Eltern liegen mit Baby auf dem Boden

Am Freitag ist „Mama-Tag“

Martina kenne ich schon seit meiner Schulzeit im Gymasium. Über die Jahre haben wir uns zwar selten gesehen, aber nie ganz aus den Augen verloren. Besonders schön war es dann, vorletztes Jahr zu erfahren, dass wir gleichzeitig schwanger sind. Martina und ihr Mann Lukas leben das traditionelle Familienmodell – nur umgekehrt. Heute erzählen sie im Blog davon. Weiterlesen

Initiative „Familie & Beruf“… und mehr…

Da die oben genannte Initiative der Wirtschaftskammer Liechtenstein hohe Wellen schlägt und ich mich auch aktiv an den Diskussionen auf Facebook beteiligt habe, wollte ich mich nun auch hier noch mal kurz äussern… Weiterlesen

Buchrezension: „Die Abschaffung der Mutter“

Selten zuvor standen Mütter ärger unter Beobachtung wie heute. Es ist fast egal, was eine Mutter tut, die Kritik folgt rasch und ungefragt und oft von Leuten, die von Mutterschaft keine Ahnung haben. Leider aber sind auch Mütter selbst nicht gefeit davor, in diesen Sog zu geraten und über ihresgleichen zu urteilen. Bereits in der Schwangerschaft wird die werdende Mutter engmaschig kontrolliert und beeinflusst. Ist das Kind erst da, wird man grundsätzlich für inkompetent gehalten und die Stimmen werden zunehmend lauter, die sich dafür einsetzen, dass die Kinder erst gar nicht (mehr) von ihren Müttern betreut werden. Alle anderen Betreuungsmöglichkeiten werden mehr gelobt als die Mutter selbst… Die Abschaffung der Mutter – steht sie uns wirklich bald bevor, wie die Autorinnen im Titel prophezeien? Alina Bronsky und Denise Wilk analysieren die aktuelle Entwicklung, vielleicht ein wenig überspitzt, aber nie unwahr, schreiben aber auch, was sich ändern muss, damit Mütter wieder mehr geschätzt und unterstützt werden. Die Autorinnen haben zusammengezählt übrigens zehn Kinder und wissen durchaus, wovon sie schreiben…

„Die Abschaffung der Mutter“ kann durchaus als Abrechnung mit der heutigen Gesellschaft und Politik verstanden werden. Dabei geht es nicht nur um die Mutter allein, sondern vieles kann durchaus auf die Familie per se angewendet werden, die laut der Autorinnen vielen eher „lästig“ sind als Grund zur Freude. Das ist ein Fakt, das nehmen viele immer wieder so wahr. Es gibt tendenziell weniger Kinder und diese gelten schnell als Störenfriede, sind vielerorts nicht mehr erwünscht. Erst recht, wenn es um die Arbeit geht. Gerade Mütter sollten am liebsten direkt nach der Geburt wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren und dort dann aber bitte auf keinen Fall Fehlstunden ansammeln, weil ein Kind krank ist. Die Sitzung dauert länger als die Kita geöffnet hat – interessiert keinen.

Dass die Autorinnen während der Arbeit an ihrem Buch derart oft gewarnt wurden, dass sie es bald als Hochrisikoprojekt bezeichneten, spricht für sich. Das Thema ist brisant! Grund genug, dieses Buch zu lesen.

Angefangen beim Kinderwunsch über die moderne Fortpflanzungsmedizin und die Schwangerschaft bis zur Geburt zeigen die Autorinnen auf, wie schwer es den werdenden Müttern gemacht wird. Weiter geht es mit dem „vergessenen Wochenbett“ über das „hysterische Verhältnis zum Stillen“ bis zur Kitapflicht und der Vereinbarkeitslüge – alles Dinge, die der Mutter das Leben unnötig erschweren. Auch die Väter werden als „die bessere Mutter“ von den Autorinnen bisweilen in die Kritik genommen, wobei es weniger um die modernen Väter geht, die ihre Frau unterstützen und im Leben ihres Kindes präsent sein möchten sondern um diejenigen, die sich hinter der Fassade einen Machtkampf mit der Mutter des Kindes liefern…

