Inne halten & besinnen…

Noch wenige Wochen bis zu den Sommerferien und ich sehe endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Die letzten Wochen waren aufreibend, in verschiedener Hinsicht. Erstens hatte ich ständig Termine, Arbeit, Besuch oder sonst wie zu tun und sah den Wald vor lauter Bäumen nicht. Zweitens waren die Kinder – jedes auf seine Art – anstrengend. Der Grosse übt sich immer noch im Frech-Sein und benutzt die Maus oft als Blitzableiter bzw. fühlt sich andauernd durch ihre Anwesenheit gestört – Geschwister-Streit galore also, die Maus fragt täglich, mit wem sie am Nachmittag zum Spielen ausmachen könne und ist mit dieser Bitte sehr hartnäckig. Zudem ist sie derzeit, wohl weil sie abends schlecht einschläft, aber auch, weil sie vermutlich immer noch dabei ist, ihre neue Rolle in der Familie zu finden, nah am Wasser gebaut. Oft heult sie auf, wegen gefühlter Nichtigkeiten… das Mäuschen hat am Boden eine kurze Ausdauer. Sie beschäftigt sich vielleicht 5, manchmal 10 Minuten am Stück bevor es ihr zu doof wird. Sie kommt dann entweder auf den Arm, ins Tuch, an die Brust, muss mal oder will schlafen. Nicht immer ist gleich klar, welches Bedürfnis sie hat. Bis ich es herausgefunden habe, kann es also schon mal länger dauern. Und oft versuche ich sie drum halt wieder hinzulegen, z.B. wenn sie gestillt ist und theoretisch nicht schon wieder müde… aber 5 Minuten später, ihr ahnt es, quäkt sie wieder. Das ist eigentlich nichts, was ich nicht von den Grossen her kennen würde… aber nachdem sie sich schon seit einem Monat auf den Bauch drehen und auch ein klein wenig besser greifen kann, wünsche ich mir und ihr eine neue Fähigkeit, die sie etwas länger zufrieden stellt und mir etwas mehr Verschnaufpausen gibt. Da sie tagsüber selten länger als 30 Minuten schläft und dies dann dafür so 3-4x täglich, renne ich gefühlt ständig hin und her… von einem Kind zum nächsten, von der Küche an den Computer, vom Esstisch aufs Klo, vom Sofa an den Wäscheständer, vom Laden nach Hause und und und…

Nachts weckt sie mich so an die 3x, d.h. der Schlafmangel plagt mich auch noch dezent. Meistens habe ich mittags und abends je ein Tagestief, an dem ich auf der Stelle einschlafen könnte. Was natürlich kaum möglich ist.

Und weil die Aufträge nicht weniger werden und die Kinder vorläufig auch nicht vernünftiger und die Ferien vor der Tür stehen, werde ich schätzungsweise bzw. ich bin es schon länger, hier auf dem Blog nicht mehr ganz so aktiv sein. Juli und August werden sicher etwas ruhiger. Danach startet dann der Alltag wieder und die Kita-Eingewöhnung steht bevor. Ich kann es mir noch so überhaupt rein gar nicht vorstellen, das Mäuschen dort abzugeben. Vielleicht verschiebe ich also das Ganze noch ein wenig? Aber zwei kinderfreie Vormittage würden mir gut tun. So könnte ich in Ruhe arbeiten bzw. auch mal was für mich tun. Denn das kommt einfach zu kurz und das merken dann alle. Happy mama, happ family… Nicht zuletzt, weil ich dann, wenn die Grossen da sind, auch wirklich Zeit für sie habe und nicht meine To-Do-Liste im Kopf habe. Und ich würde z.B. soooo gerne wieder mal was für meine Mäuse nähen. Ich habe noch so viel Stoff und Schnittmuster und kann es kaum erwarten, gerade für das Mäuschen… aber auch für die grosse Maus und mich… oder zum Sport gehen, die Abende frei haben, um einfach fernzusehen oder zu lesen… mal sehen… aber ich weiss eh, dass nach 4 Jahren wieder Luft da ist für mich, vielleicht ja schon früher, schrittweise… es ist also, wie so vieles im Leben, absehbar.

Noch mag ich gar nicht nach vorne blicken. Ich hatte zwei unterschiedliche Kleinkinder – ein sehr aktives, das keinen Stein auf dem anderen liess und einen unglaublichen Entdeckungs- und Freiheitsdrang hatte und ein ruhigeres, sehr nähebedürftiges und drum im Grunde eher pflegeleichteres. Wie das Mäuschen wird, da muss ich mich nun überraschen lassen. Spekulationen will ich nicht anstellen. Es steht uns noch so viel bevor: der Beikost-Start, das Krabbel-Alter, erste Worte, erste Schritte. Es bleibt sicher spannend!

