Leben am Limit

Da es mir wieder mal komplett abgeht, das persönliche Bloggen, schiebe ich die Arbeit mal weg und lege einfach los…

Das Mäuschen ist mal mehr mal weniger verkühlt und wenn sie grad fit wäre, kommt ein roter Po dazu oder es sitzt ein Pups quer, so wie gestern… Weiterlesen

Die Rückkehr der Melancholie

Eins vorweg. Mir kommt es grad so vor als würde jeder persönliche Beitrag hier sich um irgendwas „Unschönes“ drehen. Das ist nicht wirklich beabsichtigt und ich gelobe Besserung 😀 Aber, ach, das muss halt raus… dafür ist ein Blog ja auch da, ne? 😉 Weiterlesen

Alltag in Unterbrüchen…

Ja, mal wieder ein Beitrag über unseren Alltag – die Zeit nehm‘ ich mir. Ich stelle gerade fest, wie anstrengend es ist, immer alles in kleinen Schritten zu machen, weil alles unterbrochen wird. Immer wieder… der Schlaf, klar, aber auch das Kochen, das Hausaufgaben anschauen mit dem Grossen, das Schreiben & Arbeiten, das Lesen eines Artikels, Gespräche, das Ansehen einer TV-Sendung (ja, leider mussten die ausgerechnet jetzt die neuen Grey’s-Folgen bringen! :-O )… es ist anstrengend, weil man den verlorenen Faden manchmal nur mühsam wieder findet. Es ist normal in einem Alltag mit Baby… es gibt Tage, da schläft die Maus auch mal länger am Stück tagsüber – dann geht viel. Und doch ist es nicht dasselbe, weil man ja irgendwie doch ständig in „Rufbereitschaft“ ist und im Vornherein ja nicht weiss, wann sie wieder aufwacht… und dann gibt es diese Tage, an denen sie maximal eine halbe Stunde am Stück schläft, in der man dann halbwegs in Ruhe mit der Familie essen kann und schon ist sie wieder wach. So gebraucht zu werden, ist dann schon sehr anstrengend.

— Unterbruch —

Baby wach… ich versuche sie eine Weile auf die Spielmatte zu legen. Irgendwann wird sie unruhig, ich nehme sie kurz zu mir, sie weint wieder, abhalten – Fehlanzeige, Stillen – nichts, sie schreit sich immer mehr in Rage… eine der seltenen Schreimomente, bei denen man nicht weiss, ob man gleich den Arzt holen soll oder was man um Himmels willen falsch gemacht hat gerade… mit dem Nuggi lässt sie sich wieder beruhigen und schläft ein – puh!
img_7746Kann es sein, dass das Mäuschen meine Unruhe und Unsicherheit spürt, die ich immer noch an Tagen entwickle, an denen der Mann hier fehlt (diese Woche 2 Tage an einem Workshop, nächste Woche an einer Messe…)!? Sind die Kleinen wirklich so sensibel mit ihren Antennen? 😦 Ich bin es auf jeden Fall… ich schwimme schon wieder im Chaos… eigentlich sollte noch Besuch kommen und ich habe sogar extra noch rasch gebacken (mit Äpfeln aber)…

— Unterbruch —

Baby wach… Stillen, Abhalten… jetzt „spielt“ die Maus kurz mit ihr. Der Besuch hat mich missverstanden, und wäre sowieso krank… also bleiben wir heute allein. Auch gut… Deprimiert mich der Regen oder der Mangel an Zeit für mich? Dabei war das einzige, das ich nur für mich tat, ausser gelegentlichem Duschen, dass ich gestern zum ersten Mal ins Rückbildungsyoga ging… und das klappte erstaunlich gut… das Mäuschen schlief dank Nuggi recht bald neben mir ein und wachte dann erst zum Schluss der Stunde wieder auf. Danach konnte ich sie gleich abhalten und wir fuhren gleich wieder heim weil sie Hunger hatte. Ein Vorzeigekind! Wird sicher nächstes mal anders? 😛 Aber ich möchte mir mal die Daumen drücken, denn ich hab‘ ein Abo gekauft für ein paar Stunden… und mich damit selber unter Druck gesetzt, hmm… aber ich kann mich zur Not auch vorher abmelden wenn es mal nicht passt…
img_7735Deprimiert mich die Abwesenheit meines Mannes, der offenbar allein durch seine Anwesenheit genug Unterstützung ist? Ganz zu schweigen davon, dass er sich jetzt stark um die Grossen kümmert, kümmern muss? Deprimiert mich der Sportmangel und das Frustessen, das meiner Figur nicht förderlich ist (aka die Unfähigkeit, mich konsequent gesünder zu ernähren)? Oder ist es die fehlende Zeit, mich mal eine Stunde lang in Ruhe der grossen Maus widmen zu können? Das Magazin, das heute kam und dass ich so gerne lese und wofür ich nicht ohne Unterbruch Zeit haben werde?
Oder die unbegründeten Ängste, die offenbar mit jedem Kind wachsen? Noch immer habe ich oft Albträume und das doofe Gefühl, das Mäuschen niemandem anvertrauen zu können… 😦

