Jetzt pack doch mal das Handy weg!

Unter dem oben genannten Titel erschien letzte Woche ein neuer Ratgeber zum Erziehungsthema Smartphone – ein Thema, das bei allen Familien früher oder später auf den Tisch kommt und für Ärger sorgen könnte.
Ich durfte den Autor, Thomas Feibel, selbst Vater von vier Kindern und führender Experte in Sachen Kinder und Digitales, vor Erscheinen seines Werkes befragen. Weiterlesen

Katharina Saalfrank: Was unsere Kinder brauchen – Buchrezension

Katharina Saalfrank dürfte jedem ein Begriff sein aus Ihrer Zeit als „Super Nanny“ im deutschen Fernsehen. Längst hat sie sich aber auch als Pädagogin mit eigener Praxis, ihrer Eltern- und Familienberatung, als Autorin und in den sozialen Medien einen Namen gemacht. Ich habe bereits ihr 2013 erschienenes Buch „Du bist ok so, wie Du bist“ gelesen. Nun liegt schon seit einer Weile ihr neustes Werk „Was unsere Kinder brauchen – 7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung“ vor mir. Weiterlesen

FamilienSPICK: Vorstellung & Verlosung

Ich bin eine ausgeprägte Zeitschriftenleserin. Schon immer! Aus meinem ersten Taschengeld habe ich mir jeweils den „BussiBär“ im Dorfladen gekauft. Ein Kinderheft, von dem ich nicht weiss, ob es noch existiert. Etwas später machte ich dann in der Schule mit dem „Spick“, einer Schweizer Zeitschrift für Kinder und Jugendliche, Bekanntschaft und wünschte mir von meinen Eltern das Abo, welches mich danach jahrelang begleitete. Wahrscheinlich bis die „Bravo“ in wurde 😀
Warum ich den Spick damals mochte? Er war einfach spannend, intelligent und anders. Regte zum Nachdenken an. An die Inhalte kann ich mich leider nicht mehr erinnern, ist ja schon ein Weilchen her 😉
img_8134Lustig aber, dass sich nun der Kreis schliesst, denn vor kurzem sah ich, dass es einen FamilienSPICK gibt. Es war klar, dass ich den kennen lernen musste! Ich mag natürlich, obwohl ich heute weniger Zeit fürs Lesen habe, auch Magazine für Eltern, habe aber ein wenig den Eindruck, dass sich die herkömmlichen Magazine in ihren Themen stetig wiederholen und zu wenig Stoff bieten für uns, die wir ja schon etwas ältere Kinder haben und uns nicht mehr mit „Kleinkindthemen“ beschäftigen müssen. Der FamilienSPICK deckt diese Lücke ab. Da er nur 6x im Jahr erscheint, kann man sich auch wirklich Zeit nehmen, ihn zu lesen. Die Inhalte reichen von Erziehung und Schule über Gesundheit und Ernährung bis zu Freizeit, Sport und Lifestyle. Auch Männer und Väter finden Gehör im Magazin. Dazwischen gibt es Berichte, Kurzmeldungen sowie Kolumnen und Expertentipps aber auch PR. Für mich ein stimmiger Mix an Themen, redaktionell ohne Wertung aufbereitet – die Zeitschrift bietet Orientierung, belehren will sie nicht.
img_8136Mode, Beauty und anderen Schnickschnack sucht man vergebens, hier geht es um bedeutende Themen wie z.B. (in der aktuellen Ausgabe) Taschengeld für Kinder, Familie und Beruf, Zahnpflege beim Kind und Vorsorgeplanung.
Die Artikel sind gut gegliedert, eher lang, aber mit Factboxen auch gut ergänzt. Bilder und Illustrationen sind vorhanden, nur dürfte das Layout noch ein wenig „magaziniger“ daherkommen, also noch etwas attraktiver sein. Auf jeden Fall aber wird mit der Gestaltung die Seriosität der Zeitschrift untermalt und sorgte wohl mit dafür, dass auch mein Mann sie sich genauer ansah (andere, „buntere“ Magazine blättert er meist in 10 Sekunden durch und wirft sie mir dann wieder auf den Tisch :D), verweilte, las und sogar 2-3 Sachen erwähnte.
Durch die Verbindung mit der Internetplattform swissfamily.ch kann man auch an attraktiven Wettbewerben teilnehmen und weitere Themen aus allen Familien-Bereichen online „konsumieren“.

Wir dürfen 5 x 1 Jahresabo des FamilienSPICK verlosen. Und so nehmt Ihr teil: hier oder auf Facebook kommentieren, ob Ihr den FamilienSPICK schon kennt und was Ihr von einer Zeitschrift für Eltern erwartet. Wer auf Facebook ist, schenke doch Mama mal 2 und FamilienSPICK Dein Like und markiere im dazugehörigen Beitrag Freunde, die sich ebenfalls für ein Abo interessieren könnten. Die Gewinner werden persönlich kontaktiert.
Wir bedanken uns herzlich beim FamilienSPICK für das uns entgegengebrachte Vertrauen!
Die Fotos stammen aus der aktuellen Ausgabe. Weitere Leseproben gibt es auf der Website des FamilienSPICK.
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Buchrezension: „Was tun, wenn der Hamster den Löffel abgibt?“

Wenn Jesper Juul und Katharina Saalfrank gemeinsam auf einem Buchtitel erscheinen, dann ist das schon mal ein gutes Kaufargument 😉 Und, sorry, geschätzte Frau Boie, dass ich sie bisher nicht kannte… Das Cover lässt zwar eher auf humoristische Literatur schliessen und weckte auch bei meinen Kindern grosses Interesse („Mama, was steht da drin?“, „Was macht denn der Hamster da?“), der Untertitel verrät aber, dass es hier um ernste Themen geht: 60 Elternfragen, beantwortet vom Familientrio. Leider bin ich keine fleissige Leserin der Süddeutschen Zeitung, sonst hätte ich vielleicht die Kolumne gekannt, die zur Veröffentlichung dieses Buches führte. Leider gibt es die Kolumne mittlerweile nicht mehr, dafür aber wurden im vorliegenden Buch einige der spannendsten Fragen und Antworten zusammengefasst und ich muss sagen, da ist dem Herausgeber eine sehr gute Auswahl gelungen. Es geht um Verbote, Erziehung und Beziehung und jede Menge anderere brennender Alltags-Themen, über die jedes Elternpaar irgendwann (oder mehrmals) im Leben einmal stolpert. Das Expertenteam, bestehend aus eben Jesper Juul, dem dänischen Familientherapeuten und Autor, Katharina Saalfrank, der aus der Sendung „Die Supernanny“ bekannten Pädagogin und Kirsten Boie, Lehrerin und Autorin von über 100 Kinder- und Jugendbüchern, ist sich mal mehr, mal weniger einig, wenn es darum geht, eine passende Antwort zu finden. Man kann beim Lesen förmlich mitfühlen, wie schwer es fiel, die richtigen Wort zu finden oder ob die Antwort für alle sonnenklar war. Bei vielen Fragen bildet man sich schon beim Lesen selber eine Antwort und kann dann überprüfen ob man mit den Experten auf einer Wellenlänge liegt oder nicht. Und manchmal ist man ratlos und froh, ist es das Trio nicht. Wenn jedoch drei Fachleute drei gänzlich unterschiedliche Antworten geben, steht man wieder da wie der Ochs am Berg. Nein, nicht ganz, die Damen und der Herr bringen ja durchaus ihre Gedankengänge aufs Papier, ziehen Argumente hervor und liefern so Denkanstösse für die eigene Entscheidungsfindung der Fragen in punkto Familie, Partnerschaft etc. Und, ja, es ist erlaubt, auch mal den Kopf zu schütteln wenn man eine andere Meinung hat als Jesper, Kirsten oder Katharina, oder aber die Frage ganz und gar doof findet… 😉
Das Buch habe ich ruckzuck durchgelesen – kurzweilig, spannend und unterhaltsam. Und es regte durchaus zum Nachdenken an. Kann ich nur empfehlen. Und ich persönlich würde die Kolumne nun regelmässig lesen, wenn es sie denn noch gäbe 😉

Was tun, wenn der Hamster den Löffel abgibt“ (Affiliate-Link) ist erschienen im Beltz-Verlag.

