Sommer, richtig Sommer

Ich vermisse das Bloggen… ich meine das Tagebuchbloggen wie ich es eigentlich eh und je immer gemacht habe und in letzter Zeit natürlich weniger. Ich fasse abends oft nur unsere Erlebnisse mit Fotos für meine FB-Seite zusammen und poste das dann. Geht halt schneller… aber eigentlich hätte ich ja eine App auf dem iPhone womit ich das auch auf dem Blog machen könnte. Ich vergesse es nur leider ständig 😀 Nun ja… und es ist jetzt auch nicht so, dass ich jeden Tag bahnbrechende Neuigkeiten und tausende Fotos hätte. Deshalb ist das ganz OK wenn es hier mal eine Weile ruhig ist… Aber irgendwas läuft immer… und ich komme endlich mal wieder dazu, was aufzuschreiben… am Montag hatte das Mäuschen einen Schub oder so und war sehr unzufrieden. Ich litt mit, und unter Schlafmangel, auch weil sie sehr früh wach war.

Die ganze Woche war geprägt von Sonne und einer Hitzewelle, die nicht abflachen will… vergeblich warten wir hier auf ein abendliches Gewitter, das etwas Regen und Abkühlung bringt. Stattdessen geht uns der Rasen fast ein. Ich schätze nicht nur wir pumpen abends einige Liter Wasser in die Botanik…

Tragemama mit Baby im Oscha Slings Tragetuch mit Rosenmotiv

Unterdessen nahen die Sommerferien schlagartig. Waren doch eben gerade noch Frühlingsferien und noch etliche Schulwochen vor uns. Aber nun naht sich alles dem Endspurt und wir haben bereits den neuen Stundenplan erhalten. Der unterscheidet sich nicht gross vom alten. Neu hat der Grosse einfach am Montag den langen Nachmittag. Ob das Sportangebot am Dienstag noch besteht, weiss ich nicht, muss ich noch abklären. Mi-Fr ist wie gehabt frei. Die Maus hat nach den Sommerferien wie ich es vom Grossen noch kenne neu an zwei Nachmittagen Kindergarten, Mo & Do. Damit sind am Montagnachmittag zwei Kinder ausser Haus und je nach dem, ob das Mäuschen dann vielleicht sowas wie einen Mittagsschlaf macht, gibt mir das etwas Zeit für mich oder zum Schreiben *hoff*.

Aber das Mäuschen und der Schlaf, das ist noch eine täglich schwankende Komponente… Ich wünschte mir, sie hätte schon einen etwas vorhersehbaren Rhythmus, aber vielleicht ist es ganz gut so wie es ist, sonst denkt man ja wieder „sie muss jetzt schlafen weil sie immer um diese Zeit schläft“ und so achtet man halt eher darauf, wann sie müde wird und nicht auf die Uhr. Wobei ich auch oft denke „sie hat doch erst geschlafen, sie kann gar nicht schon wieder müde sein„. Kann sie aber wohl… das ist wie beim Abhalten/windelfrei. Sie hat doch grad erst gepieselt, sie muss sicher nicht schon wieder… und dann habe ich die Pfütze weil mich dieser doofe Gedanke und die Angst, sie zu stressen davon abhielt, sie wieder über’s Töpfchen zu halten. Naja, wir tragen jetzt halt öfter mal eine Windel…

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Der Grosse ist mit seinem Boulder-Grundkurs durch und wird nun noch einmal in der Gruppe schnuppern. Meinem Mann wird ja Angst und bange, wenn er sieht, aus welcher Höhe die Kinder loslassen und auf die Matte springen ohne, dass sie vorher gelernt haben, wie man abrollt. Aber vielleicht machen Kinder das ja noch intuitiv? Nun, ich bin gespannt, ob der Grosse es durchzieht und einmal mehr überrascht. Lange wollte er rein gar nichts ausprobieren. Und Klettern oder Bouldern ist jetzt wirklich nichts, das irgendwer von uns oder seinen Freunden macht. Aber ich finde es prima, denn es war nun wirklich sein Wunsch und wenn man sich die Boulderer so anguckt, dann wird man schnell neidisch. Vermutlich die mit Abstand duchtrainiertesten Sportler. Sich irgendwo an ’nem Felsen festzuhalten mit dem ganzen Körpergewicht und vielleicht sogar noch überhängend – das braucht extrem viel Kraft. Klimmzüge machen Boulderer wie andere Treppen steigen…
Die Maus schnupperte ja im Ballett… ebenfalls etwas, das sie niemandem abgeguckt hat und nur aus Büchern kannte. So wie es aussieht, möchte auch sie in Zukunft dort hin gehen. Damit hätten wir dann tatsächlich jedem Kind sein (Sport)hobby! Und wenn es nach dem Mann geht, sollten die beiden auch die Schwimmkurse weiterhin besuchen, wenn auch im (näheren) Buchs – um dran zu bleiben. Aber erst mal enden in den nächsten 2-3 Wochen die noch laufenden Kurse, dann sehen wir weiter.

So… die Tage hier sind also gerade so ein Überstehen der Hitze und Verkriechen zuhause… hält ja keiner aus! In mit steigt derweil die Sehnsucht nach Meer, aber heuer fahren wir wirklich nur für eine Woche ins Tirol weil es mit Säugling und zwei Kindern, die man noch beaufsichtigen muss, sicher nicht sonderlich entspannend wäre. Und die Kleine hätte mal sowieso nix davon. Nächstes Jahr sieht es dann ja vielleicht schon wieder anders aus wenn sie laufen, sändala und bädala kann… die Grossen sind dann auch wieder ein Jahr älter und mit Kinderclub im richtigen Hotel (ich zehre immer noch vom letzten Jahr und würde sofort wieder hingehen) könnte es ganz nett werden, wenn auch sicherlich noch nicht sooo entspannt mit einem Kleinkind. In ein paar Jahren dann wieder… 😉 Anyway, ich bin kein Freibad-Fan. Mir sind da definitiv zu viele Leute, zu viel Trubel, zu wenig Platz… ich brauche ein Hotel mit schöner Poolanlage und dann muss ich mich auch nicht mehr über die Hitze beschweren, weil ich nach Herzenslust baden kann 😉

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Ansonsten sind die Tage hier eindeutig auch abgesehen von der Hitze einfach sehr fordernd. Zwei Streithammel und ein Baby, dazwischen der Haushalt und die Arbeit. Abends grilliert der Mann meistens (mit seinem neuen Sportgerät, das nun endlich den vor Rost zerfallenden, alten Grill abgelöst hat), dann müssen die Kinder unter die Dusche und ins Bett gebracht werden (was sich meistens zieht, kein Wunder, bei der Wärme kann ja keiner gescheit schlafen), ich kümmere mich um das Mäuschen und wenn sie schläft, fällt Wäsche oder Arbeit an, oft beides. Dazu kommt dann die Müdigkeit und vielleicht noch 10 Minuten einfach nur noch ein Eis essen und am Handy rumscrollen bevor das Bett überfällig ist. Nur die Wochenenden sind gemütlich. Aber so kann ich mich auf den Ferienbeginn freuen, denn der Mann hat 3(!) Wochen Urlaub (eine davon sind wir weg) und egal wie es kommt, zu zweit kann man alles besser abfangen 😉
Und, tja, Sport am Abend kann ich aus oben erwähnten Gründen noch immer kübeln. Die Tage sind lang, ich bin müde, ich werde gebraucht und wenn man dann abends en famille endlich mal raussitzen kann, weil die Temperaturen angenehm sind, was Gutes auf dem Grill liegt etc., dann will man das halt auch geniessen… ich schätze mal, kühlere Tage gibt’s früh genug wieder und so setze ich einfach auf die, um wieder loszulegen…

Der Mann hat es auf Arbeit grad auch nicht locker… immer viel los… und bevor ich mich jetzt noch müde an einen weiteren Text setze, wünsche ich Euch allen da draussen einen möglichst kühlen Kopf! Schaut auf Euch! 🙂

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„unerzogen“ – Missverständnisse & Versuch einer Annäherung

Eins vorweg: das Wort „unerzogen“ ist unglücklich gewählt. Es erinnert zu sehr an „ungezogen„. Aber der Begriff hält sich für diese Haltung. Man könnte das Ganze einfach von der anderen Seite betrachten und sich mit dem Begriff „Erziehung“ auseinandersetzen, der von „ziehen“ kommt. Im Sinne davon, das Gefühl zu haben, man müsse sein Kind in eine bestimmte Richtung ziehen, es formen… aus Mangel an Vertrauen daran, dass unsere Beziehung zum Kind zentral ist. Dass diese und unser Vorleben wichtiger ist und das „Ziehen“ eigentlich überflüssig macht.

