Sturmwarnung… #wib

Da habe ich doch sprichwörtlich in den letzten Tagen die Ruhe vor dem Sturm erlebt mit einem relativ ausgeglichen und zufriedenen Mäuschen am Freitag, so wie ich es bisher selten erlebt habe. Ich hab richtig was geschafft!!! Weiterlesen

Die Rückkehr der Melancholie

Eins vorweg. Mir kommt es grad so vor als würde jeder persönliche Beitrag hier sich um irgendwas „Unschönes“ drehen. Das ist nicht wirklich beabsichtigt und ich gelobe Besserung 😀 Aber, ach, das muss halt raus… dafür ist ein Blog ja auch da, ne? 😉 Weiterlesen

Eine Woche mit Hindernissen

Ich ahnte es ja schon… 3 Wochen Herbstferien sind einfach zu viel. Lieber eine mehr im Sommer. Aber nützt ja nix. Nächstes Jahr fahren wir weg, mindestens 1 Woche lang! Denn während die ersten beiden Wochen relativ gemütlich verliefen, war die letzte dann einfach nur zum Vergessen. Weiterlesen

Von Grenzerfahrungen…

Irgendwann ist’s gut, genug, zu viel… der September war so ein Monat, in dem wir mehrfach überrollt wurden und an unsere Grenzen kamen – psychisch wie physisch. Der Mann war ständig unterwegs und hetzte von Termin zu Termin – sehr oft blieb ihm nicht mal Zeit für’s Essen. Teils stand er morgens um 5 Uhr, nach einer durchwachsenen Nacht im Familienbett mit den Grossen, wieder auf, um den Zug zu erwischen. Weiterlesen

Ich wär‘ so gern ’ne eierlegende Wollmilchfrau…

Täglich glaube ich, ihr irgendwo zu begegnen. In einer Zeitschrift, auf der Strasse, auf Instagram. Die eierlegende Wollmilchfrau scheint überall präsent zu sein. Nur nicht dort, wo sie am meisten gebraucht werden würde, nämlich hier. Ich gebe zwar Milch, immerhin. Für mein Baby reicht’s. Aber mit dem Rest hapert es deutlich. Ich stehe morgens auf, fange dies und jenes an und bringe doch nichts zu Ende. An manches fang’ ich gar nicht mal an zu denken – für die nächsten 4 Jahre nicht.

Ein flüchtiger Blick in den Spiegel verrät, dass mein Körper noch immer eine Baustelle ist. Eine Dauer-Baustelle, an der ständig was leckt. Haut und Figur sind ein Drama, wahlweise Nägel oder Haare sind immer zu lang. Und, nein, ich meine nicht die auf dem Kopf, die ich vorausschauend abgeschnitten habe. Hier stört mich nur der Ansatz. Die Augenbrauen sollten dringendst nachgestochen werden (Permanent, you know).
Gelegenheit, irgendwas zu richten, bleibt nicht. Das Baby auf dem Arm, die Baustelle bleibt.

Die eierlegende Wollmilchfrau war schon auf Insta. Umwerfend sieht sie aus. #iwokeuplikethis #nofilter schreibt sie nonchalant ihren 12k Followern. Ihren Astralkörper versorgt sie dann mit einer hypergesunden #buddhabowl mit #chia, selbstgemachter Mandelmilch und #acai, weil: Antioxidantien #galore.
Das Foto, das sie von sich und der Bowl gemacht hat, entspricht dem aktuellen Trend leicht überbelichteter, heller Bilder. Andere hätten eine Stunde damit zugebracht, Setting und Kamera optimal für dieses Foto einzurichten.

Ich giesse mir ein nicht veganes, überzuckertes Müesli an und schalte die Kaffeemaschine an #butfirstcoffee

Im Laden schiebt sie vor mir den Einkaufswagen. Bio-Gemüse und Buchweizen, Size-Zero-Jeans und Cardigan. Kein einziges Haar steht ab. Sie hat bereits die 10km-Joggingrunde und die Bügelwäsche hinter sich und ihre Kinder freuen sich auf die Süsskartoffel-Pommes, die sie zum Mittagessen versprach.
Ich schlurfe mit meinen Gummilatschen am Schokoladenregal vorbei, das Baby in der Trage verdeckt immerhin die Milchflecken auf meinem ausgewaschenen XXL-Shirt.
Zuhause angekommen merke ich, dass ich das Brot vergessen hab‘ und nach einer kurzen Stillpause um 11.25 Uhr muss ich aus dem Kühlschrank improvisieren. Den Grossen vertröste ich mit Hausaufgabenhilfe auf den Papa, der Maus kann ich nur mit halbem Ohr zuhören, weil das Mäuschen weint. Ich verschicke rasch die Rechnung an einen Kunden und stelle fest, dass ich die falsche Jahreszahl drauf stehen habe.

In ihrem Haushalt kommt ein strahlender Ehemann nach Hause. Der Sohn sitzt bereits an selbständig erarbeiteten Zusatzaufgaben, die Tochter deckt den Tisch. Sie erzählt von einer erfolgreichen Telefonkonferenz mit ihrem Kunden in NY.

