5 Monate Mäuschen

Schwuppdiwupps, schon 5 Monate alt bin ich! Hat sich seit dem Letzten Update irgendwas getan? Nöööö… alles ruhig bei mir. Bis auf die Nächte. Da wache ich gegen Morgen oft ein paar Mal auf und neste herum. Aber Mama kennt das ja und kommt notfalls auch mit weniger Schlaf aus (Mama findet zwar, dass dem nicht so ist… *g*).

Ich stille noch frisch und fröhlich und das passt mir wunderbar. Für Beikost ist es noch zu früh. Es interessiert mich weder sonderlich, noch brauche ich es schon. Mal sehen, wann es so weit sein wird. Mama ist ganz froh, dass sie mich einfach nur stillen muss, das ist von allem der geringste Aufwand und Mama halt ’ne faule Socke.

Mit dem „windelfrei“ klappt’s grad auch nicht mehr so. Ich hab‘ nicht immer Lust darauf und wenn, dann versteht mich Mama des öfteren falsch. Zudem klappt das Pieseln so gut wenn ich halb aufrecht bin, also im Newborn-Aufsatz vom Tripp Trapp, in der Wippe oder im Autositz. Da legt Mama drum immer eine Windel drunter.
Nachts klappt’s am besten, da weiss Mama, dass ich die erste Phase gut durchkomme und nach dem Stillen wieder einschlafe, und in der zweiten Phase drückt die Blase, da hebt sie mich dann rasch auf’s Töpfchen zum Pullern, dann nochmal stillen und weiterschlafen. So darf ich nachts ohne Windel schlafen.

In Sachen Bewegung hat sich bei mir nicht viel getan – ich stagniere sozusagen. Dafür habe ich so vor 2-3 Wochen damit begonnen, ein wenig gezielter zu greifen. Gemerkt hat Mama das, als ich ihr beim Hamburger-Essen im Ravensburger Spieleland fast den Burger aus der Hand riss. Meine grossen Geschwister fanden das urkomisch 😀

Ansonsten bin ich fit und munter. Einen Rhythmus nach der Uhr habe ich nicht. Tagsüber schlafe ich selten mehr als 30 Minuten und wenn, dann genau dann, wenn Mama eigentlich los wollte/muss, hehe… für Mama ist das etwas doof, ich weiss, v.a. weil ich kaum gestillt und abgelegt, schon wieder motze weil ich müde bin oder mir langweilig ist… so ist Mama gefühlt ständig mit mir beschäftigt, aber das kennt sie von den Grossen ja nicht anders und weiss, dass es irgendwann auch wieder anders ist 😉

Eigentlich bin ich ja ein Sonnenschein und überrasche sie meist in Situationen, in denen sie denkt, dass es gar nicht klappen wird, damit, dass ich das zufriedenste Baby bin – so wie z.B. bei ihrem ersten Friseurtermin, auf dem Geburtstag meines Göttis usw.

So, folgt ihr mir weiter? Mitten im Sommer werde ich 6 Monate alt und vielleicht wollt Ihr ja wissen, was sich bis dahin alles tut…? 🙂

Inne halten & besinnen…

Noch wenige Wochen bis zu den Sommerferien und ich sehe endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Die letzten Wochen waren aufreibend, in verschiedener Hinsicht. Erstens hatte ich ständig Termine, Arbeit, Besuch oder sonst wie zu tun und sah den Wald vor lauter Bäumen nicht. Zweitens waren die Kinder – jedes auf seine Art – anstrengend. Der Grosse übt sich immer noch im Frech-Sein und benutzt die Maus oft als Blitzableiter bzw. fühlt sich andauernd durch ihre Anwesenheit gestört – Geschwister-Streit galore also, die Maus fragt täglich, mit wem sie am Nachmittag zum Spielen ausmachen könne und ist mit dieser Bitte sehr hartnäckig. Zudem ist sie derzeit, wohl weil sie abends schlecht einschläft, aber auch, weil sie vermutlich immer noch dabei ist, ihre neue Rolle in der Familie zu finden, nah am Wasser gebaut. Oft heult sie auf, wegen gefühlter Nichtigkeiten… das Mäuschen hat am Boden eine kurze Ausdauer. Sie beschäftigt sich vielleicht 5, manchmal 10 Minuten am Stück bevor es ihr zu doof wird. Sie kommt dann entweder auf den Arm, ins Tuch, an die Brust, muss mal oder will schlafen. Nicht immer ist gleich klar, welches Bedürfnis sie hat. Bis ich es herausgefunden habe, kann es also schon mal länger dauern. Und oft versuche ich sie drum halt wieder hinzulegen, z.B. wenn sie gestillt ist und theoretisch nicht schon wieder müde… aber 5 Minuten später, ihr ahnt es, quäkt sie wieder. Das ist eigentlich nichts, was ich nicht von den Grossen her kennen würde… aber nachdem sie sich schon seit einem Monat auf den Bauch drehen und auch ein klein wenig besser greifen kann, wünsche ich mir und ihr eine neue Fähigkeit, die sie etwas länger zufrieden stellt und mir etwas mehr Verschnaufpausen gibt. Da sie tagsüber selten länger als 30 Minuten schläft und dies dann dafür so 3-4x täglich, renne ich gefühlt ständig hin und her… von einem Kind zum nächsten, von der Küche an den Computer, vom Esstisch aufs Klo, vom Sofa an den Wäscheständer, vom Laden nach Hause und und und…

Nachts weckt sie mich so an die 3x, d.h. der Schlafmangel plagt mich auch noch dezent. Meistens habe ich mittags und abends je ein Tagestief, an dem ich auf der Stelle einschlafen könnte. Was natürlich kaum möglich ist.

Und weil die Aufträge nicht weniger werden und die Kinder vorläufig auch nicht vernünftiger und die Ferien vor der Tür stehen, werde ich schätzungsweise bzw. ich bin es schon länger, hier auf dem Blog nicht mehr ganz so aktiv sein. Juli und August werden sicher etwas ruhiger. Danach startet dann der Alltag wieder und die Kita-Eingewöhnung steht bevor. Ich kann es mir noch so überhaupt rein gar nicht vorstellen, das Mäuschen dort abzugeben. Vielleicht verschiebe ich also das Ganze noch ein wenig? Aber zwei kinderfreie Vormittage würden mir gut tun. So könnte ich in Ruhe arbeiten bzw. auch mal was für mich tun. Denn das kommt einfach zu kurz und das merken dann alle. Happy mama, happ family… Nicht zuletzt, weil ich dann, wenn die Grossen da sind, auch wirklich Zeit für sie habe und nicht meine To-Do-Liste im Kopf habe. Und ich würde z.B. soooo gerne wieder mal was für meine Mäuse nähen. Ich habe noch so viel Stoff und Schnittmuster und kann es kaum erwarten, gerade für das Mäuschen… aber auch für die grosse Maus und mich… oder zum Sport gehen, die Abende frei haben, um einfach fernzusehen oder zu lesen… mal sehen… aber ich weiss eh, dass nach 4 Jahren wieder Luft da ist für mich, vielleicht ja schon früher, schrittweise… es ist also, wie so vieles im Leben, absehbar.

Noch mag ich gar nicht nach vorne blicken. Ich hatte zwei unterschiedliche Kleinkinder – ein sehr aktives, das keinen Stein auf dem anderen liess und einen unglaublichen Entdeckungs- und Freiheitsdrang hatte und ein ruhigeres, sehr nähebedürftiges und drum im Grunde eher pflegeleichteres. Wie das Mäuschen wird, da muss ich mich nun überraschen lassen. Spekulationen will ich nicht anstellen. Es steht uns noch so viel bevor: der Beikost-Start, das Krabbel-Alter, erste Worte, erste Schritte. Es bleibt sicher spannend!