Ein Tablet für jeden Erstklässler?

Die digitale Welt macht auch vor den noch ganz jungen Schülern keinen Halt. Was in anderen Ländern und Schulen zum Teil schon gang und gäbe ist, soll nun auch in Liechtenstein geprobt werden, wie die Landeszeitungen heute berichteten: nach den Osterferien wird jeder Erstklässler an der Primarschule in Ruggell ein eigenes Tablet erhalten und zwar das rund 300 Franken teure (kommt auf die Version an) des bekannten Herstellers mit dem Apfel. Insgesamt sind es 38 i*Pads, 2 davon gehen an die Lehrer. Finanziert wird dieses Projekt von der Gemeinde.
Die Schulleiterin erklärt in der Zeitung, das Gerät nicht als Ersatz sondern als Ergänzung zu bisherigem Unterrichtsmaterial zu sehen. Ziel ist es offenbar, den Schülern Kompetenzen im Umgang mit dem Gerät sowie den neuen Medien beizubringen. Es gilt, das Tablet als Arbeitsinstrument kennen zu lernen und zu nutzen, aber auch Gefahren im Umgang damit. Auch die Eltern sollen miteinbezogen werden. Sinnvollerweise verbleibt das Tablet während der ersten drei Jahre in der Schule. Danach soll mit den Eltern besprochen werden, ob die Schüler das Gerät auch mit nach Hause nehmen dürfen. Dies erklärte mir Marcel Kaufmann, Lehrer und Mitglied der ICT-Gruppe, welche das Konzept mit dem Schulamt erarbeitet hat.
Wie aus der Diskussion auf meiner Facebook-Seite zu entnehmen ist, fühlen sich einige Eltern „übergangen“. Nicht alle sind mit diesem Versuch einverstanden. Ob sie ihre Meinung ändern, wird sich wohl zeigen, wenn das Projekt startet und die Eltern eingehend informiert und „geschult“ werden.
Ich erkenne einerseits durchaus an, dass die neuen Medien im Unterricht langsam eingeführt werden sollen – unabhängig davon, dass wohl die meisten Kinder schon lange vorher in Kontakt damit kommen, da die meisten Haushalte über Tablet, Notebook oder Smartphone verfügen. Schon sehr kleine Kinder sind schnell fasziniert von den Geräten, die den Alltag ihrer Eltern prägen. Auch lernen sie rasch, wie die Geräte bedient werden können. Apps gibt es schon für Kleinkinder und viele Eltern nutzen die Geräte zwischendurch gezielt, um ihre Kinder zu unterhalten, sei es im Wartezimmer des Arztes oder auf einer langen Autofahrt. Kaum ein Kind wird also ohne Vorkenntnisse mit dem Tablet in Berührung kommen. Nur kennen sie es vor allem als Spielgerät und Unterhaltungsmedium. In der Klasse soll sich dies also ändern.
Zweifel habe ich daran, dass bereits Erstklässler einen nicht-spielerischen Umgang mit dem Gerät erlernen sollen. Sollte nicht in den ersten Schuljahren anderes im Vordergrund stehen, das mit herkömmlichem Schulmaterial genau so gut erlernt werden kann? Mich stört diese „so früh als möglich“-Haltung ein wenig, so sehe ich z.B. auch nicht ein, dass Englisch als Fremdsprache bereits in der Primarschule Einzug halten muss. Den Nutzen schätze ich als zu gering ein.
Was ich ebenfalls hinterfrage, ist die Tatsache, dass Sechsjährige schon über ein eigenes Gerät verfügen sollen, auch wenn es im Klassenzimmer verbleiben wird. Marcel Kaufmann argumentierte damit, dass die Kinder Verantwortung für Fotos, Filme, etc. übernehmen müssen. Zudem gebe es bei Geräten, die geteilt werden, oftmals Probleme mit Bildern oder auch Mailaccounts, die missbraucht wurden. Hier stellt sich mir schon die Frage, warum in einer ersten Klasse, in der die Kinder gerade erst das Schreiben (von Hand!) und Lesen erlernen, bereits ein Mailaccount in der Klasse genutzt werden soll. Zwar erhält jeder Schüler automatisch einen eigenen Mailaccount, jedoch kann doch dieser auch einfach zuhause abgerufen werden. Ich sähe meinen bald 6-jährigen Sohn überfordert damit, lesen und schreiben zu lernen und gleichzeitig bereits einen Mailaccount zu nutzen. Aber vielleicht bin ich für dieses Verständnis noch zu wenig „digital native“. Auch Fotos und Filme sind ja gut und schön, haben für mich aber mehr mit Freizeit als mit Lernen zu tun. Ich persönlich fände also, dass in den ersten Schuljahren ein paar wenige Tablets für den Klassenverbund ausreichen würden um sich schrittweise der Thematik zu nähern. Ab der 3. oder 4. Klasse kann man dann ja nochmals darüber diskutieren…
Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Begegnungen mit dem Computer. Eine Art Lerncomputer hatte ich bereits als Kind. Den ersten PC lernten wir in der 3. Klasse kennen. Genutzt werden durfte er v.a. in den Pausen für das Spielen von Oxyd, ein Game, das manche vielleicht noch kennen. Ich mochte es ganz gerne. Zuhause „erbten“ wir dann auch irgendwann einen alten Atari, auf dem ich via Diskette einzelne Spiele machen konnte. Erst im Gymnasium ersetzte mir der Computer dann die Schreibmaschine. Im Informatik-Unterricht wurden wir ans Chatten, ans E-Mail-Schreiben und an den Umgang mit den Windows-Programmen und dem Internet herangeführt. Das reichte vollends und ich wage mal zu behaupten, dass ich heute genug weiss, um mit meinem Notebook und dem Tablet (das sowieso selbsterklärend weil so simpel) ist, umzugehen und ich sehe mich auch (noch) als kompetent genug an, um meine Kinder sinnvoll an die Materie heranzuführen. Selbstredend erleben sie mich täglich am Notebook schreibend, arbeitend und surfend. Sie dürfen das Tablet gelegentlich für Spiele oder ähnliches nutzen und wissen es diesbezüglich auch zu bedienen. Mein Sohn kommt im Sommer in die erste Klasse. Ich sehe nicht ein, dass er da schon ein eigenes Tablet zur Verfügung haben sollte, auch wenn es einem guten Zweck dient. Ich bin einfach der Meinung, es reiche vollends in den höheren Klassen… wir besassen damals noch eine persönliche Schreibtafel. Dies scheint nun definitiv „old school“ zu sein.

In drei Jahren wird das Konzept evaluiert und im Gemeinderat wird über eine Weiterführung entschieden. Dies dürfte dann auch Vorbildfunktion für die anderen Landesschulen haben. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt und werde es auf jeden Fall verfolgen. 
Nun aber zu Euch, die Ihr ja auch aus Deutschland, Österreich, der Schweiz etc. mitliest. Was hält Ihr von dem Projekt? Habt Ihr diesbezüglich schon Erfahrungen? Ich freue mich über Eure Meinungen und Berichte…
Das Bild zeigt übrigens meine Kinder im letzten Sommerurlaub auf dem Flughafen beim Warten auf den verspäteten Flieger. Auf dem i*Pad haben wir diverse Filme abgespeichert damit wir unterwegs solche Situationen gut überbrücken können. Der Flughafen war rappelvoll, es blieb nur noch der Boden für die kurze „Bildschirmpause“…

Anstrengend? Fordernd? Intensiv?

