Sommer, richtig Sommer

Ich vermisse das Bloggen… ich meine das Tagebuchbloggen wie ich es eigentlich eh und je immer gemacht habe und in letzter Zeit natürlich weniger. Ich fasse abends oft nur unsere Erlebnisse mit Fotos für meine FB-Seite zusammen und poste das dann. Geht halt schneller… aber eigentlich hätte ich ja eine App auf dem iPhone womit ich das auch auf dem Blog machen könnte. Ich vergesse es nur leider ständig 😀 Nun ja… und es ist jetzt auch nicht so, dass ich jeden Tag bahnbrechende Neuigkeiten und tausende Fotos hätte. Deshalb ist das ganz OK wenn es hier mal eine Weile ruhig ist… Aber irgendwas läuft immer… und ich komme endlich mal wieder dazu, was aufzuschreiben… am Montag hatte das Mäuschen einen Schub oder so und war sehr unzufrieden. Ich litt mit, und unter Schlafmangel, auch weil sie sehr früh wach war.

Die ganze Woche war geprägt von Sonne und einer Hitzewelle, die nicht abflachen will… vergeblich warten wir hier auf ein abendliches Gewitter, das etwas Regen und Abkühlung bringt. Stattdessen geht uns der Rasen fast ein. Ich schätze nicht nur wir pumpen abends einige Liter Wasser in die Botanik…

Tragemama mit Baby im Oscha Slings Tragetuch mit Rosenmotiv

Unterdessen nahen die Sommerferien schlagartig. Waren doch eben gerade noch Frühlingsferien und noch etliche Schulwochen vor uns. Aber nun naht sich alles dem Endspurt und wir haben bereits den neuen Stundenplan erhalten. Der unterscheidet sich nicht gross vom alten. Neu hat der Grosse einfach am Montag den langen Nachmittag. Ob das Sportangebot am Dienstag noch besteht, weiss ich nicht, muss ich noch abklären. Mi-Fr ist wie gehabt frei. Die Maus hat nach den Sommerferien wie ich es vom Grossen noch kenne neu an zwei Nachmittagen Kindergarten, Mo & Do. Damit sind am Montagnachmittag zwei Kinder ausser Haus und je nach dem, ob das Mäuschen dann vielleicht sowas wie einen Mittagsschlaf macht, gibt mir das etwas Zeit für mich oder zum Schreiben *hoff*.

Aber das Mäuschen und der Schlaf, das ist noch eine täglich schwankende Komponente… Ich wünschte mir, sie hätte schon einen etwas vorhersehbaren Rhythmus, aber vielleicht ist es ganz gut so wie es ist, sonst denkt man ja wieder „sie muss jetzt schlafen weil sie immer um diese Zeit schläft“ und so achtet man halt eher darauf, wann sie müde wird und nicht auf die Uhr. Wobei ich auch oft denke „sie hat doch erst geschlafen, sie kann gar nicht schon wieder müde sein„. Kann sie aber wohl… das ist wie beim Abhalten/windelfrei. Sie hat doch grad erst gepieselt, sie muss sicher nicht schon wieder… und dann habe ich die Pfütze weil mich dieser doofe Gedanke und die Angst, sie zu stressen davon abhielt, sie wieder über’s Töpfchen zu halten. Naja, wir tragen jetzt halt öfter mal eine Windel…

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Der Grosse ist mit seinem Boulder-Grundkurs durch und wird nun noch einmal in der Gruppe schnuppern. Meinem Mann wird ja Angst und bange, wenn er sieht, aus welcher Höhe die Kinder loslassen und auf die Matte springen ohne, dass sie vorher gelernt haben, wie man abrollt. Aber vielleicht machen Kinder das ja noch intuitiv? Nun, ich bin gespannt, ob der Grosse es durchzieht und einmal mehr überrascht. Lange wollte er rein gar nichts ausprobieren. Und Klettern oder Bouldern ist jetzt wirklich nichts, das irgendwer von uns oder seinen Freunden macht. Aber ich finde es prima, denn es war nun wirklich sein Wunsch und wenn man sich die Boulderer so anguckt, dann wird man schnell neidisch. Vermutlich die mit Abstand duchtrainiertesten Sportler. Sich irgendwo an ’nem Felsen festzuhalten mit dem ganzen Körpergewicht und vielleicht sogar noch überhängend – das braucht extrem viel Kraft. Klimmzüge machen Boulderer wie andere Treppen steigen…
Die Maus schnupperte ja im Ballett… ebenfalls etwas, das sie niemandem abgeguckt hat und nur aus Büchern kannte. So wie es aussieht, möchte auch sie in Zukunft dort hin gehen. Damit hätten wir dann tatsächlich jedem Kind sein (Sport)hobby! Und wenn es nach dem Mann geht, sollten die beiden auch die Schwimmkurse weiterhin besuchen, wenn auch im (näheren) Buchs – um dran zu bleiben. Aber erst mal enden in den nächsten 2-3 Wochen die noch laufenden Kurse, dann sehen wir weiter.

So… die Tage hier sind also gerade so ein Überstehen der Hitze und Verkriechen zuhause… hält ja keiner aus! In mit steigt derweil die Sehnsucht nach Meer, aber heuer fahren wir wirklich nur für eine Woche ins Tirol weil es mit Säugling und zwei Kindern, die man noch beaufsichtigen muss, sicher nicht sonderlich entspannend wäre. Und die Kleine hätte mal sowieso nix davon. Nächstes Jahr sieht es dann ja vielleicht schon wieder anders aus wenn sie laufen, sändala und bädala kann… die Grossen sind dann auch wieder ein Jahr älter und mit Kinderclub im richtigen Hotel (ich zehre immer noch vom letzten Jahr und würde sofort wieder hingehen) könnte es ganz nett werden, wenn auch sicherlich noch nicht sooo entspannt mit einem Kleinkind. In ein paar Jahren dann wieder… 😉 Anyway, ich bin kein Freibad-Fan. Mir sind da definitiv zu viele Leute, zu viel Trubel, zu wenig Platz… ich brauche ein Hotel mit schöner Poolanlage und dann muss ich mich auch nicht mehr über die Hitze beschweren, weil ich nach Herzenslust baden kann 😉

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Ansonsten sind die Tage hier eindeutig auch abgesehen von der Hitze einfach sehr fordernd. Zwei Streithammel und ein Baby, dazwischen der Haushalt und die Arbeit. Abends grilliert der Mann meistens (mit seinem neuen Sportgerät, das nun endlich den vor Rost zerfallenden, alten Grill abgelöst hat), dann müssen die Kinder unter die Dusche und ins Bett gebracht werden (was sich meistens zieht, kein Wunder, bei der Wärme kann ja keiner gescheit schlafen), ich kümmere mich um das Mäuschen und wenn sie schläft, fällt Wäsche oder Arbeit an, oft beides. Dazu kommt dann die Müdigkeit und vielleicht noch 10 Minuten einfach nur noch ein Eis essen und am Handy rumscrollen bevor das Bett überfällig ist. Nur die Wochenenden sind gemütlich. Aber so kann ich mich auf den Ferienbeginn freuen, denn der Mann hat 3(!) Wochen Urlaub (eine davon sind wir weg) und egal wie es kommt, zu zweit kann man alles besser abfangen 😉
Und, tja, Sport am Abend kann ich aus oben erwähnten Gründen noch immer kübeln. Die Tage sind lang, ich bin müde, ich werde gebraucht und wenn man dann abends en famille endlich mal raussitzen kann, weil die Temperaturen angenehm sind, was Gutes auf dem Grill liegt etc., dann will man das halt auch geniessen… ich schätze mal, kühlere Tage gibt’s früh genug wieder und so setze ich einfach auf die, um wieder loszulegen…

Der Mann hat es auf Arbeit grad auch nicht locker… immer viel los… und bevor ich mich jetzt noch müde an einen weiteren Text setze, wünsche ich Euch allen da draussen einen möglichst kühlen Kopf! Schaut auf Euch! 🙂

