„Wo Liebe ist, ist Familie“

Unser heutiges Familieninterview dreht sich um einen kompletten Mädelshaushalt, nämlich eine Familie mit zwei Mamas. Choeden (37), Désirée (35) und die Töchter Norlha (5.5j) und Sonam (3j) leben in Winterthur. Die liebe Désirée kenne ich aus diversen Facebook-Gruppen da sie, so wie ich, Trageberaterin ist. Ich freue mich sehr, dass sie sich im Rahmen meiner Interview-Serie meinen Fragen stellte 🙂 Weiterlesen

Alpenrose Lermoos – ein Paradies für Kinder (und Eltern)

Zum ersten Mal (von aussen) gesehen haben wir die Alpenrose vor fast 7 Jahren. Damals war unser Grosser gerade im Alter des Mäuschens und wir buchten unseren ersten Urlaub in einem kleinen Babyhotel in Lermoos. Wir sind dort vor allem ganz viel durchs Moor spaziert. Die Alpenrose fiel natürlich gleich auf und vielleicht haben wir uns damals schon überlegt, mal dort Urlaub zu machen wenn „die Kinder“ grösser sind. Wenige Jahre später war eine meiner Kolleginnen dort und berichtete sehr positiv.

Und dieses Jahr kam dann der Moment, an dem wir, mit kleinem Baby, nicht zu weit weg wollten und die Chance erhielten, die Alpenrose für zwei Tage zu testen. Wir buchten gleich eine Woche weil dies unser Sommerurlaub werden sollte.

Hotel Alpenrose Lermoos

Kurz: die Zeit ging sehr schnell um und alle waren etwas betrübt, als es wieder nach Hause gehen sollte. Wir haben für einmal wirklich nicht viel gemacht und ich denke das tat uns allen gut. Ich habe sogar ein ganzes Ebook gelesen 😉

Die Kinder konnten wir zu einem Spaziergang durchs Dorf mit Halt an der Eisdiele, einer kleinen Erlebnis-Wanderung (Moosle’s Forscherpfad) und einem Ausflug zur Burg Ehrenfels mit der Rekord-Hängebrücke motivieren. Eine kleine Wanderung und einen Ausflug nach Garmisch-Partenkirchen, das wir schon 2010 besuchten, unternahmen wir ohne die Grossen, die lieber im betreuten Club im Hotel spielen wollten. Am letzten Tag regnete es, sonst hätten wir mit den Kindern noch einen Wasserwanderweg besucht, aber so blieben wir eben im Hotel, kuschelten gemütlich im Zimmer, machten ein paar Fotos, lasen und die Kinder amüsierten sich prächtig weil genau an dem Tag eine grosse „Roadshow“ im Kinderclub gastierte – mit Neuheiten von Brio, Supersand und einer Menge toller Spiele, die man ausprobieren durfte.

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Das Mäuschen war unser pflegeleichtestes Kind im Urlaub. Wir wurden sogar von einer Vierfachmami angesprochen, wie ruhig die Kleine doch sei… 🙂 Ich schätze mal ihr gefiel die Abwechslung und dass wir viel mehr Zeit für sie hatten. Sie schlief oft in Tuch oder Trage, im Auto oder auch im Bett fand sie neben mir immer gut in den Schlaf, viel besser als zuhause! Während die Kinder in ihren Stockbetten schliefen, schlief das Mäuschen bei uns im Bett. Im Hotelrestaurant gab es dankenswerterweise ein Newborn-Set am Tisch, das war schon mal sehr genial, denn das kennt sie von zuhause und wir konnten so wirklich sehr in Ruhe essen. Wir haben ihr aber auch ganz oft etwas zum Anknabbern in die Hände gegeben und wenn sie zu müde wurde, waren wir meist eh schon fast fertig und ich habe sie getragen oder wir nahmen sie auf den Schoss.

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Gebadet haben wir täglich – für das Mäuschen war es das erste Mal in einem Pool und das dann gleich jeden Tag, aber ich glaube es gefiel ihr ganz gut 😉 Für die Grossen war es natürlich auch toll!
Das Wetter war ganz witzig. Am Morgen meist sonnig, so dass wir uns auf den Ausflügen partielle Sonnenbrände holten, und am späteren Nachmittag begann es jeweils zu regnen, so dass wir uns im warmen Aussenpool den kalten Regen auf den Kopf prasseln lassen konnten – coole Sache! Und abends konnten wir prima bei geöffneter Balkontür schlafen, es kühlte wunderbar ab.

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Und so hatten wir eigentlich einen ziemlich gleichbleibenden Rhythmus mit Frühstück – Spielzeit – Mittagessen – Ausflug – Zvieri – Baden – Abendessen – Bettzeit… Ja, wie man sieht, haben wir vor allem oft und viel gegessen und wie nach jedem Urlaub denke ich, dass ich zuhause sofort mit einer Diät anfange *lach*. Man wird aber auch richtig verwöhnt in so einem Hotel und ich finde, das darf man sich dann ja auch mal gönnen 😉 Immerhin kamen wir ja mit Baby gar nicht wirklich dazu, den Spa zu nutzen und die Sportangebote habe ich leider auch immer verpasst.

Und jetzt stelle ich Euch gerne das Hotel im Detail vor, für alle, die es sich auch als Urlaubsziel vorstellen können 😉 Eins vorweg: man bucht hier wirklich einen Urlaub im Rundum-sorglos-Paket – perfekt also für Familien, die einfach mal an nichts denken müssen und entspannen möchten.

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Zimmer
Wir hatten eine Familiensuite im alten Tiroler Stil. Ich bevorzuge ja eher moderne Zimmer, aber es war ganz gemütlich, wir hatten prima Platz und es fehlte uns an nichts. Gemeinhin ist das Hotel so gut ausgestattet und man kann sich Zubehör wie Nachtlicht, Babyphon etc. ausleihen, so dass eigentlich fast nur Klamotten einpacken muss 😉 Naja, fast… Im Zimmer gab es sogar eine Nespresso-Maschine, zwei Fernseher und natürlich Bademäntel und -schlarpen für alle. Auch Windeleimer, Wickelplatz, Feuchttücher und Duschgel/Shampoo für Kinder und Erwachsene. Da der Nassbereich recht rutschig ist, empfehle ich dafür aber, allen Crocs/Flip Flops einzupacken. Die Zimmerreinigung war tadellos und wurde immer gleich und ganz unbemerkt erledigt, sobald wir das Zimmer für’s Mittagessen verliessen.

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Hotel-Austattung 
Bietet alles, was das Herz begehrt: Restaurant, Innen- und Aussenpool, Piraten-Badewelt, Indoor-Wasser-Rutsche, Spielplatz, grosser Sandkasten, Hüpfburg etc. draussen, Baby- und Miniclub für die Kinderbetreuung, Billard, Flipperkasten etc., Playstation-Zimmer und Teenie-Club für die Grossen, Theater und Turnhalle, Indoor-Golf und -Gokart, grosser Spa-Bereich mit Sauna, Dampfbad & Co. sowie vielseitigem Angebot, Fitness- und Aerobicraum, ebenfalls mit täglichen, geleiteten Sportangeboten, Business-Zimmer, 24h-Tee-/Kaffee-/Getränke-Ecke mit Säuglingsmilch, Mikrowelle und Gläschen-Kost, Hotel-Shop, Wasch- und Bügelraum, Restaurant & Terrasse. Da klickt Ihr Euch aber am besten mal auf die Website um alles zu sehen 😉

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Kulinarik
Reichhaltiges Frühstücksbuffet, immer mit frischen Beeren (yummy), frisch auf Wunsch zubereiteten Omeletts, Rührei etc. und vielem mehr.
Am Mittag gab es ein kleineres Buffet mit Suppe, Salaten und 1-2 Gerichten für Erwachsene sowie für Kinder Gemüse, Pasta und Pommes (gab es immer) und Dessert/Eis am Stiel. Nicht die grösste Auswahl, aber etwas fand sich immer. Im Zweifelsfall nahmen die Kinder Pommes und ein Eis (sind ja Ferien 😉
Am Abend gab es jeweils ein wählbares Vier-Gänge-Menu, das man sich jeweils am Morgen aus einer Auswahl an verschiedenen Gerichten zusammenstellen konnte. Ergänzen zu einem Sechs-Gänger konnte man es jeweils mit Salat und Käse vom Buffet. Die Hauptspeise ist übrigens ziemlich üppig, so dass wir meistens auf Suppe oder Vorspeise verzichtet haben. Es wäre einfach zu viel gewesen. Auch das Kinderbuffet bot abends etwas mehr Auswahl, so gab es meist noch Pizza oder Hot-Dogs, Hühnchen-Sticks o.ä. An drei Abenden gab es ein Vorspeisen- bzw. Dessert-/Eisbuffet Geschmeckt hat alles prima! Grosses Kompliment aber auch an das Personal: wir wurden immer sehr freundlich bedient und unsere Gänge wurden Ruckzuck serviert weil wir mit dem Mäuschen nicht ewig am Tisch sitzen konnten. Wir mussten nie warten! Mit kleinen, (müden) Kindern ist das wirklich Gold wert!
Das Zvieri-Buffet versorgte den kleinen Hunger zwischendurch mit zwei Sorten Kuchen, Fruchtmilch, Obst, Brot, kleinem Gebäck, Wurst, Käse, Eis am Stiel etc. sowie Getränken (alles Selbstbedienung). Hier konnte man sich gemütlich drinnen niederlassen auf Sofas/an Tischen oder sich auf die Terrasse setzen, wo die Kinder spielen konnten.

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Kinderbetreuung
Leider war die Kinderbetreuung im unteren Stock, wo es kaum Tageslicht gab, aber das störte wohl höchstens mich. Die Kinder fühlten sich wohl und es gab hier alles, was sie brauchten, v.a. auch andere Kinder 😉 Es gab einen grossen Kletter-/Rutschbereich mit Bällebad etc., wo sie sich austoben konnten, diverse Spiele, Briobahn, Legos, Puppen und Bastelsachen und natürlich verschiedene Aktivitäten je nach Alter, sowohl im Club als auch in Form von Ausflügen, für die man die Kinder anmelden konnte oder die sie spontan besuchen konnten. Die Betreuer waren auf jeden Fall freundlich und hilfsbereit, es waren aber auch viele… den Baby-Club haben wir nicht genutzt, er war aber separat, hell und freundlich und sicherlich wurden die Babys liebevoll betreut.