Im Titel findet Ihr Attribute, die ich schon benutzt habe, wenn ich von meinen Kindern sprach… ab und an fragt dann mal jemand, warum denn meine Kinder so seien… ich habe dann mal nachgedacht… es gibt gefühlt 100 Gründe, die ich jetzt nennen könnte – begonnen damit, dass beide Kinder stets „schlechte (Ein)Schläfer“ waren und zum Teil noch sind und endend damit, dass unser Grosser hochsensibel zu sein scheint… Das sind so Fakten, die es uns Eltern manchmal nicht so einfach machen.
Trotzdem finde ich es gerade unpassend, meine Kinder anstrengend o.ä. zu nennen. Schliesslich gibt es immer zwei Sichtweisen und aus Sichtweise der Kinder sind vielleicht wir Eltern anstrengend 😉 Natürlich sind Kinder unterschiedlich, aber ich glaube nicht, dass es superpflegeleichtunkomplizierte Kinder gibt, normalintensive Kinder und extremstfordernde Kinder… ein Stück weit: ja. Aber es kommt auch immer darauf an, wie die Eltern drauf sind und damit umgehen… Ich habe mir im Laufe der Jahre eine dicke Hülle um meinen Geduldsfaden zugelegt. Der reisst nicht so schnell, es sei denn ich leide gerade mal wieder am PMS oder habe sonstwie einen zickigen Tag – kann ja mal vorkommen… Abgesehen davon habe ich manchmal ausserkörperliche Erfahrungen, während der ich mich stark über meine Geduld in gewissen Situationen wundere. Und ich bin der Meinung, dass Kinder, die von ihren Eltern einst als extrem pflegeleicht eingestuft werden, irgendwann schon aufholen und den Rebellen rauskehren 😉 War’s bei uns anders? Ich war ein ziemlich braves Mädchen (sind Mädchen eh meist 😉 aber ich kann mich erinnern, dass ich in meinen frühen 20ern rückblickend total grundlos ganz oft mit meiner Mutter gezofft habe. Nun gut, es hatte wohl mit meinem damaligen Freund zu tun, der – und das wussten meine Eltern – dem Kiffen nicht abgeneigt war und ihnen auch sonst in gewissen Dingen nicht immer ganz geheuer… tempi passati. Aber: es beweist, dass auch ich unauffälliges Kind plötzlich für argen Ärger sorgte. Über meine anderen Mankos und die Gründe dafür schweige ich mich an dieser Stelle lieber mal aus. Das Wort „Psycho„, liebevoll gemeint, höre ich ständig. So viel zu dem…

Sind jetzt meine Kinder anstrengend oder ist es nur eine Frage der Perspektive und des Umgangs mit ihren Eigenarten? Da es fast keine Vorkommnisse gibt, die nicht in anderen Familien auch passieren, würde ich sagen, wir haben hier zwei relativ durchschnittliche Kinder, die, wie andere auch, vielleicht die eine oder andere Supermacke haben, die ich aber immer, wirklich immer entweder mir oder meinem Mann zuordnen kann. Da hört er dann von mir, befindet sich der Blutdruck gerade im Steilflug, schnell mal ein eingreifendes „Du bist haargenau so!“ Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm… und legt mein Sohn mal wieder ein total abartiges Verhalten an den Tag weil X nicht so ist wie es sein soll, dann läuft bei mir ganz oft ein Film aus meiner Kindheit ab. Ich kann diese Situationen alle sofort aus irgendeiner Schublade in meinem Gehirn abrufen. Und wie Psychologen sagen, sind diese Momente, in denen einem die eigene Macke mit dem Spiegel aufgezeigt wird, diejenigen, die einen am meisten triggern…

So. Ich möchte also festhalten, dass meine Kinder zwei willens- und charakterstarke Persönlichkeiten sind, die uns auf positive Weise fordern. Und diesen Satz schreibe ich jetzt fiktiv an den Kühlschrank weil bestimmt bald wieder ein Moment kommt, in dem wir das vergessen…

Ansonsten nichts Neues hier… Alltag pur, düsteres Wetter, heute die üblichen Playdates… Am Weekend waren wir mal wieder im Kino, haben aber leider Creed verpasst, es wurde also Deathpool, recht witzig, aber auf nicht allzu hohem Niveau… bin zwar sportlich nach wie vor aktiv, hatte aber, weil ich FR-SA weg war (ihr habt das vielleicht auf meiner FB-Seite gelesen), einen kleinen Einbruch. Das selbe gilt leider auch für meine Ernährungsgewohnheiten. Ich hoffe, da die Kurve wieder kriegen zu können.
Gestern habe ich recht spontan ausgemacht, dass jemand ein Occasions-Bike für meinen Sohn zum probefahren vorbei bringt (langsam wird das alte, nur geliehene Fahrrad, zu klein und im Hinblick auf den baldigen Schulstart wäre ein Neues eh nicht schlecht). Dummerweise war mein Mann nicht zuhause, mein Sohn verliebte sich überraschenderweise und es stellte sich dann nach fachkundiger Prüfung meines Mannes heraus, dass das Bike eigentlich viel zu schwer sei für ein Kind… es ihm jetzt wieder zu nehmen, wo es ihm doch gefällt, ist natürlich auch doof… Gibt ein Mal gelbe Karte für die Mama, die dachte, hier ein tolles Schnäppchen zu machen… machen wir das Beste draus?

Dafür bekam ich diese Woche eine Overlock geschenkt und kann sie vielleicht bald mal ausprobieren, auch wenn ich gerade eine Nähflaute habe (keine Lust auf neue Projekte; aber der Sommer kommt bestimmt…)

Wünsche Euch eine schöne Wochenmitte, nette Restwoche und habt’s gut! :* 

Buchrezension: „Vater Mutter Staat“ von Rainer Stadler

Das Thema ist leider ein ziemlich heisses Eisen. Kinderbetreuung. Oder, wie es Rainer Stadler formuliert: „Betreuungspropaganda“. Der Untertitel seines Buches deshalb auch: Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung – Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören.
Diese Rezension ist, eher unüblich, mehr eine (Achtung!) laaaange Folge an Zitaten aus dem Buch. Ich fand vieles so wichtig und habe mir allerhand angestrichen und gebe das hier auch relativ ungefiltert wieder. Ihr habt somit einen guten Überblick darüber, was Euch beim Lesen erwartet. Urteilen müsst Ihr selber, meine Meinung werdet ihr aber spüren. Eine Bitte aber: bevor Ihr kommentiert, lest den ganzen Text. Danke!

Ich habe mich schon des Öfteren mit meiner Einstellung weit zum Fenster herausgelehnt. Weil ich der Meinung bin, dass ein Baby/Kleinkind nicht mehrheitlich fremdbetreut werden sollte, sondern in der Familie u/o bei einer Betreuungsperson, die nicht ständig wechselt. Manche Mutter, die nach der Geburt bald wieder zurück in den Beruf wollte oder musste, fühlte sich dadurch angegriffen. Darum geht es jedoch nicht, sondern um die Politik/den Staat (im Buch ist im Besonderen der deutsche Staat gemeint), der frischgebackene Eltern schon fast dazu zwingt, das Kind in die Fremdbetreuung zu geben, um möglichst rasch wieder Dienst in der Wirtschaft zu leisten. Die Bedürfnisse der Kinder sind dabei nicht relevant. Gut ausgebildete Mütter (und Väter), die ihre Zeit mit „Elternzeit“ verplempern, sind vergeudetes Humankapital. Es wird alles unternommen, um den „Störfaktor“ Kind „outzusourcen“ und die Müttererwerbsquote zu steigern. Das ist die Kernaussage des vorliegenden Buches und es sollte uns alle anregen, darüber nachzudenken. Kinder sind die Zukunft, heisst es immer. Kinder sind heute in aller Regel Wunschkinder. Es werden weniger Kinder geboren, die aber sind im höchsten Grade erwünscht. Wer heute Kinder bekommt, der bekommt sie nicht als Anlage für die Rentenzeit, sondern um mit ihnen Zeit zu verbringen, sie aufwachsen zu sehen. Aber nicht jeder unterstützt das. In der Schweiz muss eine Mutter 16 Wochen nach der Geburt wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren, wenn sie das denn beabsichtigt hat. 16 Wochen! (In der USA sogar nur 12) Das ist nicht einmal die Dauer der von der WHO empfohlenen Vollstillzeit (rund 6 Monate oder länger). Mit ein Grund, weshalb der Umsatz mit Milchpumpen weltweit bei einer halben Milliarde Euro liegt, Tendenz leicht steigend. Männer erhalten übrigens kaum mehr als 1-2 läppische Tage Urlaub nach der Geburt ihres Kindes.
Deutschland schlägt in dieselbe Kerbe. Stadler zitiert einen „Wirtschaftsweisen“ wie folgt: „Einer Entwertung von Humankapital aufgrund der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit kann entgegengewirkt werden, wenn diese Unterbrechung möglichst kurz gehalten wird.“