Der nächsten begegne ich auf Facebook. Sie jongliert ganz alleine Kinder, Job, Studium, Bullerbü und Nachhaltigkeit. Nach 5 Minuten stehen da bei jedem Foto gefühlt 50 wohlwollende Kommentare, mindestens 20 davon finden irgendwas am Kind total süss. Eine Frau ohne Fehler.
Auch wenn man sich natürlich in den sozialen Medien beliebig darstellen kann, so glaube ich doch, dass man sich nicht verstecken kann. Die eierlegende Wollmilchfrau kann gar keine Fehler haben, ich würde es ihr genauso anmerken wie sie es mir, wenn ich nicht sowieso schon so ehrlich wäre, wie ich es nun mal bin.

Meine Kinder streiten sich derweil um 5cm auf der 2m langen Couch als ginge es um das letzte Gummibärchen auf Erden. Diese Auseinandersetzung wird spätestens dann punktgenau ihren Höhepunkt finden wenn der Mann abends zur Tür hereinkommt. Zeitgleich wird das Baby quengeln, das Abendessen sich nicht von selbst auf den Tisch bringen, das Kartenhaus zusammenfallen.

#latergram #endlichzeitfürmich Sie hält ihren Yogi-Tee und sitzt da so im Schneidersitz mit ihrer destroyed Jeans, Woll-Cardigan, frisch lackierten Nägeln und einem anspruchsvollen Buch.

2 Stunden später habe ich Zeit für die Wäsche, die Kinder wälzen sich in den Schlaf. Beim Blick durch das Wohnzimmer muss ich beide Augen zudrücken um das Chaos auszublenden. Ich mache kein Foto #fürmehrrealitätaufinstagram und verschiebe einen Blogbeitrag. Schon wieder.

Ihre Insta-Story berichtet von ihrem 10. Hochzeitstag, zeigt Blumen, Candle-Light-Dinner und ein Paar-Selfie.
Der Mann und ich verabschieden sich müde zu je einer Tochter in die Schlafzimmer.

Würde die eierlegende Wollmilchfrau hier leben, wäre alles sauberer, heller, gesünder, hübscher, erfolgreicher, perfekter, glücklicher. Ich weiss nicht, wie sie es macht. Ich habe keine Ahnung. Auch wenn ich nur einen Bruchteil von ihr hätte, es wäre für mich ein tagesfüllendes Programm. Vielleicht kommt sie von einem anderen Stern?
Ich bereue es, nicht so zu sein. Ich hätte gerne glücklichere Kinder, einen zufriedeneren Mann und einen vorzeigbaren Haushalt. Ich hätte gerne meine Terminplanung im Griff und (überhaupt!) einen perfekt-gesunden Einkaufs- und Menuplan für die Woche. Ich hätte gerne Kleidergrösse 36 und ein Dauer-Abo fürs Crossfit.

Die eierlegende Wollmilchfrau ist für mich so unerreichbar, dass ich sie vielleicht einfach ausblenden sollte. Denn vermutlich kann ich mich noch so anstrengen, ich werde nie so sein. Ich bin trotzdem glücklich. Ich staple meine Ansprüche tief.
Ich weiss nur nicht, wie das für den Rest meiner Familie ist. Für mein Baby reicht’s. Es bekommt ja die Milch und so. Aber was ist mit den anderen? Sollte ich mich für sie nicht mehr bemühen? Sollte ich nicht wenigstens versuchen, ein bisschen mehr eierlegende Wollmilchfrau zu werden, egal wie anstrengend es wäre? Ich weiss, irgendwann wird vieles besser, zufriedenstellender. Aber nie perfekt. Und ich fürchte, die eierlegende Wollmilchfrau, das wäre dann auch einfach nicht mehr ich

Inne halten & besinnen…

Noch wenige Wochen bis zu den Sommerferien und ich sehe endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Die letzten Wochen waren aufreibend, in verschiedener Hinsicht. Erstens hatte ich ständig Termine, Arbeit, Besuch oder sonst wie zu tun und sah den Wald vor lauter Bäumen nicht. Zweitens waren die Kinder – jedes auf seine Art – anstrengend. Der Grosse übt sich immer noch im Frech-Sein und benutzt die Maus oft als Blitzableiter bzw. fühlt sich andauernd durch ihre Anwesenheit gestört – Geschwister-Streit galore also, die Maus fragt täglich, mit wem sie am Nachmittag zum Spielen ausmachen könne und ist mit dieser Bitte sehr hartnäckig. Zudem ist sie derzeit, wohl weil sie abends schlecht einschläft, aber auch, weil sie vermutlich immer noch dabei ist, ihre neue Rolle in der Familie zu finden, nah am Wasser gebaut. Oft heult sie auf, wegen gefühlter Nichtigkeiten… das Mäuschen hat am Boden eine kurze Ausdauer. Sie beschäftigt sich vielleicht 5, manchmal 10 Minuten am Stück bevor es ihr zu doof wird. Sie kommt dann entweder auf den Arm, ins Tuch, an die Brust, muss mal oder will schlafen. Nicht immer ist gleich klar, welches Bedürfnis sie hat. Bis ich es herausgefunden habe, kann es also schon mal länger dauern. Und oft versuche ich sie drum halt wieder hinzulegen, z.B. wenn sie gestillt ist und theoretisch nicht schon wieder müde… aber 5 Minuten später, ihr ahnt es, quäkt sie wieder. Das ist eigentlich nichts, was ich nicht von den Grossen her kennen würde… aber nachdem sie sich schon seit einem Monat auf den Bauch drehen und auch ein klein wenig besser greifen kann, wünsche ich mir und ihr eine neue Fähigkeit, die sie etwas länger zufrieden stellt und mir etwas mehr Verschnaufpausen gibt. Da sie tagsüber selten länger als 30 Minuten schläft und dies dann dafür so 3-4x täglich, renne ich gefühlt ständig hin und her… von einem Kind zum nächsten, von der Küche an den Computer, vom Esstisch aufs Klo, vom Sofa an den Wäscheständer, vom Laden nach Hause und und und…