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Inne halten & besinnen…

Noch wenige Wochen bis zu den Sommerferien und ich sehe endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Die letzten Wochen waren aufreibend, in verschiedener Hinsicht. Erstens hatte ich ständig Termine, Arbeit, Besuch oder sonst wie zu tun und sah den Wald vor lauter Bäumen nicht. Zweitens waren die Kinder – jedes auf seine Art – anstrengend. Der Grosse übt sich immer noch im Frech-Sein und benutzt die Maus oft als Blitzableiter bzw. fühlt sich andauernd durch ihre Anwesenheit gestört – Geschwister-Streit galore also, die Maus fragt täglich, mit wem sie am Nachmittag zum Spielen ausmachen könne und ist mit dieser Bitte sehr hartnäckig. Zudem ist sie derzeit, wohl weil sie abends schlecht einschläft, aber auch, weil sie vermutlich immer noch dabei ist, ihre neue Rolle in der Familie zu finden, nah am Wasser gebaut. Oft heult sie auf, wegen gefühlter Nichtigkeiten… das Mäuschen hat am Boden eine kurze Ausdauer. Sie beschäftigt sich vielleicht 5, manchmal 10 Minuten am Stück bevor es ihr zu doof wird. Sie kommt dann entweder auf den Arm, ins Tuch, an die Brust, muss mal oder will schlafen. Nicht immer ist gleich klar, welches Bedürfnis sie hat. Bis ich es herausgefunden habe, kann es also schon mal länger dauern. Und oft versuche ich sie drum halt wieder hinzulegen, z.B. wenn sie gestillt ist und theoretisch nicht schon wieder müde… aber 5 Minuten später, ihr ahnt es, quäkt sie wieder. Das ist eigentlich nichts, was ich nicht von den Grossen her kennen würde… aber nachdem sie sich schon seit einem Monat auf den Bauch drehen und auch ein klein wenig besser greifen kann, wünsche ich mir und ihr eine neue Fähigkeit, die sie etwas länger zufrieden stellt und mir etwas mehr Verschnaufpausen gibt. Da sie tagsüber selten länger als 30 Minuten schläft und dies dann dafür so 3-4x täglich, renne ich gefühlt ständig hin und her… von einem Kind zum nächsten, von der Küche an den Computer, vom Esstisch aufs Klo, vom Sofa an den Wäscheständer, vom Laden nach Hause und und und…

Nachts weckt sie mich so an die 3x, d.h. der Schlafmangel plagt mich auch noch dezent. Meistens habe ich mittags und abends je ein Tagestief, an dem ich auf der Stelle einschlafen könnte. Was natürlich kaum möglich ist.

Und weil die Aufträge nicht weniger werden und die Kinder vorläufig auch nicht vernünftiger und die Ferien vor der Tür stehen, werde ich schätzungsweise bzw. ich bin es schon länger, hier auf dem Blog nicht mehr ganz so aktiv sein. Juli und August werden sicher etwas ruhiger. Danach startet dann der Alltag wieder und die Kita-Eingewöhnung steht bevor. Ich kann es mir noch so überhaupt rein gar nicht vorstellen, das Mäuschen dort abzugeben. Vielleicht verschiebe ich also das Ganze noch ein wenig? Aber zwei kinderfreie Vormittage würden mir gut tun. So könnte ich in Ruhe arbeiten bzw. auch mal was für mich tun. Denn das kommt einfach zu kurz und das merken dann alle. Happy mama, happ family… Nicht zuletzt, weil ich dann, wenn die Grossen da sind, auch wirklich Zeit für sie habe und nicht meine To-Do-Liste im Kopf habe. Und ich würde z.B. soooo gerne wieder mal was für meine Mäuse nähen. Ich habe noch so viel Stoff und Schnittmuster und kann es kaum erwarten, gerade für das Mäuschen… aber auch für die grosse Maus und mich… oder zum Sport gehen, die Abende frei haben, um einfach fernzusehen oder zu lesen… mal sehen… aber ich weiss eh, dass nach 4 Jahren wieder Luft da ist für mich, vielleicht ja schon früher, schrittweise… es ist also, wie so vieles im Leben, absehbar.

Noch mag ich gar nicht nach vorne blicken. Ich hatte zwei unterschiedliche Kleinkinder – ein sehr aktives, das keinen Stein auf dem anderen liess und einen unglaublichen Entdeckungs- und Freiheitsdrang hatte und ein ruhigeres, sehr nähebedürftiges und drum im Grunde eher pflegeleichteres. Wie das Mäuschen wird, da muss ich mich nun überraschen lassen. Spekulationen will ich nicht anstellen. Es steht uns noch so viel bevor: der Beikost-Start, das Krabbel-Alter, erste Worte, erste Schritte. Es bleibt sicher spannend!

Dennoch: dieser Blog liegt mir am Herzen und ich hätte gerne (wieder) mehr Zeit dafür, würde gerne mehr persönliche, mehr nützliche Beiträge schreiben, mehr Zeit haben für Recherche. Also, auch wenn ich kurzfristig nicht so aktiv bin, das kommt wieder, bleibt dran! 😉 Jetzt hoffe ich, in den nächsten Wochen wieder etwas Energie tanken zu können, freue mich auf unsere gemeinsamen Ferien zu fünft als Familie und möchte diese möglichst ohne zu viele Aufgaben im Hinterkopf tun…

 

Homeoffice: Chaos vorprogrammiert #blogparade

Melanie vom Blog „glücklich scheitern“ rief zur #Blogparade auf und da ich eh irgendwann mal darüber schreiben wollte, nutze ich die Gunst der Stunde, dies jetzt zu tun. 

Eins vorweg: es gibt Homeoffice und es gibt Homeoffice mit Kindern. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe und während ersteres sicher eine tolle Möglichkeit ist, sich den Arbeitsweg zu sparen u/o sich für Projekte, die viel Konzentration erfordern, mal zurück zu ziehen ist zweiteres ein Widerspruch in sich selbst. Zumindest mit kleinen Kindern, die zuhause betreut werden. Homeoffice per se ist eine Herausforderung. Weil, man ist ja zuhause, lässt sich erst mal gemütlich einen Kaffee raus, legt die Beine hoch, sortiert die Post und vielleicht wird man eben doch von diesem oder jenem abgelenkt. Disziplin braucht es, um sich wirklich hinzusetzen und loszulegen, ohne Facebook zu öffnen oder private Mails zu lesen. Aber gut, wer’s öfter macht, wird das beherrschen 😉

Homeoffice mit/neben/bei den Kindern… für mich eine Illusion, und dennoch Realität. Es soll ja Leute geben, die kommen problemlos ihr Zeug abzuarbeiten während zwei Kleinkinder um sie rumwuseln. Ja, hab‘ ich schon so gehört! Nun gut, vielleicht waren iPads im Spiel. Oder Valium. Vielleicht beides!? Nein, Spass beiseite. Aber so gut sich manche Kinder auch beschäftigen mögen, irgendwas ist doch immer, nicht? Mal muss eins auf’s Klo, mal wird nach Znüni verlangt, es gibt Streit, oder Hilfe beim Puzzeln wird benötigt, irgendwas halt… konzentriert arbeiten und an was dranbleiben? Mööp! 

Ich hatte ja das Glück, nach der Geburt des Grossen tatsächlich als Freischaffende vor allem von Zuhause aus arbeiten zu können. Dennoch habe ich die Kinder ab 8 Monaten bei der Tagesmutter bzw. in der Kita eingewöhnt (für zwei halbe Tage jeweils und die Schwiegermutter schaute zusätzlich noch einen halben Tag), weil ich auch mal für ein Interview unterwegs sein musste. Mit zunehmendem Alter konnte ich auch mal arbeiten, wenn die Grossen in Ruhe spielten. Oder ihre TV-Stunde hatten. Es war mir wichtig, nicht ständig am PC zu hängen, sie sollen die Mama auch ohne dieses Gerät kennen.
Und als die Maus in den Kindergarten kam, hatte ich alle Vormittage frei. Irgendwie nutzte ich das auch und lachte mir entsprechend mehr Arbeit an. Arbeit, die ich jetzt wieder irgendwo einschränken muss weil das Mäuschen da ist. Direkt nach der Geburt schlief sie auch mal 4 Stunden am Stück tagsüber so dass ich die Zeit nutzen konnte. Freischaffende/Selbstständige haben keine Karenzzeit und so habe ich gleich wieder Aufträge angenommen.
Jetzt sind es noch 30 Minuten, die sie am Stück schläft. Das reicht, um anzufangen, mehr aber auch nicht. Weil die sozialen Medien auch zur Arbeit gehören, werde ich halt doch auch oft vom Newsfeed abgelenkt, zwischendurch ploppt eine Mail rein, kurz: ich schaffe es nicht annähernd, an etwas dran zu bleiben und vergesse darüber auch ständig, was ich grad wollte weil mein PC eben nicht nur Arbeits-, sondern auch Kommunikationsinstrument ist – sehr doof. Oft sammelt sich also alles bis 21.30 Uhr, wenn das Mäuschen endlich schläft und dann kann man sich ja so ungefähr vorstellen, wie leistungsfähig mein Mama-Hirn noch ist. Ja, möööp!

Der Plan wäre, dass auch das Mäuschen nach den Sommerferien in der örtlichen Kita eingewöhnt wird an zwei Vormittagen. Ich lasse mir da aber Zeit und evtl. verschiebe ich es auch noch 1-2 Monate, sollte ich sehen, dass es nicht klappt. Oder ich fahre wenn nötig zwischendurch zum Stillen hin, wobei ich denke, dass die wenigen Stunden mit davor und danach Stillen auch zu Überbrücken sind. Dennoch bin ich dankbar, nicht unter Druck zu stehen und mir mit der Eingewöhnung Zeit lassen zu können weil ich nicht an Stichtag XY in irgendeinem Büro aufkreuzen muss.

