Von Planänderungen…

Eine ganze Stunde kämpfte sie heute Nachmittag gegen den Schlaf und ich fühlte mich zurückversetzt in die Zeit mit dem Grossen damals. Aber gell, Schweizer Ührli sind sie halt nicht, unsere Kinder. Es fing schon gestern Abend damit an, dass sie noch quietschfidel war, als ich kurz vor 20 Uhr vom Training nach Hause kam. Weiterlesen

Warum ich das Tragen liebe…

Ich habe alle meine Kinder getragen. Den Grossen leider nicht so häufig wie ich es im Nachhinein gerne getan hätte… ich bin mir sicher, dass dadurch vieles besser gewesen wäre, aber es hilft im Nachhinein ja nichts… Bei der Maus habe ich dann intensiv begonnen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich trug sie oft. Ich meine, man hat ja Kinder eh ständig auf dem Arm und im Tuch oder der Tragehilfe ist es nicht nur schonender, sondern auch praktischer. Man hat die Arme frei. Sei es für Geschwisterkinder, den Haushalt oder beim Einkaufen.

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Während  das Baby friedlich vorne drin schlummert, sind die Hände frei für anderes… hier z.B. zum Fotografieren beim Sonntagsspaziergang 😉

Ich gehe auch tragend spazieren. Das zusätzliche Gewicht schadet mir nicht und meine Kinder bekommen so viel mehr mit über von ihrer Umgebung als liegend im Kinderwagen. Aber ich will jetzt gar nicht gross über die vielen Vorteile referieren, die könnt Ihr nämlich im unten stehenden Link zu meinem aktuellsten Gastbeitrag lesen. Oder auf meiner Website „Nestwärme“, die ich vor Jahren nach meinem ersten Trageberatungs-Kurs erstellt habe und für die ich immer wieder verschiedene Tücher und Tragehilfen teste.

Einen Kinderwagen schaffen wir uns nicht mehr an. Tragen ist für mich einfach schöner. Schon mit der Maus habe ich den Wagen eher benutzt um Einkäufe etc. zu transportieren während das Kind auf meinem Rücken „mitlief“ 😉 Dafür wäre er praktisch, oder wenn man mal länger draussen unterwegs ist und das Baby kurz ablegen müsste… aber dafür lohnt es sich nicht, einen zu kaufen.
Zur Not können wir unseren Fahrradanhänger mit einem zusätzlichen Rad als Wagen benutzen.
Das soll jetzt aber keine generelle Absage an den Wagen sein! Es gibt Babys, die lieben es und dann passt das auch… und es gibt Eltern, die tragen nicht gerne – auch das finde ich OK, jeder, wie er will, ich erzähle hier nur, wie ich es mache…

Auch erwähnen muss ich, dass meine Kinder eben richtige Traglinge sind/waren, die sich kaum ablegen liessen. Es verging meist keine Minute, dann wurde gequäkt… ist ja auch logisch, denn am schönsten ist es für ein kleines Baby eben ganz nah bei der Mama – so wie im Bauch – warm und kuschelig. Den Herzschlag spüren, ihren Duft riechen, in ihr Gesicht schauen, ihrer Stimme lauschen, geschaukelt werden und alles um sich herum mitbekommen…

Zum Leidwesen meines Mannes bin ich auch ein wenig der Tuch-Sucht verfallen. Ein wenig… *räusper* Ich muss mir ein Lachen verkneifen. Falls Ihr Frauen kennt, die einen Schuh- oder Taschentick haben und damit ihre Schränke füllen, dann wisst Ihr vielleicht, was ich meine. Bei mir stapeln sich halt Tücher. Vorwiegend in pink oder lila, Mädchenfarben eben. Wenige auch in anderen Farbtönen… in verschiedenen Mustern, klar, verschiedenen Marken und Materialien, verschieden schwere Tücher… ja, da gibt es wirklich grosse Unterschiede. Wenn Ihr jetzt sagt: Tuch ist doch Tuch, dann sage ich Euch: Schuh ist Schuh, oder? Und falls Ihr mehrere Paar Schuhe besitzt, müsst Ihr jetzt nichts mehr sagen 😉 Ja, Tücher sind für mich, last but not least, auch einfach ein modisches Accessoire – wenn Mama schon keine Zeit hat, um sich im Alltag schick zu kleiden (wozu auch!?), dann macht wenigstens das Tragetuch was her.. 😉

