„Du kannst sie nicht alle retten“

Dieser Beitrag dreht sich um Einstellungen, Meinungen, Vorurteile… um Ignoranz, Intoleranz, whatever… der Hintergrund: es gibt immer wieder Beiträge in den Medien, v.a. der Regenbogenpresse, die auch „meine Themen“ aufnehmen, also eher Randthemen. So wie das längere Stillen (ich nenne es Normalzeitstillen, oft liest man Langzeitstillen, aber da die WHO 2 Jahre empfiehlt und der weltweite Durchschnitt weit darüber liegt, ist es eine verzerrte Wahrnehmung, alles über 6 Monaten als „lang“ zu bezeichnen, aber es ist halt, hier bei uns, eher unüblich, wobei ich von dem, was ich aus meinem Umfeld kenne, eher sagen würde, dass es überhaupt nicht unüblich ist und viele es halt nicht unbedingt „rausposaunen“), das Co-Sleeping, vielleicht gar im Familienbett, und letztens „windelfrei“.
Klar, die Journalisten der Regenbogenpresse sind nicht für tiefgründige Recherchen bekannt und haben immer das Ziel der Provokation vor Augen. Wird ein Artikel gesetzt, muss er polarisieren. Und so wurde letztens von einem deutschen Privatsender, wenn ich mich nicht irre, ein kurzes Video über windelfrei gezeigt mit wenig Inhalt, ausser, dass man sieht, wie die Mama ihr Baby über dem Waschbecken abhält. An den Facebook-Kommentaren, die ich mir normalerweise nie antue (dieses Mal wollte ich es aber wissen :P), merkte man schon, dass keiner sich die Mühe gemacht hätte, sich zu informieren… und so waren unter den Kommentaren zig‘ vorurteilsbehaftete „wie krank!“, „abartig“, „die spinnt“ und dergleichen, zu lesen. Ausserdem zahlreiche Fragen, nicht unbedingt höflich gestellt, die ich beantwortete (man kann es sich vorstellen: es kam von niemandem eine Antwort zurück…). Fragen wie: „und nachts?“ oder „und unterwegs ist dann der Autositz vollgesch…?“, die man ganz simpel beantworten konnte mit: „Windelfrei heisst nicht, dass man NIE Windeln benutzt…“. Auch Annahmen wie „ja, wenn man den ganzen Tag lang nichts Besseres zu tun hat“ fielen, worauf man ganz simpel entgegnen kann: „Babys pieseln ja nicht ununterbrochen!?
Ähm ja, solche Beiträge werden dann natürlich auch in Gruppen geteilt, in denen Mamas sich zum Thema selber austauschen weil sie es praktizieren. Und ich hab‘ dann mal von einer über Facebook bekannten Mama den einen Satz gelesen: „Du kannst sie nicht alle retten“. Den muss ich mir merken. Denn man kann sich bei solchen Menschen den Mund fusselig reden, das Thema dabei ist schnurzpiepegal… sie hören nicht zu, weil sie nicht wollen. Und bemühen drum auch nicht Herr Google. Sie finden es angenehm, sich urschnell ein Urteil zu bilden und wollen auf keinen Fall mehr darüber wissen, denn sonst könnte sich ihre Meinung ja womöglich noch ändern und sie aus ihrer Komfortzone drängen. Wie schlimm das wohl wäre… nein, es ist einfacher, „windelfrei“, wie es früher schon (man erinnere sich daran, dass Wegwerfwindeln eine neue Erfindung aus den 70er-Jahren ist) und heute noch in vielen Teilen der Welt praktiziert wurde bzw. wird… einfach pauschal abzustrafen – dasselbe Thema beim „Langzeit“stillen und Co-Sleeping.

Kleiner Einschub: Sara Kulka, eine deutsche B- oder C-Prominente (bekannt aus GNTM), so genau kenne ich mich da nicht aus, ist so eine, die diese Themen (von Langzeitstillen bis unerzogen) selber lebt, was sehr ungewöhnlich ist für einen Promi, oder sagen wir mal, dass ein Promi den Mut hat, sich damit in die Öffentlichkeit zu stellen. Und sie scheute den Shitstorm nie und macht weiter. Und das finde ich absolut super, denn sie ist ja nicht nur einfach bekannt, sondern jung und sehr hübsch und dank ihrem Promi-Status promotet sie diese Themen, gibt ihnen Präsenz, so dass Menschen davon erfahren, die sich ansonsten nicht annähernd damit auseinander gesetzt hätten. Menschen, die Sara Kulka toll finden und sich nicht einschüchtern lassen von einem für manche vielleicht „abartigen“ Thema… super!

Also ist es einfacher, auf seiner Meinung zu beharren und andere Menschen, die man gar nicht kennt, als „krank“ und „abartig“ zu bezeichnen. Bevor man sich informiert… und weil da immer sehr viele Kommentare in dieser Richtung herunterhageln, frage ich mich, ob diese Menschen, wenn sie mir auf der Strasse begegnen würden, mir das so ins Gesicht sagen und davon laufen würden weil sie die Antwort gar nicht hören wollen. Oder ob sie sich das gar nicht getrauen würden… ich meine, wenn sie wüssten, was ich tue. Vielleicht lebe ich ja (glücklicherweise!) in einer etwas toleranteren Umgebung. Zumindest habe ich bis jetzt nicht solch doofe Kommentare einkassiert. Eigentlich, wenn überhaupt, nur positive. Ich kann auch gar nicht sagen, wie ich reagieren würde, wenn mich jemand als „krank“ bezeichnen würde. Erstens bin ich nicht schlagfertig, so von Mensch zu Mensch, ohne Bildschirm dazwischen. Zweitens wollen solche Menschen eben selten Argumente hören oder stehen bleiben, um zu diskutieren. Schliesslich kann man sich nicht nur hinter einem Facebook-Kommentar bestens verstecken, sondern auch in der anonymen Öffentlichkeit einfach umkehren und davonlaufen… Schade eigentlich. Aber ich muss es mir, auch für solche Momente, sollten sie mal kommen, zu Herzen nehmen, dass ich sie „nicht alle retten kann“.

