Jetzt pack doch mal das Handy weg!

Unter dem oben genannten Titel erschien letzte Woche ein neuer Ratgeber zum Erziehungsthema Smartphone – ein Thema, das bei allen Familien früher oder später auf den Tisch kommt und für Ärger sorgen könnte.
Ich durfte den Autor, Thomas Feibel, selbst Vater von vier Kindern und führender Experte in Sachen Kinder und Digitales, vor Erscheinen seines Werkes befragen. Weiterlesen

„Wo Liebe ist, ist Familie“

Unser heutiges Familieninterview dreht sich um einen kompletten Mädelshaushalt, nämlich eine Familie mit zwei Mamas. Choeden (37), Désirée (35) und die Töchter Norlha (5.5j) und Sonam (3j) leben in Winterthur. Die liebe Désirée kenne ich aus diversen Facebook-Gruppen da sie, so wie ich, Trageberaterin ist. Ich freue mich sehr, dass sie sich im Rahmen meiner Interview-Serie meinen Fragen stellte 🙂 Weiterlesen

Katharina Saalfrank: Was unsere Kinder brauchen – Buchrezension

Katharina Saalfrank dürfte jedem ein Begriff sein aus Ihrer Zeit als „Super Nanny“ im deutschen Fernsehen. Längst hat sie sich aber auch als Pädagogin mit eigener Praxis, ihrer Eltern- und Familienberatung, als Autorin und in den sozialen Medien einen Namen gemacht. Ich habe bereits ihr 2013 erschienenes Buch „Du bist ok so, wie Du bist“ gelesen. Nun liegt schon seit einer Weile ihr neustes Werk „Was unsere Kinder brauchen – 7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung“ vor mir. In den letzten Tagen habe ich mir endlich Zeit genommen, es richtig zu lesen und bin sehr angetan. Erstens ist es schön, dass der Buchtitel meinem Nestwärme-Leitsatz („Was unsere Kinder wirklich brauchen“) gleicht und zweitens ist das Buch sowohl wunderbar aufgebaut und verständlich sowie auch inhaltlich absolut hilfreich. Ich sah‘ mich innerlich ganz oft nicken und sagen: „ja, genau so ist es“. Nur leider verfällt man selber so oft in „alte, eingeprägte Muster“, meist aus der eigenen Erziehungserfahrung, dass es gut tut, schwarz auf weiss zu lesen und verstehen, wie schädlich das eigentlich sein kann für eine gute Beziehung zu den Kindern. Mir fällt es leicht, solches „Fehlverhalten“ bei anderen zu sehen und (z.B. bei meinem Mann) auch anzusprechen, ich selber ertappe mich meist zu spät dabei, wenn ich wieder in irgendwelchen Stereotypen gefangen bin und einfach nur „schimpfe“, anstatt mir Zeit zu nehmen, eine Situation genauer anzusehen und dabei auch die Gefühle der Kinder wahrzunehmen, zu ergründen, zu respektieren und zu benennen. Nach der Lektüre des Buches will ich es in Zukunft (noch) besser machen. Oft geht im Alltag nämlich diese wertvolle und etwas intensivere Auseinandersetzung mit einer Situation einfach unter weil man vielleicht gerade mit etwas anderem beschäftigt ist und möglichst schnell wieder seine „Ruhe“ will.

Zum Aufbau des Buches:
Es ist überaus liebevoll gestaltet, mit vielen Illustrationen, mit vielen, wichtigen Zitaten, die farblich und in grosser Schrift herausgehoben werden, mit einer Seite von „Aha-Effekten“, die am Ende jedes Kapitels aufgezählt werden und ein Resümee bieten, mit kleinen Infoboxen namns „Rückenstärkung“, in denen sich Katharina Saalfrank nochmal mit ein paar ganz wichtigen Punkten an die Leser wendet und mit vielen, ganz konkreten Praxis-Beispielen von uns allen bekannten Alltags-Situationen. Diese finde ich besonders wertvoll, weil die Autorin hier zeigt, wie man oft fälschlicherweise reagiert (und darum immer wieder in dieselbe Situation gerät) und wie man anstatt dessen reagieren kann und welch‘ positive Auswirkung dies nicht nur auf die Beziehung zum Kind haben wird, sondern auch, dass auf diese Weise Konflikte im Familienleben nachhaltig gelöst werden können.

