Aus dem Alltag…

Ja, ich schaffe es doch tatsächlich auch mal wieder, einen simplen Alltags-Beitrag zu schreiben. Das kam, bis auf die SSW-Updates ja kaum mehr vor… tatsächlich verschlucken alle Pendenzen die Zeit für sowas, aber immerhin scheint diese Woche ein wenig ruhiger zu verlaufen und ich schaffe es doch ab und an ein Häkchen auf meiner To-Do-Liste zu setzen, was mich sehr erleichtert.
Die letzten Tage standen ganz im Zeichen des Föhns. Nicht, dass ich wetterfühlig wäre, aber mein Mann kann dann kaum schlafen, alles klappert, es reisst uns draussen schier die Pflanzen ab und ich war jeweils recht besorgt, ob die Kinder ihre Wege in Kindergarten/Schule und zurück ohne Unfälle meistern würden, man weiss ja nie… Mülltonnen lagen herum, ja, alles was nicht niet- und nagelfest war oder reingeräumt wurde, hat sich wohl irgendwohin verabschiedet. Ich liebe den Sturm trotzdem und es ist mir fast zu ruhig, jetzt da der Wind merklich schwacher wurde.
Unsere Woche begann gestern ruhig, ohne Playdate. Ich war morgens im Fitnesscenter und im Laden und zwischendurch immer wieder damit beschäftigt, Kleiderpakete zu machen. Auch habe ich gestern die Kleidung vom Smafolk-Gewinnspiel eingepackt, die Adressen ausgedruckt etc. Alles eine ziemliche Arbeit. Was die Kleider vom Grossen betrifft, so konnte ich schon etliche leere Kisten beiseite stellen. Langsam lichtet sich alles… aber es ist nicht einfach. Ich sehe ja in fast jedem Teil meinen Sohn als er kleiner war und knuddlig und süss und ich werde nostalgisch, sentimental, ach ihr wisst schon… nein, eigentlich haben die Klamöttchen keinen emotionalen Wert und doch… man erinnert sich vielleicht noch genau an die Zeit in der man sie gekauft hat, in der der kleine Mann sie trug… aber ich bemühe mich wie immer, meine Gefühle beim Aussortieren und Kisten packen in Schach zu halten…
suppeGestern Abend habe ich mal wieder die leckere Asia-Suppe nach einem Rezept von Jamie Oliver gekocht und die Kinder sind sogar recht zeitig ins Bett, so dass noch ein wenig Zeit zum Lesen gibt. Hier liegen nämlich nach wie vor zahlreiche Rezensionsexemplare rum, die ich noch durchlesen will… dazwischen mache ich Fotos für den Blog und Nestwärme, bereite Artikel vor etc. pp.
Morgen will ich noch auf Geschenkesuche für die Maus gehen, die ja Geburi und Weihnachten in der selben Woche feiert, und nachmittags sind wir zum Playdate auf einem Spielplatz verabredet. Also wieder ein voller Tag… drum will ich mich heute nach Möglichkeit noch meinen 1000 geplanten Nähprojekten widmen 😀
So. Gestern Abend guckte mein Mann zur Abwechslung mal TV. Ganz ehrlich, der läuft bei uns kaum noch. Wir haben den tatsächlich so ziemlich durch Social Media ersetzt – mein Mann mit seinen Youtube-Channels, ich mit FB, Insta, Blogging und so. Oder Lesen! Stricken wär‘ auch wieder mal schön! Und bevor mir jetzt wieder alle mit N*etflix!!! kommen! Nöö, kein Bedarf. Ich warte auf die neuen Grey’s-Folgen irgendwann im neuen Jahr und für die Gilmore Girls (daher übrigens der Blog-Name, den ich ab Januar zu ändern plane) leiht mir mit Glück eine Freundin mal ihr netflitziges iPad 😉 Filme? Könnten wir uns zur Not auch mal via Video on Demand kaufen. Uns reut aber meist das Geld. So what… aber ich bin abgeschweift! Es kam gestern eine Reportage über Crossfit im TV und ich sagte zu meinem Mann: „das mache ich dann nächstes Jahr auch!“ Er meinte nur lapidar, was ich sonst noch alles machen wolle neben Boxen und Karate, BJJ, MMA, Outdoortraining!? Erst mal wahrscheinlich gar nichts, für lange Zeit. Ausser vielleicht spazieren 😀 Und sehr wahrscheinlich bleibt das auch lange so, aber Crossfit würde mich schon reizen, auch wenn ich den Eindruck habe, dass ich das Handtuch nach 2 Sekunden wieder werfen werde oder erstmal so an die 20kg abnehmen müsste damit ich einen Klimmzug schaffe – haha. Wie dem auch sei, die Crossfitter wirken mega fit und muskulös und v.a. macht auch der Ausdauerteil einen grossen Part aus und Ausdauer ist meine Achillesferse. Nun, man kann ja langsam beginnen, ne? Irgendwann dann… 
Die Kids… die spielen und streiten und streiten und spielen, alles recht normal. Der Grosse überfordert sich gerade selber ein wenig mit dem Lesen-Lernen. Schon zum 3. Mal brachte er ein Blatt mit diversen Silben mit, das er „schnell“ lesen sollte und es geht schon wesentlich besser als vor einer Woche. Dennoch glaube ich, dass er (und da erkenne ich seinen Vater in ihm wieder) hier einen recht hohen Anspruch an sich hat. Ich denke, das ist nicht schlecht, aber eben mühsam für ihn. Ich kann mich schlecht damit vergleichen. Mir fiel in der Primarschule Lesen und Schreiben total leicht, ich war da immer fast fehlerfrei unterwegs. Mit dem Rechnen hatte ich mehr Mühe und irgendwann dann auch mit Grammatik, Interpunktion und so. Aber das kam erst im Gymi. Da äusserte sich dann wohl auch irgendwann der Minimalismus, der sich bis heute durch alle Bereiche meines Lebens zieht: nur das Nötigste machen. Ich bin in vielem einfach nur stinkfaul. Es sei denn ich mache war für andere, oder ich mache etwas richtig gerne, dann natürlich nicht. Und unser Grosser hat irgendwie beides… er setzt sich nicht hin und schreibt die Buchstaben bis sie perfekt sind, radiert immer wieder. Nöö, er macht halt das Blatt und gut. Und dann trotzdem beim Silbenlesen dieser selbstauferlegte Druck… jänu. Wir versuchen ihm gut zuzureden, was nicht hilft, ansonsten bin ich optimistisch. Auch er wird irgendwann prima lesen können… und ich mache ihm da keinen Druck. Der Minimalismus, Ihr habt’s gelesen, ich bin keine pushy mom… 😉
Oh und dann das noch: an diesem Wochenende soll ja schon der 1. Advent sein. Oder, ODER? Ach du… dann muss ich ja noch einen Adventskranz machen, dekorieren, und und und… Immerhin haben die Kids schon einen Adventskalender. Den haben die beiden schon vor ’nem Monat oder so gesehen und sich gewünscht. Natürlich vom dänischen Klötzchenfabrikant. Mir auch recht. 1. weil sie dann nicht morgens schon Schoggi futtern und 2. weil ich, da haben wir’s wieder, eh zu faul gewesen wäre, um… nein, das stimmt nicht ganz. Das hätte ich schon geschafft, zumindest das selber Füllen, das habe ich auch schon. Aber nicht das selber basteln. Wobei auch das gegangen wäre. Aber so ist auch gut. Der Grosse hat sich für die City-Version entschieden, die Maus für die Friends-Version. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wo ich die hingepackt hab‘ 😀
Ach, und schaut wieder rein… es wird bei mir an jedem Adventswochenende (und mehr? 😉 etwas Schönes zu gewinnen geben – für Euch u/o für Euer Kind 🙂 
Habt’s eine gute Woche! 🙂