Übrigens, hier mein aktuellster Gastartikel für babytalk.world zum Thema TragenBabys wollen getragen werden

Illustration: Les mamans winneuses

Buchrezension: „Geborgen wachsen“ von Susanne Mierau

Susanne Mierau dürfte vielen Lesern bekannt sein. Sie betreibt seit Jahren den erfolgreichen Blog „Geborgen wachsen“, aus dem auch der Buchtitel entlehnt ist. In ihrem Blog berichtet sie aus ihrem Familien- und Berufsalltag und greift regelmässig Themen einer bedürfnis- und bindungsorientierten Erziehung auf. Weiterlesen

Mission Mauszimmer: geglückt!

Endlich kann ich Euch über das fertige Zimmer berichten, wenn auch die professionelleren (Tageslicht-)Fotos noch ein wenig warten müssen, aber so einen kleinen Einblick bekommt ihr schon! J Die Tür hinein haben wir für die Maus an Heilig Abend geöffnet und sie war wirklich schwer begeistert. Strahlende Augen, ein „wooow“ und „das habe ich mir schon immer gewünscht!“ (obwohl sie das natürlich nie tat 😉 Offenbar haben wir ihren Geschmack getroffen und es schien ihr tatsächlich ein Bedürfnis zu sein, ein eigenes Reich zu haben. Zumindest nahm sie ihre Weihnachtsgeschenke im Laufe der Tage mit hoch (das Puppenhaus, ein Lego-Prinzessinnenschloss und so ein Pferdespielparadies), schloss die Tür hinter sich und spielte. Das tat sie immer wieder. Sie spielte zwar meist nur kurz und kam dann wieder runter aber das ist ja auch OK.

Sie öffnete freudig die Schränke und strahlte als sie dort ihre Kleider sah, die vorhin in der Kommode und im Schrank ihres Bruders waren. Sie freute sich am Abend auch sehr darauf, in ihrem Zimmer zu schlafen, das war überhaupt kein Thema. Suchte sich ein Pyjama aus, richtete sich das Kissen zurecht und schaltete die Nachttischlampe ein. Erst meinte sie, dass sie alleine schlafen würde aber sie rief mir dann später doch und so legte ich mich wie immer neben sie bis sie schlief und machte das Babyphon an. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Nacht rief sie 3x nach mir, habe mich also jeweils wieder zu ihr gelegt, bin dann entweder mit eingeschlafen oder wieder ins Elternschlafzimmer. Nur am gestrigen Abend meinte sie, dass es komisch riechen würde (so wie halt neue Möbel riechen) und bevorzugte dann unser Bett. Wir haben ausgemacht, dass wir heute vor der Bettzeit mal fleissig durchlüften. Mal sehen… J
Auch wenn ich selber unser Familienbett sehr mochte, ihre Nähe auch nach 4 Jahren noch mehr genoss als ich den daraus manchmal resultierenden Schlafmangel verfluchte, so war es dem Mann doch langsam ein Bedürfnis, das Bett wieder nur mit mir zu teilen. Ich wollte die Maus aber nicht hinauswerfen. Die Idee mit dem Zimmer war für mich darum schlicht ein Angebot, das sie annehmen kann oder auch nicht. Sie wollte von sich aus gleich dort schlafen und dass sie mich dazu noch partiell braucht, macht mir nichts aus. Ich bin sicher, dass sie mit der Zeit auch durchschlafen wird. Bis es soweit ist, gehe ich nun halt hin und her. Natürlich war es einfacher, neben ihr zu schlafen und sie gleich beruhigen/stillen zu können aber die Bedürfnisse meines Mannes sollten auch nicht länger aussen vor bleiben. 4 Jahre sind meiner Meinung nach ein gutes Alter, um seinem Kind etwas Privatsphäre anzubieten, zumal wir einen Jungen und ein Mädchen haben und der Sohn seine Schwester nicht mehr uneingeschränkt in sein (Lego-Bau-)Zimmer lässt. Das Spielzimmer im unteren Stock war und ist ein Raum für alle, auch für Kinder, die zu Besuch kommen und in dem auch ich noch gewisse Dinge in einem Schrank lagere, so dass dies auch nicht wirklich ihr „Reich“ war. Ich las zwar einmal, dass Kinder bis zum Ende(?) des Primarschulalters kein eigenes Zimmer benötigen, aber ich fand den Zeitpunkt passend. Es passt also nun für alle, denke ich. Und wenn sie noch eine Weile lieber bei uns schläft, dann ist das halt so.
Aber mal ehrlich: hätte sie irgendwann von sich aus nicht mehr bei uns schlafen wollen, wo hätte sie hin sollen ohne vorhandene Alternative?