Nachts weckt sie mich so an die 3x, d.h. der Schlafmangel plagt mich auch noch dezent. Meistens habe ich mittags und abends je ein Tagestief, an dem ich auf der Stelle einschlafen könnte. Was natürlich kaum möglich ist.

Und weil die Aufträge nicht weniger werden und die Kinder vorläufig auch nicht vernünftiger und die Ferien vor der Tür stehen, werde ich schätzungsweise bzw. ich bin es schon länger, hier auf dem Blog nicht mehr ganz so aktiv sein. Juli und August werden sicher etwas ruhiger. Danach startet dann der Alltag wieder und die Kita-Eingewöhnung steht bevor. Ich kann es mir noch so überhaupt rein gar nicht vorstellen, das Mäuschen dort abzugeben. Vielleicht verschiebe ich also das Ganze noch ein wenig? Aber zwei kinderfreie Vormittage würden mir gut tun. So könnte ich in Ruhe arbeiten bzw. auch mal was für mich tun. Denn das kommt einfach zu kurz und das merken dann alle. Happy mama, happ family… Nicht zuletzt, weil ich dann, wenn die Grossen da sind, auch wirklich Zeit für sie habe und nicht meine To-Do-Liste im Kopf habe. Und ich würde z.B. soooo gerne wieder mal was für meine Mäuse nähen. Ich habe noch so viel Stoff und Schnittmuster und kann es kaum erwarten, gerade für das Mäuschen… aber auch für die grosse Maus und mich… oder zum Sport gehen, die Abende frei haben, um einfach fernzusehen oder zu lesen… mal sehen… aber ich weiss eh, dass nach 4 Jahren wieder Luft da ist für mich, vielleicht ja schon früher, schrittweise… es ist also, wie so vieles im Leben, absehbar.

Noch mag ich gar nicht nach vorne blicken. Ich hatte zwei unterschiedliche Kleinkinder – ein sehr aktives, das keinen Stein auf dem anderen liess und einen unglaublichen Entdeckungs- und Freiheitsdrang hatte und ein ruhigeres, sehr nähebedürftiges und drum im Grunde eher pflegeleichteres. Wie das Mäuschen wird, da muss ich mich nun überraschen lassen. Spekulationen will ich nicht anstellen. Es steht uns noch so viel bevor: der Beikost-Start, das Krabbel-Alter, erste Worte, erste Schritte. Es bleibt sicher spannend!

Dennoch: dieser Blog liegt mir am Herzen und ich hätte gerne (wieder) mehr Zeit dafür, würde gerne mehr persönliche, mehr nützliche Beiträge schreiben, mehr Zeit haben für Recherche. Also, auch wenn ich kurzfristig nicht so aktiv bin, das kommt wieder, bleibt dran! 😉 Jetzt hoffe ich, in den nächsten Wochen wieder etwas Energie tanken zu können, freue mich auf unsere gemeinsamen Ferien zu fünft als Familie und möchte diese möglichst ohne zu viele Aufgaben im Hinterkopf tun…

 

Strand mit Sonnenuntergangsstimmung

Motivation, wo bist du? Hallo, Erschöpfung

Keine Ahnung, was los ist, aber ich hatte heute, so ab Mittag, einen richtigen Motivationsabsturz… mein Mann kam nicht nach Hause, die Grossen stritten mal wieder und ich fühlte mich total ausgelaugt. Dabei war ich relativ fit, also nicht mehr so erkältet wie die Tage davor, und auch nicht mehr soooo müde wie gestern Nachmittag.
Ob ich solche, fast depressive Schübe den Hormonen zu verdanken habe? Dem Wetter? Dem Mond? Ja, manchmal wäre es einfacher, „irgendetwasem“ die Schuld dafür zuschieben zu können… Die Situation besserte sich auch nicht, nachdem ich raus ging und den Rasen mähte, währenddessen die Kinder schon wieder friedlich waren. Auch das Mäuschen hatte keinen schlechten Tag, nur eine leicht unruhige Nacht. Aber ich sage Euch, ich könnte Tonnen von Süssem gebrauchen, irgendwie habe ich so einen riesigen Hunger auf Ungesundes (aber nichts im Haus), es bleibt also bei Kaffee…
Was drückt mir denn so auf’s Gemüt?

