie nicht in Frage komme und der Job nicht über die Familie gestellt werden sollte. Die Bloggerin verwehrte sich schon beim ersten Erwähnen dieses Umstands (Mann wird lange weit weg sein), dass sie keine negativen Kommentare dazu wünsche, dass alles reiflich überlegt und unausweichlich etc. sei. Augrund der Anonymität wollte sie nicht sagen, warum das so sei mit ihrem Mann. Mir liess das keine Ruhe und ich grübelte und grübelte… Ärzte ohne Grenzen? CIA? KriPo undercover? Interpol? Ich konnte mir keinen Reim drauf machen und fand: Ganz egal, welcher Job, es gibt immer eine Möglichkeit, auszuweichen. Immer… ich befand für mich, dass ich meinen Mann nicht ein halbes Jahr lang entbehren könne. Nicht wegen mir, denn Alleinerziehende sind auch auf sich allein gestellt, aber wegen der Kinder! Dieser Schmerz, diese Trauer und ein halbes Jahr lang ist für Kinder unendlich lang! Und nach einem halben Jahr muss der Papa, der ansonsten sowieso bei dieser Familie auch nur am Wochenende präsent war, da er in einer anderen Stadt arbeitete und unter der Woche dort lebte, neu kennen gelernt werden. Nein, das käme für mich nicht in Frage, zumal die Kinder auch noch so jung sind (1+, 3+ und bald 5 ungefähr…). Sie sind noch nicht im Schulstress und noch nicht reif genug um zu verstehen, warum der Papa weg ist (meiner Meinung nach) und sie sind noch so klein, dass sie, ebenfalls meiner Meinung nach, noch in einer sehr sensiblen Phase sind.
Das ist natürlich ein recht heikles Thema und es geht tatsächlich niemanden ausser der Familie was an, es sei denn eben man macht das Thema derart öffentlich.
Als neugierige Journalistin habe ich nachgeforscht und ich habe jetzt eine Vermutung: Der Mann ist bei der Bundeswehr und hat einen für seine Militärkarriere (?) wichtigen Auslandeinsatz. Ich kenne mich nicht aus mit der Bundeswehr, kann also nicht beurteilen, ob der Mann diesen Einsatz nicht hätte ausfallen lassen können (oder sich einen Bürojob suchen derweil die Kinder noch klein sind. Kann also nur mutmassen…
Das alles mag für die Frau und den Mann passen. Kein Thema… aber mir tun die Kinder leid und so erging es wohl vielen Leserinnen und die taten das auch kund und ich finde, so lange niemand beschimpft wird, darf man das.
In einem anderen Beitrag hat die Bloggerin dann recht bewusst wohl, die Kommentarfunktion gesperrt. Ist natürlich auch ihr recht. Lesen: ja, Senf: nein!
Das mulmige Gefühl bleibt, dass die Frau sich angegriffen fühlt weil ihr bewusst ist, dass das keine Ideallösung ist. Sie will nicht noch Salz in ihre Wunden streuen weil sie weiss und jeden Tag sieht, wie ihre Kinder leiden. Natürlich werden sie sich schnell an das papalose Leben gewöhnen (schätze mal auf Skype od am Tel werden sie ihn täglich sehen/hören aber ist niemals das selbe, klar…) aber es ist ein Einschnitt, der ihr Leben prägen wird.
Mich verfolgt diese Geschichte sehr, deshalb musste ich sie nieder schreiben. Wie ist das bei Euch? Könntet Ihr das Euren Kids zumuten? Würdet Ihr das mit der Öffentlichkeit teilen und Euch die Kommentare verbitten? Übrigens waren die Mehrheit der Kommentare, die ich las, eher so: „Oh, du Arme, ihr schafft das *Mut mach*“, was wohl daran liegt, dass die meisten Leserinnen langjährige, treue Fans der Bloggerin sind oder Freunde und Bekannte. Da will man natürlich nicht kritisieren bzw. da steht man eh so voll hinter der Frau, dass sie wahrscheinlich egal was tun könnte, es würde immer akzeptiert.
Ich habe in meinem nicht veröffentlichten Kommentar auch noch folgendes zur Debatte gestellt: „Wie sieht es aus, wenn nicht der Vater sondern die Mutter ein halbes Jahr lang weggegangen wäre? Hätte da nicht grosses Entsetzen geherrscht?“ Es ist halt immer noch so, dass der Vater machen darf, was er will, die Mutter aber gehört zu den Kindern. Eine Mutter, die ihre Kinder verlässt, wird geächtet aber der Vater darf alles, der verdient ja auch die grossen Brötchen.
Es ging mir gar nicht darum, zu sagen, dass ich finde, dass die Mutter auch darf oder der Vater eben nicht, gar nicht, aber ich wollte bisschen aufrütteln und zeigen, dass so ein (wenn auch nur temporärer) Weggang nicht selbstverständlich sein sollte und deshalb milde Kritik, geäussert von gut gesinnten Leserinnen, nicht gänzlich unangebracht ist.
Meinungsfreiheit auf Blogs… ist wohl so ein Diskussionsthema…

11 Kommentare zu “Bloggerwelt: Meinungen, Kommentare, Kritik, Mobbing?

  1. Also ich weiss, wen du meinst. Und ich kann sie sehr gut verstehen, dass sie sich die ganzen Kommentare nicht mehr anhören wollte.

