„Wo Liebe ist, ist Familie“

Unser heutiges Familieninterview dreht sich um einen kompletten Mädelshaushalt, nämlich eine Familie mit zwei Mamas. Choeden (37), Désirée (35) und die Töchter Norlha (5.5j) und Sonam (3j) leben in Winterthur. Die liebe Désirée kenne ich aus diversen Facebook-Gruppen da sie, so wie ich, Trageberaterin ist. Ich freue mich sehr, dass sie sich im Rahmen meiner Interview-Serie meinen Fragen stellte 🙂 Weiterlesen

Sanfte Eingewöhnung…

Und nun komme ich endlich wieder mal dazu, einen persönlichen Beitrag zu schreiben. Dies, während das Mäuschen gerade in der Kita weilt. Ihr habt ja, wenn Ihr ab und zu hier mitlest, sicher mitbekommen, dass uns die Eingewöhnung des Mäuschens in der Kita bevorsteht. Diese Woche war es nun soweit und damit alles reibungslos laufen konnte, hatte ich so wenig wie möglich Termine ausgemacht, denn wir würden jeden Morgen in der Kita sein. Weiterlesen

Alpenrose Lermoos – ein Paradies für Kinder (und Eltern)

Zum ersten Mal (von aussen) gesehen haben wir die Alpenrose vor fast 7 Jahren. Damals war unser Grosser gerade im Alter des Mäuschens und wir buchten unseren ersten Urlaub in einem kleinen Babyhotel in Lermoos. Wir sind dort vor allem ganz viel durchs Moor spaziert. Die Alpenrose fiel natürlich gleich auf und vielleicht haben wir uns damals schon überlegt, mal dort Urlaub zu machen wenn „die Kinder“ grösser sind. Wenige Jahre später war eine meiner Kolleginnen dort und berichtete sehr positiv.

Und dieses Jahr kam dann der Moment, an dem wir, mit kleinem Baby, nicht zu weit weg wollten und die Chance erhielten, die Alpenrose für zwei Tage zu testen. Wir buchten gleich eine Woche weil dies unser Sommerurlaub werden sollte.

Hotel Alpenrose Lermoos

Kurz: die Zeit ging sehr schnell um und alle waren etwas betrübt, als es wieder nach Hause gehen sollte. Wir haben für einmal wirklich nicht viel gemacht und ich denke das tat uns allen gut. Ich habe sogar ein ganzes Ebook gelesen 😉

Die Kinder konnten wir zu einem Spaziergang durchs Dorf mit Halt an der Eisdiele, einer kleinen Erlebnis-Wanderung (Moosle’s Forscherpfad) und einem Ausflug zur Burg Ehrenfels mit der Rekord-Hängebrücke motivieren. Eine kleine Wanderung und einen Ausflug nach Garmisch-Partenkirchen, das wir schon 2010 besuchten, unternahmen wir ohne die Grossen, die lieber im betreuten Club im Hotel spielen wollten. Am letzten Tag regnete es, sonst hätten wir mit den Kindern noch einen Wasserwanderweg besucht, aber so blieben wir eben im Hotel, kuschelten gemütlich im Zimmer, machten ein paar Fotos, lasen und die Kinder amüsierten sich prächtig weil genau an dem Tag eine grosse „Roadshow“ im Kinderclub gastierte – mit Neuheiten von Brio, Supersand und einer Menge toller Spiele, die man ausprobieren durfte.

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Das Mäuschen war unser pflegeleichtestes Kind im Urlaub. Wir wurden sogar von einer Vierfachmami angesprochen, wie ruhig die Kleine doch sei… 🙂 Ich schätze mal ihr gefiel die Abwechslung und dass wir viel mehr Zeit für sie hatten. Sie schlief oft in Tuch oder Trage, im Auto oder auch im Bett fand sie neben mir immer gut in den Schlaf, viel besser als zuhause! Während die Kinder in ihren Stockbetten schliefen, schlief das Mäuschen bei uns im Bett. Im Hotelrestaurant gab es dankenswerterweise ein Newborn-Set am Tisch, das war schon mal sehr genial, denn das kennt sie von zuhause und wir konnten so wirklich sehr in Ruhe essen. Wir haben ihr aber auch ganz oft etwas zum Anknabbern in die Hände gegeben und wenn sie zu müde wurde, waren wir meist eh schon fast fertig und ich habe sie getragen oder wir nahmen sie auf den Schoss.

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Gebadet haben wir täglich – für das Mäuschen war es das erste Mal in einem Pool und das dann gleich jeden Tag, aber ich glaube es gefiel ihr ganz gut 😉 Für die Grossen war es natürlich auch toll!
Das Wetter war ganz witzig. Am Morgen meist sonnig, so dass wir uns auf den Ausflügen partielle Sonnenbrände holten, und am späteren Nachmittag begann es jeweils zu regnen, so dass wir uns im warmen Aussenpool den kalten Regen auf den Kopf prasseln lassen konnten – coole Sache! Und abends konnten wir prima bei geöffneter Balkontür schlafen, es kühlte wunderbar ab.

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Und so hatten wir eigentlich einen ziemlich gleichbleibenden Rhythmus mit Frühstück – Spielzeit – Mittagessen – Ausflug – Zvieri – Baden – Abendessen – Bettzeit… Ja, wie man sieht, haben wir vor allem oft und viel gegessen und wie nach jedem Urlaub denke ich, dass ich zuhause sofort mit einer Diät anfange *lach*. Man wird aber auch richtig verwöhnt in so einem Hotel und ich finde, das darf man sich dann ja auch mal gönnen 😉 Immerhin kamen wir ja mit Baby gar nicht wirklich dazu, den Spa zu nutzen und die Sportangebote habe ich leider auch immer verpasst.

Und jetzt stelle ich Euch gerne das Hotel im Detail vor, für alle, die es sich auch als Urlaubsziel vorstellen können 😉 Eins vorweg: man bucht hier wirklich einen Urlaub im Rundum-sorglos-Paket – perfekt also für Familien, die einfach mal an nichts denken müssen und entspannen möchten.

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Zimmer
Wir hatten eine Familiensuite im alten Tiroler Stil. Ich bevorzuge ja eher moderne Zimmer, aber es war ganz gemütlich, wir hatten prima Platz und es fehlte uns an nichts. Gemeinhin ist das Hotel so gut ausgestattet und man kann sich Zubehör wie Nachtlicht, Babyphon etc. ausleihen, so dass eigentlich fast nur Klamotten einpacken muss 😉 Naja, fast… Im Zimmer gab es sogar eine Nespresso-Maschine, zwei Fernseher und natürlich Bademäntel und -schlarpen für alle. Auch Windeleimer, Wickelplatz, Feuchttücher und Duschgel/Shampoo für Kinder und Erwachsene. Da der Nassbereich recht rutschig ist, empfehle ich dafür aber, allen Crocs/Flip Flops einzupacken. Die Zimmerreinigung war tadellos und wurde immer gleich und ganz unbemerkt erledigt, sobald wir das Zimmer für’s Mittagessen verliessen.

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Hotel-Austattung 
Bietet alles, was das Herz begehrt: Restaurant, Innen- und Aussenpool, Piraten-Badewelt, Indoor-Wasser-Rutsche, Spielplatz, grosser Sandkasten, Hüpfburg etc. draussen, Baby- und Miniclub für die Kinderbetreuung, Billard, Flipperkasten etc., Playstation-Zimmer und Teenie-Club für die Grossen, Theater und Turnhalle, Indoor-Golf und -Gokart, grosser Spa-Bereich mit Sauna, Dampfbad & Co. sowie vielseitigem Angebot, Fitness- und Aerobicraum, ebenfalls mit täglichen, geleiteten Sportangeboten, Business-Zimmer, 24h-Tee-/Kaffee-/Getränke-Ecke mit Säuglingsmilch, Mikrowelle und Gläschen-Kost, Hotel-Shop, Wasch- und Bügelraum, Restaurant & Terrasse. Da klickt Ihr Euch aber am besten mal auf die Website um alles zu sehen 😉

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Kulinarik
Reichhaltiges Frühstücksbuffet, immer mit frischen Beeren (yummy), frisch auf Wunsch zubereiteten Omeletts, Rührei etc. und vielem mehr.
Am Mittag gab es ein kleineres Buffet mit Suppe, Salaten und 1-2 Gerichten für Erwachsene sowie für Kinder Gemüse, Pasta und Pommes (gab es immer) und Dessert/Eis am Stiel. Nicht die grösste Auswahl, aber etwas fand sich immer. Im Zweifelsfall nahmen die Kinder Pommes und ein Eis (sind ja Ferien 😉
Am Abend gab es jeweils ein wählbares Vier-Gänge-Menu, das man sich jeweils am Morgen aus einer Auswahl an verschiedenen Gerichten zusammenstellen konnte. Ergänzen zu einem Sechs-Gänger konnte man es jeweils mit Salat und Käse vom Buffet. Die Hauptspeise ist übrigens ziemlich üppig, so dass wir meistens auf Suppe oder Vorspeise verzichtet haben. Es wäre einfach zu viel gewesen. Auch das Kinderbuffet bot abends etwas mehr Auswahl, so gab es meist noch Pizza oder Hot-Dogs, Hühnchen-Sticks o.ä. An drei Abenden gab es ein Vorspeisen- bzw. Dessert-/Eisbuffet Geschmeckt hat alles prima! Grosses Kompliment aber auch an das Personal: wir wurden immer sehr freundlich bedient und unsere Gänge wurden Ruckzuck serviert weil wir mit dem Mäuschen nicht ewig am Tisch sitzen konnten. Wir mussten nie warten! Mit kleinen, (müden) Kindern ist das wirklich Gold wert!
Das Zvieri-Buffet versorgte den kleinen Hunger zwischendurch mit zwei Sorten Kuchen, Fruchtmilch, Obst, Brot, kleinem Gebäck, Wurst, Käse, Eis am Stiel etc. sowie Getränken (alles Selbstbedienung). Hier konnte man sich gemütlich drinnen niederlassen auf Sofas/an Tischen oder sich auf die Terrasse setzen, wo die Kinder spielen konnten.