  • Der am Mittag fehlende Mann – eine Situation, die bei uns irgendwie immer für Unbehagen sorgt, sprich, die Kinder sind dann einfach launiger und ich wohl auch…?
  • Die riesige Pendenzenliste, die wie ein Damoklesschwert über mir schwebt (und das permanent schlechte Gewissen deswegen)?
  • Die Müdigkeit?
  • Die Unzufriedenheit mit mir selber (v.a. der Figur)?
  • Die fehlende Bewegung? (Sport)
  • Eben die Hormone?
  • Das Gebrauchtwerden?
  • Das schlechte Gewissen, für die Grossen keine freien Hände zu haben?
  • Die Kritik meines Auftraggebers an meiner Rechtschreibung/Grammatik, die so plötzlich nach Jahren kommt?
  • Das alles anfangen, nichts zu Ende bringen wegen der ständigen Unterbrüche?
  • Die fehlende Ich-Zeit?
  • Das Warten darauf, dass das Mäuschen bald greifen und sich dann besser selber beschäftigen kann?
  • Die Wäsche, die auf dem Ständer hängt und die ich grad nicht zusammenfalten mag?
  • Alles zusammen, gepaart mit meiner Hochsensibilität?

Die Zeit vergeht ja so rasend schnell im Moment, das Mäuschen wird bald 4 Monate alt, ist längst kein Neugeborenes mehr, das ist ja verrückt… aber irgendwie habe ich mich überschätzt. Ich habe mir einfach viel zu viel aufgeladen, was ich gar nicht hinkriege weil die Zeitfenster dafür so klein sind, dass ich kaum anzufangen kann… es ist halt nicht mehr wie vorher und dennoch habe ich wohl irgendwie erwartet, ich könne sofort wieder daran anknüpfen… aber ich bringe die Leistung nicht mehr, ich habe die Zeit nicht, ich habe das Gefühl, ständig gegen die Strömung zu schwimmen während mir auch noch allerlei Hindernisse entgegen kommen. Ich verheddere mich, schlucke viel Wasser, das Wasser ist eisig, das Ufer unerreichbar…

Wenn ich nachts träume, dann sind es oft verstörende Träume, Angstträume, ja, immer noch, das war schon in der Schwangerschaft so… vor 2 Tagen träumte ich von einer Bombenexplosion in meiner Nähe. Es ging glimpflich aus, denn ich wusste, dass gleich etwas detoniert und kauerte mich hin. Die Druckwelle war deutlich zu spüren, aber ich trug nur Hautabschürfungen an den Armen und Beinen davon. Und immerhin war es einmal ein Traum, in dem nicht meine Kinder in Gefahr oder verletzt wurden…

Es ist eindeutig, ich muss einen Gang zurückschalten, aber ich kann nicht. Zu sehr bin ich im Rückstand mit allem. Zu gross ist mein schlechtes Gewissen gegenüber allem und jedem… ich bin offenbar urlaubsreif! Ich geniesse jedes Wochenende sehr. Lang‘ ist’s nicht mehr bis zu den Sommerferien, ich hoffe, ich gehe bis dann nicht unter…

Mom-Style #not

Immer wenn ich eine offensichtlich frischgebackene Mama sehe, die perfekt geschminkt und adrett gekleidet ist, falle ich fast um vor lauter Respekt, Verwunderung und blankem Neid (letzteres ist jetzt ein wenig übertrieben… :D). Ich schaue dann pikiert auf den Boden oder besser auf meine ausgelatschten Plastik-Ungeheuer, die meine Füsse umhüllen und raune meinem Mann irgendwas im Sinne von „wie macht die das nur!?“ zu. Wissend, dass mein Mann einiges mehr Wert auf ein gesellschaftlich konventionelles Äusseres legt, als ich, habe ich die Antwort bereits antizipiert: „tja, andere Prioritäten…“ Ich höre einen Unterton mit, der in die Richtung von „ja, so eine Frau hätte ich auch lieber“ geht oder auch in „Du setzt Deine Prioritäten generell komplett falsch„. Aber ich glaube, er hat sich so langsam damit arrangiert… Seit ich Mutter bin und nicht mehr in einem Büro arbeite, vertrocknet mein Make-up im Schrank. Die schickeren Kleidungsstücke aus längst vergangenen, schlankeren(!) Tagen sind nettes Mottenfutter. Schuhe mit Absätzen müffeln seit Jahren vor sich hin. Die (wenigen!) Designer-Handtaschen verstauben wenigstens nicht (weil sie im Staubbeutel liegen :D)…
Tja, willkommen in der Welt des pragmatischen Mom-Style, der keiner ist.

Nach der Geburt des Grossen habe ich wochenlang die Kleidung 24h lang durchgetragen. Tag und Nacht waren vermischt. Ich schlief, wann ich konnte und ich wollte das möglichst effizient machen, mir also die Zeit zum Umziehen sparen (ja, lacht nur!)… selbstverständlich bin ich dann auch in Gammelklamotten (nein, nicht im Schlafrock, das nun doch nicht) raus. Geduscht habe ich seltener, dann, wenn ich mich selber nicht mehr riechen konnte (heute bemühe ich mich darum, ein wenig öfter Wasser zu sehen…). Beginnen wir aber zuoberst…

