Mein Kinderarzt

Der Beitrag einer Kollegin auf Facebook, die ihren Kinderarzt gewechselt hat, regte mich dazu an, heute mal ein paar Worte an meinen geschätzten Kinderarzt zu verlieren. Und ich kann wirklich von „meinem“ Kinderarzt sprechen denn tatsächlich behandelte mich das Urgestein seit der Geburt bis weit nach der Pubertät bis ich mich irgendwann zwischen den Babys und Kleinkindern im Wartezimmer doch so langsam etwas fremd fühlte… die Sache ist die: ich hatte als Kind Asthma, das sich irgendwann auswuchs, aber meine Lunge ist seitdem tendenziell etwas anfällig… ich bin zudem ein Mensch, der, wenn er krank ist, gleich richtig leidet (subjektiv zumindest) und dann schnell Hilfe braucht. Wer eher der alternativen Medizin zugeneigt ist, der wäre bei meinem Kinderarzt gewiss falsch, denn er fährt in der Regel gleich mit einer Batterie an Medikamenten auf. Aber sie halfen. Immer. Jedes einzige mal! Es kam genau zwei mal vor, dass es mir danach nicht gleich besser ging. Einmal war er weg und nur die Aushilfe-Ärztin dort (ihre Medis nützten genau gar nix) und einmal wagten es meine Eltern, die gerade aus dem Urlaub zurückkamen (ich war 4 oder 5 Jahre alt), nicht, ihn an einem Abend noch zu stören. In der Folge fuhr man mich ins Kinderspital nach St. Gallen, wo ich einen kurzen Aufenthalt geniessen durfte weil ich fast erstickt war. Mein Arzt schimpfte danach meine Mutter aus, dass sie das nächste mal auf jeden Fall ihn kontaktieren solle, denn das hätte mir den Spitalaufenthalt erspart.
Auch wir bekamen seine Handynummer und die Erlaubnis, ihn auch abends und am Wochenende zu kontaktieren wenn mit den Kids was ist… wie es der Teufel so will, mussten wir das auch 2-3x weil Kinder wie Erwachsene manchmal die Angewohnheit haben, genau dann krank zu werden wenn die Praxis zu ist. Aber er half jedes mal, kam abends noch für uns in die Praxis oder gab uns via Ferndiagnose einen Rat, der dann auch gleich half. Ich kann also ohne Zweifel sagen, dass dieser Arzt noch immer wusste, was los war und was helfen würde – und oft schaute er mich oder die Kinder dafür gefühlt nur kurz an. Das ist noch alte Schule, dieser Mann hat das wirklich im Blut und er macht das mit einer Leidenschaft und mit einer Liebe für die Kinder… ich habe noch immer einen Termin bekommen am selben Tag, immer. Ich musste dafür manchmal lange warten, aber das nahm ich in Kauf. Wichtiger finde ich, dass man sich sorgende Eltern nicht vertröstet und abweist – auch wenn das für den Arzt und das Personal bestimmt so einige Überstunden bedeutete. Und trotzdem kam ich mir nie vor wie eine Nummer. Er nahm sich immer Zeit, hatte immer einen Spruch parat und unterhielt sich mit den Kindern – egal wie voll das Wartezimmer war. Auch habe ich ihn nie ungeduldig erlebt… wenn er je in Rente gehen wird, dann wird man einen solchen Arzt lange suchen können… ich kann nur froh sein, dass meine Kinder wirklich selten so richtig krank sind. Wir sind vielleicht 1-2x im Jahr beim Arzt (Impfungen oder Kontrollen inklusive ;)…

Das Foto zeigt meine Kinder vor rund 3 Jahren im Behandlungszimmer… das Inventar bzw. die Spielsachen sind übrigens noch immer die selben, mit denen ich schon spielte damals… 😉 
Und Ihr? Habt Ihr auch so einen tollen Arzt? 

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