Schwangere Mutter mit ihrem Sohn

Familienpolitik quo vadis?

Ich weilte gestern an der Präsentation der Ergebnisse einer gross angelegten Befragung von Familien mit Kindern bis zu 12 Jahren in Liechtenstein. Diese wurde von der Regierung beauftragt, nachdem die Volksabstimmung zum Familienzulagengesetz von 2016 abgeschmettert wurde. Weiterlesen

Erwachsene Hand hält Hand eines Neugeborenen

Pflege und Betreuung – ein Lebensthema

Vor zwei Wochen fuhr ich zu einem Interview. Und wie so oft, wenn ich für die Serie „Persönlichkeiten“ meines Auftraggebers, die regelmässig in dessen Zeitung erscheint, Gespräche führe, bringt mich das zum Nachdenken. Weiterlesen

Wanderung zum Wildschloss Liechtenstein

Wochenende in Bildern

Heute mal auf dem Blog weil es soooo viele Fotos sind 🙂 Das Wochenende beginnt hier ja meistens am Freitagnachmittag. Da ich gleich zwei Besucher hier hatte und sich noch weitere Kinder dazugesellten, war es sehr chaotisch mit insgesamt 9 Kindern, die hier zeitweise alle herumwuselten 😀 Aber ich mag‘ das ja eigentlich, solange keiner schreit 😉 Weiterlesen

Eltern liegen mit Baby auf dem Boden

Am Freitag ist „Mama-Tag“

Martina kenne ich schon seit meiner Schulzeit im Gymasium. Über die Jahre haben wir uns zwar selten gesehen, aber nie ganz aus den Augen verloren. Besonders schön war es dann, vorletztes Jahr zu erfahren, dass wir gleichzeitig schwanger sind. Martina und ihr Mann Lukas leben das traditionelle Familienmodell – nur umgekehrt. Heute erzählen sie im Blog davon. Weiterlesen

Einmal um die Welt in 18 Monaten

Ich habe Alexandra und ihre Kinder vor einigen Jahren im Mütterzentrum kennen gelernt. Wir haben uns nur sporadisch gesehen, aber sie war stets offen und freundlich, so wie ihre Kinder auch. Als ich erfuhr, dass sie eine Weltreise mit ihren Kindern planen, hatte ich grossen Respekt vor diesem Wagnis und war sicher auch ein wenig neidisch… gespannt verfolgte ich in der Zeit ihren Blog. Schon seit einer Weile sind sie nun zurück – mit festem Wohnsitz in Liechtenstein – und sie fand endlich Zeit um meine vielen, neugierigen Fragen zu beantworten. Ich hoffe Ihr findet das Thema auch so spannend wie ich 😉 

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Alexandra und ihre Familie mit gesamtem Reisegepäck in Myanmar.

Liebe Alexandra, Ihr seid, vor Eure Kinder die Schulreife erreicht haben, über ein Jahr lang auf Weltreise gegangen. Habt Ihr Euch damit einen lang gehegten Traum erfüllt oder entstand die Idee eher spontan?

Reisen ist eine gemeinsame Leidenschaft von meinem Mann und mir. Während des Studiums hatten wir bereits einmal die Möglichkeit, mit dem Rucksack loszuziehen. Damals waren wir 6 Monate in Südostasien, Australien und Neuseeland unterwegs. Eigentlich bestand der Wunsch seit unserer Rückkehr, eine solche Reise noch einmal zu unternehmen, nur wollten wir dann gerne länger reisen. Immer wieder „träumten“ wir davon. Bis der Punkt kam – circa 10 Monate vor Abreise – an dem wir uns selber fragten: „Träumen wir nur oder machen wir das wirklich?“ Soll heissen, geträumt schon immer, abgereist dann fast schon spontan.

Wie viel Zeit brauchtet Ihr um Euch vorzubereiten?

Wir liessen uns 10 Monate Zeit. Sicherlich kann man auch viel schneller abreisebereit sein – 6 Monate reichen vermutlich gut. Die eigentlichen Reisevorbereitungen (Routenplanung, Ausrüstung zusammenstellen, Impfungen etc.) machen Freude und laufen schon fast nebenher. Was Zeit und teilweise Nerven kostet, sind alle organisatorischen Dinge wie Krankenversicherung, Verträge auflösen, in unserem Fall die Wohnsitzregelung und natürlich die eigentliche Wohnungsauflösung.