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Lermoos und Umgebung
Lermoos ist ein kleines Örtchen mit einem weitläufigen Moor, einer Gondelbahn und vielen Spazier- und Wanderwegen. Im Winter kann man hier auch Ski fahren. Auch im benachbarten Biberwier gibt es Wanderwege. Einen Ausflug wert ist die Burg Ehrenberg mit der weltlängsten Hängebrücke im „Tibet-Stil“, die wir besucht haben. Der Weg zur Burg geht durch einen Wald und ist relativ steil. Für unsere Kinder war es machbar, ich empfehle aber, Babys/kleine Kinder zu tragen (mit dem Buggy ist es mühsam und man kommt damit nicht auf die Burg). Im Hotel waren noch mehr Ausflugsziele ausgehängt, jeweils gut beschrieben, auch mit Distanz etc. Ich schätze, dass man sich damit gut eine Woche beschäftigen kann wenn man nicht nur im Hotel bleiben will.

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Fazit
Die Alpenrose ist ein beliebtes und auch mehrfach ausgezeichnetes Familienhotel mit viel Tiroler Charme. Die Umgebung bietet zwar nicht so viel wie Serfaus-Fiss-Ladis, eine andere Region im Tirol, in der wir schon oft und gerne Urlaub gemacht haben, dennoch kann man einiges unternehmen, wenn man denn will… denn das Hotel ist top ausgestattet und bietet ein vielseitiges Freizeitangebot für Gross & Klein – Langeweile kommt hier sicher nicht auf 😉 Somit können wir das Hotel wirklich uneingeschränkt weiterempfehlen für Euren nächsten Familienurlaub 😉
Ich hoffe, unsere Fotos & unser Bericht haben Euch gefallen und einen guten Einblick in unseren Urlaub in Lermoos verschafft. Nicht immer war die Kamera dabei, schliesslich wollten wir ganz oft auch einfach nur geniessen, aber wer uns auf Instagram und Facebook folgt, konnte dort bereits auf den Handybildern, die ich dort täglich gepostet habe, einige Ferienmomente miterleben 😉

Wir bedanken uns herzlich für die Testmöglichkeit! 🙂

Homeoffice: Chaos vorprogrammiert #blogparade

Melanie vom Blog „glücklich scheitern“ rief zur #Blogparade auf und da ich eh irgendwann mal darüber schreiben wollte, nutze ich die Gunst der Stunde, dies jetzt zu tun. 

Eins vorweg: es gibt Homeoffice und es gibt Homeoffice mit Kindern. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe und während ersteres sicher eine tolle Möglichkeit ist, sich den Arbeitsweg zu sparen u/o sich für Projekte, die viel Konzentration erfordern, mal zurück zu ziehen ist zweiteres ein Widerspruch in sich selbst. Zumindest mit kleinen Kindern, die zuhause betreut werden. Homeoffice per se ist eine Herausforderung. Weil, man ist ja zuhause, lässt sich erst mal gemütlich einen Kaffee raus, legt die Beine hoch, sortiert die Post und vielleicht wird man eben doch von diesem oder jenem abgelenkt. Disziplin braucht es, um sich wirklich hinzusetzen und loszulegen, ohne Facebook zu öffnen oder private Mails zu lesen. Aber gut, wer’s öfter macht, wird das beherrschen 😉

Homeoffice mit/neben/bei den Kindern… für mich eine Illusion, und dennoch Realität. Es soll ja Leute geben, die kommen problemlos ihr Zeug abzuarbeiten während zwei Kleinkinder um sie rumwuseln. Ja, hab‘ ich schon so gehört! Nun gut, vielleicht waren iPads im Spiel. Oder Valium. Vielleicht beides!? Nein, Spass beiseite. Aber so gut sich manche Kinder auch beschäftigen mögen, irgendwas ist doch immer, nicht? Mal muss eins auf’s Klo, mal wird nach Znüni verlangt, es gibt Streit, oder Hilfe beim Puzzeln wird benötigt, irgendwas halt… konzentriert arbeiten und an was dranbleiben? Mööp! 

Ich hatte ja das Glück, nach der Geburt des Grossen tatsächlich als Freischaffende vor allem von Zuhause aus arbeiten zu können. Dennoch habe ich die Kinder ab 8 Monaten bei der Tagesmutter bzw. in der Kita eingewöhnt (für zwei halbe Tage jeweils und die Schwiegermutter schaute zusätzlich noch einen halben Tag), weil ich auch mal für ein Interview unterwegs sein musste. Mit zunehmendem Alter konnte ich auch mal arbeiten, wenn die Grossen in Ruhe spielten. Oder ihre TV-Stunde hatten. Es war mir wichtig, nicht ständig am PC zu hängen, sie sollen die Mama auch ohne dieses Gerät kennen.
Und als die Maus in den Kindergarten kam, hatte ich alle Vormittage frei. Irgendwie nutzte ich das auch und lachte mir entsprechend mehr Arbeit an. Arbeit, die ich jetzt wieder irgendwo einschränken muss weil das Mäuschen da ist. Direkt nach der Geburt schlief sie auch mal 4 Stunden am Stück tagsüber so dass ich die Zeit nutzen konnte. Freischaffende/Selbstständige haben keine Karenzzeit und so habe ich gleich wieder Aufträge angenommen.
Jetzt sind es noch 30 Minuten, die sie am Stück schläft. Das reicht, um anzufangen, mehr aber auch nicht. Weil die sozialen Medien auch zur Arbeit gehören, werde ich halt doch auch oft vom Newsfeed abgelenkt, zwischendurch ploppt eine Mail rein, kurz: ich schaffe es nicht annähernd, an etwas dran zu bleiben und vergesse darüber auch ständig, was ich grad wollte weil mein PC eben nicht nur Arbeits-, sondern auch Kommunikationsinstrument ist – sehr doof. Oft sammelt sich also alles bis 21.30 Uhr, wenn das Mäuschen endlich schläft und dann kann man sich ja so ungefähr vorstellen, wie leistungsfähig mein Mama-Hirn noch ist. Ja, möööp!

Der Plan wäre, dass auch das Mäuschen nach den Sommerferien in der örtlichen Kita eingewöhnt wird an zwei Vormittagen. Ich lasse mir da aber Zeit und evtl. verschiebe ich es auch noch 1-2 Monate, sollte ich sehen, dass es nicht klappt. Oder ich fahre wenn nötig zwischendurch zum Stillen hin, wobei ich denke, dass die wenigen Stunden mit davor und danach Stillen auch zu Überbrücken sind. Dennoch bin ich dankbar, nicht unter Druck zu stehen und mir mit der Eingewöhnung Zeit lassen zu können weil ich nicht an Stichtag XY in irgendeinem Büro aufkreuzen muss.

Organisation ist alles?

So, das klingt jetzt alles sehr chaotisch und ist es auch, und es klappt deshalb momentan auch nur mässig (wird auch wieder anders 😉
Ich denke, es hängt halt auch davon ab, was man arbeitet. Da ich v.a. für Monats-Blätter arbeite und der Rest halbprivater Natur ist, wo ich es mir doch recht gut selber einteilen kann, komme ich mit Deadlines gut klar. Auch ein krankes Kind ist kein Thema. Wenn alle Stricke reissen, gibt es am Abend oder am Wochenende immer irgendeine Zeit-Insel. Nur die Qualität leidet offenbar manchmal darunter, weshalb ich letztens vom Korrektorat einen Rüffel bekam :-O

Was mir hilft und was ich selber noch (mehr) durchsetzen möchte:

  • To-Do-Listen, regelmässig aktualisiert, mit Deadlines/Zeitplänen
  • nicht ständig online sein, denn es müssen nicht immer alle Mails subito bearbeitet werden
  • Eine stets greifbare Kiste, in der ich meine Unterlagen sammle
  • Nicht jede Zeitlücke mit Arbeit füllen

Denn gerade der letzte Punkt ist oft ein Problem. Während Angestellte die Arbeit mit dem Verlassen des Büros hinter sich lassen, sind Selbständige nahezu 24h lang „alert„. Gerade wenn man eben als Elternteil von zuhause aus dann arbeitet, wenn es die Zeit (und die Kinder) zulassen, kennt man das Wort „Feierabend“ nicht. Da wird eine Mail um 21 Uhr noch beantwortet, am Wochenende noch ein Interview zum Gegenlesen verschickt. Klar, das muss so, aber man sollte sich auch mal bewusst für eine Weile ausklinken und etwas für sich machen, wenn die Kinder schlafen. Bei mir ist das der obligatorische Serienabend am Montag und das ist natürlich zu wenig. Zudem Sport, aber da dieser im Moment immer mit organisatorischem Aufwand verbunden ist, ist es eher Stress als Entspannung…

Was ich anderen noch raten kann (ich aber nicht nutze weil’s nicht geht)

  • Nutzt Apps und Tools, Online-Kalender, -Listen mit Erinnerungsfunktion etc. Ich bin da eher der Papiertyp und brauche alle schriftlich, aber viele schwören auf solche
  • Wenn Ihr das Budget habt: engagiert eine Haushaltshilfe damit ihr während der arbeitsfreien Zeit auch mal entspannen könnt und nicht noch der Druck des Haushalts auf Euch liegt.
  • Ordert Einkäufe regelmässig online, das erspart Euch die Fahrt, die Zeit, die Schlepperei und das Gedränge im Laden…
  • Wenn Ihr den Platz habt: richtet Euch ein eigenes Büro ein. So habt Ihr mit Sicherheit kein unaufgeräumtes Spielzeug oder Wäscheberge im Blickfeld 😉
  • Wenn Ihr eine Kinderbetreuung habt: stellt Euch z.B. den Wecker auf 10 Minuten vor der Abholzeit und macht in diesen 10 Minuten keine Arbeit mehr, sondern trinkt in Ruhe noch einen Kaffee, lest die Zeitung o.ä.
  • Wenn Ihr den Papa/die Grosseltern etc. einspannen könnt: nehmt Euch einen Tag alle 1-2 Monate richtig frei und schaltet den PC gar nicht erst an.