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMom-Bun (oder: Mama-Dutt) – La Frisur!
Ich erwäge es jedes Mal, gewagt habe ich es nur nach der Geburt des 2. Kindes: Weg mit den Haaren! Bekäme ich noch ein Kind (tue ich nicht), ich würde mir wohl in den letzten Schwangerschaftswochen die Haare abrasieren, komplett. Aber jetzt getraue ich mich das natürlich nicht. Erstens sehe ich supermännlich aus mit kurzen Haaren, also superdoof (dieses letzte Stück Weiblichkeit will ich mir noch erhalten), zweitens muss man kurze Haare stylen damit man nicht verwahrlost aussieht.
Mein Kompromiss ist deshalb der Mom-Bun: man nehme die ganzen, dicken weil ungebürsteten Haare und binde sie mit einem Haargummi hoch – voilà!
Frisur in 5 Sekunden! Und keiner sieht, wie sich darunter schon langsam Rastas bilden, Läuse einnisten, abgestorbene Haare zu Tausenden vor sich hin modern. Einmal in der Woche wasche man das Gestrüpp (dann duftet es wenigstens gut) und binde es mangels Fön-Zeit noch nass wieder hoch, wo es dann bis zur nächsten Haarwäsche wieder verharrt. Einen Terminkalender braucht es nicht, ein langsam sich steigerndes Juckgefühl verrät, dass es wieder an der Zeit wäre… #messyhairdontcare

Mom-Face: die grelle Realität (ohne Bild, so mutig bin ich nicht! :D)
Wie es sich für einen richtigen Mombie gehört hängen die Augenringe tief, tragen die Falten auf und streuseln die verstopften Poren über’s ganze Gesicht. Es ist wirklich. Nicht. Lustig! Dass mich meine Brow-Designerin (leichte Übertreibung :D) seit Weihnachten nicht mehr zu Gesicht (haha) bekam, muss ich wohl nicht extra erwähnen? Joa, die spriessen auch in alle Richtungen gerade… Nur eine mindestens dreistündige Session bei der Kosmetikerin und Botox könnten jetzt noch irgendetwas verbessern. Um ein gelungenes Selfie zu machen braucht es ungefähr gleich viel Zeit und einen dicken, fetten Filter, der die Make-up-Schicht ersetzt. #fürmehrRealitätindensozialenMedien #wirsinddabei

img_7907Mom-Outfit – praktisch und bequem
Ja, bequem muss es sein. Schliesslich gammelt man oft zuhause rum. Oder rennt den Kindern irgendwo nach. Oder verrenkt sich beim Wegsaugen von Decken-Spinnweben. Schön? Is‘ nich‘. Wer will schon Tomaten- und Schweissflecken auf dem Designer-Oberteil? Oder sich ständig umziehen müssen weil das Baby einem in den Rücken gespuckt hat oder die Stilleinlage verrutscht ist? Schmutzige Patschehändchen sind auch so ein Thema… Mein Outfit muss mindestens 4 Dinge erfüllen: schnell an- und ausziehbar, stilltauglich, nicht heikel, bequem und, optional: schwarz (macht schlank, Ihr wisst Bescheid! 😉 Und wenn man vor die Tür muss? Die Umstandsjeans leistet da gute Dienste. Ja, auch Monate nach der Geburt noch *räusper* Ja, auch die Figur ist nicht Prio A… tja… Das einzige was an meinen Ausgeh-Outfits schick ist, sind die Tragetücher 😛 #mompantsgotitall 

Mom-Feet. Von Plastikungeheuern…
img_7906Babys lassen sich bekanntlich nicht gerne ablegen. Zumindest nicht lange… ich nutze also die Zeit, in der sich die Kleine kurz auf der Spieldecke zufrieden gibt, um auf’s Klo zu rennen. Oder mir einen Kaffee rauszulassen. Eine Tafel Schokolade zu inhalieren. Eine Mail zu beantworten. So lebensnotwendige Sachen halt. Ihr kennt das. Nicht aber, um mir Schuhe zu schnüren, einen Reissverschluss zu schliessen oder so. Ne! Bevor ich das Haus verlasse, lege ich das Baby nicht mehr ab. Da ist auch kein Platz für in der Garderobe. Es bleibt auf dem Arm. Oder im Tuch. Die logische Konsequenz: die Schuhe müssen ohne Einsatz meiner Hände an- und ausgezogen werden können. Und es gibt nur sehr wenige Modelle, welche dieses Attribut mit sich bringen: Gummifüsse (sh. Foto), Regenstiefel und weite Boots. Wenn es nicht regnet, schneit oder eiskalt ist, müssen also die Gummidinger herhalten. In kinderlosen Zeiten rümpfte man darüber noch die Nase. Jetzt sind sie nicht mehr wegzudenken… #nonamebutfame #justdontlookdown

Ihr merkt… #zeitersparnisistalles #stylegibtsdannwieder2021 #sowhat? #whocares #esgehtmirgut 
Yup, ich setze meine Prioritäten anderswo. Ich muss keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Meinen Kindern ist es (noch) piepegal, wie ich aussehe. Aber sowas von! 
Umgekehrt gehöre ich auch zur Fraktion Rabenmutter (denken wohl manche), weil ich meine Kinder auch mal mit zerschlissenen Jeans (ey, das war mal in – remember?) oder einem Fleck (kreisch!) auf dem Pulli losschicke.