Dennoch: dieser Blog liegt mir am Herzen und ich hätte gerne (wieder) mehr Zeit dafür, würde gerne mehr persönliche, mehr nützliche Beiträge schreiben, mehr Zeit haben für Recherche. Also, auch wenn ich kurzfristig nicht so aktiv bin, das kommt wieder, bleibt dran! 😉 Jetzt hoffe ich, in den nächsten Wochen wieder etwas Energie tanken zu können, freue mich auf unsere gemeinsamen Ferien zu fünft als Familie und möchte diese möglichst ohne zu viele Aufgaben im Hinterkopf tun…

 

1 Monat Mäuschen (und Maslow)

Ihr fragt Euch jetzt vermutlich, wer oder was zum Geier Maslow ist. Aber vielleicht kennt Ihr ihn ja (wieder) wenn Ihr auf die Grafik schaut. 

maslow-pyramideJa, genau, die Bedürfnis-Pyramide. Genau an diese erinnere ich mich aktuell ganz oft, wenn ich unsere Tage so durchdenke. Wir sind ganz unten gestartet, logo, und diese untere Stufe diktiert unseren Tag, Baby’s Tag.
Atmen tut es gottlob von selber, zum Trinken (Nahrung) meldet es sich genau so wie wenn es müde ist. Und bei uns kommt noch das Ausscheidungsbedürfnis hinzu, das sich durch gewisse Signale zeigt und dem ich mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg versuche entgegen zu kommen. Es ist also ein 24h-Kreislauf von Nahrungsaufnahme-Ausscheidung-Schlaf und wieder von vorne, unterbrochen nur durch mehrere Wachphasen…

Ob Sicherheit und das Soziale auch schon dazu kommen? So ein wenig schon, oder? Sicher bin ich ganz nah bei Mama, Papa oder sonst jemandem, der mich trägt oder hält. Und Kommunikation ist durchaus ein Thema. Es wird Blickkontakt gesucht, Laute werden von sich gegeben. Weinen gehört auch dazu. Es kann ja noch nicht sprechen…

Vielleicht findet Ihr den Vergleich ja total albern, aber ich finde es stimmt 😉 Maslow-Baby *g* Und Mama als 24h-Bedürfnis-Abklärerin und -Erfüllerin, jawohl!

Signale richtig deuten
So. Und um Bedürfnisse richtig erfüllen zu können, muss man natürlich wissen, welche das Baby gerade äussert. Das ist nicht immer so einfach. Es gibt Tage, da bringe ich sie problemlos zum (Ein)schlafen, innert weniger Minuten, weil ich offenbar den richtigen Moment erwischt habe. Beim Hunger kann ich oft auf die Uhr gehen bzw. ich weiss, dass sie nach dem Aufwachen gleich mal an die Brust muss. Dito mit dem Pipi… nach dem Schlafen muss man einfach. Auch das grosse Geschäft habe ich bisher immer erkannt obwohl es glaub’s ganz oft einfach Zufall war 😀 Aber oft weiss ich nicht, was sie gerade hat. Dann halte ich sie, in der Meinung, sie müsse pieseln, ein ums andere Mal über den Topf und nix kommt. Aber so einfach ist es halt auch nicht. Vielleicht ist sie dann müde oder wollte einfach auf den Arm… da muss ich noch dazu lernen… und alles wird man nicht immer richtig deuten können… ich erinnere mich noch eine Situation mit unserem Grossen. Er war damals 15 Monate und wir wegen der Hochzeit meines Vaters in Griechenland. Wir hängten eine Woche in einem Hotel am Meer an. Eines Tages brüllte der damals Kleine wie am Spiess… nichts half! Wir waren total ratlos und trollten uns schliesslich auf’s Zimmer weil die anderen Leute schon komisch guckten. Irgendwer von uns kam dann mal auf die Idee, ihm die Windel auszuziehen und siehe da: knallroter Po!!! Irgendwas muss den Po gereizt haben. Wahrscheinlich war die Windel voll, ich weiss nicht mehr, was es war. Wir haben uns auf die Stirn geklatscht, dass wir das nicht geschnallt haben, dass die Windel weg muss… und ganz oft waren die Kleinen auch völlig grundlos quengelig, was man dann immer auf’s Zahnen schiebt wenn man sonst nicht weiss, was ist 😀 Gottlob war das bei beiden kein grosses Thema, weil sie erst nach jährig Zähne bekamen. Das geht dann sanfter und unbemerkter zu und her. Mal sehen, wie’s beim Mäuschen wird.
Aber um hier nochmals „Werbung“ für’s Abhalten zu machen: dadurch, dass ich ein zusätzliches Bedürfnis versuche zu erkennen, was mir auch mehrmals täglich gelingt, fallen ganz viele unruhige/unzufriedene Situationen mal weg, an die ich mich im Nachhinein bei meinen Grossen oder auch fremden Kindern erinnere… und dafür lohnt sich meiner Meinung nach der Mehr-„Aufwand“.

Mit 1 Monat…

…entdeckt meine Mama einen gewissen Rhythmus, der sich aber von einem Tag auf den anderen wieder ändern kann. Hättest wohl gern, bäh! 😀

…stille ich schon fast wie ein Profi

…geht kein grosses Geschäft mehr in die Windel – juhu!

…werde ich täglich in Tuch oder Tragehilfe getragen

…habe ich auch viele wache Momente

…weiss keiner, wie viel ich wiege, aber der Doktor wird’s uns nächste Woche wohl sagen

…bin ich meistens zuhause und finde das ganz OK so. Zu viel Trubel mag ich nicht

…freue ich mich über meine lieben Geschwister, besonders über die grosse Schwester, die jetzt nachts bei uns schläft, mich oft streichelt, mir vorsingt und mich sehr lieb hat.

