Buchrezension: „Mein Kind hat Deine Läuse“

Isabel Völker: „Mein Kind hat Deine Läuse. Wie sich engagierte Eltern um Kopf und Kragen schreiben“

Eine famose Idee war das, einfach Nachrichten aus diversesten Eltern-Mailinggruppen zu sammeln. Wer hätte gedacht, was sich darin für Abgründe auftun! Da wird tage- und nächtelang über irgendeinen Pipifax diskutiert, der die Welt der entsprechenden Eltern offenbar aus den Angeln hob. Hinterrücks werden da Kleinkindbetreuerinnen niedergemacht weil die sich erdreisten, die Kita an einem für den entsprechenden Elternteil ungünstigen Zeitpunkt wegen Weiterbildung oder Urlaub zu schliessen. Da kochen die Gemüter hoch, da nimmt sich der hart arbeitende Familienvater ziemlich wichtig. „Na, wenn die keine anderen Sorgen haben…“ denkt man sich beim Lesen und muss kurz lauthals auflachen. Und schon wird die Chose noch getoppt wenn es im nächsten Kapitel um die Frage geht, ob man den Primarschülern nun Hausaufgaben zumuten darf oder ob bei einer 10-Minuten-Übung 2-3 mal die Woche das ganze empfindliche Familiengefüge einzustürzen droht. Auch Geldfragen werden glühend diskutiert, vom Verbleib des Kaffeekasseninhaltes bis zu Kosten für Ausflüge und Bio-Kisten-Abos…
Wenn ihr also mal wieder ein bisschen lachen wollt, dann holt Euch dieses amüsante Werk. Es ist nichts erfunden, alle Namen und Angaben, die auf die Schreibenden schliessen könnten, wurden geändert.
Wenn man das also so liest, dann kann man sich getrost zurücklehnen weil man seine Zeit nicht mit abendfüllenden Diskussionen über Läuse, Brotdosen und vergessenen Turnbeuteln verplempert – oder etwa doch? Wer mag sich outen? 😀
Ich kann dieses Buch also nur empfehlen, ich habe es schnell durchgelesen weil es nicht viel nachzudenken gab und die Mails auch alle eine gute Länge bzw. Kürze hatten 😉 Ich hätte mir da auch gut und gerne noch weitere Themen reingezogen und warte mal gespannt, ob es vielleicht irgendwann eine Fortsetzung geben wird! Unterdessen habe ich mich schon gefragt, ob es sich lohnen würde, die anderen Kindergarten- oder Kita-Eltern in einen Mailverteiler einzuladen 😀 Aber wir sind hier auf dem Land und solche Dinge werden eher auf dem Hof oder beim Supermarkt diskutiert, unter Nachbarn, Freunden und so 😉 Ist vielleicht auch besser so, denn wie man im vorliegenden Buch lesen kann, wird über die virtuelle Grenze hinweg doch auch recht schnell mit harten Bandagen gekämpft, was von Angesicht zu Angesicht mit entsprechender Hemmschwelle wohl eher nicht passieren würde 😉

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