Macht Euch frei von den Meinungen anderer!
Nennt mich enfant terrible… ABER, im Ernst: man muss sich mal losreissen können von der Angst, was andere denken könnten: die sind arm! die haben keine Waschmaschine! Na, und!? Sollen sie das denken (tun sowieso nicht alle, ich mein‘ Kinder machen sich ständig schmutzig und die zerschlissene Jeans, dieses Problem kennt wohl auch jede Familie…).
By the way, falls es jemanden interessiert… wenn ich adrett geschniegelte Kinder im Ralph-Lauren-Polo-Shirt sehe, denke ich mir auch was und zwar: Oh Gott, Katalogkinder! Die Armen! Dürfen nicht mal in die Nähe eines Sandkasten! Diese Eltern, was für Spiesser! Müssen ihr Geld so offen zur Schau stellen, tsss…
Klar gibt es einen Mittelweg, nämlich ein normal und trotzdem sauber und intakt angezogenes Kind bzw. Mutter. Normal halt. Ist ja auch gut, nichts zu beanstanden. Gibt es hier auch mal für fünf Minuten. Aber: Ich bin da einfach sehr pragmatisch: man mag ja mich bzw. mein Kind und nicht meinen Style. Ich habe ja wiederum auch Kolleginnen, deren Stil ich schräg finde, die Person aber nett. Natürlich bin ich nicht so unangepasst, dass ich Abendveranstaltungen in Jogginghose besuchen würde, aber im Alltag muss der Mom-(Un)Style einfach genügen, Punkt!

Also: befreit Euch davon, Eure Zeit dafür aufzuwenden, was andere dafür denken; die schenken Euch keinen müden Rappen für korrektes Angezogensein! 😉

Morgen schon 7…

7 Jahre wird der kleine Mann also schon… und natürlich hat sich in diesem Jahr durch den Start der Schule im vergangenen August so einiges verändert. Sagen wir so: die Herausforderung wird nicht kleiner, nur anders… Auch wenn der Grosse generell gerne zur Schule geht und sich in der Klasse wohl fühlt und mit den meisten gut kann, so mag er den Unterricht selber und v.a. die Hausaufgaben nicht besonders… Ja, ich weiss, wer mag die schon, aber gerade auf Primarschulebene hatte ich doch eher damit gerechnet, dass er wie ich wird, also sehr eifrig. Dass ihm das Lesen und Schreiben lernen leicht fällt und Spass macht. Schliesslich ist er in sehr vielem so wie ich 😉 Aber eine Kopie ist so ein Kind natürlich nicht und die Gene des Vaters spielen auch eine Rolle (haha, einfach die vermeintlich schlechteren Eigenschaften dem anderen Elternteil angedeihen lassen :D…).
Es ist schwer zu sagen, aber ich glaube er bringt da eine etwas ungünstige Mischung aus faul und trotzdem ambitioniert mit. Klingt widersprüchlich, ich weiss. Einerseits gibt er sich eben recht wenig Mühe, setzt sich aber selber unter Druck und leidet darunter. Das war und ist bei mir anders: Wenn ich mir irgendwo keine Mühe gebe, ist es mir auch schnurzegal 😀
Nun, mein grosser Siebenjähriger ist eben zu anderem berufen. Buchstaben haben ihn nie interessiert, Zahlen auch nicht und jetzt muss er halt trotzdem weil die Schule eben an einem bestimmten Zeitpunkt dieses Lernen einfordert, ganz egal, ob das Kind dafür schon bereit ist. Weil ich kenne genug Kinder, die sich schon im Kindergarten, mit 4, 5 Jahren für’s Lesen und Schreiben lernen interessieren und es sich dann auch beibringen (lassen) und, nein, da stehen nicht unbedingt übermotivierte Eltern dahinter, aber wenn das Kind fragt und lernen will, soll man darauf eingehen. Aber eben, die Schule kann natürlich nicht jeden dort abholen, wo er/sie gerade steht und so ist es jetzt halt noch ein Krampf… vielleicht wird es besser, vielleicht hätte der Grosse in einem Jahr selber Interesse gezeigt, wir wissen es nicht, es ist jetzt halt so und wir versuchen, so gut es geht, ihn zu unterstützen. Seine Stärken liegen halt aktuell woanders, so staunen wir immer mal wieder Bauklötze, wenn er recht detailliert physikalische Begebenheiten erklärt wie z.B. die Verdrängung des Regenwassers bei voller Fahrt auf der Autoscheibe. Oder wenn er neunmalklug sein grosses Wort-Repertoire einsetzt (hat er von mir, logo! 😛 :D)…

Schule ist also das Thema im 7. Lebensjahr, aber dank 3-4 freier Nachmittage in der Woche zum Glück nicht ein alles einnehmendes Thema. Der Grosse beschäftigt sich also nach wie vor in seiner Freizeit grösstenteils mit seinen Lego, dazu mache ich dann noch einen separaten Beitrag 😉 Ausserdem würde er gerne den ganzen Tag Youtube-Videos auf dem iPad schauen, was ich allerdings eingrenze, bei beiden. Gerne trifft er sich natürlich mit Freunden, besucht ein Sportangebot der Schule und den Schwimmkurs.
In Sachen Geschwister ist es so wie wahrscheinlich bei allen: mal sind er und die Maus ein tolles Team, mal fliegen die Fetzen… womit ich Mühe habe, ist seine dominierende Art, die immer dann funktioniert, wenn ein anderes Kind sich gerne unterordnet, wozu die Maus gehört. Da wird herum kommandiert und gemacht und das nicht immer auf die feine Art. Inwiefern er das vom Pausenhof hat, zusammen mit englischen Ausdrücken, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob er sie überhaupt versteht (WTF ist so einer, den er gerne gebraucht :P) und natürlich auch deutschen Wörtern wie „geil“, ähm, ja… wie auch immer, wir erinnern uns an die eigene Schulzeit, es gehört halt dazu… aber oft überbordet ihm das Frechsein ein wenig, auch uns Eltern gegenüber und da habe ich noch nicht wirklich eine Lösung dafür, denn ich glaube, dass er das gar nicht so bewusst macht. Und last but not least kann auch vieles eine Art Reaktion auf die Geburt der 2. Schwester sein, eine unterschwellige eben, die man nicht direkt als Eifersucht auslegen kann so wie damals bei der Geburt der Maus, die ihn ganz offensichtlich eine Zeit lang aus der Bahn warf.