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Kinderbetreuung
Leider war die Kinderbetreuung im unteren Stock, wo es kaum Tageslicht gab, aber das störte wohl höchstens mich. Die Kinder fühlten sich wohl und es gab hier alles, was sie brauchten, v.a. auch andere Kinder 😉 Es gab einen grossen Kletter-/Rutschbereich mit Bällebad etc., wo sie sich austoben konnten, diverse Spiele, Briobahn, Legos, Puppen und Bastelsachen und natürlich verschiedene Aktivitäten je nach Alter, sowohl im Club als auch in Form von Ausflügen, für die man die Kinder anmelden konnte oder die sie spontan besuchen konnten. Die Betreuer waren auf jeden Fall freundlich und hilfsbereit, es waren aber auch viele… den Baby-Club haben wir nicht genutzt, er war aber separat, hell und freundlich und sicherlich wurden die Babys liebevoll betreut.

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Lermoos und Umgebung
Lermoos ist ein kleines Örtchen mit einem weitläufigen Moor, einer Gondelbahn und vielen Spazier- und Wanderwegen. Im Winter kann man hier auch Ski fahren. Auch im benachbarten Biberwier gibt es Wanderwege. Einen Ausflug wert ist die Burg Ehrenberg mit der weltlängsten Hängebrücke im „Tibet-Stil“, die wir besucht haben. Der Weg zur Burg geht durch einen Wald und ist relativ steil. Für unsere Kinder war es machbar, ich empfehle aber, Babys/kleine Kinder zu tragen (mit dem Buggy ist es mühsam und man kommt damit nicht auf die Burg). Im Hotel waren noch mehr Ausflugsziele ausgehängt, jeweils gut beschrieben, auch mit Distanz etc. Ich schätze, dass man sich damit gut eine Woche beschäftigen kann wenn man nicht nur im Hotel bleiben will.

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Fazit
Die Alpenrose ist ein beliebtes und auch mehrfach ausgezeichnetes Familienhotel mit viel Tiroler Charme. Die Umgebung bietet zwar nicht so viel wie Serfaus-Fiss-Ladis, eine andere Region im Tirol, in der wir schon oft und gerne Urlaub gemacht haben, dennoch kann man einiges unternehmen, wenn man denn will… denn das Hotel ist top ausgestattet und bietet ein vielseitiges Freizeitangebot für Gross & Klein – Langeweile kommt hier sicher nicht auf 😉 Somit können wir das Hotel wirklich uneingeschränkt weiterempfehlen für Euren nächsten Familienurlaub 😉
Ich hoffe, unsere Fotos & unser Bericht haben Euch gefallen und einen guten Einblick in unseren Urlaub in Lermoos verschafft. Nicht immer war die Kamera dabei, schliesslich wollten wir ganz oft auch einfach nur geniessen, aber wer uns auf Instagram und Facebook folgt, konnte dort bereits auf den Handybildern, die ich dort täglich gepostet habe, einige Ferienmomente miterleben 😉

Wir bedanken uns herzlich für die Testmöglichkeit! 🙂

Kinder allein zuhaus‘? #Blogparade

Bei Pia habe ich es das erste mal in ihrem Blog gelesen (siehe aktueller Beitrag). Ihre Jungs sind in etwa gleich alt wie meine Grossen… ich war eine derjenigen, die sie fragte, ob sie mal darüber berichten kann weil sie es mal erwähnte. So… ich fragte mich dann natürlich auch, wie das denn läuft, ob das bei uns auch vorstellbar wäre etc.

Fakt ist, dass der Grosse, als die Maus noch die Kita besuchte, öfter mal zuhause wartete bis ich sie abgeholt hatte. Das waren 10-15 Minuten. Er war da 4 Jahre alt. Meine Regel an ihn damals: nicht die Tür öffnen. Überprüft habe ich das nie, in dem ich versuchsweise klingelte oder so. Ich sagte ihm auch, dass er bei einem der Nachbarn klingeln kann, sollte irgendwas sein…

Aktuell kommt es selten dazu, dass ich mal so kurz in der Nähe weg müsste. Das waren in den vergangenen Wochen vielleicht 1-2x, dass ich mal schnell zur Post oder zum Laden im Ort fuhr und dann auch beide Grossen zuhause liess – mit einem Programm im Fernseher. Nach 10-20 Minuten war ich jeweils zurück.

Für mich ist es derzeit kein Thema, sie länger alleine zu lassen oder weiter als nur hier im Dorf unterwegs zu sein. Dafür sind sie mir mit 5 und 7 Jahren einfach noch zu klein. Und das Mäuschen muss ich ja sowieso noch mitnehmen, da würde es mir also auch nichts nützen, die Grossen alleine zu lassen damit ich abends pünktlich zum Sport komme weil ich weiss, dass der Papa innert 10 Minuten auch zuhause sein wird.

Auch habe ich beiden nie die Bedienung des Telefons gezeigt oder ihnen meine Nummer aufgeschrieben. Das würde ich aber nachholen, käme es tatsächlich einmal dazu.
In unserem kleinen Viertel mit 5 Häusern, ist aber auch sicher immer irgendwo jemand zuhause, zu dem sie notfalls gehen könnten, wäre irgendwas los.

Nun habe ich aber auch schon von anderen Mamas gehört, dass sie ihre 7-Jährigen schon mal für ein Stündchen mit dem TV oder iPad plus Telefon zuhause lassen und auch mal zur Kontrolle anrufen. Verständlich, wenn nicht immer für jeden Termin ein Babysitter gesucht werden kann. Zudem denke ich, dass jeder sein Kind am besten einschätzen kann, ob es ruhig zuhause bleiben kann, abgelenkt durch das Gerät, oder ob es Panik bekommen könnte oder auf dumme Gedanken, und wenn das nur ist, den Schemel aufzustellen, um sich aus einem oberen Fach Schokolade zu mopsen…

Aber ab wann macht man es zur Gewohnheit? Nicht unbedingt, weil man gerne jede Woche ohne Kind zum Kaffeetrinken gehen will, sondern vielleicht, weil man die Stunde zwischen Schul- und Büroschluss nicht mehr mit dem kostenpflichtigen Hort überbrücken will? Ich kenne einen Jungen, der ist etwa 10 Jahre alt und er hat einen Schlüssel und geht nicht mehr zum Hort. Ich denke, mit 10, 11 Jahren kann man das gut machen oder was meint Ihr? Ich selber bekam erst ab ca. 12 Jahren einen Schlüssel, vorher musste ich, war meine Mama mal nicht pünktlich, auf der Terrasse warten. Handys gab es damals noch nicht. Wurde es mir zu doof, bin ich zu den Nachbarn.
Wie auch immer, denke ich, dass auch hier die Dosis das Gift macht. Auch ein 10-Jähriger hat vermutlich wenig Freunde daran, täglich 3 Stunden alleine zuhause zu sein. Oder sich z.B. auch mittags alleine etwas aufwärmen zu müssen und dann wieder zur Schule… aber ich schätze mal, das ist eher die Ausnahme als die Regel.

