Über Freiheit, Verantwortung, Loslassen & Vertrauen…

Die Maus wird im Dez. 4 Jahre alt. Im nächsten Sommer kommt sie in den Kindergarten. Damit wird der Ablösungsprozess erst so richtig beginnen. Einerseits also ist sie schon fast eine Grosse. Andererseits hat sie sich bis heute viel Babyhaftes erhalten. So ist sie ein richtiges Mamakind, das Mühe hat, sich vor mir zu trennen, wenn es darum geht, in die Kita, in die Waldspielgruppe o.ä. zu gehen. Sie hätte mich am liebsten dabei. Auch im Schwimmkurs am Samstag hatte sie trotz meiner Anwesenheit ganz nah bei ihr, Mühe, sich der Gruppe anzuschliessen… aber dann das: unser Grosser darf schon seit einer Weile nachmittags ab und zu mit unserem Nachbarn, der ein wenig jünger ist, allein zum Kindergarten. Das sind keine 5min Weg. Es ist nicht in Ruf- oder Sichtweite aber es ist recht nah. Sie müssen dafür einmal eine Nebenstrasse mit eher wenig Verkehr kreuzen. Gehen die Grossen zwei, habe ich mittlerweile Vertrauen, dass sie nichts anstellen und wieder kommen. Sie sind ja zu zweit, das gibt mir Sicherheit. Lange habe ich die Kleine immer wieder daran gehindert, mitzugehen. Sie ist halt einfach noch jünger, sie ist noch kein Kindergartenkind etc. Aber ich hatte in der letzten Zeit keine Lust mehr auf diesen Kampf. Denn natürlich will sie. Natürlich? Ja, warum nur fällt ihr hier die Trennung so pipileicht, woanders aber nicht? Klar, die Situation ist eine andere aber so ganz begreifen kann ich es nicht. Es ist nun schon 2-3x geschehen, dass ich sie für rund 30min mit liess (und dann nachfuhr mit dem Velo). Aber wohl ist mir dabei nicht. Ich habe keine Panikattacken, aber ich kann auch mitnichten in der Zeit in Ruhe den Haushalt machen, kochen oder so. Nein, ich sitze wie auf Nadeln und schaue ständig auf die Strasse… halb ängstlich, es könnte, was geschehen, halb hoffnungsvoll, die Kinder bögen gleich um die Ecke in unsere Einfahrt. Das Mutterherz leidet. Ist es noch zu früh, ihr schon diese Freiheit zu schenken? Ist es OK, den Grossen ein Stück Verantwortung zu übertragen? Ist es OK, leichtgläubig zu sein, es passiere schon nichts? Wäre es überhaupt besser, wenn sie ein wenig älter wäre? Nächstes Jahr kommt unser Grosser in die Schule und ich kann mir aktuell null und gar nicht vorstellen, dass er den doch um einiges längeren und über eine Hauptstrasse führenden Schulweg alleine meistern soll… dann ist er schon fast 6,5 Jahre alt aber ich sehe das noch nicht.
Tut den Kindern diese Freiheit gut? Ist es gut, wenn ich das Loslassen schon ein wenig übe? Ach, ich bin da so gespalten. Beim Grossen ist es für mich in Ordnung, nur, wenn sie zu lange wegbleiben, bekomme ich auch das Muffensausen und fahre hinterher. Die Kleine ist faktisch halt erst 3 Jahre alt und für ihr Alter auch körperlich eher noch klein und ungeschickt. Oh Mann…

Wie seht Ihr das? Verantwortungslos? Ein Reifeprozess, der dazu gehört? So, ich fahr jetzt mal da hin. 30min sind mehr als genug für eine Glucke wie mich! 😉

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