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3-Wochen-Update / Geschwisterbande

3 Wochen alt ist die Baby-Maus nun schon und weil ich gebeten wurde, mal zu erzählen wie es den Grossen mit der Kleinen geht, werde ich das heute gerne ein wenig ausführlicher tun. Die Fakten zum Wochenupdate folgen dann weiter unten…

Irgendwie war ich auf Vieles gefasst, aber dennoch optimistisch. Es ist so, dass der Grosse damals nach der Ankunft der Maus extreme Mühe hatte. Man merkte ihm an, dass seine Welt aus den Fugen geriet. Nächtelang konnte er nicht alleine sein und mein Mann blieb jeweils die ganze Nacht bei ihm im Zimmer auf einer Matratze neben seinem Bett und hielt Kontakt. Das war v.a. für den Mann sehr anstrengend, denn ab 20 Uhr war er in diesem Zimmer und konnte selber kaum schlafen denn der Grosse war extrem unruhig und weinerlich. Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er damals für den Grossen da war. Irgendwann wurde es besser… die beiden sind heute mal sehr lieb und friedlich miteinander, mal wie Hund und Katz… normal halt… wobei man dem Grösseren schon noch anmerkt, dass er mal vom Thron gestossen wurde. Er teilt sehr ungerne, er gönnt der Schwester kein Krümelchen mehr als ihm, es wird alles immer genauestens abgewogen.
Nun aber zur aktuellen Situation. Die Grossen sind nun wirklich schon gross und konnten natürlich die ganze Schwangerschaft über „vorbereitet“ werden bzw. für sie war es schon greifbarer als damals für einen noch nicht mal 2-Jährigen, was hier „geschieht“. Sie begannen dann, als wir ihnen sagten, dass das Baby bald zur Welt kommen würde, nervös zu werden, unruhig. Die Maus hatte sogar ein wenig Angst, einzuschlafen weil sie fürchtete, dass wir mitten in der Nacht ins Spital fahren und sie alleine lassen würden.
Als sie mich dann am Mittag nach der Geburt abholten, war die Freude über das Baby aber gross und beide sehr lieb zu ihr. Das ist bis heute so geblieben. Der Grosse sagt, er sei dankbar und froh, dass wir ein gesundes Baby bekommen haben, die Maus kommt sehr oft zu ihr um sie zu streicheln, hallo zu sagen, ihr den Nuggi zu geben, beim Stillen zu „helfen“… der Grosse auch ab und zu aber deutlich weniger. Ich denke, Mädchen haben da von Natur aus mehr Interesse 😉
Ansonsten merkt man natürlich, dass ich weniger Zeit und Hände für sie habe, sie mehr selber machen müssen, mehr sich alleine beschäftigen. Für den Grossen ist das weniger ein Thema, er zieht sich stundenlang mit seiner Lieblings-CD ins Zimmer zurück und tüftelt mit seinen Lego. Die Maus kommt aber sehr oft und sagt: „mir ist langweilig“ oder „niemand spielt mit mir“. Eine Zeit lang liess sie sich vom Grossen in ein Lego-Spiel involvieren aber mittlerweile sagt sie, dass sie das nicht mehr mag. Es interessiert sie halt nicht wirklich. Wenn sie sich selber beschäftigt, dann mit Malen, Ausschneiden, den Büchern mit dem Stift; manchmal hilft sie im Haushalt, knetet, macht Rollenspiele. Die Gspänli fehlen bisweilen beiden. Ich bin derzeit nicht mobil und es ist heutzutage auch immer schwieriger, etwas auszumachen. Wenig spontan, da viele ein straffes Wochenprogramm haben und wenig Zeit. Oder zu weit weg sind… oder, oder, oder… ich hoffe, dass das bessert wenn sich bei wärmerem Wetter das Leben wieder automatisch mehr nach draussen verlagert.

Familienbett, partielle Weiterführung
Da ich nach der Geburt „ausgezogen“ bin ins Mauszimmer, allein mit dem Baby, schlafen die Grossen nun alleine mit dem Papa im Familienbett. Und dort merkt man wohl am meisten, dass eine Veränderung stattgefunden hat. Mein Mann muss oft in die Mitte liegen und berichtete dennoch über unruhige Nächte und Kinder, die „fast in ihn hineingekrochen“ seien, die sich viel bewegten im Schlaf. Ich schätze, dass sie so das Neue in ihrem Leben verarbeiten.