Sport im 3. Trimester – rien ne va plus?

Ja, ich fühle mich tatsächlich endzeitschwanger, obwohl es noch rund 2 Monate dauern soll(te)… so früh hatte ich nicht damit gerechnet, aber ich nehme es an, wie es ist, denn es spart mir so einiges an Zeit. Und ich habe ja schon angedeutet, im 3. Trimester mal noch ein Update zu schreiben, also voilà:
Ich habe alle Gruppen- und Kampfsport-Trainings(abos) gestoppt. Der Bauch ist langsam echt zu gross. Ich wäre zu langsam, es wäre zu anstrengend, es würde zu sehr ziehen und ziepen wenn ich jetzt noch irgendwas in die Richtung machen würde. Zudem wäre das angebrachte Mass an Zurückhaltung mittlerweile so gross, dass es schade um das Abo wäre. Also, ne, fertig. Ich schaue, dass ich nun vielleicht 1x die Woche noch im BJJ zuschauen kann, damit ich wenigstens einigermassen drin bleibe. Auch wenn es mich dann immer wurmt, nicht mitmachen zu können. Aber ich weiss, dass ich irgendwann wieder einsteigen werde, die Pause ist absehbar… und ich habe an meiner Seite schon so manchen Verletzten mit erlebt, der für eine Weile pausieren musste. Immerhin das blieb mir erspart. Denn einen schöneren Grund für eine Trainingspause wie eine Babykugel gibt es nicht 😉
So. Was tue ich also noch? Moderate Aktivitäten:

  • Spaziergänge, bevorzugt am Weekend mit der Familie
  • Ein paar Längen Schwimmen während des Schwimmkurses
  • Yoga
  • Krafttraining im Fitnessstudio

Während die oberen Punkte selbsterklärend sind, kann ich für Interessierte kurz ausführen, was das Studio-Training hergibt. Ich wärme mich 10min am Laufband auf (moderates Tempo, also wirklich laufen, nicht rennen! Mit Steigung von rund 5%, also das Laufband zeigt aufwärts 😉 und schliesse mein Training ebenso ab.
Dazwischen gehe ich an Hanteln und Geräte. Folgendes steht auf meinem Plan, den man mir im Studio erstellt hat:

  • Beinbeuger und -strecker
  • Abduktion und Adduktion (Oberschenkel öffnen/schliessen)
  • Rückenbeuger (gut für den unteren Rücken)
  • Eine Übung für den oberen Rücken, Name habe ich vergessen
  • Mit Hanteln: Bizep Curls mit je 6kg, Seit- und Frontheben mit je 3kg, Brustpresse halb sitzend, halb liegend mit 4kg
  • Switching-Geräte (für Übungen im Stehen): Kniebeugen, Dips und „Tractions“ (auf einem Knie)

Ich mache 2-3 Sätze und 12-15 Wiederholungen, bei der Brustpresse meist 30 am Stück, vielleicht sollte ich da mehr Gewicht nehmen 😉

Viel mehr gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen, ich denke mal, dass ich das so durchziehe bis das Baby kommt…

Bild: Ausschnitt aus einem Bild von Eddy Risch für Fitnesshaus Schaan

SSW 31+1 – noch 2 Monate!

Ja, da motzt sie schon wieder, wie die Zeit geht! Ist aber auch wahr… ich habe das Gefühl, dass sich in der letzten Woche doch noch einiges „getan“ hat in und an meinem Körper… so bereitet es mir seit einigen Tagen Mühe, mich im Bett von Seite zu Seite zu drehen. Meine Hüftgegend beschwert sich da und ächzt. Vielleicht ist es auch eher die Symphysengegend denn die Hüfte macht mir nur noch selten Sorgen (immerhin!). Aus dem (sehr hohen) Bett zu steigen, ist ebenfalls eine Tortur, ich muss nun wohl den Schemel benutzen 😉 Ich merke, dass meine Taille weg ist (wohl schon länger), was sicher an der nicht mehr so sportlichen Ernährung liegt. Und ich merke, dass nun doch sehr viel nicht mehr geht… viel früher als gedacht (man hält sich ja immer für stärker…), habe ich nun alle Trainings bis auf das Fitnessstudio und Yoga, aufgegeben. Klar, die Motivation fehlt, wenn man nicht mehr so kann wie man gerne würde… leider motiviert mich auch das Studio-Training nicht wirklich, aber gut, wir versuchen dafür (mit Betonung auf versuchen), am Wochenende immer mal wieder längere Spaziergänge einzuplanen. Hier hoffe ich, dass das Wetter uns noch ein paar trockene Tage beschert…
Übrigens steht an diesem Samstag die #swissblogfamily an – ein Schweizer Elternbloggertreffen. Zwar muss ich ganze 4h für die Hin- und Rückfahrt mit dem Zug rechnen (ächz), aber eine Bekannte kommt mit, was sehr praktisch für mich schüchternes Reh ist (ich wäre sonst komplett überfordert mit so vielen neuen Leuten), und ich freue mich schon riesig auf Networking und die Podiumsdiskussionen 🙂 Ist das erste Treffen dieser Art in der Schweiz nachdem ich schon lange sehnsüchtig nach DE gelinst habe, wo es regelmässig tolle Blogger-Events gibt. Das weinende Auge, das ich am Samstag habe, gilt meiner Familie, die ich sich selber überlassen muss, aber ich bete einfach, dass die Kinder Lämmchen sind und es meinem Mann nicht allzu schwer machen… und dass ich nicht allzu spät wieder heimkehren darf natürlich 😉
So, und morgen ist ausnahmsweise kein Schwimmkurs, sondern Laternenfest im Kindergarten 🙂 Hoffentlich ohne Regen!