In diesem Sinne: ich weiss, dass Ihr, liebe Leser, nicht zu der Fraktion gehört, die hier erwähnt wird, und darüber bin ich total froh. Aber dennoch: bei Fragen einfach melden, ja? Bitte! 😉 Ich beantworte sie gerne… 😀

FamilienSPICK: Vorstellung & Verlosung

Ich bin eine ausgeprägte Zeitschriftenleserin. Schon immer! Aus meinem ersten Taschengeld habe ich mir jeweils den „BussiBär“ im Dorfladen gekauft. Ein Kinderheft, von dem ich nicht weiss, ob es noch existiert. Etwas später machte ich dann in der Schule mit dem „Spick“, einer Schweizer Zeitschrift für Kinder und Jugendliche, Bekanntschaft und wünschte mir von meinen Eltern das Abo, welches mich danach jahrelang begleitete. Wahrscheinlich bis die „Bravo“ in wurde 😀
Warum ich den Spick damals mochte? Er war einfach spannend, intelligent und anders. Regte zum Nachdenken an. An die Inhalte kann ich mich leider nicht mehr erinnern, ist ja schon ein Weilchen her 😉
img_8134Lustig aber, dass sich nun der Kreis schliesst, denn vor kurzem sah ich, dass es einen FamilienSPICK gibt. Es war klar, dass ich den kennen lernen musste! Ich mag natürlich, obwohl ich heute weniger Zeit fürs Lesen habe, auch Magazine für Eltern, habe aber ein wenig den Eindruck, dass sich die herkömmlichen Magazine in ihren Themen stetig wiederholen und zu wenig Stoff bieten für uns, die wir ja schon etwas ältere Kinder haben und uns nicht mehr mit „Kleinkindthemen“ beschäftigen müssen. Der FamilienSPICK deckt diese Lücke ab. Da er nur 6x im Jahr erscheint, kann man sich auch wirklich Zeit nehmen, ihn zu lesen. Die Inhalte reichen von Erziehung und Schule über Gesundheit und Ernährung bis zu Freizeit, Sport und Lifestyle. Auch Männer und Väter finden Gehör im Magazin. Dazwischen gibt es Berichte, Kurzmeldungen sowie Kolumnen und Expertentipps aber auch PR. Für mich ein stimmiger Mix an Themen, redaktionell ohne Wertung aufbereitet – die Zeitschrift bietet Orientierung, belehren will sie nicht.
img_8136Mode, Beauty und anderen Schnickschnack sucht man vergebens, hier geht es um bedeutende Themen wie z.B. (in der aktuellen Ausgabe) Taschengeld für Kinder, Familie und Beruf, Zahnpflege beim Kind und Vorsorgeplanung.
Die Artikel sind gut gegliedert, eher lang, aber mit Factboxen auch gut ergänzt. Bilder und Illustrationen sind vorhanden, nur dürfte das Layout noch ein wenig „magaziniger“ daherkommen, also noch etwas attraktiver sein. Auf jeden Fall aber wird mit der Gestaltung die Seriosität der Zeitschrift untermalt und sorgte wohl mit dafür, dass auch mein Mann sie sich genauer ansah (andere, „buntere“ Magazine blättert er meist in 10 Sekunden durch und wirft sie mir dann wieder auf den Tisch :D), verweilte, las und sogar 2-3 Sachen erwähnte.
Durch die Verbindung mit der Internetplattform swissfamily.ch kann man auch an attraktiven Wettbewerben teilnehmen und weitere Themen aus allen Familien-Bereichen online „konsumieren“.

Wir dürfen 5 x 1 Jahresabo des FamilienSPICK verlosen. Und so nehmt Ihr teil: hier oder auf Facebook kommentieren, ob Ihr den FamilienSPICK schon kennt und was Ihr von einer Zeitschrift für Eltern erwartet. Wer auf Facebook ist, schenke doch Mama mal 2 und FamilienSPICK Dein Like und markiere im dazugehörigen Beitrag Freunde, die sich ebenfalls für ein Abo interessieren könnten. Die Gewinner werden persönlich kontaktiert.
Wir bedanken uns herzlich beim FamilienSPICK für das uns entgegengebrachte Vertrauen!
Die Fotos stammen aus der aktuellen Ausgabe. Weitere Leseproben gibt es auf der Website des FamilienSPICK.
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35 Jahre – mitten im Leben