Doch auch wenn das Autorenpaar mit dem vorliegenden Buch erfolgreich aufzeigen konnte, wie oft Mütter teils gnadenlos sabotiert werden, so haben sie die Recherchen und vielen Gespräche mit anderen Frauen durchaus hoffnungsvoll gestimmt. Auf ihre Frage an Mütter, welche Bedingungen sie sich wünschen, antworteten nahezu alle, dass sie sich eine Anerkennung und Aufwertung der Mutterschaft wünschen. Viele vermissen eine „grundsätzliche positive Resonanz gegenüber Familien“. Das Miteinander, die gegenseitige Unterstützung fehle oft. Als widersprüchlich empfinden viele den Fortpflanzungsdruck von Politik und Wirtschaft, der mit wirklicher Familienfreundlichkeit nichts zu tun habe.
Die Autorinnen wünschen sich mehr Kinder im Alltag, denn sie gehören in die Mitte der Gesellschaft; sie wünschen sich eine neue Menschlichkeit und ein Betreuungsgeld (betrifft Deutschland), das diesen Namen wirklich verdient. Sie fordern mehr Investition in die Qualität der Kinderbetreuung und ein Ende des Eltern-Bashing.
Sie verurteilen zutiefst, dass Schwangere oft als unmündige Patientinnen behandelt werden, ihre Rechte mit Füssen getreten und Respekt oft ein Fremdwort zu sein scheint. Die Liste an Wünschen ist noch länger…
Ich habe das Buch gerne und interessiert gelesen. Auch wenn der Titel natürlich etwas reisserisch und zugespitzt ist, so sind die Beobachtungen und Erfahrungen der Autorinnen leider eine Tatsache und vieles kann ich indirekt bestätigen, weil ich es ebenso wahrgenommen oder auch erzählt bekommen habe… ich kann nur unterschreiben, dass Mutter-, ja Elternschaft wieder mehr Wertschätzung verdient hätte. Hoffen wir, dass sich diesbezüglich die Gesellschaft wieder in eine bessere Richtung bewegt…

Zum Schluss noch ein Zitat: 

„Mütter sind die Basis der heutigen und künftigen Gesellschaft. Kinder sind keine exotischen Plagen, sondern kreative Gegenwart und hoffnungsvolle Zukunft. Elternsein ist eine der längsten und intensivsten Lebensphasen – im Rückblick vieler Menschen die schönste, die sie je hatten. Wir sollten uns das nicht verderben lassen. Und laden andere ein, sich mitzufreuen.“

Und wie sind Eure Erfahrungen als Mutter oder Familie?

Ausbau der Finanzierung der Kinderbetreuung in Liechtenstein

Aktuell wird in meiner „alten“ Heimat Liechtenstein recht kontrovers über die Pläne der Regierung diskutiert, die Finanzierung der Kinderbetreuung (Kita-Plätze, Mittagstisch etc.) auszubauen. Subventioniert wird jetzt schon, aber nicht überall.
Im Grunde ist es natürlich fair, alle Betreuungseinrichtungen gleich zu behandeln. Und die Subventionierung kommt theoretisch direkt den Eltern zugute, da die Kita-Plätze ansonsten teurer wären. Die Kitas sind jedoch in ihrer Preisgestaltung grundsätzlich frei, d.h. die neu von der Subventionierung mitbetroffenen Kitas müssen ihre Preise nicht zwingend nach unten anpassen. Im Vernehmlassungsvorschlag wird der Regierung die Möglichkeit eingeräumt, Regeln für die Preisgestaltung festzulegen, was auch Sinn machen würde. Die Kitas, die ich bisher persönlich genutzt habe, verfügten über lohnabhängige Tarife, was hoffentlich auch andere Kitas so handhaben.

Vorteil Betriebskita

Dass in Zukunft auch Betriebskitas unterstützt werden sollen, finde ich lobenswert, denn Betriebskitas bieten gegenüber anderen Kitas den Arbeitnehmern den konkreten Vorteil, im Notfall sofort bei ihrem Kind zu sein oder auch stillenden Müttern, ihr Kind problemlos in den Pausen zu stillen, ohne die Milch abpumpen zu müssen.
Tagesmütter werden nicht direkt subventioniert, dafür erhält der Vermittler und Ausbilder von Tagesmüttern in Liechtenstein, das Eltern-Kind-Forum in Vaduz, jährlich pauschal CHF 310‘000. Das Eltern-Kind-Forum vermittelt u.a. auch Babysitter, veranstaltet Kurse, Referate etc. und ist in der Elternberatung tätig.
Der Ausbau der Kita-Finanzierung wird gemäss der Einschätzung der Regierung auch zu einer Verbesserung des Angebots führen, d.h. konkret, dass es mehr subventionierte Kita-Plätze geben wird. Ziel sei es, wie das Ministerium der Gesellschaft auf meine Anfrage hin erklärte, „dass es keine Wartelisten mehr geben soll und Eltern stets ein genügendes Angebot an bezahlbaren Kita-Plätzen vorfinden sollen. Das oberste Ziel aber sei die Wahlfreiheit. Diese sei nicht gegeben, wenn ein Kita-Platz mehr koste, als eine Mutter verdiene.

