„Ausruhen kann ich mich mit 50“

Polly Hollenstein kenne ich schon eine Weile. Zuletzt verband uns vor allem die Teilnahme an einem Outdoor-Trainingsangebot in der Region. Ich bewunderte es damals total, wie sie als Mama von drei Kindern, die sie mit kurzem Abstand zueinander bekam, eisern trainierte und heute eine richtige Sportskanone ist. Und noch viel mehr… aber lest selber. Ich habe ihr und ihrem Mann ein paar sehr „gwundrige“ Fragen über sie und ihr Familienleben gestellt und bekam entwaffnend ehrliche Antworten – ein wunderbares Interview einer tollen und aktiven Familie. Weiterlesen

Unser Hochzeitstag im GAMS, Geniesser- und Kuschelhotel

Vor über 5 Jahren, als ich die Maus noch im Bauch trug, fuhren wir zum ersten Mal nach Bezau (Vorarlberg, AT) ins „Gams“. Das Hotel wurde uns damals von Freunden empfohlen und wir planten zum ersten Mal seit der Geburt des Grossen eine richtige Eltern-Auszeit mit Auswärts-Übernachtung. Schon damals waren wir begeistert und uns ziemlich sicher, dass wir irgendwann wieder kommen würden.
img_2900Seitdem haben wir nie mehr so richtig Urlaub zu zweit gemacht. Ja, die Kinder haben schon öfters auswärts geschlafen, auch mehr als eine Nacht, aber wir waren meist nur essen u/o im Kino oder folgten irgendeiner Veranstaltungseinladung. Es war also allerhöchste Zeit, dass wir wieder mal allein weg fuhren. Zumal wir a) am Sonntag unseren 7. Hochzeitstag feierten und b) ab Januar sicher wieder für ein ganzes Weilchen keine Gelegenheit mehr für solche Auszeiten haben werden. Für mich also nur logisch, dass wir uns vor der Geburt noch einmal „Zeit zu zweit“ gönnen sollten.
Das Gams ist dafür einfach der ideale Ort! Ich kenne kein schöneres und innovativeres Hotel weit und breit, das sich den Themen Kulinarik, Wellness und Romantik so erfolgreich verschrieben hat. Mit 60 Kuschelzimmern-/suiten ist es angenehm familiär, bietet aber mit einem 2000m2 grossen Wellnessbereich, dem „Da Vinci Spa“, sowie der wirklich ausgesprochen guten Küche ein erstklassiges Verwöhnerlebnis, das ich wirklich jedem Paar nur weiter empfehlen kann. Die Gäste kommen zum Grossteil aus der Schweiz und Liechtenstein, der Rest aus Deutschland, Südtirol und Österreich.
Rund eine Stunde entfernt ist es von uns, die Fahrt führt durch den landschaftlichen und im Herbst oder Winter natürlich ganz besonders schönen Bregenzerwald. Und so lässt einen schon die Anreise stressfrei ankommen und man wähnt sich hier wirklich in einem versteckten Kleinod, weit weg vom Alltag. Kein hektisches Check-in, hier darf man zuerst gemütlich in der Lounge-Bar Platz nehmen und bei einem Begrüssungsgetränk die Anmeldung ausfüllen. Danach wir uns das Zimmer gezeigt. Zimmer jedoch ist untertrieben! Im „Blütenschloss“ haben wir ein wunderbares Reich allein für uns, mit Himmelbett, Sofalandschaft, Kaminfeuer, Minibar und Fernseher, Walk-in-Dusche, Whirlwanne, Frisiertisch und Balkon. Organza-Vorhänge trennen einzelne Bereiche im Zimmer, das in seiner Architektur einer sich öffnenden Blüte nachempfunden wurde. Es ist hell und freundlich. Die Zimmer im „Blütenkokon“ sind ein wenig anders gestaltet und symbolisieren einen Kokon, richten sich also nach innen. Vier „Top-of-Suiten“ komplettieren das Hotel.
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Bild: GAMS Geniesser- und Kuschelhotel

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Bild: GAMS Geniesser- und Kuschelhotel