Habt Ihr eine fixe Route eingehalten oder jeweils vor Ort entschieden? Ich meinte auch Ihr wart insgesamt länger unterwegs als ursprünglich geplant…

Erst einmal zur Frage, wie lange wir eigentlich bleiben wollten: Das Wort Sabbatical war für den Arbeitgeber meines Mannes damals noch ein Fremdwort. Maximal 2 Monate unbezahlten Urlaub wollte man uns zugestehen, wir selbst hatten uns ein Minimum von 6 Monaten gesetzt. Rückblickend waren wir oftmals dankbar dafür, dass es zu keiner Einigung kam. Wirklich frei und ungebunden zu sein, war ein wunderbares Gefühl, dass wir nicht gegen die Sicherheit einer bezahlten Arbeit bei Rückkehr tauschen möchten.
Wir hatten die Route nur grob geplant und grob eingehalten. Asien und Südamerika als Ziele standen schnell fest. Auch die Länder legten wir grob fest und die ungefähre Aufenthaltsdauer. Da wir allerdings keine Flüge vorgebucht hatten und auch kein festes Rückreisedatum hatten, blieb genug Spielraum, um flexibel zu agieren. So planten wir z. B. 2 Wochen Thailand und blieben letztendlich 2 Monate. Myanmar hatten wir vor Reiseantritt ausgeschlossen. Es schien zu unentwickelt, um dort entspannt mit Kindern zu reisen, auf vielfache Empfehlung von anderen Reisenden zog es uns aber dann doch für 4 Wochen dort hin. China betraten wir nur auf „Probe“ mit dem Gedanken, einfach weiterzureisen, falls es uns nicht gefällt – wir blieben 2.5 Monate. Auch für Südamerika wussten wir nicht viel mehr, als dass wir spätestens im Herbst in Peru sein sollten und Feuerland und Patagonien im Dezember und Januar besonders einfach zu bereisen sind. Also Eckdaten, die sich hauptsächlich am Klima orientierten.

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Laos, 4000 Islands, Alexandras Tochter auf dem Balkon des Hotelzimmers.

Hattet Ihr irgendwelche Bedenken vor Antritt der Reise?

Hauptsächlich in gesundheitlicher Hinsicht. Was tun, wenn der nächste Arzt weit entfernt ist? Als minimale Vorbereitung besuchte ich einen umfangreichen Erste-Hilfe-Kurs und natürlich liessen wir uns alle impfen. Generell war natürlich auch die politische Stabilität in unseren Zielländern ein Thema. Einige Länder schieden aus, weil sie uns zu unsicher erschienen, wie z. B. Kolumbien.

Welche Bedenken erwiesen sich tatsächlich als Thema während der Reise und welche nicht?

Zum Glück blieben wir von Katastrophen verschont. Eine schlimme Erfahrung war es allerdings, als unsere Tochter die Diagnose Dengue Fieber bekam. Aber wir fühlten uns im malaysischen Krankenhaus sehr gut aufgehoben. Infiziert hat sie sich übrigens nicht in einem Entwicklungsland, sondern in Singapur, am 3. Tag unserer Reise. Wir sahen allerdings viele Touristen mit schweren Verletzungen von Mofa-Unfällen. Und erlebten mit, wie sich ein Kind in einer abgelegenen Tempelanlage in Kambodscha eine Platzwunde zuzog. Auch Naturkatastrophen sind ein Thema, das einen begleitet. Freunde von uns hatten das Langtantal in Nepal gerade wenige Tage zuvor verlassen, als sich dort das schreckliche Erdbeben ereignete. In Quito lag kurz nach unserer Ankunft der Flugverkehr lahm, weil Vulkanasche den Himmel verdunkelte.

Waren Eure Kinder von Anfang an begeistert von der Idee, so lange auf Reisen zu gehen, all Ihre Sachen und Freunde zurück zu lassen oder gab es (auch während der Reise) Momente, in denen das Heimweh kam?

Unsere Kinder waren bei Abreise gerade 5 und 3 Jahre alt. Wir freuten uns auf diese Reise und unsere Kinder teilten diese Freude. Über unseren Sohn haben wir schon immer scherzhaft gesagt, dass er unser Reise-Gen geerbt hat, und unsere Tochter fühlte sich vermutlich einfach dort wohl, wo Mama und Papa sind. Unser Sohn war gerade wenige Wochen im Kindergarten. Nach einem schwierigen Start ging er sehr gerne dorthin und hatte sehr gute Freunde gefunden. Trotzdem stellte er unsere Abreise nie in Frage. Rückblickend bin ich sehr froh darüber, dass wir zu einem Zeitpunkt abgereist sind, als er gerne in den Kindergarten ging und die ersten „richtigen“ Freundschaften geschlossen hatte, so konnte er all diese guten Erinnerungen mitnehmen. Zugegeben, als die Oma für 4 Wochen zu Besuch war, war unsere Tochter drauf und dran, mit ihr nach Hause zu fliegen, und nahm es mir eine Weile krumm, dass ich es nicht erlaubte. Man konnte den Kindern durchaus anmerken, dass ihnen mulmig zumute war, als alle ihre Sachen in den Kisten verschwanden und unsere Wohnung leer wurde, aber letztendlich waren es ja nur Sachen und wir vier würden zusammen bleiben. Gegen Ende der Reise war es auffallend, dass unser Sohn immer seltener von Zuhause und seinen Freunden sprach. War es lange Zeit ganz wichtig, von jeder Station Postkarten zu schreiben, äusserte er diesen Wunsch nur noch selten. Umso toller war es, die ersten Treffen der Kinder nach der Reise mitzuerleben. Sie spielten und unterhielten sich, als ob wir nie weg gewesen wären. Das machte uns wirklich sprachlos.