Organisation ist alles?

So, das klingt jetzt alles sehr chaotisch und ist es auch, und es klappt deshalb momentan auch nur mässig (wird auch wieder anders 😉
Ich denke, es hängt halt auch davon ab, was man arbeitet. Da ich v.a. für Monats-Blätter arbeite und der Rest halbprivater Natur ist, wo ich es mir doch recht gut selber einteilen kann, komme ich mit Deadlines gut klar. Auch ein krankes Kind ist kein Thema. Wenn alle Stricke reissen, gibt es am Abend oder am Wochenende immer irgendeine Zeit-Insel. Nur die Qualität leidet offenbar manchmal darunter, weshalb ich letztens vom Korrektorat einen Rüffel bekam :-O

Was mir hilft und was ich selber noch (mehr) durchsetzen möchte:

  • To-Do-Listen, regelmässig aktualisiert, mit Deadlines/Zeitplänen
  • nicht ständig online sein, denn es müssen nicht immer alle Mails subito bearbeitet werden
  • Eine stets greifbare Kiste, in der ich meine Unterlagen sammle
  • Nicht jede Zeitlücke mit Arbeit füllen

Denn gerade der letzte Punkt ist oft ein Problem. Während Angestellte die Arbeit mit dem Verlassen des Büros hinter sich lassen, sind Selbständige nahezu 24h lang „alert„. Gerade wenn man eben als Elternteil von zuhause aus dann arbeitet, wenn es die Zeit (und die Kinder) zulassen, kennt man das Wort „Feierabend“ nicht. Da wird eine Mail um 21 Uhr noch beantwortet, am Wochenende noch ein Interview zum Gegenlesen verschickt. Klar, das muss so, aber man sollte sich auch mal bewusst für eine Weile ausklinken und etwas für sich machen, wenn die Kinder schlafen. Bei mir ist das der obligatorische Serienabend am Montag und das ist natürlich zu wenig. Zudem Sport, aber da dieser im Moment immer mit organisatorischem Aufwand verbunden ist, ist es eher Stress als Entspannung…

Was ich anderen noch raten kann (ich aber nicht nutze weil’s nicht geht)

  • Nutzt Apps und Tools, Online-Kalender, -Listen mit Erinnerungsfunktion etc. Ich bin da eher der Papiertyp und brauche alle schriftlich, aber viele schwören auf solche
  • Wenn Ihr das Budget habt: engagiert eine Haushaltshilfe damit ihr während der arbeitsfreien Zeit auch mal entspannen könnt und nicht noch der Druck des Haushalts auf Euch liegt.
  • Ordert Einkäufe regelmässig online, das erspart Euch die Fahrt, die Zeit, die Schlepperei und das Gedränge im Laden…
  • Wenn Ihr den Platz habt: richtet Euch ein eigenes Büro ein. So habt Ihr mit Sicherheit kein unaufgeräumtes Spielzeug oder Wäscheberge im Blickfeld 😉
  • Wenn Ihr eine Kinderbetreuung habt: stellt Euch z.B. den Wecker auf 10 Minuten vor der Abholzeit und macht in diesen 10 Minuten keine Arbeit mehr, sondern trinkt in Ruhe noch einen Kaffee, lest die Zeitung o.ä.
  • Wenn Ihr den Papa/die Grosseltern etc. einspannen könnt: nehmt Euch einen Tag alle 1-2 Monate richtig frei und schaltet den PC gar nicht erst an.

Und wie funktioniert es bei Euch? 🙂 

Titelfoto stammt aus meinem sehr tollen Jahresplaner 🙂 

Ein Tag wie er immer sein sollte…

Ich komm‘ doch tatsächlich auch mal wieder kurz dazu, einen hundskommunen Alltags-Blogbeitrag zu schreiben *g*. Dabei ist hier gar nicht so viel los, zumindest nichts, was ich nicht schon auf Facebook in a nutshell berichtet hätte. Aber da hier ja auch einige mitlesen, die nicht im Gesichtsbuch sind, kann ich ja ein wenig ausführen/wiederholen… fangen wir ganz aktuell bei heute an. Ein nach langem wieder mal total harmonischer und sehr zufriedenstellender Tag. Nachdem das Mäuschen gestern mal zeitig ins Bett kam (und ohne Terror ;), erwachte sie heute auch schön zeitig und wie immer fröhlich und zufrieden. Das ist echt schön, denn ich kenne es vom Grossen ganz anders (er wachte immer schreiend/weinend auf als er noch klein war). So konnte ich noch in Ruhe frühstücken bevor ich mit ihr ins Rückbildungsyoga fuhr. Zuhause dann rasch eine Brotzeit fürs Mittagessen parat gemacht… in Ruhe gegessen und am Nachmittag einen Spielgefährten für die Kinder empfangen. Und, Trommelwirbel, seit Wochen ein total ruhiger Nachmittag. Kein Kind hat gestritten! Sie waren weder laut, noch wild ,noch gelangweilt. Es lief einfach blendend! Ich kam auch dazu, noch ein Interview abzuschliessen und ein Paket zu verpacken etc.
Der Nachmittag war ruckzuck um, das Gastkind wieder nach Hause geschickt, ein Brathähnchen in den Ofen geschoben und dann kam auch schon der Mann nach Hause. Leider vergass ich, einen Salat zu rüsten oder eine sonstige Beilage, aber schmeckte trotzdem. Das Mäuschen war auch den ganzen Tag über äusserst zufrieden. So dürfte es immer sein, liebes Universum! 😉
Und sonst? Die Maus lernte ja letzten Freitag einfach so, wie man Velo fährt. Es ging einfach, obwohl ich es schon fast aufgegeben hatte, dass sie es so einfach lernt wie der Grosse damals… weil der kein für ihn passendes Velo besass, besuchte der Mann letzten Samstag mit ihm nach dem Schwimmkurs flugs einen Velohändler und zurück kamen sie mit einem tollen, roten Mountainbike – dem ersten eigenen Velo also quasi. Cool! Und gleich am Sonntag machten wir eine erste kurze Tour durch die Felder – yay!
Wir haben auch Traktandum „Passfoto des Mäuschens machen“ abgehakt, nun muss ich nur noch damit zum Amt und hoffe dann, dass die damit eine ID ausstellen können denn die werden wir brauchen wenn wir demnächst nach Deutschland ins Legoland fahren…
Gestern hatte ich dann meine erste Stromtrainings-Session und habe ziemlich geschwitzt. Es sind ja nur 20min (und damit das perfekte Training mit Baby weil das Mäuschen die Zeit über auch relativ ruhig daneben liegen und „zugucken“ konnte), aber die haben es durchaus in sich. Es war schön anstrengend, abwechslungsreich und fühlte sich eigentlich nach mehr als nur 20min an. Am Abend (auch jetzt noch) spürte ich dann auch alle möglichen Muskeln, von denen ich nicht wusste, dass sie noch existieren. Es war auf jeden Fall ganz toll, mich bzw. meinen Körper wieder auf diese Weise zu spüren und es machte definitiv Lust auf mehr und so war ich ganz froh, mich schon heute wieder bewegen zu dürfen auch wenn es nur supersanftes Yoga war. Am liebsten wäre ich am Abend noch ins Kampfsporttraining aber den Start schiebe ich doch noch ein wenig auf weil es halt abends doch eher problematisch ist… aber mal sehen, vielleicht klappt es ja in den Ferien mal…
So. Auch heute will ich versuchen, vor 23 Uhr ins Bett zu kommen. Morgen habe ich noch ein Interview, das hoffentlich gut verlaufen wird (Mäuschen wird dabei sein) und am Nachmittag ist nichts geplant bis jetzt. Dafür wird der Freitag dann nochmals eine Herausforderung weil mein Mann abends nicht da ist und die Maus Schwimmkurs hätte, so dass ich mit dem Mäuschen mit muss in die viel zu warme Schwimmhalle – bäh! 😦
Aber dann ist auch schon wieder Wochenende, das Wetter soll schön werden und für die Kinder ist es der Beginn von 2 Wochen Frühlingsferien. In der ersten Woche haben sie noch 1 bzw. 2 Ferienkurse (nichts Grosses, dauert keinen halben Tag jeweils), dann ist auch schon Ostern und in der Woche darauf ja unser Ausflug ins Legoland mit Übernachtung. So früh schon auswärts mit dem Mäuschen, ich hoffe, dass sie es gut verkraftet, aber, wenn ich mir so den heutigen Tag ansehe, komme ich nicht umhin, nochmal zu sagen (ohne etwas verschreien zu wollen), dass sie einfach das „gechillteste“ meiner Kinder ist. Nein, wirklich. So einen absolut ruhigen, wein-/schreifreien Tag wie heute hatte keins meiner Grossen in dem Alter. Ich bin sehr, sehr dankbar dafür und auch so, so froh, sie in unserem Leben zu haben und ich bin total neugierig, wie sie sich noch entwickeln wird. Im Moment macht sie ja noch nicht viel, aber was sie besonders spannend findet, ist meine Hand. Wenn ich die so über sie halte und bewege, beobachtet sie sie ganz aufmerksam und mit einer ziemlichen Ausdauer. Schön… mehr über sie dann wieder im 3-Monats-Bericht 🙂