— Unterbruch —

Die Maus wollte nicht mehr „babysitten„… jetzt essen wir die Wähe, während das Mäuschen wohl wieder müde ist. Ich habe das doofe Gefühl, mir einfach während der Schwangerschaft zu viel aufgehalst zu haben. Ich hatte ja Zeit und die nutzte ich, um einiges in Gang zu bringen… vieles konnte ich vorbereiten, als das Mäuschen noch mehr schlief. Jetzt wird’s schwierig…
Plötzlich habe ich das Gefühl, sie ist schon ewig auf der Welt. Dabei sind es erst 7,5 Wochen…
Vielleicht demprimieren mich einfach Tage wie dieser, an denen ich ganz viele Pipis verpasse und mich ärgere, obwohl ich nicht sollte. Ein Tag, an dem ich nichts gebacken kriege (ausser der Wähe…).

— Unterbruch —

Ein Tag, an dem ich mich fürchte vor allen Herausforderungen, die da kommen. So habe ich morgen früh einen kurzen Termin und am Dienstag Morgen eine Trageberatung und weiss nicht, ob’s auch gut klappen wird wenn mein Mäuschen dabei ist, vielleicht wach, vielleicht stillen möchte? Und am Mittwoch dann wieder das Yoga und mein Mann auch über Nacht weg, so dass ich an den Morgen raus muss, um mich um die Kinder fertig zu machen während vielleicht gleichzeitig das Mäuschen wach wird…
Ein Tag, an dem ich mich generell fürchte, vor jedem Tag, der kommt, weil ich nicht weiss, wie er wird. Wird es ein guter oder ein herausfordernder, ermüdender Tag? Werde ich gut schlafen können? Es ist für mich irgendwie wie das Warten auf einen GAU, der vielleicht gar nie eintritt. Weil meine grossen Kinder schlechte Schläfer waren, uns nächtelang wach hielten. Es ist als ob ich voller Furcht warte darauf, dass dies auch beim Mäuschen eintritt. Aber vielleicht passiert das gar nicht, weil sie in allem ein bisschen einfacher und unkomplizierter ist. Fast ein Anfängerbaby… aber dieses Warten macht mich ständig angespannt und nervös. Nur… ich kann es nicht abstellen. Noch nicht… ich brauche wohl noch etwas Zeit… Doofe, unnötige Präventiv-Panik 😛

Und bevor mich jetzt wieder jemand droht, falsch zu verstehen: ich liebe das Mäuschen, es macht uns komplett. Ich freue mich jeden Tag darüber, sie hier bei uns zu haben und ich mache nichts lieber, als sie anzusehen, wenn sie schläft oder lacht und aufmerksam zuhört… Ich bin sehr, sehr dankbar dafür, dass wir nun zu fünft sind und freue mich auf die vielen tollen Momente, wenn sie bald aktiver und unabhängiger wird, die Welt zu entdecken beginnt und die drei Kinder auch mehr miteinander machen können…
Und: es gibt auch Tage, an denen ich mich stark und mutig fühle und das Gefühl habe, unglaublich viel geschafft zu haben oder schaffen zu können. Aber im Zuge von „mehr Realität in den sozialen Medien“ darf man auch mal die anstrengenden Tage verbloggen, oder? 😉
Die Tage werden irgendwann auch wieder wärmer… alles wird gut… 

Eine Grossfamilie lebt ihren Traum

Ich plane für die nächste Zeit ein paar Interviews mit Familien, die besonders sind oder etwas besonderes erlebt und viel zu erzählen haben. Falls auch Du Dich angesprochen fühlst, darfst Du mich gerne kontaktieren 🙂

Den Anfang machen Susanne und Helge. Sie leben mit ihren 8 Kindern in Feldkirch (Vorarlberg/AT), wo sie ein sehr selbstbestimmtes Leben führen. Ihre jüngeren Kinder besuchen keine Schule, sie sind „Freilerner“. Der Traum der Familie wäre ein gänzlich autarkes Leben.
Ich lernte Susanne bei einem Vortrag zum Thema „windelfrei“ kennen und habe sie auch schon zuhause besucht. Ich verfolge immer mal wieder in den sozialen Medien, was sie so macht.