Dennoch: dieser Blog liegt mir am Herzen und ich hätte gerne (wieder) mehr Zeit dafür, würde gerne mehr persönliche, mehr nützliche Beiträge schreiben, mehr Zeit haben für Recherche. Also, auch wenn ich kurzfristig nicht so aktiv bin, das kommt wieder, bleibt dran! 😉 Jetzt hoffe ich, in den nächsten Wochen wieder etwas Energie tanken zu können, freue mich auf unsere gemeinsamen Ferien zu fünft als Familie und möchte diese möglichst ohne zu viele Aufgaben im Hinterkopf tun…

 

Motivation, wo bist du? Hallo, Erschöpfung

Keine Ahnung, was los ist, aber ich hatte heute, so ab Mittag, einen richtigen Motivationsabsturz… mein Mann kam nicht nach Hause, die Grossen stritten mal wieder und ich fühlte mich total ausgelaugt. Dabei war ich relativ fit, also nicht mehr so erkältet wie die Tage davor, und auch nicht mehr soooo müde wie gestern Nachmittag.
Ob ich solche, fast depressive Schübe den Hormonen zu verdanken habe? Dem Wetter? Dem Mond? Ja, manchmal wäre es einfacher, „irgendetwasem“ die Schuld dafür zuschieben zu können… Die Situation besserte sich auch nicht, nachdem ich raus ging und den Rasen mähte, währenddessen die Kinder schon wieder friedlich waren. Auch das Mäuschen hatte keinen schlechten Tag, nur eine leicht unruhige Nacht. Aber ich sage Euch, ich könnte Tonnen von Süssem gebrauchen, irgendwie habe ich so einen riesigen Hunger auf Ungesundes (aber nichts im Haus), es bleibt also bei Kaffee…
Was drückt mir denn so auf’s Gemüt?

  • Der am Mittag fehlende Mann – eine Situation, die bei uns irgendwie immer für Unbehagen sorgt, sprich, die Kinder sind dann einfach launiger und ich wohl auch…?
  • Die riesige Pendenzenliste, die wie ein Damoklesschwert über mir schwebt (und das permanent schlechte Gewissen deswegen)?
  • Die Müdigkeit?
  • Die Unzufriedenheit mit mir selber (v.a. der Figur)?
  • Die fehlende Bewegung? (Sport)
  • Eben die Hormone?
  • Das Gebrauchtwerden?
  • Das schlechte Gewissen, für die Grossen keine freien Hände zu haben?
  • Die Kritik meines Auftraggebers an meiner Rechtschreibung/Grammatik, die so plötzlich nach Jahren kommt?
  • Das alles anfangen, nichts zu Ende bringen wegen der ständigen Unterbrüche?
  • Die fehlende Ich-Zeit?
  • Das Warten darauf, dass das Mäuschen bald greifen und sich dann besser selber beschäftigen kann?
  • Die Wäsche, die auf dem Ständer hängt und die ich grad nicht zusammenfalten mag?
  • Alles zusammen, gepaart mit meiner Hochsensibilität?

Die Zeit vergeht ja so rasend schnell im Moment, das Mäuschen wird bald 4 Monate alt, ist längst kein Neugeborenes mehr, das ist ja verrückt… aber irgendwie habe ich mich überschätzt. Ich habe mir einfach viel zu viel aufgeladen, was ich gar nicht hinkriege weil die Zeitfenster dafür so klein sind, dass ich kaum anzufangen kann… es ist halt nicht mehr wie vorher und dennoch habe ich wohl irgendwie erwartet, ich könne sofort wieder daran anknüpfen… aber ich bringe die Leistung nicht mehr, ich habe die Zeit nicht, ich habe das Gefühl, ständig gegen die Strömung zu schwimmen während mir auch noch allerlei Hindernisse entgegen kommen. Ich verheddere mich, schlucke viel Wasser, das Wasser ist eisig, das Ufer unerreichbar…

Wenn ich nachts träume, dann sind es oft verstörende Träume, Angstträume, ja, immer noch, das war schon in der Schwangerschaft so… vor 2 Tagen träumte ich von einer Bombenexplosion in meiner Nähe. Es ging glimpflich aus, denn ich wusste, dass gleich etwas detoniert und kauerte mich hin. Die Druckwelle war deutlich zu spüren, aber ich trug nur Hautabschürfungen an den Armen und Beinen davon. Und immerhin war es einmal ein Traum, in dem nicht meine Kinder in Gefahr oder verletzt wurden…

Es ist eindeutig, ich muss einen Gang zurückschalten, aber ich kann nicht. Zu sehr bin ich im Rückstand mit allem. Zu gross ist mein schlechtes Gewissen gegenüber allem und jedem… ich bin offenbar urlaubsreif! Ich geniesse jedes Wochenende sehr. Lang‘ ist’s nicht mehr bis zu den Sommerferien, ich hoffe, ich gehe bis dann nicht unter…

3 Monate Mäuschen

Heute ist mein kleines Mäuschen schon 3 Monate alt, d.h. vor ungefähr einem Jahr wurde ich schwanger. Es ist, als wäre es gestern noch gewesen, dass ich die Schwangerschaft bemerkte und mich über den wachsenden Bauch freute. Aber schon kurz nach der Geburt (an die ich mich auch noch sehr gut und gerne zurück erinnere) konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es war mit so dickem Bauch am Ende der Schwangerschaft – schon verrückt. Schwanger sein fand ich, bis auf die letzten Wochen, immer sehr schön und so blicke ich natürlich auch ein wenig wehmütig zurück auf diese Zeit… hach… seufz… aber es geht hier ja um das Mäuschen, das unser Leben so schön bereichert… 🙂

Die Kleine überrascht mich wirklich immer wieder. Ich finde mich dann manchmal staunend vor und überlege, ob irgendwas mit meiner Milch nicht stimmt oder so, aber dieses Baby ist eins, das ich mir immer gewünscht habe, als ich mit den ersten beiden so richtig „auf die Welt kam“ und die anderen immer um ihre „einfachen und pflegeleichten“ Babys beneidete während ich dachte, ich mache bestimmt irgendwas falsch, aber nein, sie sind halt einfach alle anders… Sie schläft oft von selber ein, sogar alleine im Beistellbett. Sie trinkt mittlerweile wirklich gut und schnell an der Brust und sie schläft sehr gut. Am Dienstag (12-Wochen-Schub?) sogar mehr als durch mit über 9 Stunden am Stück! (Natürlich konnte ICH das nicht geniessen weil ich nachts doch noch oft erwache (Gewohnheit? Alarmbereitschaft?) und die grosse Maus zu mir rüber kam und dann herum nestete… Und am Donnerstag und Freitag wiederholte sie das Ganze mit 8 Stunden. (Danach erwachte sie wieder früher, aber mit einer nächtlichen Stillmahlzeit kann man gut leben…) Und sie kann teils auch schon eine ganze Weile zufrieden auf der Krabbeldecke liegen und sich ein wenig entdecken.
Und ja, das ist durchaus ungewohnt für mich, das kannte ich von meinen Grossen nicht. Als sie Babys waren, haben sie mich viel mehr gebraucht. Zum Teil fehlt mir fast die Nähe, ich sollte öfter mit ihr im Tuch spazieren gehen… 😉 Einfach so auf meinem Bauch liegen und kuscheln mag sie z.B. gar nicht, obwohl das andere Babys meist sehr geniessen – interessant, wie unterschiedlich Kinder doch sein können und dies von Anfang an, es ist also mit Sicherheit nichts, das man ihnen an- oder abtrainieren könnte.
Wenn ich mich abends neben sie ins Bett lege, dann schaue ich sie oft noch eine Weile an, wie sie friedlich schläft und fühle mich dann einfach nur unendlich gesegnet, dieses kleine Menschlein, dieses Wunder, bei mir haben zu dürfen. Es ist keine Selbstverständlichkeit. Und vor lauter Glück kann ich in diesen Momenten oft eine Weile gar nicht einschlafen… es ist so schön, ihr beim Wachsen zuzusehen… und es geht so schnell! So anstrengend die Babyzeit sein mag, so schön ist sie auch, sogar das hatte ich fast vergessen!
Diese Woche habe ich noch Kisten der nächsten Grösse (68) ausgeräumt. So viele Kleider noch von der grossen Maus her… Kleider, die ich längst vergass und mich dann beim Herausholen jeden Teils freute, weil ich mich daran erinnerte, wie die grosse Maus sie trug…

Stillen & Schlafen
Wie erwähnt klappt beides wunderbar. Tagsüber sind die Schläfchen in letzter Zeit auch mal länger geworden, vielleicht kristallisiert sich da ja bald sowas wie ein Vor- und ein Nachmittagsschlaf heraus? Unterwegs stillen ist noch etwas doof und mühsam da ich zuhause wirklich v.a. im Liegen stille. Es geht einfach am besten – für uns beide. Wenn sie morgens aus dem Nachtschlaf erwacht, strahlt sie freudig an oder strampelt zufrieden rum und schaut sich um – einfach Zucker!