7 Jahre Grosser sind auch 7 Jahre Mama. Ob ich in den 7 Jahren viel dazu gelernt habe? Mit Sicherheit habe ich viel Erfahrung gewonnen, aber noch heute hadere ich regelmässig mit mir und meiner Mutterrolle, v.a. jetzt, da ich mit Baby alle Hände voll zu tun habe. Natürlich profitiert das 3. Kind von meinen gewonnenen Erfahrungen, aber der Erstgeborene wird immer der Erste bleiben, viele neue Erfahrungen wie z.B. die Schule werde ich immer mit ihm zuerst machen. Insofern tut er mir leid, weil ich alle Fehler, die ich gemacht habe und noch machen werde, mit ihm mache… ich kann nur hoffen, dass ihn das eher stärkt als schwächt, aber versteht ihr jetzt, warum es ein konstantes Hadern ist? Und geht es Euch auch so, gerade beim Eurem erstgeborenen Kind?

7 Jahre also, was soll ich da noch sagen, es geht rasant auf die Pubertät zu! 😛 Die Challenge bleibt. Mein Erstgeborener, mein einziger Sohn, die Herausforderung unseres Lebens, nie einfach (wer sagte, es sei einfach?), oft wie ein Spiegel an der Wand, ein Mini-me und doch ganz eigen, ein kleines Ü-Ei, ein Kind, für das ich mich manchmal ganz besonders stark einsetzen muss weil ich ganz genau weiss, was es fühlt, und manchmal auch nicht, dann zerreisst mich die Ratlosigkeit fast… ich hoffe, irgendwann meine Fehler wieder gut machen zu können, ich hoffe, nicht alles falsch gemacht zu haben oder zu machen. Mein ganz besonderer grosser Sohn, der hier im Blog immer weniger präsent sein wird, weil das Internet irgendwann auch bei ihm ein Thema sein wird… ich hoffe, ich kann ihn stark machen für’s Leben, ich hoffe, er findet seinen Weg, ich hoffe, er weiss, dass ich immer für ihn da sein werde, und ich hoffe, dass er das auch annehmen wird. Ich bin stolz auf Dich, Grosser! Happy Birthday!

Alltag in Unterbrüchen…

Ja, mal wieder ein Beitrag über unseren Alltag – die Zeit nehm‘ ich mir. Ich stelle gerade fest, wie anstrengend es ist, immer alles in kleinen Schritten zu machen, weil alles unterbrochen wird. Immer wieder… der Schlaf, klar, aber auch das Kochen, das Hausaufgaben anschauen mit dem Grossen, das Schreiben & Arbeiten, das Lesen eines Artikels, Gespräche, das Ansehen einer TV-Sendung (ja, leider mussten die ausgerechnet jetzt die neuen Grey’s-Folgen bringen! :-O )… es ist anstrengend, weil man den verlorenen Faden manchmal nur mühsam wieder findet. Es ist normal in einem Alltag mit Baby… es gibt Tage, da schläft die Maus auch mal länger am Stück tagsüber – dann geht viel. Und doch ist es nicht dasselbe, weil man ja irgendwie doch ständig in „Rufbereitschaft“ ist und im Vornherein ja nicht weiss, wann sie wieder aufwacht… und dann gibt es diese Tage, an denen sie maximal eine halbe Stunde am Stück schläft, in der man dann halbwegs in Ruhe mit der Familie essen kann und schon ist sie wieder wach. So gebraucht zu werden, ist dann schon sehr anstrengend.

— Unterbruch —

Baby wach… ich versuche sie eine Weile auf die Spielmatte zu legen. Irgendwann wird sie unruhig, ich nehme sie kurz zu mir, sie weint wieder, abhalten – Fehlanzeige, Stillen – nichts, sie schreit sich immer mehr in Rage… eine der seltenen Schreimomente, bei denen man nicht weiss, ob man gleich den Arzt holen soll oder was man um Himmels willen falsch gemacht hat gerade… mit dem Nuggi lässt sie sich wieder beruhigen und schläft ein – puh!
img_7746Kann es sein, dass das Mäuschen meine Unruhe und Unsicherheit spürt, die ich immer noch an Tagen entwickle, an denen der Mann hier fehlt (diese Woche 2 Tage an einem Workshop, nächste Woche an einer Messe…)!? Sind die Kleinen wirklich so sensibel mit ihren Antennen? 😦 Ich bin es auf jeden Fall… ich schwimme schon wieder im Chaos… eigentlich sollte noch Besuch kommen und ich habe sogar extra noch rasch gebacken (mit Äpfeln aber)…