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Die Tierwelt der Galapagos-Inseln war eins der Highlights auf der Reise, besonders für die Kinder

Was habt Ihr für die Kinder von zuhause mitgenommen (ausser Kleider, Medikamente etc.)?

Wenig und nichts Aussergewöhnliches – Platz und Gewicht waren stark limitiert. Wir hatten ein kleines Kuscheltier dabei, Stifte, Papier, ein Auto, Spielkarten … später ergänzten wir eine kleine Tüte Legosteine, Würfel … waren wir mehrere Tage am Strand dann kauften wir Sandspielzeug, einen Ball, Schwimmtiere und verschenkten es bei Abreise wieder. Ganz wichtig war unser e-book-Reader mit vielen auch immer wieder nachgekauften Kinderbüchern und der Laptop mit Hörspielen und Fotos … zum Geburtstag bekam unser Sohn dann einen mp3-player um unabhängig vom Laptop zu werden.

Was war für Euch das Schwierigste daran, mit Kindern zu reisen, was überraschte Euch positiv?

Eigentlich gab es nur positive Überraschungen. Mehr als einmal mussten wir feststellen, dass mit Kindern vieles sogar einfacher ist. Unsere Kinder fielen auf und sorgten immer wieder dafür, dass wir mit Menschen in Kontakt kamen. Das Alter unserer Kinder empfanden wir als sehr günstig. Sie waren gross genug, um ein Stück weit selbständig zu sein, nicht ständig unsere Aufmerksamkeit/Achtsamkeit zu benötigen, grössere Wanderungen/Besichtigungstouren zu meistern und gleichzeitig klein genug, um keine Privatsphäre zu brauchen und vorurteilsfrei erleben zu können. Die meisten Dinge vor denen wir am Anfang Respekt hatten, wie z. B. stundenlange Busfahrten, vielfach über Nacht, stundenlanges Stillsitzen im Kanu, erwiesen sich alle als unkompliziert. Unsere Kinder machten das super, überall fanden sich hilfreiche Menschen. Schwierig? Nun, man reist anders mit Kindern, aber die meisten Eltern kennen das… und die Dauer der Reise ist da auch eher nebensächlich. Wir reisen langsamer seit wir Kinder haben und haben das Strandburgen bauen wieder neu entdeckt, aber sonst…?

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Riesenschildkröten auf den Galapagos-Inseln/Ecuador.

Gab es Situationen, in denen Ihr Eure Reise beinah abgebrochen hättet?

Kurze Antwort: Nein 😉

Wie veränderte das Reisen Euch als Familie? Ihr seid sicher noch mehr zusammengewachsen… was noch?

Mit ein Hauptgrund für diese Reise war, dass wir das Gefühl hatten, im Alltag als Familie zu wenig Zeit füreinander zu haben. Obwohl mein Mann sehr geregelte Arbeitszeiten hatte, blieben am Abend gerade mal 2 Stunden bevor die Kinder schliefen. Natürlich gibt es auch persönliche Veränderungen in einer so langen Zeit, aber auch zu Hause hätten wir uns verändert. Ich habe das Gefühl mit jeder Reise toleranter zu werden, aber vielleicht ist es auch einfach das Alter 😉

Welchen Einfluss hatte das Reisen auf Eure Kinder? Wie hat es sie geprägt?

Im Vorfeld der Reise sind wir oft gefragt worden: „Warum macht ihr diese Reise jetzt, eure Kinder werden sich kaum an etwas erinnern können?“ Ich hoffe aber, es hat sie im Unterbewusstsein geprägt. Sie konnten unterschiedliche Religionen, Lebensweisen, Fremdsprachen etc. „erleben“. Dabei bin ich immer wieder überrascht, mit welcher Offenheit Kinder solche Unterschiede wahrnehmen bzw. auch gar nicht wahrnehmen.
Erstaunt bin ich auch darüber, an wie viel sich unsere Kinder sehr wohl erinnern, vor allem unser Sohn kann sich an viele Situationen ganz klar erinnern.