Über einen Beitrag, den ich gestern auf Facebook entdeckt habe, komme ich nun endlich dazu, über das Thema zu schreiben.
Ich weiss nicht, wann ich das erste Mal von „unerzogen“ gelesen habe, aber ich fand es spannend und las mich ein wenig ein. U.a. bei Alfie Kohn und natürlich in diversen Blogs (z.B. hier) und Facebook-Gruppen. Eine Zeit lang hatte ich auch das Magazin dazu im Abo, wofür übrigens auch der Kinderarzt und Autor Herbert Renz-Polster ab und zu schrieb – er dürfte ein Begriff sein. Auch Katia Saalfrank schlägt in dieselbe Kerbe. Die Ansätze von Jesper Juul und seinem familylab ebenso. So viel zum Thema namedropping, aber es geht mir in erster Linie mal darum, kurz aufzuzeigen, dass die Haltung, sein Kind nicht erziehen zu müssen nicht irgendein neumodischer Spleen ist. Für mich ist „unerzogen“ die logische Weiterführung der von Geburt des Kindes an gelebten, bindungsorientierten Elternschaft, des Attachment Parenting, das sich bei vielen mit Babys und Kleinkindern unterdessen sehr gut etabliert hat.
Um nochmals zum Beitrag zurück zu kommen… er wurde auf mehreren Seiten geteilt und die Kommentare darunter waren zum Teil negativ und zeigten auf, dass der Beitrag teils nicht ganz gelesen oder auch einfach nicht verstanden wurde. Leider war der Titel etwas irreführend. Es ging um Körperpflege bei Kindern und der Titel stellte in Frage, ob waschen, Zähne putzen etc. sein müsse. Natürlich meldeten sich, ohne zu lesen, zig Mütter zu Wort (und ich rede jetzt gar nicht von meiner Facebook-Seite, sondern von den anderen, wo ich den Artikel auch her habe), die schwarz sahen vor lauter Karieslöchern, Coli-Bakterien und fettigen Haaren. Dabei war das gar nicht die Aussage des Artikels. Die Autorin selber hat 4 Kinder, die sich regelmässig waschen und Zähne putzen. Aber sie wollte klar machen, dass sie gegen physische und psychische Gewalt ist, um die Körperhygiene durchzusetzen, also Zwang, Erpressung oder Schwitzkasten beispielsweise. Im Hinterkopf hatte sie wohl die vielen „Kämpfe“, die manche Eltern tagtäglich mit ihren Kindern haben, um sie eben zum Zähneputzen oder Haarewaschen zu bewegen. Sie ist dafür, dass man diese Dinge einfach vorlebt und sich Lösungen überlegt, welche die Grenzen der Kinder nicht überschreiten.
Und weil sie von einer „gleichwürdigen“ Behandlung und „auf Augenhöhe“ sowie „Befürfnisse vereinbaren“ sprach, kamen sofort Protestrufe, die, das Ganze völlig missverstanden: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen!“ Oder „Wer ständig nur die Bedürfnisse der Kinder erfüllt, zieht kleine Tyrannen heran!“ Darum geht es aber eben nicht!

Gleichwürdig heisst nicht gleichwertig

Bedürfnisse vereinbaren, heisst, auf die Bedürfnisse aller zu achten und Kompromisse zu finden

Und dann kommt oft das Beispiel, das immer kommt, so wie das Amen in der Kirche:
„Lässt Ihr das Kind denn einfach über die Strasse laufen wenn ein Auto kommt!?“
Natürlich nicht! Denn…

unerzogen heisst nicht antiautoritär oder laissez-faire
Weder werden die Kinder sich selbst überlassen, noch vernachlässigt.

Es geht um…

Beziehung, anstelle von Erziehung

Ich verweise an dieser Stelle auf diesen Beitrag, weil er mit vielen Missverständnissen aufräumt.

„Ach, die Kinder dürfen also immer alles selber entscheiden?“

Nein. Wie bereits oben erwähnt, werden sie nicht gleichwertig wie Erwachsene behandelt. Sie dürfen entscheiden, aber aus der Auswahl, die ich ihnen, der Situation entsprechend, mache. Wenn der Grosse keine Nudeln will, darf er sich nicht die Schokolade holen. Aber er kann ein Brot oder ein Joghurt haben – als Beispiel.

Oft heisst es auch: „Unerzogen? Das ist wohl für faule Eltern!

Mitnichten! Wer die Bindung und die Bedürfnisse ins Zentrum stellt, der führt u.a. Diskussionen, muss kreativ sein, Zwischenwege finden.
Leider falle auch ich viel zu oft zurück in ein altes, jahrelang von überall her geprägtes Muster und höre mich Erpressungen aussprechen: „Wenn Du nicht… dann…“ Davon will ich wegkommen. Ich hasse es. Ich hasse es. Mein Sohn hasst es auch, klar. Die Bindung zwischen uns geht in solchen Momenten sofort flöten – klar. Es ist der einfache, schnelle Weg, etwas zu erreichen wenn ich tatsächlich zu faul bin, um mich mit der Situation auseinander zu setzen und andere Lösungen zu finden. Ich muss dann aber nur in sein Gesicht sehen, in dieses enttäuschte, hilflose Gesicht und schon bereue ich es extrem. Natürlich muss mein Kind mich nicht immer mögen, aber würde ich ständig erpresst werden wollen!? Nein! Und ich will auch mein Kind nicht ständig in diese doofe Lage bringen. Es muss auch anders gehen. Aber genau das ist eben nicht einfach. Es setzt voraus, dass ich mich reflektiere, mir Dinge bewusst mache, mich mit mir und meinem Kind auseinandersetze. Es gibt Tage, da klappt das und es gibt Tage, da geht das einfach im Alltagsstress unter und ich bin dann abends alles andere als stolz auf mich.

Ist unerzogen das Nonplusultra? Unerzogen ist eine Haltung, es ist keine Anleitung, die man als Buch kaufen kann und kein Patentrezept. Ich will hier weder missionieren, noch „Werbung“ machen dafür, denn jeder findet „seinen“ Umgang in der Familie und bei mir hört das Finden und Lernen eben nie auf. Man kann sich informieren, sich durchlesen und das herausholen für sich, was für einen stimmt, was passen könnte. Das tue ich auch, regelmässig. Ich würde mitnichten behaupten, wir wären hier frei von Erziehung. Nein, leider überhaupt nicht. Auch wir handeln oft übergriffig, überschreiten Grenzen, üben Druck aus, machen Fehler (in meinen Augen) und merken es dann mittendrin vielleicht gerade noch; wie schon erwähnt: oft fehlt einfach die Zeit oder die Energie, um nicht in alte Muster zu verfallen. Aber jedes Mal wenn es mir gelingt, das eben zu verhindern, gewinnt etwas: nein, nicht das Kind, sondern unsere Beziehung. Und die ist mir sehr wichtig…

Es ist wahrscheinlich keine drei Jahre her, dass ich noch sehr oft total an den Anschlag kam und beinahe meine Nerven verlor. Vielleicht liegt es daran, dass die Kinder grösser wurden, vielleicht aber auch daran, dass ich geduldiger wurde oder eben auch daran, dass ich mich viel intensiver mit allem auseinandersetze, mein Handeln hinterfrage, die Situation genauer betrachte und nicht einfach blindlings lange eingeprägte Sätze von mir gebe…

Ich weiss, das ist alles schwer greifbar, wenig konkret und niemand hat die Weisheit für sich gepachtet, wie man mit Kindern umgeht oder eben nicht. Ich am wenigsten… Es ist ein für uns alle kein einfacher Weg, den wir finden müssen. Aber das hat auch keiner behauptet 😉

Und nochmal: ich will hier niemanden überzeugen, es war mir einfach ein Bedürfnis, nach den gestrigen Erfahrungen, den vielen Kommentaren, die ich hier und dort mitbekommen habe, aufzuräumen mit den vielen Missverständnissen und ich hoffe, das ist mir gelungen… und ob so oder so – fragen dürft Ihr immer! 

