„Ausruhen kann ich mich mit 50“

Polly Hollenstein kenne ich schon eine Weile. Zuletzt verband uns vor allem die Teilnahme an einem Outdoor-Trainingsangebot in der Region. Ich bewunderte es damals total, wie sie als Mama von drei Kindern, die sie mit kurzem Abstand zueinander bekam, eisern trainierte und heute eine richtige Sportskanone ist. Und noch viel mehr… aber lest selber. Ich habe ihr und ihrem Mann ein paar sehr „gwundrige“ Fragen über sie und ihr Familienleben gestellt und bekam entwaffnend ehrliche Antworten – ein wunderbares Interview einer tollen und aktiven Familie.

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Polly, Yves, mögt Ihr Euch kurz vorstellen? 🙂
Polly: 36 Jahre alt, geboren in Naihati (Indien) und mit neun Monaten von einer Schweizer Familie adoptiert. Aufgewachsen bin ich am Grabserberg. Ich liebe meine Familie, ich mag Sport und bin ein offener und lebensfroher Mensch.
Yves: 36 Jahre alt, aufgewachsen im Zürcher Oberland, Sportfanatiker (Laufen und Velo). Werde schwach bei Süssigkeiten, meiner Frau und den Bergen. Wenn ich einen schönen Berg sehe, verspüre ich den unweigerlichen Drang, da hinaufspringen zu müssen.

Wie habt Ihr Euch eigentlich kennen gelernt?
Yves
: Im Zug. Wir sassen im selben Abteil. Das erste Date fand dann in Rorschach beim Hafen statt. Am gleichen Abend haben wir uns das erste Mal geküsst.
Polly: Da hat mein Mann ja schon alles geschrieben. Stimmt, der erste Kuss war an diesem Abend, aber nicht romantisch am Hafen sondern in der Buchser Industrie. Aber das ist eine andere Geschichte 😉

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Ihr habt 3 Kinder relativ schnell aufeinander bekommen, wie war das für Euch?
Yves
: Wie ein Schleudergang. Alles ging Schlag auf Schlag und ich frage mich manchmal selber, wie wir das bis jetzt alles geschafft haben. Vielleicht darum, weil es einfach passiert ist und wir das nicht so geplant hatten.
Polly: ich habe es nicht so empfunden. Ich bin in die Mama-Rolle immer besser reingewachsen. Mit jedem Kind wird man routinierter und gelassener.

Yves ist hellhäutig und blond, Polly, Du bist eine in der Schweiz aufgewachsene Inderin. Werdet Ihr oder Eure Kinder manchmal darauf angesprochen? Kämpft Ihr da manchmal gegen Vorurteile oder sind die meisten Leute wohlwollend?
Yves
: Manchmal sieht man an gewissen Blicken schon, was diese Personen gerade denken. Aber im Grossen und Ganzen gibt es keine grösseren Probleme. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass unsere Kinder mal in der Schule wegen ihrer dunklen Mutter „gehänselt“ werden. Wir versuchen, ihnen genügend Selbstbewusstsein mit auf den Weg zu geben, damit sie damit umgehen können.
Polly: Ich bin in Grabs bekannt wie ein „bunter Hund“ 😀 Man weiss einfach, dass die Hollenstein-Kinder einen dunklen Teint haben. Wenn Gspänli unserer Kinder Fragen stellen oder auch wenn meine Kinder fragen , warum ich denn so braune Haut habe, gebe ich immer offen und ohne gross ein „Tamtam“ zu machen, Auskunft.

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Ihr musstet in den letzten Jahren öfter umziehen, Yves war eine Zeit lang arbeitslos, das war sicher, nebst drei kleinen Kindern, auch keine einfache Zeit. Hat Euch das alles stärker gemacht als Familie oder seid Ihr einfach froh, dass Ihr nun endlich angekommen seid?
Yves
: Für uns ist es eine unendliche Erleichterung, nun endlich angekommen zu sein. Das war in der Tat keine einfache Zeit und ich möchte sie nicht noch einmal erleben müssen. Doch sie hat uns auf jeden Fall auch stärker gemacht. Wenn du das als Familie durchstehst, schweisst dich das zusammen und macht dich gelassener für die all die kleinen Schwierigkeiten, die das Leben sonst so bereithält.
Polly: An diese stressige Zeit denke ich nicht gerne zurück. Es war eine riesige Belastungsprobe für uns als Famlie, für unsere Ehe und auch für unser Umfeld. Wie Yves schon geschrieben hat, hat dies uns aber stärker gemacht.

Yves konnte unterdessen eine tolle Stelle antreten – nur leider in Zürich. Wie arrangiert Ihr Euch diesbezüglich?
Yves
: Ich habe das grosse Glück, dass ich einen sehr flexiblen Arbeitgeber habe und kann die viele Zeit im Zug zum Arbeiten nutzen. So bin ich eigentlich abends fast zur gleichen Zeit zuhause wie andere berufstätige Väter, ich stehe einfach sehr viel früher auf. Mein Wecker klingelt jeweils um 4.30 Uhr.
Polly: Ich finde es unglaublich, dass mein Mann immer so früh aufstehen muss. Ich habe früher ebenfalls in Zürich gearbeitet und gependelt. Ich kann darum ein wenig mit ihm mitfühlen. Es ist echt hart, aber wie gesagt, zum Glück ist der Arbeitgeber flexibel. Aber ich denke, dass er sich manchmal einen Job in der Nähe wünschen würde. Aber es müsste genau diese Stelle sein und die gibt es nun mal nur in Zürich. Ich bin sehr dankbar, dass er das so macht. So haben die Kinder ihren Papa mit wenigen Ausnahmen wenigstens 2 Stunden pro Tag.

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Wer entlastet Dich im Alltag mit den Kindern, Polly?
eine Eltern kann ich immer fragen wenns irgendwo brennt und ich Hilfe brauche. Ab und zu kommen auch Babysitter zum Einsatz. Da die Familie von meinem Mann nicht in der Ostschweiz wohnt, ist die Entlastung sehr einseitig.

Du hast nach der Geburt Eures 3. Kindes bald intensiv begonnen, zu trainieren – Outdoortraining, Laufen, Biken. Ein nächstes Ziel von Dir ist sogar ein Berglauf. Auch Yves ist ein passionierter Läufer und Ihr habt heuer schon beide für Euch allein einen Sporturlaub gemacht – wie schafft Ihr das nur? Haltet Ihr Euch beide jeweils den Rücken frei damit der andere sich die Zeit für den Sport nehmen kann?
Yves: Für uns ist es wichtig, dass jeder von uns auch „sein Ding“ machen kann. Und da uns beiden der Sport sehr wichtig, schauen wir, dass wir das einander ermöglichen. Meist ist es so, dass ich am Morgen und sie am Nachmittag geht – oder umgekehrt. Oder dass wir, wenn ich am Abend nach Hause komme, nur schnell die „Übergabe“ machen, damit Polly zum Sport kann. Ich kann unter der Woche auch meist über Mittag trainieren. Mein Büro liegt direkt am Fusse des Üetlibergs – also ideal für einen Läufer. Für jeden von uns hat der Tag 24 Stunden und Sport machen zu können, ist vor allem eine Frage der Organisation. Was dabei oft zu kurz kommt, ist der Schlaf. Am Wochenende gehe ich oft auch frühmorgens eine Runde laufen, dass keine oder nur sehr wenig wertvolle Familienzeit verloren geht. Gerne würden wir ab und zu auch gemeinsam Sport machen, aber das ist i.d.R. nicht möglich. Unser Traum ist eine gemeinsame Bikewoche – ohne Kinder. Aber dafür müssen wir uns wohl noch ein paar Jahre gedulden.
Polly: Früher habe ich lieber im Liegestuhl Kräfte gesammelt und seit einem Jahr sammle ich meine Kräfte beim Sport. Ich hätte das nie von mir selber gedacht. Aber wenn ich mal zwei Tage nichts machen kann, werde ich hässig und will Sport treiben. Es gibt mir Power für Alles. Und es ist Zeit nur für mich.

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Wie schafft Ihr es, noch Zeit für Euch als Paar zu haben?
Yves: Was ist das?!? Nein, es ist schon so, die gemeinsame Zeit für uns als Paar ist – neben dem Schlaf – dasjenige, was bei uns am meisten zu kurz kommt. Wir versuchen, so gut es geht, uns kleine Inseln zu schaffen. Das kann ein gutes Gespräch sein, wenn die Kinder schlafen oder gerade einmal friedlich spielen. Oder dann natürlich die gemeinsame Zeit für uns als Familie.
Polly: Das kommt klar zu kurz. Auch weil wir unsere Kinder nicht wirklich abgeben können. Ich würde sehr gerne wieder mal ein Weekend irgendwo mit meinem Mann verbringen. Einfach nur wir zwei. Aber da ist noch Geduld gefragt.