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Ein Grossteil der Besucher hier sind (werdende) Eltern, der Altersdurchschnitt zwischen 30 und 35 Jahren, wie Ellen Nenning uns verrät. Seit vielen Jahren führt sie gemeinsam mit Partner Andreas Mennel das „Gams“. Man sieht aber durchaus auch ältere oder jüngere Paare hier, schliesslich kennt die Liebe keine Alters-Grenzen 😉 Es gebe auch immer mehr Stammgäste (das verwundert nicht) und auch viele Heiratsanträge hier im Hotel (also wenn Euch Euer Partner mal hierhin einlädt… 😉
Dass die Gäste das Hotel wesentlich mitgestalten, nicht nur in dem sie ihre ganz private Geschichte hier schreiben, sieht man z.B. an den dunklen Wänden im Blütenschloss. Hier darf man sich mit einem Metallic-Marker verewigen und so zieren bereits zahlreiche Herzen, Initialen, Sprüche und Liebesschwüre die Wände. Im Eingangsbereich vor dem Hotel kann man zudem ein an der Rezeption erworbenes Schloss mit seinen Initialen prägen und befestigen. Und nicht nur deshalb nennt Ellen Nenning das Gams eine „Plattform für Zeit zu zweit“. Die Hotelmanagerin ruht sich aber nicht auf den Lorbeeren aus, sondern ersinnt mit ihrem Team immer wieder neue, besondere Angebote, sei es im Wellnessbereich oder im Hotel selber, wie z.B. das Paket „1001 Nacht“ mit „kulinarischen Überraschungen & aphrodisische Höhenflügen unter Baldachinen, traditioneller Shisha und süssem Minztee in weichen Kissen sowie erfrischenden Aufgüssen und orientalischen Reinigungsritualen bis Mitternacht.“
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Nasch-Bar 🙂

Welches Paket man auch bucht, ich kann garantieren, dass man das Hotel erfrischt, erholt und beflügelt verlässt. Die Zeit, die wir im Spa-Bereich verbrachten, war rasch um. Dampfbad, verschiedene Saunas, Hot-Spot-Pool, Cool Pool, beheizter Aussenpool, Erlebnisduschen und verschiedene Ruhebereiche innen wie aussen, Tee-Ecke und zwischendurch leckeres Fingerfood, im Bademantel genossen – langweilig wird es hier nicht. Um für mich noch Treatments zu buchen (ich liebäugelte mit „Rundum schwanger“ – klar, oder? ;), war ich leider zu spät… umso schöner die Überraschung, dass man für uns die „Schokosahne“-Paaranwendung buchte. Wir waren sehr gespannt darauf.
In einem privaten Dampfbad durften wir eine Mischung aus geschmolzener, weisser Schokolade und Kokosöl (duftete wirklich herrlich) auftragen und einwirken lassen. Das war ziemlich lustig. Währenddessen wurde in unserem Zimmer alles für ein Bad vorbereitet – Kerzen, ein kleiner Schokokuchen, Pralinen und Badesalz. Zuerst duschten wir aber und bekamen eine heisse Schokolade serviert, die wir in Ruhe trinken durften. Das Bad in der Wanne nahm ich dann zwar alleine, aber es war herrlich entspannend, ich habe sicher einer halbe Stunde oder länger gesprudelt 😀

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Bild: GAMS Geniesser- und Kuschelhotel

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Aber natürlich wird der Gaumen auch verwöhnt! Im Restaurant „Goldstück“, das in drei Bereiche unterteilt ist, erwartet einen abends ein 7-Gänge-Gourmetmenü nach Wahl, d.h. bei der Vorspeise, den Suppen und dem Dessert kann man immer zwischen zwei bis drei Alternativen wählen. Da ist wirklich für jeden etwas dabei. Käse und Dessert gibt es auch mal vom grossen Buffet. Letzteres hat uns gestern fast umgehauen. Das Dessertbuffet war wirklich enorm, die Entscheidung fiel schwer, aber nach den anderen Gängen hatte leider nicht mehr viel Platz… Dazu muss man aber sagen, dass die Portionen wirklich angemessen sind, schön klein, und die Speisen im Grossen und Ganzen angenehm leicht. Natürlich gibt es auch jeden Abend eine Apéritif, Digestif- und Wein-Empfehlung, welche das Menü abrundet. Wer mag, schliesst den Abend in der gemütlichen Lounge-Bar ab oder leiht sich eine DVD für’s Zimmer. Popcorn darf man sich ebenfalls mitnehmen… für kuschelige Stunden zu zweit 🙂

 

Wir haben den kurzen Aufenthalt auf jeden Fall in vollen Zügen genossen. Es blieben wirklich keine Wünsche offen und besser kann man einen Hochzeitstag eigentlich nicht verbringen! 😉 Gerade wir Eltern, die sonst im hektischen Alltag mit den Kindern kaum einen kompletten Satz zu wechseln bringen und immer gefordert sind, tut solche Zweisamkeit wirklich gut. Einmal ungezwungen und in Ruhe über alles Mögliche reden oder einfach nur alles rundherum gemeinsam geniessen… natürlich haben wir auch die Kinder vermisst und über sie gesprochen, aber auch das hat sein Gutes, so schätzt man nämlich sein grosses, gemeinsames Glück wieder mehr 😉
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Wir bedanken uns ganz herzlich beim Hotel Gams für die tolle Zusammenarbeit und die wunderbare Gastfreundschaft, die uns sicherlich wieder nach Bezau führen wird. Danke auch an die MAROundPARTNER GmbH #mup für die tolle Möglichkeit!