Was habt Ihr unterwegs am meisten vermisst, was nach Eurer Rückkehr?

Unterwegs: Rituale – die Weihnachtszeit mit all ihren Traditionen, Familienfeiern, gemütliche Nachmittage/Abende mit Freunden… Nach unserer Rückkehr: ein Leben ohne Terminkalender.

Ihr hattet viele, schöne Begegnungen mit fremden Menschen unterwegs, welche haben Euch am meisten beeindruckt und wieso?

Vorweg, eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass die schönsten Erinnerungen tatsächlich mit Menschen zu tun haben, die wir kennen lernen durften und erst danach kommen die Orte, die wir besucht und die Dinge, die wir gesehen haben. Oftmals sind es kleine Gesten, z.B. die Familie in Myanmar, die auf einer Zugfahrt ihr Essen mit uns teilte, verständigen konnten wir uns nicht. Oder die junge Mutter in China, die uns auf der Strasse weiterhalf und uns dann in ihre Wohnung einlud… bald war ihre ganze Familie, die Schwestern mit Ehemännern und ihre Mutter, versammelt, und noch bevor wir verstanden haben, was vor sich geht, wurden wir zu einem tollen Abendessen ins Restaurant eingeladen. Unbedingt erwähnen möchte ich hier auch das Couchsurfen. Das Konzept ist den meisten wohl bekannt, es mal zu machen getrauen sich die wenigsten. So ging es auch uns jahrelang. Diese Reise war Auslöser, es auszuprobieren, direkt bei unserer ersten Station in Singapur, und es hat uns alle begeistert. Das ist der einfachste Weg, mit Leuten in Kontakt zu kommen, ein paar Tage mit „Freunden“ zu verbringen. In der Tat sind wir noch mit vielen unserer Gastgeber in Kontakt und einige sind in wenigen Tagen zu Freunden geworden. So reiste uns ein japanischer Gastgeber nach Peru nach, um unseren Sohn an seinem Geburtstag zu überraschen 🙂 Auch die Kinder freuten sich immer, wenn wir wieder einen Gastgeber gefunden hatten und finden es jetzt toll, wenn Leute bei uns übernachten. Allerdings war das ständige Abschiednehmen durchaus schwierig.

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Machu Piccu/Peru: Bild mit dem japanischen Freund, den die Familie durchs Couchsurfing kennen lernte und der sie für eine Woche in Peru besuchte.

Hat das Geld, das Ihr für die Reise gespart habt, gereicht oder habt Ihr weniger/mehr gebraucht als erwartet?

Wir sind sehr genau mit dem geplanten Budget ausgekommen und wollen hier auch sehr offen kommunizieren. Aufgrund der gesammelten Informationen, auch aus anderen Reiseblogs, hatten wir uns ein tägliches Limit von 150 USD gesetzt (beinhaltet auch unsere Flüge). Dieses konnten wir im Schnitt sehr gut einhalten. Allerdings hätten wir einen grossen Puffer zur Verfügung gehabt, sodass wir finanziell gesehen sorgenfrei reisen konnten.

Wie reagierte Euer Umfeld eigentlich auf Euer Vorhaben, alles zurück zu lassen, die Wohnung und Jobs zu kündigen und die Welt zu bereisen?

So wie erwartet aus dem engen Familien- und Freundeskreis mit viel Unterstützung und Hilfe wo immer möglich. Diese Menschen kennen uns und wissen, dass wir nicht unbedacht handeln und man sich um uns (fast) keine Sorgen machen muss. Sehr oft haben wir zu hören bekommen: das passt zu euch!

Von unterwegs habt Ihr Eure Familie und Freunde etc. mit einem Blog auf dem Laufenden gehalten. War es kein Problem, regelmässig einen Internetzugang zu erhalten?

Das scheint heute weltweit kein Problem mehr zu sein. Selbst in Myanmar hatten wir eigentlich meist gute, kostenlose Internetzugänge. E-Mails lesen oder Skypen war nur in sehr abgelegenen Regionen – z. B. auf Wanderungen – nicht möglich. Wenn der Server bei meinen Eltern ansprang, weil wir wieder von irgendwo auf der Welt Bilder übertrugen, dann war das auch ein Lebenszeichen. Auch wir mussten immer wieder lächeln, wenn wir Vergleiche mit unserer letzten Reise zogen. Damals war ein Laptop im Gepäck undenkbar. Alle paar Tage suchten wir einen Internetladen auf, um E-Mails zu lesen. Unsere Fotos liessen wir damals noch auf CD brennen und schickten diese per Post nach Hause.