Da Ihr schon sportlich geurlaubt habt, macht Ihr trotzdem noch Ferien als Familie irgendwo oder bleibt Ihr zuhause?
Yves
: Wir hatten im Juli einen gemeinsamen Familienurlaub im Ravensburger Spieleland und im Tirol. Im Oktober gehen wir dann noch gemeinsam nach Bergün.
Polly: Diese Sommer-Kurzferien waren sehr schön. Ich finde, sobald man aus dem Alltag raus ist, sind es wirklich Ferien. Zu Hause ist man doch immer mal wieder etwas am haushalten und werkeln und es fühlt sich nicht wie Ferien an. Darum gehe ich gerne weg. Es muss gar nicht weit sein.

Polly, Du hast in Eurem neuen Zuhause einen Raum, das „LOKAL“, in dem Du regelmässig für Gäste und besondere Anlässe kochst. Auch bietest Du einen Mittagstisch für Kinder und andere Interessierte aus der Region an. War das Kochen schon immer eine Leidenschaft von Dir?
Ich koche für mein Leben gern. Meine Kinder könnten zwar von Teigwaren und Chicken Nuggets leben, aber ich nicht 😀 Es ist toll, zu erfahren, dass mein LOKAL so gut ankommt und ich bin gespannt, was noch kommt. Ich habe gemerkt, dass vorallem meine Indischen Abende sehr gut ankommen. Ich plane nun, dies jeweils einmal im Monat anzubieten. Das grösste Kompliment für mich ist, wenn die Gäste wieder kommen. Was will ich mehr?

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Unterstützen Dich Deine Kinder beim Kochen oder spielen sie dann in Ruhe?
Zum Teil kann ich vorbereiten, wenn sie da sind, muss aber immer mal wieder wegspringen. Daher sind die meisten Anlässe am Weekend. So kann mein Mann dann auf die Kinder aufpassen. Ohne ihn wäre es kaum möglich, ganze Buffets vorzubereiten. Ich habe aber auch liebe Freundinnen, die mich immer wieder unterstützen und helfen.

Die Stelle in einem Laden hast Du nun aufgegeben?
Ja. Das LOKAL ist mir wichtiger und braucht auch immer mehr Zeit. Ich hätte nicht gedacht, dass es so laufen wird. Auch habe ich zweimal pro Woche ein Tageskind bei uns zu Hause. So gibt es immer etwas zu tun. Ich kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Auch das musste ich lernen.

Wie muss man sich das vorstellen mit dem LOKAL? Planst Du jeweils die Mahlzeiten und kaufst dann gezielt ein oder läuft das spontan? Und woher nimmst Du Deine Ideen?
Ich stöbere in Zeitschriften, im Internet, ich frage Köche in Restaurants, wenn mir etwas schmeckt, ich gehe mit offenen Augen durch die Welt. Ich finde überall Ideen und probiere gerne aus. Mal klappts und manchmal auch weniger. Ich lerne gern. Ich lade auch zu Testessen und bin froh um ehrliche Kritik. Das hilft mir weiter.

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Yves, Du bist als Vater auch sehr präsent, unternimmst viele Sachen mit den Kindern damit Polly zum Sport kann. War es für Dich immer selbstverständlich, Dich auch intensiv um die Kinder zu kümmern, obwohl Du jeweils sehr engagiert im Beruf warst und bist?
Ja und nein. Ich finde, es ist eine Aufgabe, in die man hineinwächst. Ich wollte immer eine Familie und es war für mich immer klar, dass ich mich dann ebenso um die Kinder kümmern werde. Doch es ist nicht immer einfach, den Spagat zwischen Beruf, Familie und Sport zu meistern. Was einem wirklich hilft, ist Gelassenheit. Man ist nicht perfekt und Fehler gehören dazu. Wenn man aber überall für sich das Optimum rausholt, darf man stolz und zufrieden sein. Die Kinder können einem so viel zurückgeben, wenn man ihnen Zeit und vor allem Präsenz schenkt. Sie merken sofort, wenn du zwar mit da bist, aber mit dem Kopf irgendwo anders. Es sind wunderbare Momente, wenn es einem gelingt, sich voll und ganz auf die Kinder einzulassen. Ich nenne sie die „Flow-Momente“. Aber ich muss zugeben, das gelingt mir nicht immer gleich gut.

Familie, Beruf, Partnerschaft und Sport – wann ruht Ihr Euch mal aus?
Yves
: Zugegeben, manchmal laufen wir beide echt auf dem Zahnfleisch. Doch irgendwie schafft man es immer wieder, sich zu erholen. Es ist ja nicht so, dass alles nur Belastung ist. Familie oder der Beruf kann einem auch sehr viel Befriedigung geben. Und wenn einem etwas Spass macht, dann empfindet man vielen Stress gar nicht negativ. Das Gleiche beim Sport. Natürlich bin ich körperlich kaputt, wenn ich drei Stunden über alle Berge gerannt bin. Doch mir gibt das eine enorme innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Wir sind sowieso nicht eine Familie, die lange still sitzen kann. Haben wir an einem Sonntag mal nichts vor, kommt spätestens am Nachmittag die Frage: „Und was machen wir heute noch?
Polly: Stimmt. Die Tage und Wochen vergehen wie im Flug. Es ist 22.45 Uhr. Vorher habe ich die Kinder ins Bett gebracht und bin selber fast eingeschlafen weil letzte Nacht nur vier Stunden drin gelegen sind. So vergehen die Tage und wenn ich daran denke, dass am Montag Leena in die 1. Klasse kommt, David mit dem 1. Kindergarten beginnt und Nino bereits in die Spielgruppe darf, dann denke ich, die Jahre vergehen wie im Flug. Jetzt sind zuerst meine Kinder dran. Ausruhen kann ich mich mit 50. Darauf freue ich mich.

Polly, Yves – vielen Dank für Eure ehrlichen Antworten, in denen sich wahrscheinlich viele wiederfinden, die es gerade ähnlich „streng“ haben 😉

Fotos: Familie Hollenstein
Hier gibt es Infos zum LOKAL Grabs

Wochenrückblick #wib

Da ich diese Woche nicht wirklich zum Bloggen kam, versuche ich die ganze mal in einem Beitrag zu resümieren (sh. Vorsatz, öfter mal „tagebuchzubloggen“ 😉

img_4221Anfang Woche war nicht sonderlich viel los, aber nach dem Playdate am Mittwoch kam dann mein „Moment“. Mein Mann war zeitig zuhause, das Mäuschen soweit versorgt und so wagte ich es das erste Mal, abends alleine raus zu gehen und fuhr zum Training – natürlich mit gemischten Gefühlen. Einerseits wusste ich, dass die Grossen mit Fernsehen während meiner Abwesenheit gut beschäftigt waren, so dass mein Mann sich wirklich nur ums Mäuschen kümmern musste. Andererseits wusste ich nicht, wie sie auf meine lange Abwesenheit reagieren würde und ob mein Mann sie ins Bett bringen konnte. Letzteres gelang zwar nicht, aber sie schlief dann nach meiner Rückkehr nach dem Stillen gleich ein und liess sich durch den Mann immerhin gut beruhigen. Natürlich lag die Küche noch im Chaos, dafür war aber unsere Maus schon im Bett und nach dem Aufräumen konnte ich noch in Ruhe duschen.

Ich hatte meinen Mann mehrfach gebeten, anzurufen, wenn was wäre, was er ablehnte und so war ich ziemlich nervös und schaute bei jeder Trinkpause aufs Handy. Aber das Training war grandios. Ich freute mich, die bekannten Gesichter wieder zu sehen und traf auch zwei „neue“ Mitglieder im Club, die ich bereits kannte. Energie hatte ich ebenfalls genug, um das anstrengende Training gut zu meistern. Im Nachhinein stellte sich dann heraus, dass ich auch ein wenig zurückhaltender sein hätte dürfen, denn meine Arme taten mir die halbe Nacht über ziemlich weh und ich schmierte sie 2x mit einer Salbe ein, die dann wohl half.

Obwohl also mein Ausflug richtig toll war und ich das wirklich sehr gerne öfter machen würde, hatte ich ziemliche Gewissensbisse… typisch Glucken-Mama eben.