Es folgen in den nächsten Tagen noch zwei weitere Beiträge, in denen ich Euch die Einrichtung genauer vorstellen möchte… J

Startschwierigkeiten

Der Aufenthalt im Spital war für mich alles andere als angenehm. Das Stillen, von dem ich ausging, dass sich das vom ersten Saugen an wunderbar ergibt, entpuppte sich als wahre Selbstkasteiung, die Tränen flossen Tag für Tag (Baby-Blues lässt grüssen) und niemand von den täglich wechselnden Hebammen/Schwestern hatte wirklich Zeit für mich und meine geschundene Seele. Zuhause kämpfte ich dann gegen den Schlafmangel (ich war der Ansicht, mich selbst exakt dann zum Schlafen zu zwingen, wenn auch der Kleine schlief – schwieriges Unterfangen, wie man sich denken kann) und realisierte dabei so langsam, dass ich mein altes Leben in den nächsten zehn Jahren nicht mehr führen werde (und es in zehn Jahren wohl so auch nicht mehr führen werden will, geschweige denn kann). Also: Keine exzessiven Shoppingtouren, keine mind.-3x-die-Woche-Sport-Pensen, kein Trödeln vor Kleiderschrank und im Bad, keine ungestörten Telefonate, Mailerein oder Chats mit der besten Freundin, kein Schalstricken, keine aufwendigen Backrezepte, keine effektiven Putzorgien, keine Kinobesuche und erst recht keine TV-Serien, kein Make-Up und keine Frisurexperimente, keine Wellnessferien, kein Geld, keine Musse, keine Zeit. Weder für mich noch für meinen Mann und für unsere Beziehung sowieso nicht. Fazit: Ich werde mich und meine Hobbies und Bedürfnisse komplett aufgeben müssen und mein Mann und ich werden hart daran arbeiten müssen um ein Paar zu bleiben und nicht bloss Eltern zu sein. Sich selbst so zu entsagen ist bereits ein grosser Kraftakt für ein verwöhntes Kind, das ich bin, dabei die Liebe zu bewahren, das ist nun wirklich eine Herausforderung fürs Leben! Man sieht, die Gedanken, die ich nach der Geburt des kleinen Menschleins hatte, das mein ganzes Leben auf den Kopf stellte, klingen nicht gerade positiv. Nein, ich bin keine dieser Voll-in-ihrer-Mutterrolle-aufgehenden-Supermamas. Ich habe arg mit meinem neuen Leben gehadert und tues es noch. Ein Prozess, der wohl noch ein Weilchen andauern wird. Nichtsdestotrotz hätte ich es früher oder später bereut, nicht Mutter geworden zu sein. Das ist einfach Bedürfnis, das ich schon als kleines Mädchen spürte und das ich nie in Frage gestellt habe. Hätte ich, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt? Fragt mich in zehn Jahren wieder! 😉