3 Monate Mäuschen

Heute ist mein kleines Mäuschen schon 3 Monate alt, d.h. vor ungefähr einem Jahr wurde ich schwanger. Es ist, als wäre es gestern noch gewesen, dass ich die Schwangerschaft bemerkte und mich über den wachsenden Bauch freute. Aber schon kurz nach der Geburt (an die ich mich auch noch sehr gut und gerne zurück erinnere) konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es war mit so dickem Bauch am Ende der Schwangerschaft – schon verrückt. Schwanger sein fand ich, bis auf die letzten Wochen, immer sehr schön und so blicke ich natürlich auch ein wenig wehmütig zurück auf diese Zeit… hach… seufz… aber es geht hier ja um das Mäuschen, das unser Leben so schön bereichert… 🙂

Die Kleine überrascht mich wirklich immer wieder. Ich finde mich dann manchmal staunend vor und überlege, ob irgendwas mit meiner Milch nicht stimmt oder so, aber dieses Baby ist eins, das ich mir immer gewünscht habe, als ich mit den ersten beiden so richtig „auf die Welt kam“ und die anderen immer um ihre „einfachen und pflegeleichten“ Babys beneidete während ich dachte, ich mache bestimmt irgendwas falsch, aber nein, sie sind halt einfach alle anders… Sie schläft oft von selber ein, sogar alleine im Beistellbett. Sie trinkt mittlerweile wirklich gut und schnell an der Brust und sie schläft sehr gut. Am Dienstag (12-Wochen-Schub?) sogar mehr als durch mit über 9 Stunden am Stück! (Natürlich konnte ICH das nicht geniessen weil ich nachts doch noch oft erwache (Gewohnheit? Alarmbereitschaft?) und die grosse Maus zu mir rüber kam und dann herum nestete… Und am Donnerstag und Freitag wiederholte sie das Ganze mit 8 Stunden. (Danach erwachte sie wieder früher, aber mit einer nächtlichen Stillmahlzeit kann man gut leben…) Und sie kann teils auch schon eine ganze Weile zufrieden auf der Krabbeldecke liegen und sich ein wenig entdecken.
Und ja, das ist durchaus ungewohnt für mich, das kannte ich von meinen Grossen nicht. Als sie Babys waren, haben sie mich viel mehr gebraucht. Zum Teil fehlt mir fast die Nähe, ich sollte öfter mit ihr im Tuch spazieren gehen… 😉 Einfach so auf meinem Bauch liegen und kuscheln mag sie z.B. gar nicht, obwohl das andere Babys meist sehr geniessen – interessant, wie unterschiedlich Kinder doch sein können und dies von Anfang an, es ist also mit Sicherheit nichts, das man ihnen an- oder abtrainieren könnte.
Wenn ich mich abends neben sie ins Bett lege, dann schaue ich sie oft noch eine Weile an, wie sie friedlich schläft und fühle mich dann einfach nur unendlich gesegnet, dieses kleine Menschlein, dieses Wunder, bei mir haben zu dürfen. Es ist keine Selbstverständlichkeit. Und vor lauter Glück kann ich in diesen Momenten oft eine Weile gar nicht einschlafen… es ist so schön, ihr beim Wachsen zuzusehen… und es geht so schnell! So anstrengend die Babyzeit sein mag, so schön ist sie auch, sogar das hatte ich fast vergessen!
Diese Woche habe ich noch Kisten der nächsten Grösse (68) ausgeräumt. So viele Kleider noch von der grossen Maus her… Kleider, die ich längst vergass und mich dann beim Herausholen jeden Teils freute, weil ich mich daran erinnerte, wie die grosse Maus sie trug…

Stillen & Schlafen
Wie erwähnt klappt beides wunderbar. Tagsüber sind die Schläfchen in letzter Zeit auch mal länger geworden, vielleicht kristallisiert sich da ja bald sowas wie ein Vor- und ein Nachmittagsschlaf heraus? Unterwegs stillen ist noch etwas doof und mühsam da ich zuhause wirklich v.a. im Liegen stille. Es geht einfach am besten – für uns beide. Wenn sie morgens aus dem Nachtschlaf erwacht, strahlt sie freudig an oder strampelt zufrieden rum und schaut sich um – einfach Zucker!

Motorik & Verhalten
Das Mäuschen ist schon richtig aufgeweckt, freut sich, wenn man sie anspricht und lächelt, hört aufmerksam zu, gibt Laute von sich.
Sie strampelt sehr viel rum, kann sich auf die Seite drehen aus der Rückenlage und lutscht oft an ihren Händchen.

Windelfrei
Klappt momentan erstaunlich gut zuhause. Wenn ich nicht abgelenkt bin oder sie während der Mahlzeiten im Baby-Set sitzt, dann erwische ich das meiste. Auch glaube ich, dass sie langsam „weiss“, dass ich reagiere und „wartet“. Natürlich reagiere ich relativ schnell, aber noch vor wenigen Wochen hat sie meist schon gepieselt, nachdem sie geschlafen hat tagsüber. Das kam nun nicht mehr vor, sie erwacht trocken. Nachts hängt es ein wenig von mir ab. Wenn ich früh genug erwache und nicht zu müde bin, halte ich sie erfolgreich ab. So bleibt nachts die Windel auch trocken. Die letzten Nächte war das immer so, so dass ich schon fast überlege, ihr nachts gar keine Windel mehr anzuziehen.

Nun steht uns die kommende Woche noch die grosse Herausforderung bevor, dass wir 2 Tage weg sind inkl. einer Übernachtung. Drückt mir bitte die Daumen, dass es gut klappen wird, es sie nicht allzu sehr verwirrt und wir zuhause wieder so weitermachen können wie bisher… ich habe da immer grossen Respekt vor solchen „Geschichten“, aber da sie ja offenbar ein wirklich unkompliziertes Kind ist, wird sie es wahrscheinlich viel besser meistern als ich 😉

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Mom-Style #not

Immer wenn ich eine offensichtlich frischgebackene Mama sehe, die perfekt geschminkt und adrett gekleidet ist, falle ich fast um vor lauter Respekt, Verwunderung und blankem Neid (letzteres ist jetzt ein wenig übertrieben… :D). Ich schaue dann pikiert auf den Boden oder besser auf meine ausgelatschten Plastik-Ungeheuer, die meine Füsse umhüllen und raune meinem Mann irgendwas im Sinne von „wie macht die das nur!?“ zu. Wissend, dass mein Mann einiges mehr Wert auf ein gesellschaftlich konventionelles Äusseres legt, als ich, habe ich die Antwort bereits antizipiert: „tja, andere Prioritäten…“ Ich höre einen Unterton mit, der in die Richtung von „ja, so eine Frau hätte ich auch lieber“ geht oder auch in „Du setzt Deine Prioritäten generell komplett falsch„. Aber ich glaube, er hat sich so langsam damit arrangiert… Seit ich Mutter bin und nicht mehr in einem Büro arbeite, vertrocknet mein Make-up im Schrank. Die schickeren Kleidungsstücke aus längst vergangenen, schlankeren(!) Tagen sind nettes Mottenfutter. Schuhe mit Absätzen müffeln seit Jahren vor sich hin. Die (wenigen!) Designer-Handtaschen verstauben wenigstens nicht (weil sie im Staubbeutel liegen :D)…
Tja, willkommen in der Welt des pragmatischen Mom-Style, der keiner ist.

Nach der Geburt des Grossen habe ich wochenlang die Kleidung 24h lang durchgetragen. Tag und Nacht waren vermischt. Ich schlief, wann ich konnte und ich wollte das möglichst effizient machen, mir also die Zeit zum Umziehen sparen (ja, lacht nur!)… selbstverständlich bin ich dann auch in Gammelklamotten (nein, nicht im Schlafrock, das nun doch nicht) raus. Geduscht habe ich seltener, dann, wenn ich mich selber nicht mehr riechen konnte (heute bemühe ich mich darum, ein wenig öfter Wasser zu sehen…). Beginnen wir aber zuoberst…

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMom-Bun (oder: Mama-Dutt) – La Frisur!
Ich erwäge es jedes Mal, gewagt habe ich es nur nach der Geburt des 2. Kindes: Weg mit den Haaren! Bekäme ich noch ein Kind (tue ich nicht), ich würde mir wohl in den letzten Schwangerschaftswochen die Haare abrasieren, komplett. Aber jetzt getraue ich mich das natürlich nicht. Erstens sehe ich supermännlich aus mit kurzen Haaren, also superdoof (dieses letzte Stück Weiblichkeit will ich mir noch erhalten), zweitens muss man kurze Haare stylen damit man nicht verwahrlost aussieht.
Mein Kompromiss ist deshalb der Mom-Bun: man nehme die ganzen, dicken weil ungebürsteten Haare und binde sie mit einem Haargummi hoch – voilà!
Frisur in 5 Sekunden! Und keiner sieht, wie sich darunter schon langsam Rastas bilden, Läuse einnisten, abgestorbene Haare zu Tausenden vor sich hin modern. Einmal in der Woche wasche man das Gestrüpp (dann duftet es wenigstens gut) und binde es mangels Fön-Zeit noch nass wieder hoch, wo es dann bis zur nächsten Haarwäsche wieder verharrt. Einen Terminkalender braucht es nicht, ein langsam sich steigerndes Juckgefühl verrät, dass es wieder an der Zeit wäre… #messyhairdontcare