Kennt Ihr das Geniesser- und Kuschelhotel schon? Evtl., weil Ihr selber schon dort wart, oder vom Hörensagen? Oder habt Ihr nun Lust bekommen, auch einmal hinzufahren? 🙂
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Über Bindungen, Familie, Beziehungskonzepte

Manchmal bringt mich etwas zum Nachdenken und ich muss das dann irgendwie niederschreiben. Der Sinn vom Bloggen, ne? So wie heute morgen als ich von einer (erst flüchtig) Bekannten erfuhr, dass sie, ebenfalls eine Mutter zweier Kinder im ähnlichen Alter, schon seit einer Weile vom Vater der Kinder getrennt lebt. Ich weiss, das ist kein Neues Thema, Worte wie „Patchwork-Familie“ oder „alleinerziehend“ schon relativ „alt“, aber dennoch… sie ist bei weitem nicht die einzige Mutter, die ich kenne, die nicht mehr mit dem Kindsvater zusammen lebt. Ich kenne einige. Solche, die bereits in der Schwangerschaft vom Vater verlassen wurden, einige trennten sich danach, weil er oder sie fremd ging oder einer keine Lust mehr hatte… Die Mutter, die ich heute traf, trennte sich nicht unüberlegt. Es ging keiner fremd, die Luft war wohl einfach raus. Man will nicht immer fragen, man kennt nie die ganze Situation, in welcher Familien stecken und schon ganz selten kennt man beide Seiten. Und ich kenne auch (kinderlose) Ehen, in denen nach vielen Jahren der Wurm drin steckt, man sich aber dennoch entschliesst, zu kämpfen, eine Therapie zu machen etc.
Wenn keine Kinder im Spiel sind, dann denke ich, ist es relativ unkompliziert. Natürlich tut es weh, dem einen vielleicht mehr als dem anderen, aber in der Regel ist ein Ende mit Schrecken besser für beide als ein Schrecken ohne Ende…
Ist heute die Trennungs- und Scheidungsrate hoch, so war das „Aufgeben“ in früheren Generationen nicht nur relativ tabu sondern auch fast unmöglich, da man abhängig voneinander war. Die klassische Rollenteilung hielt Familien zusammen. Aber waren die Menschen dadurch glücklicher oder treuer? Wohl auch nicht, zumindest nicht alle. Es gibt ja doch immer wieder Paare, die es schaffen, jahrelang glücklich zu sein miteinander.
In der heutigen Zeit, in der Männer und Frauen immer selbstständiger sind, oft auf Achse, mit vielen Menschen in Kontakt, beruflich wie auch in der Freizeit, ist es definitiv schwieriger, bei auftretenden Unstimmigkeiten nicht gleich das Handtuch zu werfen… zumindest dann, wenn man keine gemeinsamen Kinder hat… zwar sehnen sich wohl die meisten Menschen nach Beständigkeit, nach einer festen Beziehung, jemandem, der zuhause auf einen wartet… keiner ist gerne lange alleine. Und doch ist man heute weniger „sesshaft“. Berufliche Wechsel, viele Reisen, man ist mobil, hat durch die sozialen Netzwerke auch viele Kontakte, die nicht nur eine Tür weiter wohnen… wir werden heute auch verwöhnt mit einer Vielzahl an Möglichkeiten. Konsum, Sport und Freizeit, Reisen, Bildung… warum da jahrelang den selben Partner haben? Es gibt so viele, (nette) Menschen, es lockt also auch die Abwechslung oder auch einfach: der Wunsch, begehrt zu werden, etwas für’s Selbstbewusstein…

Ich denke, es ist heutzutage eine grosse Herausforderung, Beziehungen aufrecht zu erhalten und zu pflegen und auch bei Krisen nicht aufzugeben.
Ich denke auch, dass es Mut braucht, einen Schlussstrich zu ziehen, wenn es nicht mehr geht, wenn es nur noch eine Belastung ist, wenn man nach erfolglosen Versuchen, zusammen zu bleiben, gemerkt hat, dass es besser ist, sich zu trennen.