Irgendwann kam der Zeitpunkt, zurück zu kehren. Wie war das für Euch und die Kinder?

Nun, als es darum ging, einen Rückflug zu buchen durchlebten wir unterschiedliche Gefühle: Einerseits war es schwer, diese fantastische Zeit auch nur einen Tag früher zu beenden als nötig, andererseits stand für uns nie in Frage, dass das nur eine Auszeit ist. Gerade im Hinblick auf unsere Kinder wünschen wir uns ein „normales“ Leben mit Freundschaften und einem Zuhause. Nachdem der Flug gebucht war, fiel es auf einmal viel leichter, diesen Schritt zu akzeptieren, die letzten Wochen bewusst zu geniessen und sich auf die vielen Dinge zu freuen, die uns zu Hause erwarten würden.

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Chile. Die Familie hat gerade nach 5 Tagen erfolgreich den „W-Hike“ beendet.

War es von Anfang an klar, dass Ihr wieder zurück nach Liechtenstein kommen würdet?

Es war naheliegend. Liechtenstein ist seit vielen Jahren unser Zuhause. Unsere Kinder sind hier geboren, haben hier ihre sozialen Kontakte und auch viele unserer Freunde wohnen hier. Trotzdem hielten wir es uns offen, auch irgendwo anders im deutschsprachigen Raum sesshaft zu werden; eigentlich wollten wir es von den beruflichen Möglichkeiten meines Mannes abhängig machen. Da wir die Rückreise aber lange hinauszögerten, blieben nur wenige Monate bis zum Schulstart und so begannen wir sehr schnell damit, eine Wohnung zu suchen und uns regional festzulegen.

Wie schwer war es für Euch alle, wieder sesshaft zu werden, einen Job zu finden, in den Alltag zurück zu kehren?

Die Monate bis zum Schul- und Kindergartenstart waren immer noch erholsam. Überraschenderweise war die dringlichste Aufgabe die Anschaffung eines Autos nachdem wir 18 Monate prima ohne gelebt hatten. Zu Beginn der Schul- und Kindergartenzeit lebten wir noch in einer Ferienwohnung, unsere Wohnung konnten wir dann nach 2 Wochen beziehen, bis dahin war der Grossteil unserer Sachen eingelagert geblieben. Nochmal 6 Wochen später konnte mein Mann seine neue Stelle antreten. Damit waren wir dann wieder mitten im Alltag. Bis zu den Herbstferien brauchten die Kinder, um sich an den vollen Terminkalender zu gewöhnen, und wir Eltern auch. Inzwischen sind wir alle voll und ganz angekommen. Erst wenn man sich wieder bewusst macht, dass wir seit 10 Monaten zurück sind, merkt man, wie schnell die Zeit vergeht.

Wollt Ihr irgendwann wieder eine solche Reise machen oder wird es bei kleineren (Ferien)reisen bleiben, jetzt da Eure Kinder schulpflichtig sind?

Wie heisst es so schön: Nach der Reise ist vor der Reise. Wir lieben es, zu reisen und werden damit sicher nicht aufhören, aber wir müssen unseren Reisestil natürlich an die neuen Lebensumstände anpassen. Für die nächsten Jahre planen wir deshalb, vor allem Europa zu erkunden. Ein Wohnmobil wäre ein grosser Wunsch von uns! Aber wer weiss, was in 10 Jahren ist … 😉

Vielen Dank, liebe Alexandra, für das tolle Interview und die spannenden Einsichten in Eure Weltreise! 🙂 Wer Lust bekommen hat, detaillierter nachzulesen, was die Familie unterwegs alles erlebt hat, der kann dies unter folgendem Link machen: 

https://wir4unterwegs.wordpress.com/

 

Ausbau der Finanzierung der Kinderbetreuung in Liechtenstein

Aktuell wird in meiner „alten“ Heimat Liechtenstein recht kontrovers über die Pläne der Regierung diskutiert, die Finanzierung der Kinderbetreuung (Kita-Plätze, Mittagstisch etc.) auszubauen. Subventioniert wird jetzt schon, aber nicht überall.
Im Grunde ist es natürlich fair, alle Betreuungseinrichtungen gleich zu behandeln. Und die Subventionierung kommt theoretisch direkt den Eltern zugute, da die Kita-Plätze ansonsten teurer wären. Die Kitas sind jedoch in ihrer Preisgestaltung grundsätzlich frei, d.h. die neu von der Subventionierung mitbetroffenen Kitas müssen ihre Preise nicht zwingend nach unten anpassen. Im Vernehmlassungsvorschlag wird der Regierung die Möglichkeit eingeräumt, Regeln für die Preisgestaltung festzulegen, was auch Sinn machen würde. Die Kitas, die ich bisher persönlich genutzt habe, verfügten über lohnabhängige Tarife, was hoffentlich auch andere Kitas so handhaben.