Mom-Face: die grelle Realität (ohne Bild, so mutig bin ich nicht! :D)
Wie es sich für einen richtigen Mombie gehört hängen die Augenringe tief, tragen die Falten auf und streuseln die verstopften Poren über’s ganze Gesicht. Es ist wirklich. Nicht. Lustig! Dass mich meine Brow-Designerin (leichte Übertreibung :D) seit Weihnachten nicht mehr zu Gesicht (haha) bekam, muss ich wohl nicht extra erwähnen? Joa, die spriessen auch in alle Richtungen gerade… Nur eine mindestens dreistündige Session bei der Kosmetikerin und Botox könnten jetzt noch irgendetwas verbessern. Um ein gelungenes Selfie zu machen braucht es ungefähr gleich viel Zeit und einen dicken, fetten Filter, der die Make-up-Schicht ersetzt. #fürmehrRealitätindensozialenMedien #wirsinddabei

img_7907Mom-Outfit – praktisch und bequem
Ja, bequem muss es sein. Schliesslich gammelt man oft zuhause rum. Oder rennt den Kindern irgendwo nach. Oder verrenkt sich beim Wegsaugen von Decken-Spinnweben. Schön? Is‘ nich‘. Wer will schon Tomaten- und Schweissflecken auf dem Designer-Oberteil? Oder sich ständig umziehen müssen weil das Baby einem in den Rücken gespuckt hat oder die Stilleinlage verrutscht ist? Schmutzige Patschehändchen sind auch so ein Thema… Mein Outfit muss mindestens 4 Dinge erfüllen: schnell an- und ausziehbar, stilltauglich, nicht heikel, bequem und, optional: schwarz (macht schlank, Ihr wisst Bescheid! 😉 Und wenn man vor die Tür muss? Die Umstandsjeans leistet da gute Dienste. Ja, auch Monate nach der Geburt noch *räusper* Ja, auch die Figur ist nicht Prio A… tja… Das einzige was an meinen Ausgeh-Outfits schick ist, sind die Tragetücher 😛 #mompantsgotitall 

Mom-Feet. Von Plastikungeheuern…
img_7906Babys lassen sich bekanntlich nicht gerne ablegen. Zumindest nicht lange… ich nutze also die Zeit, in der sich die Kleine kurz auf der Spieldecke zufrieden gibt, um auf’s Klo zu rennen. Oder mir einen Kaffee rauszulassen. Eine Tafel Schokolade zu inhalieren. Eine Mail zu beantworten. So lebensnotwendige Sachen halt. Ihr kennt das. Nicht aber, um mir Schuhe zu schnüren, einen Reissverschluss zu schliessen oder so. Ne! Bevor ich das Haus verlasse, lege ich das Baby nicht mehr ab. Da ist auch kein Platz für in der Garderobe. Es bleibt auf dem Arm. Oder im Tuch. Die logische Konsequenz: die Schuhe müssen ohne Einsatz meiner Hände an- und ausgezogen werden können. Und es gibt nur sehr wenige Modelle, welche dieses Attribut mit sich bringen: Gummifüsse (sh. Foto), Regenstiefel und weite Boots. Wenn es nicht regnet, schneit oder eiskalt ist, müssen also die Gummidinger herhalten. In kinderlosen Zeiten rümpfte man darüber noch die Nase. Jetzt sind sie nicht mehr wegzudenken… #nonamebutfame #justdontlookdown

Ihr merkt… #zeitersparnisistalles #stylegibtsdannwieder2021 #sowhat? #whocares #esgehtmirgut 
Yup, ich setze meine Prioritäten anderswo. Ich muss keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Meinen Kindern ist es (noch) piepegal, wie ich aussehe. Aber sowas von! 
Umgekehrt gehöre ich auch zur Fraktion Rabenmutter (denken wohl manche), weil ich meine Kinder auch mal mit zerschlissenen Jeans (ey, das war mal in – remember?) oder einem Fleck (kreisch!) auf dem Pulli losschicke.

Macht Euch frei von den Meinungen anderer!
Nennt mich enfant terrible… ABER, im Ernst: man muss sich mal losreissen können von der Angst, was andere denken könnten: die sind arm! die haben keine Waschmaschine! Na, und!? Sollen sie das denken (tun sowieso nicht alle, ich mein‘ Kinder machen sich ständig schmutzig und die zerschlissene Jeans, dieses Problem kennt wohl auch jede Familie…).
By the way, falls es jemanden interessiert… wenn ich adrett geschniegelte Kinder im Ralph-Lauren-Polo-Shirt sehe, denke ich mir auch was und zwar: Oh Gott, Katalogkinder! Die Armen! Dürfen nicht mal in die Nähe eines Sandkasten! Diese Eltern, was für Spiesser! Müssen ihr Geld so offen zur Schau stellen, tsss…
Klar gibt es einen Mittelweg, nämlich ein normal und trotzdem sauber und intakt angezogenes Kind bzw. Mutter. Normal halt. Ist ja auch gut, nichts zu beanstanden. Gibt es hier auch mal für fünf Minuten. Aber: Ich bin da einfach sehr pragmatisch: man mag ja mich bzw. mein Kind und nicht meinen Style. Ich habe ja wiederum auch Kolleginnen, deren Stil ich schräg finde, die Person aber nett. Natürlich bin ich nicht so unangepasst, dass ich Abendveranstaltungen in Jogginghose besuchen würde, aber im Alltag muss der Mom-(Un)Style einfach genügen, Punkt!

Also: befreit Euch davon, Eure Zeit dafür aufzuwenden, was andere dafür denken; die schenken Euch keinen müden Rappen für korrektes Angezogensein! 😉

Morgen schon 7…

7 Jahre wird der kleine Mann also schon… und natürlich hat sich in diesem Jahr durch den Start der Schule im vergangenen August so einiges verändert. Sagen wir so: die Herausforderung wird nicht kleiner, nur anders… Auch wenn der Grosse generell gerne zur Schule geht und sich in der Klasse wohl fühlt und mit den meisten gut kann, so mag er den Unterricht selber und v.a. die Hausaufgaben nicht besonders… Ja, ich weiss, wer mag die schon, aber gerade auf Primarschulebene hatte ich doch eher damit gerechnet, dass er wie ich wird, also sehr eifrig. Dass ihm das Lesen und Schreiben lernen leicht fällt und Spass macht. Schliesslich ist er in sehr vielem so wie ich 😉 Aber eine Kopie ist so ein Kind natürlich nicht und die Gene des Vaters spielen auch eine Rolle (haha, einfach die vermeintlich schlechteren Eigenschaften dem anderen Elternteil angedeihen lassen :D…).
Es ist schwer zu sagen, aber ich glaube er bringt da eine etwas ungünstige Mischung aus faul und trotzdem ambitioniert mit. Klingt widersprüchlich, ich weiss. Einerseits gibt er sich eben recht wenig Mühe, setzt sich aber selber unter Druck und leidet darunter. Das war und ist bei mir anders: Wenn ich mir irgendwo keine Mühe gebe, ist es mir auch schnurzegal 😀
Nun, mein grosser Siebenjähriger ist eben zu anderem berufen. Buchstaben haben ihn nie interessiert, Zahlen auch nicht und jetzt muss er halt trotzdem weil die Schule eben an einem bestimmten Zeitpunkt dieses Lernen einfordert, ganz egal, ob das Kind dafür schon bereit ist. Weil ich kenne genug Kinder, die sich schon im Kindergarten, mit 4, 5 Jahren für’s Lesen und Schreiben lernen interessieren und es sich dann auch beibringen (lassen) und, nein, da stehen nicht unbedingt übermotivierte Eltern dahinter, aber wenn das Kind fragt und lernen will, soll man darauf eingehen. Aber eben, die Schule kann natürlich nicht jeden dort abholen, wo er/sie gerade steht und so ist es jetzt halt noch ein Krampf… vielleicht wird es besser, vielleicht hätte der Grosse in einem Jahr selber Interesse gezeigt, wir wissen es nicht, es ist jetzt halt so und wir versuchen, so gut es geht, ihn zu unterstützen. Seine Stärken liegen halt aktuell woanders, so staunen wir immer mal wieder Bauklötze, wenn er recht detailliert physikalische Begebenheiten erklärt wie z.B. die Verdrängung des Regenwassers bei voller Fahrt auf der Autoscheibe. Oder wenn er neunmalklug sein grosses Wort-Repertoire einsetzt (hat er von mir, logo! 😛 :D)…

Schule ist also das Thema im 7. Lebensjahr, aber dank 3-4 freier Nachmittage in der Woche zum Glück nicht ein alles einnehmendes Thema. Der Grosse beschäftigt sich also nach wie vor in seiner Freizeit grösstenteils mit seinen Lego, dazu mache ich dann noch einen separaten Beitrag 😉 Ausserdem würde er gerne den ganzen Tag Youtube-Videos auf dem iPad schauen, was ich allerdings eingrenze, bei beiden. Gerne trifft er sich natürlich mit Freunden, besucht ein Sportangebot der Schule und den Schwimmkurs.
In Sachen Geschwister ist es so wie wahrscheinlich bei allen: mal sind er und die Maus ein tolles Team, mal fliegen die Fetzen… womit ich Mühe habe, ist seine dominierende Art, die immer dann funktioniert, wenn ein anderes Kind sich gerne unterordnet, wozu die Maus gehört. Da wird herum kommandiert und gemacht und das nicht immer auf die feine Art. Inwiefern er das vom Pausenhof hat, zusammen mit englischen Ausdrücken, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob er sie überhaupt versteht (WTF ist so einer, den er gerne gebraucht :P) und natürlich auch deutschen Wörtern wie „geil“, ähm, ja… wie auch immer, wir erinnern uns an die eigene Schulzeit, es gehört halt dazu… aber oft überbordet ihm das Frechsein ein wenig, auch uns Eltern gegenüber und da habe ich noch nicht wirklich eine Lösung dafür, denn ich glaube, dass er das gar nicht so bewusst macht. Und last but not least kann auch vieles eine Art Reaktion auf die Geburt der 2. Schwester sein, eine unterschwellige eben, die man nicht direkt als Eifersucht auslegen kann so wie damals bei der Geburt der Maus, die ihn ganz offensichtlich eine Zeit lang aus der Bahn warf.