Nun bin ich gespannt, wie die beiden reagieren sobald die Baby-Maus mobil wird und etwas „mitmischen“ kann bzw. wenn die Grosse mit der Kleinen mehr „anfangen“ kann, mit ihr „spielen“ im weitesten Sinne… ich bin froh, dass die verschluckbaren Kleinteile (Lego!) alle in den Zimmern der Grossen sind, so dass die Baby-Maus unten gefahrlos herumkrabbeln kann. Aber noch dauert es bis es soweit ist 😉

Auf jeden Fall war es gut, dass die Kleine mit einem grösseren Abstand zur Welt kam. Für mich wäre es kaum vorstellbar, drei kleine Kinder zu managen und ich denke auch die Eifersucht hält sich so wirklich sehr in Massen, auch wenn ich nichts verschreien will, das kann sich ja wieder ändern… aber ich hoffe nicht… das einzige „Problem“ wird sein, dass die Kleine nicht ewig Gspänli haben wird. Die Grossen werden in 3-4 Jahren wahrscheinlich kaum mehr Interesse daran haben, mit einem Kleinkind zu spielen bzw. sie werden dann mit Schule und Freizeit recht eingespannt sein. Aber das lassen wir alles langsam auf uns zukommen…

Baby-Maus-Update
Die Hebamme kam letzte Woche zum letzten Mal und wog die Kleine. Sie hatte zugenommen, nicht wahnsinnig viel, aber es war wohl zufriedenstellend. Viel Schoppen hatte ich nie geben müssen und mittlerweile versuchen wir es ohne und es klappt ganz gut, wobei ich dann doch froh bin, wenn ich zum Termin für den Hüftultraschall beim Kinderarzt dann vielleicht nochmals ein Gewichts-Update bekomme. Die Sicherheit, dass sie genug erwischt, habe ich nicht zu 100 Prozent, aber sie hat nasse Windeln bzw. pieselt ins Töpfchen, sie schläft recht gut und auch mal länger (leider nur tagsüber, nachts erwacht sie im 2-3h-Takt).
Stilltechnisch möchte ich das Hütchen auf der linken Seite irgendwann los werden. Mittlerweile kommt hier mehr Milch, wenn auch nicht so viel wie rechts. Und wenn ich sie nicht in der Wiegehaltung stille, geht es auch mal ohne Hütchen aber leider schmerzt es an dieser Seite wieder etwas, obwohl keine Verletzung oder so erkennbar ist. Ich hoffe das geht wieder weg…
Der Wochenfluss ist praktisch versiegt, die Naht stört mich kaum. Der Rücken macht das viele Tragen noch nicht so gut mit, aber ich denke das kommt mit dem „Üben“. Heulen muss ich derzeit nicht mehr viel, Gott sei Dank, und tagsüber lege ich mich nun nicht mehr krankhaft hin, mein Körper scheint sich also an das Schlafmanko gewöhnt zu haben. Naja, fast… tagsüber habe ich schon mal eine Krise und denke, ich müsse jetzt sofort schlafen, aber das überwinde ich meistens auch… Allerdings gehe ich mit der Maus ins Bett, auch wenn es erst 19.30 Uhr ist. Sehr zum Leidwesen meines Mannes, aber ich schlafe meist schnell ein und brauche es wohl, ansonsten könnte ich vielleicht auch wach bleiben bis zum nächsten Stillen. Ich nehme es, wie es kommt, die Kleine ist ja noch jung und sobald sich der Nachtschlaf gut eingependelt hat, kann ich auch mal versuchen, länger unten zu bleiben…

Die Baby-Maus ist nun auch, wie damals die Grossen mit Eingewöhnung ab Mitte August (7 Monate ist sie dann) an zwei Vormittagen die Kita im Ort besuchen. Die Kita habe ich durch die Grossen und die Maus, die heute noch gerne hingehen würde, als sehr gut geführt empfunden, die Betreuerinnen als herzlich und das Angebot vielseitig. Die Maus hatte zwar ihre Phasen, in denen sie nicht gerne hin ging, aber im letzten Jahr vor dem Kindergarten wäre sie am liebsten täglich hin. Was mich aber am meisten überzeugt hat, war, dass man auf alle meine noch so extrigen Wünsche einging. Mittagsschlaf war lange ein Thema, so durfte ich sie später bringen als üblich, man liess mich, wenn sie nicht bleiben wollte, mit ihr reinkommen und ein wenig bleiben bis es ging, obwohl das nicht gang und gäbe ist, etc. Wir liessen uns auch für die Eingewöhnung genug Zeit. Deshalb weiss ich, dass auch die Baby-Maus dort gut aufgehoben sein wird und ich habe dann zwei Vormittage um Trageberatungen auszumachen, zu arbeiten oder sonstige Termine wahrzunehmen. Das war mir wichtig…