Und wie funktioniert es bei Euch? 🙂 

Titelfoto stammt aus meinem sehr tollen Jahresplaner 🙂 

3-Wochen-Update / Geschwisterbande

3 Wochen alt ist die Baby-Maus nun schon und weil ich gebeten wurde, mal zu erzählen wie es den Grossen mit der Kleinen geht, werde ich das heute gerne ein wenig ausführlicher tun. Die Fakten zum Wochenupdate folgen dann weiter unten…

Irgendwie war ich auf Vieles gefasst, aber dennoch optimistisch. Es ist so, dass der Grosse damals nach der Ankunft der Maus extreme Mühe hatte. Man merkte ihm an, dass seine Welt aus den Fugen geriet. Nächtelang konnte er nicht alleine sein und mein Mann blieb jeweils die ganze Nacht bei ihm im Zimmer auf einer Matratze neben seinem Bett und hielt Kontakt. Das war v.a. für den Mann sehr anstrengend, denn ab 20 Uhr war er in diesem Zimmer und konnte selber kaum schlafen denn der Grosse war extrem unruhig und weinerlich. Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er damals für den Grossen da war. Irgendwann wurde es besser… die beiden sind heute mal sehr lieb und friedlich miteinander, mal wie Hund und Katz… normal halt… wobei man dem Grösseren schon noch anmerkt, dass er mal vom Thron gestossen wurde. Er teilt sehr ungerne, er gönnt der Schwester kein Krümelchen mehr als ihm, es wird alles immer genauestens abgewogen.
Nun aber zur aktuellen Situation. Die Grossen sind nun wirklich schon gross und konnten natürlich die ganze Schwangerschaft über „vorbereitet“ werden bzw. für sie war es schon greifbarer als damals für einen noch nicht mal 2-Jährigen, was hier „geschieht“. Sie begannen dann, als wir ihnen sagten, dass das Baby bald zur Welt kommen würde, nervös zu werden, unruhig. Die Maus hatte sogar ein wenig Angst, einzuschlafen weil sie fürchtete, dass wir mitten in der Nacht ins Spital fahren und sie alleine lassen würden.
Als sie mich dann am Mittag nach der Geburt abholten, war die Freude über das Baby aber gross und beide sehr lieb zu ihr. Das ist bis heute so geblieben. Der Grosse sagt, er sei dankbar und froh, dass wir ein gesundes Baby bekommen haben, die Maus kommt sehr oft zu ihr um sie zu streicheln, hallo zu sagen, ihr den Nuggi zu geben, beim Stillen zu „helfen“… der Grosse auch ab und zu aber deutlich weniger. Ich denke, Mädchen haben da von Natur aus mehr Interesse 😉
Ansonsten merkt man natürlich, dass ich weniger Zeit und Hände für sie habe, sie mehr selber machen müssen, mehr sich alleine beschäftigen. Für den Grossen ist das weniger ein Thema, er zieht sich stundenlang mit seiner Lieblings-CD ins Zimmer zurück und tüftelt mit seinen Lego. Die Maus kommt aber sehr oft und sagt: „mir ist langweilig“ oder „niemand spielt mit mir“. Eine Zeit lang liess sie sich vom Grossen in ein Lego-Spiel involvieren aber mittlerweile sagt sie, dass sie das nicht mehr mag. Es interessiert sie halt nicht wirklich. Wenn sie sich selber beschäftigt, dann mit Malen, Ausschneiden, den Büchern mit dem Stift; manchmal hilft sie im Haushalt, knetet, macht Rollenspiele. Die Gspänli fehlen bisweilen beiden. Ich bin derzeit nicht mobil und es ist heutzutage auch immer schwieriger, etwas auszumachen. Wenig spontan, da viele ein straffes Wochenprogramm haben und wenig Zeit. Oder zu weit weg sind… oder, oder, oder… ich hoffe, dass das bessert wenn sich bei wärmerem Wetter das Leben wieder automatisch mehr nach draussen verlagert.

Familienbett, partielle Weiterführung
Da ich nach der Geburt „ausgezogen“ bin ins Mauszimmer, allein mit dem Baby, schlafen die Grossen nun alleine mit dem Papa im Familienbett. Und dort merkt man wohl am meisten, dass eine Veränderung stattgefunden hat. Mein Mann muss oft in die Mitte liegen und berichtete dennoch über unruhige Nächte und Kinder, die „fast in ihn hineingekrochen“ seien, die sich viel bewegten im Schlaf. Ich schätze, dass sie so das Neue in ihrem Leben verarbeiten.

Nun bin ich gespannt, wie die beiden reagieren sobald die Baby-Maus mobil wird und etwas „mitmischen“ kann bzw. wenn die Grosse mit der Kleinen mehr „anfangen“ kann, mit ihr „spielen“ im weitesten Sinne… ich bin froh, dass die verschluckbaren Kleinteile (Lego!) alle in den Zimmern der Grossen sind, so dass die Baby-Maus unten gefahrlos herumkrabbeln kann. Aber noch dauert es bis es soweit ist 😉

Auf jeden Fall war es gut, dass die Kleine mit einem grösseren Abstand zur Welt kam. Für mich wäre es kaum vorstellbar, drei kleine Kinder zu managen und ich denke auch die Eifersucht hält sich so wirklich sehr in Massen, auch wenn ich nichts verschreien will, das kann sich ja wieder ändern… aber ich hoffe nicht… das einzige „Problem“ wird sein, dass die Kleine nicht ewig Gspänli haben wird. Die Grossen werden in 3-4 Jahren wahrscheinlich kaum mehr Interesse daran haben, mit einem Kleinkind zu spielen bzw. sie werden dann mit Schule und Freizeit recht eingespannt sein. Aber das lassen wir alles langsam auf uns zukommen…

Baby-Maus-Update
Die Hebamme kam letzte Woche zum letzten Mal und wog die Kleine. Sie hatte zugenommen, nicht wahnsinnig viel, aber es war wohl zufriedenstellend. Viel Schoppen hatte ich nie geben müssen und mittlerweile versuchen wir es ohne und es klappt ganz gut, wobei ich dann doch froh bin, wenn ich zum Termin für den Hüftultraschall beim Kinderarzt dann vielleicht nochmals ein Gewichts-Update bekomme. Die Sicherheit, dass sie genug erwischt, habe ich nicht zu 100 Prozent, aber sie hat nasse Windeln bzw. pieselt ins Töpfchen, sie schläft recht gut und auch mal länger (leider nur tagsüber, nachts erwacht sie im 2-3h-Takt).
Stilltechnisch möchte ich das Hütchen auf der linken Seite irgendwann los werden. Mittlerweile kommt hier mehr Milch, wenn auch nicht so viel wie rechts. Und wenn ich sie nicht in der Wiegehaltung stille, geht es auch mal ohne Hütchen aber leider schmerzt es an dieser Seite wieder etwas, obwohl keine Verletzung oder so erkennbar ist. Ich hoffe das geht wieder weg…
Der Wochenfluss ist praktisch versiegt, die Naht stört mich kaum. Der Rücken macht das viele Tragen noch nicht so gut mit, aber ich denke das kommt mit dem „Üben“. Heulen muss ich derzeit nicht mehr viel, Gott sei Dank, und tagsüber lege ich mich nun nicht mehr krankhaft hin, mein Körper scheint sich also an das Schlafmanko gewöhnt zu haben. Naja, fast… tagsüber habe ich schon mal eine Krise und denke, ich müsse jetzt sofort schlafen, aber das überwinde ich meistens auch… Allerdings gehe ich mit der Maus ins Bett, auch wenn es erst 19.30 Uhr ist. Sehr zum Leidwesen meines Mannes, aber ich schlafe meist schnell ein und brauche es wohl, ansonsten könnte ich vielleicht auch wach bleiben bis zum nächsten Stillen. Ich nehme es, wie es kommt, die Kleine ist ja noch jung und sobald sich der Nachtschlaf gut eingependelt hat, kann ich auch mal versuchen, länger unten zu bleiben…

Die Baby-Maus ist nun auch, wie damals die Grossen mit Eingewöhnung ab Mitte August (7 Monate ist sie dann) an zwei Vormittagen die Kita im Ort besuchen. Die Kita habe ich durch die Grossen und die Maus, die heute noch gerne hingehen würde, als sehr gut geführt empfunden, die Betreuerinnen als herzlich und das Angebot vielseitig. Die Maus hatte zwar ihre Phasen, in denen sie nicht gerne hin ging, aber im letzten Jahr vor dem Kindergarten wäre sie am liebsten täglich hin. Was mich aber am meisten überzeugt hat, war, dass man auf alle meine noch so extrigen Wünsche einging. Mittagsschlaf war lange ein Thema, so durfte ich sie später bringen als üblich, man liess mich, wenn sie nicht bleiben wollte, mit ihr reinkommen und ein wenig bleiben bis es ging, obwohl das nicht gang und gäbe ist, etc. Wir liessen uns auch für die Eingewöhnung genug Zeit. Deshalb weiss ich, dass auch die Baby-Maus dort gut aufgehoben sein wird und ich habe dann zwei Vormittage um Trageberatungen auszumachen, zu arbeiten oder sonstige Termine wahrzunehmen. Das war mir wichtig…

Und nun kommt gut durch die Woche! 🙂

Initiative „Familie & Beruf“… und mehr…

Da die oben genannte Initiative der Wirtschaftskammer Liechtenstein hohe Wellen schlägt und ich mich auch aktiv an den Diskussionen auf Facebook beteiligt habe, wollte ich mich nun auch hier noch mal kurz äussern…
Ich will eigentlich die Initiative an sich gar nicht gross beurteilen. Die einen stehen dahinter, die anderen finden sie nicht ganz durchdacht etc. Und die Diskussionen drehten sich auch weniger um Sinn oder Unsinn der Initiative, sondern um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf per se, und dass mit der Initiative halt nur einseitig etwas verändert und gefördert wird… wie auch immer. Mich stört persönlich vor allem das:

„Die Initianten ersuchen die Stimmbürger mit JA zu stimmen. Damit Schwangerschaft keine Krankheit mehr ist.“

Sorry, aber was soll der Mist? Wer hat sich diesen doofen Slogan ausgedacht!? Die Formulierung ist einfach total ungeschickt. Ich verstehe schon, was damit gesagt werden will: das Krankentaggeld, das Mütter nach der Geburt für die Zeit der Karenz erhielten, soll in Zukunft nicht mehr von den Krankenkassen gezahlt werden, sondern von der FAK (Familienausgleichskasse). Ja, von mir aus gut und umbenennen könnt Ihr es dann ja gleich auch als das was es ist, nämlich z.B. Karenzgeld. Leider zweifelte niemand die 20 Wochen an, während dessen eine Mutter dieses Geld erhält bevor sie wieder zurück an den Arbeitsplatz kehren sollte. Wäre ja schön, hätten sie diese Zeit in der Initiative grad noch ein wenig verlängert. Aber dafür, so mag man mir nun entgegen, besteht ja immer noch die Möglichkeit, 3 Monate unbezahlten Elternurlaub anzuhängen, sofern der Arbeitgeber da mitspielt (und das tun wahrscheinlich nicht alle). Und schön und gut, aber leisten können sich das wohl nicht alle… aber was ich eigentlich sagen will: meine lieben Initianten: Schwangerschaft ist auch jetzt keine Krankheit! Und nur weil die Krankenkasse dieses Taggeld bezahlt haben, heisst das nicht, dass Schwangere als krank eingestuft wurden. Wurde ja auch kaum eine krank geschrieben, sofern sie eine komplikationslose Schwangerschaft hatte. Und: das Krankentaggeld wird ja erst nach der Schwangerschaft ausbezahlt, also wie zum Geier kommt man auf so einen Slogan bzw. ein Scheinargument!? Schreibt doch in Zukunft bitte „damit die Krankenkasse entlastet wird“ oder was auch immer. Oder habe ich jetzt irgend etwas falsch verstanden!? Sorry, aber ich habe Journalismus studiert. Sprache und Worte sind mein Beruf und meine Berufung, also nehme ich halt gerne alles wörtlich und korrigiere zum Leidwesen mancher halt auch schnell mal ein Formulierung (mein Mann nennt das den „Klugsch…“-Modus und er hasst ihn, nur so nebenbei). Das heisst übrigens nicht, dass ich vor Fehlern gefeit bin… wer einen findet, darf ihn behalten 😉 Also das war jetzt so mein Senf zu einem für mich wirklich störenden, wenn auch nur kleinen Aspekt dieser Initiative, man möge es mir verzeihen 😉