Zuhause bleiben ist ein finanzielles Risiko

Auf die Frage, was man kritischen Stimmen entgegne, die bemängeln, dass Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, zu wenig unterstützt würden, antwortete mir das Sekretariat wie folgt: Es gebe bereits eine Vielzahl an Unterstützungsleistungen, die allen Familien zu Gute komme (richtig: ALLE Familien, also auch diejenigen, deren Kinder fremdbetreut werden) und: Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, müssten ja auch keine Elternbeiträge an die Kita ausrichten. Das ist zwar korrekt, ABER, sie verdienen dafür ja auch nichts in der Zeit, in der sie die Kinder betreuen. Und unter Umständen profitieren sie auch nicht wie (voll) arbeitende Elternteile, von Beiträgen an die Krankenkasse und AHV-Leistungen. Es ist also finanziell weitaus „riskanter“, als Elternteil zuhause zu bleiben. Ist damit die Wahlfreiheit wirklich gegeben?
Dazu kommt der gesellschaftliche und wirtschaftliche Druck, der derzeit herrscht und, insbesondere Frauen (bei Männern ist es zunehmend umgekehrt, was natürlich durchaus löblich ist) ein schlechtes Gewissen macht, die (länger) zuhause bleiben möchten. Sh. auch meine Buchrezension von „Vater, Mutter, Staat“.

Wahlfreiheit? Eine Lüge

Da bröckelt meiner Meinung nach die Wahlfreiheit merklich, vor allem dann, wenn ich von einzelnen (werdenden) Müttern höre, dass ihr Arbeitgeber kein von ihnen gewähltes, geringe(re)s Teilzeitpensum akzeptiert und mit der Kündigung gewinkt wird.
Wenn mir dann noch jemand weismachen will, dass mehr Kita-Plätze zu mehr Geburten führt, was ja in den meisten Staaten auch ein angestrebtes Ziel ist, dann kann ich nur den Kopf schütteln, denn mehr Kinder gibt es wohl eher dort, wo tatsächliche Wahlfreiheit herrscht und nicht ein Familienmodell einseitig gefördert wird oder auch dort, wo die Verfügbarkeit von familiärem Rückhalt gegeben ist (Grosseltern in der Nähe etc.).
Frankreich z.B., das seit Jahren als Vorreiter in der schon sehr frühen Kinderbetreuung gilt, landete in einer UNICEF-Studie in 30 Ländern zum Wohlergehen von Kindern auf dem letzten Platz. Franzosen stehen zudem seit Jahren an der Weltspitze im Verbrauch von Antidepressiva.
In Frankreich werden vielleicht genügend Kinder geboren, die Wahlfreiheit ist jedoch kaum gegeben. Wer als Mutter länger als 3 Monate zuhause bleibt, wird schräg angesehen.

Arbeitszwang statt Wahlfreiheit

In punkto Wahlfreiheit kommt mir auch die Galle hoch, wenn ich höre, wie eine lokale Politikerin im Radio sagt, dass es „im staatlichen Interesse“ sei, dass die Frau arbeiten gehe. Der Staat müsse ihrer Meinung nach Massnahmen ergreifen, damit eine Frau wirtschaftlich eigenständig bleibe, eine Rente aufbauen können etc. Und deshalb müssten Kitas gefördert werden. Und vorbei ist es mit der Wahlfreiheit! Und ich gehe mal stark davon aus, dass die Politikerin von ihrer Aussage die Väter nicht ausnimmt, die zum Teil auch für ihr Recht kämpfen, bei ihrem Kind zu sein. Es hat also gefälligst kein Elternteil Vollzeit zuhause zu bleiben. Ich nehme an Teilzeit wäre noch akzeptabel…

Ich denke nicht, dass es der Staat schaffen wird, eine tatsächliche Wahlfreiheit zu gewährleisten. Leider scheint es zu teuer zu sein, die Familienarbeit als solche anzuerkennen und entsprechend zu honorieren (ganz abgesehen von den Geldern und Vorteilen, die auch Familien erhalten, die ihr Kind fremdbetreuen lassen). Leider ist es so, dass die Gesellschaft es den Familien zusehends schwieriger macht, weniger zu arbeiten. Zu hoch sind die Ansprüche in der Generation „Geiz ist geil“ und „alles haben wollen“ (und da nehme ich uns nicht aus!) Man will ein Haus, zwei Autos und mindestens einmal im Jahr in den Urlaub. Das Kind soll ins Frühenglisch, in die Musikpädagogik, Ski fahren und Tennis spielen. Das alles kostet und muss finanziert werden.

Greift auf private Ressourcen zurück!