Und nun kommt gut durch die Woche! 🙂

Katharina Saalfrank: Was unsere Kinder brauchen – Buchrezension

Katharina Saalfrank dürfte jedem ein Begriff sein aus Ihrer Zeit als „Super Nanny“ im deutschen Fernsehen. Längst hat sie sich aber auch als Pädagogin mit eigener Praxis, ihrer Eltern- und Familienberatung, als Autorin und in den sozialen Medien einen Namen gemacht. Ich habe bereits ihr 2013 erschienenes Buch „Du bist ok so, wie Du bist“ gelesen. Nun liegt schon seit einer Weile ihr neustes Werk „Was unsere Kinder brauchen – 7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung“ vor mir. In den letzten Tagen habe ich mir endlich Zeit genommen, es richtig zu lesen und bin sehr angetan. Erstens ist es schön, dass der Buchtitel meinem Nestwärme-Leitsatz („Was unsere Kinder wirklich brauchen“) gleicht und zweitens ist das Buch sowohl wunderbar aufgebaut und verständlich sowie auch inhaltlich absolut hilfreich. Ich sah‘ mich innerlich ganz oft nicken und sagen: „ja, genau so ist es“. Nur leider verfällt man selber so oft in „alte, eingeprägte Muster“, meist aus der eigenen Erziehungserfahrung, dass es gut tut, schwarz auf weiss zu lesen und verstehen, wie schädlich das eigentlich sein kann für eine gute Beziehung zu den Kindern. Mir fällt es leicht, solches „Fehlverhalten“ bei anderen zu sehen und (z.B. bei meinem Mann) auch anzusprechen, ich selber ertappe mich meist zu spät dabei, wenn ich wieder in irgendwelchen Stereotypen gefangen bin und einfach nur „schimpfe“, anstatt mir Zeit zu nehmen, eine Situation genauer anzusehen und dabei auch die Gefühle der Kinder wahrzunehmen, zu ergründen, zu respektieren und zu benennen. Nach der Lektüre des Buches will ich es in Zukunft (noch) besser machen. Oft geht im Alltag nämlich diese wertvolle und etwas intensivere Auseinandersetzung mit einer Situation einfach unter weil man vielleicht gerade mit etwas anderem beschäftigt ist und möglichst schnell wieder seine „Ruhe“ will.

Zum Aufbau des Buches:
Es ist überaus liebevoll gestaltet, mit vielen Illustrationen, mit vielen, wichtigen Zitaten, die farblich und in grosser Schrift herausgehoben werden, mit einer Seite von „Aha-Effekten“, die am Ende jedes Kapitels aufgezählt werden und ein Resümee bieten, mit kleinen Infoboxen namns „Rückenstärkung“, in denen sich Katharina Saalfrank nochmal mit ein paar ganz wichtigen Punkten an die Leser wendet und mit vielen, ganz konkreten Praxis-Beispielen von uns allen bekannten Alltags-Situationen. Diese finde ich besonders wertvoll, weil die Autorin hier zeigt, wie man oft fälschlicherweise reagiert (und darum immer wieder in dieselbe Situation gerät) und wie man anstatt dessen reagieren kann und welch‘ positive Auswirkung dies nicht nur auf die Beziehung zum Kind haben wird, sondern auch, dass auf diese Weise Konflikte im Familienleben nachhaltig gelöst werden können.

Die sieben Werte im Überblick:

  • Beziehung statt Erziehung
  • Achtsamkeit statt Belehrung
  • Verantwortung statt Bevormundung
  • Wertschätzung statt Abwertung
  • Vertrauen statt Kontrolle
  • Dialog statt Monolog
  • Miteinander statt Gegeneinander

Ich kann und will hier nicht alle Themen umreissen, denn Ihr sollt selber mal reinschnuppern, aber es kommt wirklich vieles zur Sprache, das uns im Alltag mit Kindern immer wieder begegnet, seien es Aggressionen (hier rät uns Katharina Saalfrank z.B., uns bewusst zu machen, dass das Verhalten des Kindes uns etwas sagen will, ein unerfülltes emotionales Bedürfnis birgt, und wir nicht einfach versuchen sollten, in unseren Augen negatives Verhalten zu unterdrücken, sondern nach dem wahren Grund zu forschen – und das geht nicht, wenn wir unser Kinder bewerten und bevormunden) oder vermeintlicher Trotz und Verweigerung.

Überhaupt schätze ich es sehr, wie Katharina Saalfrank dafür einsteht, unseren Kindern auf Augenhöhe zu begegnen, ihre Grenzen nicht zu überschreiten und die eigene Macht nicht zu missbrauchen. Sie lehnt Strafen genauso vehement ab wie Belohnungen weil beides auf Dauer eher kontraproduktiv ist und die Beziehung zum Kind verschlechtert. Auch traut sich endlich mal jemand, die Sache mit der Konsequenz anzuzweifeln, weil „wenn Eltern um der Konsequenz willen konsequent sind, endet das häufig mit Geschrei und Machtkampf.“ Für viel wichtiger hält sie, dass Kinder „Erwachsene erleben, die in ihrem Denken, Fühlen und in ihren Werten beständig sind und sich auch entsprechend verhalten und nicht widersprüchlich agieren – die also konsistent sind“.

Fazit:

Obwohl die Themen inhaltlich für mich nicht neu sind, profitierte ich wirklich von der Lektüre. Es ist alles wunderbar auf den Punkt gebracht und super verständlich. Für mich knüpft dieses Buch direkt an beziehungsorientierte Werke von Renz-Polster, Nora Imlau oder Susanne Mierau etc. an. Während letztere eher auf die Baby-Zeit ausgerichtet sind, finde ich hier wertvolle Tipps für den Umgang mit älteren Kindern (ich würde sagen so ab 4 Jahren…) und das fehlte mir bis jetzt in meiner Bibliothek 😉
Danke, liebe Katharina, für diese tolle Bereicherung im Ratgeber-„Dschungel“.

