Alles anders beim 3. Kind?

So nach 5, ja bald 6 Wochen mit unserem Mäuschen möchte ich mal versuchen, ein kleines Fazit zu ziehen. Ganz automatisch vergleiche ich alles mit den Grossen… ich vergleiche das Mäuschen per se, wie sie aussieht, wie sie schläft, stillt etc., ich vergleiche mein Handeln, meine Gedanken, meine Einstellung… und dennoch kann und soll man ja nicht alles vergleichen, da die Situation eine gänzlich andere ist… 

Damals…

…war ich mehr auf mich allein gestellt. Mein Mann kam mittags nicht nach Hause, ich hatte keine älteren Kinder als Gesprächspartner.
…war ich weniger fremdbestimmt. Niemand wollte um Punkt 12 Uhr essen. Niemand hatte Hausaufgaben, Schwimmkurs oder Playdates, ausser ich habe sie selber ausgemacht. Wir haben komplett in den Tag hinein gelebt. Es war einfacher, aber eben auch einsamer.
…waren Treffen mit anderen Müttern das einzige, was mich daran hinderte, die Decke auf den Kopf zu kriegen. Ich war also fast gezwungen, viel auszumachen, meist in der Nähe, zum Spazieren etc. Was waren wir stundenlang mit Kinderwagen unterwegs beim Grossen. Auch der Mann und ich… am Wochenende… stundenlang… immer durch die selbe Gegend gegurkt 😀

Die Grossen…

…waren immer schlechte Schläfer. Sofern ich mich noch daran erinnern kann, was nach 5/7 Jahren gar nicht mehr so einfach ist, im Fall!
…hatten abendliche Schreistunden (v.a. der Grosse, 5 Monate lang). Ich habe tatsächlich total verdrängt und vergessen, wie das war. Einfach weg! Überhaupt… da macht die Natur gute Arbeit. Was man mit Kindern an Nervenzermürbendem erlebt hat, wischt sie ganz schnell weg, damit man auch ja noch weitere bekommt.
…konnte man kaum alleine irgendwo ablegen. Die Maus habe ich dann immerhin schon oft getragen, was vieles erleichterte.

Das Mäuschen…

…scheint pflegeleichter zu sein.
…ist schon mal eingeschlafen obwohl ich sie nur hin gelegt und kurz aus dem Zimmer raus bin.
schreit und weint weniger. Auch wenn sie abends unruhig ist, lässt sie sich meist irgendwie beruhigen, ohne dass sie sich in Rage schreien muss.

Ich… (heute…)

…habe gleichzeitig das Gefühl, alles gelassener zu nehmen, aber auch, viel komplizierter zu sein. Das ergibt irgendwie keinen Sinn, ist aber so… Einerseits gehe ich viel unbefangener mit dem Mäuschen um, viel natürlicher. Klar, ich kenne ja alles schon. Trotzdem hat sich vieles nicht geändert: ich…
…mag (noch) nichts ausser Haus und auf Zeit ausmachen wenn ich nicht dringend muss.
…verlasse generell gerade nur ungern das Haus, vor allem nicht mit mehr als einem Kind, dem Mäuschen. (Auch das wird sich ändern…), aber ich fühle mich einfach zuhause noch am sichersten, gerade mit Stillen, ohne Windeln, dem Baby-Schlaf-Rhythmus etc.
…habe das Gefühl, mir mit jedem Kind noch mehr Sorgen und Gedanken zu machen und zur Über-Glucke mutiert zu sein. Ich habe total doofe Träume, dass den Kindern was zustösst und irrationale Ängste, dass jemand anders ausser mir sie schreien oder fallen lassen könnte… ob das nicht vorher genau so war, kann nur mein Mann beurteilen 😉
…mache gewisse Dinge anders. Versuchen, ohne Windeln auszukommen z.B.
…bin fremdbestimmter und habe mehr als nur eine Person zu versorgen, d.h. ich lasse das Mäuschen auch mal liegen und eile nicht gleich zu ihr, gebe ihr vielleicht einmal öfter den Nuggi – und bin dadurch wahrscheinlich doppelt so oft unter die Dusche gekommen untertags wie beim 1. oder 2. Kind *lach*
…habe das Glück, dass mal eins der Grossen zu ihr hin geht und sich mit ihr beschäftigt etc. Vorteil grosse Geschwisterkinder!

Fazit: vieles anders, vieles ähnlich… vergleichen sollte man wohl nicht. Jedes Kind ist anders, auch wenn sie sich in vielem doch gleichen… ich habe mich wohl auch verändert und zumindest habe ich viel mehr Erfahrung als noch beim ersten Kind. Das hilft enorm! Ich weiss, was ich sicherlich anders machen will oder werde… so bin ich z.B. die ersten Wochen wirklich gerne vor allem in den eigenen vier Wänden geblieben und habe mich auf das Mäuschen eingelassen, uns Zeit geben können. Ich habe mehr Hilfe eingefordert (etwas, das man auch lernen muss) und auch mehr Hilfe bekommen. Das alles war so viel wert und tat allen gut. Das Gefühl, am Abend ein völlig reizüberflutetes Kind zu haben, kam gar nicht erst auf. Die Abende waren alle relativ ruhig.
Ich nehme jeden Tag (und jede Nacht) wie es kommt und bin oft erstaunt, wie schnell die Tage vergehen (ganz anders eben als ganztägig unstrukturiert allein zuhause zu sein) und wie gut sie verlaufen. Nur selten gab bzw. gibt es richtig schwierige Tage oder Nächte… und wenn ich denke, oha, sie hat den ganzen Tag nur geschlafen, wie wird wohl die Nacht, überrascht sie mich schon mal, indem sie ganz gut schläft… 

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