Motorik & Verhalten
Das Mäuschen ist schon richtig aufgeweckt, freut sich, wenn man sie anspricht und lächelt, hört aufmerksam zu, gibt Laute von sich.
Sie strampelt sehr viel rum, kann sich auf die Seite drehen aus der Rückenlage und lutscht oft an ihren Händchen.

Windelfrei
Klappt momentan erstaunlich gut zuhause. Wenn ich nicht abgelenkt bin oder sie während der Mahlzeiten im Baby-Set sitzt, dann erwische ich das meiste. Auch glaube ich, dass sie langsam „weiss“, dass ich reagiere und „wartet“. Natürlich reagiere ich relativ schnell, aber noch vor wenigen Wochen hat sie meist schon gepieselt, nachdem sie geschlafen hat tagsüber. Das kam nun nicht mehr vor, sie erwacht trocken. Nachts hängt es ein wenig von mir ab. Wenn ich früh genug erwache und nicht zu müde bin, halte ich sie erfolgreich ab. So bleibt nachts die Windel auch trocken. Die letzten Nächte war das immer so, so dass ich schon fast überlege, ihr nachts gar keine Windel mehr anzuziehen.

Nun steht uns die kommende Woche noch die grosse Herausforderung bevor, dass wir 2 Tage weg sind inkl. einer Übernachtung. Drückt mir bitte die Daumen, dass es gut klappen wird, es sie nicht allzu sehr verwirrt und wir zuhause wieder so weitermachen können wie bisher… ich habe da immer grossen Respekt vor solchen „Geschichten“, aber da sie ja offenbar ein wirklich unkompliziertes Kind ist, wird sie es wahrscheinlich viel besser meistern als ich 😉

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Mom-Style #not

Immer wenn ich eine offensichtlich frischgebackene Mama sehe, die perfekt geschminkt und adrett gekleidet ist, falle ich fast um vor lauter Respekt, Verwunderung und blankem Neid (letzteres ist jetzt ein wenig übertrieben… :D). Ich schaue dann pikiert auf den Boden oder besser auf meine ausgelatschten Plastik-Ungeheuer, die meine Füsse umhüllen und raune meinem Mann irgendwas im Sinne von „wie macht die das nur!?“ zu. Wissend, dass mein Mann einiges mehr Wert auf ein gesellschaftlich konventionelles Äusseres legt, als ich, habe ich die Antwort bereits antizipiert: „tja, andere Prioritäten…“ Ich höre einen Unterton mit, der in die Richtung von „ja, so eine Frau hätte ich auch lieber“ geht oder auch in „Du setzt Deine Prioritäten generell komplett falsch„. Aber ich glaube, er hat sich so langsam damit arrangiert… Seit ich Mutter bin und nicht mehr in einem Büro arbeite, vertrocknet mein Make-up im Schrank. Die schickeren Kleidungsstücke aus längst vergangenen, schlankeren(!) Tagen sind nettes Mottenfutter. Schuhe mit Absätzen müffeln seit Jahren vor sich hin. Die (wenigen!) Designer-Handtaschen verstauben wenigstens nicht (weil sie im Staubbeutel liegen :D)…
Tja, willkommen in der Welt des pragmatischen Mom-Style, der keiner ist.

Nach der Geburt des Grossen habe ich wochenlang die Kleidung 24h lang durchgetragen. Tag und Nacht waren vermischt. Ich schlief, wann ich konnte und ich wollte das möglichst effizient machen, mir also die Zeit zum Umziehen sparen (ja, lacht nur!)… selbstverständlich bin ich dann auch in Gammelklamotten (nein, nicht im Schlafrock, das nun doch nicht) raus. Geduscht habe ich seltener, dann, wenn ich mich selber nicht mehr riechen konnte (heute bemühe ich mich darum, ein wenig öfter Wasser zu sehen…). Beginnen wir aber zuoberst…

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMom-Bun (oder: Mama-Dutt) – La Frisur!
Ich erwäge es jedes Mal, gewagt habe ich es nur nach der Geburt des 2. Kindes: Weg mit den Haaren! Bekäme ich noch ein Kind (tue ich nicht), ich würde mir wohl in den letzten Schwangerschaftswochen die Haare abrasieren, komplett. Aber jetzt getraue ich mich das natürlich nicht. Erstens sehe ich supermännlich aus mit kurzen Haaren, also superdoof (dieses letzte Stück Weiblichkeit will ich mir noch erhalten), zweitens muss man kurze Haare stylen damit man nicht verwahrlost aussieht.
Mein Kompromiss ist deshalb der Mom-Bun: man nehme die ganzen, dicken weil ungebürsteten Haare und binde sie mit einem Haargummi hoch – voilà!
Frisur in 5 Sekunden! Und keiner sieht, wie sich darunter schon langsam Rastas bilden, Läuse einnisten, abgestorbene Haare zu Tausenden vor sich hin modern. Einmal in der Woche wasche man das Gestrüpp (dann duftet es wenigstens gut) und binde es mangels Fön-Zeit noch nass wieder hoch, wo es dann bis zur nächsten Haarwäsche wieder verharrt. Einen Terminkalender braucht es nicht, ein langsam sich steigerndes Juckgefühl verrät, dass es wieder an der Zeit wäre… #messyhairdontcare

Mom-Face: die grelle Realität (ohne Bild, so mutig bin ich nicht! :D)
Wie es sich für einen richtigen Mombie gehört hängen die Augenringe tief, tragen die Falten auf und streuseln die verstopften Poren über’s ganze Gesicht. Es ist wirklich. Nicht. Lustig! Dass mich meine Brow-Designerin (leichte Übertreibung :D) seit Weihnachten nicht mehr zu Gesicht (haha) bekam, muss ich wohl nicht extra erwähnen? Joa, die spriessen auch in alle Richtungen gerade… Nur eine mindestens dreistündige Session bei der Kosmetikerin und Botox könnten jetzt noch irgendetwas verbessern. Um ein gelungenes Selfie zu machen braucht es ungefähr gleich viel Zeit und einen dicken, fetten Filter, der die Make-up-Schicht ersetzt. #fürmehrRealitätindensozialenMedien #wirsinddabei

img_7907Mom-Outfit – praktisch und bequem
Ja, bequem muss es sein. Schliesslich gammelt man oft zuhause rum. Oder rennt den Kindern irgendwo nach. Oder verrenkt sich beim Wegsaugen von Decken-Spinnweben. Schön? Is‘ nich‘. Wer will schon Tomaten- und Schweissflecken auf dem Designer-Oberteil? Oder sich ständig umziehen müssen weil das Baby einem in den Rücken gespuckt hat oder die Stilleinlage verrutscht ist? Schmutzige Patschehändchen sind auch so ein Thema… Mein Outfit muss mindestens 4 Dinge erfüllen: schnell an- und ausziehbar, stilltauglich, nicht heikel, bequem und, optional: schwarz (macht schlank, Ihr wisst Bescheid! 😉 Und wenn man vor die Tür muss? Die Umstandsjeans leistet da gute Dienste. Ja, auch Monate nach der Geburt noch *räusper* Ja, auch die Figur ist nicht Prio A… tja… Das einzige was an meinen Ausgeh-Outfits schick ist, sind die Tragetücher 😛 #mompantsgotitall 