Nun aber zu den Diskussionen auf Facebook. Ihr kennt alle meine Meinung zum Thema. Ich habe sie mehrfach geäussert… alle sprechen ja gerne von der Vereinbarkeit von Familie & Beruf. Ich kann dazu nur sagen, vereinbar ist es nicht. Man kann als Elternpaar nicht arbeiten und die Kinder betreuen. Etwas muss outgesourct werden. In der Regel natürlich die Kinder. Derweil bleibt der Haushalt liegen, nach der Arbeit kommt man erschöpft nach Hause, hat vlt noch rasch auf dem Weg eingekauft oder aber auch nicht, die Kinder haben Hunger, vereinnahmen die Eltern, die würden aber vlt gerne noch zum Sport oder sich mal in Ruhe hinsetzen. Es ist Stress! Für die einen weniger, für die anderen mehr, denn jeder organisiert sich anders. Wer die Betreuung schon im Haus hat, kann sich das Herumfahren und Wecken der Kinder am Morgen sparen, wer nur Teilzeit arbeitet, hat am Nachmittag noch genügend Zeit, um herunterzufahren um mit dem Kind zu spielen. Aber es gibt eben auch solche, die alles zusammen nur schwer auf die Reihe kriegen. Deshalb finde ich auch den von den Initianten genannten Vorteil, dass die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert werde“, einen ziemlichen Humbug.
Was ich auf jeden Fall nicht hören will, egal von wem, ist, sinngemäss: „Ah, Du hast studiert und bleibst zuhause. Das kostet mich und den Staat jetzt aber ganz schön viel!“ Oder, meist noch von Kinderlosen: „Sorry, aber nutzt Du der Wirtschaft irgendwas, wenn Du zuhause bleibst?“ Da könnte ich echt die Wände hoch gehen! Glaube nicht, dass ich das noch weiter ausführen oder kommentieren muss…
Ich habe auch keine Patentlösung für die ganze Thematik und ich kann auch kein anderes Land als Paradebeispiel heranziehen… denn in keinem scheint die Wahlfreiheit wahnsinnig gross, ausser vielleicht in DE oder AT, wo es dann aber wieder heisst, schön und gut, dafür sind die Steuern hoch und der Staat knapp bei Kasse… und dennoch bin ich dafür, dass einem Elternpaar zumindest im ersten Lebensjahr ihres Kindes, idealerweise noch etwas länger, eine reelle Wahlfreiheit gelassen wird. Ich bin für:

  • ein Betreuungsgeld, das die Eltern wahlweise für sich selber oder für eine externe Betreuung (Kita, Tagesmutter, Nanny, Leihoma etc.) beanspruchen können. Ob dieses Geld lohnabhängig ausbezahlt wird? Würde wohl Sinn machen… auf jeden Fall lässt es eine Wahl. Es sollte hoch genug sein, damit die Eltern sagen können, doch, das reicht mir, um noch eine Weile (länger) zuhause zu bleiben. Wird es lohnabhängig bezahlt, wäre dies natürlich umso mehr der Fall…
  • eine längere Karenzzeit (mindestens 24 Wochen plus die schon bestehende Möglichkeit, unbezahlten Elternurlaub anzuhängen, was mit einem Betreuungsgeld dann ja gar nicht mehr unbezahlt wäre.
  • Vaterschaftsurlaub. Die Unternehmen sind da bis jetzt frei. Manche gewähren dem frisch gebackenen Vater einen freien Tag (einen! Lächerlich!), andere sind kulanter und gewähren bis zu 2 Wochen (vorbildlich, aber immer noch etwas zu wenig). Die meisten Väter nehmen selbstredend 2-3 Wochen Urlaub, mehr liegt bei 4-5 Wochen Jahresurlaub verständlicherweise nicht drin. Die Schweiz verlangt in einer Initiative aktuell 20 Tage. Das klingt doch mal vernünftig. Für die Bindung zum Kind und Unterstützung der Mutter im Wochenbett sowie allfälligen Geschwisterkinden von unschätzbarem Wert! Das muss einfach machbar sein!
  • Teilzeit- und Heimarbeit sollte einfach mehr unterstützt und gefördert werden. Klar, ein Verkäufer oder eine Krankenschwester kann nicht von zuhause aus arbeiten. Aber es gibt genügend Berufe, in denen dies zumindest einen Teil der Zeit möglich sein sollte. Warum es nicht gemacht wird? Keine Ahnung… mangelndes Vertrauen? Fehlende Kontrolle? Weil man es zu wenig kennt. Aber wenn es keiner je versucht, wird’s auch nix. Da reden alle von mehr Mobilität, flexiblen Lösungen, smarteren Büros. Es wäre mal an der Zeit, das auch umzusetzen. Die Vorteile liegen auf der Hand, nicht nur für den Arbeitnehmer, der zuhause bisweilen störungsfrei viel produktiver ist, sondern auch weil er sich so z.B. einmal in der Woche den Arbeitsweg spart, damit Zeit und der Verkehr ist auch entlastet. Erreichbar ist man heute ja trotzdem immer und überall, ich sehe da also wirklich kein Problem.
    Teilzeit: diese Mitarbeiter sind einfach produktiver. Und auch hier existieren die Barrieren wahrscheinlich mehrheitlich im Kopf…

Warum mein Mann der wahre Held hier ist… 
Schon vor der Geburt unserer Kinder haben wir ausgemacht, dass ich zuhause bleiben werde bzw. nur eine geringe Stundenzahl arbeiten, ansonsten aber auf die Kinder schauen. So ungefähr das „klassische Rollenmodell“ wie es oft genannt wird. Das ist nun seit über 6 Jahren so und funktioniert mehr oder weniger gut. Am Anfang, nach der Geburt, war es nicht einfach, den ganzen Tag allein zu sein mit dem Baby. Alles war neu und schwierig für mich und abends hatte ich oft den Impuls, das Baby dem heimkehrenden Mann noch in der Tür in die Arme zu drücken. Ein Vaterschaftsurlaub oder temporäre Teilzeit- oder Heimarbeit für den Mann wären mir hier sehr gelegen gekommen. Beim 2. Kind war es schon kein grosses Thema mehr. Es gab genug Herausforderungen, aber ich kam rasch selber gut klar. Und einsam fühlte ich mich nicht mehr. Da war ja schon ein Kleinkind, mit dem ich mich unterhalten konnte 😉
Dadurch, dass wir beide Kinder ab ca. 8 Monaten für zwei Vormittage bei Tagesmutter/Kita eingewöhnen konnten und auch die Schwiegermutter verfügbar war, hatte ich auch Zeit zum Arbeiten, Verschnaufen, zum Friseur oder Sport zu gehen etc. Ich kam ja abends nie raus, wollte das auch lange nicht und es passte so. Als Freischaffende konnte ich mir die Arbeit immer selber einteilen und zur Not auch mal abends noch an den PC. Perfekt! Die Kleinkindjahre waren anstrengend, ich hatte nie das Gefühl, weniger zu leisten als mein Mann, wenn halt auch anders… auch er war froh, dass er arbeiten konnte und sich nicht mit Trotzphasen herumschlagen und viel Zeit auf Spielplätzen unter anderen Müttern verbringen musste 😉 Eine Win-win-Situation. Aktuell erlebe ich den Job meines Mannes als sehr herausfordernd. Er arbeitet wirklich viel, hat oft auch Abendtermine. Und wenn er dann heim kommt, erlebt er auch die ganze Abendfrustration der Kinder (müde, hungrig, nicht-schlafwillig, den Papa volllabern mit allen Neuigkeiten… ihr kennt das 😉 Für private Unternehmungen bleibt ihm da kaum Zeit. Zudem fehlt die nötige Energie und da unsere Kinder eher Eulen als Lärchen sind, will er wenigstens abends für sie da sein. Obwohl ich es schon als grosse Qualität für unsere Familie ansehe, dass er mittags eine halbe Stunde mit uns verbringen kann. Die Kinder erzählen dann ihre ganzen Erlebnisse aus Schule und Kindergarten (abends haben sie das meist wieder vergessen 😉 und wir können uns alle austauschen. Dafür bin ich wirklich dankbar.
Ohne den unermüdlichen Einsatz und den Verdienst meines Mannes, würde diese Familie nicht funktionieren. Auch wenn ich mir Mühe gebe, ihn zu entlasten, so gelingt mir das leider nicht immer zu meiner Zufriedenheit. Diskussionen und Reibereien gibt es immer mal wieder. Das gehört halt auch dazu. Es zeigt mir aber auch, dass Beruf und Familie nicht vereinbar sind, für meinen Mann ist es mit Sicherheit nicht immer einfach, es ist ein Kampf an allen Fronten und es gibt immer etwas, das zu kurz kommt… Dass ich zuhause sein kann, dass ich die Kinder seit Kindergarteneintritt nicht mehr zur Kita bringen muss, ist für mich ein Segen. Nicht, weil die Kita schlecht war, im Gegenteil! Aber gerade mein Grosser ist ein Kind, das am liebsten zuhause ist. Er fühlte sich dort nie so richtig wohl. Auch im Kindergarten gefiel es ihm nicht immer… das hat sich dann aber im 2. Jahr gebessert. Die Maus dagegen wäre am liebsten ganztags in der Kita geblieben und ist nun ein begeistertes Kindergartenmädchen. Wir sparen nun natürlich auch den aufgrund des Verdienstes meines Mannes hohen Betrag, den wir für die Kita zahlen mussten. Dennoch, es war toll, sie zu haben und in den Ferien oder sollte ich sonst wann dringend mal (nach)mittags eine Betreuung brauchen, werden die Kinder dort sehr gut aufgehoben sein. Aber die Logistik ist nun etwas einfacher und das Gefühl ist ein anderes… ich hoffe, Ihr wisst, was ich meine… 😉
Fazit: ich bin glücklich so, wie wir es haben. Ich geniesse es, die Kinder um mich zu haben. Klar, manchmal ist es nervig, aber im Moment ist es wirklich schön (ausser wenn sie quengeln :D). Ich habe das Gefühl, mein Mann hält uns allen den Rücken frei. Ich wünschte mir mehr Freizeit für ihn, z.B., dass er mal früher Feierabend machen (und so harmonischer ankommen weil die Kinder dann noch halbwegs fit sind 😉 und allenfalls Arbeit für den späteren Abend mit nach Hause nehmen könnte, aber ich denke, dass auch ich irgendwann, wenn unser 3. Kind 5, 6 Jahre alt ist, dafür sorgen werde, wieder mehr zu arbeiten. Einen Fuss behalte ich immer drin… wir leisten uns jetzt den Luxus, dass einer von uns mehrheitlich zuhause sein kann, wir verzichten dafür auf Dinge, die sich manche Doppelverdiener leisten können, sei es 2x im Jahr in den Urlaub zu fahren, öfter mal auswärts zu essen, beim Einkauf nicht alles zu hinterfragen und das gute Gefühl, dass der Kontostand nie zu tief sinkt… und da jammere ich auch noch auf hohem Niveau, es gibt sicher mehr Familien, die, obwohl beide Elternteile arbeiten, mit viel weniger auskommen müssen.
Ja, ich bin dankbar. Dankbar, dass wir unseren Weg so leben können, dass ich für die Kinder da sein kann, dass mein Mann uns das alles ermöglicht, dass wir gesund und munter sind und dass wir die WAHL haben. Und das wünschte ich mir eigentlich für alle…