SSW 17/18 – Hebammenbesuch und Geschwisterkinder

„Ihr Baby ist so gross wie eine Ingwerwurzel“

Ich muss nicht mehr erwähnen, wie sehr ich mich gestern Abend über den Besuch der Hebamme gefreut habe. Ich war auch recht nervös und die Kinder entsprechend ein wenig sehr aufgedreht. So wurde der Besuch auch fast zum Familienevent. Denn dieses Mal hatte die Hebamme eine Liege und ein riesiges Kissen dabei weil ich massiert werden sollte. Aber erst mal hörte sie sich die Herztöne and, und siehe da, rund 150 Schläge, wir haben sie alle prima hören können. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Bauchumfang im Liegen war 96cm. Soweit scheint also alles gut zu sein. Mehr weiss ich dann, wenn in etwa einem Monat(?) der nächste Ultraschall ansteht.
Natürlich wollten dann auch die Kinder ihr Herz schlagen hören und der Blutdruck wurde auch gleich bei allen gemessen 😉 Danach bekam ich eine Massage während die Kinder recht wild um uns herumturnten und die Maus sogar vom Sofa knallte :-O. Das nächste mal kommt die Hebamme dann morgens, wenn die Kinder weg sind, was ich ihr nicht verübeln kann 😉
18wAber ich fand es gut, dass sie (und der Mann, der sich dann aber zurückzog ;), die Frau mal kennen lernen, die uns bei der Geburt beistehen wird und dass sie das Baby auch mal „hören„. Es ist wirklich herzallerliebst, mitzuerleben, wie sich die Kinder nun doch langsam für ihr Geschwisterchen interessieren, Fragen stellen, Pläne schmieden und (vor allem die Maus macht das) den Bauch streicheln, mit ihm sprechen und „auf’s Baby schauen“. Letztens, als wir schlafen gingen, deckte sie nämlich meinen Bauch gut zu, „damit das Baby nicht kalt hat„. Das sind dann so richtige Herzmomente, in denen ich sicher bin, dass alles gut wird und mein grosses Kind noch mehr liebe als sonst schon. Einfach für diese Gesten und weil ich sie so dann auch mit dem Baby sehe wenn es da ist… Da möchte ich dann auch, wie es viele tun, wenn der Bauch grösser ist, die Kinder mit Handmalfarben den Bauch bemalen lassen und Fotos davon machen. Das wird sicherlich eine schöne Erinnerung. Habe ich bisher nämlich nie gemacht, auch einen Gipsabdruck nicht. Aber das Bemalen fotografisch festhalten, das wird sicher ein Spass 🙂
Für mich ist das hier wirklich ein Novum, zwei schon etwas ältere Kinder zu haben, die die Schwangerschaft so richtig mitbekommen. Mein Grosser war bei der Geburt der Maus 21 Monate alt. Er hat schon gesprochen und sicherlich auch mal den Bauch gestreichelt, aber ein Kind in dem Alter versteht noch nicht so ganz, was auf es zukommt und kann das Ganze weniger einordnen. Zwar dachten meine beiden gestern auch, dass das Baby jetzt schon kommt, weil die Hebamme da war, aber ich erkläre dann immer wieder, dass es erst nach Weihnachten, im Winter soweit sein wird… Ein Gefühl für Zeit haben die Kleinen eben schon noch nicht so wirklich 😉

Seele: Da die Kinder heute zu Opa ins Tessin gefahren sind und damit eigentlich zum ersten mal so richtig weit weg von mir sind, denke ich sehr viel an sie. Auch wenn ich die Zeit für mich sicher gut nutzen kann und mein Mann und ich für Samstag noch einen Kinoabend geplant haben, so werde ich am Sonntag doch sehr froh sein, die beiden wieder zu sehen (auch wenn das bedingt, dass wir an dem Tag sehr lange Auto fahren werden müssen, bäh! Aber der Bauch ist ja zum Glück noch nicht so gross, so dass es für mich wohl auszuhalten sein wird…)
Untersuchungen/Arztbesuche: Nur die von der Hebamme gestern. Urintest, Bauch und Blutdruck messen, Herztöne, Gebärmutter von aussen abgetastet. Geburtsprotokolle gemeinsam angeschaut.
Körper: doch, nun bin ich auch langsam überzeugt, dass der Bauch wachst und theoretisch müsste das richtige Wachstum nun auch beginnen (hilfe!) 😀
Errungenschaften: Der Hebammenbesuch war für mich nochmals eine wichtige Bestätigung, so dass ich nun die ein oder andere Umstandsklamotte geordert hab‘. Ich hab‘ irgendwie gar nicht so viel von den letzten beiden Schwangerschaften und möchte das nun nochmals so richtig mit schönen Kleidern geniessen können 🙂 OK, gut, das meiste sind Basics, und 2-3 Teile will ich mir noch selber nähen, aber dennoch… 🙂
Geht gar nicht: Der Geruch der Handseife in der Küche. Wann wird die endlich leer!? Zu lange so halbgebückt über dem Tisch stehen – da macht sich die Hüfte bemerkbar :/
Geht gut: Training läuft noch immer bestens, auch wenn ich es nur rund 2x die Woche schaffe 😛 Nähen.
Must have: Unser neues Familienbett – Platz ohne Ende 😀

 

Ein Familienbett – jetzt haben wir’s

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Foto vom Juni 2015. Ich glaube man sieht hier gut, wie klein das Doppelbett war. 