Und nun meine Frage an Euch: wie macht Ihr das bzw. habt Ihr das gemacht? Wann würdet Ihr Euer Kind mal für kurze Zeit alleine zuhause lassen? Was habt Ihr dafür für „Regeln“ bzw. was sind Eure Erfahrungen? Und habt Ihr auch ein älteres „Schlüsselkind“? Würdet Ihr lieber eine an die Schule angeknüpfte Betreuung wählen oder setzt Ihr auf frühe Selbstständigkeit bei Eurem Kind? Ich bin gespannt auf Eure Meinungen – entweder hier als Kommentar, gerne aber auch mittels eigenem Blogbeitrag (wenn Ihr selber bloggt). Ihr dürft diesen dann sehr gerne hier als Kommentar verlinken und ich trage Eure Links dann wenn Ihr mögt auch im Anschluss an diesen Beitrag ein. Und nun viel Spass beim Schreiben! 🙂 

Inne halten & besinnen…

Noch wenige Wochen bis zu den Sommerferien und ich sehe endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Die letzten Wochen waren aufreibend, in verschiedener Hinsicht. Erstens hatte ich ständig Termine, Arbeit, Besuch oder sonst wie zu tun und sah den Wald vor lauter Bäumen nicht. Zweitens waren die Kinder – jedes auf seine Art – anstrengend. Der Grosse übt sich immer noch im Frech-Sein und benutzt die Maus oft als Blitzableiter bzw. fühlt sich andauernd durch ihre Anwesenheit gestört – Geschwister-Streit galore also, die Maus fragt täglich, mit wem sie am Nachmittag zum Spielen ausmachen könne und ist mit dieser Bitte sehr hartnäckig. Zudem ist sie derzeit, wohl weil sie abends schlecht einschläft, aber auch, weil sie vermutlich immer noch dabei ist, ihre neue Rolle in der Familie zu finden, nah am Wasser gebaut. Oft heult sie auf, wegen gefühlter Nichtigkeiten… das Mäuschen hat am Boden eine kurze Ausdauer. Sie beschäftigt sich vielleicht 5, manchmal 10 Minuten am Stück bevor es ihr zu doof wird. Sie kommt dann entweder auf den Arm, ins Tuch, an die Brust, muss mal oder will schlafen. Nicht immer ist gleich klar, welches Bedürfnis sie hat. Bis ich es herausgefunden habe, kann es also schon mal länger dauern. Und oft versuche ich sie drum halt wieder hinzulegen, z.B. wenn sie gestillt ist und theoretisch nicht schon wieder müde… aber 5 Minuten später, ihr ahnt es, quäkt sie wieder. Das ist eigentlich nichts, was ich nicht von den Grossen her kennen würde… aber nachdem sie sich schon seit einem Monat auf den Bauch drehen und auch ein klein wenig besser greifen kann, wünsche ich mir und ihr eine neue Fähigkeit, die sie etwas länger zufrieden stellt und mir etwas mehr Verschnaufpausen gibt. Da sie tagsüber selten länger als 30 Minuten schläft und dies dann dafür so 3-4x täglich, renne ich gefühlt ständig hin und her… von einem Kind zum nächsten, von der Küche an den Computer, vom Esstisch aufs Klo, vom Sofa an den Wäscheständer, vom Laden nach Hause und und und…

Nachts weckt sie mich so an die 3x, d.h. der Schlafmangel plagt mich auch noch dezent. Meistens habe ich mittags und abends je ein Tagestief, an dem ich auf der Stelle einschlafen könnte. Was natürlich kaum möglich ist.

Und weil die Aufträge nicht weniger werden und die Kinder vorläufig auch nicht vernünftiger und die Ferien vor der Tür stehen, werde ich schätzungsweise bzw. ich bin es schon länger, hier auf dem Blog nicht mehr ganz so aktiv sein. Juli und August werden sicher etwas ruhiger. Danach startet dann der Alltag wieder und die Kita-Eingewöhnung steht bevor. Ich kann es mir noch so überhaupt rein gar nicht vorstellen, das Mäuschen dort abzugeben. Vielleicht verschiebe ich also das Ganze noch ein wenig? Aber zwei kinderfreie Vormittage würden mir gut tun. So könnte ich in Ruhe arbeiten bzw. auch mal was für mich tun. Denn das kommt einfach zu kurz und das merken dann alle. Happy mama, happ family… Nicht zuletzt, weil ich dann, wenn die Grossen da sind, auch wirklich Zeit für sie habe und nicht meine To-Do-Liste im Kopf habe. Und ich würde z.B. soooo gerne wieder mal was für meine Mäuse nähen. Ich habe noch so viel Stoff und Schnittmuster und kann es kaum erwarten, gerade für das Mäuschen… aber auch für die grosse Maus und mich… oder zum Sport gehen, die Abende frei haben, um einfach fernzusehen oder zu lesen… mal sehen… aber ich weiss eh, dass nach 4 Jahren wieder Luft da ist für mich, vielleicht ja schon früher, schrittweise… es ist also, wie so vieles im Leben, absehbar.

Noch mag ich gar nicht nach vorne blicken. Ich hatte zwei unterschiedliche Kleinkinder – ein sehr aktives, das keinen Stein auf dem anderen liess und einen unglaublichen Entdeckungs- und Freiheitsdrang hatte und ein ruhigeres, sehr nähebedürftiges und drum im Grunde eher pflegeleichteres. Wie das Mäuschen wird, da muss ich mich nun überraschen lassen. Spekulationen will ich nicht anstellen. Es steht uns noch so viel bevor: der Beikost-Start, das Krabbel-Alter, erste Worte, erste Schritte. Es bleibt sicher spannend!

Dennoch: dieser Blog liegt mir am Herzen und ich hätte gerne (wieder) mehr Zeit dafür, würde gerne mehr persönliche, mehr nützliche Beiträge schreiben, mehr Zeit haben für Recherche. Also, auch wenn ich kurzfristig nicht so aktiv bin, das kommt wieder, bleibt dran! 😉 Jetzt hoffe ich, in den nächsten Wochen wieder etwas Energie tanken zu können, freue mich auf unsere gemeinsamen Ferien zu fünft als Familie und möchte diese möglichst ohne zu viele Aufgaben im Hinterkopf tun…

 

Homeoffice: Chaos vorprogrammiert #blogparade

Melanie vom Blog „glücklich scheitern“ rief zur #Blogparade auf und da ich eh irgendwann mal darüber schreiben wollte, nutze ich die Gunst der Stunde, dies jetzt zu tun. 

Eins vorweg: es gibt Homeoffice und es gibt Homeoffice mit Kindern. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe und während ersteres sicher eine tolle Möglichkeit ist, sich den Arbeitsweg zu sparen u/o sich für Projekte, die viel Konzentration erfordern, mal zurück zu ziehen ist zweiteres ein Widerspruch in sich selbst. Zumindest mit kleinen Kindern, die zuhause betreut werden. Homeoffice per se ist eine Herausforderung. Weil, man ist ja zuhause, lässt sich erst mal gemütlich einen Kaffee raus, legt die Beine hoch, sortiert die Post und vielleicht wird man eben doch von diesem oder jenem abgelenkt. Disziplin braucht es, um sich wirklich hinzusetzen und loszulegen, ohne Facebook zu öffnen oder private Mails zu lesen. Aber gut, wer’s öfter macht, wird das beherrschen 😉

Homeoffice mit/neben/bei den Kindern… für mich eine Illusion, und dennoch Realität. Es soll ja Leute geben, die kommen problemlos ihr Zeug abzuarbeiten während zwei Kleinkinder um sie rumwuseln. Ja, hab‘ ich schon so gehört! Nun gut, vielleicht waren iPads im Spiel. Oder Valium. Vielleicht beides!? Nein, Spass beiseite. Aber so gut sich manche Kinder auch beschäftigen mögen, irgendwas ist doch immer, nicht? Mal muss eins auf’s Klo, mal wird nach Znüni verlangt, es gibt Streit, oder Hilfe beim Puzzeln wird benötigt, irgendwas halt… konzentriert arbeiten und an was dranbleiben? Mööp! 

Ich hatte ja das Glück, nach der Geburt des Grossen tatsächlich als Freischaffende vor allem von Zuhause aus arbeiten zu können. Dennoch habe ich die Kinder ab 8 Monaten bei der Tagesmutter bzw. in der Kita eingewöhnt (für zwei halbe Tage jeweils und die Schwiegermutter schaute zusätzlich noch einen halben Tag), weil ich auch mal für ein Interview unterwegs sein musste. Mit zunehmendem Alter konnte ich auch mal arbeiten, wenn die Grossen in Ruhe spielten. Oder ihre TV-Stunde hatten. Es war mir wichtig, nicht ständig am PC zu hängen, sie sollen die Mama auch ohne dieses Gerät kennen.
Und als die Maus in den Kindergarten kam, hatte ich alle Vormittage frei. Irgendwie nutzte ich das auch und lachte mir entsprechend mehr Arbeit an. Arbeit, die ich jetzt wieder irgendwo einschränken muss weil das Mäuschen da ist. Direkt nach der Geburt schlief sie auch mal 4 Stunden am Stück tagsüber so dass ich die Zeit nutzen konnte. Freischaffende/Selbstständige haben keine Karenzzeit und so habe ich gleich wieder Aufträge angenommen.
Jetzt sind es noch 30 Minuten, die sie am Stück schläft. Das reicht, um anzufangen, mehr aber auch nicht. Weil die sozialen Medien auch zur Arbeit gehören, werde ich halt doch auch oft vom Newsfeed abgelenkt, zwischendurch ploppt eine Mail rein, kurz: ich schaffe es nicht annähernd, an etwas dran zu bleiben und vergesse darüber auch ständig, was ich grad wollte weil mein PC eben nicht nur Arbeits-, sondern auch Kommunikationsinstrument ist – sehr doof. Oft sammelt sich also alles bis 21.30 Uhr, wenn das Mäuschen endlich schläft und dann kann man sich ja so ungefähr vorstellen, wie leistungsfähig mein Mama-Hirn noch ist. Ja, möööp!