Beitragsbild: Nadine Haltner Fotografie

Märchenhaft entspannend: Das Märchenhotel „Bellevue“ in Braunwald

Familienfreundliche Hotels in der Schweiz – gibt es das? Bevor ich das Märchenhotel kennen lernen durfte, hätte ich wohl vehement mit dem Kopf geschüttelt. Als Familie in der Schweiz urlauben? Vielleicht auf dem Campingplatz im Tessin oder im Reka-Feriendorf. Aber sonst? Nun, man muss gar nicht so weit fahren, um zu entdecken, welch‘ wunderbares Hotel hier schlummert. Um genau zu sein: nur in den Kanton Glarus, auf direktem Weg Richtung Linthal und von dort mit der Standseilbahn ins autofreie Braunwald, ein kleines Feriendorf, 1256 müM.
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Herzlich empfangen werden wir, nachdem ein Elektromobil uns und das Gepäck an der Bergstation abgeholt und vor’s Hotel gefahren hat – ein altehrwürdiges Gebäude aus dem Jahr 1907. Im Eingangsbereich steht ein kleines offenes Glashaus, in dem Hasen und Meerschweinchen im Stroh wohnen. Die Kinder haben es sofort entdeckt und versuchen, die Tiere zu streicheln. An der Reception werden wir schon freundlich mit einem Willkommensgetränk

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„Zaubertrank“ 🙂

begrüsst, die Koffer werden auf’s Zimmer gebracht und auch wir werden wenig später persönlich mit dem Lift nach oben begleitet. Nicht irgendein Lift, sondern ein „Aquariumlift„. Schon kleben die kleinen Nasen und Hände wieder am Glas, dieses mal um die vielen, bunten Zierfische zu entdecken.
Als nächstes staunen wir Eltern: unsere Familien-Suite ist ein Traum! Sehr geräumig, modern (renoviert), und mit einer atemberaubenden Aussicht vom Wintergarten aus auf die imposante Bergwelt. Auch die Kinder springen gleich fröhlich durch das Zimmer, entdecken ihre Betten und fühlen sich gleich wie zuhause.
Da unsere Anreise etwas spät erfolgte, begeben wir uns gleich wieder einen Stock tiefer, wo Patric Vogel heute um 18 Uhr das tägliche Märchen erzählt. Die Kinder nehmen auf Fellen am Boden erwartungsvoll Platz. Die Türen schliessen, die meisten Eltern warten draussen und dürfen derweil schon mal die Tagesweine degustieren und mehr darüber erfahren – das (Wein-)Märchen für die Erwachsenen, sozusagen.

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Weindegustation

Dann dürfen die Kinder in „ihren“ Speisesaal wechseln, wohin wir sie begleiten. Hier gibt es zwei Gerichte zur Wahl, die ihnen an einem kleinen Buffet geschöpft werden, und ein Dessert. Hier beginnt dann auch das Abendprogramm für die Kinder, das täglich wechselt, und eine Hüpfburg. Dies alles natürlich betreut. Da das Hotel klein ist, dürfen sich die Kinder frei bewegen. Im „Märliland“ darf gespielt werden, es gibt ein kleines Kletter- und Bällebadparadies und eine lange Rutsche in den unteren Stock. Wir sind ganz baff, dass unsere Kinder uns nach ihrem Essen gleich wegschicken. Sie würden hier bleiben. Und das am ersten Abend… also machen wir uns auf zum Dinner für die Grossen, bedienen uns am Vorspeisen-Buffet und lassen uns dann die verschiedenen Gänge (auch hier gibt es jeweils eine Auswahl) servieren. Ab und zu kommt eins der Kinder in den Speisesaal weil es auf’s Klo muss oder sonst was zu berichten hat, ansonsten ist alles sehr entspannt. Ganz ungewohnt! 😀 Aber natürlich prima 😉

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So erwacht man gerne… 🙂

Aber irgendwann ist Feierabend, wir zügeln wieder auf’s Zimmer, die Kinder putzen die Zähne über dem kleinen Becken, die Maus klettert ins Elternbett und der Grosse schläft im eigenen Bett ein. Zwar ist die Nacht etwas unruhig (Grosser hat Husten, Maus erwacht auch oft und ich schlafe sowieso in der ersten Nacht auswärts immer schlecht), aber dafür wachen wir mit einem wunderschönen Bergpanorama auf und können die morgendlichen Nebelschwaden beobachten…
Das Frühstücksbuffet bietet für alle etwas und kaum gegessen, sind die Kinder auch schon wieder verschwunden. Wir machen uns keine Sorgen, sie sind wahlweise bei der Fütterung der Geissen draussen oder der Hasen und

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Meerschweinchen oder machen den Spielbereich unsicher… doch wir wollen noch etwas erleben und nehmen uns den Zwerg-Bartli-Erlebnisweg vor, nicht den ganzen, der wäre zu lang, aber eine Teilstrecke davon. Ein Stück fahren wir mit der Seilbahn nach oben und von dort laufen wir dann eine Runde um die verschiedenen Stationen zu entdecken. Das Rindenhüttli mit den Tierspuren und besonders die Edelsteinspalte finden die Kinder sehr spannend. Das Wegstück, das wir liefen, war wirklich schön. Nicht zu steil und sehr grün 🙂 Das Gebiet bietet zahlreiche, verschiedene Wander- und Erlebniswege, einige davon auch kinderwagentauglich. Im Hotel erhält man Broschüren und Karten und findet sich damit gut zurecht, man kann sich aber auch an der Reception beraten lassen, das Personal hilft sehr gern.
Nach unserer kleinen Wanderung durften die Kinder sich noch ein wenig im Hotelgarten austoben, der genügend Spielmöglichkeiten bietet – vom Trampolin über Schaukeln und Sandkasten bis zum Piratenschiff. Für Grössere hat es eine Kletterwand und etliche Fahrzeuge.

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Noch ein Zwerg… im Bademantel 😉

Danach, ich konnte es kaum erwarten, kam für mich der Wohlfühl-Teil: Bademantel an und ab ins Hallenbad, das schön warm ist und auch eine Verbindung zu einem aussen liegenden, kleinen Infinity-Pool mit Sprudelbereich hat. Dort kann man wunderbar entspannen, die frische Luft geniessen und den Blick auf die Bergwelt. Über dem innen liegenden Becken sind Netze gespannt, welche die Kinder zum Klettern und Hangeln über dem Wasser nutzen können. Zudem gibt es eine separate Wasserrutschbahn, die vom Dach in die Halle führt. Für die ganz Kleinen gibt es ein Erlebnisbecken. Es gibt auch eine Kiste mit Spielsachen für’s Wasser und natürlich ein paar Liegen und Stühle damit die Eltern dem Treiben entspannt zusehen können 😉 Nur die Familiensauna haben wir nicht genutzt.
In unserer Suite steckten wir die Kinder dann noch in die Wanne bevor auch dieser Tag mit Märli, einem feinen Essen und der Kinder-Disco abgerundet wurde. In dieser Nacht schliefen alle besser 😉 Am nächsten Morgen mussten wir leider schon wieder die Koffer packen, dies taten wir aber gemütlich und allein, da die Kinder im Hotel mit der Fütterung der Tiere und Spielen beschäftigt waren und eigentlich auch noch gar nicht heim wollten. Zum Trost gab es als Abschiedsgeschenk eine Märli-CD mit nach Hause, die sie an die schöne Zeit im Märchenhotel erinnern soll… Danach liefen wir gemütlich den kurzen Weg hinunter zur Bergstation und fuhren mit der Standseilbahn wieder ins Tal.

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Aussenpool

Und bevor ich Euch nun mit weiteren Fotos von unserem kurzen, aber erlebnisreichen Aufenthalt „füttere“, hier noch unser Fazit: das Märchenhotel ist eine Reise wert. Wer Wert liegt auf einen besonders kinder- bzw. familienfreundlichen Ort, der ist hier mehr als richtig. Das Hotel ist klein und deshalb umso familiärer. Trotzdem bietet es wirklich alles, was das Herz begehrt: eine liebevolle und kompetente Kinderbetreuung, zahlreiche Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten drinnen wie draussen und auch wenn das Hotel ganz auf die Kleinen ausgerichtet ist, so fehlt es nicht an Komfort und „Oasen“ für die Eltern. Im obersten Stock gibt es einen kleinen Wellnessbereich, welcher den Grossen vorbehalten ist. Hier kann man auch Massagen buchen. Während des Abendessens sind die meisten Kinder gut beschäftigt, so dass man in Ruhe geniessen kann. Die Suiten und Zimmer sind grosszügig gestaltet und man fühlt sich sofort wohl darin.

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Nochmals kurz im Wintergarten sitzen und geniessen bevor es wieder nach Hause geht…

Die Gastgeber, Nadja und Patric Vogel, sind ausserdem wirklich sehr bemüht und auch stets für ihre Gäste da. Man merkt, dass die beiden, die auch selber Kinder haben, für ihr Hotel leben. Nicht nur wechseln sie sich täglich ab um das Märchen zu erzählen, nein, sie helfen auch beim Frühstück und Abendessen bei der Bewirtung der Gäste mit, sind an der Reception oder im Hotelgarten anzutreffen.
Auch die Umgebung von Braunwald bzw. die Bergwelt bietet viel. Im Winter ein Skigebiet, im Sommer laden die zahlreichen Wege zu Entdeckungstouren ein. Man findet auch immer wieder Stationen mit Spielplätzen, Tieren etc., so dass sich auch die Kinder gut verweilen können.
Wir können also sowohl das Gebiet als auch das Hotel allen empfehlen, die sich einen ruhigen und entspannten Familienurlaub wünschen 🙂 Schaut unbedingt auch auf die umfassende Website des Hotels um noch mehr zu sehen und zu erfahren!