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Liebe Susanne, Ihr seid eine Grossfamilie mit 8 Kindern, die sehr
selbstbestimmt lebt. Eure Kinder besuchen keine Schule, Ihr seid viel
unterwegs. Erzählst Du mir, ob Du das schon vor Deinem ersten Kind mit
Deinem Mann so „geplant“ hast oder ob es sich einfach so ergab?
Wir haben nicht vom ersten Tag entschieden eine Großfamilie zu werden und
unseren Kindern die Möglichkeit zu geben, selbstbestimmt und frei zu lernen.
Vielmehr ist das eine Entscheidung, die wir aufgrund unserer Erfahrungen
getroffen haben. Helge und ich stehen im ständigen Gespräch miteinander
und einmal im Jahr nehmen wir uns die Zeit und stellen die Weichen fürs
kommende Jahr.

Ihr habt in Feldkirch Euren festen Wohnsitz, verreist aber auch gern mal
für längere Zeit, z.B. nach Griechenland. Wie schafft Ihr es, für Euren
Lebensunterhalt aufzukommen? Seid Ihr beide selbstständig arbeitend?
Wir nutzen natürlich die Möglichkeit, unseren Kindern die Welt zu zeigen. Durch
meine Selbstständigkeit in einem nachhaltigen, ethischen Business, ist es mir
möglich, überall in Europa meiner Arbeit nachzugehen, selbstbestimmt und
frei.

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Wie funktioniert bei Euch das Freilernen, wie kann man sich das
vorstellen?
Freilernen ist eine Lebensform. Es gibt keine fixen Lernstunden oder Inhalte,
vielmehr können sich unsere Kinder frei nach ihren Interessen und Bedürfnissen
entfalten und dem intensiv nachgehen, was sie gerade beschäftigt.

Wie hat sich das Freilernen bei Euch entwickelt und hat eins der Kinder
je von sich aus den Besuch einer Schule gewünscht?
Die zwei älteren Kinder haben das Bildungssystem ganz normal durchlaufen.
Unsere jetzt 12-Jährige und der 10-Jährige waren einige Zeit in der Volksschule
und so kennen sie die Unterschiede sehr gut. Meine jüngeren Kinder wollen
weder in die Schule noch in den Kindergarten. Im Gegenteil, sie genießen ihre
Freiheit.

Haben Deine älteren Kinder bereits eine Lehrstelle/Praktikum oder was
machen sie, was haben sie für Pläne?
Meine zwei älteren sind ausgebildete Hotel-& Gastgewerbeassistentin
bzw. im 3. Lehrjahr zur Maschinenbautechnikerin. Die anderen Kindern
haben ebenfalls schon ihre Pläne 🙂

Du hast mal erwähnt, dass ein langfristiger Plan sein könnte, als Familie
gänzlich unabhängig von allem leben zu können. Ist das noch so bzw.
wie weit seid Ihr damit schon?
Da wir jetzt einem Business nachgehen, mit welchem wir frei von Ort und
Zeit arbeiten können, haben wir schon einen wichtigen Schritt in die
richtige Richtung getan. Autarkes Leben steht an nächster Stelle, braucht
aber noch etwas…

8 Kinder sind in der heutigen Zeit viel. Was bedeutet Euch das Leben als
Grossfamilie? Wie kann man sich Euren Alltag vorstellen?
Unser Alltag unterscheidet sich sicher nicht so viel von anderen Familien. Die
Mengen, die man kocht, werden größer, die Waschmaschine läuft öfter und
manchmal kann es turbulent werden. Zeitmanagement ist das Wichtigste.
Und dass man als Paar und Einzelperson nicht zu kurz kommt.

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Wünscht Ihr Euch noch weitere Kinder?
Unsere Familienplanung ist definitiv abgeschlossen. Ich möchte keine weiteren Kinder sondern mich der Familie und meinem Business widmen.

Wie schaffen Du und Dein Mann es, Zeitinseln für Euch als Paar zu
schaffen, nicht nur als Mutter und Vater zu funktionieren?
Konsequenz und Planung ist das Wichtigste. Unsere Paarbeziehung hat für uns
beide höchste Priorität und deshalb kann man sich seine Freiräume
durchwegs schaffen.