Mom-Feet. Von Plastikungeheuern…
img_7906Babys lassen sich bekanntlich nicht gerne ablegen. Zumindest nicht lange… ich nutze also die Zeit, in der sich die Kleine kurz auf der Spieldecke zufrieden gibt, um auf’s Klo zu rennen. Oder mir einen Kaffee rauszulassen. Eine Tafel Schokolade zu inhalieren. Eine Mail zu beantworten. So lebensnotwendige Sachen halt. Ihr kennt das. Nicht aber, um mir Schuhe zu schnüren, einen Reissverschluss zu schliessen oder so. Ne! Bevor ich das Haus verlasse, lege ich das Baby nicht mehr ab. Da ist auch kein Platz für in der Garderobe. Es bleibt auf dem Arm. Oder im Tuch. Die logische Konsequenz: die Schuhe müssen ohne Einsatz meiner Hände an- und ausgezogen werden können. Und es gibt nur sehr wenige Modelle, welche dieses Attribut mit sich bringen: Gummifüsse (sh. Foto), Regenstiefel und weite Boots. Wenn es nicht regnet, schneit oder eiskalt ist, müssen also die Gummidinger herhalten. In kinderlosen Zeiten rümpfte man darüber noch die Nase. Jetzt sind sie nicht mehr wegzudenken… #nonamebutfame #justdontlookdown

Ihr merkt… #zeitersparnisistalles #stylegibtsdannwieder2021 #sowhat? #whocares #esgehtmirgut 
Yup, ich setze meine Prioritäten anderswo. Ich muss keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Meinen Kindern ist es (noch) piepegal, wie ich aussehe. Aber sowas von! 
Umgekehrt gehöre ich auch zur Fraktion Rabenmutter (denken wohl manche), weil ich meine Kinder auch mal mit zerschlissenen Jeans (ey, das war mal in – remember?) oder einem Fleck (kreisch!) auf dem Pulli losschicke.

Macht Euch frei von den Meinungen anderer!
Nennt mich enfant terrible… ABER, im Ernst: man muss sich mal losreissen können von der Angst, was andere denken könnten: die sind arm! die haben keine Waschmaschine! Na, und!? Sollen sie das denken (tun sowieso nicht alle, ich mein‘ Kinder machen sich ständig schmutzig und die zerschlissene Jeans, dieses Problem kennt wohl auch jede Familie…).
By the way, falls es jemanden interessiert… wenn ich adrett geschniegelte Kinder im Ralph-Lauren-Polo-Shirt sehe, denke ich mir auch was und zwar: Oh Gott, Katalogkinder! Die Armen! Dürfen nicht mal in die Nähe eines Sandkasten! Diese Eltern, was für Spiesser! Müssen ihr Geld so offen zur Schau stellen, tsss…
Klar gibt es einen Mittelweg, nämlich ein normal und trotzdem sauber und intakt angezogenes Kind bzw. Mutter. Normal halt. Ist ja auch gut, nichts zu beanstanden. Gibt es hier auch mal für fünf Minuten. Aber: Ich bin da einfach sehr pragmatisch: man mag ja mich bzw. mein Kind und nicht meinen Style. Ich habe ja wiederum auch Kolleginnen, deren Stil ich schräg finde, die Person aber nett. Natürlich bin ich nicht so unangepasst, dass ich Abendveranstaltungen in Jogginghose besuchen würde, aber im Alltag muss der Mom-(Un)Style einfach genügen, Punkt!

Also: befreit Euch davon, Eure Zeit dafür aufzuwenden, was andere dafür denken; die schenken Euch keinen müden Rappen für korrektes Angezogensein! 😉

SSW 24+1 – es geht voran!

Das Baby ist so gross wie eine Aubergine

img_7863Wahnsinn, hatte ich doch in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft noch das Gefühl, das dauere ja eeewig, so bin ich heute schon leicht panisch wenn ich daran denke, dass ich schon bald im 3. und letzten Trimester sein werde und der Januar immer näher rückt. Verrückt, oder? Im Moment fühle ich mich gerade sehr wohl mit mir und dem wachsenden Bauch. Die Hüfte macht seit Samstag keinen Ärger mehr und lässt mich abends schmerzfrei im Bett liegen – welch Erleichterung! Ich habe keine Ahnung, wieso, aber ich hoffe dass es so bleibt!
Die Kinder sind diese Woche auch erstaunlich gut ins Bett. Mo/Di schliefen sie gemeinsam beim Grossen, am Di sogar schon als ich vom KiGa-Elternabend nach Hause kam; mein Mann sass entspannt auf dem Sofa, was bis jetzt nur selten vorkam 😉 Nachdem ich gestern vom Training nach Hause kam und die Maus etwas weinerlich war (weiss gar nicht mehr, wieso), nahm ich sie mit zu uns ins Bett. Nachts kam dann auch der Grosse („Wachstumsschmerzen„), was ich am Morgen wohl wieder vergessen hatte, denn um 6.55 Uhr wurde ich wach und schaute auf’s Handy, merkte, dass da noch jemand auf der Papa-Seite liegt und flüsterte 3x laut (und ohne Reaktion 😉 seinen Namen bis mir einfiel, dass ja mein Sohn da liegt. Ich dachte schon, mein Mann hätte verschlafen 😉
img_7865Am Morgen hatte ich noch eine kurze Tragejacken-Beratung und der Nachmittag zeigte sich bilderbuchmässig schön 🙂
Ach ja, gestern hatten sowohl die Maus auch als der Grosse (spontan) ihr Playdate mit Besuchern und obwohl es kühler war als heute, waren beide barfuss draussen unterwegs. Ach ja… 😉
Für alle Nahe Eschen wohnhaften Leser, die nicht auf Facebook sind, das Gewinnspiel für die Gutscheine von MayCla Sport aber nicht verpassen wollen: ihr dürft für die Teilnahme auch hier kommentieren 😉

Seele: gerade sehr gut, ein Sonnentag und das Baby meldet sich regelmässig, da schlägt das Mamaherz höher 🙂 Manchmal ist mir kaum bewusst, dass ich schwanger bin, deshalb freut es mich umso mehr, wenn das Kleine aktiv ist im Bauch 🙂

img_7877Untersuchungen/Arztbesuche: nächste Woche wieder…
Körper: der Bauch hat in der letzten Woche nochmals zugelegt, denke ich 😉 Das Rasieren der unteren Körperpartien, ähem, stellt sich als zunehmend schwerer dar 😀
Errungenschaften: —
Geht gar nicht: Der Schnupfen nervt, den ich nun schon seit Wochen mit mir rumschleppe. Schnelles Spazieren ist wie schon erwähnt mühsam.
Geht gut: Im Moment eigentlich fast alles 😉 Morgen fällt mir dann wieder ein, was nicht gut geht 😀
Must have: die Sonne geniessen, jetzt wo sie sich nochmals zeigt. Und so hat der Herbstbeginn doch noch etwas Gutes 🙂 Auch die Kinder verbringen die Nachmittage fast komplett draussen – einfach schön! Und so harmonisch haben wir es gerade. Bleibt das bitte so? 🙂

