Stillen II – das Zubehör

„Wie? Ich brauche für’s Stillen doch kein Zubehör?“

Im Grunde stimmt das ja, aber gewisse Dinge sind nicht nur praktisch für die Stillzeit, sondern ermöglichen das Stillen überhaupt erst… fangen wir mal beim Wichtigsten überhaupt an:

Die Milchpumpe

Für mich das unerlässlichste Zubehör damit das Stillen bei vielen überhaupt erst in Gang kommen u/o die Milchproduktion aufrechterhalten werden kann. Bei Frühgeburten z.B., bei Frauen mit zu wenig Milch, bei Milchstau, bei Babys, die anfangs aus welchem Grund auch immer noch nicht recht an die Brust gehen können. In jeder Wöchnerinnen-Station stehen elektrische „Hochleistungs“-Pumpen, die für den täglichen Einsatz gemacht sind und beide Brüste schnell und effizient leeren. Ich habe nach der Geburt meines Grossen schon an Tag 1 Bekanntschaft mit einer Symphony von Medela gemacht. Sie war daraufhin lange mein engster Freund. Auch zuhause noch, wo das rhythmische Geräusch der Mietpumpe Tag und Nacht zu hören war. Mein Mann fand es amüsant. Ich hatte mich schnell daran gewöhnt und erfreute mich jeweils an der geförderten Milchmenge, die beim Stillen ja versteckt bleibt… Der Tiefkühler war bald voller Muttermilchbeutel, die ich gar nicht alle verfüttern konnte. Mühsam war nur das ständige Auskochen der ganzen Teile und Flaschen…
OLYMPUS DIGITAL CAMERAAber: ohne Pumpe hätte ich wohl nie zum problemlosen Vollstillen gefunden. Nach der Geburt sind keine 24h vergangen bis ich unter Schmerzen heulte beim Stillen und mehr Blut als Milch floss. Die knappe Woche, die ich im Spital verbrachte, sass ich nur an der Pumpe und fütterte dann die abgepumpte Milch. Erst zuhause war irgendwann alles halbwegs verheilt, so dass ich dank meiner Hebamme, Stillhütchen und zusammengekniffenen Zähnen wieder langsam beginnen konnte, zu stillen. Nachts pumpte ich eine Weile weiterhin ab während mein Mann das Fläschchen mit der zuvor gepumpten Milch gab weil ich zu erschöpft war für die Schmerzen.

Pumpen im Alltag, im Beruf oder wenn Mama mal etwas länger weg ist…
Die Pumpe ist aber nicht nur für Startprobleme da. Es gibt auch einige Modelle für den „Hausgebrauch“, alle zugeschnitten auf die Bedürfnisse der stillenden Mama. Von der günstigen Handpumpe für den gelegentlichen Einsatz wenn Mama mal zum Friseur muss, über die komfortable und kompakte elektrische Pumpe für jene, die z.B. wöchentlich abends in die Rückbildung gehen bis zum Luxusmodell für die viel arbeitende Mutter, die täglich mehrmals effizient pumpen möchte. Mit passendem Bustier kann sogar freihändig abgepumpt werden – sehr praktisch!

Nicht zu erwähnen brauche ich wohl das Zubehör, das zum Pumpen automatisch gehört: Fläschchen, Beutel für die Aufbewahrung der Muttermilch, evtl. Zubehör zum Sterilisieren. Da gibt es auch praktische Beutel für die Mikrowelle.

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Die „Swing“ von Medela ist eine elektrische Milchpumpe für das einseitige Abpumpen.

Mit Medela habe ich bis jetzt die besten Erfahrungen gemacht. Ich habe zweimal andere Marken gehabt. Jetzt als Mietpumpe (ich brachte fast nichts raus) und beim ersten Kind für eine Abendveranstaltung zum Abpumpen auf dem Klo (toll, oder?) in einem Restaurant. Es ging langsam, es kam wenig und ich hatte danach einen Riesen-Stau… 😛 Die habe ich dann gleich wieder verkauft.
Medela hat ein Zwei-Phasen-System, das super funktioniert. Dabei wird das anfänglich ganz spezifische, schnellere „Ansaugen“ des Babys nachgeahmt, das den Milchspendereflex sehr zuverlässig auslöst. Danach wird erst in den richtigen „Pumpmodus“ gewechselt und die Milch fliesst.

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Ob mir die Milchpumpe dereinst den Wiedereinstieg in den (Kampf)sport ermöglicht? Die Swing ist praktisch, klein und fällt so kaum auf 😉

Stillhütchen, Stilleinlagen und Pflege etc.

Auch Stillhütchen waren bei uns am Anfang jeder Stillzeit von Nöten um die Brustwarzen zu schonen. Weg gebracht habe ich sie aber auch bei jedem Kind, sobald alles gut verheilt und schon etwas abgehärtet war. Auch wenn ich meinen Grossen einige Monate(!) nur mit Hütchen stillte! Glaubt also nicht, dass die Hütchen Eure Milchmenge mindert oder das Kind saugverwirrt. Ich liess die Hütchen eines Tages weg und er trank problemlos auch ohne dieses an der Brust.
Stilleinlagen brauchte ich nur am Anfang beim Grossen wegen der Milch, die austrat. Bei den anderen Kindern waren sie eher dafür da, die empfindlichen Brustwarzen etwas zu schützen und damit keine Salbe auf den BH ging…
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Pflege wie Lanolin, Heilsalben, Kompressen etc. benötigt man ebenfalls, vor allem anfangs, wenn es noch wunde Stellen gibt. Lanolin eignet sich auch gut, um vor dem Pumpen die Brustwarzen-Höfe vor Rissen zu schützen, da sie durch das Pumpen jeweils etwas am Plastik der Brusthauben reiben können und so strapaziert werden.
Zubehör gibt es noch mehr… Brustwarzenformer, Milchauffangschalen, Brusternährungsset etc. Nicht jeder braucht so etwas, aber da ist man am besten bei seiner Hebamme oder Stillberaterin aufgehoben, die weiss, was in welcher Situation angebracht ist… auch bei Fragen zum Pumprhythmus etc. empfehle ich, sich von ihr beraten zu lassen.

Stillkissen

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Dieses Kissen vom mamastore.ch haben wir vor einer Weile vorgestellt und benutzen es jetzt fleissig 🙂

Viele kaufen es schon in der Schwangerschaft. Zum Liegen ist es ideal. Ich habe es mir meist unter den Bauch und zwischen die Oberschenkel gelegt, sonst war für mich das Liegen auf der Seite nicht bequem.
Es gibt ganz unterschiedliche Formen und Füllungen, da muss man selber herausfinden, was einem besser fügt. Ich persönlich mochte die festeren „Gipfeli“ lieber als die langen mit den losen Kügeli drinnen… Die langen jedoch kann man auch gut als Begrenzung im Bett nutzen oder um das Baby von hinten zu stützen wenn es auf der Seite liegt, und beide dienen auch nach der Stillzeit als „normale“ Kissen. Meist nutzt man sie sowieso nur am Anfang wenn das Baby noch sehr klein ist und man die Stützung braucht. Später stillen die meisten Frauen dann mit Kind auf dem Arm oder im Liegen.

Zum Thema Stillkleidung gibt es dann später noch einen separaten Blog-Beitrag 😉

Was habt Ihr an Stillzubehör genutzt? Was empfandet Ihr als Must-Have, was nervte Euch eher?
Was für Erfahrungen habt Ihr mit dem Abpumpen?

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Herzlichen Dank an Medela für die tolle Zusammenarbeit! 

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