Der Plan wäre, dass auch das Mäuschen nach den Sommerferien in der örtlichen Kita eingewöhnt wird an zwei Vormittagen. Ich lasse mir da aber Zeit und evtl. verschiebe ich es auch noch 1-2 Monate, sollte ich sehen, dass es nicht klappt. Oder ich fahre wenn nötig zwischendurch zum Stillen hin, wobei ich denke, dass die wenigen Stunden mit davor und danach Stillen auch zu Überbrücken sind. Dennoch bin ich dankbar, nicht unter Druck zu stehen und mir mit der Eingewöhnung Zeit lassen zu können weil ich nicht an Stichtag XY in irgendeinem Büro aufkreuzen muss.

Organisation ist alles?

So, das klingt jetzt alles sehr chaotisch und ist es auch, und es klappt deshalb momentan auch nur mässig (wird auch wieder anders 😉
Ich denke, es hängt halt auch davon ab, was man arbeitet. Da ich v.a. für Monats-Blätter arbeite und der Rest halbprivater Natur ist, wo ich es mir doch recht gut selber einteilen kann, komme ich mit Deadlines gut klar. Auch ein krankes Kind ist kein Thema. Wenn alle Stricke reissen, gibt es am Abend oder am Wochenende immer irgendeine Zeit-Insel. Nur die Qualität leidet offenbar manchmal darunter, weshalb ich letztens vom Korrektorat einen Rüffel bekam :-O

Was mir hilft und was ich selber noch (mehr) durchsetzen möchte:

  • To-Do-Listen, regelmässig aktualisiert, mit Deadlines/Zeitplänen
  • nicht ständig online sein, denn es müssen nicht immer alle Mails subito bearbeitet werden
  • Eine stets greifbare Kiste, in der ich meine Unterlagen sammle
  • Nicht jede Zeitlücke mit Arbeit füllen

Denn gerade der letzte Punkt ist oft ein Problem. Während Angestellte die Arbeit mit dem Verlassen des Büros hinter sich lassen, sind Selbständige nahezu 24h lang „alert„. Gerade wenn man eben als Elternteil von zuhause aus dann arbeitet, wenn es die Zeit (und die Kinder) zulassen, kennt man das Wort „Feierabend“ nicht. Da wird eine Mail um 21 Uhr noch beantwortet, am Wochenende noch ein Interview zum Gegenlesen verschickt. Klar, das muss so, aber man sollte sich auch mal bewusst für eine Weile ausklinken und etwas für sich machen, wenn die Kinder schlafen. Bei mir ist das der obligatorische Serienabend am Montag und das ist natürlich zu wenig. Zudem Sport, aber da dieser im Moment immer mit organisatorischem Aufwand verbunden ist, ist es eher Stress als Entspannung…

Was ich anderen noch raten kann (ich aber nicht nutze weil’s nicht geht)

  • Nutzt Apps und Tools, Online-Kalender, -Listen mit Erinnerungsfunktion etc. Ich bin da eher der Papiertyp und brauche alle schriftlich, aber viele schwören auf solche
  • Wenn Ihr das Budget habt: engagiert eine Haushaltshilfe damit ihr während der arbeitsfreien Zeit auch mal entspannen könnt und nicht noch der Druck des Haushalts auf Euch liegt.
  • Ordert Einkäufe regelmässig online, das erspart Euch die Fahrt, die Zeit, die Schlepperei und das Gedränge im Laden…
  • Wenn Ihr den Platz habt: richtet Euch ein eigenes Büro ein. So habt Ihr mit Sicherheit kein unaufgeräumtes Spielzeug oder Wäscheberge im Blickfeld 😉
  • Wenn Ihr eine Kinderbetreuung habt: stellt Euch z.B. den Wecker auf 10 Minuten vor der Abholzeit und macht in diesen 10 Minuten keine Arbeit mehr, sondern trinkt in Ruhe noch einen Kaffee, lest die Zeitung o.ä.
  • Wenn Ihr den Papa/die Grosseltern etc. einspannen könnt: nehmt Euch einen Tag alle 1-2 Monate richtig frei und schaltet den PC gar nicht erst an.

Und wie funktioniert es bei Euch? 🙂 

Titelfoto stammt aus meinem sehr tollen Jahresplaner 🙂 

Initiative „Familie & Beruf“… und mehr…

Da die oben genannte Initiative der Wirtschaftskammer Liechtenstein hohe Wellen schlägt und ich mich auch aktiv an den Diskussionen auf Facebook beteiligt habe, wollte ich mich nun auch hier noch mal kurz äussern…
Ich will eigentlich die Initiative an sich gar nicht gross beurteilen. Die einen stehen dahinter, die anderen finden sie nicht ganz durchdacht etc. Und die Diskussionen drehten sich auch weniger um Sinn oder Unsinn der Initiative, sondern um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf per se, und dass mit der Initiative halt nur einseitig etwas verändert und gefördert wird… wie auch immer. Mich stört persönlich vor allem das:

„Die Initianten ersuchen die Stimmbürger mit JA zu stimmen. Damit Schwangerschaft keine Krankheit mehr ist.“

Sorry, aber was soll der Mist? Wer hat sich diesen doofen Slogan ausgedacht!? Die Formulierung ist einfach total ungeschickt. Ich verstehe schon, was damit gesagt werden will: das Krankentaggeld, das Mütter nach der Geburt für die Zeit der Karenz erhielten, soll in Zukunft nicht mehr von den Krankenkassen gezahlt werden, sondern von der FAK (Familienausgleichskasse). Ja, von mir aus gut und umbenennen könnt Ihr es dann ja gleich auch als das was es ist, nämlich z.B. Karenzgeld. Leider zweifelte niemand die 20 Wochen an, während dessen eine Mutter dieses Geld erhält bevor sie wieder zurück an den Arbeitsplatz kehren sollte. Wäre ja schön, hätten sie diese Zeit in der Initiative grad noch ein wenig verlängert. Aber dafür, so mag man mir nun entgegen, besteht ja immer noch die Möglichkeit, 3 Monate unbezahlten Elternurlaub anzuhängen, sofern der Arbeitgeber da mitspielt (und das tun wahrscheinlich nicht alle). Und schön und gut, aber leisten können sich das wohl nicht alle… aber was ich eigentlich sagen will: meine lieben Initianten: Schwangerschaft ist auch jetzt keine Krankheit! Und nur weil die Krankenkasse dieses Taggeld bezahlt haben, heisst das nicht, dass Schwangere als krank eingestuft wurden. Wurde ja auch kaum eine krank geschrieben, sofern sie eine komplikationslose Schwangerschaft hatte. Und: das Krankentaggeld wird ja erst nach der Schwangerschaft ausbezahlt, also wie zum Geier kommt man auf so einen Slogan bzw. ein Scheinargument!? Schreibt doch in Zukunft bitte „damit die Krankenkasse entlastet wird“ oder was auch immer. Oder habe ich jetzt irgend etwas falsch verstanden!? Sorry, aber ich habe Journalismus studiert. Sprache und Worte sind mein Beruf und meine Berufung, also nehme ich halt gerne alles wörtlich und korrigiere zum Leidwesen mancher halt auch schnell mal ein Formulierung (mein Mann nennt das den „Klugsch…“-Modus und er hasst ihn, nur so nebenbei). Das heisst übrigens nicht, dass ich vor Fehlern gefeit bin… wer einen findet, darf ihn behalten 😉 Also das war jetzt so mein Senf zu einem für mich wirklich störenden, wenn auch nur kleinen Aspekt dieser Initiative, man möge es mir verzeihen 😉

Nun aber zu den Diskussionen auf Facebook. Ihr kennt alle meine Meinung zum Thema. Ich habe sie mehrfach geäussert… alle sprechen ja gerne von der Vereinbarkeit von Familie & Beruf. Ich kann dazu nur sagen, vereinbar ist es nicht. Man kann als Elternpaar nicht arbeiten und die Kinder betreuen. Etwas muss outgesourct werden. In der Regel natürlich die Kinder. Derweil bleibt der Haushalt liegen, nach der Arbeit kommt man erschöpft nach Hause, hat vlt noch rasch auf dem Weg eingekauft oder aber auch nicht, die Kinder haben Hunger, vereinnahmen die Eltern, die würden aber vlt gerne noch zum Sport oder sich mal in Ruhe hinsetzen. Es ist Stress! Für die einen weniger, für die anderen mehr, denn jeder organisiert sich anders. Wer die Betreuung schon im Haus hat, kann sich das Herumfahren und Wecken der Kinder am Morgen sparen, wer nur Teilzeit arbeitet, hat am Nachmittag noch genügend Zeit, um herunterzufahren um mit dem Kind zu spielen. Aber es gibt eben auch solche, die alles zusammen nur schwer auf die Reihe kriegen. Deshalb finde ich auch den von den Initianten genannten Vorteil, dass die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert werde“, einen ziemlichen Humbug.
Was ich auf jeden Fall nicht hören will, egal von wem, ist, sinngemäss: „Ah, Du hast studiert und bleibst zuhause. Das kostet mich und den Staat jetzt aber ganz schön viel!“ Oder, meist noch von Kinderlosen: „Sorry, aber nutzt Du der Wirtschaft irgendwas, wenn Du zuhause bleibst?“ Da könnte ich echt die Wände hoch gehen! Glaube nicht, dass ich das noch weiter ausführen oder kommentieren muss…
Ich habe auch keine Patentlösung für die ganze Thematik und ich kann auch kein anderes Land als Paradebeispiel heranziehen… denn in keinem scheint die Wahlfreiheit wahnsinnig gross, ausser vielleicht in DE oder AT, wo es dann aber wieder heisst, schön und gut, dafür sind die Steuern hoch und der Staat knapp bei Kasse… und dennoch bin ich dafür, dass einem Elternpaar zumindest im ersten Lebensjahr ihres Kindes, idealerweise noch etwas länger, eine reelle Wahlfreiheit gelassen wird. Ich bin für:

  • ein Betreuungsgeld, das die Eltern wahlweise für sich selber oder für eine externe Betreuung (Kita, Tagesmutter, Nanny, Leihoma etc.) beanspruchen können. Ob dieses Geld lohnabhängig ausbezahlt wird? Würde wohl Sinn machen… auf jeden Fall lässt es eine Wahl. Es sollte hoch genug sein, damit die Eltern sagen können, doch, das reicht mir, um noch eine Weile (länger) zuhause zu bleiben. Wird es lohnabhängig bezahlt, wäre dies natürlich umso mehr der Fall…
  • eine längere Karenzzeit (mindestens 24 Wochen plus die schon bestehende Möglichkeit, unbezahlten Elternurlaub anzuhängen, was mit einem Betreuungsgeld dann ja gar nicht mehr unbezahlt wäre.
  • Vaterschaftsurlaub. Die Unternehmen sind da bis jetzt frei. Manche gewähren dem frisch gebackenen Vater einen freien Tag (einen! Lächerlich!), andere sind kulanter und gewähren bis zu 2 Wochen (vorbildlich, aber immer noch etwas zu wenig). Die meisten Väter nehmen selbstredend 2-3 Wochen Urlaub, mehr liegt bei 4-5 Wochen Jahresurlaub verständlicherweise nicht drin. Die Schweiz verlangt in einer Initiative aktuell 20 Tage. Das klingt doch mal vernünftig. Für die Bindung zum Kind und Unterstützung der Mutter im Wochenbett sowie allfälligen Geschwisterkinden von unschätzbarem Wert! Das muss einfach machbar sein!
  • Teilzeit- und Heimarbeit sollte einfach mehr unterstützt und gefördert werden. Klar, ein Verkäufer oder eine Krankenschwester kann nicht von zuhause aus arbeiten. Aber es gibt genügend Berufe, in denen dies zumindest einen Teil der Zeit möglich sein sollte. Warum es nicht gemacht wird? Keine Ahnung… mangelndes Vertrauen? Fehlende Kontrolle? Weil man es zu wenig kennt. Aber wenn es keiner je versucht, wird’s auch nix. Da reden alle von mehr Mobilität, flexiblen Lösungen, smarteren Büros. Es wäre mal an der Zeit, das auch umzusetzen. Die Vorteile liegen auf der Hand, nicht nur für den Arbeitnehmer, der zuhause bisweilen störungsfrei viel produktiver ist, sondern auch weil er sich so z.B. einmal in der Woche den Arbeitsweg spart, damit Zeit und der Verkehr ist auch entlastet. Erreichbar ist man heute ja trotzdem immer und überall, ich sehe da also wirklich kein Problem.
    Teilzeit: diese Mitarbeiter sind einfach produktiver. Und auch hier existieren die Barrieren wahrscheinlich mehrheitlich im Kopf…

Warum mein Mann der wahre Held hier ist… 
Schon vor der Geburt unserer Kinder haben wir ausgemacht, dass ich zuhause bleiben werde bzw. nur eine geringe Stundenzahl arbeiten, ansonsten aber auf die Kinder schauen. So ungefähr das „klassische Rollenmodell“ wie es oft genannt wird. Das ist nun seit über 6 Jahren so und funktioniert mehr oder weniger gut. Am Anfang, nach der Geburt, war es nicht einfach, den ganzen Tag allein zu sein mit dem Baby. Alles war neu und schwierig für mich und abends hatte ich oft den Impuls, das Baby dem heimkehrenden Mann noch in der Tür in die Arme zu drücken. Ein Vaterschaftsurlaub oder temporäre Teilzeit- oder Heimarbeit für den Mann wären mir hier sehr gelegen gekommen. Beim 2. Kind war es schon kein grosses Thema mehr. Es gab genug Herausforderungen, aber ich kam rasch selber gut klar. Und einsam fühlte ich mich nicht mehr. Da war ja schon ein Kleinkind, mit dem ich mich unterhalten konnte 😉
Dadurch, dass wir beide Kinder ab ca. 8 Monaten für zwei Vormittage bei Tagesmutter/Kita eingewöhnen konnten und auch die Schwiegermutter verfügbar war, hatte ich auch Zeit zum Arbeiten, Verschnaufen, zum Friseur oder Sport zu gehen etc. Ich kam ja abends nie raus, wollte das auch lange nicht und es passte so. Als Freischaffende konnte ich mir die Arbeit immer selber einteilen und zur Not auch mal abends noch an den PC. Perfekt! Die Kleinkindjahre waren anstrengend, ich hatte nie das Gefühl, weniger zu leisten als mein Mann, wenn halt auch anders… auch er war froh, dass er arbeiten konnte und sich nicht mit Trotzphasen herumschlagen und viel Zeit auf Spielplätzen unter anderen Müttern verbringen musste 😉 Eine Win-win-Situation. Aktuell erlebe ich den Job meines Mannes als sehr herausfordernd. Er arbeitet wirklich viel, hat oft auch Abendtermine. Und wenn er dann heim kommt, erlebt er auch die ganze Abendfrustration der Kinder (müde, hungrig, nicht-schlafwillig, den Papa volllabern mit allen Neuigkeiten… ihr kennt das 😉 Für private Unternehmungen bleibt ihm da kaum Zeit. Zudem fehlt die nötige Energie und da unsere Kinder eher Eulen als Lärchen sind, will er wenigstens abends für sie da sein. Obwohl ich es schon als grosse Qualität für unsere Familie ansehe, dass er mittags eine halbe Stunde mit uns verbringen kann. Die Kinder erzählen dann ihre ganzen Erlebnisse aus Schule und Kindergarten (abends haben sie das meist wieder vergessen 😉 und wir können uns alle austauschen. Dafür bin ich wirklich dankbar.
Ohne den unermüdlichen Einsatz und den Verdienst meines Mannes, würde diese Familie nicht funktionieren. Auch wenn ich mir Mühe gebe, ihn zu entlasten, so gelingt mir das leider nicht immer zu meiner Zufriedenheit. Diskussionen und Reibereien gibt es immer mal wieder. Das gehört halt auch dazu. Es zeigt mir aber auch, dass Beruf und Familie nicht vereinbar sind, für meinen Mann ist es mit Sicherheit nicht immer einfach, es ist ein Kampf an allen Fronten und es gibt immer etwas, das zu kurz kommt… Dass ich zuhause sein kann, dass ich die Kinder seit Kindergarteneintritt nicht mehr zur Kita bringen muss, ist für mich ein Segen. Nicht, weil die Kita schlecht war, im Gegenteil! Aber gerade mein Grosser ist ein Kind, das am liebsten zuhause ist. Er fühlte sich dort nie so richtig wohl. Auch im Kindergarten gefiel es ihm nicht immer… das hat sich dann aber im 2. Jahr gebessert. Die Maus dagegen wäre am liebsten ganztags in der Kita geblieben und ist nun ein begeistertes Kindergartenmädchen. Wir sparen nun natürlich auch den aufgrund des Verdienstes meines Mannes hohen Betrag, den wir für die Kita zahlen mussten. Dennoch, es war toll, sie zu haben und in den Ferien oder sollte ich sonst wann dringend mal (nach)mittags eine Betreuung brauchen, werden die Kinder dort sehr gut aufgehoben sein. Aber die Logistik ist nun etwas einfacher und das Gefühl ist ein anderes… ich hoffe, Ihr wisst, was ich meine… 😉
Fazit: ich bin glücklich so, wie wir es haben. Ich geniesse es, die Kinder um mich zu haben. Klar, manchmal ist es nervig, aber im Moment ist es wirklich schön (ausser wenn sie quengeln :D). Ich habe das Gefühl, mein Mann hält uns allen den Rücken frei. Ich wünschte mir mehr Freizeit für ihn, z.B., dass er mal früher Feierabend machen (und so harmonischer ankommen weil die Kinder dann noch halbwegs fit sind 😉 und allenfalls Arbeit für den späteren Abend mit nach Hause nehmen könnte, aber ich denke, dass auch ich irgendwann, wenn unser 3. Kind 5, 6 Jahre alt ist, dafür sorgen werde, wieder mehr zu arbeiten. Einen Fuss behalte ich immer drin… wir leisten uns jetzt den Luxus, dass einer von uns mehrheitlich zuhause sein kann, wir verzichten dafür auf Dinge, die sich manche Doppelverdiener leisten können, sei es 2x im Jahr in den Urlaub zu fahren, öfter mal auswärts zu essen, beim Einkauf nicht alles zu hinterfragen und das gute Gefühl, dass der Kontostand nie zu tief sinkt… und da jammere ich auch noch auf hohem Niveau, es gibt sicher mehr Familien, die, obwohl beide Elternteile arbeiten, mit viel weniger auskommen müssen.
Ja, ich bin dankbar. Dankbar, dass wir unseren Weg so leben können, dass ich für die Kinder da sein kann, dass mein Mann uns das alles ermöglicht, dass wir gesund und munter sind und dass wir die WAHL haben. Und das wünschte ich mir eigentlich für alle…