Zum Schluss noch ein Wort zu den Familienmodellen. Die Vielfalt ist gross und jede Familie muss für sich selber entscheiden, welches Modell sie wählt. Ich kann jedem nur raten, in den ersten Jahren so wenig wie möglich zu arbeiten (egal welcher Elternteil, im Idealfall teilen sich beide die Erwerbsarbeit nach der Karenz/dem Elternurlaub auf). Und ich kann nur hoffen, dass die Betriebe diesen Wunsch respektieren und darauf eingehen soweit es irgend möglich ist – das gilt insbesondere auch für Väter, die Teilzeit arbeiten möchten, und davon wird es immer mehr geben. Es ist wunderbar, wenn man als Eltern die Möglichkeit hat, auf private Ressourcen zurückzugreifen. Die Grosseltern! Geschwister! Andere Verwandte und Nachbarn. Für die Kindererziehung braucht es ein Dorf. Das ist kein alter Hut. Und selbstverständlich braucht es Kitas, Tagesmütter etc. für all jene, die über kein Dorf verfügen. Aber nutzt auch Euer Netzwerk, in Zeiten der sozialen Medien dürfte dies nicht allzu klein sein! Es gibt ziemlich sicher Eltern in Eurer Nähe, die ebenfalls einen Teil ihrer Zeit zuhause verbringen und froh um Unterstützung sind. Tut Euch zusammen, teilt Euch die Betreuungsarbeit auf. Wir haben so ein wenig eine Mentalität des „Allein-Durchwurstelns“ hier. Das muss nicht sein. Freundet Euch mit den Nachbarn an, schaut, wo es Synergien gibt. Vielleicht wird gerne mal kurz auf’s Kind geschaut wenn ihr mal den Einkauf mitübernimmt.
In Vaduz gibt es den Coworking-Space – ideal für freischaffende Eltern und ganz sicher könnt Ihr hier auch mal für kurze Zeit die Kinder mitnehmen. Oder teilt Euch eine „Nanny“, die bei einem von Euch auf die Kinder schaut. Seid kreativ! Die naheliegendste Lösung ist nicht immer die beste (und günstigste).

Wie auch immer… das Thema „Vereinbarkeit“ bzw. „Wahlfreiheit“ wird wohl auch in Zukunft keine für alle zufriedenstellende Lösung finden. Es bewegt sich zwar was, aber im Schritttempo. Dies gilt für die Politik und umso mehr für die Wirtschaft.

 

 

 

Buchrezension: „Vater Mutter Staat“ von Rainer Stadler

Das Thema ist leider ein ziemlich heisses Eisen. Kinderbetreuung. Oder, wie es Rainer Stadler formuliert: „Betreuungspropaganda“. Der Untertitel seines Buches deshalb auch: Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung – Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören.
Diese Rezension ist, eher unüblich, mehr eine (Achtung!) laaaange Folge an Zitaten aus dem Buch. Ich fand vieles so wichtig und habe mir allerhand angestrichen und gebe das hier auch relativ ungefiltert wieder. Ihr habt somit einen guten Überblick darüber, was Euch beim Lesen erwartet. Urteilen müsst Ihr selber, meine Meinung werdet ihr aber spüren. Eine Bitte aber: bevor Ihr kommentiert, lest den ganzen Text. Danke!

Ich habe mich schon des Öfteren mit meiner Einstellung weit zum Fenster herausgelehnt. Weil ich der Meinung bin, dass ein Baby/Kleinkind nicht mehrheitlich fremdbetreut werden sollte, sondern in der Familie u/o bei einer Betreuungsperson, die nicht ständig wechselt. Manche Mutter, die nach der Geburt bald wieder zurück in den Beruf wollte oder musste, fühlte sich dadurch angegriffen. Darum geht es jedoch nicht, sondern um die Politik/den Staat (im Buch ist im Besonderen der deutsche Staat gemeint), der frischgebackene Eltern schon fast dazu zwingt, das Kind in die Fremdbetreuung zu geben, um möglichst rasch wieder Dienst in der Wirtschaft zu leisten. Die Bedürfnisse der Kinder sind dabei nicht relevant. Gut ausgebildete Mütter (und Väter), die ihre Zeit mit „Elternzeit“ verplempern, sind vergeudetes Humankapital. Es wird alles unternommen, um den „Störfaktor“ Kind „outzusourcen“ und die Müttererwerbsquote zu steigern. Das ist die Kernaussage des vorliegenden Buches und es sollte uns alle anregen, darüber nachzudenken. Kinder sind die Zukunft, heisst es immer. Kinder sind heute in aller Regel Wunschkinder. Es werden weniger Kinder geboren, die aber sind im höchsten Grade erwünscht. Wer heute Kinder bekommt, der bekommt sie nicht als Anlage für die Rentenzeit, sondern um mit ihnen Zeit zu verbringen, sie aufwachsen zu sehen. Aber nicht jeder unterstützt das. In der Schweiz muss eine Mutter 16 Wochen nach der Geburt wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren, wenn sie das denn beabsichtigt hat. 16 Wochen! (In der USA sogar nur 12) Das ist nicht einmal die Dauer der von der WHO empfohlenen Vollstillzeit (rund 6 Monate oder länger). Mit ein Grund, weshalb der Umsatz mit Milchpumpen weltweit bei einer halben Milliarde Euro liegt, Tendenz leicht steigend. Männer erhalten übrigens kaum mehr als 1-2 läppische Tage Urlaub nach der Geburt ihres Kindes.
Deutschland schlägt in dieselbe Kerbe. Stadler zitiert einen „Wirtschaftsweisen“ wie folgt: „Einer Entwertung von Humankapital aufgrund der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit kann entgegengewirkt werden, wenn diese Unterbrechung möglichst kurz gehalten wird.“