IMG_8967Am Donnerstag war mein Vater mit seiner Frau zu Besuch und lud uns abends, da mein Mann einen Termin hatte, in die Pizzeria ein. Das war sehr lecker und ging auch mit dem Mäuschen gut. Wir sind dann einfach zeitig wieder nach Hause, wo ich sie gleich ins Bett bringen konnte.
Zuvor brachten sie den Grossen noch zum Boulder-Gruppenkurs zum Schnuppern und wir werden ihn nun definitiv anmelden. Ich freue mich sehr, dass er nun etwas gefunden hat, das ihm gefällt, da ich es wichtig finde, dass die Kinder sich sportlich betätigen, schliesslich sitzen sie in der Schule den halben Tag lang nur und müssen sich konzentrieren und am Abend merkt man dann deutlich, dass sie die Energie nicht losgeworden sind…
Und die Maus werde ich zum Ballett anmelden.

IMG_8987Am Samstag schloss der Grosse dann seinen Schwimmkurs ab und kam mit Tintenfisch- und Krokodil-Abzeichen stolz nach Hause. Die Maus wird dann nächste Woche abschliessen.
Ansonsten war unser Wochenende ruhig und wir sind nur heute kurz auf einen kühlen Sparziergang nach draussen.

So, one week to go, dann fahren wir in den Urlaub. Das ging jetzt irre schnell. Die nächste Woche ist gottlob nicht mehr viel los. Keine Termine mehr, nur noch der Schwimmkurs der Maus und vielleicht noch ein letztes Playdate vor den grossen Ferien. Das wird ruhig. Und am FR/SA heisst es dann wohl alle Sachen herrichten und Koffer packen. Ich bin gespannt, wie es wird… ich hoffe natürlich, dass es uns allen gefällt und sich v.a. die Grossen wohl fühlen. Beim Mäuschen habe ich da keine Bedenken 😉

IMG_8995.JPGUnser letzter Urlaub war ja der harmonischste, den wir je hatten, die Konstellation ist jetzt wieder anders und wir sind nicht am Meer, aber lassen wir uns mal überraschen…

 

 

SSW 36+1 – turbulente Tage…

Die letzten Tage waren ziemlich turbulent. Nach einem gemütlichen Wochenende wollte ich am Montag eigentlich ins Fitness bevor mir einfiel, dass ich noch ein paar Kisten umräumen wollte. Also schleppte ich Kisten hin und her, räumte um, entsorgte… ich mache sowas ja nie „richtig“, ich schaffe es immer, alles so zu optimieren, dass es für eine Weile passt und mehr Platz gibt ohne dass ich gross etwas entsorge… mein Mann ärgert sich dann weil ich die Sachen nie richtig angehe und einfach mal rigoros Sachen wegwerfe, aber, ach, ich bin so schlecht darin, das glaubt Ihr ja gar nicht…
Nun ja, ich war‘ dann also wahrscheinlich fertiger als ich es nach dem Fitness gewesen wäre und legte mich nach dem Mittag minikurz hin bevor ich die Maus zum Kindergarten führte, wo sie mit zu einem Freund nach Hause durfte und den Grossen abfing, der gerade von der Schule kam. Ich glaube den Nachmittag verbrachte ich dann auch teilweise auf der Couch bevor wir rasch die Maus und dann noch ein Brot holten.
Abends waren die Kinder total neben den Schuhen, das zog sich bis gestern so hin, ich schiebe es a) auf den Vollmond und b) auf die Angespanntheit weil bald das Christkind kommt… auf jeden Fall ist es mühsam und das Zubettgehen gestaltet sich gerade etwas schwierig…
week36Am Dienstag bin ich dann aber pflichtbewusst ins Fitness (es tut ja auch gut und ich finde es wichtig, wenigstens die Muskeln zu trainieren, die noch gehen, im Moment sind das v.a. die Arme :P) und danach noch einkaufen. Nachmittags legte ich mich wieder kurz hin bevor noch eine Bekannte kam, die ihr erstes Baby erwartete und ein paar Fragen hatte 🙂 Ich finde es ja schön, dass ich hier anscheinend als Profi gelte 😀 Ich hoffe, ich konnte ihr ein wenig helfen/Mut machen. Auch dieser Tag war um wie nix… gestern war ich beim Frauenarzt (sh. unten), mittags rutschte mir eine Schüssel partiell aus der Hand und knallte dabei auf die Glastür des Steamers. Nein, es ist nichts passiert, aber ein Teil des Inhaltes (ein Curry), verteilte sich auf Wand, Schrank, Boden und meinem Oberteil. Na, toll… der Mann kam nicht nach Hause (war vielleicht besser) und ich machte mich daran, schnell alles auf- und abzuwischen. Den Pullover zog ich gestern Abend mit immer noch gelben Flecken aus der Wäsche. Na, prima. Jemand ein Geheimrezept gegen Curry-Flecken!? Auch abends waren wir alleine und das Zubettgeh-Drama in drei Akten wurde für mich exklusiv aufgeführt *lol* Dazu muss ich kurz erwähnen, dass die Kinder nun ja eine Weile schon im Familienbett schliefen, aber anders als wenn beide z.B. beim Grossen schlafen, machten sie die letzten Male ziemlich lange noch Radau. Einer von uns musste also wieder hoch und eine Ansage machen. Mir ist es Wurst, wie die Kinder am Wochenende einschlafen, aber unter der Woche muss ich sie wecken und sie sollen ja auch fit für Kindergarten und Schule sein, also bestehen wir darauf, dass zeitig Ruhe einkehrt. Ein wenig Plaudern und Nesten stört mich weniger, aber die letzten Male landeten Decken am Boden, wurde mit den Getränkeflaschen rumgehämmert und gestritten. Es funktionierte einfach nicht mehr. Gestern schliefen dann beide in den eigenen Zimmern. Ja, da vermisse ich das Familien-Nest, aber ich schlafe auch besser wenn ich mehr als den Bettrand zur Verfügung habe und ich schlafe so schon schlecht genug… aber mal sehen, was noch kommt. Im Prinzip sind die beiden immer willkommen bei uns…
Gestern Nachmittag hatten wir das letzte Playdate für heuer, also vor dem Baby, was irgendwie speziell ist denn jetzt häufen sich diese Momente, in denen ich denke, das nächste Mal ist dann „mit Baby“… z.B. immer, wenn ich draussen vor dem Wasserhahn stehe (da es seit Wochen so trocken ist, giesse ich die Pflanzen mehr oder weniger regelmässig) und auf den Rasen schaue, der gemäht werden will, was ich aber heuer nicht mehr mache: „wenn ich das nächste Mal Rasen mähe, ist das Bauchmädchen längst geschlüpft…“
Ihr seht, die Zeit geht, sie geht ohne mich… vieles bleibt gerade wieder auf der Strecke. Die Nähmaschine lief zu lange nicht und weil hier täglich sonnig ist, hatte ich absolut keine Lust, Weihnachtskekse zu backen. Adventsstimmung? Njet. Aber mit jedem von den Kindern morgens geöffneten Türchen rückt der Tag näher. Und dann ist am Sonntag noch der Firmenbrunch des Mannes, wir feiern den Geburtstag der Maus mit der Verwandtschaft vor und am Samstag wollen der Mann und ich noch ein letztes Mal ins Kino, da dieser Star-Wars-Spin-Off läuft. Am Dienstag feiert die Maus dann offiziell, aber es ist halt mitten im Alltag und der Grosse vor Abend nicht daheim, weshalb es nur eine mini-kleine, für mich erträgliche Mädels-Party geben wird, bei der ich hoffe, dass sich die Mädels gut verstehen und unterhalten und von mir keine Animation wünschen. Ich werde für Snacks und Getränke sorgen, das muss reichen 😉
Und eigentlich sollten wir noch einen Christbaum aussuchen, uns irgendwie für ein Auto entscheiden, für einen Namen, den Wickeltisch „fertig basteln“, ein Brett für die Baby-Wanne besorgen, aber ach, das muss ja nicht mehr vor Weihnachten sein, aber Geschenke einpacken, das schon… die Zeit rennt!
So, und jetzt muss ich noch kurz aufräumen, Staub saugen und in den Laden bevor eine Mama zur Trageberatung kommt… habt’s noch eine gute Restwoche! 🙂
Edit: hab‘ den Beitrag nicht mehr veröffentlichen können, da ich los musste 😀 Die Tragemama ist schon wieder weg, die Maus im Wald, der Grosse bei mir und abends kommt noch Besuch… trotzdem: habt’s gut 😉

