10 Monate Mäuschen

Nun schreibe ich doch noch mal ein Monats-Update. Einfach so. Weil 10 so ’ne Zahl ist, und ach, wenn sie erst mal jährig ist, gibt’s nur noch Jahresupdates. Viel hat sich allerdings nicht getan. Sie arbeitet einfach fleissig an ihren neuen „Skills“ 😉 Weiterlesen

1 Monat Mäuschen (und Maslow)

Ihr fragt Euch jetzt vermutlich, wer oder was zum Geier Maslow ist. Aber vielleicht kennt Ihr ihn ja (wieder) wenn Ihr auf die Grafik schaut. 

maslow-pyramideJa, genau, die Bedürfnis-Pyramide. Genau an diese erinnere ich mich aktuell ganz oft, wenn ich unsere Tage so durchdenke. Wir sind ganz unten gestartet, logo, und diese untere Stufe diktiert unseren Tag, Baby’s Tag.
Atmen tut es gottlob von selber, zum Trinken (Nahrung) meldet es sich genau so wie wenn es müde ist. Und bei uns kommt noch das Ausscheidungsbedürfnis hinzu, das sich durch gewisse Signale zeigt und dem ich mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg versuche entgegen zu kommen. Es ist also ein 24h-Kreislauf von Nahrungsaufnahme-Ausscheidung-Schlaf und wieder von vorne, unterbrochen nur durch mehrere Wachphasen…

Ob Sicherheit und das Soziale auch schon dazu kommen? So ein wenig schon, oder? Sicher bin ich ganz nah bei Mama, Papa oder sonst jemandem, der mich trägt oder hält. Und Kommunikation ist durchaus ein Thema. Es wird Blickkontakt gesucht, Laute werden von sich gegeben. Weinen gehört auch dazu. Es kann ja noch nicht sprechen…

Vielleicht findet Ihr den Vergleich ja total albern, aber ich finde es stimmt 😉 Maslow-Baby *g* Und Mama als 24h-Bedürfnis-Abklärerin und -Erfüllerin, jawohl!

Signale richtig deuten
So. Und um Bedürfnisse richtig erfüllen zu können, muss man natürlich wissen, welche das Baby gerade äussert. Das ist nicht immer so einfach. Es gibt Tage, da bringe ich sie problemlos zum (Ein)schlafen, innert weniger Minuten, weil ich offenbar den richtigen Moment erwischt habe. Beim Hunger kann ich oft auf die Uhr gehen bzw. ich weiss, dass sie nach dem Aufwachen gleich mal an die Brust muss. Dito mit dem Pipi… nach dem Schlafen muss man einfach. Auch das grosse Geschäft habe ich bisher immer erkannt obwohl es glaub’s ganz oft einfach Zufall war 😀 Aber oft weiss ich nicht, was sie gerade hat. Dann halte ich sie, in der Meinung, sie müsse pieseln, ein ums andere Mal über den Topf und nix kommt. Aber so einfach ist es halt auch nicht. Vielleicht ist sie dann müde oder wollte einfach auf den Arm… da muss ich noch dazu lernen… und alles wird man nicht immer richtig deuten können… ich erinnere mich noch eine Situation mit unserem Grossen. Er war damals 15 Monate und wir wegen der Hochzeit meines Vaters in Griechenland. Wir hängten eine Woche in einem Hotel am Meer an. Eines Tages brüllte der damals Kleine wie am Spiess… nichts half! Wir waren total ratlos und trollten uns schliesslich auf’s Zimmer weil die anderen Leute schon komisch guckten. Irgendwer von uns kam dann mal auf die Idee, ihm die Windel auszuziehen und siehe da: knallroter Po!!! Irgendwas muss den Po gereizt haben. Wahrscheinlich war die Windel voll, ich weiss nicht mehr, was es war. Wir haben uns auf die Stirn geklatscht, dass wir das nicht geschnallt haben, dass die Windel weg muss… und ganz oft waren die Kleinen auch völlig grundlos quengelig, was man dann immer auf’s Zahnen schiebt wenn man sonst nicht weiss, was ist 😀 Gottlob war das bei beiden kein grosses Thema, weil sie erst nach jährig Zähne bekamen. Das geht dann sanfter und unbemerkter zu und her. Mal sehen, wie’s beim Mäuschen wird.
Aber um hier nochmals „Werbung“ für’s Abhalten zu machen: dadurch, dass ich ein zusätzliches Bedürfnis versuche zu erkennen, was mir auch mehrmals täglich gelingt, fallen ganz viele unruhige/unzufriedene Situationen mal weg, an die ich mich im Nachhinein bei meinen Grossen oder auch fremden Kindern erinnere… und dafür lohnt sich meiner Meinung nach der Mehr-„Aufwand“.