2 Wochen Baby-Maus

2 Wochen alt ist die Baby-Maus nun schon… und wir haben uns schon recht gut aneinander gewöhnt… ihr Alltag besteht noch aus vielen Schläfchen und bis auf die ersten paar Tage, die schwierig waren, haben wir meistens keine grosse Mühe mit dem Einschlafen… sie hat sogar ein klein wenig einen Rhythmus entwickelt, der sich aber dann doch je nach Tagesereignissen immer mal wieder ändert… also ganz normal 😉 So erwische ich mal mehr, mal weniger Schlaf, je nachdem, wie die Nacht war.
Heute Morgen haben wir den ersten, obligatorischen Untersuch beim Kinderarzt gehabt und soweit war er zufrieden. Gewogen wurde die Kleine mit den Kleidern, was mir jetzt nicht viel Aufschluss gab. Sie sollte nun eigentlich das Geburtsgewicht wieder erreicht und überschritten haben, aber besorgt war der Arzt nicht, dass dem wohl noch nicht ganz so ist…

Unsere Tage verlaufen also relativ ruhig, wir sind vorwiegend zuhause, stillen, tragen, wickeln, halten ab (ja das funktioniert recht gut, ich berichte dann separat einmal davon), versuchen nachzuschöppeln wenn sie nach dem Stillen noch unzufrieden ist, und schlafen (also eher sie als ich ;)… gestern habe ich mich mal nicht hingelegt da ich in der Nacht endlich mal loslassen und schlafen konnte ohne zig Gedanken im Kopf und so blieb mir Zeit um mit der Maus ein wenig zu spielen, also der grossen Maus nun 😉 Ich denke das tat uns beiden gut 🙂 Heute habe ich es leider auch nicht geschafft, die Schlafzeit der Maus zum Hinlegen zu nutzen…

Diese Woche gehe ich entspannt an da mein Mann Verlängertes hat und die Kinder Schule, so haben wir es Do&Fr ruhig… am Freitag steht allerdings mein erster Auswärtstermin OHNE Baby an. Das ist Rekord, das hätte ich mich bei den Grossen nie so früh getraut. Aber er ist nur 5min entfernt und ich werde schauen, dass ich vorher stillen kann und dann auch innerhalb einer Stunde wieder zurück bin. Aber einfach wird es nicht, ich bin jetzt schon hypernervös deswegen und ich hoffe dass mein Mann ohne mich dann gut klar kommt mit der Kleinen… da ich selbstständig bin, habe ich keine Karenz, das heisst, ich nehme auch jetzt schon wieder Schreibaufträge an, mein Verdienst muss weiter laufen können. Schreiben kann ich dann ja von zuhause aus, d.h. ich müsste den Auftrag eigentlich gut hinbekommen, auch muss ich ihn erst in ca. zwei Wochen abgeben… und da ich meist nur 1-2 Aufträge pro Monat habe, ist das Arbeiten zwischendurch relativ unproblematisch. Der Blog gibt mehr zu tun 😉

Wenn ich nun also nach zwei Wochen ein Fazit ziehen müsste, dann würde ich sagen, dass dieses Wochenbett trotz der widrigen Anfänge und des Umstands, dass ich mich noch nicht auf meine Milchmenge verlassen kann und sie noch nicht so schön andockt, viel schneller entspannter wurde als bei den Grossen. Dass die Baby-Maus das unkomplizierteste Baby ist… Stilltechnisch ist vor allem der Umstand, dass alles so schnell verheilt ist und dass ich deswegen nicht ständig an die Pumpe muss, eine extreme Erleichterung. Auch die Dammnaht machte mir dieses mal keine Probleme, war ja auch nur ein kleiner Riss.

Jetzt bleibt mir immer noch zu hoffen, bald „gut“ stillen zu können. Erstens schaffe ich es momentan nicht, im Liegen zu stillen, was viel angenehmer wäre (man döst dabei leichter wieder ein, während ich im Sitzen fast zu wach werde). Zweitens wage ich es kaum, das Haus zu verlassen. Unterwegs stillen mag ich nicht, da würde mir die Ruhe fehlen und man könnte denken, ich mache was verkehrt, weil es teils oft mehrere Anläufe braucht und die Maus dann ungeduldig schreit und drittens will ich nicht Milchpulver und Wasser in der richtigen Temperatur dabei haben müssen, der Gedanke stresst mich einfach… also muss ich uns halt einfach noch Zeit geben und weiter hoffen, dass es schon gut kommt…

Und nun kommt ihr mal gut durch die Woche! 🙂

Initiative „Familie & Beruf“… und mehr…

Da die oben genannte Initiative der Wirtschaftskammer Liechtenstein hohe Wellen schlägt und ich mich auch aktiv an den Diskussionen auf Facebook beteiligt habe, wollte ich mich nun auch hier noch mal kurz äussern…
Ich will eigentlich die Initiative an sich gar nicht gross beurteilen. Die einen stehen dahinter, die anderen finden sie nicht ganz durchdacht etc. Und die Diskussionen drehten sich auch weniger um Sinn oder Unsinn der Initiative, sondern um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf per se, und dass mit der Initiative halt nur einseitig etwas verändert und gefördert wird… wie auch immer. Mich stört persönlich vor allem das:

„Die Initianten ersuchen die Stimmbürger mit JA zu stimmen. Damit Schwangerschaft keine Krankheit mehr ist.“

Sorry, aber was soll der Mist? Wer hat sich diesen doofen Slogan ausgedacht!? Die Formulierung ist einfach total ungeschickt. Ich verstehe schon, was damit gesagt werden will: das Krankentaggeld, das Mütter nach der Geburt für die Zeit der Karenz erhielten, soll in Zukunft nicht mehr von den Krankenkassen gezahlt werden, sondern von der FAK (Familienausgleichskasse). Ja, von mir aus gut und umbenennen könnt Ihr es dann ja gleich auch als das was es ist, nämlich z.B. Karenzgeld. Leider zweifelte niemand die 20 Wochen an, während dessen eine Mutter dieses Geld erhält bevor sie wieder zurück an den Arbeitsplatz kehren sollte. Wäre ja schön, hätten sie diese Zeit in der Initiative grad noch ein wenig verlängert. Aber dafür, so mag man mir nun entgegen, besteht ja immer noch die Möglichkeit, 3 Monate unbezahlten Elternurlaub anzuhängen, sofern der Arbeitgeber da mitspielt (und das tun wahrscheinlich nicht alle). Und schön und gut, aber leisten können sich das wohl nicht alle… aber was ich eigentlich sagen will: meine lieben Initianten: Schwangerschaft ist auch jetzt keine Krankheit! Und nur weil die Krankenkasse dieses Taggeld bezahlt haben, heisst das nicht, dass Schwangere als krank eingestuft wurden. Wurde ja auch kaum eine krank geschrieben, sofern sie eine komplikationslose Schwangerschaft hatte. Und: das Krankentaggeld wird ja erst nach der Schwangerschaft ausbezahlt, also wie zum Geier kommt man auf so einen Slogan bzw. ein Scheinargument!? Schreibt doch in Zukunft bitte „damit die Krankenkasse entlastet wird“ oder was auch immer. Oder habe ich jetzt irgend etwas falsch verstanden!? Sorry, aber ich habe Journalismus studiert. Sprache und Worte sind mein Beruf und meine Berufung, also nehme ich halt gerne alles wörtlich und korrigiere zum Leidwesen mancher halt auch schnell mal ein Formulierung (mein Mann nennt das den „Klugsch…“-Modus und er hasst ihn, nur so nebenbei). Das heisst übrigens nicht, dass ich vor Fehlern gefeit bin… wer einen findet, darf ihn behalten 😉 Also das war jetzt so mein Senf zu einem für mich wirklich störenden, wenn auch nur kleinen Aspekt dieser Initiative, man möge es mir verzeihen 😉