Seele: wieder mal voll im Zwist! Was, die Schwangerschaft soll schon bald vorbei sein!? Ich war doch noch gar nicht lange! Und das war’s nun für den Rest des Lebens? Andererseits natürlich die Vorfreude auf’s Baby… aber auch, dass es langsam ungemütlich wird und ich meinen Körper wieder zurück will… und, last but not least, doch der Respekt vor der Geburt und was dann kommt. Natürlich erzählen mir gerade jetzt alle Frauen von ihren oder anderen Geburten und mir wird zusehends mulmig dabei 😀
Untersuchungen/Arztbesuche: gestern Kontrolle beim Gyn mit Gewicht (örks), Blutdruck, Fingerpieks, Herztönen und einem sehr unangenehmen Abstrich, wobei ich glaube es war nicht der Abstrich, der unangenehm war, sondern, dass der FA wohl den Muttermund getastet hat, denke ich mal… nach Weihnachten will er mich wieder sehen… dann kommt aber auch die Hebamme wieder.
Körper: vor zwei Wochen sah mich die Kollegin beim Playdate und gestern wieder, da meinte sie, huch, da ist ja was gewachsen… aha. Merke nicht viel davon… 😉 Ansonsten die üblichen Beschwerden, miese Nächte, Endzeit eben…
Errungenschaften: Binden für’s Wochenbett – yeehaw! 😀
Geht gar nicht: harter Bauch und Verstopfung (sorry, es ist so :P)
Geht gut: irgendwie lustig, aber ich kann mich nachts oder auch sonst tagsüber noch so unbeweglich fühlen, wenn ich im Fitnessstudio an die Geräte gehe, geht das relativ gut…
Must have: Schokolade… aber ich hab‘ keine hier! 😛

 

Aus dem Alltag…

Ja, ich schaffe es doch tatsächlich auch mal wieder, einen simplen Alltags-Beitrag zu schreiben. Das kam, bis auf die SSW-Updates ja kaum mehr vor… tatsächlich verschlucken alle Pendenzen die Zeit für sowas, aber immerhin scheint diese Woche ein wenig ruhiger zu verlaufen und ich schaffe es doch ab und an ein Häkchen auf meiner To-Do-Liste zu setzen, was mich sehr erleichtert.
Die letzten Tage standen ganz im Zeichen des Föhns. Nicht, dass ich wetterfühlig wäre, aber mein Mann kann dann kaum schlafen, alles klappert, es reisst uns draussen schier die Pflanzen ab und ich war jeweils recht besorgt, ob die Kinder ihre Wege in Kindergarten/Schule und zurück ohne Unfälle meistern würden, man weiss ja nie… Mülltonnen lagen herum, ja, alles was nicht niet- und nagelfest war oder reingeräumt wurde, hat sich wohl irgendwohin verabschiedet. Ich liebe den Sturm trotzdem und es ist mir fast zu ruhig, jetzt da der Wind merklich schwacher wurde.
Unsere Woche begann gestern ruhig, ohne Playdate. Ich war morgens im Fitnesscenter und im Laden und zwischendurch immer wieder damit beschäftigt, Kleiderpakete zu machen. Auch habe ich gestern die Kleidung vom Smafolk-Gewinnspiel eingepackt, die Adressen ausgedruckt etc. Alles eine ziemliche Arbeit. Was die Kleider vom Grossen betrifft, so konnte ich schon etliche leere Kisten beiseite stellen. Langsam lichtet sich alles… aber es ist nicht einfach. Ich sehe ja in fast jedem Teil meinen Sohn als er kleiner war und knuddlig und süss und ich werde nostalgisch, sentimental, ach ihr wisst schon… nein, eigentlich haben die Klamöttchen keinen emotionalen Wert und doch… man erinnert sich vielleicht noch genau an die Zeit in der man sie gekauft hat, in der der kleine Mann sie trug… aber ich bemühe mich wie immer, meine Gefühle beim Aussortieren und Kisten packen in Schach zu halten…
suppeGestern Abend habe ich mal wieder die leckere Asia-Suppe nach einem Rezept von Jamie Oliver gekocht und die Kinder sind sogar recht zeitig ins Bett, so dass noch ein wenig Zeit zum Lesen gibt. Hier liegen nämlich nach wie vor zahlreiche Rezensionsexemplare rum, die ich noch durchlesen will… dazwischen mache ich Fotos für den Blog und Nestwärme, bereite Artikel vor etc. pp.
Morgen will ich noch auf Geschenkesuche für die Maus gehen, die ja Geburi und Weihnachten in der selben Woche feiert, und nachmittags sind wir zum Playdate auf einem Spielplatz verabredet. Also wieder ein voller Tag… drum will ich mich heute nach Möglichkeit noch meinen 1000 geplanten Nähprojekten widmen 😀
So. Gestern Abend guckte mein Mann zur Abwechslung mal TV. Ganz ehrlich, der läuft bei uns kaum noch. Wir haben den tatsächlich so ziemlich durch Social Media ersetzt – mein Mann mit seinen Youtube-Channels, ich mit FB, Insta, Blogging und so. Oder Lesen! Stricken wär‘ auch wieder mal schön! Und bevor mir jetzt wieder alle mit N*etflix!!! kommen! Nöö, kein Bedarf. Ich warte auf die neuen Grey’s-Folgen irgendwann im neuen Jahr und für die Gilmore Girls (daher übrigens der Blog-Name, den ich ab Januar zu ändern plane) leiht mir mit Glück eine Freundin mal ihr netflitziges iPad 😉 Filme? Könnten wir uns zur Not auch mal via Video on Demand kaufen. Uns reut aber meist das Geld. So what… aber ich bin abgeschweift! Es kam gestern eine Reportage über Crossfit im TV und ich sagte zu meinem Mann: „das mache ich dann nächstes Jahr auch!“ Er meinte nur lapidar, was ich sonst noch alles machen wolle neben Boxen und Karate, BJJ, MMA, Outdoortraining!? Erst mal wahrscheinlich gar nichts, für lange Zeit. Ausser vielleicht spazieren 😀 Und sehr wahrscheinlich bleibt das auch lange so, aber Crossfit würde mich schon reizen, auch wenn ich den Eindruck habe, dass ich das Handtuch nach 2 Sekunden wieder werfen werde oder erstmal so an die 20kg abnehmen müsste damit ich einen Klimmzug schaffe – haha. Wie dem auch sei, die Crossfitter wirken mega fit und muskulös und v.a. macht auch der Ausdauerteil einen grossen Part aus und Ausdauer ist meine Achillesferse. Nun, man kann ja langsam beginnen, ne? Irgendwann dann… 
Die Kids… die spielen und streiten und streiten und spielen, alles recht normal. Der Grosse überfordert sich gerade selber ein wenig mit dem Lesen-Lernen. Schon zum 3. Mal brachte er ein Blatt mit diversen Silben mit, das er „schnell“ lesen sollte und es geht schon wesentlich besser als vor einer Woche. Dennoch glaube ich, dass er (und da erkenne ich seinen Vater in ihm wieder) hier einen recht hohen Anspruch an sich hat. Ich denke, das ist nicht schlecht, aber eben mühsam für ihn. Ich kann mich schlecht damit vergleichen. Mir fiel in der Primarschule Lesen und Schreiben total leicht, ich war da immer fast fehlerfrei unterwegs. Mit dem Rechnen hatte ich mehr Mühe und irgendwann dann auch mit Grammatik, Interpunktion und so. Aber das kam erst im Gymi. Da äusserte sich dann wohl auch irgendwann der Minimalismus, der sich bis heute durch alle Bereiche meines Lebens zieht: nur das Nötigste machen. Ich bin in vielem einfach nur stinkfaul. Es sei denn ich mache war für andere, oder ich mache etwas richtig gerne, dann natürlich nicht. Und unser Grosser hat irgendwie beides… er setzt sich nicht hin und schreibt die Buchstaben bis sie perfekt sind, radiert immer wieder. Nöö, er macht halt das Blatt und gut. Und dann trotzdem beim Silbenlesen dieser selbstauferlegte Druck… jänu. Wir versuchen ihm gut zuzureden, was nicht hilft, ansonsten bin ich optimistisch. Auch er wird irgendwann prima lesen können… und ich mache ihm da keinen Druck. Der Minimalismus, Ihr habt’s gelesen, ich bin keine pushy mom… 😉
Oh und dann das noch: an diesem Wochenende soll ja schon der 1. Advent sein. Oder, ODER? Ach du… dann muss ich ja noch einen Adventskranz machen, dekorieren, und und und… Immerhin haben die Kids schon einen Adventskalender. Den haben die beiden schon vor ’nem Monat oder so gesehen und sich gewünscht. Natürlich vom dänischen Klötzchenfabrikant. Mir auch recht. 1. weil sie dann nicht morgens schon Schoggi futtern und 2. weil ich, da haben wir’s wieder, eh zu faul gewesen wäre, um… nein, das stimmt nicht ganz. Das hätte ich schon geschafft, zumindest das selber Füllen, das habe ich auch schon. Aber nicht das selber basteln. Wobei auch das gegangen wäre. Aber so ist auch gut. Der Grosse hat sich für die City-Version entschieden, die Maus für die Friends-Version. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wo ich die hingepackt hab‘ 😀
Ach, und schaut wieder rein… es wird bei mir an jedem Adventswochenende (und mehr? 😉 etwas Schönes zu gewinnen geben – für Euch u/o für Euer Kind 🙂 
Habt’s eine gute Woche! 🙂

Sport im 3. Trimester – rien ne va plus?