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Wir bedanken uns herzlich bei Patric und Nadja Vogel und ihrem Team, dass wir ihr wunderbares Hotel besuchen und ihre Gastfreundschaft geniessen durften und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg mit ihrem märchenhaften Rifugium in Braunwald! 🙂

Unser Urlaub in Mallorca

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Noch ist es kühl und windig, die Sonne versteckt sich…

Bis jetzt war ich noch nach jedem Urlaub mit den Kindern froh, wieder nach Hause zu dürfen. Natürlich tat der Tapetenwechsel gut, aber entspannend war der Urlaub nie. Entweder schliefen die Kinder schlecht oder brauchten viel Zeit, um sich auf die neue Umgebung einzustellen… irgendwas war immer… aber heuer schien einfach alles perfekt! Die beiden lebten sich sehr schnell ein, konnten sich schon recht gut verweilen (zumindest die Maus war meist stundenlang im Wasser), stritten nie (zuhause ja noch dauernd…) und schliefen recht gut. Das Hotel bot wirklich sehr viel. Ein grosses Schwimmbad, drei kleinere (eines davon nur für 18+), ein Spassbecken mit Rutschen etc. für die Kids, einen guten Kinderclub (den die Maus bald täglich nutzte), 3x täglich ein sehr umfangreiches Buffet, ein Restaurant mit Take-Away und eine Bar, einen grossen Spielplatz mit Hüfburg u.v.m., eine Minigolf-Anlage und diverse Sportmöglichkeiten sowie ein Fitnesscenter und ein kleiner Wellnessbereich (davon konnten wir leider nichts nutzen, das war aber auch nicht weiter schlimm… Unser Zimmer war geräumig und

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„Innenhof“ des Hotels 🙂

war renoviert und die Wege waren kurz, sowohl vom Zimmer aus als auch von der Hotelanlage ans Meer und auch von der Liege zu den Toiletten oder zum Restaurant, wo es IMG_7274Getränke gab. Als All-inclusive-Gäste mangelte es uns also wirklich an nichts. Und das wollte ich auch. Buchten wir als Paar meist Halbpension um flexibler zu sein, so weiss man es als Familie mit Kindern, die meist nicht zu festgelegten Zeiten Hunger haben und zwischendurch immer mal wieder Lust auf Snacks oder ein Eis haben, zu schätzen, wenn man sich einfach ständig bedienen kann. Eine Truhe mit kleinen Wasserflaschen sorgte auch hier für Rundum-Versorgung während wir in früheren AI-Hotels noch Flaschen kaufen mussten weil es tagsüber nur Bechergetränke gab.
Was ich ebenfalls genial fand, war, dass das Hotel die „Bitte keine Liegen reservieren“-Regel auch wirklich durchzog. Meist steht das irgendwo und dennoch muss man morgens um 5 Uhr mit seinen Tüchern an den Pool hechten um noch einen Platz zu ergattern. Hier wurden Kärtchen verteilt mit dem Hinweis, dass die Tücher nach 40 Minuten entfernt werden sofern bis dann keiner den reservierten Platz auch einnimmt. Die Zeit reichte uns prima um die Tücher vor dem Frühstück zu platzieren und danach gleich die Plätze einzunehmen da wir meist zeitig um 8 Uhr auf waren. Also, liebe Hotels mit Pool und Liegenknappheit: bitte nachmachen!!!

Wir waren also sehr zufrieden, zumal wir es auch täglich schafften, uns einen Platz am „Chill-out-Pool“ zu reservieren, der bequeme Betten-Liegen hatte.
IMG_7201Zwar waren die ersten beiden Tage noch kühl und sogar ein wenig regnerisch und ich holte mir einen doofen Husten, aber danach wurde es schön warm. Der Strand war ebenfalls relativ sauber, bis auf einen Tag, an dem viel Seegras angespült wurde. Das Wasser klar, mit vielen Fischen darin und weit hinaus eben, so dass auch die Kinder gut darin stehen konnte. Auch kein zu hoher Wellengang – perfekt! Wie ich schon auf Facebook mehrmals schrieb: ich wäre am liebsten noch geblieben und ich würde wieder hierher kommen, wenn auch nicht im nächsten Jahr, denn mit einem 6 Monate alten Baby ist so ein Urlaub wahrscheinlich nicht optimal.
IMG_7164Übrigens haben beide Kinder im Wasser grosse Fortschritte gemacht! Der Grosse schwamm problemlos eine Länge im Pool. Schätze, wenn wir fleissig üben, wird er sich bald sicher im tiefen Wasser bewegen können 🙂
Fotos habe ich leider nicht so viele gemacht, hatte auch nicht immer das Handy am Anschlag (also viel weniger als zuhause 😉 Mein Mann ging einmal auf Fototour, es entstanden aber dennoch weniger Fotos als letztes Jahr. Ich hoffe Ihr könnt trotzdem einen kleinen Einblick gewinnen 😉
Vielleicht zeige ich Euch die Fotos meines Mannes noch, sobald er sie bearbeitet hat.
Auf Facebook und Instagram seht Ihr noch andere Bilder, die ich gemacht habe… viel Spass! 🙂

Ausbau der Finanzierung der Kinderbetreuung in Liechtenstein

Aktuell wird in meiner „alten“ Heimat Liechtenstein recht kontrovers über die Pläne der Regierung diskutiert, die Finanzierung der Kinderbetreuung (Kita-Plätze, Mittagstisch etc.) auszubauen. Subventioniert wird jetzt schon, aber nicht überall.
Im Grunde ist es natürlich fair, alle Betreuungseinrichtungen gleich zu behandeln. Und die Subventionierung kommt theoretisch direkt den Eltern zugute, da die Kita-Plätze ansonsten teurer wären. Die Kitas sind jedoch in ihrer Preisgestaltung grundsätzlich frei, d.h. die neu von der Subventionierung mitbetroffenen Kitas müssen ihre Preise nicht zwingend nach unten anpassen. Im Vernehmlassungsvorschlag wird der Regierung die Möglichkeit eingeräumt, Regeln für die Preisgestaltung festzulegen, was auch Sinn machen würde. Die Kitas, die ich bisher persönlich genutzt habe, verfügten über lohnabhängige Tarife, was hoffentlich auch andere Kitas so handhaben.
Dass in Zukunft auch Betriebskitas unterstützt werden sollen, finde ich lobenswert, denn Betriebskitas bieten gegenüber anderen Kitas den Arbeitnehmern den konkreten Vorteil, im Notfall sofort bei ihrem Kind zu sein oder auch stillenden Müttern, ihr Kind problemlos in den Pausen zu stillen, ohne die Milch abpumpen zu müssen.
Tagesmütter werden nicht direkt subventioniert, dafür erhält der Vermittler und Ausbilder von Tagesmüttern in Liechtenstein, das Eltern-Kind-Forum in Vaduz, jährlich pauschal CHF 310‘000. Das Eltern-Kind-Forum vermittelt u.a. auch Babysitter, veranstaltet Kurse, Referate etc. und ist in der Elternberatung tätig.
Der Ausbau der Kita-Finanzierung wird gemäss der Einschätzung der Regierung auch zu einer Verbesserung des Angebots führen, d.h. konkret, dass es mehr subventionierte Kita-Plätze geben wird. Ziel sei es, wie das Ministerium der Gesellschaft auf meine Anfrage hin erklärte, „dass es keine Wartelisten mehr geben soll und Eltern stets ein genügendes Angebot an bezahlbaren Kita-Plätzen vorfinden sollen. Das oberste Ziel aber sei die Wahlfreiheit. Diese sei nicht gegeben, wenn ein Kita-Platz mehr koste, als eine Mutter verdiene.
Auf die Frage, was man kritischen Stimmen entgegne, die bemängeln, dass Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, zu wenig unterstützt würden, antwortete mir das Sekretariat wie folgt: Es gebe bereits eine Vielzahl an Unterstützungsleistungen, die allen Familien zu Gute komme (richtig: ALLE Familien, also auch diejenigen, deren Kinder fremdbetreut werden) und: Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, müssten ja auch keine Elternbeiträge an die Kita ausrichten. Das ist zwar korrekt, ABER, sie verdienen dafür ja auch nichts in der Zeit, in der sie die Kinder betreuen. Und unter Umständen profitieren sie auch nicht wie (voll) arbeitende Elternteile, von Beiträgen an die Krankenkasse und AHV-Leistungen. Es ist also finanziell weitaus „riskanter“, als Elternteil zuhause zu bleiben. Ist damit die Wahlfreiheit wirklich gegeben?
Dazu kommt der gesellschaftliche und wirtschaftliche Druck, der derzeit herrscht und, insbesondere Frauen (bei Männern ist es zunehmend umgekehrt, was natürlich durchaus löblich ist) ein schlechtes Gewissen macht, die (länger) zuhause bleiben möchten. Sh. auch meine Buchrezension hier von „Vater, Mutter, Staat“.
Da bröckelt meiner Meinung nach die Wahlfreiheit merklich, vor allem dann, wenn ich von einzelnen (werdenden) Müttern höre, dass ihr Arbeitgeber kein von ihnen gewähltes, geringe(re)s Teilzeitpensum akzeptiert und mit der Kündigung gewinkt wird.
Wenn mir dann noch jemand weismachen will, dass mehr Kita-Plätze zu mehr Geburten führt, was ja in den meisten Staaten auch ein angestrebtes Ziel ist, dann kann ich nur den Kopf schütteln, denn mehr Kinder gibt es wohl eher dort, wo tatsächliche Wahlfreiheit herrscht und nicht ein Familienmodell einseitig gefördert wird oder auch dort, wo die Verfügbarkeit von familiärem Rückhalt gegeben ist (Grosseltern in der Nähe etc.).
Frankreich z.B., das seit Jahren als Vorreiter in der schon sehr frühen Kinderbetreuung gilt, landete in einer UNICEF-Studie in 30 Ländern zum Wohlergehen von Kindern auf dem letzten Platz. Franzosen stehen zudem seit Jahren an der Weltspitze im Verbrauch von Antidepressiva. Man lese z.B. hier: http://www.zeit.de/2013/37/frankreich-kinder-staatliche-fruehfoerderung/komplettansicht
In Frankreich werden vielleicht genügend Kinder geboren, die Wahlfreiheit ist jedoch kaum gegeben. Wer als Mutter länger als 3 Monate zuhause bleibt, wird schräg angesehen.