Buchrezension: „Die Abschaffung der Mutter“

Selten zuvor standen Mütter ärger unter Beobachtung wie heute. Es ist fast egal, was eine Mutter tut, die Kritik folgt rasch und ungefragt und oft von Leuten, die von Mutterschaft keine Ahnung haben. Leider aber sind auch Mütter selbst nicht gefeit davor, in diesen Sog zu geraten und über ihresgleichen zu urteilen. Bereits in der Schwangerschaft wird die werdende Mutter engmaschig kontrolliert und beeinflusst. Ist das Kind erst da, wird man grundsätzlich für inkompetent gehalten und die Stimmen werden zunehmend lauter, die sich dafür einsetzen, dass die Kinder erst gar nicht (mehr) von ihren Müttern betreut werden. Alle anderen Betreuungsmöglichkeiten werden mehr gelobt als die Mutter selbst… Die Abschaffung der Mutter – steht sie uns wirklich bald bevor, wie die Autorinnen im Titel prophezeien? Alina Bronsky und Denise Wilk analysieren die aktuelle Entwicklung, vielleicht ein wenig überspitzt, aber nie unwahr, schreiben aber auch, was sich ändern muss, damit Mütter wieder mehr geschätzt und unterstützt werden. Die Autorinnen haben zusammengezählt übrigens zehn Kinder und wissen durchaus, wovon sie schreiben…

„Die Abschaffung der Mutter“ kann durchaus als Abrechnung mit der heutigen Gesellschaft und Politik verstanden werden. Dabei geht es nicht nur um die Mutter allein, sondern vieles kann durchaus auf die Familie per se angewendet werden, die laut der Autorinnen vielen eher „lästig“ sind als Grund zur Freude. Das ist ein Fakt, das nehmen viele immer wieder so wahr. Es gibt tendenziell weniger Kinder und diese gelten schnell als Störenfriede, sind vielerorts nicht mehr erwünscht. Erst recht, wenn es um die Arbeit geht. Gerade Mütter sollten am liebsten direkt nach der Geburt wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren und dort dann aber bitte auf keinen Fall Fehlstunden ansammeln, weil ein Kind krank ist. Die Sitzung dauert länger als die Kita geöffnet hat – interessiert keinen.

Dass die Autorinnen während der Arbeit an ihrem Buch derart oft gewarnt wurden, dass sie es bald als Hochrisikoprojekt bezeichneten, spricht für sich. Das Thema ist brisant! Grund genug, dieses Buch zu lesen.

Angefangen beim Kinderwunsch über die moderne Fortpflanzungsmedizin und die Schwangerschaft bis zur Geburt zeigen die Autorinnen auf, wie schwer es den werdenden Müttern gemacht wird. Weiter geht es mit dem „vergessenen Wochenbett“ über das „hysterische Verhältnis zum Stillen“ bis zur Kitapflicht und der Vereinbarkeitslüge – alles Dinge, die der Mutter das Leben unnötig erschweren. Auch die Väter werden als „die bessere Mutter“ von den Autorinnen bisweilen in die Kritik genommen, wobei es weniger um die modernen Väter geht, die ihre Frau unterstützen und im Leben ihres Kindes präsent sein möchten sondern um diejenigen, die sich hinter der Fassade einen Machtkampf mit der Mutter des Kindes liefern…

Doch auch wenn das Autorenpaar mit dem vorliegenden Buch erfolgreich aufzeigen konnte, wie oft Mütter teils gnadenlos sabotiert werden, so haben sie die Recherchen und vielen Gespräche mit anderen Frauen durchaus hoffnungsvoll gestimmt. Auf ihre Frage an Mütter, welche Bedingungen sie sich wünschen, antworteten nahezu alle, dass sie sich eine Anerkennung und Aufwertung der Mutterschaft wünschen. Viele vermissen eine „grundsätzliche positive Resonanz gegenüber Familien“. Das Miteinander, die gegenseitige Unterstützung fehle oft. Als widersprüchlich empfinden viele den Fortpflanzungsdruck von Politik und Wirtschaft, der mit wirklicher Familienfreundlichkeit nichts zu tun habe.
Die Autorinnen wünschen sich mehr Kinder im Alltag, denn sie gehören in die Mitte der Gesellschaft; sie wünschen sich eine neue Menschlichkeit und ein Betreuungsgeld (betrifft Deutschland), das diesen Namen wirklich verdient. Sie fordern mehr Investition in die Qualität der Kinderbetreuung und ein Ende des Eltern-Bashing.
Sie verurteilen zutiefst, dass Schwangere oft als unmündige Patientinnen behandelt werden, ihre Rechte mit Füssen getreten und Respekt oft ein Fremdwort zu sein scheint. Die Liste an Wünschen ist noch länger…
Ich habe das Buch gerne und interessiert gelesen. Auch wenn der Titel natürlich etwas reisserisch und zugespitzt ist, so sind die Beobachtungen und Erfahrungen der Autorinnen leider eine Tatsache und vieles kann ich indirekt bestätigen, weil ich es ebenso wahrgenommen oder auch erzählt bekommen habe… ich kann nur unterschreiben, dass Mutter-, ja Elternschaft wieder mehr Wertschätzung verdient hätte. Hoffen wir, dass sich diesbezüglich die Gesellschaft wieder in eine bessere Richtung bewegt…

Zum Schluss noch ein Zitat: 

„Mütter sind die Basis der heutigen und künftigen Gesellschaft. Kinder sind keine exotischen Plagen, sondern kreative Gegenwart und hoffnungsvolle Zukunft. Elternsein ist eine der längsten und intensivsten Lebensphasen – im Rückblick vieler Menschen die schönste, die sie je hatten. Wir sollten uns das nicht verderben lassen. Und laden andere ein, sich mitzufreuen.“

Und wie sind Eure Erfahrungen als Mutter oder Familie?

Die Sonnenseiten des Mama-seins – von #regrettingmotherhood zu #adoringmotherhood

Erstmal für alle, die mit Hashtags (dieses Zeichen: #) wenig vertraut sind. Das ist so ein Dingens, das in sozialen Medien (Twitter, Instagram etc.) benutzt wird, um ein Thema zu generieren, zu dem dann (vielleicht) auch viele andere etwas zu sagen haben. Gibt man den Hashtag (also #Thema) ein, findet man alle „Tweets“, Fotos, Blogs etc., die sich diesem Thema widmen.
Ich selber nutze das auch so langsam, v.a. wenn es um Themen geht, die mir wichtig sind, also z.B. #babywearing, #breastfeeding oder #brelfie und auf Instagram immer wenn es um meine Tragetücher geht (#solnce z.B.) oder um Aufnahmen aus der Heimat (#Liechtenstein). So. Im Blog habe ich das bisher nicht genutzt und obwohl auch die hinterletzte Mamabloggerin eine Meinung zum Thema #regrettingmotherhood hatte (es ging um einen Artikel über Mütter, die es bereuen, Kinder bekommen zu haben, also solche, die es nicht nur manchmal anstrengend finden sondern, die, könnten sie wieder von vorne anfangen, keine bekommen hätten). Ich hätte den Hashtag #regrettingparenthood ja besser gefunden, auch wenn es im Artikel nur um Mütter ging aber meist sind es doh eher die Väter, die es bereuen wenn man nur daran denkt, wie viele ihre Frau zur Alleinerziehenden machen und sich davon stehlen. Es gibt wohl mehr Väter, welche die Familie verlassen als umgekehrt; warum der Artikel also ausgerechnet diese „bösen Mütter“ ins Visier nahm? Wie auch immer, ich fand‘ es nicht nötig, auch noch meinen Senf dazuzugeben obwohl ich das hiermit nun doch irgendwie getan hab 😀
Anyway… eine Bloggerkollegin (@mamaleoneblog) forderte mich heute auf, mich am neuen Hashtag #adoringmotherhood zu beteiligen. Und da ich Einladungen ungerne ablehne, tue ich das heute 🙂 Mama Leone hat nicht viel geschrieben, dafür zahlreiche, wunderschöne Fotos gepostet. Damit kann ich irgendwie leider nicht so dienen da ich praktisch keine Fotos von mir und den Kindern habe, z.B. keine aktuellen. Schade eigentlich aber ich bin sehr kamerascheu und fühle mich derzeit einfach nicht fotogen genug (deshalb ja der Versuch, mit Ernährung und Sport etwas zu bewirken ;)… aber da mein Mann sich aktuell stark der Fotografie widmet, besteht noch Hoffnung. So.
Ich weiss, dass mir zum Thema, weshalb es toll ist, Mutter zu sein, genau so viel einfällt, wie wenn man mich fragen würde, was denn so anstrengend ist am Muttersein. Ich will aber nicht viel reden und nichts sagen. Das hier ist also nur ein Versuch.
Erstmal steckt ja der Wunsch, Mutter zu werden in vielen von uns und das schon von Klein auf, wenn wir, wie ich, schon als Kleinkind immer eine Puppe mit uns schleppen und sie behandeln als wäre sie unser Kind… und ohne sie nirgends hingehen. Natürlich haben wir da noch längst keine Ahnung, was es bedeutet. Es ist die härteste Lebensaufgabe, die wir Menschen erhalten können, die verantwortungsvollste, emotionalste und natürlich auch schönste. Nichts ist vergleichbar als sein Leben jahrelang an ein anderes Leben zu binden, eins, das lange von uns abhängig ist, auch emotional. Und am härtesten, davon bin ich überzeugt, wird es dann, wenn die Kleinen gross und flügge werden und wir versuchen müssen, wieder uns selbst zu sein und nicht nur Mutter… aber darum geht es jetzt nicht. Also, ich versuche mich kurz zu fassen: #adoringmotherhood – was ich am Muttersein liebe