In weniger als einem Monat kündigt sich wie jedes Jahr der Tag an, den man als Erwachsenen am wenigsten schätzt: der eigene Geburtstag. Ab einem bestimmten Alter, das ich längst überschritten habe, wacht man nicht mehr vor Spannung auf die Geschenke freudigst auf, sondern würde sich eigentlich lieber wieder umdrehen und erst dann wieder aufwachen, wenn man eine dem Tag würdige Situation vorfindet: weisser Sandstrand, eine bequeme Doppelliege mit Blick auf türkisblaues Meer, Sonnenschein und angenehmer Wind. Der Bikini zwickt nicht, die Haut sanft gebräunt und ein Hotelangestellter serviert soeben ein kühles Getränk. Aber, nein, es ist, wie es ist, im Leben, ein Tag wie jeder andere mit schonungslosen Nachrichten: „ein Jahr älter, Du Kuh! Von jetzt an geht es nur noch abwärts mit Dir!“ Danke aber auch. Und wann habe ich eigentlich begonnen, mich alt zu fühlen? Als die ersten Fältchen im Laufe des Tages nicht mehr verschwanden? Als mich jüngere Typen schamlos „alt“ nannten? Als ich bemerkte, dass Sport seinen Tribut zollt und abends im Bett meinen Körper mit Schmerzen quält? Als mich ein Kind mit „Grüezi“ begrüsste? Ich weiss es nicht, es kam wohl schleichend…

Kurzer Check… wie geht es mir mit 35?

Körper: Kriegsgebiet
Seele: Tornado
Geist: Rostlaube

Summa summarum: Kollateralschäden, soweit das Auge reicht…

Der Punkt im Leben also, an dem man näher an der 40 als an der 30 ist, ruft Mid-Life-Crisis-Symptome hervor… wäre ich ein Mann, würde ich mir ein schnelles Auto kaufen und mir eine 20-jährige anlachen. Als Frau ist das nicht ganz so simpel… vermutlich stünde jetzt die erste Schönheits-OP an. Ein Facelift, etwas Botox, Fettabsaugen, Brustkorrektur (höher, weiter). Dafür fehlt mir das Budget. Ist wohl auch besser so! Stattdessen gönne ich meinem Körper (Kampf)sport galore – besser als jede Droge und vielleicht erspart es mir auf Dauer das Fettabsaugen (aber nicht den Chiropraktiker)? Ich versuche, mich halbwegs gesund zu ernähren (was regelmässig scheitert). Ich unternehme nicht-invasive kosmetische Massnahmen. Die Fassade muss aufrechterhalten werden, so gut es eben geht… man greift schon mal mit schlechtem Gewissen zur Anti-Aging-Gesichtslotion und lässt die jugendliche N*vea soft Creme links liegen, deren Design viel schöner ist… mit einem Seufzen. Partyeskapaden? Alkohol? Fehlanzeige. Alles schlecht für die Haut. Aber ich vermisse es auch nicht. Selten. Ja, älter werden ist für Frauen nicht einfach. Man sagt meist nur Männern nach, dass sie mit Fältchen und grauen Haaren an Attraktivität und Charakter gewinnen (George Clooney!).
Und was geht hinter der Fassade ab? Ich blicke zurück. Immer mal wieder. Aber lieber nach vorn. Geboren am 1. Juni 1981 in Chur GR. Unweit davon starb meine Mutter vor Jahren, weshalb ich die Stadt nicht mehr sehen will, es sei denn es muss… unauffällige Kindheit. Da mein Bruder recht älter war, wuchs ich quasi als Einzelkind auf. Das war nicht immer einfach. Ich vermisste eine Schwester… umso mehr hing ich gern mit anderen Kindern rum… ich malte viel. War ruhig. Hatte erst Fische als Haustiere und später einen Westie. Ich mochte die Schule und war gut darin. Ich war eher der Aussenseiter… auch im Gymi. Ein Sozialnerd*, der mit anderen Nerds rumhing und meist als eine der letzten in die Völkerball-Mannschaft gerufen wurde. Ich musste 19(!) Jahre alt werden bis ich endlich einen Typen kennenlernte, der mein Schmachten erwiderte. Den heiratete ich dann auch, irgendwann nachdem ich das Studium abgebrochen hatte. Aber ich entwickelte mich weiter als er, es passte nicht mehr… ich machte einen Fehltritt und reiste beruflich nach Japan, wo ich meinen jetzigen Mann kennen lernte. Als ich zurückkam, war die Wohnung leer und ich bald geschieden. Zwei Jahre später sagte ich nicht nur erneut „ja“, sondern trug auch unser erstes Kind unter dem Herzen. Es ist ein Klischee, aber mein Leben war danach wirklich nicht mehr dasselbe und ich ein neuer Mensch. 9 Monate später begann ich diesen Blog. Fast 6 Jahre lang schwamm ich in der Mama-Blase, mal mehr, mal weniger glücklich. Aber eigentlich sehr zufrieden, wäre da nicht die schlechte Figur gewesen… Die Kinder waren anstrengend, sehr sogar. Wenig Schlaf, viel Süsses… das musste aufhören. Ich mochte mich so nicht mehr. Daher die Sportattacke. Und die half. Sehr. Am Ziel bin ich noch nicht. Die Ernährung, wie gesagt, ist noch ein Streitpunkt in mir… 😉
Und beruflich? Das ist vielleicht der Grund, weshalb ich denke, nichts erreicht zu haben. Aber eigentlich habe ich auch keine Ambitionen, hatte ich nie… ein Sozialnerd kämpft sich selten an die Spitze. Trotzdem habe ich mich selber überrascht, als ich irgendwann das Japanologie- und Publizistikstudium gegen die Ausbildung zur Journalistin eintauschte? Warum? Eben darum, weil es für mich früher nichts Schlimmeres gab, als auf Leute zugehen zu müssen. Es ist mir bis heute schleierhaft, ob ich mit dieser Berufswahl eine Selbsttherapie einleiten wollte oder ob es einfach die Folge eines Hirn-Blackouts war… Mit meiner ersten, richtigen Stelle wurde tatsächlich alles besser… ich fühlte mich wohl. Es war mir/uns damals aber auch klar, als wir uns für Kinder entschieden, dass ich zuhause bleiben und höchstens ein kleines Pensum weiter arbeiten würde. Ich stieg denn auch später wieder ein als versprochen und verärgerte damit meine Vorgesetzten. Aber das Kind war mir wichtiger und irgendwann trennten wir uns in gegenseitigem Einverständnis während ich längst als freie Mitarbeiterin dann schrieb, wann ich wollte. Bis heute ist es für mich der perfekte Job, da ich ihn mir einteilen kann und ein Grossteil der Arbeit von Zuhause aus erledigt werden kann. Das Bloggen nimmt auch viel Zeit in Anspruch und ich sehe es auch fast als Job an, wäre da nicht der Fakt, dass mich niemand in bar dafür bezahlt. Aber ab und zu bekomme ich Produkte und das sowie der Spass an der Sache und das tolle Feedback bzw. die Interaktion mit den Lesern motiviert mich ebenso.