img_8508Seele: wenn ich zu etwas komme, ganz gut, wenn ich vor lauter viel los nix hinbekomme und abends keine 3 Seiten in einem Magazin durchblättern kann weil ich zu müde bin, dann ist’s doof… aber so generell bin ich ganz guter Dinge und zufrieden mit mir und meinem Bauch 😉
Untersuchungen/Arztbesuche: Nächste Woche kommt die Hebamme. Schon wieder!? Die war doch erst grad hier? Kommt die jetzt häufiger? Auf jeden Fall könnte sie mal das Tape erneuern… Leider antwortete sie mir diesbezüglich nicht auf meine SMS. Ich hoffe, sie tut das dann, wenn ich schreibe „es geht los!“ 😀
Gestern war ich noch beim Zahnarzt, zählt das auch? Also nur bei meiner Dentalhygienikerin, die gerade auch ihr (erstes) Kind erwartet, so 2 Monate nach mir und ihr Bauch sieht so aus als wäre sie erst im 3./4. Monat 😀
Körper: Fühle mich oft wie ein gestrandeter Walfisch, dann aber wieder ganz wohl. Wenn das Bauchmädchen bewegt, sieht man das nun auch von aussen, ich liebe es, dabei zuzuschauen auch wenn sie meist nur kurz aktiv ist… und dann lese ich doch heute wieder „von jetzt an werden die Bewegungen weniger“ weil das Baby keinen Platz mehr hat – doof!
Errungenschaften: BabyLegs! 🙂 Und die erste, selbstgenähte Splitpant. Und eine Bestellung hab‘ ich auch noch aufgegeben für einen Merino-Overall für den Winter und passenden Stiefelchen ❤ Wenn es etwas gibt, dass einer Mama mehr Spass machen könnte als Shopping, dann ist es Shopping für’s Bauchbaby 😀
Ach ja, ich bekam zudem noch ein Tuch und eine Trage zum Testen, dazu später mal mehr…
Geht gar nicht: immer noch diese doofen Alpträume. Wahlweise träume ich von giftigen Schlangen im Wohnzimmer meiner Eltern, wie es vor vielleicht 25 Jahren aussah (und das jetzt vermutlich im Umbau ist weil es jemand anderem gehört) oder anderen, beängstigenden Szenarien…
Geht gut: zwischendurch aufs Sofa legen. Ich muss das wieder konsequenter machen. Heute Mittag gelang es mal wieder weil a) die Kids und ich alleine waren und sie b) noch von einer lieben Bekannten Sticker für ihr Welt des Wissens-Buch bekamen. Sie waren beschäftigt und ich döste fast weg. Ja, für ganz fehlte dann doch die Zeit 😀
Must have: Leider immer noch Süsses… Salziges macht mich nur in Form von Sojasauce (an irgendwas dran) an…

Sport in der Schwangerschaft, Teil II

In meinem ersten Beitrag, den ich kurz nach der Verkündigung meiner Schwangerschaft veröffentlichte, schrieb ich vor allem darüber, wie es war „unwissend schwanger“ zu trainieren und dass ich auf jeden Fall weiterhin, angepasst, trainieren will. Die ersten drei Monate waren jedoch derart von Müdigkeit und Unwohlsein geprägt, dass ich etliche Sporteinheiten auslassen musste oder dann nicht die Leistung bringen konnte, die ich zu dem Zeitpunkt noch erbringen hätte können. Mööp!