7 Jahre Grosser sind auch 7 Jahre Mama. Ob ich in den 7 Jahren viel dazu gelernt habe? Mit Sicherheit habe ich viel Erfahrung gewonnen, aber noch heute hadere ich regelmässig mit mir und meiner Mutterrolle, v.a. jetzt, da ich mit Baby alle Hände voll zu tun habe. Natürlich profitiert das 3. Kind von meinen gewonnenen Erfahrungen, aber der Erstgeborene wird immer der Erste bleiben, viele neue Erfahrungen wie z.B. die Schule werde ich immer mit ihm zuerst machen. Insofern tut er mir leid, weil ich alle Fehler, die ich gemacht habe und noch machen werde, mit ihm mache… ich kann nur hoffen, dass ihn das eher stärkt als schwächt, aber versteht ihr jetzt, warum es ein konstantes Hadern ist? Und geht es Euch auch so, gerade beim Eurem erstgeborenen Kind?

7 Jahre also, was soll ich da noch sagen, es geht rasant auf die Pubertät zu! 😛 Die Challenge bleibt. Mein Erstgeborener, mein einziger Sohn, die Herausforderung unseres Lebens, nie einfach (wer sagte, es sei einfach?), oft wie ein Spiegel an der Wand, ein Mini-me und doch ganz eigen, ein kleines Ü-Ei, ein Kind, für das ich mich manchmal ganz besonders stark einsetzen muss weil ich ganz genau weiss, was es fühlt, und manchmal auch nicht, dann zerreisst mich die Ratlosigkeit fast… ich hoffe, irgendwann meine Fehler wieder gut machen zu können, ich hoffe, nicht alles falsch gemacht zu haben oder zu machen. Mein ganz besonderer grosser Sohn, der hier im Blog immer weniger präsent sein wird, weil das Internet irgendwann auch bei ihm ein Thema sein wird… ich hoffe, ich kann ihn stark machen für’s Leben, ich hoffe, er findet seinen Weg, ich hoffe, er weiss, dass ich immer für ihn da sein werde, und ich hoffe, dass er das auch annehmen wird. Ich bin stolz auf Dich, Grosser! Happy Birthday!

Vom Vorfeiern und Kranksein… #wib

#wib = Wochenende in Bildern, wobei es so viele nicht sind 😉 

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Armes Mäuslein…

Es war klar, dass mein Mann und ich uns „Rogue One“ anschauen würden. Also verabredeten wir einen letzten „Elternausgangsabend“ im Kino. Ich war nach Mittag noch mit der Maus einkaufen, die eine furchtbar unruhige Nacht hatte. Zwei weitere Stationen mussten wir noch abklappern und sie hustete plötzlich ständig. Ich beeilte mich so gut es ging, kurz vor der 3. Station kapitulierte sie und wollte im Auto bleiben. Schon in der Parkgarage schlief sie ein. Ich also rasch hoch und was abgeholt und dann heim und das Mädchen zur Couch getragen (ja, das muss bei einem kranken Kind auch im letzten Schwangerschaftsmonat noch drin liegen…). Der Grosse war noch mit dem Papa unterwegs (Friseur und so), einen Christbaum haben die drei am Morgen noch reserviert 🙂 Weihnachten kann kommen… Und wie es hier schon öfter vorkam, schien die Maus nun wirklich krank zu sein – ausgerechnet bevor wir ihren Geburtstag mit der Verwandtschaft vorfeiern wollten… Das hatte der Grosse schon mal… Meine Kinder sind eigentlich das ganze Jahr über nie richtig krank (im Sinne dass sie nur noch liegen und siechen und zuhause bleiben müssen, sie haben höchstens mal Husten oder Schnupfen…). Als der Papa nach Hause gekommen war, musste sie sich noch übergeben, es blieb aber bei dem einen Mal. Trotzdem klagte sie noch eine Weile über Bauchschmerzen, auch am nächsten Tag. Wir wusste nicht, ob das noch was wird mit Kino, aber die Schwiegermutter kam dann auch schon, während mein Mann mit den Vorbereitungen des Maus-Vorgeburtstagsparty-Bratens beschäftigt war. Immerhin hatte der Mann so eine Hilfe während ich bei der Maus auf dem Sofa blieb… Die Schwiegermutter meinte dann, krank sein könne die Maus auch bei ihr und mit Hustensaft ausgestattet und einem Kind, das auf jeden Fall zur „Nana“ wollte, liessen wir dann am Abend alle ziehen.

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Dinner im Kino…

Zeitig waren wir nicht mehr dran, aber es reichte noch um uns im Kino mit asiatischem Essen und danach mit Popcorn und obligatorischen Star Wars Gadgets einzudecken bevor das IMAX öffnete 😉 Ein 3D-Erlebnis, ein toller Film, wie ich finde, der sich wunderbar in die ganze Geschichte einreiht 🙂 Mehr verrate ich gar nicht, falls Ihr ihn auch noch anschauen wollt… Nur: das Baby hat teilweise ziemlich heftig gestrampelt, es fand wohl den Film ein wenig zu laut… 😀
Wir hörten den ganzen Abend nichts von der Nana, was zu erwarten war und so machten wir uns nach einer etwas ruhigeren Nacht bereit für den Weihnachtsbrunch der Firma meines Mannes. Ich freute mich schon auf das leckere Buffet… bei der Nana wirkte die Maus wieder fit, die Kinder hatten gegessen und wohl auch gut/lange geschlafen, aber als wir los wollten, begann die Maus wieder zu wimmern und klagte über Bauchschmerzen… mein Mann ärgerte sich, ich mich innerlich auch irgendwie, aber es hilft ja nichts, krankes Kind geht vor und so fuhr ich den Mann und den Grossen zum Brunch und fuhr mit der Maus wieder nach Hause.

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Drei Mädels auf dem Sofa 🙂 Die Mama noch gestylet für den verpassten Brunch…

Auch jetzt machte sie schon im Auto die Augen zu, ich legte sie auf die Couch und sie schlief eine Weile. Ich war nicht unfroh, musste ich zwar jetzt mit einem Müsli Vorlieb nehmen statt leckerer Gipfeli etc., konnte aber dafür noch Sachen für den Blog und Nestwärme erledigen. Zwischendurch wurde die Maus kurz wach, wimmerte noch, meinte, sie müsse sich nochmal erbrechen, aber dem war nicht so. Sie legte sich dann wieder hin und wollte ihre Ruhe. So konnte ich noch rasch eine Backmischung anrühren und in den Ofen schieben denn am Nachmittag sollten ja die Gäste kommen. Absagen war irgendwie kein Thema und wie es mit Kindern so ist, so war die Maus dann nach Mittag wieder fit, trällerte vor sich hin und wir holten dann die Männer ab und noch einen Quinoa-Burger als späten Lunch für mich sowie Milchshakes für die Kinder (im Restaurant mit dem Drive-in :D) bevor zuhause auch schon die ersten Gäste eintrudelten.

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„Es geht mir schon wieder besser, Mama!“

Irgendwie ziemlich seltsam, so einen Geburtstag vorzufeiern weil ohne Singen und Gratulieren und Torte und dennoch mit Geschenken, aber es hätte unter der Woche einfach nicht gepasst und am Wochenende ist Weihnachten, wäre also auch doof gewesen… nun, hoffen wir, der Tag fällt nächstes Jahr besser…
Fotos habe ich drum auch keine gemacht, das hole ich dann am „richtigen“ Geburi nach… Die Maus schlug sich auf jeden Fall ganz gut durch bis zum Abend, dass sie noch nicht ganz überm Damm ist, merkte ich dann beim Einschlafen. Sie brauchte eine Weile und war wieder ganz unruhig. Nachts brauchte sie mich einige Male, dummerweise schlief sie aber im eigenen Bett. Ich bin also zwei mal wieder aufgestanden und hin und her, danach gab ich auf und versuchte, in ihrem Bett halbwegs zu Schlaf zu kommen, was schwierig war, da sie wirklich sehr unruhig schlief. Leider stehen heute Nachmittag noch Termine an und die Maus geht theoretisch mit dem Kindergarten ins Theater, ich werde mich also mittags nicht hinlegen können…
Der Mann verschlief am Morgen, es lag überraschenderweise der erste Schnee im Jahr und als ich nach einem Termin nach Hause kam, lag der Christbaum vor der Tür… ich schätze, Weihnachten kann kommen…

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Überraschung heute morgen: Unser Innenhof in Schnee getünkt…

Buchrezension: „Das Wochenbett“

Loretta Stern, Anja Constance Gaca: Das Wochenbett. Alles über diesen wunderschönen Ausnahmezustand. Für Mütter und Väter.