Noch so ein Neben-Job ist die Trage- und Windelfreiberatung. Zwar habe ich im Schnitt nur etwa eine Beratung im Monat und der Verdienst ist klein (und die Ausrüstung wird sich nie amortisieren) aber auch dies ist ein Herzprojekt

Ausblick

35 Jahre und kein bisschen weiser… das ist schon so. Ich fühle mich oft mehr wie 5 als 35. Im Herzen noch Kind und manchmal nur Dummheiten im Kopf… aber vielleicht muss das so, weil’s sonst langweilig wär‘…
So, das Leben geht weiter und macht, was es will. Stets eine neue Überraschung parat. Hier ein Schock, da ein Schicksalsschlag, selten ein Zuckerschlecken aber immer geht es weiter. Schöne Momente gibt es natürlich auch, wir wollen mal nicht kleinlich sein… aber im Grunde, weiss keiner, was kommt. Jeder Tag ist ein Tritt in den Hintern und ich bleib‘ Zen – so soll es sein! #ironieoff Stay tuned for the fun! 

Und die Gretchenfrage an Euch: wie habt Ihr’s mit dem Alter? Alles cool? Leichter Bammel? Gleichgültigkeit, Zufriedenheit oder älter werden rockt

*schüchterner Mensch mit verschwindend kleinem Selbstbewusstsein, der sich gerne kleiner macht als er ist und lieber zuhause in der Stube hockt als unter „normalen“ Gleichaltrigen verkehrt.

Fotos: üble Selfies mit blauem Auge. Kein Makeup bis auf: Lipstick Novum von Dr. Hauschka.

#regrettingbloggerhood ? Nöö, eigentlich nicht ;)

Eine deutsche Mit-Bloggerin rief vor Kurzem hier zu einer Blogparade auf. Ich mache seltenst bei solchen Paraden mit – entweder, weil mir die Zeit oder die Ideen fehlen, sprich, mich das Thema nicht wirklich tangiert. Dieses mal fand ich, ja doch, das beantworte ich. Und zwar geht es darum, wie der Hashtag schon sagt, ob man das Bloggen (per se oder einzelne Beiträge) bereut usw.
Dazu muss ich ein wenig ausholen. Im September 2010, fast ganztags allein mit meinem ersten Kind, damals etwa ein halbes Jahr alt, startete ich diesen Blog, damals noch in einer etwas anderen, dilettantischeren Form – ohne Bilder, im Tagebuchstil. Warum? Ich habe schon immer gern geschrieben (von Beruf bin ich drum auch Journalistin geworden), habe mir irgendwann mal, als Blogs aufkamen, einen Blog-Account eröffnet, ohne ihn je zu benutzen und hatte den noch. Warum vor allem? Weil ich mich ziemlich allein fühlte, mächtig überfordert war und mir das Zeug a) von der Seele schreiben wollte und b) hoffte, damit anderen (den Blog lesenden) Müttern zu zeigen: „Hey, Ihr seid nicht allein, schaut mal, wir haben hier auch so unsere Probleme…“

Meine ersten Einträge waren also wirklich sehr persönlich und vor allem eine Zeit lang auch wirklich sehr schwarz – geprägt eben von schlaflosen Nächten, Stillproblemen und mangelnder Unterstützung. Es wurde dann natürlich besser und der Blog auch durchaus mal positiver. Mit Kritik rechnete ich anfangs nicht, denn nur wenige kannten ihn. Ich kam damals noch nicht auf die Idee, ihn gross zu bewerben, da er wirklich v.a. mir diente. Die Kritik kam dann auch von dort, wo man sie am wenigsten erwartete – aus den eigenen Reihen. Man hört bzw. liest nicht gerne, dass eine frischgebackene Mutter nicht über beide Ohren happy ist. Das Klischee eben… und, noch ein Klischee: was sollen die Leute denken? Ja, was? Das war mir schon immer ziemlich egal. Zwar war ich nie eine, die ihre Meinung lautstark kundtat, aber so im Stillen, schriftlich, schon… nicht, weil man so weniger angreifbar ist (man ist es heutzutage sogar umso mehr), sondern weil ich schüchtern bin. Und irgendwie wird man mit Kindern mutiger, traut sich mehr, seine Meinung zu sagen und dazu zu stehen. Ich habe vielleicht einmal kurz überlegt, den Blog sofort zu schliessen, weil mich Kommentare dazu verletzt haben, aber eigentlich bin ich rebellisch veranlagt und folge dem Credo „Jetzt erst recht!“ Vielleicht bin ich da auch geprägt von jahrelangem, unfreien Journalismus. Immer musste das Geschriebene die Meinung der Partei oder der Inserenten wiedergeben… völlig frei schreiben durften wir nie. Kleines Land halt…