Ein Zeitproblem oder ein familiäres?
Ich bin nun am Ende des 2. Trimesters angelangt und es ist Zeit für ein erneutes Update in punkto Schwangerschaft und Sport. Immer mal wieder werde ich (eher von Menschen, die keinen Sport treiben) gefragt, ob ich denn noch trainiere… ja, aber stark reduziert… und das sowohl was die Intensität anbelangt, als auch die Häufigkeit (leider). Letzteres verdanke ich wohl einem ausgeprägten Nestgefühl. Bin ich vor der Schwangerschaft noch gut 5x die Woche ins Training gerauscht, so bin ich froh, wenn ich es jetzt 2x die Woche schaffe. Gut. Einerseits war ich vor dem Kiga-Start der Maus auch noch „unabhängiger“, da es egal war, ob der Mann sie ins Bett bekam oder nicht. Sie musste morgens ja noch nicht zeitig aufstehen… jetzt muss ich die Trainingszeiten diesem Umstand anpassen und schauen, dass ich früh genug wieder hier bin. Dies bedingt dann aber, dass ich ein frühes Training (18, 19 Uhr) wähle, und dies wiederum bedeutet, dass ich nicht zum Znacht mit am Familientisch sitze… einerseits stört dies denn Mann, andererseits habe ich eben tatsächlich meist auch Hunger oder Gluscht und der innere Schweinehund hat schon gewonnen. Dilemma, organisatorisches Problem – vor allem! (Hier muss ich noch hinzufügen, dass ich halt lieber Kurse besuche und die sind generell abends, auf eigene Faust zu trainieren, lag mir leider noch nie). Und natürlich auch meine Einstellung, die gerade mehr Richtung „ich darf meine Lieben nicht allein lassen“ und „es ist grad so gemütlich hier“ tendiert. Und, nicht zu vergessen, der Umstand, dass ich abends oft eine Müdigkeitskrise schiebe *grr*. Da kommen also an miesen Tagen viele Gründe gegen Sport zusammen… Und auch, weil ich weiss, dass ich an Trainings sowieso nicht 100% geben kann, sich also der Aufwand kaum lohnt. Dennoch: nur zuhause sitzen ist nicht und wenn wir auch sonst keine Spaziergänge etc. unternehmen, tue ich mir nichts Gutes… dann ist es immer noch besser, eine Stunde auf Sparflamme was zu tun als gar nichts. Und übrigens: es kam schon vor, dass mein Mann beide Kinder schon im Bett hatte bis ich nach Hause kam. Ich habe entsprechend gestaunt und war froh, wenn ich hörte, dass die Kids problemlos gewesen sind (was früher schon ganz anders klang…). In den letzten zwei Wochen habe ich die Kinder, besonders die Maus, dann fast immer mitgenommen, weil sie wollte und weil es auch ging. Sind ja Ferien. Nur beide zusammen sind schwierig, das gibt meist Radau und ich will nicht, dass sich jemand gestört fühlt durch die Kinder und ich sie fortan nicht mehr mitnehmen dürfte. Schliesslich werde ich im kommenden Jahr auch darauf angewiesen sein, das Baby mitbringen zu dürfen… mal sehen, ob und wie das abends überhaupt klappt. Kids first, ich stiere selten ein Training durch. Wenn es nicht passt, bleibe ich zuhause, auch wenn ich schon umgezogen bin 😛 So, jetzt aber zu den körperlichen Fakten…

Was macht der Körper?

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Auch wenn es so aussieht, ich halte mir nicht die Nase zu 😛 No-Gi mit Bauch und rücksichtsvoller Partnerin.