Beitragsbild: Nadine Haltner Fotografie

Märchenhaft entspannend: Das Märchenhotel „Bellevue“ in Braunwald

Familienfreundliche Hotels in der Schweiz – gibt es das? Bevor ich das Märchenhotel kennen lernen durfte, hätte ich wohl vehement mit dem Kopf geschüttelt. Als Familie in der Schweiz urlauben? Vielleicht auf dem Campingplatz im Tessin oder im Reka-Feriendorf. Aber sonst? Nun, man muss gar nicht so weit fahren, um zu entdecken, welch‘ wunderbares Hotel hier schlummert. Um genau zu sein: nur in den Kanton Glarus, auf direktem Weg Richtung Linthal und von dort mit der Standseilbahn ins autofreie Braunwald, ein kleines Feriendorf, 1256 müM.
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Herzlich empfangen werden wir, nachdem ein Elektromobil uns und das Gepäck an der Bergstation abgeholt und vor’s Hotel gefahren hat – ein altehrwürdiges Gebäude aus dem Jahr 1907. Im Eingangsbereich steht ein kleines offenes Glashaus, in dem Hasen und Meerschweinchen im Stroh wohnen. Die Kinder haben es sofort entdeckt und versuchen, die Tiere zu streicheln. An der Reception werden wir schon freundlich mit einem Willkommensgetränk

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„Zaubertrank“ 🙂

begrüsst, die Koffer werden auf’s Zimmer gebracht und auch wir werden wenig später persönlich mit dem Lift nach oben begleitet. Nicht irgendein Lift, sondern ein „Aquariumlift„. Schon kleben die kleinen Nasen und Hände wieder am Glas, dieses mal um die vielen, bunten Zierfische zu entdecken.
Als nächstes staunen wir Eltern: unsere Familien-Suite ist ein Traum! Sehr geräumig, modern (renoviert), und mit einer atemberaubenden Aussicht vom Wintergarten aus auf die imposante Bergwelt. Auch die Kinder springen gleich fröhlich durch das Zimmer, entdecken ihre Betten und fühlen sich gleich wie zuhause.
Da unsere Anreise etwas spät erfolgte, begeben wir uns gleich wieder einen Stock tiefer, wo Patric Vogel heute um 18 Uhr das tägliche Märchen erzählt. Die Kinder nehmen auf Fellen am Boden erwartungsvoll Platz. Die Türen schliessen, die meisten Eltern warten draussen und dürfen derweil schon mal die Tagesweine degustieren und mehr darüber erfahren – das (Wein-)Märchen für die Erwachsenen, sozusagen.

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Weindegustation

Dann dürfen die Kinder in „ihren“ Speisesaal wechseln, wohin wir sie begleiten. Hier gibt es zwei Gerichte zur Wahl, die ihnen an einem kleinen Buffet geschöpft werden, und ein Dessert. Hier beginnt dann auch das Abendprogramm für die Kinder, das täglich wechselt, und eine Hüpfburg. Dies alles natürlich betreut. Da das Hotel klein ist, dürfen sich die Kinder frei bewegen. Im „Märliland“ darf gespielt werden, es gibt ein kleines Kletter- und Bällebadparadies und eine lange Rutsche in den unteren Stock. Wir sind ganz baff, dass unsere Kinder uns nach ihrem Essen gleich wegschicken. Sie würden hier bleiben. Und das am ersten Abend… also machen wir uns auf zum Dinner für die Grossen, bedienen uns am Vorspeisen-Buffet und lassen uns dann die verschiedenen Gänge (auch hier gibt es jeweils eine Auswahl) servieren. Ab und zu kommt eins der Kinder in den Speisesaal weil es auf’s Klo muss oder sonst was zu berichten hat, ansonsten ist alles sehr entspannt. Ganz ungewohnt! 😀 Aber natürlich prima 😉

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So erwacht man gerne… 🙂

Aber irgendwann ist Feierabend, wir zügeln wieder auf’s Zimmer, die Kinder putzen die Zähne über dem kleinen Becken, die Maus klettert ins Elternbett und der Grosse schläft im eigenen Bett ein. Zwar ist die Nacht etwas unruhig (Grosser hat Husten, Maus erwacht auch oft und ich schlafe sowieso in der ersten Nacht auswärts immer schlecht), aber dafür wachen wir mit einem wunderschönen Bergpanorama auf und können die morgendlichen Nebelschwaden beobachten…
Das Frühstücksbuffet bietet für alle etwas und kaum gegessen, sind die Kinder auch schon wieder verschwunden. Wir machen uns keine Sorgen, sie sind wahlweise bei der Fütterung der Geissen draussen oder der Hasen und

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Meerschweinchen oder machen den Spielbereich unsicher… doch wir wollen noch etwas erleben und nehmen uns den Zwerg-Bartli-Erlebnisweg vor, nicht den ganzen, der wäre zu lang, aber eine Teilstrecke davon. Ein Stück fahren wir mit der Seilbahn nach oben und von dort laufen wir dann eine Runde um die verschiedenen Stationen zu entdecken. Das Rindenhüttli mit den Tierspuren und besonders die Edelsteinspalte finden die Kinder sehr spannend. Das Wegstück, das wir liefen, war wirklich schön. Nicht zu steil und sehr grün 🙂 Das Gebiet bietet zahlreiche, verschiedene Wander- und Erlebniswege, einige davon auch kinderwagentauglich. Im Hotel erhält man Broschüren und Karten und findet sich damit gut zurecht, man kann sich aber auch an der Reception beraten lassen, das Personal hilft sehr gern.
Nach unserer kleinen Wanderung durften die Kinder sich noch ein wenig im Hotelgarten austoben, der genügend Spielmöglichkeiten bietet – vom Trampolin über Schaukeln und Sandkasten bis zum Piratenschiff. Für Grössere hat es eine Kletterwand und etliche Fahrzeuge.

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Noch ein Zwerg… im Bademantel 😉

Danach, ich konnte es kaum erwarten, kam für mich der Wohlfühl-Teil: Bademantel an und ab ins Hallenbad, das schön warm ist und auch eine Verbindung zu einem aussen liegenden, kleinen Infinity-Pool mit Sprudelbereich hat. Dort kann man wunderbar entspannen, die frische Luft geniessen und den Blick auf die Bergwelt. Über dem innen liegenden Becken sind Netze gespannt, welche die Kinder zum Klettern und Hangeln über dem Wasser nutzen können. Zudem gibt es eine separate Wasserrutschbahn, die vom Dach in die Halle führt. Für die ganz Kleinen gibt es ein Erlebnisbecken. Es gibt auch eine Kiste mit Spielsachen für’s Wasser und natürlich ein paar Liegen und Stühle damit die Eltern dem Treiben entspannt zusehen können 😉 Nur die Familiensauna haben wir nicht genutzt.
In unserer Suite steckten wir die Kinder dann noch in die Wanne bevor auch dieser Tag mit Märli, einem feinen Essen und der Kinder-Disco abgerundet wurde. In dieser Nacht schliefen alle besser 😉 Am nächsten Morgen mussten wir leider schon wieder die Koffer packen, dies taten wir aber gemütlich und allein, da die Kinder im Hotel mit der Fütterung der Tiere und Spielen beschäftigt waren und eigentlich auch noch gar nicht heim wollten. Zum Trost gab es als Abschiedsgeschenk eine Märli-CD mit nach Hause, die sie an die schöne Zeit im Märchenhotel erinnern soll… Danach liefen wir gemütlich den kurzen Weg hinunter zur Bergstation und fuhren mit der Standseilbahn wieder ins Tal.

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Aussenpool

Und bevor ich Euch nun mit weiteren Fotos von unserem kurzen, aber erlebnisreichen Aufenthalt „füttere“, hier noch unser Fazit: das Märchenhotel ist eine Reise wert. Wer Wert liegt auf einen besonders kinder- bzw. familienfreundlichen Ort, der ist hier mehr als richtig. Das Hotel ist klein und deshalb umso familiärer. Trotzdem bietet es wirklich alles, was das Herz begehrt: eine liebevolle und kompetente Kinderbetreuung, zahlreiche Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten drinnen wie draussen und auch wenn das Hotel ganz auf die Kleinen ausgerichtet ist, so fehlt es nicht an Komfort und „Oasen“ für die Eltern. Im obersten Stock gibt es einen kleinen Wellnessbereich, welcher den Grossen vorbehalten ist. Hier kann man auch Massagen buchen. Während des Abendessens sind die meisten Kinder gut beschäftigt, so dass man in Ruhe geniessen kann. Die Suiten und Zimmer sind grosszügig gestaltet und man fühlt sich sofort wohl darin.