Wenn Kinder im Spiel sind, wird zurecht länger gezögert, sofern nicht grosse, seelische Verletzungen im Spiel sind, ein Vertrauensmissbrauch, der nicht so schnell wieder gut zu machen ist. Für viele ist das ein Grund, noch über Nacht mit Sack und Pack zu fliehen. Andere geben eine zweite Chance… Schlussendlich wird man sich nie, bei niemandem, hundertprozentig sicher sein, weil kein Mensch berechenbar ist.
Wenn Kinder im Spiel sind, verkompliziert das alles. Man stellt zwangsläufig ihr Leben auf den Kopf. Es stehen die Bedürfnisse mehrerer Menschen im Raum und es gilt, diese irgendwie zu vereinen, wobei diejenigen der Kinder absolute Priorität haben. Ich habe auch hier bei einer Freundin miterlebt, wie lange dieser Prozess dauern kann, wie intensiv er sein kann und wie schwierig und schmerzhaft…
Wir wollen unseren Kindern so viel wie möglich ersparen. Wir wollen nicht, dass sie leiden, wollen sie nicht aus ihrer Komfortzone reissen. Nur manchmal geht es nicht anders…
Ich wünsche es keinem, so etwas durchmachen zu müssen. Ich schicke jedem viel Kraft, der es durchziehen muss. Ich wünsche mir für meine Familie, nie eine solche Entscheidung treffen zu müssen, auch wenn mir bewusst ist, dass es nicht immer einfach ist. Manchmal viel Nerven strapaziert werden, Verletzungen geschehen und man nicht den 5er und das Weggli haben kann. Ich bin mir bewusst, dass sowohl ich als auch mein Mann oft auf die Zähne beissen müssen. Kinder zu haben, ist eine Herausforderung, nicht nur eine individuelle sondern auch eine für die Beziehung. Man kann nicht erwarten, dass diese unverändert bleibt. Und sind die Kinder noch so „ring zu haben“… Keine Kinder zu haben, kann mit der Zeit aber auch eine Herausforderung werden. Auch hier kenne ich ein Paar, das nach vielen (ungewollt kinderlos gebliebenen) Ehejahren für das Zusammenbleiben kämpft. Da war man jahrelang Seite an Seite, war füreinander da, meisterte viele Herausforderungen, kennt sich in- und auswendig (vielleicht zu sehr) und irgendwann bleibt die Anziehung auf der Strecke. Man begehrt sich nicht mehr. Jahrelang die gleiche Person an der Seite… es ist klar, man steht sich emotional nah, man fühlt sich geborgen, versteht sich ohne Worte, man lebt eine intensive Freundschaft. Eigentlich will keiner ohne den anderen sein, weil man den anderen vermissen würde, die Familie, die man hat, auch nur zu zweit; undenkbar, sie aufzulösen… Hier muss jedes Paar für sich entscheiden (und gottlob nur für sich und nicht auch noch für die Kinder), was es aus der Situation macht. Will man einen Neuanfang für beide (sich und auch seinem so geliebten Partner eine neue Chance geben) oder ahnt man, dass man nach ein paar Jahren wieder am selben Punkt ankommen könnte und darum lieber beim Vertrauten bleibt, wenn auch ohne das Prickeln, das man ganz am Anfang spürt? Einfacher fiele die Entscheidung, wenn sich die Partner auseinandergelebt haben, sich die Interessen verschoben haben, man sich nichts mehr zu sagen hätte…
Wie könnten menschliche Beziehungen in 20, 50 Jahren aussehen? Verliert die Ehe immer mehr an Bedeutung? Wird sie noch existieren? Wird sie anders umrissen werden? Werden neue Beziehungsformen etabliert? Sind offene Beziehungen ein Thema? Oder nach wie vor eine marginale Erscheinung, da sich selten beide Partner gleichermassen dafür begeistern können… was verständlich ist, da immer ein Risiko besteht, dass jemand sich zu einem anderen Partner mehr hingezogen fühlen wird und die Beziehung beendet.
Ein Patentrezept gibt es wohl nicht. Solange es Menschen gibt, wird es Beziehungen geben, werden Bindungen aufgebaut und wieder gelöst… denn anders können wir nicht leben. Aber der Spruch „bis dass der Tod uns scheidet“, der wird wohl mehr und mehr an Bedeutung verlieren. Zum einen, weil die Menschen immer älter werden, zum anderen, weil sich kaum mehr einer auf die Ewigkeit festlegen will…

Wie denkt Ihr darüber?