Sanfte Eingewöhnung…

Und nun komme ich endlich wieder mal dazu, einen persönlichen Beitrag zu schreiben. Dies, während das Mäuschen gerade in der Kita weilt. Ihr habt ja, wenn Ihr ab und zu hier mitlest, sicher mitbekommen, dass uns die Eingewöhnung des Mäuschens in der Kita bevorsteht. Diese Woche war es nun soweit und damit alles reibungslos laufen konnte, hatte ich so wenig wie möglich Termine ausgemacht, denn wir würden jeden Morgen in der Kita sein.
Deshalb war es auf all meinen Kanälen relativ ruhig 😉 Sicherlich habt Ihr ja auch bemerkt, dass ich mich im Vorfeld schwer tat. Eine Mischung aus „noch nicht loslassen wollen“ und auch Druck von aussen, dass es „noch sehr früh“ sei…
Tatsächlich ergab es sich so, dass ich mich schlicht verrechnete als ich den Platz im Januar reservierte und das Mäuschen nun einen Monat früher eingewöhnt wird als Ihre älteren Geschwister damals bei Tagesmutter bzw. in der Kita. Allerdings sei ihr Alter in Bezug auf das „Fremdeln“ gar nicht so schlecht, da es einen Monat später durchaus schwieriger sein könnte.

Ein Rückblick…

Nun liegt die Eingewöhnung der Grossen schon eine ganze Weile zurück und ist nicht mehr so ganz präsent. Aber ich erinnere mich dennoch daran, dass es nicht immer einfach war – bei beiden nicht. Der Grosse ist per se ein „am liebsten zuhause„-Kind und hatte bisweilen mit jeglicher Art von Betreuung ausser Haus (also auch bei den Grosseltern) Mühe. Mal mehr, mal weniger. Ihn konnte ich damals bei einer wunderbaren Tagesmutter eingewöhnen, da hatte ich einfach riesiges Glück. Leider hatte sie dann mit ihren eigenen vier Söhnen genug zu tun und der Umzug nach Sevelen stand uns auch bevor, so dass ich für beide (die Maus sollte dann ja auch eingewöhnt werden) eine neue Lösung brauchte. Auf eine gescheiterte Eingewöhnung bei einer anderen Tagesmutter (es wurde ihr dann einfach zu viel mit drei eigenen und weiteren Tageskindern), folgte glücklicherweise die Zusage der Kita in Vaduz. Es brauchte rund 3 Monate bis die Kinder sich dort wirklich gut eingewöhnt hatten aber man war sehr geduldig mit uns, ich war also sehr zufrieden.

Zwei Kinder, zwei Welten…

Nach dem Umzug mussten wir diesen Platz kündigen (er wäre nicht mehr subventioniert worden da wir ins „Ausland“ zogen), konnten aber glücklicherweise dieses mal direkt am neuen Wohnort in der dort gerade frisch gestarteten Kita beginnen. Auch hier zeigte sich weiterhin, dass mein Grosser Mühe hatte. Er wollte fast nie hin, fügte sich aber meistens gut ein und war beim Abholen mit Lego beschäftigt. Die Maus fand, je älter sie wurde, desto mehr Gefallen an der Kita und so hatte ich bei ihr im Gegensatz zum Grossen teils richtige „Szenen“ wenn es darum ging, dass sie wieder nach Hause sollte. Lieber wäre sie noch geblieben und vor allem hätte sie am liebsten jeweils am Mittagstisch der Kita Platz genommen. Eine spannende Entwicklung, da sie anfangs ein totales Mama-Kind war, das auch lange Zeit nicht gerne allein beim Papa blieb als sie noch klein war. Im Laufe der Kita-Jahre zeigte sich ihr grosses, soziales Wesen. Sie fühlte sich wohl in der Kinder-Gruppe, fand Freunde und wechselte problemlos in den Kindergarten. Zuhause langweilt sie sich hingegen rasch und vermisst Spielgefährten. Mit dem Grossen spielt sie oft und gerne, aber auch ebenso oft „kracht“ es gewaltig zwischen den beiden.

Und das Mäuschen?

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Ich bin gespannt, wie es wird. Das lässt sich jetzt wohl noch nicht abschätzen. Meine erste Einschätzung aber ist, dass sie weit weniger auf mich fixiert ist, als die Grossen. Sie hat bis jetzt dieses „nur Mama kann mich trösten“ nie an den Tag gelegt. Ob dies daran liegt, dass sie von Anfang an mit vier Familienmitgliedern aufwachsen darf? Oder einfach an ihrem Charakter? Mein Mann meint ja, dass ich die Maus weit mehr „verhätschelt“ hätte. Keine Ahnung, was er damit meint. Ich glaube nicht, dass ich die beiden anders behandelt habe als Baby. Beide wurden gestillt, getragen und schliefen bei mir und keins habe ich je weinend alleine gelassen. Das Mäuschen war bis jetzt rund um die Uhr bei mir und sonst beim Papa. Das ist für mich die grösste Erleichterung ever. Ich kann 1-2x die Woche (ich strebe 3x an, aber das wird schwierig momentan) zum Sport und das ohne schlechtes Gewissen oder ständiges auf das Handy starren (OK, gelogen, ich schaue bei jeder Trinkpause drauf 😀), weil ich weiss, wie gut es der Papa mit dem Mäuschen hat. Für mich ist das fast ein Lotto-Sechser da ich bei der Maus sicher 2 Jahre lang abends nie aus dem Haus bin. Das war OK damals, sie akzeptierte eben nur mich als Einschlafbegleitung in Form von Einschlafstillen. Das klappt beim Mäuschen selten, also lege ich mich einfach neben sie und der Mann nimmt die Trage. Nachdem ich jetzt die Sportfreiheit von vor der Schwangerschaft gewohnt bin, bin ich schon mordsmässig froh, so schnell wieder halbwegs daran anknüpfen zu können.