  • Zusehen, wahrnehmen, beobachten, inne halten – wie die Kinder spielen, ihre Mimik, wie sie schlafen, wie sie essen, wie sie sprechen, wie sie wachsen. Wir beobachten auch mal gerne fasziniert, wie aus einem Samen ein Pflänzchen wird. Die eigenen Kinder zu beobachten, ist aber so viel spannender. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich meine Kinder einfach nur ansehe wenn sie im Flow sind, wenn sie sich vollkommen konzentriert und im Jetzt mit etwas beschäftigen. Z.B. beim Essen oder beim Spielen, beim Bücher ansehen… es gibt nichts Faszinierendes. Die Mimik in ihren noch kleinen, herzigen Gesichtchen zu beobachten. Nicht wissen, noch ahnen, was in ihren Köpfen vor sich geht. Zauberhafte, wundervolle Momente, die man geniessen muss solange sie noch anhalten…
  • Dieses Band für’s Leben, zwei Kinder an der Hand, die für immer mit mir verbunden sein werden, immer in meinem Herzen und Gedanken, auch wenn sie später einmal eigene Wege gehen, mitunter meilenweit entfernt… nichts ist stärker als diese unendliche Liebe (auch wenn wir die Kinder manchmal an die Wand klatschen könnten!)
    Ein Kind ins Leben tragen, es nähren, lieben und begleiten – klingt simpel, ist es aber nicht. Und trotzdem schön…
  • Für jemanden da sein, sich um ihn kümmern, sie anziehen, pflegen, ihnen einen Zvieri richten, ihnen beistehen, wenn sie krank sind oder sich weh getan haben, mitleiden. Liebe, Nähe und noch viel mehr schenken – ohne eine Gegenleistung zu fordern (Dankbarkeit darf, kann, soll man nicht erwarten; sie kommt irgendwann in irgendeiner Form zurück, oft ganz unvermittelt, wenn wir gar nicht damit rechnen…). Die Kinder sind ein Geschenk, ich bin dankbar. Und wenn die Kinder stürmisch und spontan ihre Liebe zeigen, dann ist noch jeder Ärger von vorhin schnell vergessen.
  • Mutterschaft bedeutet im besten Falle auch eine Familie zu haben, ein Team zu sein, allein mit den Kindern aber auch mit dem Vater. Stark zu sein. Wir sind vier, die zusammen gehören und auch wenn es mehr als genug ordentlich kracht in diesem Gespann, so sind wir doch irgendwie untrennbar eins…
  • Es ist diese tiefe Zufriedenheit, die abgesehen von wenigen Wünschen und Sorgen, die man noch so mit sich führt, dafür sorgt, dass wir in uns ruhen und auch im grössten Chaos wie das Auge des Sturms sind und voller Geduld der Dinge harren, die da über uns hinweg fliehen. Zen! Naja, meistens. Manchmal „vertätscht“ es auch die allergeduldigste Mutter und sie lässt kurz einen Schreikrampf zu bevor sie die Kinder wieder liebevoll in den Arm nimmt…
  • Anknüpfend an den obigen Punkt: Mutterschaft füllt einen aus. Im wortwörtlichen wie auch im ganz positiven Sinne. Der Tag ist vorgegeben, durchgetaktet, strukturiert und manchmal auch spontan und chaotisch. Wo Kinder sind, da ist das pure Leben. Da wird gestritten, geweint und gefordert – 24h lang an 7 Tagen die Woche – nonstop! Man wird körperlich wie geistig gebraucht. Muttersein bedeutet mit jeder Faser seines Körpers und allem, was wir geben können, da zu sein. Väter sperren sich aus diesem Grund gerne mal für 10 Minuten auf der Toilette ein. Mütter werden selbst am stillen Örtchen noch belagert. Kleine Auszeiten sind wie früher ein Wellnesswochenende. 5min in Ruhe Kaffee trinken ein Luxus, den wir wahnsinnig geniessen. Die Auszeiten werden mit steigendem Alter der Kinder länger und öfter. Aber seien wir ehrlich: dieses gebraucht werden, diese Intensität des Lebens in diesen ersten Jahren der Mutterschaft, diese volle Präsenz, die wir an den Tag legen müssen – sie macht uns stark und sie füllt uns nicht nur aus, sie erfüllt uns, sie lässt uns erstrahlen auch wenn wir manchmal vor Müdigkeit fast an Ort und Stelle einschlafen könnten. Aber wenn ich eine Mutter sehe, dann habe ich immer Respekt und ich sehe keine abgekämpfte Frau mit Augenringen und wahllos zusammengestückelter Garderobe, sondern ich sehe eine starke Frau, die alles gibt für ihre Familie und ihre Kinder.