Lange habe ich meinem Mann immer wieder von Familienbetten erzählt und ihm Fotos privater Projekte gezeigt, die ich im Netz oder in den sozialen Medien fand. Für mich war zwar leider erst beim zweiten Kind klar, dass es am einfachsten für mich ist, wenn das Baby bei mir schläft, weil ich dann nachts nicht aufstehen muss, sondern auch im Halbschlaf stillen und wieder wegdösen kann. Ausserdem brauchte unsere Tochter diese Nähe auch. Und das heute noch zum Teil. Zwar haben wir ihr zum 4. Geburtstag ein eigenes Zimmer eingerichtet, doch es gab immer mal wieder einen Abend, an dem sie lieber bei uns schlafen wollte. Auch der Grosse hat bisweilen mal nachts einen Albtraum und möchte dann zu uns unter die Decke. Mit der Maus als Baby war der Platz dank Beistellbett kein Problem. Aber als sie grösser wurde und wir das Beistellbett nicht mehr brauchten (dies auch, weil sie eigentlich sowieso zwischen mir und meinem Mann lag), wurde unser 1,60m breites Bett relativ eng. Als Mama beherrscht man ja mit der Zeit die Kunst, am Bettrand zu schlafen, wie es so schön heisst, denn die Maus klebt sowieso meistens an mir 😉 Wenn aber der Grosse kam, litt mein Mann. Unser Sohn ist alles andere als ein ruhiger Schläfer und beansprucht auch sehr viel Platz. Entsprechend zog mein Mann dann entweder irgendwann des Nächstens genervt aus oder war am Morgen entsprechend gerädert. Beides nicht ideal, wenn man im Job funktionieren muss. Der Leidensdruck war aber nie gross genug, um etwas zu ändern. Ich schlug schon vor, einfach ein breiteres Bett zu kaufen, aber das wäre insofern doof gewesen, als wir dann die guten Matratzen und die Roste nicht mehr gebrauchen hätten können.

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Den Wagen gefüllt beim Möbelschweden 😉

Im Hinblick auf unser Januarbaby habe ich der Maus ja ein grosses Bett gekauft und das Beistellbett vorsorglich bei ihr im Zimmer platziert, damit ich dann dort und der Mann alleine in unserem Bett schlafen kann. Nun meinte er wohl, das Baby werde dann ja doch bei uns schlafen und eines Morgens, nachdem beide Kinder wieder bei uns genächtigt hatten (4 Personen auf 1,60m ist einfach etwas wenig :D), fand ich ihn über iPad, Schreiber und Papier brüten und zig mal mit dem Meter im Schlafzimmer zu messen. Ich wunderte mich sehr, was er da jetzt wieder plant und er wollte erst auch gar nicht so recht mit der Sprache herausrücken. Aber nur wenige Tage später, am Dienstagmorgen, fuhren wir nach St. Gallen zum Möbelschweden und besorgten alles Nötige für des Mannes Pläne. Am selben Tag räumte er das Schlafzimmer aus und begann, Möbel zusammenzubauen, anzupassen (sägen) und zu verschrauben… Am

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Erst mal die Möbel zusammenbauen…

Donnerstagmorgen besorgte er dann noch Holzzuschnitte um die Eigenkonstruktion zu finalisieren und gestern Abend schliefen wir dann auch schon alle vier im fertigen Bett 😀 War ja klar, dass beide Kinder das neue Bett testen wollten und siehe da, wir hatten alle gut Platz auf nun 2,50m! 😀 Zwar füllt das Bett nun fast das gesamte, eher kleine Schlafzimmer (wir planten es von Anfang an nur als Schlafzimmer, da wir die Ankleide in einem separaten Raum haben, drum brauchten wir nicht mehr Platz), aber es wird wohl kaum die nächsten 10 Jahre so sein. Irgendwann werden wir die Geschichte wieder abbauen und zum herkömmlichen Bett zurückkehren sobald keins der Kinder mehr des Nachts zu uns schleicht 😉
Das Familienbett ist sicherlich kein perfektes Designkonstrukt, aber es soll ja auch v.a. den Zweck erfüllen. Und auf diese Weise konnten wir beide Matratzen und Roste behalten und haben einfach noch ein weiteres Set dazu gekauft.
Durch den Unterbau mit Kallax-Möbeln ist das Bett sehr hoch geworden, woran ich mich erst mal gewöhnen muss. Es bedingt dann auf Januar hin natürlich auch die Erweiterung durch einen guten Rausfallschutz. Wenn Ihr fragen habt, nur zu 😉

Wie ist das bei Euch, sofern Ihr auch ein Familienbett habt? Habt Ihr auch selber etwas konstruiert oder konstruieren lassen? Oder habt Ihr einfach ein weiteres Bett dazugestellt?