Wie reagieren die Menschen in Eurem Umfeld oder Menschen, die
Euch begegnen, auf Euren Lebensstil und wie gehst Du mit allfälliger
Kritik um?
Kritik muss nicht zwingend etwas Negatives sein. Ich höre mir immer gerne an,
was Menschen zu sagen haben. Natürlich löst sowohl eine große Familie als
auch unsere Lebensweise bei einigen Menschen Unbehagen aus. Im
respektvollen und wertschätzenden Gespräch bleiben – darauf das kommt es
an 🙂

Und wie ist es für Deine Kinder, wenn sie merken, dass Eure Familie
andere Wege geht wie viele andere oder wenn Sie mit Fragen
konfrontiert werden?
Unsere Kinder werten und vergleichen sich sehr selten und beantworten
Fragen zu unserm Leben sehr gerne.

Du berätst auch andere Familien rund um die Themen Erziehung, Stillen,
Tragen und Windelfrei etc. – was machst Du dort für Erfahrungen?
Viele Familien sind durch die Fülle an Information überfordert und freuen sich
dann wenn eine „erfahrene“ Mutter sie an ihr Bauchgefühl erinnert. Wieder in
sich reinspüren und aus der Fülle der Informationen lernen, seinen eigenen,
individuellen Weg in Selbstverantwortung zu gehen.

Wünschst Du Dir manchmal eine Veränderung in Deinem/Eurem Leben
oder ist es genau so wie Du es Dir erwünscht und erträumt hast?
Durch mein Business bin ich schon auf dem für uns stimmigen Weg. Ethik und
Nachhaltigkeit sind nur ein paar Schlagworte, die uns wichtig sind. Wenn wir
einen Traum haben, verfolgen wir den konsequent. Also kann man unterm
Strich sagen: Ja wir leben unsern Traum!

Unter den folgenden Links erfährt Ihr mehr über das Leben von Susanne und ihrer Familie. Ich bedanke mich herzlich für Deine Offenheit, Susanne! 🙂
Sicherlich ist sie auch offen für Eure Fragen, falls Ihr noch welche habt… 😉 Ich hoffe dieser kleine Einblick hat Euch gut gefallen 🙂