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Nochmals kurz im Wintergarten sitzen und geniessen bevor es wieder nach Hause geht…

Die Gastgeber, Nadja und Patric Vogel, sind ausserdem wirklich sehr bemüht und auch stets für ihre Gäste da. Man merkt, dass die beiden, die auch selber Kinder haben, für ihr Hotel leben. Nicht nur wechseln sie sich täglich ab um das Märchen zu erzählen, nein, sie helfen auch beim Frühstück und Abendessen bei der Bewirtung der Gäste mit, sind an der Reception oder im Hotelgarten anzutreffen.
Auch die Umgebung von Braunwald bzw. die Bergwelt bietet viel. Im Winter ein Skigebiet, im Sommer laden die zahlreichen Wege zu Entdeckungstouren ein. Man findet auch immer wieder Stationen mit Spielplätzen, Tieren etc., so dass sich auch die Kinder gut verweilen können.
Wir können also sowohl das Gebiet als auch das Hotel allen empfehlen, die sich einen ruhigen und entspannten Familienurlaub wünschen 🙂 Schaut unbedingt auch auf die umfassende Website des Hotels um noch mehr zu sehen und zu erfahren!

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Wir bedanken uns herzlich bei Patric und Nadja Vogel und ihrem Team, dass wir ihr wunderbares Hotel besuchen und ihre Gastfreundschaft geniessen durften und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg mit ihrem märchenhaften Rifugium in Braunwald! 🙂

Alltag und so

Ja, ich bin noch da, nur so, falls jemandem auffiel, dass ich länger nicht gebloggt habe. Aber es war so, dass ich mich letzte Woche in einem seelischen Tiefdruckgebiet befand, warum auch immer, und das erhellte sich erst gen Wochenende. Ich habe mich, zumindest oberflächlich, wieder davon erholt. Ja, und am Weekend war dann relativ viel los, ich schalte den PC dann meist nur kurz ein, auf jeden Fall nicht, um länger zu schreiben… Da nicht viel Besonderes passiert ist, lade ich einfach ein paar Fotos der Kinder hoch. Wie Ihr seht, waren sie oft draussen und Grosser bekam endlich mal die Wolle vom Kopf. Den Schnitt hat er sich so gewünscht – mit in der Mitte oben etwas längeren Haaren, die er bei Bedarf zum Kamm hochgelen könne… so langsam aber sicher nähert er sich der 6. Am 19. März feiern wir seinen Geburtstag und ich finde es abartig verrückt, dass er schon 6 wird, denn, war nicht ich grad 6 geworden? Ich habe das Foto meiner Einschulung im Familienalbum total präsent vor mir, wie ich da stehe mit der Schultüte. Wie kann mein Kind schon so alt sein? Wann bin ich so alt geworden wie ich heute bin? Ich glaube ich rutsche so langsam in die Verweigerungsphase, die Frauen ab einem gewissen Alter haben, wo sie dann nicht mehr preisgeben wollen, wie alt sie schon sind. Mich hat das bei meiner Mutter stets genervt aber so langsam verstehe ich es. Man ist nicht mehr im Spiel, Game over, so langsam kommt die Mid-Life-Crisis?


Ich bin mir sicher, mein Mann würde dem zustimmen. Ich habe mir ein neues Hobby zugelegt, ich gehe mehr unter Leute und v.a. habe ich mein Sportpensum hochgeschraubt und auch dort nutze ich gleich das gesamte Angebot des neuen Clubs, in dem ich (zusätzlich zum Rest, den ich so mache) trainiere. Manch einer wird sich schockiert die Hände über den Kopf halten, aber ich fühle mich furchtbar wohl dabei und kämpfe sprichwörtlich darum, das so beizubehalten, in tiefster Dankbarkeit allen, die mir das ermöglichen: meinem Mann, meiner Schwiegermutter, meinem Vater und seiner Frau und auch meinem Bruder. Ohne diese Menschen ginge es nicht!
Gestern bin ich dann noch zu Zahnarzt und -techniker um mir einen angepassten Zahnschutz machen zu lassen. Der Zahnschutz ist wichtig und zumindest beim Sparring obligatorisch, egal ob stehend oder am Boden. Das Unding, das ich mir bisher in den Mund schieben musste, ist furchtbar. Es würgt mich regelmässig und das ist irgendwie unpraktisch im Kampf. Auch das Kürzen half nichts bzw. war u.U. fahrlässig weil es offenbar schon vorkam, dass sich Backenzähne verabschiedet haben. Nun hoffe ich, dass der neue Zahnschutz angenehmer zu tragen ist und besser hält bei weniger Plastik im Mund… weil es wäre auch das Ziel, den dann öfter, auch im normalen Training, zu tragen damit ich mich daran gewöhne. Man kann sich vorstellen, dass das Sparring ziemlich intensiv ist, der Mundschutz aber das Atmen durch den Mund so ziemlich verunmöglicht, weshalb ich nach zwei Minuten kurz vor dem Hyperventilieren stehe. Kriegen wir noch hin, ne?
Die neuen Kampfsportarten, mit denen ich begonnen habe (man ist nie zu alt, um etwas Neues zu lernen, oder? ;), fordern mich ziemlich heraus. Bisher war ich ja nur mit Schlägen und Tritten vertraut und ich dachte nie, dass ich mit Hebeln, Griffen und Würfen irgendetwas anfangen könnte. Tja, da musste ich erst mal 30+ Jahre alt werden (seht Ihr, das Alter ist mir peinlich :D), um zu merken, wie geil (sorry!) das eigentlich ist und wie viel Spass das macht – auch wenn mir deutlich mehr weh tut… aber es ist schwierig, die Sachen zu verinnerlichen. Noch kann ich mir die Techniken kaum merken und bin jeweils froh, wenn wir sie in der nächsten Stunde wiederholen. Manchmal ist es aber so viel Neues und alles irgendwie ähnlich, dass ich das Ganze nicht auf die Reihe kriege. Die Technik nur zu sehen, ist zudem etwas ganz anderes, als sie dann auszuführen. Meist denke ich, ja, so geht das, aber muss ich sie dann machen – Blackout! Da ist Karate schon viel einfacher, jeder kann einen einzelnen Schritt oder Tritt, eine Abwehr, egal was, nachmachen. Dazu brauche ich vordergründig nur mich. Aber in Interaktion mit einem anderen eine Technik auszuführen, die dann auch noch mehrere Schritte/Stufen hat – Überforderung! Hilfe!
Die Übungszeit ist natürlich beschränkt und zuhause hält keiner her um mich üben zu lassen. Und auch wenn ich mir das Ganze jetzt auf Youtube nachgucke – es ist nicht dasselbe. Fühle mich also so ein wenig in meine Schulzeit zurückversetzt 😛 Mit dem Unterschied, dass mich Logarithmus, Differentialrechnung etc. nicht die Bohne interessierte. Mathe war so gar nicht auf meinem Schirm für meine Zukunft, aber das hier, das würde ich schon verdammt gerne irgendwann mal annähernd beherrschen…
Ich will Euch jetzt aber nicht weiter damit langweilen, vielleicht poste ich mal Fotos, aber logischerweise bin ich kaum alleine drauf und ich mag‘ jetzt nicht rumfragen, ob meine Trainingspartner damit einverstanden sind, dass ihr Gesicht auf meinem Mamablog zu sehen ist. Das würde meinen Mutti-Status nochmals krass zementieren… ihr versteht mich…
Ja, in Zuge dessen sind andere Hobbies wie das Nähen etwas in Verzug geraten, aber ich finde es grad nicht weiter schlimm da die Kleiderschränke der Kids eh voll genug sind und es ja schade ist, wenn die Teile nicht regelmässig getragen werden.
Ansonsten alles wie immer, heute ist Playdate-Tag und die letzten beiden Male verliefen ausnehmend harmonisch, was Hoffnung macht, dass drei Jungs und zwei Mädchen sich doch auch beschäftigen können, ohne, dass alle paar Minuten einer schreit/weint/petzt.
Auch arbeitstechnisch bin ich gut bedient, sprich ich arbeite mich gerade durch zahlreiche Interviews. Aber wenn die durch sind, wäre ich dann froh um andere Möglichkeiten.
Mein Mann und ich waren ab Freitagabend allein, d.h. wir haben uns von Fastfood ernährt, waren einkaufen, spazieren und ich habe ihm neue Jeans abgeschwatzt… Zu hören, dass ich mindestens eine Grösse weniger brauche als angegeben, war natürlich ganz angenehm, denn neben dem Alter ist bekanntlich das Gewicht die zweite Achillesferse einer Frau. So langsam nähern wir uns dem Zielraum… die Kids waren dann für den Rest des Weekends ausnehmend brav, so dürfte es immer sein… wir waren am Sonntag im Hallenbad und liefen eine Runde um den Block, that’s it!
So, ich muss dann mal los, wünsche auch Euch eine nette Rest-Woche! 