Nun aber zu den Diskussionen auf Facebook. Ihr kennt alle meine Meinung zum Thema. Ich habe sie mehrfach geäussert… alle sprechen ja gerne von der Vereinbarkeit von Familie & Beruf. Ich kann dazu nur sagen, vereinbar ist es nicht. Man kann als Elternpaar nicht arbeiten und die Kinder betreuen. Etwas muss outgesourct werden. In der Regel natürlich die Kinder. Derweil bleibt der Haushalt liegen, nach der Arbeit kommt man erschöpft nach Hause, hat vlt noch rasch auf dem Weg eingekauft oder aber auch nicht, die Kinder haben Hunger, vereinnahmen die Eltern, die würden aber vlt gerne noch zum Sport oder sich mal in Ruhe hinsetzen. Es ist Stress! Für die einen weniger, für die anderen mehr, denn jeder organisiert sich anders. Wer die Betreuung schon im Haus hat, kann sich das Herumfahren und Wecken der Kinder am Morgen sparen, wer nur Teilzeit arbeitet, hat am Nachmittag noch genügend Zeit, um herunterzufahren um mit dem Kind zu spielen. Aber es gibt eben auch solche, die alles zusammen nur schwer auf die Reihe kriegen. Deshalb finde ich auch den von den Initianten genannten Vorteil, dass die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert werde“, einen ziemlichen Humbug.
Was ich auf jeden Fall nicht hören will, egal von wem, ist, sinngemäss: „Ah, Du hast studiert und bleibst zuhause. Das kostet mich und den Staat jetzt aber ganz schön viel!“ Oder, meist noch von Kinderlosen: „Sorry, aber nutzt Du der Wirtschaft irgendwas, wenn Du zuhause bleibst?“ Da könnte ich echt die Wände hoch gehen! Glaube nicht, dass ich das noch weiter ausführen oder kommentieren muss…
Ich habe auch keine Patentlösung für die ganze Thematik und ich kann auch kein anderes Land als Paradebeispiel heranziehen… denn in keinem scheint die Wahlfreiheit wahnsinnig gross, ausser vielleicht in DE oder AT, wo es dann aber wieder heisst, schön und gut, dafür sind die Steuern hoch und der Staat knapp bei Kasse… und dennoch bin ich dafür, dass einem Elternpaar zumindest im ersten Lebensjahr ihres Kindes, idealerweise noch etwas länger, eine reelle Wahlfreiheit gelassen wird. Ich bin für:

  • ein Betreuungsgeld, das die Eltern wahlweise für sich selber oder für eine externe Betreuung (Kita, Tagesmutter, Nanny, Leihoma etc.) beanspruchen können. Ob dieses Geld lohnabhängig ausbezahlt wird? Würde wohl Sinn machen… auf jeden Fall lässt es eine Wahl. Es sollte hoch genug sein, damit die Eltern sagen können, doch, das reicht mir, um noch eine Weile (länger) zuhause zu bleiben. Wird es lohnabhängig bezahlt, wäre dies natürlich umso mehr der Fall…
  • eine längere Karenzzeit (mindestens 24 Wochen plus die schon bestehende Möglichkeit, unbezahlten Elternurlaub anzuhängen, was mit einem Betreuungsgeld dann ja gar nicht mehr unbezahlt wäre.
  • Vaterschaftsurlaub. Die Unternehmen sind da bis jetzt frei. Manche gewähren dem frisch gebackenen Vater einen freien Tag (einen! Lächerlich!), andere sind kulanter und gewähren bis zu 2 Wochen (vorbildlich, aber immer noch etwas zu wenig). Die meisten Väter nehmen selbstredend 2-3 Wochen Urlaub, mehr liegt bei 4-5 Wochen Jahresurlaub verständlicherweise nicht drin. Die Schweiz verlangt in einer Initiative aktuell 20 Tage. Das klingt doch mal vernünftig. Für die Bindung zum Kind und Unterstützung der Mutter im Wochenbett sowie allfälligen Geschwisterkinden von unschätzbarem Wert! Das muss einfach machbar sein!
  • Teilzeit- und Heimarbeit sollte einfach mehr unterstützt und gefördert werden. Klar, ein Verkäufer oder eine Krankenschwester kann nicht von zuhause aus arbeiten. Aber es gibt genügend Berufe, in denen dies zumindest einen Teil der Zeit möglich sein sollte. Warum es nicht gemacht wird? Keine Ahnung… mangelndes Vertrauen? Fehlende Kontrolle? Weil man es zu wenig kennt. Aber wenn es keiner je versucht, wird’s auch nix. Da reden alle von mehr Mobilität, flexiblen Lösungen, smarteren Büros. Es wäre mal an der Zeit, das auch umzusetzen. Die Vorteile liegen auf der Hand, nicht nur für den Arbeitnehmer, der zuhause bisweilen störungsfrei viel produktiver ist, sondern auch weil er sich so z.B. einmal in der Woche den Arbeitsweg spart, damit Zeit und der Verkehr ist auch entlastet. Erreichbar ist man heute ja trotzdem immer und überall, ich sehe da also wirklich kein Problem.
    Teilzeit: diese Mitarbeiter sind einfach produktiver. Und auch hier existieren die Barrieren wahrscheinlich mehrheitlich im Kopf…

Warum mein Mann der wahre Held hier ist… 
Schon vor der Geburt unserer Kinder haben wir ausgemacht, dass ich zuhause bleiben werde bzw. nur eine geringe Stundenzahl arbeiten, ansonsten aber auf die Kinder schauen. So ungefähr das „klassische Rollenmodell“ wie es oft genannt wird. Das ist nun seit über 6 Jahren so und funktioniert mehr oder weniger gut. Am Anfang, nach der Geburt, war es nicht einfach, den ganzen Tag allein zu sein mit dem Baby. Alles war neu und schwierig für mich und abends hatte ich oft den Impuls, das Baby dem heimkehrenden Mann noch in der Tür in die Arme zu drücken. Ein Vaterschaftsurlaub oder temporäre Teilzeit- oder Heimarbeit für den Mann wären mir hier sehr gelegen gekommen. Beim 2. Kind war es schon kein grosses Thema mehr. Es gab genug Herausforderungen, aber ich kam rasch selber gut klar. Und einsam fühlte ich mich nicht mehr. Da war ja schon ein Kleinkind, mit dem ich mich unterhalten konnte 😉
Dadurch, dass wir beide Kinder ab ca. 8 Monaten für zwei Vormittage bei Tagesmutter/Kita eingewöhnen konnten und auch die Schwiegermutter verfügbar war, hatte ich auch Zeit zum Arbeiten, Verschnaufen, zum Friseur oder Sport zu gehen etc. Ich kam ja abends nie raus, wollte das auch lange nicht und es passte so. Als Freischaffende konnte ich mir die Arbeit immer selber einteilen und zur Not auch mal abends noch an den PC. Perfekt! Die Kleinkindjahre waren anstrengend, ich hatte nie das Gefühl, weniger zu leisten als mein Mann, wenn halt auch anders… auch er war froh, dass er arbeiten konnte und sich nicht mit Trotzphasen herumschlagen und viel Zeit auf Spielplätzen unter anderen Müttern verbringen musste 😉 Eine Win-win-Situation. Aktuell erlebe ich den Job meines Mannes als sehr herausfordernd. Er arbeitet wirklich viel, hat oft auch Abendtermine. Und wenn er dann heim kommt, erlebt er auch die ganze Abendfrustration der Kinder (müde, hungrig, nicht-schlafwillig, den Papa volllabern mit allen Neuigkeiten… ihr kennt das 😉 Für private Unternehmungen bleibt ihm da kaum Zeit. Zudem fehlt die nötige Energie und da unsere Kinder eher Eulen als Lärchen sind, will er wenigstens abends für sie da sein. Obwohl ich es schon als grosse Qualität für unsere Familie ansehe, dass er mittags eine halbe Stunde mit uns verbringen kann. Die Kinder erzählen dann ihre ganzen Erlebnisse aus Schule und Kindergarten (abends haben sie das meist wieder vergessen 😉 und wir können uns alle austauschen. Dafür bin ich wirklich dankbar.
Ohne den unermüdlichen Einsatz und den Verdienst meines Mannes, würde diese Familie nicht funktionieren. Auch wenn ich mir Mühe gebe, ihn zu entlasten, so gelingt mir das leider nicht immer zu meiner Zufriedenheit. Diskussionen und Reibereien gibt es immer mal wieder. Das gehört halt auch dazu. Es zeigt mir aber auch, dass Beruf und Familie nicht vereinbar sind, für meinen Mann ist es mit Sicherheit nicht immer einfach, es ist ein Kampf an allen Fronten und es gibt immer etwas, das zu kurz kommt… Dass ich zuhause sein kann, dass ich die Kinder seit Kindergarteneintritt nicht mehr zur Kita bringen muss, ist für mich ein Segen. Nicht, weil die Kita schlecht war, im Gegenteil! Aber gerade mein Grosser ist ein Kind, das am liebsten zuhause ist. Er fühlte sich dort nie so richtig wohl. Auch im Kindergarten gefiel es ihm nicht immer… das hat sich dann aber im 2. Jahr gebessert. Die Maus dagegen wäre am liebsten ganztags in der Kita geblieben und ist nun ein begeistertes Kindergartenmädchen. Wir sparen nun natürlich auch den aufgrund des Verdienstes meines Mannes hohen Betrag, den wir für die Kita zahlen mussten. Dennoch, es war toll, sie zu haben und in den Ferien oder sollte ich sonst wann dringend mal (nach)mittags eine Betreuung brauchen, werden die Kinder dort sehr gut aufgehoben sein. Aber die Logistik ist nun etwas einfacher und das Gefühl ist ein anderes… ich hoffe, Ihr wisst, was ich meine… 😉
Fazit: ich bin glücklich so, wie wir es haben. Ich geniesse es, die Kinder um mich zu haben. Klar, manchmal ist es nervig, aber im Moment ist es wirklich schön (ausser wenn sie quengeln :D). Ich habe das Gefühl, mein Mann hält uns allen den Rücken frei. Ich wünschte mir mehr Freizeit für ihn, z.B., dass er mal früher Feierabend machen (und so harmonischer ankommen weil die Kinder dann noch halbwegs fit sind 😉 und allenfalls Arbeit für den späteren Abend mit nach Hause nehmen könnte, aber ich denke, dass auch ich irgendwann, wenn unser 3. Kind 5, 6 Jahre alt ist, dafür sorgen werde, wieder mehr zu arbeiten. Einen Fuss behalte ich immer drin… wir leisten uns jetzt den Luxus, dass einer von uns mehrheitlich zuhause sein kann, wir verzichten dafür auf Dinge, die sich manche Doppelverdiener leisten können, sei es 2x im Jahr in den Urlaub zu fahren, öfter mal auswärts zu essen, beim Einkauf nicht alles zu hinterfragen und das gute Gefühl, dass der Kontostand nie zu tief sinkt… und da jammere ich auch noch auf hohem Niveau, es gibt sicher mehr Familien, die, obwohl beide Elternteile arbeiten, mit viel weniger auskommen müssen.
Ja, ich bin dankbar. Dankbar, dass wir unseren Weg so leben können, dass ich für die Kinder da sein kann, dass mein Mann uns das alles ermöglicht, dass wir gesund und munter sind und dass wir die WAHL haben. Und das wünschte ich mir eigentlich für alle…