Vorteil Betriebskita

Dass in Zukunft auch Betriebskitas unterstützt werden sollen, finde ich lobenswert, denn Betriebskitas bieten gegenüber anderen Kitas den Arbeitnehmern den konkreten Vorteil, im Notfall sofort bei ihrem Kind zu sein oder auch stillenden Müttern, ihr Kind problemlos in den Pausen zu stillen, ohne die Milch abpumpen zu müssen.
Tagesmütter werden nicht direkt subventioniert, dafür erhält der Vermittler und Ausbilder von Tagesmüttern in Liechtenstein, das Eltern-Kind-Forum in Vaduz, jährlich pauschal CHF 310‘000. Das Eltern-Kind-Forum vermittelt u.a. auch Babysitter, veranstaltet Kurse, Referate etc. und ist in der Elternberatung tätig.
Der Ausbau der Kita-Finanzierung wird gemäss der Einschätzung der Regierung auch zu einer Verbesserung des Angebots führen, d.h. konkret, dass es mehr subventionierte Kita-Plätze geben wird. Ziel sei es, wie das Ministerium der Gesellschaft auf meine Anfrage hin erklärte, „dass es keine Wartelisten mehr geben soll und Eltern stets ein genügendes Angebot an bezahlbaren Kita-Plätzen vorfinden sollen. Das oberste Ziel aber sei die Wahlfreiheit. Diese sei nicht gegeben, wenn ein Kita-Platz mehr koste, als eine Mutter verdiene.

Zuhause bleiben ist ein finanzielles Risiko

Auf die Frage, was man kritischen Stimmen entgegne, die bemängeln, dass Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, zu wenig unterstützt würden, antwortete mir das Sekretariat wie folgt: Es gebe bereits eine Vielzahl an Unterstützungsleistungen, die allen Familien zu Gute komme (richtig: ALLE Familien, also auch diejenigen, deren Kinder fremdbetreut werden) und: Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, müssten ja auch keine Elternbeiträge an die Kita ausrichten. Das ist zwar korrekt, ABER, sie verdienen dafür ja auch nichts in der Zeit, in der sie die Kinder betreuen. Und unter Umständen profitieren sie auch nicht wie (voll) arbeitende Elternteile, von Beiträgen an die Krankenkasse und AHV-Leistungen. Es ist also finanziell weitaus „riskanter“, als Elternteil zuhause zu bleiben. Ist damit die Wahlfreiheit wirklich gegeben?
Dazu kommt der gesellschaftliche und wirtschaftliche Druck, der derzeit herrscht und, insbesondere Frauen (bei Männern ist es zunehmend umgekehrt, was natürlich durchaus löblich ist) ein schlechtes Gewissen macht, die (länger) zuhause bleiben möchten. Sh. auch meine Buchrezension von „Vater, Mutter, Staat“.

Wahlfreiheit? Eine Lüge

Da bröckelt meiner Meinung nach die Wahlfreiheit merklich, vor allem dann, wenn ich von einzelnen (werdenden) Müttern höre, dass ihr Arbeitgeber kein von ihnen gewähltes, geringe(re)s Teilzeitpensum akzeptiert und mit der Kündigung gewinkt wird.
Wenn mir dann noch jemand weismachen will, dass mehr Kita-Plätze zu mehr Geburten führt, was ja in den meisten Staaten auch ein angestrebtes Ziel ist, dann kann ich nur den Kopf schütteln, denn mehr Kinder gibt es wohl eher dort, wo tatsächliche Wahlfreiheit herrscht und nicht ein Familienmodell einseitig gefördert wird oder auch dort, wo die Verfügbarkeit von familiärem Rückhalt gegeben ist (Grosseltern in der Nähe etc.).
Frankreich z.B., das seit Jahren als Vorreiter in der schon sehr frühen Kinderbetreuung gilt, landete in einer UNICEF-Studie in 30 Ländern zum Wohlergehen von Kindern auf dem letzten Platz. Franzosen stehen zudem seit Jahren an der Weltspitze im Verbrauch von Antidepressiva.
In Frankreich werden vielleicht genügend Kinder geboren, die Wahlfreiheit ist jedoch kaum gegeben. Wer als Mutter länger als 3 Monate zuhause bleibt, wird schräg angesehen.

