Hilfe, es geht plötzlich… mehr / und: Wochenupdate

Es sind die kleinen Dinge, die sich langsam wieder einschleichen. Dinge, die man eigentlich gar nicht vermisst hat, die aber plötzlich wieder da sind, und, ja, warum auch nicht? Z.B. das Einsortieren des Bestecks, das man vorher eher achtlos in der Schublade verteilt hatte. Jetzt lege ich die Gabeln und Löffel wieder so hinein, dass sie sich aneinander anschmiegen können anstatt dass sie kreuz und quer übereinander liegen. Oder auch: das konstantere Aufräumen immer mal wieder. Das feuchte Abwischen des Tisches nach den Mahlzeiten (und nicht nur kurz drübersaugen um wenigstens die Krümel zu entfernen). Das sorgfältigere Einräumen der Schuhe, schön pärchenweise und bündig, nicht wie Kraut und Rüben. Das schöne Aufeinanderstapeln der Kleidung im Schrank. Das Aussortieren, sei es von abgelaufenen Lebensmitteln oder zu kleiner Kleidung, Spielzeug, das niemanden mehr interessiert… Das fleissige Abarbeiten von Pendenzen jeglicher Art. Rechnungen, Bücherlesen, Fotos herunterladen und Archivieren, den Desktop aufräumen, die Garage wischen und den Heizungsraum saugen. Mal einen Kuchen backen oder was „Richtiges“ kochen (nicht nur Pasta, Pizza und Brotzeit). Viele, kleine Dinge, die für mehr Lebensqualität sorgen. Es hat eigentlich nicht weiter gestört, dass man sie nicht getan hat oder nur sporadisch. Es war chaotischer, ein wenig nervenaufreibender aber die Prioritäten sassen ganz woanders also fiel es nicht gross auf. Aber jetzt fällt es ein wenig auf. Es ist mehr Zeit und Freiraum da. Die Kindergarten-Präsenzzeit ist länger, die Kinder beschäftigen sich besser (und länger). Bestand früher ein Freiraum darin, sich für 3 min allein(!) auf die Toilette zurückziehen zu können (Luxus pur, ich erinnere mich sehr gut), so haben sich bis dato die Freiräume ganz schleichend und langsam vermehrt. Man stelle es sich vor wie eine Bakterienkultur unter dem Mikroskop. Erst sind es nur einzelne Punkte, dann immer mehr. Mehr Zeitinseln. Nicht immer von langer Dauer aber sie sind da. Noch 5 min bis das Kind vom KiGa kommt. Da bleibt ja noch Zeit, die Küche ein wenig sauber zu machen und den Tisch zu decken (was früher erst dann hektisch gemacht wurde wenn der Mann zur Tür rein kam und das Wasser überkochte). Man geht entspannter durch den Tag. Pendenzen zu erledigen, tut verdammt gut. Man macht das jetzt so richtig bewusst. Früher war es ein Klotz, den es zu erledigen galt, mit Müh und Not und während abendlicher Überstunden wenn die Kinder mal für 30 min in Ruhe schliefen. Heute muss ich kaum mehr aufstehen weil das Babyphon in aller Regel still bleibt bis ich selber ins Bett gehe (und das wird, ich nehm‘ mich an den Haaren) auch immer später (was nicht gut ist, da ich zu wenig schlafe. Ja, mehr Zeit zu haben, heisst, noch mehr Zeit zu wollen, so ist es ja mit allem…).
Der Mittwoch hat sich hier als total produktiver Wochentag entpuppt. Wir sind ja wenn der Grosse um 7.30 Uhr aus dem Haus ist, schon „geputzt und gestrählt“. Wir können gleich los. Wir machen einen Einkauf während noch fast keiner im Laden ist. Und sind arg früh wieder zuhause, bevor jeglicher Kochstress aufkommt. Da bleibt noch Zeit für so einiges: Rasenmähen oder putzen, Kuchen backen und Kochen, (aus)sortieren, ein wenig arbeiten oder was auch immer. Geilo! Am Mittwochmittag stehe ich meist mit stolz geschwellter Brust da und denke „boah, was haben wir alles schon erledigt heute Morgen!“
Nun. Irgendwie ziemlich gut. Es gäbe natürlich noch mehr Potential, aber das will ich gar nicht, weil dann müsste ich noch anfangen zu bügeln und das vermeide ich solange es geht *lol*. Ich habe früher sogar die Küchentücher gebügelt, nur um zu sagen, mein Mann fand das schon damals sinnlos. Zum Glück akzeptiert er es, in ungebügeltem Shirt zur Arbeit zu fahren 😉