Ja, ich fühle mich tatsächlich endzeitschwanger, obwohl es noch rund 2 Monate dauern soll(te)… so früh hatte ich nicht damit gerechnet, aber ich nehme es an, wie es ist, denn es spart mir so einiges an Zeit. Und ich habe ja schon angedeutet, im 3. Trimester mal noch ein Update zu schreiben, also voilà:
Ich habe alle Gruppen- und Kampfsport-Trainings(abos) gestoppt. Der Bauch ist langsam echt zu gross. Ich wäre zu langsam, es wäre zu anstrengend, es würde zu sehr ziehen und ziepen wenn ich jetzt noch irgendwas in die Richtung machen würde. Zudem wäre das angebrachte Mass an Zurückhaltung mittlerweile so gross, dass es schade um das Abo wäre. Also, ne, fertig. Ich schaue, dass ich nun vielleicht 1x die Woche noch im BJJ zuschauen kann, damit ich wenigstens einigermassen drin bleibe. Auch wenn es mich dann immer wurmt, nicht mitmachen zu können. Aber ich weiss, dass ich irgendwann wieder einsteigen werde, die Pause ist absehbar… und ich habe an meiner Seite schon so manchen Verletzten mit erlebt, der für eine Weile pausieren musste. Immerhin das blieb mir erspart. Denn einen schöneren Grund für eine Trainingspause wie eine Babykugel gibt es nicht 😉
So. Was tue ich also noch? Moderate Aktivitäten:

  • Spaziergänge, bevorzugt am Weekend mit der Familie
  • Ein paar Längen Schwimmen während des Schwimmkurses
  • Yoga
  • Krafttraining im Fitnessstudio

Während die oberen Punkte selbsterklärend sind, kann ich für Interessierte kurz ausführen, was das Studio-Training hergibt. Ich wärme mich 10min am Laufband auf (moderates Tempo, also wirklich laufen, nicht rennen! Mit Steigung von rund 5%, also das Laufband zeigt aufwärts 😉 und schliesse mein Training ebenso ab.
Dazwischen gehe ich an Hanteln und Geräte. Folgendes steht auf meinem Plan, den man mir im Studio erstellt hat:

  • Beinbeuger und -strecker
  • Abduktion und Adduktion (Oberschenkel öffnen/schliessen)
  • Rückenbeuger (gut für den unteren Rücken)
  • Eine Übung für den oberen Rücken, Name habe ich vergessen
  • Mit Hanteln: Bizep Curls mit je 6kg, Seit- und Frontheben mit je 3kg, Brustpresse halb sitzend, halb liegend mit 4kg
  • Switching-Geräte (für Übungen im Stehen): Kniebeugen, Dips und „Tractions“ (auf einem Knie)

Ich mache 2-3 Sätze und 12-15 Wiederholungen, bei der Brustpresse meist 30 am Stück, vielleicht sollte ich da mehr Gewicht nehmen 😉

Viel mehr gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen, ich denke mal, dass ich das so durchziehe bis das Baby kommt…

Bild: Ausschnitt aus einem Bild von Eddy Risch für Fitnesshaus Schaan

Sport in der Schwangerschaft, Teil II

In meinem ersten Beitrag, den ich kurz nach der Verkündigung meiner Schwangerschaft veröffentlichte, schrieb ich vor allem darüber, wie es war „unwissend schwanger“ zu trainieren und dass ich auf jeden Fall weiterhin, angepasst, trainieren will. Die ersten drei Monate waren jedoch derart von Müdigkeit und Unwohlsein geprägt, dass ich etliche Sporteinheiten auslassen musste oder dann nicht die Leistung bringen konnte, die ich zu dem Zeitpunkt noch erbringen hätte können. Mööp!

Ein Zeitproblem oder ein familiäres?
Ich bin nun am Ende des 2. Trimesters angelangt und es ist Zeit für ein erneutes Update in punkto Schwangerschaft und Sport. Immer mal wieder werde ich (eher von Menschen, die keinen Sport treiben) gefragt, ob ich denn noch trainiere… ja, aber stark reduziert… und das sowohl was die Intensität anbelangt, als auch die Häufigkeit (leider). Letzteres verdanke ich wohl einem ausgeprägten Nestgefühl. Bin ich vor der Schwangerschaft noch gut 5x die Woche ins Training gerauscht, so bin ich froh, wenn ich es jetzt 2x die Woche schaffe. Gut. Einerseits war ich vor dem Kiga-Start der Maus auch noch „unabhängiger“, da es egal war, ob der Mann sie ins Bett bekam oder nicht. Sie musste morgens ja noch nicht zeitig aufstehen… jetzt muss ich die Trainingszeiten diesem Umstand anpassen und schauen, dass ich früh genug wieder hier bin. Dies bedingt dann aber, dass ich ein frühes Training (18, 19 Uhr) wähle, und dies wiederum bedeutet, dass ich nicht zum Znacht mit am Familientisch sitze… einerseits stört dies denn Mann, andererseits habe ich eben tatsächlich meist auch Hunger oder Gluscht und der innere Schweinehund hat schon gewonnen. Dilemma, organisatorisches Problem – vor allem! (Hier muss ich noch hinzufügen, dass ich halt lieber Kurse besuche und die sind generell abends, auf eigene Faust zu trainieren, lag mir leider noch nie). Und natürlich auch meine Einstellung, die gerade mehr Richtung „ich darf meine Lieben nicht allein lassen“ und „es ist grad so gemütlich hier“ tendiert. Und, nicht zu vergessen, der Umstand, dass ich abends oft eine Müdigkeitskrise schiebe *grr*. Da kommen also an miesen Tagen viele Gründe gegen Sport zusammen… Und auch, weil ich weiss, dass ich an Trainings sowieso nicht 100% geben kann, sich also der Aufwand kaum lohnt. Dennoch: nur zuhause sitzen ist nicht und wenn wir auch sonst keine Spaziergänge etc. unternehmen, tue ich mir nichts Gutes… dann ist es immer noch besser, eine Stunde auf Sparflamme was zu tun als gar nichts. Und übrigens: es kam schon vor, dass mein Mann beide Kinder schon im Bett hatte bis ich nach Hause kam. Ich habe entsprechend gestaunt und war froh, wenn ich hörte, dass die Kids problemlos gewesen sind (was früher schon ganz anders klang…). In den letzten zwei Wochen habe ich die Kinder, besonders die Maus, dann fast immer mitgenommen, weil sie wollte und weil es auch ging. Sind ja Ferien. Nur beide zusammen sind schwierig, das gibt meist Radau und ich will nicht, dass sich jemand gestört fühlt durch die Kinder und ich sie fortan nicht mehr mitnehmen dürfte. Schliesslich werde ich im kommenden Jahr auch darauf angewiesen sein, das Baby mitbringen zu dürfen… mal sehen, ob und wie das abends überhaupt klappt. Kids first, ich stiere selten ein Training durch. Wenn es nicht passt, bleibe ich zuhause, auch wenn ich schon umgezogen bin 😛 So, jetzt aber zu den körperlichen Fakten…

Was macht der Körper?

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Auch wenn es so aussieht, ich halte mir nicht die Nase zu 😛 No-Gi mit Bauch und rücksichtsvoller Partnerin.