In Deutschland wird für jedes Kind ein Krippenplatz garantiert, ohne zu fragen, ob die Eltern den überhaupt in Anspruch nehmen wollen. Und die Qualität sei dahingestellt, wenn es vor allem um Quantität geht…
Es ist nichts daran auszusetzen, dass Eltern, Mutter wie Vater, nach der Geburt ihre Erwerbstätigkeit fortsetzen. Im Gegenteil, es ist natürlich nötig. Die Frage ist nur, wann und wieviel? Die ersten drei Lebensjahre sind prägend für ein Kind und es ist für sein Urvertrauen und seine seelische Konstitution wichtig, dass es in diesen Jahren einen Grossteil seiner Zeit in einem familiären und konstanten Umfeld verbringt. Das heisst nicht zwingend, dass die Mutter zuhause bleiben muss! Jede Familie wird hier individuelle Lösungen finden und immer mehr sind die Arbeitgeber hier gefragt, auch Männern mehr Teilzeitstellen anzubieten, denn die Väter wollen zunehmend eine Rolle im Leben ihrer Kinder spielen und nicht nur „Feierabendpapa“ sein.
Stadler: „Längst müssten sich auch die Männer fragen, ob sich ihre Karriere noch mit der Familie vereinbaren lässt, gerade wenn ihre Frauen ins Berufsfeld drängen.“ Womöglich wäre ein Modell, das Teilzeitarbeit mütter- und väterlicherseits vorsieht, viel weiter verbreitet, wenn Frauen nicht „flächendeckend schlechter bezahlt würden als Männer.“ Wenn die Politik wirklich einen ernsthaften Beitrag zur Vereinbarkeit leisten wolle, müsse sie die Bedingungen für eine Arbeitswelt schaffen, die es beiden Elternteilen ermöglicht und sie auch ermuntert, weniger zu arbeiten und die Kindererziehung untereinander aufzuteilen. Davon allerdings sei die moderne 24h/7-Tage-Ökonomie Lichtjahre entfernt.
Statt „familienfreundliche Arbeitsplätze“ zu schaffen – und zwar nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer, damit auch sie länger bei ihren Kindern bleiben können –, übt die Wirtschaft einseitig Druck auf die Frauen aus. Frauen, die berufliche Ambitionen haben, sind damit explizit aufgefordert, das Hindernis Kind zu beseitigen und an den Arbeitsplatz zurückzukehren“, so Stadler. Dabei müsste eine „Politik, die sich als familienfreundlich bezeichnet, alles tun, um Frauen den beruflichen Wiedereinstieg zu einem Zeitpunkt zu ermöglichen, den sie nach den Bedürfnissen der Familie wählt – und nicht, wenn ihn die Wirtschaft wünscht.“
Und auch: „Die moderne Arbeitswelt fordert den möglichst uneingeschränkt mobilen und verfügbaren Menschen, (…) idealerweise ohne familiäre Bindung. Unterm Strich ziehen also Eltern immer den Kürzeren.“
Das sogenannte „kapitalistische Modell“ sehe einen Menschen vor, der sich durch grösstmöglichen Konsum und grenzenlosen Einsatz in der Arbeit selbst verwirkliche. Familie dagegen bedeute Verzicht und gegenseitige Rücksichtnahme, Treue und Verlässlichkeit und stelle damit eine Gegenwelt dar zu totaler Selbstständigkeit, gegenseitiger Unabhängigkeit und bedingungsloser Selbstverwirklichung – dem Ideal westlicher, marktliberaler Gesellschaften.

Was für mich ein No go ist, sind ein Vater und eine Mutter, die beide zu je 100% arbeiten und das Kind derweil in der Kita betreuen lassen. Da stellt sich mir dann einfach die Frage, warum man Eltern werden wollte. Im Alter von vier Jahren tritt (zumindest in der Schweiz) die Schulpflicht ein und das Kind verbringt schon einen grossen Teil seiner Zeit im Kindergarten. Ungefragt.
Und ich will die Kita keineswegs generell schlecht machen, denn auch meine Kinder haben jeweils zwei Halbtage in der Kita verbracht. Die Kleine ab 8 Monaten. Und obwohl ich mehr als zufrieden mit „unserer“ Kita und den Betreuerinnen hier bin, glaube ich nicht, dass eine Kita für ein Baby/Kleinkind eine adäquate Einrichtung für eine Vollzeitbetreuung ist, also während 5 Tagen die Woche 8 Stunden täglich. So sieht es auch Rainer Stadler: Es gibt kaum Rückzugsmöglichkeiten (Reizüberflutung), wechselnde Betreuerinnen, die den Aufbau einer verlässlichen Bindung verhindern, ein durchstrukturiertes Programm, das nur wenig Freiraum lässt (Anm. von mir: das kommt wohl auf die Art der Kita an); ein Zusammensein mit Kindern, die man sich nicht aussuchen kann (Experten sagen, dass zwischen Kindern einer Krippengruppe kaum nennenswerte Beziehungen entstehen). Die meisten Forscher halten übrigens einen Aufenthalt von maximal vier Stunden pro Tag für unbedenklich.
Eine intakte Bindung aber ist die Basis für eine funktionierende Bildung und alle sozialen Kompetenzen. Gerade in unserer Leistungsgesellschaft brauchen Kinder ein sicheres Fundament. Soziale und emotionale Defizite sind leider an der Tagesordnung, wenn Kinder zu früh und zu häufig (viele Stunden täglich) fremd betreut werden. Diese Kinder sind häufiger krank und später oft aggressiver und widerspenstiger – eine Folge der erheblichen und chronischen Stressbelastung. Es gibt Kinder, für die passt es, aber für die Mehrheit eben nicht. Ein Viertel der Kinder, die schon früh ganztags betreut wurden, zeigten laut einer Studie im Alter von vier Jahren „ein Problemverhalten, das dem klinischen Risikobereich zugeordnet werden muss“. Und in der DDR galt bei Psychotherapeuten laut Stadler Krippenerziehung schon fast als Diagnose.
Übrigens brauchen laut Stadler nicht nur die Kinder die Nähe zu den Eltern, das Bedürfnis besteht auch umgekehrt. Die Trennung der Eltern von ihren Kindern führe leider dazu, die Kompetenz zu verlieren, die eigenen Kinder zu behüten und grosszuziehen. So bestätige z.B. eine Studie, dass die Harmonie der Mutter-Kind-Interaktion in dem Mass abnimmt, wie das Kind ausserhalb der Familie betreut wird. Und von der Nähe zum Kind profitieren nicht zuletzt auch die Väter.

