Elternabend

Der erste Elternabend an der Schule ist ja schon auch etwas ganz besonderes im Leben als Eltern 🙂 Gestern war es also soweit und wir durften antraben. Gemeinsam mit den anderen Erwachsenen nahmen wir also auf den Kinderstühlen Platz und schauten erwartungsvoll zur Lehrerin. Auf der Fensterbank standen Getränke, Chips, Kuchen, Schinkengipfeli und eine Kaffeemaschine. Es versprach also gemütlich zu werden 😉 Nach der Begrüssung zeigte die Lehrerin die Traktandenliste für den Abend. Ich musste also anerkennend vermerken, dass wir hier gleich sehr umfassend informiert werden würden. Und so erfuhren wir ungefähr, wie der Stundenplan aufgebaut ist, welche Regeln im Klassenzimmer wie durchgesetzt werden (z.B. Lautstärke), welche Lehrmittel im Unterricht zum Einsatz kommen, Organisatorisches, ein paar Worte zum Schulweg etc. Die Eltern durften zwischendurch Fragen stellen, so dass die Fragerunde am Schluss kaum mehr genutzt wurde und es zum gemütlichen Teil übergehen durfte. Auch meine offenen Fragen, viele waren es nicht, waren geklärt.

schriftschnitt_1

Quelle: basisschrift.ch

Neu für alle, also auch diejenigen Eltern, die schon Kinder in der Schule haben, ist die Basisschrift, die unsere Kinder lernen. Sie löst die etwas kompliziertere Schnürlischrift ab (da atmen wohl viele auf) und ist Teil des neuen Lehrplan 21. Ich habe mich nicht umfassend mit dem neuen Lehrplan auseinandergesetzt, aber er scheint (noch?) nicht für alle Kantone verpflichtend zu sein. Auch in Liechtenstein wurde er bisher nicht umgesetzt. Deshalb ist es gut möglich, dass Eure Kinder noch eine andere Schrift lernen. Die Basisschrift scheint auf den ersten Blick einfach zu sein. Nur wenige Buchstaben wie z.B. das Y, das kleine K und das grosse G erinnern noch an die Schnürlischrift. Warum gerade diese Buchstaben noch diesen Touch haben, andere jedoch nicht, weiss ich nicht. Aber falls hier ein Lehrer mitliest, darf er das gerne erklären. Gefragt habe ich gestern nicht… Gewöhnungsbedürftig aber ist, dass dieses Schriftbild so nur in der 1. Klasse gilt. In der 2. Klasse werden einige der Buchstaben mit Häkchen geschrieben und in der 3. Klasse werden sie zum Teil zusammenhängend geschrieben, also doch noch irgendwie Schnürlischrift. Dass sich die Schüler da jedes Jahr umstellen müssen, finde ich seltsam und auch wir Eltern müssen da dann wohl darauf achten. Aber gut… ab dem 4. Jahr entwickle man dann die eigene Handschrift… aha. Wie es bei mir damals war, weiss ich nicht mehr, aber ich glaube, dass ich erst im Gymi so schreiben durfte, wie ich wollte (und das war dann toll!) Erstmal so ein Rumprobieren und Abschauen von anderen, deren Schrift ich schön fand. Gelingen tat es mir nicht wirklich, ich hatte und habe eine Sauklaue, welche keiner ausser mir lesen kann. Trotzdem schrieb ich gerne und übte mich auch gerne in verschiedenen Schriften. So eine Handschrift ist ja auch etwas ganz Persönliches und leider stirbt sie zusehends aus.
Aber wir waren ja bei der Schule und der Basisschrift… Ebenfalls interessant war es, zu hören, dass gewisse Lehrer zum Lesen lernen diese Bilder von Gesichtern mit offenen Mündern nutzen, mit denen die Kinder angeblich ja wahnsinnig schnell schon das Lesen lernen. Ich selber kann damit nix anfangen, habe es früher auch nicht so gelernt, aber bitte… „Unsere“ Lehrerin hier benutzt es offenbar auch nicht. Dafür müssen die Kinder die Buchstaben ohne Laut aussprechen. Sie sagen also „Bö“ statt „Be“ beim Buchstaben „B“. Dies soll verhindern, dass sie später die Buchstabenfolge „Bsn“ für das Wort „Besen“ halten. Aha… Für mich war ein „B“ immer ein „Be“ und dennoch habe ich nie „Bsn“ geschrieben aber bitte… irgendwelche sehr gescheite, sprachstudierte Wissenschaftler haben wahrscheinlich Lange an Basisschrift und Lesen lernen rumgetüftelt, so dass wohl alles seine Berechtigung hat 😉