— Unterbruch —

Baby wach… Stillen, Abhalten… jetzt „spielt“ die Maus kurz mit ihr. Der Besuch hat mich missverstanden, und wäre sowieso krank… also bleiben wir heute allein. Auch gut… Deprimiert mich der Regen oder der Mangel an Zeit für mich? Dabei war das einzige, das ich nur für mich tat, ausser gelegentlichem Duschen, dass ich gestern zum ersten Mal ins Rückbildungsyoga ging… und das klappte erstaunlich gut… das Mäuschen schlief dank Nuggi recht bald neben mir ein und wachte dann erst zum Schluss der Stunde wieder auf. Danach konnte ich sie gleich abhalten und wir fuhren gleich wieder heim weil sie Hunger hatte. Ein Vorzeigekind! Wird sicher nächstes mal anders? 😛 Aber ich möchte mir mal die Daumen drücken, denn ich hab‘ ein Abo gekauft für ein paar Stunden… und mich damit selber unter Druck gesetzt, hmm… aber ich kann mich zur Not auch vorher abmelden wenn es mal nicht passt…
img_7735Deprimiert mich die Abwesenheit meines Mannes, der offenbar allein durch seine Anwesenheit genug Unterstützung ist? Ganz zu schweigen davon, dass er sich jetzt stark um die Grossen kümmert, kümmern muss? Deprimiert mich der Sportmangel und das Frustessen, das meiner Figur nicht förderlich ist (aka die Unfähigkeit, mich konsequent gesünder zu ernähren)? Oder ist es die fehlende Zeit, mich mal eine Stunde lang in Ruhe der grossen Maus widmen zu können? Das Magazin, das heute kam und dass ich so gerne lese und wofür ich nicht ohne Unterbruch Zeit haben werde?
Oder die unbegründeten Ängste, die offenbar mit jedem Kind wachsen? Noch immer habe ich oft Albträume und das doofe Gefühl, das Mäuschen niemandem anvertrauen zu können… 😦

— Unterbruch —

Die Maus wollte nicht mehr „babysitten„… jetzt essen wir die Wähe, während das Mäuschen wohl wieder müde ist. Ich habe das doofe Gefühl, mir einfach während der Schwangerschaft zu viel aufgehalst zu haben. Ich hatte ja Zeit und die nutzte ich, um einiges in Gang zu bringen… vieles konnte ich vorbereiten, als das Mäuschen noch mehr schlief. Jetzt wird’s schwierig…
Plötzlich habe ich das Gefühl, sie ist schon ewig auf der Welt. Dabei sind es erst 7,5 Wochen…
Vielleicht demprimieren mich einfach Tage wie dieser, an denen ich ganz viele Pipis verpasse und mich ärgere, obwohl ich nicht sollte. Ein Tag, an dem ich nichts gebacken kriege (ausser der Wähe…).

— Unterbruch —

Ein Tag, an dem ich mich fürchte vor allen Herausforderungen, die da kommen. So habe ich morgen früh einen kurzen Termin und am Dienstag Morgen eine Trageberatung und weiss nicht, ob’s auch gut klappen wird wenn mein Mäuschen dabei ist, vielleicht wach, vielleicht stillen möchte? Und am Mittwoch dann wieder das Yoga und mein Mann auch über Nacht weg, so dass ich an den Morgen raus muss, um mich um die Kinder fertig zu machen während vielleicht gleichzeitig das Mäuschen wach wird…
Ein Tag, an dem ich mich generell fürchte, vor jedem Tag, der kommt, weil ich nicht weiss, wie er wird. Wird es ein guter oder ein herausfordernder, ermüdender Tag? Werde ich gut schlafen können? Es ist für mich irgendwie wie das Warten auf einen GAU, der vielleicht gar nie eintritt. Weil meine grossen Kinder schlechte Schläfer waren, uns nächtelang wach hielten. Es ist als ob ich voller Furcht warte darauf, dass dies auch beim Mäuschen eintritt. Aber vielleicht passiert das gar nicht, weil sie in allem ein bisschen einfacher und unkomplizierter ist. Fast ein Anfängerbaby… aber dieses Warten macht mich ständig angespannt und nervös. Nur… ich kann es nicht abstellen. Noch nicht… ich brauche wohl noch etwas Zeit… Doofe, unnötige Präventiv-Panik 😛

Und bevor mich jetzt wieder jemand droht, falsch zu verstehen: ich liebe das Mäuschen, es macht uns komplett. Ich freue mich jeden Tag darüber, sie hier bei uns zu haben und ich mache nichts lieber, als sie anzusehen, wenn sie schläft oder lacht und aufmerksam zuhört… Ich bin sehr, sehr dankbar dafür, dass wir nun zu fünft sind und freue mich auf die vielen tollen Momente, wenn sie bald aktiver und unabhängiger wird, die Welt zu entdecken beginnt und die drei Kinder auch mehr miteinander machen können…
Und: es gibt auch Tage, an denen ich mich stark und mutig fühle und das Gefühl habe, unglaublich viel geschafft zu haben oder schaffen zu können. Aber im Zuge von „mehr Realität in den sozialen Medien“ darf man auch mal die anstrengenden Tage verbloggen, oder? 😉
Die Tage werden irgendwann auch wieder wärmer… alles wird gut…