Arbeitszwang statt Wahlfreiheit

In punkto Wahlfreiheit kommt mir auch die Galle hoch, wenn ich höre, wie eine lokale Politikerin im Radio sagt, dass es „im staatlichen Interesse“ sei, dass die Frau arbeiten gehe. Der Staat müsse ihrer Meinung nach Massnahmen ergreifen, damit eine Frau wirtschaftlich eigenständig bleibe, eine Rente aufbauen können etc. Und deshalb müssten Kitas gefördert werden. Und vorbei ist es mit der Wahlfreiheit! Und ich gehe mal stark davon aus, dass die Politikerin von ihrer Aussage die Väter nicht ausnimmt, die zum Teil auch für ihr Recht kämpfen, bei ihrem Kind zu sein. Es hat also gefälligst kein Elternteil Vollzeit zuhause zu bleiben. Ich nehme an Teilzeit wäre noch akzeptabel…

Ich denke nicht, dass es der Staat schaffen wird, eine tatsächliche Wahlfreiheit zu gewährleisten. Leider scheint es zu teuer zu sein, die Familienarbeit als solche anzuerkennen und entsprechend zu honorieren (ganz abgesehen von den Geldern und Vorteilen, die auch Familien erhalten, die ihr Kind fremdbetreuen lassen). Leider ist es so, dass die Gesellschaft es den Familien zusehends schwieriger macht, weniger zu arbeiten. Zu hoch sind die Ansprüche in der Generation „Geiz ist geil“ und „alles haben wollen“ (und da nehme ich uns nicht aus!) Man will ein Haus, zwei Autos und mindestens einmal im Jahr in den Urlaub. Das Kind soll ins Frühenglisch, in die Musikpädagogik, Ski fahren und Tennis spielen. Das alles kostet und muss finanziert werden.

Greift auf private Ressourcen zurück!

Zum Schluss noch ein Wort zu den Familienmodellen. Die Vielfalt ist gross und jede Familie muss für sich selber entscheiden, welches Modell sie wählt. Ich kann jedem nur raten, in den ersten Jahren so wenig wie möglich zu arbeiten (egal welcher Elternteil, im Idealfall teilen sich beide die Erwerbsarbeit nach der Karenz/dem Elternurlaub auf). Und ich kann nur hoffen, dass die Betriebe diesen Wunsch respektieren und darauf eingehen soweit es irgend möglich ist – das gilt insbesondere auch für Väter, die Teilzeit arbeiten möchten, und davon wird es immer mehr geben. Es ist wunderbar, wenn man als Eltern die Möglichkeit hat, auf private Ressourcen zurückzugreifen. Die Grosseltern! Geschwister! Andere Verwandte und Nachbarn. Für die Kindererziehung braucht es ein Dorf. Das ist kein alter Hut. Und selbstverständlich braucht es Kitas, Tagesmütter etc. für all jene, die über kein Dorf verfügen. Aber nutzt auch Euer Netzwerk, in Zeiten der sozialen Medien dürfte dies nicht allzu klein sein! Es gibt ziemlich sicher Eltern in Eurer Nähe, die ebenfalls einen Teil ihrer Zeit zuhause verbringen und froh um Unterstützung sind. Tut Euch zusammen, teilt Euch die Betreuungsarbeit auf. Wir haben so ein wenig eine Mentalität des „Allein-Durchwurstelns“ hier. Das muss nicht sein. Freundet Euch mit den Nachbarn an, schaut, wo es Synergien gibt. Vielleicht wird gerne mal kurz auf’s Kind geschaut wenn ihr mal den Einkauf mitübernimmt.
In Vaduz gibt es den Coworking-Space – ideal für freischaffende Eltern und ganz sicher könnt Ihr hier auch mal für kurze Zeit die Kinder mitnehmen. Oder teilt Euch eine „Nanny“, die bei einem von Euch auf die Kinder schaut. Seid kreativ! Die naheliegendste Lösung ist nicht immer die beste (und günstigste).

Wie auch immer… das Thema „Vereinbarkeit“ bzw. „Wahlfreiheit“ wird wohl auch in Zukunft keine für alle zufriedenstellende Lösung finden. Es bewegt sich zwar was, aber im Schritttempo. Dies gilt für die Politik und umso mehr für die Wirtschaft.