http://www.ohnewindel.at
http://ungezogen.blogspot.co.at

Mein chaotischer Haushalt

Vor einer Weile habe ich mal angemerkt, etwas zum Thema Haushaltsführung zu schreiben, also voilà! Bei uns herrscht tatsächlich seit Jahr und Tag „management by chaos“.  Ich bin in einer Generation aufgewachsen, die keinen Hauswirtschaftsunterricht hatte und Fächer wie Kochen waren optional und interessierten mich damals nicht. Aufgewachsen bin ich als Fast-Einzelkind (mein Bruder ist einiges älter als ich) mit einer Vollzeit- und -blut-Hausfrau/-Mama. Dagegen ist nichts auszusetzen, aber ich wurde natürlich auch ein wenig verwöhnt. Ich war ein Kind, das sich bestens selber beschäftigte und so schmiss meine Mutter den Haushalt allein, ohne mich grossartig um Mithilfe zu bitten. Oder, und diese Tendenz bemerke ich selber auch: viele Dinge erledigt man eben nervenschonender und schneller, wenn die Kinder einem nicht dabei helfen. Sicherlich deckte ich mal den Tisch, durfte beim Backen assistieren oder musste ihr bei der Gartenarbeit zur Hand gehen, aber sobald ich im Gymi war, schätzte sie es wohl als wichtiger ein, dass ich die Hausaufgaben erledige und brav lerne 😉 Einzig bei meiner Oma, ihrer Mutter, wurde ich jeweils stark eingespannt (und, nein, ich mochte es nicht).
De facto habe ich heute von einer erfolgreichen Haushaltsführung nur eine leise Ahnung und immer noch relativ wenig Interesse daran. Ich kann Euch hier also keinerlei Tipps geben, bin aber sicher, dass Ihr diesbezüglich im Internet oder in einschlägigen Ratgebern fündig werdet. Dazu kommt noch, dass jeder Mensch seine eigenen Ansprüche bzw. Vorstellungen eines funktionierenden Haushalts hat. Ich kenne Mütter, die haben alles im Griff, erstellen Listen von A-Z und planen die täglichen Mahlzeiten Wochen im Voraus. Ganz ehrlich: ich bewundere diese Mütter enorm. Ich. wäre. dazu. nicht. imstande. Nie. 
Und dann war ich schon in Häusern, da graute es mir, weil alles vollgestellt war, schmutzig in allen Ecken und man den Boden vor lauter Schmeisskleidung, Kinderspielzeug und dergleichen nicht mehr sah.
Ich ordne mich irgendwo dazwischen ein. Ich brauche ein Mindestmass an peniblem „Alles-an-seinem-Platz“ (und kein Millimeter daneben!) um mich wohl zu fühlen, habe aber eine hohe Toleranzschwelle in Bezug auf herumliegendem Kinderkram. So fünf Tage lang im Schnitt und dann überkommt es mich und ich räume den Kram weg. Leider sind mein Mann und ich da nicht ganz einer Meinung…
Arbeitsflächen (Küche, Esstisch) müssen aber häufiger frei geräumt sein. Ich kann Geschirr nicht lange stehen lassen, meist ergreift mich der Impuls, den Tisch abzuräumen, noch bevor ich den Kaffee ausgetrunken habe. Ähnlich ist es mit der Wäsche, die ich gerne abhängen würde, bevor sie trocken ist. Solche „Pendenzen“ stören mich immens, es ist so ein wenig Sisyphus, ein notwendiges Übel halt…
Haushaltsarbeit ist bei mir auch ganz oft stimmungsabhängig. Schleife ich mich durch eine Serotonin- und Endorphin-arme Januardepression (so wie jetzt gerade), ist mir sch… egal, wie es aussieht, dann würde ich mich einfach am liebsten verkriechen oder mich quer durch eine Schoko-Sahne-Torte futtern, oder beides. Moment… Ich will Toooorte! OK. Gut. Weiter im Text.
Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, wie das Ganze trotzdem funktioniert, weil, obviously, tut es das irgendwie, denn: meist sind abends alle satt und wir gehen nicht im Chaos unter. Es wird hier halt oft improvisiert und situativ gehandelt. Muss auch manchmal, ist ja nicht alles planbar. Mahlzeiten-technisch greife ich selten zu einem Kochbuch, koche eher aus dem effeff… an einem Mittag werden wir bei der SchwieMu verköstigt, an zwei Mittagen muss ich Maus von der Kita holen und habe ergo keine Zeit, gross den Kochlöffel zu schwingen. An den anderen Tagen sind Maus und ich auch öfter mal mit Playdates belegt und es wird halt 11.30 Uhr bis ich kochen könnte.
Das Ziel ist trotzdem, für ausgewogene Ernährung zu sorgen und dabei nicht mehr alle Wünsche zu berücksichtigen. Habe ich Bock, mache ich etwas, das auch dem Grossen schmeckt oder koche ihm eine Extrawurst. Habe ich weder Zeit noch Lust, dann koche ich rücksichtslos und er kann sich bei Nichtgefallen ein Joghurt aus dem Kühlschrank holen. Einen Zwang gibt es hier nicht, aber auch kein Buffet. So.
An Stresstagen gibt es eben Brot, Pasta, Pizza oder so. Manchmal auch Fast Food. Zweimal kalte Küche kommt aber selten vor, mindestens einmal am Tag soll’s was Warmes geben, ausser vlt im Sommer, wobei wir dann oft was auf den Grill schmeissen. Eine Stressmahlzeit gleiche ich meist mit einer aufwändiger-liebevolleren-gesünderen Mahlzeit aus. Und Brot bzw. kalte Küche heisst bei uns nicht nur Salamistulle, sondern es gibt auch immer Rohkost dazu: Salatgurke, Tomaten, Peperoni, Rüebli und je nach dem Eier, (Hütten)käse oder so für den Eiweiss-Anteil.
Der Geschirrspüler läuft hier so gut wie täglich, Wäsche wird 2x die Woche erledigt, gebügelt wird äusserst selten (meist die Boxbandagen und mein Gi), gesaugt wird mehrmals die Woche, der Kompost regelmässig geleert; sommers der Rasen wöchentlich gemäht, gegossen täglich, der Rest erfolgt, wie erwähnt, situativ 😉
Da der Mann gut 120% arbeitet und ich nur wenig, bin ich die Hauptverantwortliche im Haushalt, delegiere aber an den Wochenenden das Kochen an ihn weil er das a) besser kann und b) eigentlich auch lieber tut als ich. Selbstverständlich räumt er auch sonst mal die Küche auf, putzt etc. Letzteres ist nicht meine Stärke. Ich bin ein Minimalist, wie ihr jetzt ja wisst, d.h. ich putze die Fenster meist monatelang nur punktuell wenn mir grad was auffällt, aber nie richtig. Ich bin der Meinung, das Leben ist zu kurz um es mit Sisyphus-Arbeiten zu vergeuden. Sollte mir eines Tages grauenhaft langweilig sein, kann ich immer noch putzen. Erwarten wir Besuch oder habe ich eine Beratung, dann nehme ich aber schon mal den Putzlappen in die Hand 😉 Aber zur Beruhigung. wir sehen noch aus den Fenstern hinaus und wir haben auch keine Kakerlaken-Zucht.