Das 2. Trimester bedeutete folgendes: Umfang und Gewicht haben nochmal ziemlich zugenommen und erschweren wortwörtlich entsprechend das Training (meinen BJJ-Gi habe ich letzte Woche eingemottet, den Gürtel bringe ich noch knapp unter dem Bauch zu binden wenn ich keine Gi-Jacke trage… ich musste jetzt meinen extra ein paar Nummer grösser bestellten Sonderangebots-Gi rausholen, auch wenn es mir graut, denn er steht von selbst, so hart ist der Stoff und die Jacke hat nicht diesen dicken, gewaffelten Stoff, die würde in einem normalen Sparring also wahrscheinlich kaum lange ganz bleiben, aber da ich kein Sparring mehr mache, ist es Wurst…
Da meine Lungenkapazität schon im ersten Trimester gegen null sank und ich nach wenigen, normalen Schritten, schon keuche wie ein Postross, lebe ich gut mit diesem Umstand. Ich halte eben zwischendurch inne und (ver)schnaufe ein wenig.
Die Sache mit der Hüfte hat sich zu meiner Verwunderung eigentlich verbessert, aber je nach Training macht sie sich danach wieder bemerkbar. Aber insgesamt ist es wirklich sehr erträglich!
Die geraden Bauchmuskeln trainiere ich schon seit etwa der 22/23. SSW nicht mehr (zur Prävention der Rektusdiastase). Bis letzte Woche habe ich noch zum Aufwärmen leichtes Seilhüpfen oder langsames in Runden laufen mitgemacht, aber ideal war es nicht… man spürt, gerade beim Laufen, immer einen unangenehmen Druck gegen unten und auch auf die Blase. Da nun auch die Hebamme beim letzten Besuch meinte, ich solle jegliches Rumgehüpfe bleiben lassen wenn ich nicht wolle, dass mir irgendwann der Beckenboden „unten raus fällt“ (oder so ähnlich…). Nun, da mir der Beckenboden eh schon Probleme bereitet, verzichte ich fortan auf diese Übungen. Leider fällt mir keine Alternative ein, mich gut aufzuwärmen vor dem Training, vielleicht hat da ja jemand Ideen? 😛 Ich kann ja nicht jedes Mal vorher eine Stunde spazieren gehen o.ä. Wenn ich im Fitnessstudio trainiere, dann steige ich vorher auf’s Laufband, stelle es aufwärts und spaziere für 10min, das reicht schon, um mich zum Schwitzen zu bringen 😉

 

Kampfsport mit Bauch!?
img_4221Ich gehe noch ins Fitnessboxen, zum Ladies-Kickboxen und BJJ (ins Karate habe ich es bisher leider nicht mehr geschafft wegen der Zubettgehzeiten der Kinder, obwohl es wichtig wäre, dass ich an den Kata dran bleibe und die lassen sich auch gut mit Bauch üben… vielleicht schaffe ich es noch…) und mache alles mit, was irgendwie geht. Was nicht geht, wird durch anderes ersetzt oder ich schaue zu. Übungen finden sich immer. Bei gewissen Drills/Partnerübungen machen wir eine Dreiergruppe, so dass ich selber nur den Part übe, der geht. Ich habe auch wirklich kein Problem damit, mal auszusetzen weil mein Trainingspartner auch mit jemand anderem üben soll, bei dem er nicht „aufpassen“ muss. Die Trainingspartner halten sich instinktiv zurück bei mir, sind vorsichtig oder getrauen sich kaum, auch wenn sie den Bauch bei einer Übung nicht mal streifen würden 😀 Aber das ist ja auch gut so, ich fühle mich sicher, die Übungen sind kontrolliert weil ich nicht mehr rolle/kein Sparring mache, aber ich habe auch ein schlechtes Gewissen und schicke den Partner dann gerne mal zum nächsten Mann rüber, damit er die Übung auch mit vollem Einsatz machen kann. Im Fitnessboxen geht sogar das Sparring gut, weil alle wissen, dass der Bauch tabu ist und weil die Fitnessboxer sehr kontrolliert boxen. Hier trainieren diejenigen, die was für die Fitness tun wollen, auspowern kann man sich hier am Sandsack, das Sparring ist spielerisch, nicht hart. In der (Thai-)Box-Gruppe würde ich das Sparring auslassen, hier trainieren die ambitionierteren Kämpfer, die sich auch auf Wettkämpfe vorbereiten. Da habe ich im Moment nicht viel verloren.
Was immer geht und was ich auch regelmässig zu machen versuche: Yoga (mit dem Ersetzen gewisser Übungen), Schwimmen, Spazieren und Fitnessstudio. Für’s Bike wird es langsam zu kalt.

Körper und Kopf im Zwiespalt

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Draussen trainieren ist super. Leider werde ich hier bis nach der Geburt pausieren müssen. Foto: naturegym.li

Der Rest ist ernüchternd weil körperlich einfach nicht mehr geht, was der Kopf gerne würde… im Outdoor-Training war ich deshalb auch schon länger nicht mehr (gut, es passt auch manchmal zeitlich nicht und fiel mal aus…), da es auch kälter wird und ich keine bauchtaugliche Funktionsbekleidung besitze (gibt es auch nicht wirklich, meines Wissens, grr!) werde ich wohl damit so langsam pausieren. Da ich auch hier immer einige Übungen ersetzen muss, spare ich mir das Abo lieber für den Wiederaufbau im nächsten Frühjahr 😛
Ich habe echt Respekt vor all den supersportlichen Power-Schwangeren, die von den ersten Wochen der Schwangerschaft bis zum Tag vor der Geburt noch Vollgas weitertrainieren. Ich sehe immer mal wieder Fotos auf Instagram von schwangeren Crossfitterinnen, die noch Hanteln stemmen, die ich unschwanger keinen Zentimeter ab Boden kriegen würde und andere, die regelmässig und unbeirrt ihre Home-Workouts durchführen, sich weiterhin gesund ernähren und kein Gramm zunehmen. Die sehen dann Tage nach der Geburt schon wieder aus wie vorher 😛 Aber gut, ich habe auch noch zwei Kinder im Haus, wäre das nicht der Fall, würde ich auch mehr tun. Dennoch: Respekt vor dieser Disziplin! Ich will ganz klar so bald als möglich wieder meine alte, hart erarbeitete Form zurück und ich will dieses Mal nicht wie nach der 2. Geburt Jahre verstreichen lassen… aber alles nach seiner Zeit und v.a. darf ich dieses Mal auch die Rückbildung nicht versemmeln 😉 Also: motiviert bin ich, im Frühling wieder Vollgas zu geben, aber ich weiss auch, dass es lange dauern kann und dass man es mit Baby v.a. nicht planen kann. Aber auch wenn es nur ein paar Spaziergänge sind, ein bisschen Bewegung liegt sicher regelmässig drin 😉

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Start und Ziel? Die Figur links will ich irgendwann wieder zurück haben 😀 Ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, wie sich das anfühlte… 😛

Auf Arzt und Körper hören
Meine Tipps für Schwangere, egal, was sie vorher getan haben: lasst Euch nicht gehen, bewegt Euch. Es ist erwiesen, dass das hilft, fit zu bleiben, gut gebären zu können und danach auch wieder schneller in die alte Form zurück zu finden. Immer vorausgesetzt, dass Euer Arzt Euch grünes Licht gibt und keine Risiken oder Komplikationen vorliegen (Mehrlingsschwangerschaft, frühere Fehlgeburten, Plazenta praevia etc.). Wählt sanfte, wenig riskante Sportarten. Es geht hier nicht einmal unbedingt um eine Gefahr für’s Baby, sondern darum, dass Eure Bänder locker werden und die Stabilität abnimmt. Ihr könnt Euch verletzen. Während Ihr Sport treibt, solltet Ihr es nicht übertreiben (nicht zu sehr/lang ausser Atem kommen! Schlägt Euer Herz schneller, schlägt auch das Herz Eures Babys schneller) und auf Euren Körper hören. Der sagt meist ziemlich schnell, wo die Grenzen liegen. Trinkt genug, macht nur, womit Ihr Euch wohl fühlt. Pausiert bei Beschwerden, bei Schmerzen erst recht! Fragt im Zweifelsfall immer Euren Arzt.

Fitnesshaus mit Tamara Beck am 7. November 2011Fotos: Brigitt Risch, Schaan

Studio geht eigentlich immer – leichtere Gewichte, mehr Wiederholungen.