Insofern verfolgen wir das nun also gespannt als Eltern. Manchmal wäre ich gerne Mäuschen im Klassenzimmer, ich bekomme mit dem Hausaufgabenblatt (gibt es übrigens nur 3-4x die Woche!) ja immer nur einen Mini-Teil dessen mit über, was die Kinder gerade lernen. Der Grosse ist nicht sonderlich erzählfreudig, aber ich habe noch Hoffnung, dass er sich bald mit dem Schulsystem anfreundet und gut mitkommt. Aktuell schreiben sie wohl das „L“, was ihm leichter fällt als letzte Woche das „A“. Natürlich musste ich wieder darüber nachdenken, warum nach dem A das L gelernt wird, aber auch das wird seine Gründe haben 😀
Ich glaube also, dass der Unterricht soweit passt. Fächer wie Werken/Handarbeit, Religion Turnen, Musik und Schwimmen bringen etwas Abwechslung. Doof ist nur, dass der Dienstag so lang ist mit der optionalen Turnstunde am späteren Nachmittag nach eh schon langem Unterricht bis 16.10 Uhr. Um 17 Uhr ist mein Sohn dann verständlicherweise platt. An den folgenden Nachmittagen ist dafür frei. Was auch schade ist, ist, dass die Schwimmstunde am Freitag elendig kurz ist. So kurz, dass die Kinder sich nicht mal schamponieren, sondern nur kurz abduschen. Wahrscheinlich sind sie insgesamt eine knappe halbe Stunde im Wasser, wenn überhaupt. Berechtigterweise kam gestern die Frage, warum man denn nicht alle 2 Wochen schwimmen gehe, dafür dann aber länger. Die Begründung überzeugte mich jetzt gar nicht: damit die wasserscheuen Kinder sich eher dran gewöhnen. Erstens habe ich noch nie einen wasserscheuen 6-Jährigen gesehen und zweitens denke ich nicht, dass es einen Unterschied macht, ob er nun wöchentlich Kontakt mit Wasser hat oder nur 2-wöchentlich. Und welche Eltern gehen denn nicht sowieso auch privat mal mit den Kindern ins Bad!? Und ist es für die Wasserscheuen nicht stressig, jede Woche für so kurze Zeit ins Wasser gescheucht und dann wieder rausgescheucht zu werden? Würden die nicht mehr profitieren, wenn sie dann auch ’ne Weile drin bleiben dürfen sobald sie sich dran gewöhnt haben? Und ist es wirklich die Aufgabe der Schule, den Kindern die Angst vorm Wasser zu nehmen?
Aber es liegt nicht in meiner Hand und wahrscheinlich nervt es mich mehr als mein Kind, also von dem her… 😉 Aber man darf sich ja so seine Gedanken zum Thema machen. Da wir evtl. am FR auch jeweils Schwimmkurs haben mit den Kindern, muss der arme Kerl natürlich 2x am selben Tag ins Hallenbad. Aber das mit dem Kurs müssen wir uns sowieso nochmal überlegen weil die Kurszeiten vom Grossen und der Maus leider fast zu weit voneinander weg sind, so dass wir alle viel zu lang im Wasser wären…
Also ansonsten: netter und informativer Abend, soweit wohl verstanden wie der Hause läuft, die Lehrerin scheint erreichbar zu sein, wenn was ist, also konzentrieren wir uns darauf, dass der Grosse noch lernt, die Schule zu mögen 😉

Was noch? 

  • Nach der Sicherheit am FR, ich hätte das Baby deutlich gespürt, leider gar nix mehr… also heisst es wohl wieder Bangen bis zum nächsten Termin, zum Glück schon nächste Woche… 🙂
  • Dafür war der Geburtsvorbereitungskurs (Hypnobirthing) sehr spannend 🙂
  • Morgen verlegen wir das Playdate hitzebedingt ins Freibad 😉

Habt noch eine gute Woche! 🙂

Quelle Beitragsbild: schulverlag.ch

2 Kommentare zu “Elternabend

  1. Hallo Tamara

    ich glaube die Buchstaben, die dich an die Schnürlischrift erinnern, schreibt man so, weil da im 2. Schuljahr mit der Basisschrift 2 dann Buchstaben angehängt werden. Dann müssen die Kinder diese nicht nochmals umlernen. (Mit der Schnürlischrift hat man ja damals eine komplett neue Schrift im 2. Schuljahr gelernt).

    Liebe Grüsse

    Monika

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