Beitragsbild: Nadine Haltner Fotografie

Lebenszeichen…

Ja, ganz schlecht, wenn man sich als Blogger tage- oder gar wochenlang nicht zu Wort meldet… aber es gibt ja noch Facebook, wo ich eigentlich doch regelmässig was poste, weil das eben bequem vom Sofa aus mit dem Handy geht und nicht viel Text nötig ist 😉 Nicht, dass ich nicht gerne schreibe, aber ich war die letzten beiden Wochen ziemlich absorbiert, mit mir selbst beschäftigt und wenig am PC (was ja gut ist). Das bessert sich hoffentlich demnächst… aber auch die nächsten zwei Wochen sind relativ voll… ich habe drei Schreibaufträge erhalten (davon den Kürzesten schon erledigt), einen Häkelauftrag (erledigt ;), vier Trageberatungen (mit heute zwei schon durchgeführt 😉 und am Mittwoch steht ja noch mein Geburtstag an, das heisst es wird Nachmittagsgäste (Mamas und Kinder) und Abendbesucher (der Rest) geben… da müssen wir das eine oder andere noch vorbereiten und mein Mann war schon so fleissig, einen Teil für’s Abendessen vorzukochen… Kuchen fehlt noch, das ist dann mein Job 😛
Ja, Ihr seht also, es läuft recht viel und wegen des FL-Feiertages hatte mein Mann grad auch 4 freie Tage… es kam also in der letzten Zeit alles ein wenig zu kurz und ich kam nicht wirklich zu tun, was ich wollte oder brauchte einfach viel länger dafür als üblich. Aber ab und zu ist das ganz OK, solange Deadlines trotzdem eingehalten werden und nichts wirklich leidet (bis auf mein schlechtes Gewissen… :P)… Die wenigsten Sachen laufen davon 😉
Aber es ist schon krass… noch ein Monat und die Sommerferien stehen unmittelbar bevor! Das Wetter ist sosolala, also mal warm und sonnig, mal regnerisch und das ist ganz OK so, ich bin kein Fan von Hitzewellen und gehe nicht gern ins Freibad…
Noch 2,5 Monate und für die Kinder beginnt ein neuer Lebensabschnitt (Kindergarten- und Schuleintritt). Offiziell gibt es hier nicht den Hauch einer Bestätigung, dass mein Sohn überhaupt in die Schule kommt. Die Schweizer nehmen das wohl nicht so ernst. Die Liechtensteiner hatten längst Infoabende, Gespräche, Besuchstage, erhielten Unterlagen. Ich werde also langsam nervös, denn ich wüsste schon gerne, wo und wann mein Sohn am 15. August anzutraben hat, was er als Znüni mitnehmen darf, wer in seiner Klasse ist, wer ihn unterrichten wird und wie der Stundenplan aussehen wird – boah, wird das spannend, ich möchte grad auch nochmal eingeschult werden! 😀
So, nebenan singen gerade vier Kinder (davon zwei eigene :D) den Ninjago-Titelsong mit und spielen Jenga. Witzig… noch etwa fünf Wochen bis zu unserem Mallorca-Urlaub und ich habe noch nichts organisiert… letztes Jahr bin ich viel zu spät zum Kleiderschweden, weil ich noch einen Bikini brauchte. Ich dachte ja nie, diesbezüglich dort mal Leere in den Regalen anzutreffen aber es war wirklich so. Deshalb sollte ich das heuer wohl früher erledigen, nur, wann!? Meine „freien“ Vormittage sind die nächsten zwei Wochen nun mal voll mit Arbeit und Terminen und mit den Kids werde ich sicher nicht in den Laden gehen… aber mal sehen… für die Kids, zumindest für die weisshäutige Maus, will ich zudem noch UV-Badekleidung kaufen. Sowas mache ich immer gerne, denn das gehört zur Urlaubs-Vorfreude 😉
So, dann werde ich mich nachher mal ans Abendessen-Kochen machen… habt eine gute Woche und Ihr hört hoffentlich bald wieder von mir! 😉

35 Jahre – mitten im Leben

In weniger als einem Monat kündigt sich wie jedes Jahr der Tag an, den man als Erwachsenen am wenigsten schätzt: der eigene Geburtstag. Ab einem bestimmten Alter, das ich längst überschritten habe, wacht man nicht mehr vor Spannung auf die Geschenke freudigst auf, sondern würde sich eigentlich lieber wieder umdrehen und erst dann wieder aufwachen, wenn man eine dem Tag würdige Situation vorfindet: weisser Sandstrand, eine bequeme Doppelliege mit Blick auf türkisblaues Meer, Sonnenschein und angenehmer Wind. Der Bikini zwickt nicht, die Haut sanft gebräunt und ein Hotelangestellter serviert soeben ein kühles Getränk. Aber, nein, es ist, wie es ist, im Leben, ein Tag wie jeder andere mit schonungslosen Nachrichten: „ein Jahr älter, Du Kuh! Von jetzt an geht es nur noch abwärts mit Dir!“ Danke aber auch. Und wann habe ich eigentlich begonnen, mich alt zu fühlen? Als die ersten Fältchen im Laufe des Tages nicht mehr verschwanden? Als mich jüngere Typen schamlos „alt“ nannten? Als ich bemerkte, dass Sport seinen Tribut zollt und abends im Bett meinen Körper mit Schmerzen quält? Als mich ein Kind mit „Grüezi“ begrüsste? Ich weiss es nicht, es kam wohl schleichend…

Kurzer Check… wie geht es mir mit 35?