Ich habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen, ich weiss selber nicht, wie ich so schnell sein konnte. (Hier war es schon lange und ich komme abends endlich dazu, die vielen Bücher zu lesen 😉 Vielleicht, weil es mich direkt wieder zurück versetzte in meine beiden Wochenbetten, die ich schon hinter mir habe und die aber dennoch so intensiv waren, dass man sie nicht so schnell vergisst. Beide Male waren schwierig und vieles, was im Buch vorkommt, habe ich durchgemacht: die Stillprobleme, die Dammverletzungen, die HeultageUnsicherheit, viele Hebammenbesuche, die mir gut taten, der Schlafmangel, die Tage im Pyjama verbringen, keine Besucher sehen wollen, sich aber über die besonders freuen, die eine fertig gekochte Lasagne brachten oder eine Bestellung aus der Apotheke erledigten damit ich nicht selber los musste; nach zwei Wochen jeweils auf mich allein gestellt zwischen Milchpumpe und Stillversuchen, Wundversorgung und, erst mit einem, das zweite Mal mit zwei Kindern. Die Familienhilfe, die kam, um mal sauber zu machen oder zu kochen… Die Autorinnen des Buches schrieben von einem „Abenteuer“ – das ist es wirklich. Während in anderen Kulturen das Wochenbett richtig zelebriert wird und sich die Frauen des Dorfes um die Wöchnerin kümmern damit diese rundum versorgt ist, sind hier viele allein mit sich. Ja, es gibt Ärzte, Hebammen, Still- und Mütterberaterinnen, die man anrufen/aufsuchen kann, die einem besuchen, aber niemand ist permanent da und sorgt sich ausser vielleicht die vielen Facebook-Gruppen, ja, die helfen auch… Aber der so dringend nötige und wichtige Vaterschaftsurlaub wurde bisher nicht gesetzlich verankert. Wer seine Frau daheim unterstützen und die ersten Wochen mit Baby miterleben und mit-hineinwachsen will, muss Urlaub nehmen, es sei denn er hat das Glück, in einer besonders familienfreundlichen Firma zu arbeiten.
Ja, das Wochenbett, obwohl ich die letzten beiden nie vergessen werde, verdrängt muss ich doch vieles haben denn erst beim Lesen kamen die ganzen Erinnerungen hoch. Präsent waren bei mir v.a. die Stillprobleme, die ich dieses Mal mit meiner Hebamme zusammen hoffentlich etwas mehr in Schach halten kann, dass aber die Toilettengänge anfangs eine Qual waren, dass beide Kinder beim Stillen immer sofort einschliefen, aber auch gleich wieder aufwachten, wenn ich sie hinlegen wollte, dass man noch eine ganze Weile seine Schwangerschaftsjeans trägt, weil die alten noch nicht passen – das habe ich irgendwie ausgeblendet. Insofern war es wohl gut, sich mit der Lektüre des Buches nochmals darauf vorzubereiten, was alles auf mich/uns zukommen kann… eins ist klar, dieses Mal will ich keine einzige Nacht im Spital verbringen, dort fühlte ich mich nie wohl. Mit der Maus bin ich nach 2,5 Tagen schier heim „geflüchtet“, nachdem man mir das Okay nur zögerlich gegeben hatte. Aber ich habe mein Zuhause, meine Männer soooo vermisst, keinen Tag länger hätte ich es ausgehalten alleine in diesem Zimmer, in das ständig jemand reinplatzte, in einem Haus in dem auch nachts noch Betrieb herrscht und Dich niemand schlafen lässt wenn Du endlich mal könntest…
Nun aber auch noch was zum Buch… 😉 Es ist gegliedert in „Das wichtigste Wochenbettwissen“ sowie einen Mütter- und einen Väterteil, wobei der Väterteil nur 13 Seiten aufweist, die mein Mann quer überflog. Ich finde ja, die Väter dürfen ruhig das ganze Buch lesen oder zumindest noch den Wissensteil und natürlich die Einführung über die Bedeutung des Wochenbetts.
Im Wissensteil werden alle wichtigen Themen rund ums Baby von A-Z beschrieben, was sehr hilfreich ist. Mittels Register am Schluss des Buches kann man auch selber gezielt nach Themen suchen, weshalb das Buch nicht nur als Vorbereitung auf’s Wochenbett dient, sondern auch währenddessen als Nachschlagewerk.
Im Wissensteil finden sich auch einige gute Rezepte, die man schon mal dezent seinem Mann oder der (Schwieger)mutter mitteilen kann 😉 Ganz toll finde ich darin übrigens den „Brief an den idealen Wochenbettbesucher“, den muss ich aus meiner Sicht auch mal so verfassen bevor es los geht… 😉
Die Themen im Mütter- und Väterteil sind übrigens, natürlich, fast dieselben, nur sind sie eben für die Mütter ausführlicher beschrieben. Es geht um die Verarbeitung der Geburt, wie es dem Körper und der Psyche danach ergeht, über das Stillen, über das Schaffen persönlicher Wohlfühlmomente für beide Elternteile sowie die Beziehung nach der Geburt, die sich, gerade nach dem ersten Kind, verändern wird.
Das Buch will aber keinen einschüchtern, nein, es liefert viele, wertvolle Tipps, u.a. auch, was man schon in der Schwangerschaft vorbereiten kann. Es macht Mut, seine Bedürfnisse zu äussern, Hilfe einzufordern und so das Wochenbett zu dem zu machen, was es sein sollte, nämlich Ruhe nach den Strapazen der Geburt, viel zu liegen, mal alles beiseite zu lassen, was gerade nicht so wichtig und dringend ist, und Körper und Seele Zeit zu geben, sich zu erholen und zu heilen.

Eine der Autorinnen, Anja Constanze Gaca, schreibt übrigens, gemeinsam mit ihrem Mann seit Jahren den überaus wertvollen Elternblog Vonguteneltern.de, den ich sehr schätze. Sie ist Hebamme, Still- und Laktationsberaterin und hat drei Kinder.
Loretta Stern ist eine Schauspielerin, Sängerin und Fernsehmoderatorin, die angeregt durch eigene Erfahrungen über Baby- und Kleinkindthemen zu schreiben begann.

Ich kann dieses Buch jeder Schwangeren (und dem werdenden Papa) empfehlen als Lektüre für die letzte Zeit… 🙂

„Das Wochenbett“ ist erschienen im Kösel-Verlag und u.a. hier„target=“_blank“>hier erhältlich.

Katharina Saalfrank: Was unsere Kinder brauchen – Buchrezension

Katharina Saalfrank dürfte jedem ein Begriff sein aus Ihrer Zeit als „Super Nanny“ im deutschen Fernsehen. Längst hat sie sich aber auch als Pädagogin mit eigener Praxis, ihrer Eltern- und Familienberatung, als Autorin und in den sozialen Medien einen Namen gemacht. Ich habe bereits ihr 2013 erschienenes Buch „Du bist ok so, wie Du bist“ gelesen. Nun liegt schon seit einer Weile ihr neustes Werk „Was unsere Kinder brauchen – 7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung“ vor mir. In den letzten Tagen habe ich mir endlich Zeit genommen, es richtig zu lesen und bin sehr angetan. Erstens ist es schön, dass der Buchtitel meinem Nestwärme-Leitsatz („Was unsere Kinder wirklich brauchen“) gleicht und zweitens ist das Buch sowohl wunderbar aufgebaut und verständlich sowie auch inhaltlich absolut hilfreich. Ich sah‘ mich innerlich ganz oft nicken und sagen: „ja, genau so ist es“. Nur leider verfällt man selber so oft in „alte, eingeprägte Muster“, meist aus der eigenen Erziehungserfahrung, dass es gut tut, schwarz auf weiss zu lesen und verstehen, wie schädlich das eigentlich sein kann für eine gute Beziehung zu den Kindern. Mir fällt es leicht, solches „Fehlverhalten“ bei anderen zu sehen und (z.B. bei meinem Mann) auch anzusprechen, ich selber ertappe mich meist zu spät dabei, wenn ich wieder in irgendwelchen Stereotypen gefangen bin und einfach nur „schimpfe“, anstatt mir Zeit zu nehmen, eine Situation genauer anzusehen und dabei auch die Gefühle der Kinder wahrzunehmen, zu ergründen, zu respektieren und zu benennen. Nach der Lektüre des Buches will ich es in Zukunft (noch) besser machen. Oft geht im Alltag nämlich diese wertvolle und etwas intensivere Auseinandersetzung mit einer Situation einfach unter weil man vielleicht gerade mit etwas anderem beschäftigt ist und möglichst schnell wieder seine „Ruhe“ will.