Als Blogger ist man frei, zu schreiben, was man will. Zumindest, wenn einem egal ist, ob man Leser und Kooperationspartner hat. Aber auch dann: ich beschönige meine Texte auch heute noch nicht. Wenn ich eine Sch…Woche hatte und mir die Kinder mächtig auf den Keks gehen, dann schreibe ich das. Und Kooperationen gehe ich nur ein, wenn ich von etwas auch überzeugt bin. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ein Leser die Authentizität schätzt. Oder einfach, dass jemand wirklich „aus dem Leben“ schreibt. Schöne-heile-Welt-Blogs mögen durchaus ihre Berechtigung haben, aber als Eltern durchlebt man nicht nur Höhen und ich finde deshalb, dass man in diesem Genre durchaus auch die Tiefen zeigen soll, denn jeder ist froh, zu hören, dass auch andere mal hadern. Und man sieht sich vielleicht die ganzen, hochaufwendigen Regenbogentorten, Geburtstagsdekos und obentos gerne an und holt sich die eine oder andere Inspiration, aber nicht jeder hat diesen Anspruch und fühlt sich mitunter durch die Überhäufung an Perfektion und Glück manchmal schier erdrückt…

Wie auch immer… nein, ich bereue das Bloggen nicht. Ich liebe es sehr und ich liebe es noch mehr seit ich es ein wenig professioneller betreibe – mit der Einbindung sozialer Medien, mit schönen Fotos, eigenem Logo und der Möglichkeit, hier und da mal eine schöne Kooperation inklusive toller Angebote für die Leser (Verlosungen, Rabatte etc.) eingehen zu dürfen. Das ist für mich wie Weihnachten… und noch schöner finde ich die rege Interaktion, die mit wachsender Bekanntheit kommt. Die Kommentare, die sich zwar v.a. auf Facebook konzentrieren. Wenn jemand schreibt: „ja, genau, so geht es mir auch…“ oder „hey, alles wird gut…“ oder einfach „Danke für diesen Beitrag, das hast du schön geschrieben“ – da geht einem doch das Herz auf! Denn eigentlich will man genau das: gelesen, verstanden und geschätzt zu werden. Jemandem helfen, einen Tipp geben, das gute Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein.
Und auch wenn man sich beim Bloggen exponiert, v.a. wenn man sich an politische Themen wagt (mache ich selten, aber wenn’s mir unter den Nägeln brennt, dann mache ich auch davor nicht halt…), eine Meinung vertritt, die halt nicht alle teilen, evtl. sogar partiell einen Shitstorm riskiert – so ist das ein Teil von mir. Man kann nicht von allen geliebt werden und es auch nicht allen recht machen und das ist gut so. Das Schöne an Blogs wie in vielem im Leben ist ja: man kann sie auch ignorieren…

Und die wahren Freunde und die Familie, die stehen eh hinter einem. Die kennen und lesen Deinen Blog. Die schmunzeln, wenn sie irgendwo erwähnt werden (niemals namentlich, übrigens bzw. wenn, dann mit Genehmigung 😉
Und da man sich virtuell meist öfter begegnet als im Alltag (ist leider so), ergeben sich manchmal lustige Situationen. Dann nämlich z.B., wenn man gerade ansetzen will, um etwas zu erzählen, und das Gegenüber sagt: „das habe ich doch schon in Deinem Blog gelesen!“

In diesem Sinne: keep on blogging! 😉

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Seinen Fussabdruck hinterlassen… wie die Maus im Rheinsand… 🙂

Hello Weekend!