Das 2. Trimester bedeutete folgendes: Umfang und Gewicht haben nochmal ziemlich zugenommen und erschweren wortwörtlich entsprechend das Training (meinen BJJ-Gi habe ich letzte Woche eingemottet, den Gürtel bringe ich noch knapp unter dem Bauch zu binden wenn ich keine Gi-Jacke trage… ich musste jetzt meinen extra ein paar Nummer grösser bestellten Sonderangebots-Gi rausholen, auch wenn es mir graut, denn er steht von selbst, so hart ist der Stoff und die Jacke hat nicht diesen dicken, gewaffelten Stoff, die würde in einem normalen Sparring also wahrscheinlich kaum lange ganz bleiben, aber da ich kein Sparring mehr mache, ist es Wurst…
Da meine Lungenkapazität schon im ersten Trimester gegen null sank und ich nach wenigen, normalen Schritten, schon keuche wie ein Postross, lebe ich gut mit diesem Umstand. Ich halte eben zwischendurch inne und (ver)schnaufe ein wenig.
Die Sache mit der Hüfte hat sich zu meiner Verwunderung eigentlich verbessert, aber je nach Training macht sie sich danach wieder bemerkbar. Aber insgesamt ist es wirklich sehr erträglich!
Die geraden Bauchmuskeln trainiere ich schon seit etwa der 22/23. SSW nicht mehr (zur Prävention der Rektusdiastase). Bis letzte Woche habe ich noch zum Aufwärmen leichtes Seilhüpfen oder langsames in Runden laufen mitgemacht, aber ideal war es nicht… man spürt, gerade beim Laufen, immer einen unangenehmen Druck gegen unten und auch auf die Blase. Da nun auch die Hebamme beim letzten Besuch meinte, ich solle jegliches Rumgehüpfe bleiben lassen wenn ich nicht wolle, dass mir irgendwann der Beckenboden „unten raus fällt“ (oder so ähnlich…). Nun, da mir der Beckenboden eh schon Probleme bereitet, verzichte ich fortan auf diese Übungen. Leider fällt mir keine Alternative ein, mich gut aufzuwärmen vor dem Training, vielleicht hat da ja jemand Ideen? 😛 Ich kann ja nicht jedes Mal vorher eine Stunde spazieren gehen o.ä. Wenn ich im Fitnessstudio trainiere, dann steige ich vorher auf’s Laufband, stelle es aufwärts und spaziere für 10min, das reicht schon, um mich zum Schwitzen zu bringen 😉

 

Kampfsport mit Bauch!?
img_4221Ich gehe noch ins Fitnessboxen, zum Ladies-Kickboxen und BJJ (ins Karate habe ich es bisher leider nicht mehr geschafft wegen der Zubettgehzeiten der Kinder, obwohl es wichtig wäre, dass ich an den Kata dran bleibe und die lassen sich auch gut mit Bauch üben… vielleicht schaffe ich es noch…) und mache alles mit, was irgendwie geht. Was nicht geht, wird durch anderes ersetzt oder ich schaue zu. Übungen finden sich immer. Bei gewissen Drills/Partnerübungen machen wir eine Dreiergruppe, so dass ich selber nur den Part übe, der geht. Ich habe auch wirklich kein Problem damit, mal auszusetzen weil mein Trainingspartner auch mit jemand anderem üben soll, bei dem er nicht „aufpassen“ muss. Die Trainingspartner halten sich instinktiv zurück bei mir, sind vorsichtig oder getrauen sich kaum, auch wenn sie den Bauch bei einer Übung nicht mal streifen würden 😀 Aber das ist ja auch gut so, ich fühle mich sicher, die Übungen sind kontrolliert weil ich nicht mehr rolle/kein Sparring mache, aber ich habe auch ein schlechtes Gewissen und schicke den Partner dann gerne mal zum nächsten Mann rüber, damit er die Übung auch mit vollem Einsatz machen kann. Im Fitnessboxen geht sogar das Sparring gut, weil alle wissen, dass der Bauch tabu ist und weil die Fitnessboxer sehr kontrolliert boxen. Hier trainieren diejenigen, die was für die Fitness tun wollen, auspowern kann man sich hier am Sandsack, das Sparring ist spielerisch, nicht hart. In der (Thai-)Box-Gruppe würde ich das Sparring auslassen, hier trainieren die ambitionierteren Kämpfer, die sich auch auf Wettkämpfe vorbereiten. Da habe ich im Moment nicht viel verloren.
Was immer geht und was ich auch regelmässig zu machen versuche: Yoga (mit dem Ersetzen gewisser Übungen), Schwimmen, Spazieren und Fitnessstudio. Für’s Bike wird es langsam zu kalt.

Körper und Kopf im Zwiespalt

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Draussen trainieren ist super. Leider werde ich hier bis nach der Geburt pausieren müssen. Foto: naturegym.li