Mit 1 Monat…

…entdeckt meine Mama einen gewissen Rhythmus, der sich aber von einem Tag auf den anderen wieder ändern kann. Hättest wohl gern, bäh! 😀

…stille ich schon fast wie ein Profi

…geht kein grosses Geschäft mehr in die Windel – juhu!

…werde ich täglich in Tuch oder Tragehilfe getragen

…habe ich auch viele wache Momente

…weiss keiner, wie viel ich wiege, aber der Doktor wird’s uns nächste Woche wohl sagen

…bin ich meistens zuhause und finde das ganz OK so. Zu viel Trubel mag ich nicht

…freue ich mich über meine lieben Geschwister, besonders über die grosse Schwester, die jetzt nachts bei uns schläft, mich oft streichelt, mir vorsingt und mich sehr lieb hat.

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3-Wochen-Update / Geschwisterbande

3 Wochen alt ist die Baby-Maus nun schon und weil ich gebeten wurde, mal zu erzählen wie es den Grossen mit der Kleinen geht, werde ich das heute gerne ein wenig ausführlicher tun. Die Fakten zum Wochenupdate folgen dann weiter unten…

Irgendwie war ich auf Vieles gefasst, aber dennoch optimistisch. Es ist so, dass der Grosse damals nach der Ankunft der Maus extreme Mühe hatte. Man merkte ihm an, dass seine Welt aus den Fugen geriet. Nächtelang konnte er nicht alleine sein und mein Mann blieb jeweils die ganze Nacht bei ihm im Zimmer auf einer Matratze neben seinem Bett und hielt Kontakt. Das war v.a. für den Mann sehr anstrengend, denn ab 20 Uhr war er in diesem Zimmer und konnte selber kaum schlafen denn der Grosse war extrem unruhig und weinerlich. Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er damals für den Grossen da war. Irgendwann wurde es besser… die beiden sind heute mal sehr lieb und friedlich miteinander, mal wie Hund und Katz… normal halt… wobei man dem Grösseren schon noch anmerkt, dass er mal vom Thron gestossen wurde. Er teilt sehr ungerne, er gönnt der Schwester kein Krümelchen mehr als ihm, es wird alles immer genauestens abgewogen.
Nun aber zur aktuellen Situation. Die Grossen sind nun wirklich schon gross und konnten natürlich die ganze Schwangerschaft über „vorbereitet“ werden bzw. für sie war es schon greifbarer als damals für einen noch nicht mal 2-Jährigen, was hier „geschieht“. Sie begannen dann, als wir ihnen sagten, dass das Baby bald zur Welt kommen würde, nervös zu werden, unruhig. Die Maus hatte sogar ein wenig Angst, einzuschlafen weil sie fürchtete, dass wir mitten in der Nacht ins Spital fahren und sie alleine lassen würden.
Als sie mich dann am Mittag nach der Geburt abholten, war die Freude über das Baby aber gross und beide sehr lieb zu ihr. Das ist bis heute so geblieben. Der Grosse sagt, er sei dankbar und froh, dass wir ein gesundes Baby bekommen haben, die Maus kommt sehr oft zu ihr um sie zu streicheln, hallo zu sagen, ihr den Nuggi zu geben, beim Stillen zu „helfen“… der Grosse auch ab und zu aber deutlich weniger. Ich denke, Mädchen haben da von Natur aus mehr Interesse 😉
Ansonsten merkt man natürlich, dass ich weniger Zeit und Hände für sie habe, sie mehr selber machen müssen, mehr sich alleine beschäftigen. Für den Grossen ist das weniger ein Thema, er zieht sich stundenlang mit seiner Lieblings-CD ins Zimmer zurück und tüftelt mit seinen Lego. Die Maus kommt aber sehr oft und sagt: „mir ist langweilig“ oder „niemand spielt mit mir“. Eine Zeit lang liess sie sich vom Grossen in ein Lego-Spiel involvieren aber mittlerweile sagt sie, dass sie das nicht mehr mag. Es interessiert sie halt nicht wirklich. Wenn sie sich selber beschäftigt, dann mit Malen, Ausschneiden, den Büchern mit dem Stift; manchmal hilft sie im Haushalt, knetet, macht Rollenspiele. Die Gspänli fehlen bisweilen beiden. Ich bin derzeit nicht mobil und es ist heutzutage auch immer schwieriger, etwas auszumachen. Wenig spontan, da viele ein straffes Wochenprogramm haben und wenig Zeit. Oder zu weit weg sind… oder, oder, oder… ich hoffe, dass das bessert wenn sich bei wärmerem Wetter das Leben wieder automatisch mehr nach draussen verlagert.