So, und nun lasse ich Bilder sprechen…

Das Chaos lichtet sich, das Bett kann bezogen werden… die Fotos sind nicht perfekt, aber ich hoffe, man erkennt einigermassen, wie gross es ist 😀

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Wir hatten vorher nicht mal Nachtkästchen. Durch den Aufbau hinter dem Kopfende und den Fächern unter dem Bett, ist nun endlich auch Platz für Handy (Wecker), Trinkflaschen etc. entstanden. Für die Fächer kaufe ich dann noch den ein oder anderen Korb nach, z.B. zum Verstauen von Stoffwindeln, Nuscheli etc.

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Der Tritthocker (den habe ich zusammengebaut 😉 Hihi, das einzige, was ich konnte :D, dient als erleichterter Ein- und Ausstieg für die Maus…

Stillen in der Schwangerschaft / Das Ende einer Ära?

SSW 11+2 (24.06.2016)

Heute Morgen rief mich, wie so oft, um 6.30 Uhr die Maus zu sich. Da hilft kein Ignorieren, sie ruft ein „Mama“ nach dem anderen bis ich zu ihr Eile. Nöö, nichts Dringendes, aber sie braucht mich um diese Zeit oft, um wieder einschlafen zu können. Heute sagte sie dann zu meiner Überraschung nach Langem wieder mal „unser“ Code-Wort fürs Stillen. Es ist kein Code-Wort in dem Sinn, es ist einfach ein Wort, das sich irgendwann ergab und Aussenstehende, die eine Ahnung haben, würden wohl auch verstehen, wonach sie verlangt 😉 Wie auch immer, ich liess sie… nun war das nicht das erste Mal, dass sie, seit ich schwanger bin, kurz ran wollte, aber, sei es, dass sie nun wirklich kaum mehr gestillt hat (4-5x kurz nuckeln bis sie wieder weggedöst war und das höchstens 1-2x die Woche) oder eben dass ich schwanger bin, aber dieses Mal war es wieder unangenehm, fast schon schmerzhaft, so wie es sich nach der Geburt anfühlt, wenn man noch nie oder schon lange nicht mehr gestillt hat… Das ist eigentlich normal und passiert auch Schwangeren, die noch regelmässig und ausgiebig stillen. Nicht zwangsläufig, aber häufig. Dies, und der Umstand, dass sich auch die Muttermilch geschmacklich verändert, führt manchmal dazu, dass das Stillen des Kleinkindes mehr oder weniger unfreiwillig, je nach Situation abnimmt oder gar ganz eingestellt wird. Es kann sein, dass das Kind die anders schmeckende Milch von sich aus ablehnt. Es kann sein, dass das Stillen für die werdende Mama zu schmerzhaft wird und sie eine Abstilllösung finden muss. In seltenen Fällen, wenn die Schwangerschaft belastet ist (sei es durch Komplikationen oder ein gewisses Risiko), ist ein Abstillen auch ärztlich indiziert. An erster Stelle stehen die werdende Mama und ihr Baby, nicht das Kleinkind, so hart es manchmal ist, ihm gerade in dieser Zeit des Umbruchs so etwas Wertvolles wegzunehmen. Es spricht aber gar nichts dagegen, das grosse Geschwisterkind nach der Geburt, wenn es mag und es noch „kann“, wieder an die Brust zu lassen und Tandem zu stillen. Dies muss jede Mutter für sich entscheiden. Die Brust wird die Milchmenge entsprechend erhöhen. Die Milch ist den Bedürfnissen des jüngeren Kindes angepasst und man kann dem älteren Kind gerade in der ersten Zeit, in der sich alles noch einstellen muss, gut vermitteln, dass das Baby Vorrang hat. Auch abgepumpte Muttermilch darf man dem Kleinkind anbieten. Tandemstillen, das ist bekannt, hilft enorm dabei, die Geschwisterbeziehung aufzubauen und Eifersucht zu verhindern. Aber es kann und soll nicht erzwungen werden. Wenn es sich aber ergibt und für alle passt, ist das wunderbar. Mit der Zeit verliert das grössere Kind dann meist auch (wieder) das Interesse am Stillen.
Ich bin gespannt, ob sich meine doch schon grosse Maus, welche das Stillen über einen langen Zeitraum (mehrere Monate) ausklingen lässt, irgendwann das letzte Mal andocken möchte und ob sie evtl. nach der Geburt wieder möchte und v.a. ob sie es dann noch kann… ich lasse es auf mich zukommen. Da sie aktuell wirklich nur selten und meist nur in schläfrigem Zustand an die Brust möchte, kann ich sie auch problemlos wieder abdocken, was ich auch tue, weil sie sich nach 3-4 Zügen eigentlich gleich entspannt und wieder eindöst. Wir werden sehen…

Wie war das bei Euch? Gibt es Mamas hier, die schwanger gestillt haben oder nach der Geburt das Geschwisterkind probieren liessen oder gar noch eine Weile Tandem gestillt haben?
Auf jeden Fall sollten sich Frauen, die eine normale Schwangerschaft durchleben, keine Gedanken darüber machen, dass das Stillen schaden könnte, auch wenn dies leider eine noch zum Teil verbreitete Ansicht gerade auch unter Ärzten und Fachpersonal ist.