Wir verabschieden uns dann mal ins Weekend – mit einem kleinen Update… die Woche ging rasch um, morgen kommt der Mann wieder nach Hause und mein alter Carrie-Bradshaw-Kleiderschrank wird abgeholt. Ich habe ihn verschenkt. CB weil er 3m lang ist und bisher noch jedem Mann imponierte: „Wann trägst du das alles!?“ Tja. Frau kann eben nicht zu viele Klamotten haben und mit schwindendem Gewicht kann ich auch tatsächlich wieder Sachen anziehen, welche die letzten Jahre über ungenutzt im Schrank hingen. Leider stagniert das Gewicht derzeit, ich muss schauen, dass ich wieder auf Kurs komme… 😛
In dieser Woche war ich jobmässig ziemlich ausgelastet, war mit drei Artikeln beschäftigt und einer der Interviewten, ein Fotograf, überraschte mich sogar mit einem Angebot für ein Fotoshooting. Da sage ich nicht nein und wenn es tatsächlich zustande kommt, dann werde ich Euch natürlich das Resultat zeigen 😉 Ausserdem hatte ich gestern ja noch ein Jobgespräch und denke, dass da für ab Januar noch zusätzliche Arbeit auf mich zukommt. Aber mal sehen…
Mit Junior waren wir heute beim KiA wegen seiner Schlaflosigkeit aka Unermüdlichkeit sowie seinem eher unterirdischen Appetit, der seinen BMI etwas einknicken liess. Aktuell wiegt er 19,5 kg bei 113 cm, was bedeutet, dass er seit dem letzten Arztbesuch (der ewig zurück liegt) rund 9 cm gewachsen ist aber nur etwa 1 kg zugelegt hat. Der KiA testete grad auch noch sein Sehvermögen und sein Gehör (alles bestens) und nahm ihm Blut da scheinbar in dem Alter so langsam gewisse Allergien zum Tragen kommen können, die dann die Ruhelosigkeit am Abend sowie den verminderten Appetit erklären könnten (namentlich Zöliakie oder Lactoseintoleranz, wobei mir beides total fremd ist. Ich kenne niemanden in der Verwandtschaft). Er kreuzte aber auf dem Formular für’s Labor auch noch diverse andere Dinge an wie Leber, Zecken, Eisenwerte, Vitaminmangel, Blutbild etc. pp. Ist ja mal nicht schädlich, das alles abzuchecken… Das Blutabnehmen war jedoch eine ziemliche Folter. Zwar kam zuerst ein Eisspray, was er noch lustig fand, aber als er verstand, das jetzt eine Nadel kommt, wehrte er sich mit Händen und Füssen, so dass zwei Arztgehilfinnen in festhalten mussten damit der KiA stechen konnte. Was tat er mir leid!
Ansonsten nicht viel Neues. Hab‘ heute für mich zu nähen begonnen und den Schrank im oberen Stock fast leer geräumt. Das Zimmer war vorher ziemlich aufgeräumt, jetzt herrscht natürlich Chaos. Alles, was vorher gut im Schrank verstaut war, liegt jetzt im Zimmer verteilt: Zahlreiche Schulordner, Vorlesungsskripts aus der Uni, Fotoalben, Bücher, die Babyschale, mein Stoffwindel(beratungs)sortiment und Krüsimüsi. Wohin nur damit? Mein Mann würde sagen „hau den Krempel weg“ aber ihr kennt mich. Von gewissen Dingen kann ich mich schwer trennen. In den nächsten Wochen wird es aber meine Aufgabe sein, alles irgendwo unterzubringen oder (doch) zu entsorgen. Das Ziel wäre ja theoretisch, dass die Maus bis Ende Jahr (evtl. bis zum Geburi) in diesem Raum ihr eigenes Zimmerchen vorfindet.
Ich werde es vorerst spartanisch einrichten wie das vom Sohnemann auch, da es eigentlich vor allem ein Schlafzimmer sein soll. Drin bleiben vorläufig nämlich sicher die Kisten, in denen die alten Kleider der Kids verstaut sind (das schaffe ich nicht in wenigen Wochen auszusortieren u/o woanders unterzubringen… ), das Gitterbett, das sie als Sofa oder Ablage nützen könnte und ein Pöang-Sessel von I*KEA, den ich sehr bequem finde. Neu hinzukaufen möchte ich:

  • einen Mädchen-Teppich
  • eine hübsche Deckenlampe
  • Vorhänge
  • ein grosses Bett (ein richtig grosse Bett damit sich ein Erwachsener dazulegen kann), und:
  • einen Schrank für die Kleider.

Ausserdem werde ich das Trofast-Regal aus dem Spielzimmer, in dem eh nur ihre Sachen lagern, vermutlich dann in ihr Zimmer zügeln… darin befinden sich v.a. Kuscheltiere und anderer Mist. Und dann mal sehen, ob und wie sie ihr Zimmer nutzen wird, wenn überhaupt… es soll ein Angebot sein für sie, in Zukunft dort zu schlafen, aber kein Zwang. Nach vier Jahren Familienbett mit ihr sind wir Eltern doch irgendwie langsam „bedient“, auch wenn ich sagen muss, dass ich sie total vermisse wenn sie auswärts schläft. Aber ich kann sie ja nicht mit 14 Jahren noch nachts bei mir haben, von dem her… irgendwann muss ich mich wieder daran gewöhnen, ohne Kind zu schlafen. Aber weil wir oder ich sie nicht einfach „rausschmeissen“ wollen, möchte ich ein grosses Bett. So kann ich sie weiterhin, solange sie es noch braucht, in den Schlaf begleiten. Vlt wird sie aber auch in Zukunft mit eigenen CDs einschlafen wollen, wer weiss? Und so kann ich, falls sie nachts mal weint, mich zu ihr legen bis sie wieder ruhig schläft. Das soweit der Plan (und planen kann man bekanntlich nichts). Zudem stehen wir immer noch in Verhandlungen bzgl. Familienplanung und sollte sich noch ein Nachzüglerlein einschleichen irgendwann, dann wäre ein weiterer Plan, damit der Mann nie mehr einen gestörten Schlaf haben wird, ein allfälliges weiteres Familienmitglied ebenfalls hier untergebracht wird, am Anfang sicherlich auch ich als verfügbare Nahrungsquelle. Aber das steht in den Sternen, weit weg in einer fernen Galaxie, also erwähnt das Thema bitte nicht oder fragt ständig nach. Danke! Und eigentlich war das für mich der Grund, das Mädchenzimmer hinauszuzögern denn ich wüsste nicht, ob die Maus, wenn einmal im eigenen Zimmer, akzeptieren würde, das Zimmer dann plötzlich teilen zu müssen. Sonst müssen wir uns dann halt Plan XY überlegen 😛 Aber eben. Sterne! Weit weg! Jetzt ist einfach mal Zeit… drückt mir die Daumen, dass ich das Zimmer bis zu ihrem Geburi gestaltet hab, das wäre nämlich der Plan. Jaja, schon wieder ein Plan! 😛
Ich zeige Euch hier noch rasch meine Möbel-Favoriten für das Zimmer:

Keine Ahnung, ob das so überhaupt reinpassen würde während ja die Aufbewahrungsboxen, der Stuhl usw. auch noch Platz finden müssten aber die Schrankkombi (Stuva) kann man sich so zusammenstellen wie man will und das muss für den Anfang nicht so gross sein (erweitern kann man immer), das müssten wir dann halt mal ausmessen und das Bett (Mandal), schaut mal wie praktisch mit diesen Schubladen darunter! Die bieten doch super Stauraum! 🙂

Na, was meint Ihr? :))) Und könnt Ihr mir evtl. Tipps für eine schöne Lampe/einen schönen Mädchenteppich nennen?