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, so erinnere ich mich an eine freie Kindheit. Ich durfte zuhause sein, dort, wo es für mich am schönsten war. Meine Mutter war immer da (es hätte auch der Papa sein können). Auch als ich zur Schule kam, war ich frei. Ich streunte oft durch die Gegend, allein oder mit Freunden, im Wald, auf dem Schulhof, durch die Wiesen, im Garten. Wenn wir Hunger hatten, liefen wir nach Hause und fragten nach einem Zvieri. Hatten wir keine Lust mehr, draussen rumzurennen, zogen wir uns auf’s Zimmer zurück. Und um 18 Uhr wurden wir zum Essen gerufen. Einen Hort gab es da noch nicht, in dem die Schulkinder „verwahrt“ wurden. Unser Leben spielte sich draussen ab, ohne Aufsicht. Und ich habe nur die besten Erinnerungen daran. Woran werden sich die Kinder erinnern, die ganztägig unter Aufsicht sind? Gut betreut, aber relativ unfrei. Sollte die ideale Kindheit nicht darin bestehen, selbstbestimmt seine Freizeit zu verbringen? (und das ganze Förderprogramm und die vielen Sport- und Musikkurse sind wieder ein anderes Thema…)

Leider hat die heutige Entwicklung auch auf das Bewusstsein der Gesellschaft einen negativen Effekt: die Kinder verschwinden aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit (hinter die Zäune und Mauern der Krippen, Horte und Ganztagesschulen etc.). Folglich schrumpfe die Toleranz der Erwachsenen, insbesondere der Kinderlosen. Das Gefühl für die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder geht verloren.
Das afrikanische Dorf, das so oft zitiert wird, es existiere hier nicht. „Die meisten Bewohner haben sich von den Kindern abgewandt, und die wenigen, die sich um den Nachwuchs kümmern, stehen in der Dorfhierarchie ziemlich weit unten.“

„Familienpolitik dient vor allem dazu, den Sozialhaushalt zu entlasten, ausreichend Nachschub für den Arbeitsmarkt zu produzieren und mehr Steuereinnahmen zu generieren. Die Interessen und Wünsche der Familien? (…) Höchstens Nebensache“, schreibt Rainer Stadler. Und zitiert die deutsche Regierung, wie sie 2005 folgendes festhielt: „Kinder dürfen nicht länger ein Hindernis für Beruf und Karriere sein.“ Hoppla! Die Zukunft des Landes, ein Hindernis? Laut Stadler geht es darum, die produktiven Kräfte der Gesellschaft von ihren sonstigen Verpflichtungen zu befreien. So wurde die Pflege und Betreuung der Alten bereits aus vielen Familien ausgelagert. Und jetzt ist der Nachwuchs an der Reihe… und nicht nur das. Der Staat masse sich auch an, der bessere Erzieher zu sein. Sollten wir Eltern uns das gefallen lassen? Ursula von der Leyen wird wie folgt zitiert: „Ein Kind braucht mehr Anregungen und Impulse, als die Mutter allein ihm geben kann.“ Das ist nicht nur anmassend, das widerspricht auch der Wissenschaft, die feststellt, dass ein Kind in den ersten vier Lebensjahren von seinen Eltern mehr lernt als in der gesamten Schulzeit(!).
Stadler dazu auch: „Eltern sind und bleiben unersetzlich für ihre Kinder. Sie sind die einzigen Menschen, die von der Natur mit der Fähigkeit ausgestattet wurden, ihr Kind ohne Wenn und Aber zu lieben. Das ist der fundamentale Unterschied zu jeder noch so qualitativ hochwertigen Betreuung oder Förderung. Diese einmalige Beziehung lässt sich nicht auslagern. Sie muss immer wieder erneuert werden und das braucht Zeit. Emotionale Nähe lässt sich nicht spontan oder unter Zeitdruck herstellen und schlicht organisieren, sondern setzt gemeinsame Erfahrungszusammenhänge voraus. Eltern sollten sich diese Aufgabe nicht leichtfertig abnehmen lassen. Und wenn sie sich dennoch dazu entschliessen, sollten sie zumindest die Risiken nennen.“ Doppelverdiener-Eltern hätten „längst verlernt, mit den Kindern spontan etwas zu unternehmen, ohne dass es gleich zu viel kosten müsste“. Am Wochenende wolle „alles kompensiert und wieder gut gemacht“ werden. Quality Time – ein „Schwachsinn“. „Familie lässt sich nicht in jene Lücken pressen, die die Erwerbsarbeit noch nicht besetzt hat“.
Übrigens seien Kinder sehr wohl fähig, auch zu Grosseltern tragbare Bindungen zu entwickeln, auch Tagesmütter oder Krippenerzieherinnen könnten vorübergehend das Bedürfnis nach emotionaler Nähe befriedigen. Das erfordere jedoch die konstante Anwesenheit einer Person, die sich höchstens noch um ein oder zwei andere Kinder kümmert. In der Praxis sieht das leider oft anders aus.

„Arbeitszwang statt Wahlfreiheit“ heisst es bei Stadler. Und er zeigt auf, warum Eltern zunehmend gezwungen sind, zu arbeiten. „Noch vor wenigen Jahrzehnten verdiente ein Fabrikarbeiter genug, um die ganze Familie zu versorgen – das ist heute selbst in den meisten Akademikerhaushalten eine Utopie. Tiefere Löhne – eine Folge der Globalisierung.“ Wahlfreiheit existiere auch bei Alleinerziehenden nicht mehr. Lange Zeit hätten diese von Sozialhilfe leben können. Seit der Einführung der Hartz-Gesetze sind Alleinerziehende verpflichtet, spätestens zum dritten Geburtstag ihres Kindes wieder zu arbeiten.
Ein Wort zum Feminismus. Laut Stadler werden neuerdings die Frauen kapitalisiert, während die Männer sich nicht ändern müssen. Eine Frau gelte nur als emanzipiert, wenn sie ihr eigenes Geld verdiene. Der Druck steigt. Denn oft bleiben Kinder, Haushalt etc. nach wie vor ebenfalls an der Frau hängen. Merkel sagte dazu einmal: „Die, die gesagt haben, dass Gleichberechtigung Erwerbstätigkeit bedeutet, haben kaum oder gar nicht darüber nachgedacht, was aus all den Tätigkeiten werden soll, denen die Frauen früher nachgegangen sind.“ Stadler schreibt, dass von den meisten Feministinnen leider kein Protest dagegen komme, dass die Arbeit der Frauen zu Hause und für ihre Familie nicht ansatzweise honoriert wird. „Statt die immensen Leistungen (…) endlich finanziell anzuerkennen, wird diesen vermittelt, dass sie ihre ökonomische Unabhängigkeit durch eine Erwerbstätigkeit ausser Haus sicherzustellen hätten“, bemängelt die Juristin Eva Schumann. Dem Staat sei die Betreuung seines Nachwuchses zwar Geld wert, aber nur, solange diese nicht durch die Eltern selbst erfolge, meint Stadler. „Die Eltern sind für den Arbeitsmarkt zu wertvoll, als dass ihre Ressourcen für die Betreuung der eigenen Kinder verschwendet werden könnten.“ Eine „spürbare, finanzielle Anerkennung der Arbeit, die insbesondere Mütter im Haushalt und bei der Erziehung ihrer Kinder leisten“, fehlt leider.
„Dass ihnen die Kindererziehung nicht allein aufgebürdet werden soll, werden sicher viele Frauen unterschreiben. Aber warum die Eltern deshalb ihre Kinder nur noch vom Kollektiv versorgen lassen sollten, ist weniger nachvollziehbar.“
Zudem suggeriere der Staat den Eltern, die Einheitslösung Krippe sei für jedes Kind das Beste. Auch der Arbeitgeber macht oft Druck, eine individuelle Eingewöhnung, die länger dauern kann, wird nicht selten verunmöglicht.

Wie gross der Einfluss der Politik ist, zeige sich auch darin, dass fast ausschliesslich die positiven Auswirkungen der Fremdbetreuung gewürdigt werden (z.B. in den Medien), während die negativen Effekte am Ende einer Meldung versteckt würden.