In Deutschland wird für jedes Kind ein Krippenplatz garantiert, ohne zu fragen, ob die Eltern den überhaupt in Anspruch nehmen wollen. Und die Qualität sei dahingestellt, wenn es vor allem um Quantität geht…
Es ist nichts daran auszusetzen, dass Eltern, Mutter wie Vater, nach der Geburt ihre Erwerbstätigkeit fortsetzen. Im Gegenteil, es ist natürlich nötig. Die Frage ist nur, wann und wieviel? Die ersten drei Lebensjahre sind prägend für ein Kind und es ist für sein Urvertrauen und seine seelische Konstitution wichtig, dass es in diesen Jahren einen Grossteil seiner Zeit in einem familiären und konstanten Umfeld verbringt. Das heisst nicht zwingend, dass die Mutter zuhause bleiben muss! Jede Familie wird hier individuelle Lösungen finden und immer mehr sind die Arbeitgeber hier gefragt, auch Männern mehr Teilzeitstellen anzubieten, denn die Väter wollen zunehmend eine Rolle im Leben ihrer Kinder spielen und nicht nur „Feierabendpapa“ sein.
Stadler: „Längst müssten sich auch die Männer fragen, ob sich ihre Karriere noch mit der Familie vereinbaren lässt, gerade wenn ihre Frauen ins Berufsfeld drängen.“ Womöglich wäre ein Modell, das Teilzeitarbeit mütter- und väterlicherseits vorsieht, viel weiter verbreitet, wenn Frauen nicht „flächendeckend schlechter bezahlt würden als Männer.“ Wenn die Politik wirklich einen ernsthaften Beitrag zur Vereinbarkeit leisten wolle, müsse sie die Bedingungen für eine Arbeitswelt schaffen, die es beiden Elternteilen ermöglicht und sie auch ermuntert, weniger zu arbeiten und die Kindererziehung untereinander aufzuteilen. Davon allerdings sei die moderne 24h/7-Tage-Ökonomie Lichtjahre entfernt.
Statt „familienfreundliche Arbeitsplätze“ zu schaffen – und zwar nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer, damit auch sie länger bei ihren Kindern bleiben können –, übt die Wirtschaft einseitig Druck auf die Frauen aus. Frauen, die berufliche Ambitionen haben, sind damit explizit aufgefordert, das Hindernis Kind zu beseitigen und an den Arbeitsplatz zurückzukehren“, so Stadler. Dabei müsste eine „Politik, die sich als familienfreundlich bezeichnet, alles tun, um Frauen den beruflichen Wiedereinstieg zu einem Zeitpunkt zu ermöglichen, den sie nach den Bedürfnissen der Familie wählt – und nicht, wenn ihn die Wirtschaft wünscht.“
Und auch: „Die moderne Arbeitswelt fordert den möglichst uneingeschränkt mobilen und verfügbaren Menschen, (…) idealerweise ohne familiäre Bindung. Unterm Strich ziehen also Eltern immer den Kürzeren.“
Das sogenannte „kapitalistische Modell“ sehe einen Menschen vor, der sich durch grösstmöglichen Konsum und grenzenlosen Einsatz in der Arbeit selbst verwirkliche. Familie dagegen bedeute Verzicht und gegenseitige Rücksichtnahme, Treue und Verlässlichkeit und stelle damit eine Gegenwelt dar zu totaler Selbstständigkeit, gegenseitiger Unabhängigkeit und bedingungsloser Selbstverwirklichung – dem Ideal westlicher, marktliberaler Gesellschaften.