So, dann mal adieu und bis bald, ich werde heute Abend mal wieder zum Sport gehen (yeehaw!), morgen eben wird wohl von 9-12 der Schrank abgebaut und abtransportiert, wir sollten noch einkaufen und für meinen Kurs nächste Woche (Aufbaukurs Trageberatung der TSÖS in Zürich FR-SO) sollte mein Mann noch eine Fotoserie verschiedener Bindeweisen mit mir schiessen. Wahrscheinlich werde ich mir für den FR ein Hotelzimmer buchen auch wenn mir das absolut schräg einfährt aber der Kurs dauert bis 21 Uhr und beginnt morgens wieder um 9 Uhr, das macht also schon Sinn zumal es mich so schon ankotzt, so viel Zug zu fahren und überhaupt… mit einem bald 4-jährigen Tragling ist man einfach nicht mehr so in der Thematik drin. Aber grad drum ist der Aufbaukurs ja sicher nicht schlecht… aber es sind halt 2,5 Tage ohne Kinder und weg von zuhause und aus der Routine und Sport 2x ausfallen lassen dafür und ach, da bin ich halt eigen, mich stört jede Erschütterung meiner Struktur 😛 Aber auch das werden wir hinter uns bringen.
So, und am Sonntag besuchen wir vermutlich Freunde in Feldis, ich hoffe wir können die Kinder zum Raufspazieren überreden aber Bähnli fahren und dann zur Hütte laufen wird wohl auch OK sein. Ich freue mich und hoffe, dass die Kids das gut mitmachen… macht’s gut! 🙂

Dies und das…

Und wieder sind wir mitten in einer eigentlich normalen Alltagswoche… am Weekend hatten mein Liebster und ich spontan einen kinderfreien Samstagabend (unendliche Dankbarkeit!) plus -nacht. Wir haben die Zeit genutzt und sind endlich wieder mal ins Kino, nach Hohenems. Geschaut haben wir Mission Impossible – Rogue Nation und es war jeden Cent wert! Ich dachte ja nicht, dass die x-te Fortsetzung von MI spannend sein könnte weil Teil 2, 3 usw. eines Films eher selten gut sind, aber ich glaube ich fand diesen Film hier fast besser als alle bisherigen Teile zusammen. Action und Spannung pur, Überlänge, Popcorn – perfekt! 🙂 Wir haben es sehr genossen und konnten auch einigermassen ausschlafen. Wunderbar, gerne wieder! 🙂 Ja, solche Paar-Momente sollte man sich als Eltern regelmässig gönnen, auch wenn grad meine Wenigkeit dann mit den Gedanken doch viel bei den Kindern ist. Aber dank regelmässiger Whatsapp- und Foto-Updates durch die Partnerin meines Vaters, kann auch ich dann mal abschalten und beruhigt sein 😉 Es klappte auf jeden Fall problemlos 🙂
Am Montagnachmittag war ich wieder im alten Vor-den-Ferien-Trott als der Grosse noch im 1. KiGa-Jahr war. Ich habe prompt vergessen, ihn auf 13.30 Uhr in den Kindergarten zu begleiten und habe mich noch gewundert, warum derselbige anruft (um 13.45 Uhr): „was hat mein Sohn nur angestellt!?“ war mein erster Gedanke. Wir sind dann aber schnurstracks losgelaufen und er hat wohl nicht viel verpasst.