Riskante Sportarten: es gibt Schwangere, die weiterhin klettern gegangen sind, Kampfsport betrieben haben, Marathon gelaufen sind. Hier gibt es nur den einen Ratschlag: Ihr müsst es selber wissen und Ihr allein trägt das Risiko. Jeder in Eurem Umfeld wir Euch eher davon abraten und vielleicht sogar verurteilen, was Ihr da macht. Mit Widerstand müsst Ihr rechnen. Auch wenn Ihr z.B. nicht allein trainiert, in einem Club seid etc., kann es sein, dass Ihr nicht mehr erwünscht seid. Keiner will sich mitschuldig fühlen, wenn etwas passiert. Dann dürft Ihr nicht sauer sein, denn es gibt genügend Alternativen und bald dürft Ihr wieder ran… Nur so viel: wer derart trainiert (hat), kennt seine Grenzen und seinen Körper recht gut. Wer schon schwanger war, der weiss auch, was auf ihn zukommt. Solche Frauen können einschätzen, was geht und was nicht, haben ein Vertrauen in ihren Körper. Ich bin sicher, dass Keine zu viel Risiken eingeht. Wir sind robuster als man denken mag, das Baby recht gut geschützt in der Fruchtblase in der Gebärmutter, in der ersten, noch sehr kritischen Zeit, sogar noch versteckt hinter dem Schambein. Das ist gut, denn die Schwangerschaft wird ja meist nicht sofort bemerkt und man trainiert noch ganz normal. Dazu kommt, dass man nach dem positiven Test selten gleich in die Welt heraus posaunt, dass man ein Baby erwartet. Ich rate aber, es dann wenigstens dem Trainer/Instruktor zu sagen, sofern man das Vertrauen hat. Das erleichtert so einiges, denn unwissend hätten er oder sie wohl wenig Verständnis, wenn man plötzlich gewisse Dinge auslässt oder ständig auf’s Klo rennt… 😉
Mal sehen, wie es bei mir noch weiter geht… ich schätze, dass ich in den kommenden Wochen vermehrt auf Fitnessstudio umsatteln werde und dann mal sehen, was noch wie lange geht… vielleicht schreibe ich dann noch mal ein 3. Trimester-Update 😉 Und sonst bestimmt eins über das Trainieren nach der Geburt.

Wenn Ihr Fragen habt, nur zu… Erprobte Workouts für Schwangere sowie Tipps zum Anpassen der Übungen finden sich übrigens im Internet zuhauf! Super geeignet für all diejenigen, die gerne auf eigene Faust trainieren. Ich schaffe das leider kaum. Auf deutsch z.B. bei sportymum.net. Auf englisch mit vielen Videos und Tipps auch zur Ernährung (zum Teil nicht kostenlos) bei „Diary of a fit mummy“.

 

Fotos Beitragsbild: oben links naturegym.li, unten links Eddy Risch für Fitnesshaus Schaan, Rest privat.

Wo, bitte, bleibt die Zeit?

Seit das neue Semester begann, habe ich das Gefühl, die Zeit rennt nur so! Die Tage gehen um wie nix und vor allem sind sie im Moment einfach versch… voll! (sorry) Kaum ein Tag ohne Termine… am Dienstag war ich terminfrei aber was habe ich da getan? Die am Tag zuvor durchsortierte Garderobe der Kinder aufgestockt und danach Lebensmittel eingekauft und schon war Mittag. Ja, ein Punkt weniger auf der To-Do-List, aber gefühlt nur ein Tropfen auf den heissen Stein, denn ich habe das Gefühl, die Zeit läuft mir davon! Wie ein Rentner, der theoretisch ganz viel Zeit hätte, aber nie Zeit hat…
Heute Morgen war die Hebamme etwa 1,5h hier, danach noch Dinge am PC erledigt und schon war wieder Mittag. (Ein Schwangerschaftsupdate schreibe ich morgen, da ich dann auch beim Frauenarzt war, aber soweit sieht alles gut aus 😉
Leider merke ich so gar nichts vom „fitten 2. Trimester“. Ich schlafe schlecht und habe entsprechend am Mittag ein Tief. Da ich mich aber nicht hinlege, bin ich dann abends auch durch… die Kinder haben diese Woche irgendwie noch einen Ferien-/Weekend-Rhythmus und sind abends kaum ins Bett zu kriegen. Entsprechend habe ich es seit letzter Woche wieder nicht ins Training geschafft und bin muffig (ja, die Bewegung fehlt mir dann einfach, da half auch das Rasenmähen gestern nicht 😉 … aber die Kinder gehen vor und da mein Mann gerade eine stressige Zeit durchmacht, will ich ihn auch nicht mit zwei Quengelhaufen zurück lassen (denn gestern Abend waren z.B. beide ziemlich durch als er nach Hause kam… und, nein, sie sind auch dann nicht ins Bett zu kriegen, aber immerhin schlief am Montag die Maus mit dem Papa ein, während ich meine Lieblings-TV-Serie gucken durfte – geht ja! 😉 Nur alleine einschlafen mag sie im Moment nicht bzw. sie schafft es nicht… keine Ahnung… 2, 3x probiert, nix ‚bei rausgekommen 😉 Gut… auch das kommt dann irgendwann…
Also, derzeit steht alles… ich komme nicht an die NähMa, kaum zum Bloggen (da brennt mir nämlich noch mehr unter den Nägeln), die To-Do-Liste schrumpft nicht. So, jetzt los ans Playdate… (Stand, 14 Uhr am Nachmittag)…

22.03 Uhr: Zurück vom Playdate, direkt weiter mit den Kindern zum Outdoor-Training um 18.15 Uhr. Die fanden dort auch gleich Gspänli und haben sich selber auch noch bewegt. Allerdings wurde es fast 20 Uhr bis wir wieder zuhause waren. Auch der Mann kam nicht viel früher. Also kurz noch was essen, alle duschen und dann versuchen, die Kinder ins Bett zu bringen – Grosser zu aufgedreht, also erst noch spielen lassen. Die Kleine natürlich mit. Irgendwann Weinen und Gebrüll. Warum ist nicht so wichtig… Zeit, die Maus ins Bett zu verfrachten. Gebrüll dauert an, die Mama wird getreten und geboxt. OK, dann also nicht… dann also erst mal den Grossen ins Bett geleiten. Grosser Protest. Mama bleibt hart. Es funktioniert. Auch wenn ich ihn verstehe und er mir leid tut. Aber morgen Nachmittag hat er frei und darf spielen, so viel er will… ich hoffe also, es gleicht sich aus. Ich gehe runter, setze mich wieder an den PC, da ruft die Maus. War ja klar… „ich habe mich beruhigt.“ Na, toll… trotzdem ist es schon 21.45 Uhr und sie sollte längst schlafen. Natürlich darf ich mich jetzt wieder zu ihr legen. Und morgen Nachmittag und Abend bleiben wir zuhause und sind hoffentlich alle etwas zeitiger im Bett 😉 So chaotisch geht es hier sonst nämlich nicht zu…

Sport in der Schwangerschaft

Es war klar, dass ich keinen seichten Sport betreibe… ein bisschen mulmig war mir deshalb immer zumute, bis die Mens kam. Im Wissen, dass theoretisch etwas passieren könnte… oder vielleicht auch nicht, weil der Embryo in diesem Stadium noch sehr gut geschützt ist in meinem Körper? Es war für mich auf jeden Fall kein Grund, mich jeden Monat einzuschränken. Und so habe ich auch die letzten 2-3 Wochen nachdem es „eingeschlagen“ haben muss bis zum Zeitpunkt des positiven Tests trainiert. Ich habe am Mittwoch getestet und am Montag davor hatten wir uns im MMA noch auf den Boden gefegt. Am Dienstag bekam ich noch im Kickboxen Schläge auf den Bauch… immerhin keine Tritte 😀 Ich gehe stark davon aus, dass mein Körper das gut wegsteckte. Am Abend nach dem Test war ich ganz normal wieder im Jiu Jitsu Training. Ich habe mir keine grossen Gedanken gemacht und die ganzen Übungen – von der Fallschule und dem Abrollen beim Aufwärmen bis zum lockeren Sparring am Schluss. Was ich aber schon in den Trainings davor bemerkte, war, dass ich schon beim Einlaufen recht schnaufen musste (die bekannte Kurzatmigkeit) und beim Abrollen durch die Halle wurde mir gleich ziemlich schwindlig… ich war etwas nervös aber eigentlich sicher, dass alles gut geschützt ist. Trotzdem muss ich meine Trainings ab jetzt anpassen… ich habe sehr viel gelesen über das Thema und weiss, dass man als gesunde Frau mit einer komplikationslosen Schwangerschaft mit einigen dem entsprechenden Schwangerschaftsdrittel entsprechenden Anpassungen, bis kurz vor der Geburt weiter trainieren kann. Ich spüre meinen Körper gut und werde auf ihn hören. Ich habe schon während der ersten beiden Schwangerschaften noch lange trainiert, wenn auch kein Kampfsport, aber Krafttraining, Spinning und Yoga (letzteres bis zur Geburt). Moderate Bewegung ist in einer komplikationslosen Schwangerschaft nicht schädlich, sondern im Gegenteil förderlich. Es wäre sogar schlecht, in der Schwangerschaft nichts mehr zu tun. Eine fitte Frau kann nicht nur besser gebären, sie ist auch gesünder und wird auch nach der Geburt rascher wieder in die alte Form zurückfinden.