Familienbett, partielle Weiterführung
Da ich nach der Geburt „ausgezogen“ bin ins Mauszimmer, allein mit dem Baby, schlafen die Grossen nun alleine mit dem Papa im Familienbett. Und dort merkt man wohl am meisten, dass eine Veränderung stattgefunden hat. Mein Mann muss oft in die Mitte liegen und berichtete dennoch über unruhige Nächte und Kinder, die „fast in ihn hineingekrochen“ seien, die sich viel bewegten im Schlaf. Ich schätze, dass sie so das Neue in ihrem Leben verarbeiten.

Nun bin ich gespannt, wie die beiden reagieren sobald die Baby-Maus mobil wird und etwas „mitmischen“ kann bzw. wenn die Grosse mit der Kleinen mehr „anfangen“ kann, mit ihr „spielen“ im weitesten Sinne… ich bin froh, dass die verschluckbaren Kleinteile (Lego!) alle in den Zimmern der Grossen sind, so dass die Baby-Maus unten gefahrlos herumkrabbeln kann. Aber noch dauert es bis es soweit ist 😉

Auf jeden Fall war es gut, dass die Kleine mit einem grösseren Abstand zur Welt kam. Für mich wäre es kaum vorstellbar, drei kleine Kinder zu managen und ich denke auch die Eifersucht hält sich so wirklich sehr in Massen, auch wenn ich nichts verschreien will, das kann sich ja wieder ändern… aber ich hoffe nicht… das einzige „Problem“ wird sein, dass die Kleine nicht ewig Gspänli haben wird. Die Grossen werden in 3-4 Jahren wahrscheinlich kaum mehr Interesse daran haben, mit einem Kleinkind zu spielen bzw. sie werden dann mit Schule und Freizeit recht eingespannt sein. Aber das lassen wir alles langsam auf uns zukommen…

Baby-Maus-Update
Die Hebamme kam letzte Woche zum letzten Mal und wog die Kleine. Sie hatte zugenommen, nicht wahnsinnig viel, aber es war wohl zufriedenstellend. Viel Schoppen hatte ich nie geben müssen und mittlerweile versuchen wir es ohne und es klappt ganz gut, wobei ich dann doch froh bin, wenn ich zum Termin für den Hüftultraschall beim Kinderarzt dann vielleicht nochmals ein Gewichts-Update bekomme. Die Sicherheit, dass sie genug erwischt, habe ich nicht zu 100 Prozent, aber sie hat nasse Windeln bzw. pieselt ins Töpfchen, sie schläft recht gut und auch mal länger (leider nur tagsüber, nachts erwacht sie im 2-3h-Takt).
Stilltechnisch möchte ich das Hütchen auf der linken Seite irgendwann los werden. Mittlerweile kommt hier mehr Milch, wenn auch nicht so viel wie rechts. Und wenn ich sie nicht in der Wiegehaltung stille, geht es auch mal ohne Hütchen aber leider schmerzt es an dieser Seite wieder etwas, obwohl keine Verletzung oder so erkennbar ist. Ich hoffe das geht wieder weg…
Der Wochenfluss ist praktisch versiegt, die Naht stört mich kaum. Der Rücken macht das viele Tragen noch nicht so gut mit, aber ich denke das kommt mit dem „Üben“. Heulen muss ich derzeit nicht mehr viel, Gott sei Dank, und tagsüber lege ich mich nun nicht mehr krankhaft hin, mein Körper scheint sich also an das Schlafmanko gewöhnt zu haben. Naja, fast… tagsüber habe ich schon mal eine Krise und denke, ich müsse jetzt sofort schlafen, aber das überwinde ich meistens auch… Allerdings gehe ich mit der Maus ins Bett, auch wenn es erst 19.30 Uhr ist. Sehr zum Leidwesen meines Mannes, aber ich schlafe meist schnell ein und brauche es wohl, ansonsten könnte ich vielleicht auch wach bleiben bis zum nächsten Stillen. Ich nehme es, wie es kommt, die Kleine ist ja noch jung und sobald sich der Nachtschlaf gut eingependelt hat, kann ich auch mal versuchen, länger unten zu bleiben…