    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie hart das Vermissen für sie ist und sie weiß natürlich, dass es für die Kinder ebenfalls nicht leicht ist.

    Wenn ich mir dann noch viele viele Kommentare darüber anhören müsste „Ich könnte das ja nicht!“ oder „Das muss doch auch anders gehen“ oder gar Kritik, das wäre mir ebenfalls zu viel.

    Das ist eine Sache die eben nur die Familie etwas angeht. Und nur, weil sie öffentlich darüber schreibt, heisst das noch lange nicht, dass sie auch hören möchte, was andere darüber denken.

    Liebe Grüße
    Missy

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  2. Nun ja, was will man machen, wenn der Mann so einen Beruf hat? Da kann man nicht einfach zum Chef gehen und sagen „Sorry, ich hab da keinen Bock drauf, ich hab Familie.“ Es ist schade, aber ich kann es nachvollziehen.

    LG

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  3. Die Familie wird darüber schon geredet haben und macht das garantiert nicht zum Spaß.
    Ich verstehe generell die Diskussionen nicht um solche Themen. Jeder kann freischalten was er will. Kommentare gehören auch zum Gesamtbild, finde ich und da passte deiner eben nicht rein. Na und?
    Es ist doch einfach richtig blöd, über andere Familien zu urteilen, so wie es hier viele tun. Das Blümchenwiesen-Geblogge sagt auch nicht viel aus. Weißt du, ob da tatsächlich alles zum Wohl der Kinder passiert? Super schöne Blogeinträge. Täglich. Lang. ICH habe dazu keine Zeit. Könnte gut sein, dass genau DORT die Kinder arm dran sind. Weiß man eben nicht. Wenn die Familie miteinander redet, alles bespricht, dann ist das besser, als wenn man täglich zusammenlebt und der Alltag eigentlich ein Graus ist und es andauernd z.B. Streitigkeiten gibt. Man steckt nicht drin.

    Außerdem will man doch nicht das lesen, was man eh weiß. Und was man selbst ungünstig findet? Manchmal denke ich mir, ich könnte mal nach einem richtig blöden Tag bloggen, dann mache ich es nicht, weil ich einfach die Kommentare nicht lesen will.. keinen Spiegel vorgehalten bekommen möchte. 😉

    Jeder geht hier seinen eigenen Weg. Und das ist gut so.

    Liebe Grüße
    Tanja

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  4. Ich weiß ebenfalls, wen du meinst. 😉
    Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schwer und hart das für die Familie sein muss – für die Frau und für die Kinder.

    Ich denke aber auch, dass sie sich das reiflich und gut überlegt haben und dass sie selbstverständlich auch das Wohl der Kinder mit in die Überlegungen einbezogen haben. Das lese ich zumindest aus ihren Posts raus und so schätze ich die Frau auch ein.

    Was das für ein Job sein könnte, das habe ich mir ehrlich gesagt noch gar nicht überlegt. Bundeswehr könnte natürlich sein (habe gerade mal Bundeswehr + den Ort, an dem der Mann sonst unter der Woche sich aufhält, gegooglet) – aber dann muss ich leider sagen: Je nachdem, in welchem Job du dich da befindest, kannst du dich nicht einfach so gegen einen Auslandsaufenthalt weigern.
    Ich weiß das von meinem Vater, der als Übersetzer, also in zivil, bei der Bundeswehr angestellt ist, aber einen Posten bekleidet, der prinzipiell auch in's Ausland geschickt werden kann (jederzeit alle Impfungen, etc.). Ein Aufenthalt in Afghanistan konnte vor einigen Jahren nur „abgewendet“ werden, weil mein jüngster Bruder sich ankündigte. Ansonsten: Kannst du dich zwar einmal weigern, du kannst dich auch zweimal weigern, und du kannst dich auch dreimal weigern, aber irgendwann sagt die Bundeswehr dann, 'okay, du musst nicht in's Ausland, wenn du nicht willst, aber dann musst du auch von diesem deinem Posten runter' – und dann landest du eben mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einem schlechter bezahlten. Das ist eine Überlegung, die man dann auch abwägen muss.

    LG

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  5. Wenn sie zu gewissen Sachen, Entscheidungen die sie als Familie beschlossen haben die Kommentare nicht hören/lesen will, dann sollte man vielleicht nicht so offen darüber Posten. Das ist das was ich dazu gedacht habe, aber bei all den Kommentaren auf dem Blog nicht noch dazu geschrieben habe.

    Bei uns würde es nicht in Frage kommen. Mein Mann würde eher sich einen anderen Job suchen anstatt und so lange alleine zu lassen.

    Nun haben wir aber auch Kinder mit Verlustängsten weil sie als Pflegekinder schon Trennungen hinter sich haben. Wir wissen also was Trennung mit Kindern macht…

    Und wir hatten Freunde , wo der mann gegangen ist auch für 6 Monate. Der Sohn hat es auch gar nicht gut verkraftet , der Mann auch nicht, aber das ist noch ein anderes Thema….