Wisst ihr Bescheid, ne?
Und ihr? Alles im Griff? Ein strikter Plan ohne Abweichungen oder dolce far niente und laisser-faire?

Eine Woche für’n A…?

Ja, die Woche war irgendwie nicht so meine… keine Ahnung, wieso. Diverse Kleinigkeiten, die sich summieren. Meine Tage. Karate fiel 2x flach aufgrund der Abwesenheit meines Mannes und weil die Maus zu spät einschlief. Dann schlug das schöne Föhnwetter gestern zugunsten von Regen um (bäh!) Und wohl auch wegen des Föhns waren meine Kollegin und ich allein am Stilltreffen. Schade… dann habe ich irgendwie zwei Leute vor den Kopf gestossen – ungewollt natürlich…
Die Kinder waren zum Teil auch raunzig…

Ach, es gibt einfach so Tage/Wochen, da läuft alles ein bisschen anders als gedacht und man ist empfindlicher und alles zieht einen runter. Ich will grad auch nicht zu sehr ins Detail gehen… das sind ja so Peanuts. Denn, wenn man sich so das aktuelle Geschehen anschaut (was ich eher weniger tue aber mitbekommen tue ich es natürlich schon, trage ja keine Scheuklappen), können wir uns hier alle „von“ schreiben. Wir leben hier im absoluten Paradies, mein Mann und ich haben’s grad letztens wieder gesagt. Wir jammern hier auf hohem Niveau wenn wir uns über Krankenkassenkosten und dergleichen beschweren. Dabei werden wir hier von allem verschont! Klimatisch sind wir hier in einer katastrophenfreien Zone. Ja, der Rhein ist mal übergetreten und bei zu viel Regen passiert mal ein Erdrutsch oder Wasser im Keller. Zu viel Sturm kann auch mal für Schäden sorgen und ab und zu bebt die Erde. Aber Überschwemmungen, Tsunamis oder dergleichen sucht man hier vergeblich. Wir brauchen keine Angst zu haben wenn es mal länger regnet als üblich…
Auch politisch sind wir hier fein raus… die kleinen Wehwehchen der Lokalpolitik sind nicht weiter der Rede wert. Ist weltpolitisch was Grosses los, werden wir kaum tangiert (es sei denn es handelt sich um die Eurokrise…). Es ist einfach so: wir sind eine Insel. Eine Insel zwischen Bergen. Das wirkt manchmal einengend, aber eigentlich sind wir hier einfach nur sehr wohlbehütet… und es gibt mehr als genug ruhige Fleckchen in der Natur und man ist stundenlang alleine, wie schön. In einer halben Stunde sind wir in der schönsten Bergwelt und wenn es sein muss sind wir in einer Stunde in der Grossstadt.
Ich bin dankbar, hier leben zu dürfen. Es ist ein Privileg.