Was für mich ein No go ist, sind ein Vater und eine Mutter, die beide zu je 100% arbeiten und das Kind derweil in der Kita betreuen lassen. Da stellt sich mir dann einfach die Frage, warum man Eltern werden wollte. Im Alter von vier Jahren tritt (zumindest in der Schweiz) die Schulpflicht ein und das Kind verbringt schon einen grossen Teil seiner Zeit im Kindergarten. Ungefragt.
Und ich will die Kita keineswegs generell schlecht machen, denn auch meine Kinder haben jeweils zwei Halbtage in der Kita verbracht. Die Kleine ab 8 Monaten. Und obwohl ich mehr als zufrieden mit „unserer“ Kita und den Betreuerinnen hier bin, glaube ich nicht, dass eine Kita für ein Baby/Kleinkind eine adäquate Einrichtung für eine Vollzeitbetreuung ist, also während 5 Tagen die Woche 8 Stunden täglich. So sieht es auch Rainer Stadler: Es gibt kaum Rückzugsmöglichkeiten (Reizüberflutung), wechselnde Betreuerinnen, die den Aufbau einer verlässlichen Bindung verhindern, ein durchstrukturiertes Programm, das nur wenig Freiraum lässt (Anm. von mir: das kommt wohl auf die Art der Kita an); ein Zusammensein mit Kindern, die man sich nicht aussuchen kann (Experten sagen, dass zwischen Kindern einer Krippengruppe kaum nennenswerte Beziehungen entstehen). Die meisten Forscher halten übrigens einen Aufenthalt von maximal vier Stunden pro Tag für unbedenklich.
Eine intakte Bindung aber ist die Basis für eine funktionierende Bildung und alle sozialen Kompetenzen. Gerade in unserer Leistungsgesellschaft brauchen Kinder ein sicheres Fundament. Soziale und emotionale Defizite sind leider an der Tagesordnung, wenn Kinder zu früh und zu häufig (viele Stunden täglich) fremd betreut werden. Diese Kinder sind häufiger krank und später oft aggressiver und widerspenstiger – eine Folge der erheblichen und chronischen Stressbelastung. Es gibt Kinder, für die passt es, aber für die Mehrheit eben nicht. Ein Viertel der Kinder, die schon früh ganztags betreut wurden, zeigten laut einer Studie im Alter von vier Jahren „ein Problemverhalten, das dem klinischen Risikobereich zugeordnet werden muss“. Und in der DDR galt bei Psychotherapeuten laut Stadler Krippenerziehung schon fast als Diagnose.
Übrigens brauchen laut Stadler nicht nur die Kinder die Nähe zu den Eltern, das Bedürfnis besteht auch umgekehrt. Die Trennung der Eltern von ihren Kindern führe leider dazu, die Kompetenz zu verlieren, die eigenen Kinder zu behüten und grosszuziehen. So bestätige z.B. eine Studie, dass die Harmonie der Mutter-Kind-Interaktion in dem Mass abnimmt, wie das Kind ausserhalb der Familie betreut wird. Und von der Nähe zum Kind profitieren nicht zuletzt auch die Väter.

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, so erinnere ich mich an eine freie Kindheit. Ich durfte zuhause sein, dort, wo es für mich am schönsten war. Meine Mutter war immer da (es hätte auch der Papa sein können). Auch als ich zur Schule kam, war ich frei. Ich streunte oft durch die Gegend, allein oder mit Freunden, im Wald, auf dem Schulhof, durch die Wiesen, im Garten. Wenn wir Hunger hatten, liefen wir nach Hause und fragten nach einem Zvieri. Hatten wir keine Lust mehr, draussen rumzurennen, zogen wir uns auf’s Zimmer zurück. Und um 18 Uhr wurden wir zum Essen gerufen. Einen Hort gab es da noch nicht, in dem die Schulkinder „verwahrt“ wurden. Unser Leben spielte sich draussen ab, ohne Aufsicht. Und ich habe nur die besten Erinnerungen daran. Woran werden sich die Kinder erinnern, die ganztägig unter Aufsicht sind? Gut betreut, aber relativ unfrei. Sollte die ideale Kindheit nicht darin bestehen, selbstbestimmt seine Freizeit zu verbringen? (und das ganze Förderprogramm und die vielen Sport- und Musikkurse sind wieder ein anderes Thema…)

Leider hat die heutige Entwicklung auch auf das Bewusstsein der Gesellschaft einen negativen Effekt: die Kinder verschwinden aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit (hinter die Zäune und Mauern der Krippen, Horte und Ganztagesschulen etc.). Folglich schrumpfe die Toleranz der Erwachsenen, insbesondere der Kinderlosen. Das Gefühl für die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder geht verloren.
Das afrikanische Dorf, das so oft zitiert wird, es existiere hier nicht. „Die meisten Bewohner haben sich von den Kindern abgewandt, und die wenigen, die sich um den Nachwuchs kümmern, stehen in der Dorfhierarchie ziemlich weit unten.“