    Letztendlich muss die Familie das wirklich selber wissen.

    Aber ich verstehe auch da du dich darüber ärgerst das sie deinen Kommentar ignoriert hat.

    LG bibi

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  6. Vielen Dank Euch allen für die Beiträge, ich fand Eure Meinungen sehr wertvoll und schön differenziert 🙂
    Das mit dem Weigern wusste ich nicht, dann war das wohl tatsächlich so eine „Sache“, Pflichteinsatz quasi, wobei das dann auch kaum mehr Diskussionsthema war in der Familie sondern eher ob er den Job wechselt o.ä.
    Was ich noch anmerken möchte, ist, dass ich nie anonym kommentiert habe, das finde ich dann feige. Ich stehe zu dem, was ich sage. Und ich fand jetzt auch keinen der anderen Kommentare verletzend oder unüberlegt…
    Es ist eben ein sehr emotionales Thema, wie ich finde, grad für Mütter, die ja selber Kinder haben und sich einfühlen können, da ist das Bedürfnis schon gross, sich dazu zu äussern, seine Bedenken und Befürchtungen. Aber klar, es steht dann der Bloggerin frei, Kommentare abzulehnen, generell, und einfach tagebuchartig sich das Ganze von der Seele zu schreiben. Wie dem auch sei, sie hat es öffentlich gemacht und das hat immer Konsequenzen.
    Ich frag' mich auch manchmal ob ich jetzt zu persönlich war in meinen Beiträgen aber ich will eben gerade nicht beschönigen und nur von Kindergeburtstagen, Nähprojekten und ach was es sonst noch so perfektes gibt, erzählen, siehe Tanja 😉 Finde näher am Leben spannender. Manchmal bekomm' ich echt die Krise wenn ich nur von „Zucker“ lese 😉

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  7. Hallo,

    ich kann nachvollziehen wie und was du denkst. Ich lese sehr gerne deinen Blog, eben weil er nicht nur ZUCKER NÄHEN KINDERGEBURTSTAG und WER HAT DIE KREATIVSTE BROTDOSE beinhaltet.
    Irgendwie mag ich dich und deinen Blog, du bist so schön ehrlich und ich sehe auch mal mich darin. Übrigens poste ich heute zum ersten Mal, bin eher stille amüsierte Leserin.
    Allerdings eins noch, wenn er bei der Bundeswehr ist, dann kann so ein Auslandseinsatz ein Muss sein.
    Herzliche Grüße

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  8. Liebe Lorelai kannst du mir sagen wen ihr meint? 🙂 ich bin nämlich nicht so up to date wie ihr. ich könntes mir auch gar nicht vorstellen! sehe das eigentlich genau so wie du!ich lebe momentan mit meinem Mann und unserem 6 monatigen Sonnenschein in Amsterdam, weil er hier arbeitet. Ich könnte ihn so lange nicht entbehren und auch für Kinder ist DAS HORROR! Ich weiss es weil ich selbst ohne Vater aufgewachsen bin… Trotzdem spannend dass die Menschen auf der einen Seite teilen wollen was sie bewegt und dann doch nicht.. Ich denke auch, dass ihr da in eine Wunde gestochen habt. Aber jedem das Seine!

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  9. Danke, liebe Deborah! Ich find Deine Amsterdam-Berichte ganz toll, ist doch schön, dass Du auf diese Weise bei Deinem Mann sein und eine neue Stadt erleben kannst 🙂 Wie lange werdet Ihr noch bleiben? Tut mir leid zu hören, dass Du ohne Vater aufwachsen musstest 😦 Ich denke eben solche Abwesenheiten prägen sich ein, ich kann mich noch sehr gut erinnern, wann mein Vater jeweils geschäftlich ne Woche weg war und das war ja nicht lange, trotzdem prägte es sich ein! Ja, find's auch komisch, auf der anderen Seite ist man als Blogger total öffentlich und reklamiert dann trotzdem noch Privatsphäre für sich. Geht irgendwie nicht zusammen. Dann muss man halt gewisse Beiträge mit Passwort schützen… Ach ja, es geht um „Mama Miez“ aka Pia Driessen, eine deutsche, recht populäre (warum auch immer :D) Bloggerin & Autorin…

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  10. wir bleiben ein paar monate. ganz genau weiss ich es noch nicht. er arbeitet an einem projekt. 🙂 und wenn das abgeschlossen ist reisen wir wieder nach Haus ;). Vorher sind wir bereits für Weihnachten zu Hause. Niemals hätte ich ihn so lange entbehrt 😀 ich muss es einfach immer wieder sagen!
    Acht echt. DU hast das wegen einer Woche schon so gespürt? Ist ja krass. Noch nie von dieser Mama gehört. 🙂 Danke noch für s Kompliment, du darfst ruhig auch mal einen Commentar da lassen 😀 du hast jetzt die offizielle Bewilligung 😀 hihih! ich grüsse dich ganz lieb. mama leone

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