 

 

 

Gewinnspiel/Produktvorstellung: Liechtenkind – Naturseifen aus Liechtenstein

Ich bin ja ein ziemlicher Fan von Dingen, die aus meiner Heimat stammen und ein gewisses Flair haben. Damit meine ich nicht geschmacklose Souvenirs, sondern innovative Produkte, die hier hergestellt werden u/o z.B. aus Zutaten von hier bestehen. Und mittlerweile gibt es da so einiges. Wir haben hier z.B. verschiedene Kinderbücher, die in Liechtenstein entstanden sind, zum Teil auch im Dialekt verfasst. Vielleicht gerade weil wir seit 2 Jahren über der Grenze in der Schweiz leben, ist es mir wichtig, unsere Kultur trotzdem an die Kinder weiterzugeben.

liechtensteiner-naturseifeVor einiger Zeit durfte ich für diesen Blog im Lädeli von „Liechtenkind“ vorbeischauen, das von Nelly Kind-Häusler gegründet wurde. Sie vertreibt handgemachte Naturseifen mit Zutaten aus Liechtenstein und schönem Bezug zum Land. So gibt es da z.B. die Malbuner Hüttenzauber Seife, die Pföh-Seife, Seife aus Liechtensteiner Bier oder schlicht die Liechtensteiner Seife in den Landesfarben mit goldener Krönchen-Prägung.
Ihre Partnerin Ivonne Walter ist verantwortlich für die tollen Designs und Verpackungen, die das Produkt erst zu einem unschlagbaren Ganzen machen.

Ich durfte nicht nur an den Seifen riechen, sondern bekam auch welche zum Ausprobieren mit nach Hause. Sie duften wirklich gut und man spürt einen deutlichen Unterschied zu der Flüssigseife, die ich sonst nutze. Die roch daneben nur noch künstlich und viel zu süss. Meine Favoriten sind die Rosen- und die Milch&Honig-Seife. Beide riechen wirklich wunderbar. Auch die Maus, eine leidenschaftliche Händewäscherin (keine Ahnung, woher sie das hat :D), liebt die Seifen.
Wer den Seifenduft gerne präsenter hätte, für den gibt es von Liechtenkind ein Reste-Säckchen parat, das man z.B. in die Kleiderschublade legen kann.

Eine Auswahl der Naturseifen von Liechtenkind

Eine Auswahl der Naturseifen von Liechtenkind

Jede Seife von Liechtenkind ist ein Unikat, von Hand hergestellt von einem Profi in Süd-Deutschland aber mit Zutaten aus Liechtenstein und der Region. Die Seifen sind frei von künstlichen Tensiden, Glycerin, Parabenen und anderen künstlichen Stoffen. Dank einem „Fettüberschuss“ pflegen die Seifen nachhaltig. Verwendet werden nur Öle mit Lebensmittelqualität, bei immer mehr Seifen wird auf Palmöl verzichtet zugunsten von nährendem Olivenöl. Die Rezepte sind staatlich geprüft und zertifiziert. Neben den Handseifen sind auch Duschseifen, Bademuffins und weiteres Zubehör erhältlich.

Wenn man mit Nelly Kind-Häusler über ihr „Liechtenkind“ spricht, merkt man, mit wie viel Herzblut die Unternehmerin dabei ist und wie wichtig es ihr ist, ein nachhaltiges Produkt anzubieten, das höchsten Qualitätsansprüchen genügt. So publiziert sie z.B. die vollständige Inhaltsliste obwohl das gesetzlich nicht in diesem Umfang vorgeschrieben ist.

Spannend finde ich auch das b2b-Angebot. D.h. sie stellt auf Wunsch auch ganz individuelle Seifen für Unternehmen her, z.B. als Geschenk an Kunden oder Mitarbeiter, Partner oder für Events – inkl. persönlichem Logo. Ein viel wertigeres Firmengeschenk als z.B. ein Kugelschreiber oder ein Käppi…

Man darf übrigens gespannt sein, was für Ideen Nelly Kind-Häusler und Ivonne Walter noch haben 😉 Damit auch Ihr die tollen Naturseifen ausprobieren könnt, darf ich unter den Lesern eine Seife verlosen. Aussuchen dürft Ihr sie selber und zwar direkt bei Liechtenkind in Gamprin! Mitmachen könnt Ihr wie immer auf Facebook. Viel Glück! 🙂

Eine Ära geht zu Ende – Spitalgeburten in Liechtenstein

Liechtensteinisches Landesspital in Vaduz
(Bildquelle: http://www.volksblatt.li)
Unser Sohn, wenige Stunden nach der Geburt im typischen Holzwägelchen.

Verzeiht, aber mangels Zeit und Zeitungsabo konnte ich nicht so recherchieren wie ich gerne wollte… Deshalb fehlen mir Zahlen, die ich gerne nennen würde… trotzdem möchte ich heute über das unter Liechtensteiner Müttern derzeit heisse (und emotionale) Thema sprechen. Kurz: Das Liechtensteiner Landesspital wird wohl oder übel seine Geburtenabteilung per Ende März schliessen. Weiterlesen