Die Baby-Maus ist nun auch, wie damals die Grossen mit Eingewöhnung ab Mitte August (7 Monate ist sie dann) an zwei Vormittagen die Kita im Ort besuchen. Die Kita habe ich durch die Grossen und die Maus, die heute noch gerne hingehen würde, als sehr gut geführt empfunden, die Betreuerinnen als herzlich und das Angebot vielseitig. Die Maus hatte zwar ihre Phasen, in denen sie nicht gerne hin ging, aber im letzten Jahr vor dem Kindergarten wäre sie am liebsten täglich hin. Was mich aber am meisten überzeugt hat, war, dass man auf alle meine noch so extrigen Wünsche einging. Mittagsschlaf war lange ein Thema, so durfte ich sie später bringen als üblich, man liess mich, wenn sie nicht bleiben wollte, mit ihr reinkommen und ein wenig bleiben bis es ging, obwohl das nicht gang und gäbe ist, etc. Wir liessen uns auch für die Eingewöhnung genug Zeit. Deshalb weiss ich, dass auch die Baby-Maus dort gut aufgehoben sein wird und ich habe dann zwei Vormittage um Trageberatungen auszumachen, zu arbeiten oder sonstige Termine wahrzunehmen. Das war mir wichtig…

Und nun kommt gut durch die Woche! 🙂

Baby’s Töpfchen…

Das wichtigste Accessoire beim Thema „windelfrei“ ist eine Windel. Was nicht ganz logisch klingt, uns aber damals im Kurs zum Windelfrei-Coach als erstes gelehrt wurde, macht durchaus Sinn. Gerade in den ersten Wochen pieseln Babys nämlich ständig. Kleine Mengen, dafür immer mal wieder. Und wer hat im Wochenbett schon die Gnade, ständig was abfangen zu wollen?
Ich habe zwar letztens von einer Windelfrei-Mama gelesen, die bei ihrem Neugeborenen „30 von 40 Pipis am Tag aufgefangen“ hat, aber ganz ehrlich, dafür muss man schon die entsprechende Musse haben. Neben zwei Kindern, Stillproblemen, Besuchen, Haushalt und mir selber, hätte ich dafür nicht den Nerv gehabt und auch jetzt halte ich nicht bei jedem Unwohlsein der Maus ab, denn dann könnte ich sie nach jedem Einpacken gleich wieder auspacken… Die Baby-Maus trägt also meist eine Windel als „Back-up“. Eine Stoffwindel tagsüber und nachts meist noch Wegwerfwindeln weil sie auch mal länger schläft und die Windel dann ziemlich voll/nass ist und meine teils neuen Stoffwindel-Einlagen noch nicht ihre volle Saugkraft erreicht haben. Trotzdem habe ich eigentlich von Anfang an häufig abgehalten und zwar in den sogenannten „Standardsituationen“, also nach jedem Schlafen, zwischen und nach dem Stillen, wenn sie im Tragetuch unruhig wurde und manchmal auch zwischendurch mal, wenn ich das Gefühl hatte, irgendwas plagt sie gerade. Meist war das dann der Stuhlgang und ich muss sagen, der landet bei uns tatsächlich meist im Töpfchen und das freut mich schon sehr. Erstens, dass ich ihre Signale korrekt deute, zweitens weil es so weniger „Sauerei“ am Po gibt und die Windeln nicht schmutzig werden.
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Ja, so funktioniert das Abhalten derzeit bei uns. Es wäre wohl einfacher, statt Windel ein Backup zu benutzen, das schneller aus- und wieder angezogen ist aber da ich gerade eh noch Stoffwindeln für Nestwärme teste, passt das so. Es wäre aber schon das Ziel, mich dann mal an die Back ups ranzutrauen sobald ich merke, dass die Windeln auch mal trocken bleiben…
Aber nicht immer merke ich, dass sie pieseln muss, gerade während dem Stillen oder auch danach wenn ich das Gefühl habe, sie hat nur Hunger und setze nochmals an anstatt sie x mal abzuhalten, geht auch mal was in die Windel. Auch wenn sie länger schläft, ist die Windel danach meist voll. Natürlich ist sie nicht immer im Tiefschlaf und im Halbschlaf pieseln Babys auch. Es gibt auch hier Mamas, die dann problemlos und vorsichtig abhalten, aber mir ist es da lieber, sie nicht vor lauter noch aufzuwecken und ich lasse sie in Ruhe schlafen 😉 Denn „windelfrei“ soll Spass machen und kein Wettrennen sein und das Ziel der Sache soll auch nicht sein, unbedingt immer komplett ohne Windeln auszukommen (schön, wenn das irgendwann klappt!), sondern die „Kommunikation“ mit dem Baby. Darum heisst es auch auf englisch „elimination communication„, also sowas wie „Ausscheidungskommunikation“. Das Baby äussert sein Bedürfnis und ich reagiere darauf indem ich es abhalte…
Aber das Ganze ist total spannend und lohnt sich. Es ist einfach toll, zu sehen, wie sich die Maus beim Abhalten gleich entspannt und ihre „Geschäfte“, gross wie klein, auf mein Zeichen hin ins Töpfchen lässt. Abhalten kann man natürlich auch über dem Waschbecken o.ä. Mehr zum Thema lest Ihr im ganz oben stehenden Link zu meiner Website oder auch in meinem Gastbeitrag hier.
Ich werde auch sicher mal wieder berichten, wie es bei uns damit läuft…