„Familienpolitik dient vor allem dazu, den Sozialhaushalt zu entlasten, ausreichend Nachschub für den Arbeitsmarkt zu produzieren und mehr Steuereinnahmen zu generieren. Die Interessen und Wünsche der Familien? (…) Höchstens Nebensache“, schreibt Rainer Stadler. Und zitiert die deutsche Regierung, wie sie 2005 folgendes festhielt: „Kinder dürfen nicht länger ein Hindernis für Beruf und Karriere sein.“ Hoppla! Die Zukunft des Landes, ein Hindernis? Laut Stadler geht es darum, die produktiven Kräfte der Gesellschaft von ihren sonstigen Verpflichtungen zu befreien. So wurde die Pflege und Betreuung der Alten bereits aus vielen Familien ausgelagert. Und jetzt ist der Nachwuchs an der Reihe… und nicht nur das. Der Staat masse sich auch an, der bessere Erzieher zu sein. Sollten wir Eltern uns das gefallen lassen? Ursula von der Leyen wird wie folgt zitiert: „Ein Kind braucht mehr Anregungen und Impulse, als die Mutter allein ihm geben kann.“ Das ist nicht nur anmassend, das widerspricht auch der Wissenschaft, die feststellt, dass ein Kind in den ersten vier Lebensjahren von seinen Eltern mehr lernt als in der gesamten Schulzeit(!).
Stadler dazu auch: „Eltern sind und bleiben unersetzlich für ihre Kinder. Sie sind die einzigen Menschen, die von der Natur mit der Fähigkeit ausgestattet wurden, ihr Kind ohne Wenn und Aber zu lieben. Das ist der fundamentale Unterschied zu jeder noch so qualitativ hochwertigen Betreuung oder Förderung. Diese einmalige Beziehung lässt sich nicht auslagern. Sie muss immer wieder erneuert werden und das braucht Zeit. Emotionale Nähe lässt sich nicht spontan oder unter Zeitdruck herstellen und schlicht organisieren, sondern setzt gemeinsame Erfahrungszusammenhänge voraus. Eltern sollten sich diese Aufgabe nicht leichtfertig abnehmen lassen. Und wenn sie sich dennoch dazu entschliessen, sollten sie zumindest die Risiken nennen.“ Doppelverdiener-Eltern hätten „längst verlernt, mit den Kindern spontan etwas zu unternehmen, ohne dass es gleich zu viel kosten müsste“. Am Wochenende wolle „alles kompensiert und wieder gut gemacht“ werden. Quality Time – ein „Schwachsinn“. „Familie lässt sich nicht in jene Lücken pressen, die die Erwerbsarbeit noch nicht besetzt hat“.
Übrigens seien Kinder sehr wohl fähig, auch zu Grosseltern tragbare Bindungen zu entwickeln, auch Tagesmütter oder Krippenerzieherinnen könnten vorübergehend das Bedürfnis nach emotionaler Nähe befriedigen. Das erfordere jedoch die konstante Anwesenheit einer Person, die sich höchstens noch um ein oder zwei andere Kinder kümmert. In der Praxis sieht das leider oft anders aus.

„Arbeitszwang statt Wahlfreiheit“ heisst es bei Stadler. Und er zeigt auf, warum Eltern zunehmend gezwungen sind, zu arbeiten. „Noch vor wenigen Jahrzehnten verdiente ein Fabrikarbeiter genug, um die ganze Familie zu versorgen – das ist heute selbst in den meisten Akademikerhaushalten eine Utopie. Tiefere Löhne – eine Folge der Globalisierung.“ Wahlfreiheit existiere auch bei Alleinerziehenden nicht mehr. Lange Zeit hätten diese von Sozialhilfe leben können. Seit der Einführung der Hartz-Gesetze sind Alleinerziehende verpflichtet, spätestens zum dritten Geburtstag ihres Kindes wieder zu arbeiten.
Ein Wort zum Feminismus. Laut Stadler werden neuerdings die Frauen kapitalisiert, während die Männer sich nicht ändern müssen. Eine Frau gelte nur als emanzipiert, wenn sie ihr eigenes Geld verdiene. Der Druck steigt. Denn oft bleiben Kinder, Haushalt etc. nach wie vor ebenfalls an der Frau hängen. Merkel sagte dazu einmal: „Die, die gesagt haben, dass Gleichberechtigung Erwerbstätigkeit bedeutet, haben kaum oder gar nicht darüber nachgedacht, was aus all den Tätigkeiten werden soll, denen die Frauen früher nachgegangen sind.“ Stadler schreibt, dass von den meisten Feministinnen leider kein Protest dagegen komme, dass die Arbeit der Frauen zu Hause und für ihre Familie nicht ansatzweise honoriert wird. „Statt die immensen Leistungen (…) endlich finanziell anzuerkennen, wird diesen vermittelt, dass sie ihre ökonomische Unabhängigkeit durch eine Erwerbstätigkeit ausser Haus sicherzustellen hätten“, bemängelt die Juristin Eva Schumann. Dem Staat sei die Betreuung seines Nachwuchses zwar Geld wert, aber nur, solange diese nicht durch die Eltern selbst erfolge, meint Stadler. „Die Eltern sind für den Arbeitsmarkt zu wertvoll, als dass ihre Ressourcen für die Betreuung der eigenen Kinder verschwendet werden könnten.“ Eine „spürbare, finanzielle Anerkennung der Arbeit, die insbesondere Mütter im Haushalt und bei der Erziehung ihrer Kinder leisten“, fehlt leider.
„Dass ihnen die Kindererziehung nicht allein aufgebürdet werden soll, werden sicher viele Frauen unterschreiben. Aber warum die Eltern deshalb ihre Kinder nur noch vom Kollektiv versorgen lassen sollten, ist weniger nachvollziehbar.“
Zudem suggeriere der Staat den Eltern, die Einheitslösung Krippe sei für jedes Kind das Beste. Auch der Arbeitgeber macht oft Druck, eine individuelle Eingewöhnung, die länger dauern kann, wird nicht selten verunmöglicht.