Der Rest ist ernüchternd weil körperlich einfach nicht mehr geht, was der Kopf gerne würde… im Outdoor-Training war ich deshalb auch schon länger nicht mehr (gut, es passt auch manchmal zeitlich nicht und fiel mal aus…), da es auch kälter wird und ich keine bauchtaugliche Funktionsbekleidung besitze (gibt es auch nicht wirklich, meines Wissens, grr!) werde ich wohl damit so langsam pausieren. Da ich auch hier immer einige Übungen ersetzen muss, spare ich mir das Abo lieber für den Wiederaufbau im nächsten Frühjahr 😛
Ich habe echt Respekt vor all den supersportlichen Power-Schwangeren, die von den ersten Wochen der Schwangerschaft bis zum Tag vor der Geburt noch Vollgas weitertrainieren. Ich sehe immer mal wieder Fotos auf Instagram von schwangeren Crossfitterinnen, die noch Hanteln stemmen, die ich unschwanger keinen Zentimeter ab Boden kriegen würde und andere, die regelmässig und unbeirrt ihre Home-Workouts durchführen, sich weiterhin gesund ernähren und kein Gramm zunehmen. Die sehen dann Tage nach der Geburt schon wieder aus wie vorher 😛 Aber gut, ich habe auch noch zwei Kinder im Haus, wäre das nicht der Fall, würde ich auch mehr tun. Dennoch: Respekt vor dieser Disziplin! Ich will ganz klar so bald als möglich wieder meine alte, hart erarbeitete Form zurück und ich will dieses Mal nicht wie nach der 2. Geburt Jahre verstreichen lassen… aber alles nach seiner Zeit und v.a. darf ich dieses Mal auch die Rückbildung nicht versemmeln 😉 Also: motiviert bin ich, im Frühling wieder Vollgas zu geben, aber ich weiss auch, dass es lange dauern kann und dass man es mit Baby v.a. nicht planen kann. Aber auch wenn es nur ein paar Spaziergänge sind, ein bisschen Bewegung liegt sicher regelmässig drin 😉

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Start und Ziel? Die Figur links will ich irgendwann wieder zurück haben 😀 Ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, wie sich das anfühlte… 😛

Auf Arzt und Körper hören
Meine Tipps für Schwangere, egal, was sie vorher getan haben: lasst Euch nicht gehen, bewegt Euch. Es ist erwiesen, dass das hilft, fit zu bleiben, gut gebären zu können und danach auch wieder schneller in die alte Form zurück zu finden. Immer vorausgesetzt, dass Euer Arzt Euch grünes Licht gibt und keine Risiken oder Komplikationen vorliegen (Mehrlingsschwangerschaft, frühere Fehlgeburten, Plazenta praevia etc.). Wählt sanfte, wenig riskante Sportarten. Es geht hier nicht einmal unbedingt um eine Gefahr für’s Baby, sondern darum, dass Eure Bänder locker werden und die Stabilität abnimmt. Ihr könnt Euch verletzen. Während Ihr Sport treibt, solltet Ihr es nicht übertreiben (nicht zu sehr/lang ausser Atem kommen! Schlägt Euer Herz schneller, schlägt auch das Herz Eures Babys schneller) und auf Euren Körper hören. Der sagt meist ziemlich schnell, wo die Grenzen liegen. Trinkt genug, macht nur, womit Ihr Euch wohl fühlt. Pausiert bei Beschwerden, bei Schmerzen erst recht! Fragt im Zweifelsfall immer Euren Arzt.

Fitnesshaus mit Tamara Beck am 7. November 2011Fotos: Brigitt Risch, Schaan

Studio geht eigentlich immer – leichtere Gewichte, mehr Wiederholungen.

Riskante Sportarten: es gibt Schwangere, die weiterhin klettern gegangen sind, Kampfsport betrieben haben, Marathon gelaufen sind. Hier gibt es nur den einen Ratschlag: Ihr müsst es selber wissen und Ihr allein trägt das Risiko. Jeder in Eurem Umfeld wir Euch eher davon abraten und vielleicht sogar verurteilen, was Ihr da macht. Mit Widerstand müsst Ihr rechnen. Auch wenn Ihr z.B. nicht allein trainiert, in einem Club seid etc., kann es sein, dass Ihr nicht mehr erwünscht seid. Keiner will sich mitschuldig fühlen, wenn etwas passiert. Dann dürft Ihr nicht sauer sein, denn es gibt genügend Alternativen und bald dürft Ihr wieder ran… Nur so viel: wer derart trainiert (hat), kennt seine Grenzen und seinen Körper recht gut. Wer schon schwanger war, der weiss auch, was auf ihn zukommt. Solche Frauen können einschätzen, was geht und was nicht, haben ein Vertrauen in ihren Körper. Ich bin sicher, dass Keine zu viel Risiken eingeht. Wir sind robuster als man denken mag, das Baby recht gut geschützt in der Fruchtblase in der Gebärmutter, in der ersten, noch sehr kritischen Zeit, sogar noch versteckt hinter dem Schambein. Das ist gut, denn die Schwangerschaft wird ja meist nicht sofort bemerkt und man trainiert noch ganz normal. Dazu kommt, dass man nach dem positiven Test selten gleich in die Welt heraus posaunt, dass man ein Baby erwartet. Ich rate aber, es dann wenigstens dem Trainer/Instruktor zu sagen, sofern man das Vertrauen hat. Das erleichtert so einiges, denn unwissend hätten er oder sie wohl wenig Verständnis, wenn man plötzlich gewisse Dinge auslässt oder ständig auf’s Klo rennt… 😉
Mal sehen, wie es bei mir noch weiter geht… ich schätze, dass ich in den kommenden Wochen vermehrt auf Fitnessstudio umsatteln werde und dann mal sehen, was noch wie lange geht… vielleicht schreibe ich dann noch mal ein 3. Trimester-Update 😉 Und sonst bestimmt eins über das Trainieren nach der Geburt.