Windelmanufaktur – einfach schöner wickeln

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Stoffwindeln? Ja! 🙂

Erst als die Maus etwa 1,5 Jahre alt war, machte ich die Erfahrung, dass Stoffwindeln gar nicht so kompliziert sind wie angenommen. Noch beim Geburtsvorbereitungskurs des Grossen stellte uns eine Hebamme unglücklicherweise noch ein umständliches und langweiliges Stoffwindelsystem vor. Die Windeln waren einfach nur weiss und offenbar aufwendig zu handhaben. Dazu die Wascherei. Wir winkten alle kollektiv ab. Danach befasste ich mich nie mehr mit dem Thema bis ich irgendwann, wohl in den sozialen Medien, das erste mal eine schöne Stoffwindel sah. Und dann war es auch noch ein denkbar einfaches System. Das kann ich auch, dachte ich und bestellte mir ein Testpaket und dann noch diverse, einzelne Exemplare anderer Hersteller, denn, wie so üblich, schien die Vielfalt riesig und jede ein bisschen anders. So wickelte ich dann die Maus ganze 2 Monate lang fröhlich und glücklich mit Stoff. Und dann war sie trocken. Parallel hatte ich nämlich, es war schon recht warm draussen, damit angefangen sie öfter ohne Windel herumlaufen zu lassen, mit dem Töpfchen in der Nähe. Tja… „Stoffies“ also irgendwo verstaut und von da an nur noch für Beratungen immer mal wieder hervorgeholt (ich war wohl in der Region eine der wenigen mit so einem Sortiment, dazu noch begeistert also konnte ich die Kiste bei mancher Trage- oder Windelfreiberatung oder auch einfach so interessierten Eltern zeigen).

Nun, da unser 3. Würmchen im Bauch schlummert, bin ich voller Vorfreude. Natürlich will ich es einerseits dieses Mal so richtig von Anfang an mit windelfrei versuchen, mir ist aber auch klar, dass es genug Situationen geben wird, in denen ich das Baby wickeln werde, gerade weil es im Januar noch kühl ist und die beiden Geschwisterkinder sicher meine Aufmerksamkeit fordern werden, so dass eine Windel angebracht ist. So auch unterwegs und in der Nacht, schätze ich.

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Wickelunterlage, auch in Kombination mit Tragetuchstoff 🙂

Erst als die Maus schon trocken war, stiess ich auf die Manufakturwindeln, sprich, die Windeln aus der deutschen Windelmanufaktur. Es war kein Wunder, dass ich eines Tages darüber stolpern sollte, denn die Windelmanufaktur näht einen Teil des Sortiments der Aussenwindeln aus Tragetuch-Stoff. Die Windel passend zum Tragetuch? Ja, wenn das nicht toll ist! 🙂 Ich behielt das im Hinterkopf und ich wusste, dass ich für mein 3. Kind ganz sicher Manufakturwindeln brauchen würde 😉
Ganz toll dabei: seit August hat die Windelmanufaktur auch Neugeborenenwindeln im Angebot 🙂