Nach der Ferienpause versuche ich nun regelmässig wieder mein Clubtraining zu besuchen. Eigentlich ist das sogar die einzige, abendliche Sportbeschäftigung, die ich problemlos wahrnehmen kann. Start ist dienstags um 20 Uhr, eine Zeit also, in der die Kleine mit 90%iger Sicherheit schon schläft. Donnerstags startet das Training zwar schon um 19.30 Uhr aber das hat letzte Woche auch geklappt da sie früh auf war und morgens in der Kita sowie nachmittags eine Weile in der Waldspielgruppe… mal sehen, ob das so bleibt. Ich gehe auf jeden Fall mit einem besseren Gefühl weg… 18 oder 19 Uhr (der Beginn der anderen Sportkurse, die in Frage kämen) erwiesen sich als sehr schwierig um Mann und Kind allein zu lassen. Es ist halt die aufreibendste Tageszeit. Immer. Unter Garantie. Hunger paar sich mit Müdigkeit, meist muss das Spielen unterbrochen werden weil das Nachbarskind heim muss, dann kommt der Papa von der Arbeit… die Kids sind also auf Krawall gebürstet und höchst unleidig. Beim Sohn bessert sich manchmal die Lage nach dem Essen, Maus ist dann aber so gut wie bettreif.
Auf jeden Fall ist es super, wieder im Karate Fuss zu fassen. Die meisten Techniken und Kata habe ich intus, d.h. nach ein paar mal Wiederholen, kommt alles wieder. Da war es von Vorteil, über 10 Jahre lang intensiv trainiert zu haben und die Techniken 1000x ausgeführt zu haben. Man kann es dann wirklich fast im Schlaf 😉 Nun möchte ich einfach ein wenig dran bleiben und sehen, wie es sich entwickelt. Meine Einschätzung ist übrigens diese, aktuell fast fitter zu sein als vor der Schwangerschaft, zumindest in Punkto Kraft. Kondition weniger. Das erste Kämpfen nach über 6 Jahren machte mir letzte Woche echt Spass und ging erstaunlich gut (obwohl ich keine Schoner mehr hatte und blaue Flecken davontrug). Aber ich merke, dass ich älter geworden bin oder auch einfach, dass mein Körper zwei Schwangerschaften durchgemacht hat. Meine Hüfte (wegen der ich regelmässig beim Chiro bin), spüre ich nach gewissen Bewegungen, auch am nächsten Tag noch… ja, die Beweglichkeit fehlt. Vielleicht kommt das wieder, vielleicht bleibt es aber auch so, dass der Körper halt nach dem Sport hier und da ächzt? Tja… :/ Noch mehr abnehmen wäre natürlich auch von Vorteil, im Moment habe ich ernährungstechnisch eine Sommerpause eingelegt 😛 Da muss ich wieder mehr darauf achten, dass das besser wird *grummel* Abgesehen davon will ich mind. 4 Trainings pro Woche schaffen, was eigentlich gut klappt. Aber Sport ist glücklicherweise Schokolade und macht süchtig. Deshalb könnte oder wollte ich, wären die Voraussetzungen besser, auch täglich etwas tun. Die 4x müssen aber reichen und sind eh schon super! 🙂
In dieser Woche habe ich drei Trageberatungen, das nenn‘ ich mal toll! Ich komme so zwar nicht dazu, meine andere Arbeit oder sonstwas zu tun, aber ich find’s genial 🙂
Und sonst bin ich hormonell bedingt (PMS und so :P) einfach grüblig gewesen… unser Dojo (Trainingsort für’s Karate) liegt ja direkt neben meinem ehemaligen Elternhaus. Das ist noch immer unbewohnt weil der neue Besitzer die Planung des Umbaus wohl noch nicht so richtig in Angriff nehmen konnte. Ich lief also letzte Woche mal ums Haus und stellte fest, wie verwachsen der ganze Garten war. Das Gras mindestens kniehoch, die Bäume und Sträucher sind richtig gewuchert, es ist wie ein Dschungel da. Der Garten war Hobby und grosse Liebe meiner Mama. Sie verbrachte Stunden rund ums Haus und pflegte den Garten. Immer mal wieder wurde was Neues gepflanzt. Man könnte trübselig sein darüber, dass „ihr Werk“ derzeit so verwildert ich aber empfand es als schön, zu sehen, wie „ihre“ Pflanzen derart gut gedeihen und wachsen, als wäre es für sie. Als würden die Pflanzen zum Himmel reichen wollen, bis zu ihr. Oder als würden sie alles verdichten wollen und das Haus in der Mitte verstecken, denn es ist unser Haus und kein anderer soll es einnehmen? Ich weiss, eines baldigen Tages wird der neue Hausherr alles zurecht stutzen, abreissen, entwurzeln… daran mag ich gar nicht denken. Wenn ich vor dem Training zum Haus schaue, dann kommen mir sofort viele (schöne) Erinnerungen… ich möchte es ((natürlich) so bewahren wie es ist damit ich mich immer erinnern kann wenn ich will… die Angst, so vieles zu vergessen, ist da…
Ja, manchmal grüble ich ganz viel nach, das ist wohl auch ein Nebeneffekt der Hochsensibilität, zumindest habe ich das mal gelesen… ich dachte daran, dass die Welt und das Leben nicht nur schwarz-weiss ist, sondern viele Graustufen kennt. Habe über Menschen nachgedacht… über Konformität und dass ich sie nicht mag. Sture Regeln sind mir zuwider, Grenzen, ein Rahmen, das engt nur ein. Ich bevorzuge es, (Spiel)raum zu haben, ich mag nicht in ein Schema passen mit mir und meinem Tun und ich will es auch für meine Kinder nicht und gebe das wohl zwangsläufig auch so weiter auch wenn es nicht immer gut sein mag… Es gibt für mich immer mehrere Wege und Möglichkeiten, Interpretationen… deshalb bin ich wohl auch in einem kreativen Beruf gelandet, und selbst dort hat es mich stets aufgeregt wenn wir Journalisten eingeschränkt wurden, auf Kosten des Geldes (Marketing) oder der Partei nicht so schreiben konnten wie wir wollten, nicht jeden Interviewpartner selbst aussuchen konnten. Nun ja, damit muss man klarkommen im Leben. V.a. auch, dass man mit dieser Einstellung rasch aneckt, Leute verschreckt. Manchmal im Leben bin ich nur zum Trotz gegen den Strom geschwommen, heute auch aus Überzeugung. Immer nimmt es mich mit, wenn sich dadurch Menschen abwenden, die man lieb gewonnen hat. Aber immer auch, ist es mir wichtiger, frei denken zu dürfen und zu mir stehen zu können. Und ist das nicht auch etwas, das man seinen Kindern guten Mutes mit auf den Weg geben darf?