Gastbeitrag: Mama Leone über ihre Zeit in Amsterdam

Heute veröffentliche ich einen Beitrag von MamaLeone, die Euch heute einen kleinen Einblick in ihr Leben in Amsterdam gewährt, wo sie aufgrund einer Stelle ihres Mannes fast ein Jahr mit Mann und ihrer kleinen Tochter lebte. Zwar ist sie mittlerweile wieder zurück in der Schweiz, hat jedoch einiges aus der „City of Bikes“ zu erzählen:

Liebe Mama mal zwei – Leser/innen 🙂

Ich kann euch einen Besuch in Amsterdam echt wärmstens empfehlen, gerne auch mit Kids, die Holländer sind sehr (kinder)freundlich und nehmen ihre Kids in jedes(!) Cafe mit.

Als mein Mann diesen Job angeboten bekam, war die Rede von 2 Monaten „Adam“ (Amsterdam). Daraus ist fast ein Jahr geworden:) aber nun mal der Reihe nach. Er wollte den Job unbedingt haben und so natürlich auch uns (mich und unsere damals 3 monatige Tochter) Es war für uns von Anfang an klar, dieses Abenteuer als Familie zu erleben. So lange getrennt!? Niemals! Is nicht bei uns!

Cityvibe

Also hat er uns auch angemeldet und die Firma hat uns ein möbliertes Appartment zur Verfügung gestellt, mitten der Stadt, neben dem Rotlichtviertel und der Einkaufsmeile. Es war toll und anstrengend gleichzeitig. Wir haben die Zeit sehr genossen, waren oft draussen, assen indonesisch, türkisch, chinesisch, italienisch usw. Wir haben tolle Leute kennen gelernt und allen Komfort der Stadt echt lieben und schätzen gelernt. Wir haben aber auch die Nase verzogen weil es ständig irgendwo nach Marihuana roch (-ichweiss- Klischee) und auch die Geräuschkulisse war manchmal echt hammerhart! Oft hörten wir draussen bis spät nachts Leute rumalbern, schreien, singen oder streiten. Es war viel los und es war laut! Wir wohnen in der Schweiz auf dem Land und mussten uns sehr daran gewöhnen.

Die Mamas

Die holländischen Mamas sind echt unkompliziert und gut drauf. Die meisten arbeiten Teilzeit, was dort völlig normal ist. Sie sind gut organisiert, gesellig und nehmen sich auch mal Zeit für sich (etwas das ich abgucken möchte für mich persönlich) auf der anderen Seite waren sie aber auch ein bisschen gestresst. Ist ja nicht ganz einfach, immer alles unter einen Hut zu bekommen ;). Auf jeden Fall ist es trotz Sprachbarriere einfach, Kontakte zu knüpfen weil sie sehr offen und freundlich sind. Und total gut englisch sprechen J Und trotzdem habe ich ein klassisches Expat-Problem am Rande mitbekommen: unter Expats ist es einfacher zu bonden weil man sich ja gerade ein neues Leben aufbaut, während die Holländerinnen, die ich traf, ja bereits ein (busy) Life haben!
In der Firma meines Mannes arbeiten recht viele Männer und (fast alle) Frauen Teilzeit. Die Arbeitsmodelle sind recht flexibel und Krippenplätze scheint es auch genug zu geben (wie mir gesagt wurde). Es gibt verschiedene Krippen: Eine für Kinder, die dort regelmässig, also wöchentlich oder täglich hingehen und eine für Kids, die einfach ab und zu dort hingehen um ein bisschen zu „socialisen“.
Hausgeburten sind das normalste der Welt und sehr verbreitet. Wieso das so natürlich handgehabt wird, weiss ich nicht, finde es aber toll! Was uns aber allgemein aufgefallen ist, ist, dass sie in verschiedenen Bereichen recht fortschrittlich sind, so zum Beispiel auch im Bereich E-Cars (Elektroautos) und auch die Tatsache, dass man mit dem Auto eigentlich in der Stadt gar nichts zu suchen hat = Fahrradstadt!
Ich kann klar sagen, dass, wenn wir dauerhaft nach Holland gezogen wären, wir uns für‘s Land oder eine grüne Familiensiedlung am Stadtrand entschieden hätten. So ein Leben mit Teilzeitmodellen finde ich total spannend und vermisse ich klar in der Schweiz. Dies ist ein absoluter Grund, mal eine Weile in den nordischen Ländern zu wohnen. Klar ist es nicht einfach, alles unter einen Hut zu bringen, aber die Tatsache, dass sich Väter dort so gut einbringen können und Mamas so viele Möglichkeiten (Teilzeitpensen) haben, finde ich sehr entspannt – ein ausgewogener Lifestyle. Übrigens machen die Holländer so zwischen 16 und 17.30 Uhr Feierabend. Klingt gut, oder?