5 Jahre Mama

Seit 5 Jahren also bin ich Mama. Das klingt nach sooo wenig! 5 Jahre. Eigentlich ein Lufthauch aber ich habe das Gefühl, ich bin schon eeewig Mama. Was ein gutes Zeichen ist. Will nämlich heissen, dass ich mich bestens in meine Rolle eingelebt habe und mich mehr oder weniger wohl und zurecht finde. Das kann man summa summarum tatsächlich so stehen lassen. Ist auch nicht mehr so schwer mit zwei doch recht selbstständigen Kindern, von denen eines jeden Morgen zum Kindergarten muss. Das bringt nämlich ziemlich viel Routine und Fixpunkte in den Alltag, was einem das Mutterleben doch merklich erleichtert. Vieles ist anders als vor 5 Jahren, wenn nicht sogar, alles? Damals war ich den ganzen Tag alleine mit Baby zuhause in unserer alten Wohnung. Ich hatte null Komma null Erfahrung im Umgang mit einem Säugling und musste alles erst mal ordentlich in Erfahrung bringen. Ziemlich blauäugig bin ich da hinein gerutscht. Erst mit dem zweiten Kind kam die grosse Erkenntnis, was ich alles besser machen hätte können. Und erst beim dritten, schlussfolgere ich, wird man wohl als Mutter so richtig zum Vollprofi. Aber soweit kommt es ja längst nicht bei allen und so muss man sich eben beim 2. Kind Mut zusprechen, im Sinne von „genügend reicht auch“.
Vor 5 Jahren also lebten mein Baby und ich in den Tag hinein, den wir irgendwie selber mit Spazierengehen, Einkaufen, Babypflege und zahlreichen Freunde-Treffen und Kursen (von PeKiP über Babyschwimmen bis zur Krabbelgruppe) strukturierten. Bloss nicht zu lange zuhause hocken, da fällt einem doch die Decke auf den Kopf! Und wenn abends endlich der Mann/Papa nach Hause kam, hab‘ ich ihm wahrscheinlich genervt das quengelnde Baby in die Hand gedrückt und mich mal für 5min auf’s Klo verdrückt. So genau kann ich das nicht mehr sagen, da müsst Ihr meinen Mann fragen.
Heute: total anders! Naja, fast. Abends erwarten meinen Mann nun eben eine genervte Frau und wahlweise zwei quengelnde oder streitende Kinder. Aber ansonsten: Wir leben in einem grosszügigen Haus in einer netten Gegend mit Garten und genug Platz für jegliche spielerische Entfaltung. Der Kindergarten und ein mittags heimkehrender Papa sorgen für eine wunderbare Struktur und Ruhe. Spätestens seit der Grosse im Kindergarten ist, hat sich bei mir der Drang, täglich irgendeine Unternehmung/einen Besuch etc. zu planen, in Luft aufgelöst. Ich geniesse es total, die Nachmittage einfach nur gemütlich zuhause zu verbringen. Die sind eh so fix um. Und mit Schwimmkurs am Di Abend, Mittwochsplaydate, Wocheneinkauf auf Freitag und je nach dem noch Besuch vom Nachbarskind, sind auch die Nachmittage schon relativ ausgebucht. Jeder wird verstehen, dass ich da nicht auch noch den Rest unserer freien Zeit verplanen will, zumal ab und an auch mal der Opa zu Besuch ist und wir gemeinsam etwas unternehmen. Versteht mich nicht falsch, ich treffe mich gerne mit Mamafreundinnen und schaue auch, dass ich zu den ganz engen regelmässig Kontakt pflege. Aber weniger ist derzeit mehr und tut uns gut. Trotzdem freue ich mich auf die sonnige Jahreszeit da uns Stubenhockern das Rausgehen natürlich auch mal gut tut 😉 Es gibt nur einen Wehmutstropfen: die Freunde meines Grossen, die in unserer ehemaligen Heimat den Kindergarten besuchen, müssen meist auch nachmittags hin und für spontane Spielplatzbesuche dann leider nicht mehr zu haben. Ich merke dann auch, dass meinem Grossen das fehlt wenn wir nur zu dritt auf den Spielplatz gehen. Ohne seinen Lieblingsspielplatzfreund A. wird es ihm schnell langweilig und er will wieder nach Hause. Gut möglich also, dass wir in der wärmeren Jahreszeit dann doch wieder einige Freunde kontaktieren – die, die noch nicht im Kindergarten sind.

Wie habe ich mich verändert?
Hmm, schwierig zu sagen. Einerseits bin ich noch derselbe Mensch, andererseits leitet die Mutterschaft den Fokus doch auf ganz andere Dinge und v.a. macht man vieles schlussendlich nicht unbedingt so wie man es vor der Mutterschaft vlt getan hätte.
Innerlich hat mich die Mutterschaft sicherlich wachsen lassen. Ich bin geduldiger, habe gelernt, meine Bedürfnisse zurück zu nehmen, das Materielle hat an Bedeutung verloren, das Selbstbewusstsein ist vielleicht ein wenig gewachsen weil man sich ja als Mutter nicht einfach hinter den Kindern verstecken kann. War ich früher vielleicht nicht immer sehr gesellig, so tausche ich mich heute sehr gerne mit anderen Eltern aus. Ich bin ja nicht mehr im Büro und ständig von Leuten umgeben und gerade in der Elternschaft ist man ohne das afrikanische Dorf ja oft sehr isoliert.
Die äussere Veränderung ist wohl die auffälligste, beginnend beim schwangeren Bauch und endend bei den nach zwei Schwangerschaften noch übrig gebliebenen Kilos, die noch hartnäckig an einem hängen. Vom Business Look mit Make-up und schicken Kleidern zum Gammel-Ich mit Out-of-Bed-Frisur und hormongeplagtem Teint inklusive ersten Fältchen, die auch über Nacht nicht mehr verschwinden. Gerade die Elternschaft macht einem die Vergänglichkeit so wahnsinnig schmerzhaft klar. Nach 5 Jahren bin ich klamotten- und kilotechnisch irgendwo am Tiefpunkt angelangt und habe mir nun fest vorgenommen, daran endlich etwas zu ändern – mit Ernährungsumstellung, Sport und indem ich letztens doch mal wieder in ein paar ansehnliche Teile für die Garderobe investiert habe. Und zum ersten Mal wurde mir klar, dass ich mit Ü30 wohl nicht nach dem gepunkteten Hoodie aus der Yes-or-No-Abteilung (junge Mode also) greifen sollte und ging weiter zur Damen-Abteilung, in der ich mich dann schrecklich jung fühlte aber ich hab‘ was gefunden… Life’s a bitch!
Aber das gehört eigentlich mehr zum folgenden Abschnitt. Denn es ist keine Frage der Persönlich- oder Eitelkeit, wie ich als Mutter so rumlaufe, sondern schlicht zweckdienlich und zeitsparend. Nichts gegen Mütter, die sich gerne stylen aber ich nutze die Zeit lieber für anderes… und ernsthaft: Mit schicken Schuhen und teurer Jacke auf den Spielplatz? Nein, das werdet Ihr bei mir wohl nicht mehr erleben.

Womit erleichtere ich mir den Alltag?
Fünf grade sein lassen, form follows function, weniger ist mehr; alles, nur nicht perfekt – das könnten so meine täglichen Mantras sein, beginnend in der Erziehung und endend beim Haushalt, wobei die Ansprüche mit zunehmendem Alter des Erstgeborenen höher werden. Vor fünf Jahren noch habe ich praktisch nie gekocht, der Einkauf musste am Wochenende erledigt werden, geduscht wurde abends, wenn der Mann da war, und noch im Wochenbett habe ich das Pyjama gar nicht erst ausgezogen damit ich jede Schlafenszeit des Babys sofort mit einem Power Nap im Bett nutzen konnte. Heute ist zwar längst nicht alles glänzend hier, aber ich habe den Anspruch, regelmässig frisch zu kochen, die Wäsche zeitnah zu erledigen und obendrauf auch noch für Ordnung zu sorgen. Gebügelt habe ich schon vor meiner Schwangerschaft nur dann, wenn es nicht anders ging (und als Berufstätige besass ich natürlich schon einige zum Knittern neigende Oberteile…), mich juckt es aber heute immer mal wieder in den Fingern wenn ich die welligen Küchentücher sehe. Ja, die habe ich früher gebügelt und ich werde es sicherlich irgendwann wieder tun (wenn die Kinder mehr oder weniger in der Schule sind, schätze ich mal 😉 … aber heute spar‘ ich mir die Sisyphus-Arbeit (denn nichts anderes ist sie). Ich ertappe mich regelmässig dabei, irgendwo die Extra-Meile gehen zu wollen. Neuerdings räume ich nach dem Essen z.B. die Sets weg weil ich den Tisch gerne in seiner ganzen Holzpracht sehe. Ich verräume die herumliegenden Kleider der Kinder. Ich sortiere die Lego-Klein- und Kleinstteile des Grossen. Ich wische manchmal Staub. Ich nutze den Samstagmorgen für das Staubsaugen in der oberen Etage. Manchmal sogar mehr. Ich erwäge, mit den Kindern Bastelarbeiten durchzuführen. Ich räume sporadisch Schränke aus. Ja, alles Sachen, die durchblicken lassen, dass es hier sehr gut läuft.