Auch das Thema Schule kommt bei Rainer Stadler auf den Tisch. Die Schule wird als „nicht besonders effizient“ bezeichnet. Sie überfrachte Kinder mit „abstraktem und totem Wissen“. Das Lernen mit Büchern wird als unnatürlich bezeichnet, die Institution Schule sei nicht kindgerecht. Es werden Beispiele aufgezeigt von Kindern, die nie eine Schule besucht haben und trotzdem fähig waren, einen Beruf zu erlernen. Das Thema Home- oder Unschooling/Freilerner ist aktueller denn je, kein Wunder also, dass es auch Stadler behandelt. Er führt auch auf, wie viele Adoleszente regelmässig unter psychosomatischen Beschwerden und depressiven Verstimmungen leiden. Kein Wunder bei dem Pensum, dass sie in der Schule absitzen müssen. Er kritisiert auch die Tendenz, das Abitur als Mass aller Dinge für möglichst viele Schüler einfordern zu wollen währenddessen die duale Berufsbildung, „seit jeher eine der grossen Stärken Deutschlands im internationalen Wettbewerb“ als geringer eingeschätzt werde.
Laut Stadler sind „seit geraumer Zeit Lehrer in Kindergärten unterwegs, um die Schulfähigkeit von Vier- und Fünfjährigen zu testen.“ Gleichzeitig sollen die Schüler „länger und mehr lernen“. Stadler: „Früher, länger mehr – eigentlich ein ziemlich massloser Anspruch für eine Institution mit einer so mittelmässigen Bilanz“. Dennoch will er sich von einer Pauschalkritik an der Schule distanzieren und nimmt die Lehrer in Schutz, da auch sie nur die Leidtragenden sind, die dem gewaltigen Druck von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft standhalten müssen.
Die Ganztagesschule, die von vielen gefordert wird, bezeichnet Stadler als Zumutung. Argument dagegen ist z.B., dass es für die Kinder anstrengend sein müsse, den ganzen Tag mit anderen zusammen zu sein, sogar beim Essen und beim Hausaufgaben machen. Bei ständiger Beschäftigung würden die Kinder zudem verlernen, sich selber zu beschäftigen. Die Freiheit wird eingeschränkt, die Kinder sind fremdbestimmt. Die „Ausdehnung der Zwangssituation Schule“ gehe „auf Kosten ihrer persönlichen Hobbies und Vorlieben, sowie von Tätigkeiten, die in keinem Lehrplan vorkommen, aber für das spätere Leben nicht weniger wertvoll“ seien.

Und zum Schluss noch ein kleines Fazit…
„Ob Eltern ihre Kinder zur Krippe schicken (und v.a. wie oft/lang), ist am Ende ihre Entscheidung. Aber ich will, dass sie alle nötigen Informationen zur Hand haben, um verantwortlich entscheiden zu können. (…) Die Eltern kennen ihr Kind selbst am besten. Und deshalb sollten auch sie entscheiden – nicht ihr Arbeitgeber, das Familienministerium, die Nachbarn, die Grosseltern oder eine wie auch immer geartete öffentliche Meinung.“

…und die Andeutung eines Zukunftsszenarios: „Es stellt sich die Frage, was die heutigen Kinder später einer Gesellschaft zurückgeben werden, die sie von ihren Eltern trennt, weil es wirtschaftlich opportun erscheint (…), wie viel Zeit sie noch bereit sind, für ihre Familien zu opfern, die für sie genau diese Zeit nicht opfern wollten oder konnten. Letztlich steht also der soziale Zusammenhalt auf dem Spiel.“

Von Höhen und Tiefen…

Ihr wisst, dass ich nichts von Friedefreudeeierkuchen-Getue halte. Ich könnte hier tolle Fotos posten (was ich auch tue) und nur Gutes erzählen. Aber so ist die Welt nicht. So bin ich nicht. So ist das Leben nicht. Seit jeher bin ich eher eine, die gefühlsmässig Achterbahn fährt. Das ist super anstrengend aber es hat mich noch nicht umgebracht. Sprich: ich habe selten eine Dringlichkeit gesehen, irgendwas daran zu ändern. Wie auch immer, es hat sich bestimmt vererbt. Mein Sohn ist da ganz ähnlich. Aber fangen wir woanders an, denn ich habe länger nicht gebloggt. Am Freitagnachmittag waren wir mit unserer Mittwochsclique beim Nikolaus in Schellenberg. Irgendwie war die Stimmung heuer nicht ganz so festlich. Die Kinder liefen rasch hoch, es hatte null Schnee und irgendwie sind die Kinder wohl beim Anblick eines Nikolauses nicht mehr ganz so verzaubert wie noch vor 2-3 Jahren… aber es war nett, das schon, und wir waren zum Glück zeitig unterwegs denn beim wieder Runterlaufen begegnete uns eine wahre Völkerwanderung. Ja, der Nikolaus im Walde ist kein Geheimtipp mehr… in der Nacht auf Samstag hat die Maus sich im Bett erbrochen, entsprechend kurz war die Nacht. In der Nacht auf Montag hat sich der Grosse erbrochen, also dito. Bei beiden war es wohl nur eine temporäre Grippe (meine Kinder liegen nie lange flach, wenn überhaupt) oder die Folge übermässigen Nikolaus-Süssigkeitenkonsums. Mir ging es in der Folge aber am Montag auch bescheiden. Bis ich um 2 Uhr nachts das Bett gewaschen und alle zu viert in einem viel zu kleinen Bett wieder ihren Schlaf fanden, dauerte es ein wenig… bin trotzdem pflichtbewusst zum Sport, musste mich da aber schon zusammenreissen. Mein Magen fühlte sich nicht gut an. Am Nachmittag bin ich dann auf’s Sofa und schlief eine Weile derweil der Mann (der zum Glück frei hatte aufgrund des Feiertags am DI) mit der Maus erfolglos auf die Suche nach Lichterketten für den Christbaum fuhr. Grosser war im KiGa. Ich war nicht wirklich einsatzfähig, stand nur kurz auf, um zwei Facebook-Gewinnspiele zu beenden. Abends ging ich früh schlafen, hatte aber eine unruhige Nacht. Danach ging’s dann wieder einigermassen. Wir haben nicht viel unternommen, was, seht Ihr auf der Facebook-Seite.