Persönlich

Für mich war die Situation ehrlich gesagt nicht immer ganz so einfach vor Ort. Ich durfte mich erst noch in meiner Mama-Rolle (ziemlich alleine) einleben, meine 20 Kilos Rest-Übergewicht halfen dem Selbstwertgefühl auch nicht gerade 😉 und ich hatte keine Unterstützung von der Familie, die ja weit weit weg war. Meinen Mann und mich hat das Ganze aber sehr viel näher zusammen gebracht, wir hatten echt viel Nähe und Zeit, uns auf uns als Familie zu fokussieren. Ich muss sagen, dass die Herausforderung Baby = neuer Mensch integrieren und sich als Familie finden eigentlich schon genug zu tun gibt. J Trotzdem möchte ich die Erfahrung, in einem anderen Land gelebt zu haben, auf gar keinen Fall missen und gehe ganz bestimmt mal wieder für ein Wochenende rüber. Ich bin froh, sind wir wieder zu Hause in unserer eigenen Wohnung, mit unseren eigenen Sachen und all unseren Kleidern und Büchern. Und natürlich bin ich dankbar für unsere Familie, die uns supportet. Doch vermisse ich das Stadtgefühl oft, die Inspiration, die ich als Fotografin dort gefühlt habe. All die vielen Fahrräder und die vielen Kunstläden und Museen. Aber ich denke das liegt mehr am City-Vibe als an Amsterdam persönlich. Übrigens hat mich mein Tragetuch in der City mehr als gerettet. Ich habe mir meine Kleine ständig umgebunden, vorne, hinten oder seitlich. Das war toll beim Laufen und einfach im Tram. Ich habe mir auch auf diese Weise praktisch das gesamte Rest-Schwangerschaft-Gewicht abgelaufen 😀 Wenn man so eine Stadt monatelang besichtigen kann, läuft man schon eine Weile.

Amsterdam selber

Also wenn ihr mal Zeit und einen Wunsch frei habt, dann geht doch mal hin für ein Citytrip 🙂 Es lohnt sich wirklich, in die Museen zu gehen, den ganz speziellen Groove dieser Stadt mal aus der Nähe zu  befühlen und betrachten. Die Leute sind total offen, Gay-sein ist das Normalste der Welt und auch Brüste, die ein Baby versorgen, stören wirklich keinen! Diese Ungezwungenheit und Toleranz ist wirklich etwas, das es meiner Meinung überall geben dürfte. Die Stadt liegt ja unter dem Meeresspiegel und hat über 1000 Brücken. Es gibt leckere Waffeln und Pommes und die besten indonesischen und indischen sowie asiatischen Restaurants überhaupt. Im Frühling ist es am schönsten dort, es ist schön warm und alles blüht! Auf meinem Blog findet ihr hier einen City Guide. Ich wünsch euch einen schönen Tag! Danke, dass ich vorbei schauen durfte, liebe Mama mal 2 🙂

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