Aber, was ich noch sagen will: ich bin irgendwie noch gar nicht bereit für diese Entwicklung. Ich geniesse sie schon irgendwie, das gebe ich zu, aber ich habe schlicht noch nicht abgeschlossen mit der aufreibenden und intensiven Baby-/Kleinkind-Lebensphase, die kaum Zeit zum Duschen liess weil man so gebraucht wurde, fast 24h lang, durchgehend, ohne Pause. Die war trotz aller Anstrengung nämlich auch schön. Und irgendwie so kurz, rückblickend, wie alles. Man vergisst ja, man verdrängt, man schmälert vielleicht ein wenig. Aber es ist eine Zeit, die bei jedem Kind anders ist, und ich glaube drum, man stellt sich auch anders darauf ein. Sei’s drum…

Und sonst:

  • Es ist deutlich kälter geworden. Die Kinder trotzen der Kälte und spielen hartnäckig draussen, tagein, tagaus. Als ob sie wüssten, dass es bald viel mehr Drinnenzeit geben wird. Sie kosten es nochmals so richtig aus. Schön… ich lasse sie machen. Manchmal ohne Schuhe, Socken und Jacke. Aber gestern war es soweit. Nach Monaten Kurze-Hosen-Tragens griff Grosser am Morgen zur ersten (langen) Jeans. Ich war überrascht. Er meinte: „die Frau H. (Kindergärtnerin) hat’s gesagt.“ Wahrscheinlich hat sie ihn schlicht gefragt, ob er nicht zu kalt hätte und dass es wohl besser wäre, so langsam längere Hosen anzuziehen. Wenn ich das gesagt hätte, er wäre stinksauer und widerspenstig gewesen. Aber gut.
  • Maus hatte immer mehr Mühe damit, sich von mir loszulösen wenn sie in die Kita sollte. Sie kam zwar bereitwillig mit aber ich musste zuletzt immer mit in den Gruppenraum und auch dort konnte sie sich kaum von mir lösen. Die Leiterin meinte, wir sollten wieder damit beginnen, die Abgabe vor der Tür zu machen. Ich sehe ein, dass es besser ist, die Trennung kurz und hoffentlich schmerzloser zu gestalten. Wir haben wohl beide nichts davon wenn wir es in die Länge ziehen. Sie weint auch nicht wenn ich weg bin. Ich wurde nie angerufen. Es schien zu passen… Es ist nur der Moment… zuhause ist es schlimmer. Ich ging gestern wieder mal seit Langem abends bevor sie schlief ins Training und brach nach einer Stunde ab. Mein tapferer Mann schrieb nicht aber mir war auch nicht wohl und so schrieb ich ihm und bekam zur Antwort, dass sie mich brauche. Sie habe die ganze Zeit über geweint. Das will ich natürlich nicht und so werde ich auch nur noch dann das Haus abends verlassen wenn ich sie sicher ins Bett gebracht habe. Sie hat offenbar eine Phase, in der sie meine Anwesenheit braucht. Nach dem heutigen Kita-Morgen habe ich drum auch beschlossen, sie nicht in die Waldspielgruppe zu schicken heute Nachmittag. Auch dort musste ich sie nämlich eine ganze Weile begleiten, so dass sich das Herunterfahren kaum lohnte weil daraufhin gleich der Grosse vom Kindergarten kam und wir sie wieder holen mussten. Also pausieren wir mal und sehen, wie es läuft.
    Sie wird ja im Dezember 4. Gut möglich, dass das also alles entwicklungsbedingt ist… wie so oft. Am Samstag sollte sie im Seepferdchen-Kurs (Schwimmen) starten. Ich hoffe mal, dass das gut klappt. Ich werde da ja immerhin dabei sein, auch wenn nicht direkt an ihrer Seite… drückt mir die Daumen! 🙂

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