Wenn Ihr Fragen habt, nur zu… Erprobte Workouts für Schwangere sowie Tipps zum Anpassen der Übungen finden sich übrigens im Internet zuhauf! Super geeignet für all diejenigen, die gerne auf eigene Faust trainieren. Ich schaffe das leider kaum. Auf deutsch z.B. bei sportymum.net. Auf englisch mit vielen Videos und Tipps auch zur Ernährung (zum Teil nicht kostenlos) bei „Diary of a fit mummy“.

 

Fotos Beitragsbild: oben links naturegym.li, unten links Eddy Risch für Fitnesshaus Schaan, Rest privat.

Sport in der Schwangerschaft

Es war klar, dass ich keinen seichten Sport betreibe… ein bisschen mulmig war mir deshalb immer zumute, bis die Mens kam. Im Wissen, dass theoretisch etwas passieren könnte… oder vielleicht auch nicht, weil der Embryo in diesem Stadium noch sehr gut geschützt ist in meinem Körper? Es war für mich auf jeden Fall kein Grund, mich jeden Monat einzuschränken. Und so habe ich auch die letzten 2-3 Wochen nachdem es „eingeschlagen“ haben muss bis zum Zeitpunkt des positiven Tests trainiert. Ich habe am Mittwoch getestet und am Montag davor hatten wir uns im MMA noch auf den Boden gefegt. Am Dienstag bekam ich noch im Kickboxen Schläge auf den Bauch… immerhin keine Tritte 😀 Ich gehe stark davon aus, dass mein Körper das gut wegsteckte. Am Abend nach dem Test war ich ganz normal wieder im Jiu Jitsu Training. Ich habe mir keine grossen Gedanken gemacht und die ganzen Übungen – von der Fallschule und dem Abrollen beim Aufwärmen bis zum lockeren Sparring am Schluss. Was ich aber schon in den Trainings davor bemerkte, war, dass ich schon beim Einlaufen recht schnaufen musste (die bekannte Kurzatmigkeit) und beim Abrollen durch die Halle wurde mir gleich ziemlich schwindlig… ich war etwas nervös aber eigentlich sicher, dass alles gut geschützt ist. Trotzdem muss ich meine Trainings ab jetzt anpassen… ich habe sehr viel gelesen über das Thema und weiss, dass man als gesunde Frau mit einer komplikationslosen Schwangerschaft mit einigen dem entsprechenden Schwangerschaftsdrittel entsprechenden Anpassungen, bis kurz vor der Geburt weiter trainieren kann. Ich spüre meinen Körper gut und werde auf ihn hören. Ich habe schon während der ersten beiden Schwangerschaften noch lange trainiert, wenn auch kein Kampfsport, aber Krafttraining, Spinning und Yoga (letzteres bis zur Geburt). Moderate Bewegung ist in einer komplikationslosen Schwangerschaft nicht schädlich, sondern im Gegenteil förderlich. Es wäre sogar schlecht, in der Schwangerschaft nichts mehr zu tun. Eine fitte Frau kann nicht nur besser gebären, sie ist auch gesünder und wird auch nach der Geburt rascher wieder in die alte Form zurückfinden.

Beitragsfoto
Fotograf: Eddy Risch / Location: Fitnesshaus, Schaan / Wann: Maus-Schwangerschaft, 3. Trimester