Ausbau der Finanzierung der Kinderbetreuung in Liechtenstein

Aktuell wird in meiner „alten“ Heimat Liechtenstein recht kontrovers über die Pläne der Regierung diskutiert, die Finanzierung der Kinderbetreuung (Kita-Plätze, Mittagstisch etc.) auszubauen. Subventioniert wird jetzt schon, aber nicht überall.
Im Grunde ist es natürlich fair, alle Betreuungseinrichtungen gleich zu behandeln. Und die Subventionierung kommt theoretisch direkt den Eltern zugute, da die Kita-Plätze ansonsten teurer wären. Die Kitas sind jedoch in ihrer Preisgestaltung grundsätzlich frei, d.h. die neu von der Subventionierung mitbetroffenen Kitas müssen ihre Preise nicht zwingend nach unten anpassen. Im Vernehmlassungsvorschlag wird der Regierung die Möglichkeit eingeräumt, Regeln für die Preisgestaltung festzulegen, was auch Sinn machen würde. Die Kitas, die ich bisher persönlich genutzt habe, verfügten über lohnabhängige Tarife, was hoffentlich auch andere Kitas so handhaben.
Dass in Zukunft auch Betriebskitas unterstützt werden sollen, finde ich lobenswert, denn Betriebskitas bieten gegenüber anderen Kitas den Arbeitnehmern den konkreten Vorteil, im Notfall sofort bei ihrem Kind zu sein oder auch stillenden Müttern, ihr Kind problemlos in den Pausen zu stillen, ohne die Milch abpumpen zu müssen.
Tagesmütter werden nicht direkt subventioniert, dafür erhält der Vermittler und Ausbilder von Tagesmüttern in Liechtenstein, das Eltern-Kind-Forum in Vaduz, jährlich pauschal CHF 310‘000. Das Eltern-Kind-Forum vermittelt u.a. auch Babysitter, veranstaltet Kurse, Referate etc. und ist in der Elternberatung tätig.
Der Ausbau der Kita-Finanzierung wird gemäss der Einschätzung der Regierung auch zu einer Verbesserung des Angebots führen, d.h. konkret, dass es mehr subventionierte Kita-Plätze geben wird. Ziel sei es, wie das Ministerium der Gesellschaft auf meine Anfrage hin erklärte, „dass es keine Wartelisten mehr geben soll und Eltern stets ein genügendes Angebot an bezahlbaren Kita-Plätzen vorfinden sollen. Das oberste Ziel aber sei die Wahlfreiheit. Diese sei nicht gegeben, wenn ein Kita-Platz mehr koste, als eine Mutter verdiene.
Auf die Frage, was man kritischen Stimmen entgegne, die bemängeln, dass Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, zu wenig unterstützt würden, antwortete mir das Sekretariat wie folgt: Es gebe bereits eine Vielzahl an Unterstützungsleistungen, die allen Familien zu Gute komme (richtig: ALLE Familien, also auch diejenigen, deren Kinder fremdbetreut werden) und: Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, müssten ja auch keine Elternbeiträge an die Kita ausrichten. Das ist zwar korrekt, ABER, sie verdienen dafür ja auch nichts in der Zeit, in der sie die Kinder betreuen. Und unter Umständen profitieren sie auch nicht wie (voll) arbeitende Elternteile, von Beiträgen an die Krankenkasse und AHV-Leistungen. Es ist also finanziell weitaus „riskanter“, als Elternteil zuhause zu bleiben. Ist damit die Wahlfreiheit wirklich gegeben?
Dazu kommt der gesellschaftliche und wirtschaftliche Druck, der derzeit herrscht und, insbesondere Frauen (bei Männern ist es zunehmend umgekehrt, was natürlich durchaus löblich ist) ein schlechtes Gewissen macht, die (länger) zuhause bleiben möchten. Sh. auch meine Buchrezension hier von „Vater, Mutter, Staat“.
Da bröckelt meiner Meinung nach die Wahlfreiheit merklich, vor allem dann, wenn ich von einzelnen (werdenden) Müttern höre, dass ihr Arbeitgeber kein von ihnen gewähltes, geringe(re)s Teilzeitpensum akzeptiert und mit der Kündigung gewinkt wird.
Wenn mir dann noch jemand weismachen will, dass mehr Kita-Plätze zu mehr Geburten führt, was ja in den meisten Staaten auch ein angestrebtes Ziel ist, dann kann ich nur den Kopf schütteln, denn mehr Kinder gibt es wohl eher dort, wo tatsächliche Wahlfreiheit herrscht und nicht ein Familienmodell einseitig gefördert wird oder auch dort, wo die Verfügbarkeit von familiärem Rückhalt gegeben ist (Grosseltern in der Nähe etc.).
Frankreich z.B., das seit Jahren als Vorreiter in der schon sehr frühen Kinderbetreuung gilt, landete in einer UNICEF-Studie in 30 Ländern zum Wohlergehen von Kindern auf dem letzten Platz. Franzosen stehen zudem seit Jahren an der Weltspitze im Verbrauch von Antidepressiva. Man lese z.B. hier: http://www.zeit.de/2013/37/frankreich-kinder-staatliche-fruehfoerderung/komplettansicht
In Frankreich werden vielleicht genügend Kinder geboren, die Wahlfreiheit ist jedoch kaum gegeben. Wer als Mutter länger als 3 Monate zuhause bleibt, wird schräg angesehen.

In punkto Wahlfreiheit kommt mir auch die Galle hoch, wenn ich höre, wie eine lokale Politikerin im Radio sagt, dass es „im staatlichen Interesse“ sei, dass die Frau arbeiten gehe. Der Staat müsse ihrer Meinung nach Massnahmen ergreifen, damit eine Frau wirtschaftlich eigenständig bleibe, eine Rente aufbauen können etc. Und deshalb müssten Kitas gefördert werden. Und vorbei ist es mit der Wahlfreiheit! Und ich gehe mal stark davon aus, dass die Politikerin von ihrer Aussage die Väter nicht ausnimmt, die zum Teil auch für ihr Recht kämpfen, bei ihrem Kind zu sein. Es hat also gefälligst kein Elternteil Vollzeit zuhause zu bleiben. Ich nehme an Teilzeit wäre noch akzeptabel…

Ich denke nicht, dass es der Staat schaffen wird, eine tatsächliche Wahlfreiheit zu gewährleisten. Leider scheint es zu teuer zu sein, die Familienarbeit als solche anzuerkennen und entsprechend zu honorieren (ganz abgesehen von den Geldern und Vorteilen, die auch Familien erhalten, die ihr Kind fremdbetreuen lassen). Leider ist es so, dass die Gesellschaft es den Familien zusehends schwieriger macht, weniger zu arbeiten. Zu hoch sind die Ansprüche in der Generation „Geiz ist geil“ und „alles haben wollen“ (und da nehme ich uns nicht aus!) Man will ein Haus, zwei Autos und mindestens einmal im Jahr in den Urlaub. Das Kind soll ins Frühenglisch, in die Musikpädagogik, Ski fahren und Tennis spielen. Das alles kostet und muss finanziert werden.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Familienmodellen. Die Vielfalt ist gross und jede Familie muss für sich selber entscheiden, welches Modell sie wählt. Ich kann jedem nur raten, in den ersten Jahren so wenig wie möglich zu arbeiten (egal welcher Elternteil, im Idealfall teilen sich beide die Erwerbsarbeit nach der Karenz/dem Elternurlaub auf). Und ich kann nur hoffen, dass die Betriebe diesen Wunsch respektieren und darauf eingehen soweit es irgend möglich ist – das gilt insbesondere auch für Väter, die Teilzeit arbeiten möchten, und davon wird es immer mehr geben. Es ist wunderbar, wenn man als Eltern die Möglichkeit hat, auf private Ressourcen zurückzugreifen. Die Grosseltern! Geschwister! Andere Verwandte und Nachbarn. Für die Kindererziehung braucht es ein Dorf. Das ist kein alter Hut. Und selbstverständlich braucht es Kitas, Tagesmütter etc. für all jene, die über kein Dorf verfügen. Aber nutzt auch Euer Netzwerk, in Zeiten der sozialen Medien dürfte dies nicht allzu klein sein! Es gibt ziemlich sicher Eltern in Eurer Nähe, die ebenfalls einen Teil ihrer Zeit zuhause verbringen und froh um Unterstützung sind. Tut Euch zusammen, teilt Euch die Betreuungsarbeit auf. Wir haben so ein wenig eine Mentalität des „Allein-Durchwurstelns“ hier. Das muss nicht sein. Freundet Euch mit den Nachbarn an, schaut, wo es Synergien gibt. Vielleicht wird gerne mal kurz auf’s Kind geschaut wenn ihr mal den Einkauf mitübernimmt.
In Vaduz gibt es den Coworking-Space – ideal für freischaffende Eltern und ganz sicher könnt Ihr hier auch mal für kurze Zeit die Kinder mitnehmen. Oder teilt Euch eine „Nanny“, die bei einem von Euch auf die Kinder schaut. Seid kreativ! Die naheliegendste Lösung ist nicht immer die beste (und günstigste).

Wie auch immer… das Thema „Vereinbarkeit“ bzw. „Wahlfreiheit“ wird wohl auch in Zukunft keine für alle zufriedenstellende Lösung finden. Es bewegt sich zwar was, aber im Schritttempo. Dies gilt für die Politik und umso mehr für die Wirtschaft.