Work-Life-Balance – was ist das?

So. Und warum kommt jetzt die Kita wieder ins Spiel? Weil ich, wie bei den Grossen auch, nie aufgehört habe, zu arbeiten. Ich sass sogar bereits im Wochenbett, kaum hatte ich geboren, wieder an Interviews. Das Mäuschen war etwa drei Wochen alt, da bin ich schon wieder raus an einen Gesprächstermin (sie blieb derweil beim Papa). An drei weitere nahm ich sie einfach im Tuch mit – klappte bestens. Das ist ja der Punkt: so neugeboren und noch oft schlafend und gerne im Tuch wohnend, lässt es sich viel besser arbeiten als jetzt, wo sie sich bewegen will, kriechen, erforschen. Ich kann sie jetzt schlecht während eines Interviews am Boden herumrobben lassen in einem Raum, der nicht babysicher ist. Und nicht nur das. Ich habe jetzt 7 Monate lang in fast jeder freien Minute gearbeitet. Die Abende, an denen ich einfach mal nichts getan habe und einen Film geschaut (oder mich um die Wäsche gekümmert 😉, sind an einer Hand abzuzählen. Dazu kommt, dass meine Konzentration und Leistung abends schon ziemlich unten ist.
Zudem habe ich leider erneut ein Kind, das mit einem Minimum an Schlaf auskommt. Haben andere Eltern Dreijährige, die noch dreistündige Mittagsschläfchen haben (ja, das soll es geben), währenddessen man natürlich extrem viel erledigen kann, schläft das Mäuschen selten länger als 30 oder vielleicht 60 Minuten. In der Zeit kann man gerade mal drei Mails beantworten bevor man überhaupt mit etwas „anfangen kann“. Und ich arbeite auch an weit mehr Projekten als damals mit den Grossen, notabene.
Die Kita soll mich also entlasten – für zwei Vormittage in der Woche, an denen sie so zwischen 8.30 bzw. 9 und 11 Uhr nicht bei mir ist. Es ist nicht viel, aber es ist ein Anfang. Sobald sie gut eingewöhnt ist oder grössere Portionen isst, werde ich die Zeiten ausdehnen. Sie früher bringen, evtl. später abholen (da die Grossen zwischen 11.30 und 12 Uhr nach Hause kommen, nicht alleine sein wollen und alle, auch der Mann, pünktlich zu Mittag essen wollen, ist das eh eine organisatorische Herausforderung).

Wie lief die erste Woche?

Eins vorweg: ich bin einfach erneut über alle Massen begeistert davon, wie viel Zeit man sich nimmt, wie interessiert die Betreuerinnen sind und wie stark man sich an unseren Bedürfnissen orientiert. „Unsere“ Betreuerin nahm wirklich alles an. Sie interessierte sich für’s Abhalten und möchte es gern damit versuchen, auch wenn ich gesagt habe, dass es total OK ist, wenn sie dafür keine Zeit hat und das Mäuschen ja eh Stoffies trägt, ja, man akzeptiert die Stoffwindeln, es passt für sie, dass das Mäuschen auch selber essen darf und sie wird getragen. Ja, ich durfte jeweils meine Trage dort lassen, so dass das Mäuschen darin schlafen konnte (sie schläft tagsüber nur noch so ein, ganz selten noch beim Stillen). Ich schätze dieses Entgegenkommen total und bin überzeugt, dass man gut zu meinem Mäuschen schauen wird. Und ich weiss, dass ich rasch dort bin, sollte es mal schwierig sein in der ersten Zeit. Denn auch wenn die erste Woche gut lief und das Mäuschen am Mittwoch kurz, am Donnerstag und heute schon etwas länger dort war (wenn auch vorwiegend schlafend ;), heisst das noch nicht, dass die Eingewöhnung bereits abgeschlossen ist. Die geht jetzt weiter, ganz regulär an den Tagen, für die sie angemeldet ist. Bis jetzt habe ich mich jeweils verabschiedet wenn sie müde wurde und in die Trage kam. Es wird sich zeigen, wie sie reagiert, wenn ich mich schon vorher verabschiede, vielleicht beim Znüniessen… das wäre ein sanfter Übergang, denn essen liebt sie ja 🙂 Und wenn sie diesen Abschied gut verkraftet, dann ist vielleicht später auch ein früherer Abschied kein Problem…
Ich hoffe auf jeden Fall, dass es so gut weiter geht wie es gestartet ist 🙂

Drückt uns die Daumen! 🙂

Ein Kommentar zu “Sanfte Eingewöhnung…

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