Beitragsfoto
Fotograf: Eddy Risch / Location: Fitnesshaus, Schaan / Wann: Maus-Schwangerschaft, 3. Trimester

We survived Easter / hallo Frühling!

So, da wären wir mal wieder… mitten im Leben. Die 4 freien Tage haben wir recht gut überstanden – mit raus gehen (ein bisschen), Besuchen (viel) und Schokolade (seeehr viel). Ich will mich also mal nicht beklagen, es hätte schlimmer kommen und können und das Wetter war auch ganz annehmbar soweit 😉 Aktuell haben wir ein Föhn-Hoch und ich hab‘ die arbeitsfreie Zeit genutzt, um mich mit der Steuererklärung auseinanderzusetzen (grrr) und mit dem Bike den Berg hoch zu fahren (yeeeeehaaaaw!). Ich rechnete nicht damit, weiter als 100m zu kommen aber irgendwie lief es mir… zwar liess mich nach wenigen Kurven das Online-Radio im Stich, aber die Muskeln und der Wille waren wohl fit 😉 Ich dachte, ich schau‘ mal, wo das lokale Berggasthaus liegt, aber ganz so weit hab‘ ich’s zeitlich dann doch nicht geschafft, schliesslich wollte/musste ich wieder runter, duschen und kochen. Ich bin aber zufrieden mit diesem Start und mit mir und motiviert für weitere Touren 🙂 Kann sein, dass meine Beine das morgen anders sehen? (Muskelkater?) Aber auch das geht vorbei 😉 Und die vielen Schoggieilikalorien müssen ja irgendwann weg!
Ansonsten ist hier wieder alles schön alltäglich, niemand ist krank, ich leide nur partiell an Heuschnupfsymptomen. Gestern fiel allerdings unser Playdate am Nachmittag wegen Krankheit der Kollegin ins Wasser aber am Morgen hatten wir schon eins und den Zvieri haben wir dann halt verteilt.
Die Zeitumstellung verkraften wir auch ganz gut, übrigens. Mit mehr oder weniger Schlafmangel, Verschlafen und Nicht-Rhythmus 😛
So, jetzt Kinder einsammeln und dann noch rasch auf einen Kindergeburi düsen… habt’s gut in der noch verbleibenden Restwoche!

Jetzt oder nie…

Gestern war ich mal wieder im Training… haha, nichts Neues, ich weiss… #mma war angesagt und es war wie immer wahnsinnig spannend, schweisstreibend, angstrengend, lehrreich und fordernd. Aber ich kann sagen: fast nichts macht mich glücklicher als das! Dass Sport glücklich macht, ist ja auch nichts Neues. Endorphinausschüttung oder so… Und ich denke, dass wir Menschen, die wir uns ja „dank“ Evolution und technischen Fortschritts in der Regel nicht mehr gross bewegen (müssen) ein natürliches Bedürfnis nach körperlicher Verausgabung haben. Diejenigen, die regelmässig Sport machen, wissen, was ich damit meine, wenn ich sage, dass man unangenehm unruhig und „niatig“ (zickig, schlecht gelaunt) wird, wenn man diesem Bedürfnis mal nicht nachkommt. Betreibt man zudem noch einen Sport, in dem man die Möglichkeit hat, sich mit anderen zu messen, die in etwa das selbe Level haben, macht es die Sache gleich noch attraktiver, wie ich finde. Wobei es natürlich zahlreiche Breitensportler gibt, die es bevorzugen, allein um die Häuser zu joggen oder im Studio Gewichte zu heben. Ist dann ja auch OK…
Wir Kampfsportler sind ja noch ’ne Runde verrückter – zumindest in den Augen Aussenstehender. Messen wir uns doch nicht nur über ein Netz (im Tennis z.B.) oder auf einer Tartan- oder Schwimmbahn, nein, wir stehen in direktestem Körperkontakt und tun uns gegenseitig (ein bisschen?) weh. Immer fair natürlich und nicht ohne Regeln. Dennoch: nicht jeder kann das: einstecken, austeilen. Und einem anderen so nah sein wie man es im Bodenkampf ist (Frauen gibt es nur wenige). Ich hatte nach dem gestrigen Sparring an ziemlich vielen Körperstellen blaue Flecken und eine Schürfung am Knie. Mein Kopf schmerzte und ich war so richtig fertig. Am Tag danach spüre ich auch langsam die Muskeln. Aber es ist geil, ein geiles Gefühl. Und es macht ein bisschen süchtig…
Jetzt wurde mir gestern auch noch überraschend mitgeteilt, dass es evtl. eine Gegnerin für mich gäbe an der Fight Night im April. So ein Nebenkampf als Amateur… eine Seite in mir bekam schleichend Panik (die Seite, die nicht gern verliert, die Angst hat, im Mittelpunkt zu stehen und v.a., zu versagen und zu enttäuschen… die Seit, die nicht glaubt, dass sie sowas kann, weder körperlich noch mental und v.a. nicht in punkto ihrer Fähigkeiten…). Die andere Seite war sichtlich angetan von dieser Chance und rechnete sich auch Chancen aus… Ich habe, voller Adrenalin(?) und voll der Rangelei der beiden Seiten in meinem Kopf, in dieser Nacht kaum geschlafen. Soll ich? Soll ich nicht? Einfach ins kalte Wasser schmeissen? Würde ich in knapp einem Monat noch genug dazu lernen können? Ich, die das Gefühl hat, nichts zu können und viel zu unüberlegt zu kämpfen, zu viele Schläge/Tritte gar nicht richtig durchzuziehen… zu wenig Kombinationen zu machen, zu wenig Hüfteinsatz, die Deckung immer vergessen und und und… (Anmerkung: es wäre kein MMA-Kampf, nur stehend schlagen und treten 😉 Mit Schienbeinschonern und „Helm“)
Würde ich, vor lauter Nervosität, vor den ganzen Zuschauern im Ring zu stehen, nicht mehr wissen, was zu tun ist? Würde ich es schaffen, die Zuschauer „auszuschalten“ und mich auf meine Gegnerin zu konzentrieren? Würde ich mitbekommen, wenn mir jemand zuruft, was ich besser machen soll… würde es mich ablenken? Würde ich, unwissend, wann der Kampf stattfindet, an diesem Tag vielleicht zu müde sein? Würden die Linsen schlecht sitzen? Wenn ich verlieren würde, wäre ich nachher bei den anderen im Club unten durch und würde belächelt werden, so sehr, dass ich mich nicht mehr ins Training trauen würde?
Kann ich diese Gedanken einfach mal beiseite schieben weil das alles gar nicht relevant ist? Weil man einfach hingeht und macht und weil man nicht verlieren kann, nur lernen?
Ich schätze, Ihr könnt Euch nun vorstellen, warum ich kaum ein Auge zugetan habe… nur 2×2 min wären es. Es wäre schnell vorbei… aber ich kenne die Gegnerin nicht und natürlich malt sich die pessimistische Seite in mir gerade aus, wie sie sich Rocky-mässig gerade in 15 Trainingseinheiten pro Woche und mit einem mega Coach auf die Fight Night vorbereitet. Wie sie immer schneller und stärker wird und… Wie Rocky halt? 😀

Ich bin unmöglich, oder? Ich mache das! Mache ich das!? Now or never? Ich bin eine bald 35-jährige Muddi. Es gibt wahrscheinlich nicht mehr viele Chancen, mal im Ring zu stehen. Warum es nicht einfach als just for fun ansehen? So viel wie jetzt werde ich wahrscheinlich auch nicht ewig mehr trainieren können… Ach Mist, diese Entscheidungen immer… wenn ich jetzt vollen Mutes annehme, werde ich es mit Sicherheit bereuen und mir vor Angst in die Hosen machen an diesem Tag/Abend im April… ach du Sch…