Artgerechtes Familienleben im 3. Jahrtausend

Letzte Woche ist wieder mal eine meiner Mamafreundinnen bei mir gewesen. Eine, mit der ich in punkto Mutterschaft vieles gemein habe (weshalb der Austausch immer ganz toll ist 🙂 Die Mädels haben sich bestens unterhalten und wir Mütter konnten in Ruhe unsere Kaffees trinken – und reden. Und sie machte mir wieder mal deutlich, was ich hier (mag sein, dass ich mich wiederhole, denn ich habe ähnliches auch schon berichtet), dass wir hier fernab von einem artgerechten Familienleben, ja, leben… Jetzt mal ganz abgesehen von unserem Umgang mit Kindern, wo wir uns ja sehr um Artgerechtigkeit bemühen (Stillen, über den 6. Monat hinaus; Tragen; Windelfrei etc.).
Vielmehr ging es um UNS. Ich hole ein bisschen aus. Weder sie noch ich fühlen uns zugehörig zu der Gruppe „absolut perfekter Eltern“, die den ganzen Tag lang um ihre Kleinen herumwuseln, stundenlang mit ihnen spielen und basteln, ihnen auf dem Spielplatz auf den Kletterturm nachsteigen und eieiei und dabei fast selber zum Kind werden. Wir stellen jetzt das „perfekt“ sowieso mal grundsätzlich in Klammern und versehen es mit einem Fragezeichen, denn das ist eben genau nicht artgerecht, wie wir finden. Kinder sollten mit Kindern und Erwachsene mit Erwachsenen bzw. ihrem Tun. So war das früher und so ist das noch heute dort, wo die Menschen naturnah leben und überhaupt mal den Tag hinüber anderes zu tun haben als die Kinder nonstop zu bespassen. Als Babys „laufen“ die Kleinen noch auf dem Rücken ihrer Familienmitglieder und an der Brust ihrer Mutter mit, werden also von Geburt an in die Tätigkeiten und das Leben miteingebunden (und haben folglich später auch kein Problem damit, diese Tätigkeiten erst nachzuahmen und später selbstverständlich selber auszuführen). Je unabhängiger die Kleinen werden, desto mehr verbringen sie ihre Zeit mit anderen Kindern. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass das Leben im Stamm bzw. der Sippe Fremdbetreuung erübrigt und viele Synergien schafft. Konträr dazu steht das heutige Familienleben. Ab und zu erlebt man, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben (am ehesten ist das noch dort der Fall, wo die finanziellen Mittel gering sind, z.B. bei Einwanderern). Aber viele Familien leben isoliert (zum Teil sind auch Grosseltern oder andere Verwandte nicht in unmittelbarer Nähe/“Greifweite“). Wir leben zwar heute einen hohen Lebensstandard, in schönen Wohnungen/Häusern, vor der Geburt haben beide Partner voll gearbeitet und (aufgrund dessen dass heute die ersten Kinder immer später zur Welt kommen) verfügen über ein gutes, finanzielles Polster, das es ermöglicht, dass ein oder beide Elternteile nach der Geburt den Beruf für eine Weile aufgeben oder reduzieren können. Aber gerade das kann zum Problem werden. Viele, meist Mütter, verbringen den ganzen Tag alleine mit Baby/Kindern zuhause. Entweder gehen sie auf in ihrer Rolle, vielleicht weil sie selber noch in einer kinderreichen Familie aufgewachsen sind (was immer seltener wird) oder aber sie sehen sich nach einer Herausforderung jenseits von Babybrei und Krabbelgruppe (weil sie in den rund 30 Jahren ihres bisherigen Lebens etwas ganz anderes gewohnt waren). Und das heisst nicht, und das möchte ich jetzt betonen, dass sie ihre Kinder weniger lieben als diejenigen, die im Elternsein völlig aufgehen. Aber wer sich 30 Jahre lang nur um sich selber kümmern musste und unabhängig lebte, für den ist es einfach eine ziemliche Umstellung, zumal eben alleine mit der Herausforderung. Der Alltag alleine mit Baby daheim gibt ja verhältnismässig wenig zu tun heute mit Helfern wie Geschirrspüler, WM/TU, Induktionsherd, Mikrowelle und Backofen… kein Wunder also wenn einem zwischendurch die Decke auf den Kopf fällt. Und trotzdem ist es nicht „ohne“ denn gänzlich ohne Erfahrung im Umgang mit Babys gibt es doch vieles, das Erstlingsmütter auf Trab hält, nicht zu letzt zehren auch die schlaflosen Nächte und es ist oft bis auf den Partner, der nur abends und am Wochenende da ist (und mitunter nachts seine Ruhe braucht weil er ja arbeitet), niemand da, der einem das Kind mal abnimmt… das vielzitierte Dorf fehlt heute immer mehr. Das ist ein Manko. Und darin sehe ich auch den Grund, weshalb der Ruf nach mehr Kitas immer lauter wird. Und obwohl ich per se nichts gegen Kitas habe (nur dagegen, sein Kind Vollzeit an 7 Tagen die Woche ausschliesslich dort unterzubringen), meine Kinder besuch(t)en die Kita auch an zwei Halbtagen, denke ich, dass es auch anders gehen sollte. Nicht jedes Elternpaar hat das Glück, sich die Erwerbsarbeit so aufteilen zu können, dass auch die Erziehungsarbeit von beiden Elternteilen übernommen werden kann. Oder dass die Grosseltern in der Nähe wohnen, Zeit haben und bereit sind, ihre Enkelkinder regelmässig zu betreuuen. Oder dass sich eine gute Tagesmutter/Nanny findet oder ein befreundetes Elternpaar, das die Kinder mitbetreuut.
Für mich sieht deshalb die Zukunft für Familien kein isoliertes Leben im Einfamilienhaus vor (oder zumindest nur vereinzelt in gut verdienenden Familien, die sich z.B. eine Nanny/Au-pair leisten können und lieber unter ihresgleichen bleiben). Vielmehr sehe ich eine Wohnform, die einem Dorf gleicht. Grosse Überbauungen mit viel Grünflächen in der Peripherie, die Familien und allenfalls Rentner zusammenführt. Wohnhäuser- oder Blöcke, die in sich eine Gemeinschaft bilden – mit gemeinsamen Aufenthaltsräumen drinnen wie draussen. In denen beim Einzug mehr erwartet wird als nur den Boden vor der eigenen Haustüre sauber zu halten. Das könnte dann so aussehen:

  • Die Bewohner leisten allesamt Betreuungsarbeit, die geschickt eingeteilt wird. Es sollte möglich sein, dass jeder Elternteil 3-5 Tage in der Woche arbeiten kann während mindestens ein Elternteil an 2-3 Tagen die Woche Betreuungsdienst leistet, was z.B. auch einen täglichen „Mittagstisch“ beinhaltet.
  • Die gemeinschaftlich nutzbaren Räume können als Spielbereich genutzt werden, als Partyraum, Hausaufgaben- und Lernzimmer, Bibliothek, als Esszimmer für mehrere (sh. Mittagstisch) oder sogar als „Co-working-Space“ (sh. „Rockzipfelbüros“ und ähnliches für diejenigen Eltern, die von zuhause aus arbeiten). Ein gemeinsamer Gartenbereich mit Spielgeräten, Bänken, Feuerstelle und Beeten für den Anbau von Gemüse, Beeren etc. lädt zum Verweilen ein, zum Feste feiern und liefert Nahrungsmittel für die Gemeinschaftsküche
  • Die Rentner haben Zeit. Diese setzen sie entweder in der Instandhaltung und Pflege von Haus und Garten ein, in der Kinderbetreuung oder in Diensten für die Gemeinschaft: Botengänge und Besorgungen, Haustierpflege etc. Die Ämtli können aufgeteilt werden. Umgekehrt sollen die Familien auch den Rentnern zur Seite stehen, sei es beim Ausfüllen der Steuererklärung, dem Chauffieren zum Arzt, Lebensmittel vom Supermarkt mitbringen etc. Grössere Kinder können zudem auch mal im Haushalt zur Hand gehen…
  • Sharing- und Spar-Gedanke: Nicht jede Familie braucht einen Rasenmäher, eine Gefriertruhe, ein Auto oder ein Bobbycar; gewisse Gegenstände werden gemeinschaftlich angeschafft und genutzt. Es sollte eine Kasse geben für solche Anschaffungen, in die alle einzahlen. Auch Banales wie zu kleine Kinderkleider können weitervererbt, Bücher getauscht werden. Der eigene Besitz wird kleiner…
  • Wichtig wäre ein Regelplan, an den sich alle halten, ein gemeinsamer Kalender und die Möglichkeit, dass jeder die Möglichkeit hat, die öffentlichen Bereiche auf Vorreservation auch für private Feiern o.ä. zu nutzen. Noch wichtiger ist Toleranz und Offenheit.

Der Nutzen dieser Art von Lebens- und Wohnraum:

  • Der zeitliche und v.a. finanzielle Aufwand für die Kinderbetreuung wird geringer. Kein Elternteil muss erst noch über Umwege die Kinder in der Kita o.ä. abliefern, sondern kann direkt zur Arbeit. Die Kinder werden in der vertrauten Umgebung von ihnen vertrauten Menschen betreut und sind unter ihresgleichen.
    Auch Babysitter-Dienste am Abend sind nicht ausgeschlossen (Elternsprechtage, Sport, Eltern-Ausgang).
  • Die Kinderbetreuung verläuft entspannter. Jeder, der schon mal nebst den eigenen Kindern „Gspänli“ zuhause hatte, weiss, dass sich die Kinder oft von selbst beschäftigen und mehr Zeit für Haushalt bleibt. Win-Win.
  • Es muss nicht jeder für sich selber kochen: Zeit- und Kostenersparnis.

Obwohl als kleine Kommunen aufgebaut, hat doch jeder mit einer eigenen Wohnung inkl. separater Terasse/Balkon auch die nötige Privatsphäre. Ein fest eingebautes Schild an jeder Wohnungstür zeigt an, ob gestört (geklingelt) werden darf oder nicht („bitte nicht stören“). Dieses gilt es zu respektieren, auch von den Kindern.
Und, schwupps, haben wir das Dorf, das wir brauchen. Das uns den Kontakt mit anderen Menschen und den Kindern mit anderen Kindern bietet. Ein offenes Haus mit offenem Garten, das trotzdem Privatsphäre bietet. Eine Siedlung, die fast unbegrenzte Synergien bietet, wenn man sich denn darum bemüht und wenn alle es wollen. Eine Siedlung, die es ermöglicht, Geld zu sparen und entsprechend vielleicht weniger zu arbeiten und mehr Freizeit und eine hohe Lebensqualität zu geniessen – vorausgesetzt, es gibt Menschen, die das auch so wollen… so sieht für mich die Zukunft für Familien aus… Vielleicht nur eine Utopie aber es würde das Leben ungemein erleichtern.