In punkto Wahlfreiheit kommt mir auch die Galle hoch, wenn ich höre, wie eine lokale Politikerin im Radio sagt, dass es „im staatlichen Interesse“ sei, dass die Frau arbeiten gehe. Der Staat müsse ihrer Meinung nach Massnahmen ergreifen, damit eine Frau wirtschaftlich eigenständig bleibe, eine Rente aufbauen können etc. Und deshalb müssten Kitas gefördert werden. Und vorbei ist es mit der Wahlfreiheit! Und ich gehe mal stark davon aus, dass die Politikerin von ihrer Aussage die Väter nicht ausnimmt, die zum Teil auch für ihr Recht kämpfen, bei ihrem Kind zu sein. Es hat also gefälligst kein Elternteil Vollzeit zuhause zu bleiben. Ich nehme an Teilzeit wäre noch akzeptabel…

Ich denke nicht, dass es der Staat schaffen wird, eine tatsächliche Wahlfreiheit zu gewährleisten. Leider scheint es zu teuer zu sein, die Familienarbeit als solche anzuerkennen und entsprechend zu honorieren (ganz abgesehen von den Geldern und Vorteilen, die auch Familien erhalten, die ihr Kind fremdbetreuen lassen). Leider ist es so, dass die Gesellschaft es den Familien zusehends schwieriger macht, weniger zu arbeiten. Zu hoch sind die Ansprüche in der Generation „Geiz ist geil“ und „alles haben wollen“ (und da nehme ich uns nicht aus!) Man will ein Haus, zwei Autos und mindestens einmal im Jahr in den Urlaub. Das Kind soll ins Frühenglisch, in die Musikpädagogik, Ski fahren und Tennis spielen. Das alles kostet und muss finanziert werden.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Familienmodellen. Die Vielfalt ist gross und jede Familie muss für sich selber entscheiden, welches Modell sie wählt. Ich kann jedem nur raten, in den ersten Jahren so wenig wie möglich zu arbeiten (egal welcher Elternteil, im Idealfall teilen sich beide die Erwerbsarbeit nach der Karenz/dem Elternurlaub auf). Und ich kann nur hoffen, dass die Betriebe diesen Wunsch respektieren und darauf eingehen soweit es irgend möglich ist – das gilt insbesondere auch für Väter, die Teilzeit arbeiten möchten, und davon wird es immer mehr geben. Es ist wunderbar, wenn man als Eltern die Möglichkeit hat, auf private Ressourcen zurückzugreifen. Die Grosseltern! Geschwister! Andere Verwandte und Nachbarn. Für die Kindererziehung braucht es ein Dorf. Das ist kein alter Hut. Und selbstverständlich braucht es Kitas, Tagesmütter etc. für all jene, die über kein Dorf verfügen. Aber nutzt auch Euer Netzwerk, in Zeiten der sozialen Medien dürfte dies nicht allzu klein sein! Es gibt ziemlich sicher Eltern in Eurer Nähe, die ebenfalls einen Teil ihrer Zeit zuhause verbringen und froh um Unterstützung sind. Tut Euch zusammen, teilt Euch die Betreuungsarbeit auf. Wir haben so ein wenig eine Mentalität des „Allein-Durchwurstelns“ hier. Das muss nicht sein. Freundet Euch mit den Nachbarn an, schaut, wo es Synergien gibt. Vielleicht wird gerne mal kurz auf’s Kind geschaut wenn ihr mal den Einkauf mitübernimmt.
In Vaduz gibt es den Coworking-Space – ideal für freischaffende Eltern und ganz sicher könnt Ihr hier auch mal für kurze Zeit die Kinder mitnehmen. Oder teilt Euch eine „Nanny“, die bei einem von Euch auf die Kinder schaut. Seid kreativ! Die naheliegendste Lösung ist nicht immer die beste (und günstigste).

Wie auch immer… das Thema „Vereinbarkeit“ bzw. „Wahlfreiheit“ wird wohl auch in Zukunft keine für alle zufriedenstellende Lösung finden. Es bewegt sich zwar was, aber im Schritttempo. Dies gilt für die Politik und umso mehr für die Wirtschaft.

 

 

 

Unser Abstecher ins Tessin (ans Filmfestival in Locarno)

Mein Mann wurde ja von Geschäftspartnern am Donnerstagabend mit Begleitung ans Filmfestival in Locarno eingeladen (Cinéasten unter Euch wissen Bescheid 😉 Da mein Vater mehr oder weniger mit seiner Partnerin im Tessin lebt, schlug mein Mann vor, dass wir die Kinder mitnehmen und noch 1-2 Tage anhängen wenn wir denn schon mal da wären. Das Tessin liegt bekanntlich im Süden der Schweiz und versprüht rundum italienischen Charme – von der Sprache bis zu den Palmen. Und so fuhren wir am Donnerstagnachmittag mit gepackten Koffern los, meine Wenigkeit sehr beunruhigt (grundlos, wie sich herausstellen sollte). Wir checkten im Hotel ein (Casa Berno, wunderschön an einem Hang in Ascona gelegen), wo wir zwei Nächte verbringen würden (wir verlängerten eine Nacht damit wir am Geburtstag meines Vaters am 15. August noch da waren). Ein paar wenige Fotos findet Ihr übrigens auf Instagram und Facebook (sh. Seitenleiste hier). Mein Vater holte dann die Kinder ab, wir machten uns noch ein wenig frisch und begaben uns zum Apéro/Kennenlernen und anschliessend zu einem leckeren 5-Gänger auf die schöne Hotelterrasse. Danach wurde unsere Truppe mit einem Postauto abgeholt und direkt vor dem VIP-Eingang in Locarno wieder abgesetzt. Wir mussten nicht lange warten, nahmen die uns zugewiesenen Plätze mitten auf der Piazza Grande ein und warteten auf den Filmbeginn. Wir schauten uns „La Vanité“ an, ein Werk aus der französischen Schweiz. Vielleicht will ihn sich ja noch jemand anschauen, deshalb verrate ich nicht zu viel. Es geht um Sterbehilfe, es spielt sich fast alles in einem Motel ab und der Film hat zwar durchaus Humor, was einen aber nicht davon abhält, sich der Vergänglichkeit des Lebens bewusst zu werden.
Immerhin konnten wir den Film ohne Ablenkung schauen da klar war, dass die Kinder tatsächlich problemlos bei Opa übernachten würden (Grosser hatte das Gegenteil angekündigt und wir waren unsicher, ob es klappen würde).
Nach dem Film wurden wir wieder abgeholt. Leider war es noch recht warm und so endete die erste, kinderlose Nacht leider ohne Ausschlafen. Die Sonne heizte schon früh ins Zimmer. Aber die Nacht schlief ich glaube ich immerhin durch 😉
Das Frühstück auf der Terrasse war lecker und angenehm (es war dunstiger geworden und es wehte eine schöne Brise). Nach einem Telefonat mit meinem Vater war klar, dass wir den Tag für uns hatten da sie für die Kinder schon einiges geplant hatten (u.a. eine Bootsfahrt) und sie uns offenbar auch nicht allzu sehr vermissten. Da das Wetter zunehmend schlechter wurde, kam weder Sonnen noch Baden in Frage (den Hotelpool nutzten wir also nicht). Mit dem Hotelbus fuhren wir dann in die Stadt und schlenderten ein wenig durch die Gassen und die Seepromenade entlang. Vorher aber mussten wir uns einen Schirm kaufen denn an schlechtes Wetter hatten wir gar nicht gedacht. Wir genossen noch ein Eis und fuhren dann wieder ins Hotel, wo wir uns noch ein wenig ausruhten und schliefen bevor wir dann mit dem Auto nach Locarno fuhren. Auch dort pilgerten wir ein wenig der Promenade entlang und durch die Stadt, über die Piazza. Wir nahmen einen Imbiss und schlenderten ein bisschen durch die Läden. Zwischenzeitlich regnete es immer mal wieder. Am Abend fuhren wir dann wieder gen Ascona und assen in einem Restaurant an der Seepromenade zu Abend. Pasta und Pizza natürlich 😉 Nach einer Woche mit nur einer Trainingseinheit und zahlreichen Ess-Sünden muss ich mich jetzt wieder aufraffen um in einen gesunderen Rhythmus zurückzufinden 😛 Aber ab und zu darf man La Dolce Vita geniessen, vor allem wenn man fast in Italien ist 😉 Wir verweilten noch ein wenig an der Promenade, wo ich zuletzt als kleines Kind war (Erinnerungen wurden wach) und fuhren dann als es dunkelte und wieder mehr tröpfelte, zurück ins Hotel. Ich war zwischendurch immer wieder recht nervös und checkte ständig mein Handy. Zum Glück wurde ich regelmässig mit Statusberichten und Fotos versorgt 🙂 Es war mir wichtig, zu wissen, dass die Kinder, die noch nie zusammen so lang von uns getrennt waren, zufrieden waren. Aber das klappte wirklich hervorragend und das Klappbett, dass uns für die zweite Nacht ins Zimmer geschoben wurde, blieb unbenutzt. Mein Vater rief noch vor 22 Uhr an um zu berichten, dass beide problemlos eingeschlafen waren. Ich vermisste die Kinder aber freute mich auf eine ruhige Nacht und ein gemeinsames Frühstück mit allen 🙂 Ich schlief nicht besser in dieser Nacht (war 2-3x wach), aber ein wenig länger 😉 In Ruhe packten wir dann noch und warteten dann auf unsere „Babysitter“ und die Kinder. Die Wiedersehensfreude war gross, wir gratulierten dem Geburtstagskind und frühstückten noch einmal, dieses mal alle zusammen, auf der Terrasse. Unsere Kinder waren bestens versorgt und dürfen sicher wieder einmal bei ihrem Opa und seiner Partnerin sein 🙂 Auf der Nachhausefahrt und die erste Zeit zuhause merkten wir beim Grossen dann doch sehr deutlich, dass er wohl das Heimweh kompensieren muss. Er stand ziemlich neben sich, hatte sich aber abends wieder beruhigt. Zusammen mit ihm schauten wir uns um 22 Uhr noch das Feuerwerk zum Staatsfeiertag an (es hatte leider den ganzen Tag geregnet so dass wir lieber zuhause blieben. Und heute Mittag waren wir im Hallenbad.

Ich wünsche allen einen schönen Rest-Sonntag und morgen wieder einen tollen Wochenstart!