IMG_5476Ich möchte aber noch vom Sonntag erzählen. Da waren alle soweit fit, das Wetter der Hammer und ich musste raus und mich bewegen. Bei schönem Nicht-Sommer-Wetter (im Sommer ist es zu heiss :P) ist dieser Impuls bei mir immens. Ich könnte jetzt, sh. oben, erzählen, dass wir auf’s Wildschloss gewandert sind und alles super. Aber der Weg dorthin wahr, auch wörtlich, steinig und steil. Unser Sohn hat seit je her ein Problem mit Outdoor-Aktivitäten. Sie stören seine kleine, friedliche LEGO-Welt. Er wäre lieber zuhause. Hier kommen wir also immer, IMMER an einen Konfliktpunkt. Nicht immer packen wir Eltern es, uns durchzusetzen weil uns einfach der Nerv für diese Grabenkämpfe fehlt. Das ist dann sch… erstens weil wir dann unzufrieden sind und zweitens weil die Kinder die frische Luft und Bewegung brauchen. Ja, das tun sie, sie wissen es nur nicht! Klar gibt es verregnete Tage an denen wir das Haus nicht verlassen und die überstehen wir auch. Aber an den konfliktreichen Tagen merkt man den Kindern gegen Abend den Energieüberschuss an. Das ist fatal. Dann wird grundlos gestritten und gezankt, übermässiger TV-Konsum eingefordert (und letztendlich von endgenervten Eltern auch gewährt) oder die Bude zum Affenzirkus. Dann wird herumgerennt, auf dem Sofa rumgehüpft, mit Dingen geschmissen, da werden die Turnmatten rausgezogen und es erfolgt die logische Entladung der überschüssigen Energie… bis einer heult. Und es heult immer einer weil Sturz, Zusammenstoss, whatever. Mich stört das wenig, den Mann sehr, es ist also nicht erwünschtes Verhalten. Ergo gehen wir raus so lange wir noch können. Wenn also mein Wille, etwas durchzuziehen stark genug ist, dann funktioniert es auch. Es braucht nur Geduld. Viel Geduld. Denn, und da könnt Ihr Euch sicher sein, Junior gibt nicht schnell auf. Er zetert also von der Ankündigung der Outdooraktivität über das Anziehen und die Autofahrt bis und mit zu den ersten paar hundert Metern. Er ist stinksauer und teilt das auch lautstark mit. Er flucht und schimpft über die unglaubliche Ungerechtigkeit und uns Eltern, denen er befremdliche Adjektive an den Kopf wirft. Es ist immer das selbe Spiel… Mann ist jeweils kurz vor der Kapitulation, ich bleibe eisern und lustigerweise ist an diesem Punkt dem Sohn seine Sturheit so im Weg, dass er nicht anders kann als beleidigt weiterzustapfen. Dieses mal in einem Affentempo. Es rannte also der Sohn voran die steilen, steinernen Waldwege hoch, die schwitzende und seine Schwester tragende Mutter stapfte hinterher und ebenso der Rucksack-tragende, schwer schnaufende Papa. In nullkommanix waren wir oben. Wir waren mal im Sommer und sind da weit länger unterwegs gewesen. Als der Sohn sein Tempo fand, wurde er zusehends entspannt und die negative Energie wandelte sich urplötzlich in den Willen, diesen Weg zu schaffen und auch den Stolz und das Wissen darüber, dass es klappen würde. Und schon war er wie ausgewechselt, zeigte uns Steine, erzählte uns irgendwelche Dinge und war guter Laune. Erleichterung… endlich. Oben angekommen tankten wir die letzten Sonnenstrahlen, assen Zvieri und genossen die Aussicht. Der (gefühlt viel längere) Heimweg war kein Problem mehr. Auch Maus lief zwischendurch. Natürlich bestärkte der Sohn noch auf dem Weg nach oben, er wolle dann noch heute wieder runter und nochmals hoch (äh, ja…) und morgen wolle er wieder wandern und übermorgen sowieso. Klare Sache: die Glückshormone taten ihren Dienst… nur leider, und ich weiss das ja, halten die nicht länger an und dieses Gefühl wird von ihm auch nicht gespeichert. Deshalb werden wir wieder Krieg führen, immer dann wenn wir etwas unternehmen wollen. Daran gewöhnt man sich nicht, aber es ist zu schaffen…
Nach der Wanderung durften die Kids in die Wanne und Papa kochte unsere aller Lieblings-Thaisuppe. Perfekt! Ja, so sollte es immer sein…
So, und jetzt sind wir schon wieder mitten in der Woche angelagt, ihr wisst ja, dies ist der Rush-Day. Aber heute geht’s, weil: wir haben eine Freundin der Maus zu Besuch und während die Mädels friedlich spielen (hach, Mädels spielen immer so schön friedlich…), konnte ich anfangen, meinen Kram abzuarbeiten. Und nachmittags sind wir dann zum Playdate bei der Kollegin. Der Mann ist ganztags ausser Haus.
Langsam nähert sich der Geburtstag der Maus und Weihnachten. Bin noch immer nicht sonderlich in Stimmung. Mir graut vor den viel zu langen Weihnachtsferien… ich mag‘ lieber den Alltag oder dann gleich ganz weit weg zu sein (an der Südsee? :P). Mit den Kindern so lange zuhause ohne jegliche Spielkameraden, liebe Freunde lange nicht sehen (weil alle ihren familiären Verpflichtungen nachgehen) und draussen nur die Kälte (und ihr wisst ja jetzt, wie viel es bei uns braucht, um rausgehen zu können), da wird uns Eltern die Decke schnell auf den Kopf fallen… ich sehe die Kinder endlos miteinander streiten… aber vielleicht male ich auch den Teufel an die Wand und es wird schon (ganz harmonisch?) werden. Ich nehme mir schon vor dem Jahreswechsel vor (weil für den Jahreswechsel mache ich mir nie Vorsätze!), das mir angebotene Sportprogramm auch während der Ferien durchzuziehen. Bazinga!
Habt’s eine gute Restwoche! 