Was würde ich heute anders machen wenn ich nochmals von vorne beginnen könnte?
Vieles. Ich würde von Geburt an die Attachement-Parenting-Schiene fahren und alle Ratschläge, die irgendwas anderes andeuten, vehement abwehren. Die Zweifel beim ersten Kind und dann das nichtsahnende Hören auf alteingesessenen, autoritär angehauchten Quatsch – smash it! Ich bin mir verdammt sicher, dass mein Sohn heute ein wenig einfacher wäre, wenn wir damals nicht das Gefühl gehabt hätten, er müsse im Kinderwagen liegen und allein im Bett einschlafen. Das steckt mir heute noch in den Knochen und wird mich bis ins Grab verfolgen. Ich dumme Nuss hatte schon in der Schwangerschaft ein Tragetuch und ich weiss heute noch nicht, weshalb ich es nicht täglich eingesetzt habe und nur ab und zu damit spazieren ging. Vielleicht weil er im März auf die Welt kam und ich es irgendwann für zu heiss befand, ich weiss es nicht. Aber ihm diese Nähe nicht von Anfang an gegeben haben zu können, das schmerzt noch heute. Und mit 10 Monaten schon abgestillt wegen eines blöden Risses. Das würde mir nicht nochmal passieren. Ach, und windelfrei hätte ich bei beiden Kindern ausprobiert, klar. Das alles ist der Grund, weshalb ich Nestwärme gegründet habe und nun penetrant versuche, die bedürfnisorientierte Erziehung ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. Und damit bin ich nicht alleine. Immer mehr Mütter gehen diesen Weg und es gibt mittlerweile auch genügend Bücher zum Thema – Bücher, die ich vor 5 Jahren gebraucht hätte.
Bei meiner Tochter habe ich dann endlich (mehr) auf mein Bauchgefühl gehört. Aber auch hier wäre noch mehr drin gelegen. Windelfrei habe ich auch eher zu spät entdeckt. Dennoch: Abgesehen davon, dass bei meinem Sohn sicherlich viel schon vor der Geburt einfach vorbestimmt war (denn ich erkenne mich sehr, sehr oft in ihm wieder, bei Dingen, die er aber nicht bei mir gesehen hat sondern die er aus sich heraus so macht) und abgesehen davon, dass die Tochter auch einfach einen ganz anderen Charakter ist und v.a. ein Mädchen, bin ich doch der Überzeugung, dass mit ihr vieles so einfach ist, weil sie in den ersten Jahren anders ins Leben begleitet wurde. Ich bin sicher, dass wir uns und ihr dadurch viel erspart haben. Das war für uns der richtige Weg. Ich will nicht missionieren, jeder soll und darf seinen eigenen Weg gehen und auch der bedürfnisorientierte Weg ist variabel und individuell. Man soll ihn bitte gehen, aber man darf ihn so gehen wie es eben zu einem passt.

Fazit

5 Jahre Mutterschaft – viel gelernt, viele Nerven und noch mehr Schokolade verbraucht (mehr als je zuvor schätze ich ;), wenig geschlafen (weniger als je zuvor ;), an den Aufgaben gewachsen und doch in vielem noch suboptimal… Reue? Nein, niemals. Klar, man wünscht sich mal eine Auszeit. Man will mal eine Woche ohne Kinder nur mit Mann an die Südsee (ein Lottogewinn könnte nicht schöner sein), im Wissen, dass man sie schon auf dem Weg zum Flughafen schmerzlich vermissen wird. Ein verlängertes Wellnesswochenende würde es natürlich fürs erste auch tun. Aber zurück kann ich nicht und will es auch nicht. Ich könnte mir ein Leben ohne Kinder nicht mehr vorstellen. Ein Leben mit etwa älteren Kindern, die nicht mehr quengeln – ja, vielleicht. Aber die Kinder werden schneller gross als man Pubertät buchstabieren kann und so geniesse ich doch lieber noch ein wenig den Moment und genau das ist auch die Kunst: Innehalten. Beobachten. Sein. Klingt nach Meditation. Und genau so wirkt es auch. Macht das. Täglich. Immer wieder. Die Küche kann warten. Setzt Euch einfach nur hin und beobachtet, wie die Kinder im Flow spielen. Gibt fast nichts Schöneres. Und wenn sie sich 5min später wieder die Köpfe einschlagen, könnt ihr immer noch die Pfannen abwaschen und ein bisschen „ommen“.
Die Prioritäten, die interessen verschieben sich. War früher noch die neue Designerhandtasche Luxus oder der Städtetrip nach London, so ist es heute schlicht die Zeit. Die Zeit, die wir miteinander verbringen, als Familie, mit den Kindern aber auch die Zeit, die wir mal für uns alleine haben um die Seele baumeln zu lassen, eigene Projekte zu verfolgen oder kinderlos fein essen zu gehen… Glückliche Eltern, zufriedene Kinder – so soll es sein. Aber es fällt keinem in den Schoss, man muss schon etwas tun dafür. Kinder zu haben, das ist mit Sicherheit die grösste und verantwortungsvollste Herausforderung, die einem das Leben bieten kann. Die härteste, aber auch die schönste, das schliesst sich nicht aus 😉

Der Bericht über das Geburtstagskind folgt… 😉

Startschwierigkeiten

Der Aufenthalt im Spital war für mich alles andere als angenehm. Das Stillen, von dem ich ausging, dass sich das vom ersten Saugen an wunderbar ergibt, entpuppte sich als wahre Selbstkasteiung, die Tränen flossen Tag für Tag (Baby-Blues lässt grüssen) und niemand von den täglich wechselnden Hebammen/Schwestern hatte wirklich Zeit für mich und meine geschundene Seele. Zuhause kämpfte ich dann gegen den Schlafmangel (ich war der Ansicht, mich selbst exakt dann zum Schlafen zu zwingen, wenn auch der Kleine schlief – schwieriges Unterfangen, wie man sich denken kann) und realisierte dabei so langsam, dass ich mein altes Leben in den nächsten zehn Jahren nicht mehr führen werde (und es in zehn Jahren wohl so auch nicht mehr führen werden will, geschweige denn kann). Also: Keine exzessiven Shoppingtouren, keine mind.-3x-die-Woche-Sport-Pensen, kein Trödeln vor Kleiderschrank und im Bad, keine ungestörten Telefonate, Mailerein oder Chats mit der besten Freundin, kein Schalstricken, keine aufwendigen Backrezepte, keine effektiven Putzorgien, keine Kinobesuche und erst recht keine TV-Serien, kein Make-Up und keine Frisurexperimente, keine Wellnessferien, kein Geld, keine Musse, keine Zeit. Weder für mich noch für meinen Mann und für unsere Beziehung sowieso nicht. Fazit: Ich werde mich und meine Hobbies und Bedürfnisse komplett aufgeben müssen und mein Mann und ich werden hart daran arbeiten müssen um ein Paar zu bleiben und nicht bloss Eltern zu sein. Sich selbst so zu entsagen ist bereits ein grosser Kraftakt für ein verwöhntes Kind, das ich bin, dabei die Liebe zu bewahren, das ist nun wirklich eine Herausforderung fürs Leben! Man sieht, die Gedanken, die ich nach der Geburt des kleinen Menschleins hatte, das mein ganzes Leben auf den Kopf stellte, klingen nicht gerade positiv. Nein, ich bin keine dieser Voll-in-ihrer-Mutterrolle-aufgehenden-Supermamas. Ich habe arg mit meinem neuen Leben gehadert und tues es noch. Ein Prozess, der wohl noch ein Weilchen andauern wird. Nichtsdestotrotz hätte ich es früher oder später bereut, nicht Mutter geworden zu sein. Das ist einfach Bedürfnis, das ich schon als kleines Mädchen spürte und das ich nie in Frage gestellt habe. Hätte ich, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt? Fragt mich in zehn Jahren wieder! 😉