Artgerechtes Familienleben im 3. Jahrtausend

Letzte Woche ist wieder mal eine meiner Mamafreundinnen bei mir gewesen. Eine, mit der ich in punkto Mutterschaft vieles gemein habe (weshalb der Austausch immer ganz toll ist 🙂 Die Mädels haben sich bestens unterhalten und wir Mütter konnten in Ruhe unsere Kaffees trinken – und reden. Und sie machte mir wieder mal deutlich, was ich hier (mag sein, dass ich mich wiederhole, denn ich habe ähnliches auch schon berichtet), dass wir hier fernab von einem artgerechten Familienleben, ja, leben… Jetzt mal ganz abgesehen von unserem Umgang mit Kindern, wo wir uns ja sehr um Artgerechtigkeit bemühen (Stillen, über den 6. Monat hinaus; Tragen; Windelfrei etc.).
Vielmehr ging es um UNS. Ich hole ein bisschen aus. Weder sie noch ich fühlen uns zugehörig zu der Gruppe „absolut perfekter Eltern“, die den ganzen Tag lang um ihre Kleinen herumwuseln, stundenlang mit ihnen spielen und basteln, ihnen auf dem Spielplatz auf den Kletterturm nachsteigen und eieiei und dabei fast selber zum Kind werden. Wir stellen jetzt das „perfekt“ sowieso mal grundsätzlich in Klammern und versehen es mit einem Fragezeichen, denn das ist eben genau nicht artgerecht, wie wir finden. Kinder sollten mit Kindern und Erwachsene mit Erwachsenen bzw. ihrem Tun. So war das früher und so ist das noch heute dort, wo die Menschen naturnah leben und überhaupt mal den Tag hinüber anderes zu tun haben als die Kinder nonstop zu bespassen. Als Babys „laufen“ die Kleinen noch auf dem Rücken ihrer Familienmitglieder und an der Brust ihrer Mutter mit, werden also von Geburt an in die Tätigkeiten und das Leben miteingebunden (und haben folglich später auch kein Problem damit, diese Tätigkeiten erst nachzuahmen und später selbstverständlich selber auszuführen). Je unabhängiger die Kleinen werden, desto mehr verbringen sie ihre Zeit mit anderen Kindern. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass das Leben im Stamm bzw. der Sippe Fremdbetreuung erübrigt und viele Synergien schafft. Konträr dazu steht das heutige Familienleben. Ab und zu erlebt man, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben (am ehesten ist das noch dort der Fall, wo die finanziellen Mittel gering sind, z.B. bei Einwanderern). Aber viele Familien leben isoliert (zum Teil sind auch Grosseltern oder andere Verwandte nicht in unmittelbarer Nähe/“Greifweite“). Wir leben zwar heute einen hohen Lebensstandard, in schönen Wohnungen/Häusern, vor der Geburt haben beide Partner voll gearbeitet und (aufgrund dessen dass heute die ersten Kinder immer später zur Welt kommen) verfügen über ein gutes, finanzielles Polster, das es ermöglicht, dass ein oder beide Elternteile nach der Geburt den Beruf für eine Weile aufgeben oder reduzieren können. Aber gerade das kann zum Problem werden. Viele, meist Mütter, verbringen den ganzen Tag alleine mit Baby/Kindern zuhause. Entweder gehen sie auf in ihrer Rolle, vielleicht weil sie selber noch in einer kinderreichen Familie aufgewachsen sind (was immer seltener wird) oder aber sie sehen sich nach einer Herausforderung jenseits von Babybrei und Krabbelgruppe (weil sie in den rund 30 Jahren ihres bisherigen Lebens etwas ganz anderes gewohnt waren). Und das heisst nicht, und das möchte ich jetzt betonen, dass sie ihre Kinder weniger lieben als diejenigen, die im Elternsein völlig aufgehen. Aber wer sich 30 Jahre lang nur um sich selber kümmern musste und unabhängig lebte, für den ist es einfach eine ziemliche Umstellung, zumal eben alleine mit der Herausforderung. Der Alltag alleine mit Baby daheim gibt ja verhältnismässig wenig zu tun heute mit Helfern wie Geschirrspüler, WM/TU, Induktionsherd, Mikrowelle und Backofen… kein Wunder also wenn einem zwischendurch die Decke auf den Kopf fällt. Und trotzdem ist es nicht „ohne“ denn gänzlich ohne Erfahrung im Umgang mit Babys gibt es doch vieles, das Erstlingsmütter auf Trab hält, nicht zu letzt zehren auch die schlaflosen Nächte und es ist oft bis auf den Partner, der nur abends und am Wochenende da ist (und mitunter nachts seine Ruhe braucht weil er ja arbeitet), niemand da, der einem das Kind mal abnimmt… das vielzitierte Dorf fehlt heute immer mehr. Das ist ein Manko. Und darin sehe ich auch den Grund, weshalb der Ruf nach mehr Kitas immer lauter wird. Und obwohl ich per se nichts gegen Kitas habe (nur dagegen, sein Kind Vollzeit an 7 Tagen die Woche ausschliesslich dort unterzubringen), meine Kinder besuch(t)en die Kita auch an zwei Halbtagen, denke ich, dass es auch anders gehen sollte. Nicht jedes Elternpaar hat das Glück, sich die Erwerbsarbeit so aufteilen zu können, dass auch die Erziehungsarbeit von beiden Elternteilen übernommen werden kann. Oder dass die Grosseltern in der Nähe wohnen, Zeit haben und bereit sind, ihre Enkelkinder regelmässig zu betreuuen. Oder dass sich eine gute Tagesmutter/Nanny findet oder ein befreundetes Elternpaar, das die Kinder mitbetreuut.
Für mich sieht deshalb die Zukunft für Familien kein isoliertes Leben im Einfamilienhaus vor (oder zumindest nur vereinzelt in gut verdienenden Familien, die sich z.B. eine Nanny/Au-pair leisten können und lieber unter ihresgleichen bleiben). Vielmehr sehe ich eine Wohnform, die einem Dorf gleicht. Grosse Überbauungen mit viel Grünflächen in der Peripherie, die Familien und allenfalls Rentner zusammenführt. Wohnhäuser- oder Blöcke, die in sich eine Gemeinschaft bilden – mit gemeinsamen Aufenthaltsräumen drinnen wie draussen. In denen beim Einzug mehr erwartet wird als nur den Boden vor der eigenen Haustüre sauber zu halten. Das könnte dann so aussehen:

  • Die Bewohner leisten allesamt Betreuungsarbeit, die geschickt eingeteilt wird. Es sollte möglich sein, dass jeder Elternteil 3-5 Tage in der Woche arbeiten kann während mindestens ein Elternteil an 2-3 Tagen die Woche Betreuungsdienst leistet, was z.B. auch einen täglichen „Mittagstisch“ beinhaltet.
  • Die gemeinschaftlich nutzbaren Räume können als Spielbereich genutzt werden, als Partyraum, Hausaufgaben- und Lernzimmer, Bibliothek, als Esszimmer für mehrere (sh. Mittagstisch) oder sogar als „Co-working-Space“ (sh. „Rockzipfelbüros“ und ähnliches für diejenigen Eltern, die von zuhause aus arbeiten). Ein gemeinsamer Gartenbereich mit Spielgeräten, Bänken, Feuerstelle und Beeten für den Anbau von Gemüse, Beeren etc. lädt zum Verweilen ein, zum Feste feiern und liefert Nahrungsmittel für die Gemeinschaftsküche
  • Die Rentner haben Zeit. Diese setzen sie entweder in der Instandhaltung und Pflege von Haus und Garten ein, in der Kinderbetreuung oder in Diensten für die Gemeinschaft: Botengänge und Besorgungen, Haustierpflege etc. Die Ämtli können aufgeteilt werden. Umgekehrt sollen die Familien auch den Rentnern zur Seite stehen, sei es beim Ausfüllen der Steuererklärung, dem Chauffieren zum Arzt, Lebensmittel vom Supermarkt mitbringen etc. Grössere Kinder können zudem auch mal im Haushalt zur Hand gehen…
  • Sharing- und Spar-Gedanke: Nicht jede Familie braucht einen Rasenmäher, eine Gefriertruhe, ein Auto oder ein Bobbycar; gewisse Gegenstände werden gemeinschaftlich angeschafft und genutzt. Es sollte eine Kasse geben für solche Anschaffungen, in die alle einzahlen. Auch Banales wie zu kleine Kinderkleider können weitervererbt, Bücher getauscht werden. Der eigene Besitz wird kleiner…
  • Wichtig wäre ein Regelplan, an den sich alle halten, ein gemeinsamer Kalender und die Möglichkeit, dass jeder die Möglichkeit hat, die öffentlichen Bereiche auf Vorreservation auch für private Feiern o.ä. zu nutzen. Noch wichtiger ist Toleranz und Offenheit.

Der Nutzen dieser Art von Lebens- und Wohnraum:

  • Der zeitliche und v.a. finanzielle Aufwand für die Kinderbetreuung wird geringer. Kein Elternteil muss erst noch über Umwege die Kinder in der Kita o.ä. abliefern, sondern kann direkt zur Arbeit. Die Kinder werden in der vertrauten Umgebung von ihnen vertrauten Menschen betreut und sind unter ihresgleichen.
    Auch Babysitter-Dienste am Abend sind nicht ausgeschlossen (Elternsprechtage, Sport, Eltern-Ausgang).
  • Die Kinderbetreuung verläuft entspannter. Jeder, der schon mal nebst den eigenen Kindern „Gspänli“ zuhause hatte, weiss, dass sich die Kinder oft von selbst beschäftigen und mehr Zeit für Haushalt bleibt. Win-Win.
  • Es muss nicht jeder für sich selber kochen: Zeit- und Kostenersparnis.

Obwohl als kleine Kommunen aufgebaut, hat doch jeder mit einer eigenen Wohnung inkl. separater Terasse/Balkon auch die nötige Privatsphäre. Ein fest eingebautes Schild an jeder Wohnungstür zeigt an, ob gestört (geklingelt) werden darf oder nicht („bitte nicht stören“). Dieses gilt es zu respektieren, auch von den Kindern.
Und, schwupps, haben wir das Dorf, das wir brauchen. Das uns den Kontakt mit anderen Menschen und den Kindern mit anderen Kindern bietet. Ein offenes Haus mit offenem Garten, das trotzdem Privatsphäre bietet. Eine Siedlung, die fast unbegrenzte Synergien bietet, wenn man sich denn darum bemüht und wenn alle es wollen. Eine Siedlung, die es ermöglicht, Geld zu sparen und entsprechend vielleicht weniger zu arbeiten und mehr Freizeit und eine hohe Lebensqualität zu geniessen – vorausgesetzt, es gibt Menschen, die das auch so wollen… so sieht für mich die Zukunft für Familien aus… Vielleicht nur eine Utopie aber es würde das Leben ungemein erleichtern.