Zum Aufbau des Buches:
Es ist überaus liebevoll gestaltet, mit vielen Illustrationen, mit vielen, wichtigen Zitaten, die farblich und in grosser Schrift herausgehoben werden, mit einer Seite von „Aha-Effekten“, die am Ende jedes Kapitels aufgezählt werden und ein Resümee bieten, mit kleinen Infoboxen namns „Rückenstärkung“, in denen sich Katharina Saalfrank nochmal mit ein paar ganz wichtigen Punkten an die Leser wendet und mit vielen, ganz konkreten Praxis-Beispielen von uns allen bekannten Alltags-Situationen. Diese finde ich besonders wertvoll, weil die Autorin hier zeigt, wie man oft fälschlicherweise reagiert (und darum immer wieder in dieselbe Situation gerät) und wie man anstatt dessen reagieren kann und welch‘ positive Auswirkung dies nicht nur auf die Beziehung zum Kind haben wird, sondern auch, dass auf diese Weise Konflikte im Familienleben nachhaltig gelöst werden können.

Die sieben Werte im Überblick:

  • Beziehung statt Erziehung
  • Achtsamkeit statt Belehrung
  • Verantwortung statt Bevormundung
  • Wertschätzung statt Abwertung
  • Vertrauen statt Kontrolle
  • Dialog statt Monolog
  • Miteinander statt Gegeneinander

Ich kann und will hier nicht alle Themen umreissen, denn Ihr sollt selber mal reinschnuppern, aber es kommt wirklich vieles zur Sprache, das uns im Alltag mit Kindern immer wieder begegnet, seien es Aggressionen (hier rät uns Katharina Saalfrank z.B., uns bewusst zu machen, dass das Verhalten des Kindes uns etwas sagen will, ein unerfülltes emotionales Bedürfnis birgt, und wir nicht einfach versuchen sollten, in unseren Augen negatives Verhalten zu unterdrücken, sondern nach dem wahren Grund zu forschen – und das geht nicht, wenn wir unser Kinder bewerten und bevormunden) oder vermeintlicher Trotz und Verweigerung.

Überhaupt schätze ich es sehr, wie Katharina Saalfrank dafür einsteht, unseren Kindern auf Augenhöhe zu begegnen, ihre Grenzen nicht zu überschreiten und die eigene Macht nicht zu missbrauchen. Sie lehnt Strafen genauso vehement ab wie Belohnungen weil beides auf Dauer eher kontraproduktiv ist und die Beziehung zum Kind verschlechtert. Auch traut sich endlich mal jemand, die Sache mit der Konsequenz anzuzweifeln, weil „wenn Eltern um der Konsequenz willen konsequent sind, endet das häufig mit Geschrei und Machtkampf.“ Für viel wichtiger hält sie, dass Kinder „Erwachsene erleben, die in ihrem Denken, Fühlen und in ihren Werten beständig sind und sich auch entsprechend verhalten und nicht widersprüchlich agieren – die also konsistent sind“.

Fazit:

Obwohl die Themen inhaltlich für mich nicht neu sind, profitierte ich wirklich von der Lektüre. Es ist alles wunderbar auf den Punkt gebracht und super verständlich. Für mich knüpft dieses Buch direkt an beziehungsorientierte Werke von Renz-Polster, Nora Imlau oder Susanne Mierau etc. an. Während letztere eher auf die Baby-Zeit ausgerichtet sind, finde ich hier wertvolle Tipps für den Umgang mit älteren Kindern (ich würde sagen so ab 4 Jahren…) und das fehlte mir bis jetzt in meiner Bibliothek 😉
Danke, liebe Katharina, für diese tolle Bereicherung im Ratgeber-„Dschungel“.

SSW 32+1 – alles noch so irreal

ssw33Eigentlich rückt es immer näher, aber noch kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen, wie es ist, nochmals ein Baby zu haben. Ja, ich sehe mich nun schon oft im Alltag in verschiedenen Situationen mit Zwerg, aber ich kann mir die Bauchmaus, die in mir wohnt so gar nicht vorstellen. Wie wird sie denn aussehen? Meine Kinder sehen beide recht unterschliedlich aus und doch finde ich, dass man ihnen ansieht, dass sie Geschwister sind… irgendwie. Oder auch nicht? 😀 Und nun noch ein 3. Geschwisterchen, wie mag das aussehen? Ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Ist ja klar, aber dennoch versucht man es immer wieder. Und welchen Platz wird es in unserem Leben und unseren Herzen einnehmen? Gibt es da überhaupt noch Platz? Die Maus schläft nun seit Längerem wieder im Familienbett, immer ganz nah bei mir. Wird es auch klappen mit noch einem Baby an der (anderen) Seite? Ich liebe die Art meines kleinen, grossen Mädchens so sehr, Worte können es nicht beschreiben, sie ist einfach ein Herzkind, ein so unbeschwertes Wesen. Wie wird sie mit der Veränderung umgehen? Und der Grosse… der dann einzige Junge im Trio, der Sensible, der in vielem so ist wie seine Mutter. Wird er es so locker nehmen wie es im Moment scheint? Werden die beiden Geschwisterkinder, über Jahre zusammen gewachsen und doch oft wie Hund‘ und Katz‘, sich neu sortieren müssen oder ist der Abstand zum Baby gross genug dass alles weiter seinen Lauf nimmt? Ach, so viele Fragen und Gedanken, die ich eigentlich im Tumult des Alltags von mir schiebe… und bald naht der Advent und mit ihm noch mehr, das es zu tun gibt, schöne Sachen, aber eben Sachen, die Zeit brauchen…
Die Stoffwindeln sind parat, die Kleiderkiste ab Gr. 56 steht auch da. Beides muss noch irgendwann gewaschen werden… ein paar Dinge müssen noch hergerichtet werden, aber viel ist es nicht. Ein Auto sollte noch her, ein Name! Und die Geburt will, zumindest mental, vorbereitet werden. Aber eins nach dem anderen…

Aus aktuellem Anlass, slightly off topic:

Liebe Swisscom,
vielleicht sollten Sie mal Ihr Shopkonzept überdenken. Ich fuhr heute in den nächstgelegenen Shop um eine Bestellung abzuholen. Leider war der Laden ziemlich voll und logischerweise waren die beiden Angestellten bereits mit Kunden beschäftigt. Nun, ich hätte eigentlich gleich wieder verschwinden können, aber manchmal lohnt es sich ja, kurz zu warten weil vielleicht gerade jemand fertig wird… aber das war nicht der Fall und ich verliess das Geschäft erfolglos nach etwa 5min wieder. Ja, tut mir leid, meine Zeit ist wertvoll im Moment, ich habe noch genug anderes zu tun… ich verstehe ja auch, dass man mal warten muss, aber ich bin dennoch ein Fan von Kundenfreundlichkeit. Für mich immer der ausschlaggebende Punkt, ob ich einem Geschäft/einer Dienstleistung treu bleibe oder nicht. Ich will eben gerne spüren, dass man sich bemüht, dass einem der Kunde etwas wert ist. Dazu gehören für mich auch ganz profane Dinge, wie jemanden zu grüssen, der das Geschäft betritt (geschah nicht) oder sogar kurz etwas zu sagen wie z.B. „ich bitte noch etwas um Geduld, setzen Sie sich doch derweil/schauen Sie sich um„, whatever! Oder, und das wäre ja das Tüpfelchen auf dem i: bemerken, dass die soeben eingetroffene Kundin ziemlich schwanger im Raum steht, kurz das gerade stattfindende Kundengespräch unterbrechen, der Schwangeren ein Glas Wasser und einen Sitzplatz anzubieten (war vorhanden ;), um etwas Geduld bitten und sich dann wieder dem aktuellen Kunden widmen. Aber vermutlich sagt Ihr mir jetzt, dass ich spinne und zu hohe Erwartungen habe. Ja, mag sein… aber gerade in der heute so kurzlebigen Zeit, in der man Produkte und Dienstleistungen wechselt wie Unterhosen, weil der eine vielleicht noch günstiger ist, als der andere oder gerade ein besseres Angebot hat, fände ich die Extra-Meile von der ich immer mal wieder spreche, angebracht. Und einen in den Shop eintretenden Kunden zu grüssen, ist noch nicht mal eine Extra-Meile, sondern einfach Anstand und Höflichkeit im Sinne von „ich sehe Dich, ich freue mich, dass Du mein Geschäft betrittst und vermutlich einen Teil meines Lohns zahlen wirst mit Deinem Einkauf… “ Ihr wisst, was ich meine… weil, ich werde nun vermutlich am Samstag wieder den Shop aufsuchen müssen, gemeinsam mit 1-2 innert Minuten quengelnden oder in den Bildschirm starrenden Kindern und dann eine halbe Ewigkeit warten müssen weil noch 10 andere ebenfalls an diesem Tag irgendwas im Shop brauchen (es ist Vorweihnachtszeit!). Alles schon passiert. Ich nehme vielleicht ein Buch mit oder so?