Körper: Kriegsgebiet
Seele: Tornado
Geist: Rostlaube

Summa summarum: Kollateralschäden, soweit das Auge reicht…

Der Punkt im Leben also, an dem man näher an der 40 als an der 30 ist, ruft Mid-Life-Crisis-Symptome hervor… wäre ich ein Mann, würde ich mir ein schnelles Auto kaufen und mir eine 20-jährige anlachen. Als Frau ist das nicht ganz so simpel… vermutlich stünde jetzt die erste Schönheits-OP an. Ein Facelift, etwas Botox, Fettabsaugen, Brustkorrektur (höher, weiter). Dafür fehlt mir das Budget. Ist wohl auch besser so! Stattdessen gönne ich meinem Körper (Kampf)sport galore – besser als jede Droge und vielleicht erspart es mir auf Dauer das Fettabsaugen (aber nicht den Chiropraktiker)? Ich versuche, mich halbwegs gesund zu ernähren (was regelmässig scheitert). Ich unternehme nicht-invasive kosmetische Massnahmen. Die Fassade muss aufrechterhalten werden, so gut es eben geht… man greift schon mal mit schlechtem Gewissen zur Anti-Aging-Gesichtslotion und lässt die jugendliche N*vea soft Creme links liegen, deren Design viel schöner ist… mit einem Seufzen. Partyeskapaden? Alkohol? Fehlanzeige. Alles schlecht für die Haut. Aber ich vermisse es auch nicht. Selten. Ja, älter werden ist für Frauen nicht einfach. Man sagt meist nur Männern nach, dass sie mit Fältchen und grauen Haaren an Attraktivität und Charakter gewinnen (George Clooney!).
Und was geht hinter der Fassade ab? Ich blicke zurück. Immer mal wieder. Aber lieber nach vorn. Geboren am 1. Juni 1981 in Chur GR. Unweit davon starb meine Mutter vor Jahren, weshalb ich die Stadt nicht mehr sehen will, es sei denn es muss… unauffällige Kindheit. Da mein Bruder recht älter war, wuchs ich quasi als Einzelkind auf. Das war nicht immer einfach. Ich vermisste eine Schwester… umso mehr hing ich gern mit anderen Kindern rum… ich malte viel. War ruhig. Hatte erst Fische als Haustiere und später einen Westie. Ich mochte die Schule und war gut darin. Ich war eher der Aussenseiter… auch im Gymi. Ein Sozialnerd*, der mit anderen Nerds rumhing und meist als eine der letzten in die Völkerball-Mannschaft gerufen wurde. Ich musste 19(!) Jahre alt werden bis ich endlich einen Typen kennenlernte, der mein Schmachten erwiderte. Den heiratete ich dann auch, irgendwann nachdem ich das Studium abgebrochen hatte. Aber ich entwickelte mich weiter als er, es passte nicht mehr… ich machte einen Fehltritt und reiste beruflich nach Japan, wo ich meinen jetzigen Mann kennen lernte. Als ich zurückkam, war die Wohnung leer und ich bald geschieden. Zwei Jahre später sagte ich nicht nur erneut „ja“, sondern trug auch unser erstes Kind unter dem Herzen. Es ist ein Klischee, aber mein Leben war danach wirklich nicht mehr dasselbe und ich ein neuer Mensch. 9 Monate später begann ich diesen Blog. Fast 6 Jahre lang schwamm ich in der Mama-Blase, mal mehr, mal weniger glücklich. Aber eigentlich sehr zufrieden, wäre da nicht die schlechte Figur gewesen… Die Kinder waren anstrengend, sehr sogar. Wenig Schlaf, viel Süsses… das musste aufhören. Ich mochte mich so nicht mehr. Daher die Sportattacke. Und die half. Sehr. Am Ziel bin ich noch nicht. Die Ernährung, wie gesagt, ist noch ein Streitpunkt in mir… 😉
Und beruflich? Das ist vielleicht der Grund, weshalb ich denke, nichts erreicht zu haben. Aber eigentlich habe ich auch keine Ambitionen, hatte ich nie… ein Sozialnerd kämpft sich selten an die Spitze. Trotzdem habe ich mich selber überrascht, als ich irgendwann das Japanologie- und Publizistikstudium gegen die Ausbildung zur Journalistin eintauschte? Warum? Eben darum, weil es für mich früher nichts Schlimmeres gab, als auf Leute zugehen zu müssen. Es ist mir bis heute schleierhaft, ob ich mit dieser Berufswahl eine Selbsttherapie einleiten wollte oder ob es einfach die Folge eines Hirn-Blackouts war… Mit meiner ersten, richtigen Stelle wurde tatsächlich alles besser… ich fühlte mich wohl. Es war mir/uns damals aber auch klar, als wir uns für Kinder entschieden, dass ich zuhause bleiben und höchstens ein kleines Pensum weiter arbeiten würde. Ich stieg denn auch später wieder ein als versprochen und verärgerte damit meine Vorgesetzten. Aber das Kind war mir wichtiger und irgendwann trennten wir uns in gegenseitigem Einverständnis während ich längst als freie Mitarbeiterin dann schrieb, wann ich wollte. Bis heute ist es für mich der perfekte Job, da ich ihn mir einteilen kann und ein Grossteil der Arbeit von Zuhause aus erledigt werden kann. Das Bloggen nimmt auch viel Zeit in Anspruch und ich sehe es auch fast als Job an, wäre da nicht der Fakt, dass mich niemand in bar dafür bezahlt. Aber ab und zu bekomme ich Produkte und das sowie der Spass an der Sache und das tolle Feedback bzw. die Interaktion mit den Lesern motiviert mich ebenso.

Noch so ein Neben-Job ist die Trage- und Windelfreiberatung. Zwar habe ich im Schnitt nur etwa eine Beratung im Monat und der Verdienst ist klein (und die Ausrüstung wird sich nie amortisieren) aber auch dies ist ein Herzprojekt

Ausblick

35 Jahre und kein bisschen weiser… das ist schon so. Ich fühle mich oft mehr wie 5 als 35. Im Herzen noch Kind und manchmal nur Dummheiten im Kopf… aber vielleicht muss das so, weil’s sonst langweilig wär‘…
So, das Leben geht weiter und macht, was es will. Stets eine neue Überraschung parat. Hier ein Schock, da ein Schicksalsschlag, selten ein Zuckerschlecken aber immer geht es weiter. Schöne Momente gibt es natürlich auch, wir wollen mal nicht kleinlich sein… aber im Grunde, weiss keiner, was kommt. Jeder Tag ist ein Tritt in den Hintern und ich bleib‘ Zen – so soll es sein! #ironieoff Stay tuned for the fun! 

Und die Gretchenfrage an Euch: wie habt Ihr’s mit dem Alter? Alles cool? Leichter Bammel? Gleichgültigkeit, Zufriedenheit oder älter werden rockt

*schüchterner Mensch mit verschwindend kleinem Selbstbewusstsein, der sich gerne kleiner macht als er ist und lieber zuhause in der Stube hockt als unter „normalen“ Gleichaltrigen verkehrt.

Fotos: üble Selfies mit blauem Auge. Kein Makeup bis auf: Lipstick Novum von Dr. Hauschka.

We survived Easter / hallo Frühling!

So, da wären wir mal wieder… mitten im Leben. Die 4 freien Tage haben wir recht gut überstanden – mit raus gehen (ein bisschen), Besuchen (viel) und Schokolade (seeehr viel). Ich will mich also mal nicht beklagen, es hätte schlimmer kommen und können und das Wetter war auch ganz annehmbar soweit 😉 Aktuell haben wir ein Föhn-Hoch und ich hab‘ die arbeitsfreie Zeit genutzt, um mich mit der Steuererklärung auseinanderzusetzen (grrr) und mit dem Bike den Berg hoch zu fahren (yeeeeehaaaaw!). Ich rechnete nicht damit, weiter als 100m zu kommen aber irgendwie lief es mir… zwar liess mich nach wenigen Kurven das Online-Radio im Stich, aber die Muskeln und der Wille waren wohl fit 😉 Ich dachte, ich schau‘ mal, wo das lokale Berggasthaus liegt, aber ganz so weit hab‘ ich’s zeitlich dann doch nicht geschafft, schliesslich wollte/musste ich wieder runter, duschen und kochen. Ich bin aber zufrieden mit diesem Start und mit mir und motiviert für weitere Touren 🙂 Kann sein, dass meine Beine das morgen anders sehen? (Muskelkater?) Aber auch das geht vorbei 😉 Und die vielen Schoggieilikalorien müssen ja irgendwann weg!
Ansonsten ist hier wieder alles schön alltäglich, niemand ist krank, ich leide nur partiell an Heuschnupfsymptomen. Gestern fiel allerdings unser Playdate am Nachmittag wegen Krankheit der Kollegin ins Wasser aber am Morgen hatten wir schon eins und den Zvieri haben wir dann halt verteilt.
Die Zeitumstellung verkraften wir auch ganz gut, übrigens. Mit mehr oder weniger Schlafmangel, Verschlafen und Nicht-Rhythmus 😛
So, jetzt Kinder einsammeln und dann noch rasch auf einen Kindergeburi düsen… habt’s gut in der noch verbleibenden Restwoche!

