Hört auf, Eure Kinder zu vergleichen

Ich weiss, beim 1. Kind habe ich es auch getan, aber mittlerweile nervt es mich nur noch. Ich bin zwangsläufig in vielen Mama-Gruppen auf dem Gesichtsbuch und meine Timeline ist irgendwie ständig voll von Beiträgen, die irgendwelche Fragen beinhalten mit „wann„, „wie viel„, „wie alt“ etc.

Pinterest Grafik Warum Du Deine Kinder nie mit anderen vergleichen solltest

Das fängt meistens schon in der Schwangerschaft an und hört dann lange nicht auf. Offenbar fühlen sich viele angesprochen, diese Fragen zu kommentieren und so sehe ich dann meist, dass schon 527 Mütter mit irgendwelchen Daten und Angaben geantwortet haben, woraus sich dann die Beitragsstellerin eine astreine Excel-Statistik erstellen könnte (was sie vermutlich nicht macht). Nur: was fängt sie dann damit an wenn sie alle Kommentare (wir wissen ja, sie ist Mutter!), irgendwann spätabends zu Ende gelesen hat!? Sie wird auf ihre Frage hin vermutlich nicht 527 gleiche sondern 527 verschiedene Angaben bekommen und weiss dann genau so viel wie vorher…

Die unsichere Erstlingsmama…

Die Fragen sind nämlich stets dieselben. Gebetsmühlenartig kommt ein „Wann schliefen Eure Kinder durch?“ nach dem „Wie gross und schwer waren Eure Babys bei der U xy„?“, gefolgt von „Wann haben sich Eure Zwerge das erste mal gedreht?“ und „Wann habt Ihr den Banane-Hafer-Kumquat-irgendwas-Brei gefüttert?“… so geht das endlos weiter.
Vielleicht ist es ja etwas unfair, die Fragerei nach dem 3. Kind als nervig zu betrachten, schliesslich war ich selber auch mal eine unsichere Erstlingsmama. Aber man merkt doch relativ schnell, dass es nichts bringt bis auf: noch mehr Verunsicherung!

Darum an dieser Stelle mein Tipp an alle, die sich wegen irgendwas bei ihrem Kind nicht sicher sind weil es offenbar nicht dem Schema XY entspricht:

  1. Frag eine Fachperson, nicht die Community (ich schreibe dann noch einen Blogbeitrag, in dem es sich darum dreht, warum die Community trotzdem enorm wichtig ist – stay tuned! 😉
  2. Frag eine Fachperson, im Zweifelsfall eine zweite (Zweitmeinung nennt man das)
  3. Frag Deine eigenen Eltern bzw. schau in Familienaufzeichnungen nach. Ganz oft wirst Du dann nämlich merken, dass Du oder der Kindsvater ganz ähnliche Masse/Entwicklungsschritte/Verhaltensweisen etc. an Tag X aufwiesen.
  4. scheint Dein Kind gesund und zufrieden? Dann trink‘ einen Kaffee und chill’s mal! Verbringe Deine Zeit lieber damit, Deinem Baby/Kind beim Spielen und Wachsen zuzusehen als Dich panisch durch die Kommentare zu lesen. Denn:

Dein Kind ist ein Individuum. Lass‘ Dich nicht verrückt machen, wenn es nicht Schema X entspricht. Wenn es schwerer und grösser ist als andere, dann ist vielleicht in Deiner Verwandtschaft auch jemand mal ziemlich gross. Ist der Kinderarzt zufrieden – so what? Das Kind schläft noch nicht durch? Dann schraub‘ Deine Erwartungen mal zurück. In manchen Ländern erwartet keiner vor dem 5./6. Lebensjahr ein durchschlafendes Kind. Es ist völlig normal, dass es nachts noch aufwacht (auch darüber werde ich noch bloggen demnächst ;). Übrigens können hier mitunter eingesammelte Meinungen auch der Unwahrheit entsprechen.

12 Monate altes Baby beim Essen

Wer braucht schon Zähne?

Keins meiner Kinder hat im ersten Lebensjahr Zähne gehabt. Was steht in den Büchern? Etwas gaaanz anderes. Meine Kinder fallen komplett aus der Norm. Wurde ich panisch? Nein, als jemand, der länger als 6 Monate stillt und abgesehen davon Zahnen bei vielen ein ziemliches Drama zu sein scheint, bin ich recht erleichtert. Auch kann ich so noch laaange mit dem Putzen abwarten 😉 Als dann irgendwann die Schwiegermutter erwähnte, dass mein Mann auch sehr spät zahnte, war die Sache klar.
Sicher gehst Du regelmässig zur Kontrolle zum Arzt oder suchst die Mütterberatung auf, oder? Die sagen Dir schon, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Frag‘ im Zweifelsfall eine weitere Fachperson und dann lass es gut sein, wie es ist 😉

Ich weiss, der Mensch vergleicht sich immer und ständig, oft unbewusst. Das gehört wohl irgendwie zu uns und muss auch nicht zwingend nachteilig sein, im Gegenteil: manche mag es anspornen. Aber wenn es um unsere Kinder geht, können wir es getrost bleiben lassen und uns in Zen üben…

2 Kommentare zu “Hört auf, Eure Kinder zu vergleichen

  1. Genau! Bei mir sind schon die eigenen zwei Kinder ganz unterschiedlich in der Entwicklung gewesen bzw. noch immer. So gut wie alles, wovon ich annahm, das würde jetzt so ablaufen wie beim ersten Kind oder es ergäbe sich von selbst, weil ja ein zweites Kind da ist, das alles vorzeigt, ist dann ganz anders gewesen 😉

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    • Ja, das stimmt, schon mit 2 Kindern sieht man deutlich, dass Kinder einfach von Geburt aus ganz anders sind in ihrer Entwicklung, ihren Bedürfnissen etc. Das ist schön, zu sehen und ich glaube, wenn man das mal erkannt hat, fragt man auch nicht mehr ständig bei anderen nach 😀

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