14993516_1700738063577437_2502280965672703345_nSeele: eigentlich ganz gut, ich bin einfach 1A im Verdrängen! Ich habe die Kleiderkisten alle bereit gestellt damit die eine oder andere Mama ab Morgen schauen und mitnehmen kann… ohne Heulkrämpfe. Nun ja, die kommen dann vielleicht noch – mit jeder Tüte, die hinausgetragen wird!? :-O
Untersuchungen/Arztbesuche: Die Hebamme war gestern bei mir. Bauchumfang 109cm, alles gut soweit, sie hat mich nun noch vorne getapet weil mir (vermutlich) die Symphyse Mühe bereitet. Das kannte ich so nicht. In 3 Wochen wieder Hebammen- und FA-Termin.
Körper: sh. oben. Ich habe diese Woche nun deutlich gemerkt, dass es gegen unten zieht, dass der Bauch oft sehr hart ist und dass ich am liebsten einen Lastkran hätte um nachts und morgens aus dem Bett zu kommen 😀
Errungenschaften: ich muss mal überlegen, aber, nein, da war nix. Dafür war ich gestern mit der Overlock bei einer lieben (Profi-)Näherin, die sie einigermassen hinbekommen hat, so dass ich zumindest eine Naht hinkriege – was ein Gemurkse! 😀
Geht gar nicht: einfach keine Zeit zu finden um mich hinzulegen tagsüber, und wenn es nur für 5min sind. Ja, ich weiss, ich könnte wirklich, es gibt nur immer so viel anderes zu tun…
Geht gut: das Kleiderkistenumstapeln heute morgen – irgendwie kein so schlechter Ersatz für das verpasste Trainingspensum.
Must have: den Einsatz, den ich letztens gekauft habe. Passt perfekt in mein warme Kuscheljacke und in eine Winterjacke meines Mannes, damit könnte er dann, sofern er mag, das Baby auch mal draussen tragen 😉

So, jetzt hole ich mal die Maus aus der Waldspielgruppe… habt noch einen tollen Tag! 🙂

Draussen aktiv – mit ReimaGO

Produkttest/-vorstellung

Die Kleidung von Reima gefällt mir schon lange. Das Label aus Finnland hat sich auf funktionelle Outdoorkleidung für Kinder und Babys spezialisiert. Die Schnee-Overalls für die Kleinsten waren es dann auch dank der ich Reima vor Jahren entdeckte. Und nun durften wir etwas Neues und ziemlich Cooles ausprobieren: ReimaGO – ein Aktivitätssensor für Kinder, den man ganz einfach in der passenden Kleidung einklickt und der, ähnlich einem Schrittzähler, die Aktivität der Kinder im Laufe des Tages erfasst sowie die Dauer und Intensität der Bewegungen misst.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAMittels einer liebevoll gestalteten App können die Eltern gemeinsam mit den Kindern abends überprüfen, wie aktiv sie heute waren. Dabei gibt es verschiedene Levels, welche die Kinder erreichen können und Belohnungen in Form von Abzeichen. Hier haben die Eltern auch die Möglichkeit, selber ein Bild hochzuladen und eine entsprechende Belohnung, z.B. Zoobesuch, das Lieblingsgericht zum Abendessen, ein neues Laufrad etc., zu versprechen, wenn ein bestimmtes Ziel erreicht wurde. Ideal wäre natürlich etwas, das wiederum mit Aktivität verbunden ist. Vielleicht wünscht sich das Kind ja ein Paar Schlittschuhe oder Skier? Das ist aber natürlich kein Muss! Wer eine „Belohnung“ als pädagogisch/erzieherisch wenig sinnvoll erachtet, kann die App auch einfach dazu benutzen, gemeinsam zu sehen, wie viel sich das Kind bewegt hat. Das ist spannend und schnell erledigt, bedeutet also überhaupt nicht, dass das Kind danach noch lange vor dem Bildschirm hängt, falls jetzt jemand gerade Bedenken hatte! 😉
Die Sensoren werden übrigens ganz einfach via Bluetooth mit dem iPad oder iPhone (Android folgt bald) verbunden, um sich die Resultate anzusehen.

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Foto: Reima

 

 

Aktive Kinder
Immer wieder wird bemängelt, wie wenig Kinder sich heute bewegen. Erst mal ist klar, dass sie mit dem Beginn der Schulzeit schon mal einen grossen Teil des Tages still sitzen müssen. Aber auch in der Freizeit überwiegen je länger, je mehr, ruhige Aktivitäten und besonders bei älteren Kindern ein hoher Konsum von Bildschirmzeit (Smartphone, Computer, Videospiele). Es scheint als würde Bewegung oft nur noch in Sportkursen stattfinden. Aber nicht jedes Kind ist offen dafür… Als Optimum empfiehlt übrigens die WHO 60 Minuten moderate bis hohe Bewegungsaktivität pro Tag. 60 Minuten sind deshalb auch als Tagesziel in der App vorgegeben.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAMit ReimaGo will Reima sowohl Eltern als auch Kindern etwas in die Hand geben, das zu mehr Bewegung im Alltag motiviert. Und ich denke, dass dies bis zu einem bestimmten Alter sehr gut funktionieren kann.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuch wir legen Wert darauf, dass sich unsere Kinder regelmässig bewegen und das am besten an der frischen Luft in der freien Natur. Dass wir die Fotos für diesen Beitrag auf dem Spielplatz machten, war nicht geplant, aber zuvor wollten wir auf einem ziemlich kargen Feld einen Drachen steigen lassen und das klappte nicht so ganz, also siedelten wir dann kurzerhand um. Obwohl wir mit den Kindern übrigens an einem anderen Tag noch fast zwei Stunden spazieren gingen (zum Teil waren sie auf den Rollern unterwegs), war ihr Aktivitätslevel am Foto-Tag höher. Dabei sind wir nur in den Laden, waren auf dem Feld und eben dem Spielplatz. Ich schätze die Bewegungsintensität war heute mit Klettern, Schaukeln und Rennen eben höher als nur mit Spazieren/Roller fahren… aber so kann man verschiedene Aktivitäten eben auch gut vergleichen.
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Motivation wecken
Dazu muss ich noch erwähnen, dass unser Grosser ja ein ziemlich ausgeprägter Stubenhocker ist. Obwohl er sich, einmal draussen, eigentlich sehr gern bewegt, schaffen wir es kaum, ihn ohne grosses Protestgeheul zum Mitkommen zu bewegen. Da half bisher weder Vorleben, noch eine Belohnung versprechen oder ähnliches… Ich glaube deshalb schon, dass ReimaGO ein helfen kann, da er, vom Ehrgeiz getrieben (und den hat er), natürlich nicht will, dass seine Schwester mehr Punkte erreicht als er 😀 Nun ja… vielleicht nicht die gewünschte Art von Motivation, aber mehr können wir derzeit wohl nicht erwarten. Obwohl es fast nicht möglich ist, die Sensoren täglich zu tragen und drum wirklich ein gutes Bild der kindlichen Aktivitäten zu bekommen (im Schwimmkurs oder Turnen sind sie auch aktiv, tragen aber logischerweise die Jacken nicht) und ich es zudem auch nicht zum täglichen Gebrauch empfehle, weil es dann wahrscheinlich schneller langweilig werden würde oder eben auch mal Tage gibt, an denen die Aktivität geringer ist und das wiederum die Kinder möglicherweise demotiviert, kommen die Kinder auch von selber an und bitten darum, die Jacken mit den Sensoren tragen zu dürfen, z.B. wenn sie mit anderen Kindern vor die Tür gehen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAÜberlegt doch, ob ReimaGO auch etwas für Euch sein könnte. Die Kinder zu mehr Bewegung anregen zu wollen, setzt natürlich immer voraus, dass auch die Eltern sich gerne (draussen) bewegen und bereit sind, regelmässig solche Aktivitäten zu unternehmen. Und auch wenn man den Sensor z.B. nur am Wochenende nutzt – die schöne und funktionelle Kleidung (gibt ein ganzes Sortiment, auch wärmerer Kleidung, die Sensor-tauglich sind) zahlt sich immer aus, egal ob mit oder ohne Sensor… 😉

Wir bedanken uns herzlich bei ReimaGO dafür, dass wir dieses innovative Produkt testen und nutzen durften.
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