Lost in Translation… Mitte-Woche-Rapport

Und schon wieder sind wir Mitte Woche angelangt und ich mag eigentlich gar nicht gross schreiben, aber, ach, egal… derzeit herrscht bei uns ganz atypisch kein Novemberwetter sondern ein richtig goldener Herbst mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen. Wir waren drum viel draussen. Am liebsten hätte ich ja ein paar lange Wanderungen getätigt aber mit unseren „nein, ich lauf nicht“-Kids ist das nicht so einfach. Ich habe mir zwar des öfteren schon überlegt, eins vor den Bauch und das andere auf den Rücken zu schnallen aber spätestens nach 2h wäre ich wohl alle und den Kids stinklangweilig. Meine Nachbarin ging letzte Woche morgens wandern aber dazu fehlt mir dann der Partner und allein mag ich nicht. Wobei ich grad eh keinen Morgen freischaufeln kann. Falls es nächste Woche noch so schön ist, dann vlt…
Immerhin sind wir also an den Rhein (SA) als Papa wieder da war und am SO bei Freunden in Feldis GR, deren Hütte wir durch eine Gondelfahrt mit anschliessender kleiner Abwärtswanderung erreicht haben. Fotos wie immer auf FB, es tut mir echt leid, aber ich komme nicht nach mit dem Hochladen und warum geht das nicht einfacher? Wünschte die Fotos auf dem iPhone könnten nach Anfertigung automatisch auf dem PC landen. Ja, ich weiss, es gibt die iCloud aber irgendwie funzt das nicht. Die iCloud-Fotos sind in der Auflösung viel zu klein. Egal… also sorry für die fotolosen Beiträge 😉
Der SO-Abend war dann relativ konfliktreich, leider, und die Kinder, die auf der Heimfahrt von Feldis im Auto schliefen, waren entsprechend noch lange aktiv. Zum Glück hat das aber wieder gebessert. Da geht man mit dem Grossen aufgrund der Schlaflosigkeit zum Arzt und was macht er? Ging montags und gestern zeitig schlafen ja s-c-h-l-a-f-e-n! Gestern sogar vor der Maus! Ich bin erstaunt. Letztere hingegen macht ein ziemliches Theater in letzter Zeit. Fast 4 Jahre lang war sie total unproblematisch von mir ins Bett zu bringen, jetzt beginnt die Rebellion. Zwar sagt sie nach wie vor, dass sie jetzt schlafen gehen will, macht dann aber einen Riesen Terz. Gestern sind wir um ca. 19.30 Uhr hoch. Zähneputzen, Pyjama anziehen (ich so: „willst Du nicht das Unterhemd anlassen??“ Sie: „Nein, das hatte ich gestern schon ab!“, dann Richtung Bett. „Ich kann nicht schlafen“. Kurz Stillen. „Ich will ein anderes Pyjama!“ Also hole ich ein anderes Pyjama. Wieder im Bett. Anziehen. „Ich hab‘ doch gesagt, ich will wieder mein Unterhemd anziehen!“ Ich: „Im Ernst jetzt!?“ Also hole ich es ihr… wieder umziehen. Irgendwann nach 20 Uhr war dann Ruhe. Ins Karate habe ich es so natürlich nicht mehr geschafft. Aber war auch egal. Bin seit Tagen (ich glaube letzte Mi Nacht begann es mit Schmerzen beim Schlucken) irgendwie grenzerkältet, d.h. ich habe zeitweise ein bisschen Schnupfen gehabt und seit gestern so ein wenig Reizhusten und zwischendurch mal Kopfschmerzen (mens-bedingt wohl) aber ich liege definitiv nicht flach. Ich bin am Mo Morgen auch normal ins Training und das ging gut.
Gestern rief mich dafür etwa um 9.45 Uhr die Kita an und wollte, dass ich die Maus abhole. Sie hätte sich erbrochen. „Oh nein, nicht das noch!“ dachte ich mir, aber schlussendlich war es wohl nur ihre Reaktion auf einen Sturz von der Bank. Ich fuhr nämlich mit ihr zum Einkaufen (musste sein) und sie ass ein ganzes Brötchen, half mir danach beim Kochen und ass ganz normal. Sie war auch nicht mehr bleich. Am Nachmittag fuhren wir für eine Weile zum Spielplatz, wo es den beiden aber mangels Spielkameraden (wir haben mit niemandem ausgemacht) rasch langweilig war. Ich bin dann abends endlich mal früh ins Bett, also schon kurz nach 22 Uhr, hatte noch einen Hustensaft genommen, der mich müde machte und habe es nicht bereut, früh schlafen gegangen zu sein! Natürlich hätte ich morgens trotzdem gerne noch länger, aber ja… jetzt hat die Maus Besuch von einer Spielkameradin und ich kann in Ruhe arbeiten 🙂 Am Nachmittag fahren wir zum Playdate nach Feldkirch und abends ist dann der Laternileumzug der Kita. Seltsamerweise macht der Kindergarten heuer keinen, was mich sehr wundert, aber naju? Morgen habe ich noch eine Trageberatung und als ob die Woche nicht voll genug wäre, bin ich ja Fr-So in Zürich am Aufbaukurs und übernachte am FR auch dort. Was hab‘ ich Schiss und Bammel und überhaupt! Die Kurssituation selber stresst mich noch am wenigsten (das ist gut, denn meist macht mich das schon mal supernervös…) aber einfach, fast 3 volle Tage fast komplett weg zu sein, das ist einfach beschissen für eine Mutter, die ansonsten permanent anwesend ist. Mein Vater nimmt die Kinder ab Freitag bis ich schätze mal Sonntag Morgen zu sich damit mein Mann auch mal eine Auszeit nehmen kann und nicht montags hypergestresst zur Arbeit muss, aber meist sind die Kinder halt doch am liebsten zuhause und letztes Mal wollte die Maus auch nach einem Tag heim und der Grosse ist meist nach dem Heimkommen komplett durch den Wind und und und… ja, ich weiss, typisch Gluckenmutter aber eben, ein Bruch der üblichen Strukturen, ich schätze mal es macht mir am allermeisten zu schaffen. Und dann noch eine Nacht im Hotel. Ich habe seit Jahrzehnten nicht alleine in einem Hotel genächtigt! Das ist ja der Horror! Ich weiss, ich habe genau hier schon darüber berichtet, wie sehr ich mir mal eine Auszeit wünsche, aber die dann bittegerne zuhause oder mit Mann im Wellnesshotel… aber gut, ich habe nächteweise alleine an den verschiedensten Orten Japans genächtigt (Tokyo, Kyoto, Shizuoka, Osaka, Hiroshima und einen kleineren Ort, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere – ups) und es war seltsam, einsam (so ein bisschen wie in Lost in Translation halt, nur ohne Bekanntschaften an der Hotelbar sondern eher Besuche am conbini-Automaten; conbini kommt vom convinience) aber problemlos. Gut, Japan ist per se für Touristen problemlos und v.a. ungefährlich und mit meinem Japanisch kam ich gottlob auch dort auf den richtigen Bus und stieg am richtigen Ort aus, wo keiner englisch sprach und alles nur in kanji angeschrieben war (heute wäre das wohl nicht mehr so einfach). Ich schweife ab. Also eben gegen den Moloch Tokyo ist Zürich nichts, es gibt nicht mal einen 24h-Shop (das ist eben schon geil an japanischen Grossstädten, dass man mitten in der Nacht noch shoppen kann), aber es ist im Kreis 4 und die Langstrasse nicht weit entfernt. Aber gut, wollen wir mal nicht den Teufel an die Wand malen… und damit schliesse ich heute mal. Das Foto stammt übrigens aus Odaiba/Tokyo und zeigt mich von hinten, damals gerade rothaarig, als fotografierende Touristin, höhö…
Ich wünsche Euch eine gute, hoffentlich sonnige und hoffentlich gesunde Restwoche! 

Über Freiheit, Verantwortung, Loslassen & Vertrauen…

Die Maus wird im Dez. 4 Jahre alt. Im nächsten Sommer kommt sie in den Kindergarten. Damit wird der Ablösungsprozess erst so richtig beginnen. Einerseits also ist sie schon fast eine Grosse. Andererseits hat sie sich bis heute viel Babyhaftes erhalten. So ist sie ein richtiges Mamakind, das Mühe hat, sich vor mir zu trennen, wenn es darum geht, in die Kita, in die Waldspielgruppe o.ä. zu gehen. Sie hätte mich am liebsten dabei. Auch im Schwimmkurs am Samstag hatte sie trotz meiner Anwesenheit ganz nah bei ihr, Mühe, sich der Gruppe anzuschliessen… aber dann das: unser Grosser darf schon seit einer Weile nachmittags ab und zu mit unserem Nachbarn, der ein wenig jünger ist, allein zum Kindergarten. Das sind keine 5min Weg. Es ist nicht in Ruf- oder Sichtweite aber es ist recht nah. Sie müssen dafür einmal eine Nebenstrasse mit eher wenig Verkehr kreuzen. Gehen die Grossen zwei, habe ich mittlerweile Vertrauen, dass sie nichts anstellen und wieder kommen. Sie sind ja zu zweit, das gibt mir Sicherheit. Lange habe ich die Kleine immer wieder daran gehindert, mitzugehen. Sie ist halt einfach noch jünger, sie ist noch kein Kindergartenkind etc. Aber ich hatte in der letzten Zeit keine Lust mehr auf diesen Kampf. Denn natürlich will sie. Natürlich? Ja, warum nur fällt ihr hier die Trennung so pipileicht, woanders aber nicht? Klar, die Situation ist eine andere aber so ganz begreifen kann ich es nicht. Es ist nun schon 2-3x geschehen, dass ich sie für rund 30min mit liess (und dann nachfuhr mit dem Velo). Aber wohl ist mir dabei nicht. Ich habe keine Panikattacken, aber ich kann auch mitnichten in der Zeit in Ruhe den Haushalt machen, kochen oder so. Nein, ich sitze wie auf Nadeln und schaue ständig auf die Strasse… halb ängstlich, es könnte, was geschehen, halb hoffnungsvoll, die Kinder bögen gleich um die Ecke in unsere Einfahrt. Das Mutterherz leidet. Ist es noch zu früh, ihr schon diese Freiheit zu schenken? Ist es OK, den Grossen ein Stück Verantwortung zu übertragen? Ist es OK, leichtgläubig zu sein, es passiere schon nichts? Wäre es überhaupt besser, wenn sie ein wenig älter wäre? Nächstes Jahr kommt unser Grosser in die Schule und ich kann mir aktuell null und gar nicht vorstellen, dass er den doch um einiges längeren und über eine Hauptstrasse führenden Schulweg alleine meistern soll… dann ist er schon fast 6,5 Jahre alt aber ich sehe das noch nicht.
Tut den Kindern diese Freiheit gut? Ist es gut, wenn ich das Loslassen schon ein wenig übe? Ach, ich bin da so gespalten. Beim Grossen ist es für mich in Ordnung, nur, wenn sie zu lange wegbleiben, bekomme ich auch das Muffensausen und fahre hinterher. Die Kleine ist faktisch halt erst 3 Jahre alt und für ihr Alter auch körperlich eher noch klein und ungeschickt. Oh Mann…

Wie seht Ihr das? Verantwortungslos? Ein Reifeprozess, der dazu gehört? So, ich fahr jetzt mal da hin. 30min sind mehr als genug für eine Glucke wie mich! 😉