Wie gross der Einfluss der Politik ist, zeige sich auch darin, dass fast ausschliesslich die positiven Auswirkungen der Fremdbetreuung gewürdigt werden (z.B. in den Medien), während die negativen Effekte am Ende einer Meldung versteckt würden.

Auch das Thema Schule kommt bei Rainer Stadler auf den Tisch. Die Schule wird als „nicht besonders effizient“ bezeichnet. Sie überfrachte Kinder mit „abstraktem und totem Wissen“. Das Lernen mit Büchern wird als unnatürlich bezeichnet, die Institution Schule sei nicht kindgerecht. Es werden Beispiele aufgezeigt von Kindern, die nie eine Schule besucht haben und trotzdem fähig waren, einen Beruf zu erlernen. Das Thema Home- oder Unschooling/Freilerner ist aktueller denn je, kein Wunder also, dass es auch Stadler behandelt. Er führt auch auf, wie viele Adoleszente regelmässig unter psychosomatischen Beschwerden und depressiven Verstimmungen leiden. Kein Wunder bei dem Pensum, dass sie in der Schule absitzen müssen. Er kritisiert auch die Tendenz, das Abitur als Mass aller Dinge für möglichst viele Schüler einfordern zu wollen währenddessen die duale Berufsbildung, „seit jeher eine der grossen Stärken Deutschlands im internationalen Wettbewerb“ als geringer eingeschätzt werde.
Laut Stadler sind „seit geraumer Zeit Lehrer in Kindergärten unterwegs, um die Schulfähigkeit von Vier- und Fünfjährigen zu testen.“ Gleichzeitig sollen die Schüler „länger und mehr lernen“. Stadler: „Früher, länger mehr – eigentlich ein ziemlich massloser Anspruch für eine Institution mit einer so mittelmässigen Bilanz“. Dennoch will er sich von einer Pauschalkritik an der Schule distanzieren und nimmt die Lehrer in Schutz, da auch sie nur die Leidtragenden sind, die dem gewaltigen Druck von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft standhalten müssen.
Die Ganztagesschule, die von vielen gefordert wird, bezeichnet Stadler als Zumutung. Argument dagegen ist z.B., dass es für die Kinder anstrengend sein müsse, den ganzen Tag mit anderen zusammen zu sein, sogar beim Essen und beim Hausaufgaben machen. Bei ständiger Beschäftigung würden die Kinder zudem verlernen, sich selber zu beschäftigen. Die Freiheit wird eingeschränkt, die Kinder sind fremdbestimmt. Die „Ausdehnung der Zwangssituation Schule“ gehe „auf Kosten ihrer persönlichen Hobbies und Vorlieben, sowie von Tätigkeiten, die in keinem Lehrplan vorkommen, aber für das spätere Leben nicht weniger wertvoll“ seien.

Und zum Schluss noch ein kleines Fazit…
„Ob Eltern ihre Kinder zur Krippe schicken (und v.a. wie oft/lang), ist am Ende ihre Entscheidung. Aber ich will, dass sie alle nötigen Informationen zur Hand haben, um verantwortlich entscheiden zu können. (…) Die Eltern kennen ihr Kind selbst am besten. Und deshalb sollten auch sie entscheiden – nicht ihr Arbeitgeber, das Familienministerium, die Nachbarn, die Grosseltern oder eine wie auch immer geartete öffentliche Meinung.“

…und die Andeutung eines Zukunftsszenarios: „Es stellt sich die Frage, was die heutigen Kinder später einer Gesellschaft zurückgeben werden, die sie von ihren Eltern trennt, weil es wirtschaftlich opportun erscheint (…), wie viel Zeit sie noch bereit sind, für ihre Familien zu opfern, die für sie genau diese Zeit nicht opfern wollten oder konnten. Letztlich steht also der soziale Zusammenhalt auf dem Spiel.“