Ausbau der Finanzierung der Kinderbetreuung in Liechtenstein

Aktuell wird in meiner „alten“ Heimat Liechtenstein recht kontrovers über die Pläne der Regierung diskutiert, die Finanzierung der Kinderbetreuung (Kita-Plätze, Mittagstisch etc.) auszubauen. Subventioniert wird jetzt schon, aber nicht überall.
Im Grunde ist es natürlich fair, alle Betreuungseinrichtungen gleich zu behandeln. Und die Subventionierung kommt theoretisch direkt den Eltern zugute, da die Kita-Plätze ansonsten teurer wären. Die Kitas sind jedoch in ihrer Preisgestaltung grundsätzlich frei, d.h. die neu von der Subventionierung mitbetroffenen Kitas müssen ihre Preise nicht zwingend nach unten anpassen. Im Vernehmlassungsvorschlag wird der Regierung die Möglichkeit eingeräumt, Regeln für die Preisgestaltung festzulegen, was auch Sinn machen würde. Die Kitas, die ich bisher persönlich genutzt habe, verfügten über lohnabhängige Tarife, was hoffentlich auch andere Kitas so handhaben.
Dass in Zukunft auch Betriebskitas unterstützt werden sollen, finde ich lobenswert, denn Betriebskitas bieten gegenüber anderen Kitas den Arbeitnehmern den konkreten Vorteil, im Notfall sofort bei ihrem Kind zu sein oder auch stillenden Müttern, ihr Kind problemlos in den Pausen zu stillen, ohne die Milch abpumpen zu müssen.
Tagesmütter werden nicht direkt subventioniert, dafür erhält der Vermittler und Ausbilder von Tagesmüttern in Liechtenstein, das Eltern-Kind-Forum in Vaduz, jährlich pauschal CHF 310‘000. Das Eltern-Kind-Forum vermittelt u.a. auch Babysitter, veranstaltet Kurse, Referate etc. und ist in der Elternberatung tätig.
Der Ausbau der Kita-Finanzierung wird gemäss der Einschätzung der Regierung auch zu einer Verbesserung des Angebots führen, d.h. konkret, dass es mehr subventionierte Kita-Plätze geben wird. Ziel sei es, wie das Ministerium der Gesellschaft auf meine Anfrage hin erklärte, „dass es keine Wartelisten mehr geben soll und Eltern stets ein genügendes Angebot an bezahlbaren Kita-Plätzen vorfinden sollen. Das oberste Ziel aber sei die Wahlfreiheit. Diese sei nicht gegeben, wenn ein Kita-Platz mehr koste, als eine Mutter verdiene.
Auf die Frage, was man kritischen Stimmen entgegne, die bemängeln, dass Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, zu wenig unterstützt würden, antwortete mir das Sekretariat wie folgt: Es gebe bereits eine Vielzahl an Unterstützungsleistungen, die allen Familien zu Gute komme (richtig: ALLE Familien, also auch diejenigen, deren Kinder fremdbetreut werden) und: Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, müssten ja auch keine Elternbeiträge an die Kita ausrichten. Das ist zwar korrekt, ABER, sie verdienen dafür ja auch nichts in der Zeit, in der sie die Kinder betreuen. Und unter Umständen profitieren sie auch nicht wie (voll) arbeitende Elternteile, von Beiträgen an die Krankenkasse und AHV-Leistungen. Es ist also finanziell weitaus „riskanter“, als Elternteil zuhause zu bleiben. Ist damit die Wahlfreiheit wirklich gegeben?
Dazu kommt der gesellschaftliche und wirtschaftliche Druck, der derzeit herrscht und, insbesondere Frauen (bei Männern ist es zunehmend umgekehrt, was natürlich durchaus löblich ist) ein schlechtes Gewissen macht, die (länger) zuhause bleiben möchten. Sh. auch meine Buchrezension hier von „Vater, Mutter, Staat“.
Da bröckelt meiner Meinung nach die Wahlfreiheit merklich, vor allem dann, wenn ich von einzelnen (werdenden) Müttern höre, dass ihr Arbeitgeber kein von ihnen gewähltes, geringe(re)s Teilzeitpensum akzeptiert und mit der Kündigung gewinkt wird.
Wenn mir dann noch jemand weismachen will, dass mehr Kita-Plätze zu mehr Geburten führt, was ja in den meisten Staaten auch ein angestrebtes Ziel ist, dann kann ich nur den Kopf schütteln, denn mehr Kinder gibt es wohl eher dort, wo tatsächliche Wahlfreiheit herrscht und nicht ein Familienmodell einseitig gefördert wird oder auch dort, wo die Verfügbarkeit von familiärem Rückhalt gegeben ist (Grosseltern in der Nähe etc.).
Frankreich z.B., das seit Jahren als Vorreiter in der schon sehr frühen Kinderbetreuung gilt, landete in einer UNICEF-Studie in 30 Ländern zum Wohlergehen von Kindern auf dem letzten Platz. Franzosen stehen zudem seit Jahren an der Weltspitze im Verbrauch von Antidepressiva. Man lese z.B. hier: http://www.zeit.de/2013/37/frankreich-kinder-staatliche-fruehfoerderung/komplettansicht
In Frankreich werden vielleicht genügend Kinder geboren, die Wahlfreiheit ist jedoch kaum gegeben. Wer als Mutter länger als 3 Monate zuhause bleibt, wird schräg angesehen.

In punkto Wahlfreiheit kommt mir auch die Galle hoch, wenn ich höre, wie eine lokale Politikerin im Radio sagt, dass es „im staatlichen Interesse“ sei, dass die Frau arbeiten gehe. Der Staat müsse ihrer Meinung nach Massnahmen ergreifen, damit eine Frau wirtschaftlich eigenständig bleibe, eine Rente aufbauen können etc. Und deshalb müssten Kitas gefördert werden. Und vorbei ist es mit der Wahlfreiheit! Und ich gehe mal stark davon aus, dass die Politikerin von ihrer Aussage die Väter nicht ausnimmt, die zum Teil auch für ihr Recht kämpfen, bei ihrem Kind zu sein. Es hat also gefälligst kein Elternteil Vollzeit zuhause zu bleiben. Ich nehme an Teilzeit wäre noch akzeptabel…

Ich denke nicht, dass es der Staat schaffen wird, eine tatsächliche Wahlfreiheit zu gewährleisten. Leider scheint es zu teuer zu sein, die Familienarbeit als solche anzuerkennen und entsprechend zu honorieren (ganz abgesehen von den Geldern und Vorteilen, die auch Familien erhalten, die ihr Kind fremdbetreuen lassen). Leider ist es so, dass die Gesellschaft es den Familien zusehends schwieriger macht, weniger zu arbeiten. Zu hoch sind die Ansprüche in der Generation „Geiz ist geil“ und „alles haben wollen“ (und da nehme ich uns nicht aus!) Man will ein Haus, zwei Autos und mindestens einmal im Jahr in den Urlaub. Das Kind soll ins Frühenglisch, in die Musikpädagogik, Ski fahren und Tennis spielen. Das alles kostet und muss finanziert werden.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Familienmodellen. Die Vielfalt ist gross und jede Familie muss für sich selber entscheiden, welches Modell sie wählt. Ich kann jedem nur raten, in den ersten Jahren so wenig wie möglich zu arbeiten (egal welcher Elternteil, im Idealfall teilen sich beide die Erwerbsarbeit nach der Karenz/dem Elternurlaub auf). Und ich kann nur hoffen, dass die Betriebe diesen Wunsch respektieren und darauf eingehen soweit es irgend möglich ist – das gilt insbesondere auch für Väter, die Teilzeit arbeiten möchten, und davon wird es immer mehr geben. Es ist wunderbar, wenn man als Eltern die Möglichkeit hat, auf private Ressourcen zurückzugreifen. Die Grosseltern! Geschwister! Andere Verwandte und Nachbarn. Für die Kindererziehung braucht es ein Dorf. Das ist kein alter Hut. Und selbstverständlich braucht es Kitas, Tagesmütter etc. für all jene, die über kein Dorf verfügen. Aber nutzt auch Euer Netzwerk, in Zeiten der sozialen Medien dürfte dies nicht allzu klein sein! Es gibt ziemlich sicher Eltern in Eurer Nähe, die ebenfalls einen Teil ihrer Zeit zuhause verbringen und froh um Unterstützung sind. Tut Euch zusammen, teilt Euch die Betreuungsarbeit auf. Wir haben so ein wenig eine Mentalität des „Allein-Durchwurstelns“ hier. Das muss nicht sein. Freundet Euch mit den Nachbarn an, schaut, wo es Synergien gibt. Vielleicht wird gerne mal kurz auf’s Kind geschaut wenn ihr mal den Einkauf mitübernimmt.
In Vaduz gibt es den Coworking-Space – ideal für freischaffende Eltern und ganz sicher könnt Ihr hier auch mal für kurze Zeit die Kinder mitnehmen. Oder teilt Euch eine „Nanny“, die bei einem von Euch auf die Kinder schaut. Seid kreativ! Die naheliegendste Lösung ist nicht immer die beste (und günstigste).

Wie auch immer… das Thema „Vereinbarkeit“ bzw. „Wahlfreiheit“ wird wohl auch in Zukunft keine für alle zufriedenstellende Lösung finden. Es bewegt sich zwar was, aber im Schritttempo. Dies gilt für die Politik und umso mehr für die Wirtschaft.