Und so kam es, dass die liebe Stephanie, der kreative Kopf hinter der Windelmanufaktur, mir ein kleines, persönliches Einsteigerpaket zukommen liess, bestehend aus einer Aussenwindel für Neugeborene (Modell „Mariechen“), zwei Innenwindeln, diversen Einlagen und einer Wickelunterlage.
Im Shop erhältlich sind bei der Windelmanufaktur übrigens diverse Pakete für Einsteiger etc. Damit ist man dann schon mal bestens für den Start mit Stoffwindeln ausgestattet 🙂

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Für einige von Euch werden Stoffwindeln neu sein, deshalb erkläre ich Euch gerne das All-in-3-Konzept der Windelmanufaktur. Es ist auch auf deren Website ausführlich beschrieben. Wer mehr über Stoffis, die verschiedenen Systeme und ihre Vorteile wissen will, kann gerne auch diesen Beitrag von mir lesen…

Windelmanufaktur-howto

  1. Aussen- und Innenwindel(n) und Einlagen gehören zur Ausstattung der Windelmanufaktur-Windel.
  2. Erst wird die Innenwindel mittels Druckknöpfen in der Aussenwindel eingeklickt…
  3. …dann faltet Ihr eine oder mehrere Einlage(n) nach Wahl in die Innenwindel. Durch die Bündchen der Innenwindel kann nichts verrutschen. Auch die Aussenwindel hat nochmals ein Bündchen (dunkles pink hier auf dem Foto), das vor dem Auslaufen schützt. Die Innenwindel kann zudem in der Grösse noch angepasst werden wenn das Baby sehr klein ist.
  4. Windel ums Kind und mit Druckknöpfen in der richtigen Einstellung verschliessen – fertig! 🙂

Dieses ausgeklügelte System hat einen grossen Vorteil: Aussen- und Innenwindel müssen nicht jedes Mal gewechselt werden – eine neue Einlage reicht. Die Innenwindel kann einfach feucht abgewischt u/o gelüftet werden wenn sie etwas schmutzig wurde. So fällt deutlich weniger Wäsche an als z.B. bei einer Komplettwindel.

Je nach Bedürfnis kann man zudem die Einlagen variieren. Die Frottee-Einlage ist die optimale Allround-Einlage. Die Hanf-Einlage ist sehr saugstark und eignet sich z.B. gut nachts, auch in Kombination mit der Frottee-Einlage. Ebenfalls erhältlich ist eine extrem saugstarke Booster-Einlage – so ist man gewappnet für jede Situation und hat damit nicht nur eine Windel zur verfügbar sondern ganz verschiedene! 🙂
Auch die Innenwindel ist in verschiedenen Ausführungen/Farben erhältlich, z.B. auch als Wolle.
Wie der Name schon sagt, kann man sich bei den Manufakturwindeln wirklich auf ein handgemachtes Produkt aus besten Materialien verlassen, das nicht irgendwo in China produziert wurde. Ich habe mich auch lange genug durch diverse Stoffwindel-Gruppen in Facebook durchgelesen und habe bisher nur Gutes über diese Windeln gelesen. Sonst hört man ja gerne mal, dass „die Windel ausläuft“ oder andere Wehwehchen hat.
Und noch ein Pluspunkt für alle, für die die Windel eben mehr ist als ein Gebrauchsobjekt: auf Wunsch fertigt die Windelmanufaktur auch ein ganz individuelles Unikat an. Man kann seinen Wunschstoff einschicken, die Farbe der Bündchen und Snaps (Druckknöpfe) aus einem Farbenkatalog auswählen und auch beim Innenstoff gibt es verschiedene Optionen – genial, oder? Also, „räusper“, wer noch keine Idee hat, was er mir für die Geburt schenken soll: ein Gutschein für die Windelmanufaktur unter dem Weihnachtsbaum käme bestimmt richtig 😀 Ich bin nämlich sicher, dass mir das erhaltene Paket nicht ausreichen wird 😉

Wir bedanken uns bei der Windelmanufaktur ganz herzlich für das zauberhafte Einsteigerpaket und die tolle Zusammenarbeit! 🙂

Wenn Engel reisen

Als Frau hat man ja aus Prinzip immer mindestens zehn Minuten länger bis man aus dem Haus kann. Das Make-up ging schief, das Outfit enttäuscht – also rasch umziehen, bloss was!? – die Tasche muss gewechselt werden. Schliesslich kramt man seine 7 Sachen zusammen, braucht noch 30 Sekunden um die passende Jacke zu finden und los. Ganz anders nun mit Baby. Weiterlesen