Die sieben Werte im Überblick:

  • Beziehung statt Erziehung
  • Achtsamkeit statt Belehrung
  • Verantwortung statt Bevormundung
  • Wertschätzung statt Abwertung
  • Vertrauen statt Kontrolle
  • Dialog statt Monolog
  • Miteinander statt Gegeneinander

Ich kann und will hier nicht alle Themen umreissen, denn Ihr sollt selber mal reinschnuppern, aber es kommt wirklich vieles zur Sprache, das uns im Alltag mit Kindern immer wieder begegnet, seien es Aggressionen (hier rät uns Katharina Saalfrank z.B., uns bewusst zu machen, dass das Verhalten des Kindes uns etwas sagen will, ein unerfülltes emotionales Bedürfnis birgt, und wir nicht einfach versuchen sollten, in unseren Augen negatives Verhalten zu unterdrücken, sondern nach dem wahren Grund zu forschen – und das geht nicht, wenn wir unser Kinder bewerten und bevormunden) oder vermeintlicher Trotz und Verweigerung.

Überhaupt schätze ich es sehr, wie Katharina Saalfrank dafür einsteht, unseren Kindern auf Augenhöhe zu begegnen, ihre Grenzen nicht zu überschreiten und die eigene Macht nicht zu missbrauchen. Sie lehnt Strafen genauso vehement ab wie Belohnungen weil beides auf Dauer eher kontraproduktiv ist und die Beziehung zum Kind verschlechtert. Auch traut sich endlich mal jemand, die Sache mit der Konsequenz anzuzweifeln, weil „wenn Eltern um der Konsequenz willen konsequent sind, endet das häufig mit Geschrei und Machtkampf.“ Für viel wichtiger hält sie, dass Kinder „Erwachsene erleben, die in ihrem Denken, Fühlen und in ihren Werten beständig sind und sich auch entsprechend verhalten und nicht widersprüchlich agieren – die also konsistent sind“.

Fazit:

Obwohl die Themen inhaltlich für mich nicht neu sind, profitierte ich wirklich von der Lektüre. Es ist alles wunderbar auf den Punkt gebracht und super verständlich. Für mich knüpft dieses Buch direkt an beziehungsorientierte Werke von Renz-Polster, Nora Imlau oder Susanne Mierau etc. an. Während letztere eher auf die Baby-Zeit ausgerichtet sind, finde ich hier wertvolle Tipps für den Umgang mit älteren Kindern (ich würde sagen so ab 4 Jahren…) und das fehlte mir bis jetzt in meiner Bibliothek 😉
Danke, liebe Katharina, für diese tolle Bereicherung im Ratgeber-„Dschungel“.

FamilienSPICK: Vorstellung & Verlosung

Ich bin eine ausgeprägte Zeitschriftenleserin. Schon immer! Aus meinem ersten Taschengeld habe ich mir jeweils den „BussiBär“ im Dorfladen gekauft. Ein Kinderheft, von dem ich nicht weiss, ob es noch existiert. Etwas später machte ich dann in der Schule mit dem „Spick“, einer Schweizer Zeitschrift für Kinder und Jugendliche, Bekanntschaft und wünschte mir von meinen Eltern das Abo, welches mich danach jahrelang begleitete. Wahrscheinlich bis die „Bravo“ in wurde 😀
Warum ich den Spick damals mochte? Er war einfach spannend, intelligent und anders. Regte zum Nachdenken an. An die Inhalte kann ich mich leider nicht mehr erinnern, ist ja schon ein Weilchen her 😉
img_8134Lustig aber, dass sich nun der Kreis schliesst, denn vor kurzem sah ich, dass es einen FamilienSPICK gibt. Es war klar, dass ich den kennen lernen musste! Ich mag natürlich, obwohl ich heute weniger Zeit fürs Lesen habe, auch Magazine für Eltern, habe aber ein wenig den Eindruck, dass sich die herkömmlichen Magazine in ihren Themen stetig wiederholen und zu wenig Stoff bieten für uns, die wir ja schon etwas ältere Kinder haben und uns nicht mehr mit „Kleinkindthemen“ beschäftigen müssen. Der FamilienSPICK deckt diese Lücke ab. Da er nur 6x im Jahr erscheint, kann man sich auch wirklich Zeit nehmen, ihn zu lesen. Die Inhalte reichen von Erziehung und Schule über Gesundheit und Ernährung bis zu Freizeit, Sport und Lifestyle. Auch Männer und Väter finden Gehör im Magazin. Dazwischen gibt es Berichte, Kurzmeldungen sowie Kolumnen und Expertentipps aber auch PR. Für mich ein stimmiger Mix an Themen, redaktionell ohne Wertung aufbereitet – die Zeitschrift bietet Orientierung, belehren will sie nicht.
img_8136Mode, Beauty und anderen Schnickschnack sucht man vergebens, hier geht es um bedeutende Themen wie z.B. (in der aktuellen Ausgabe) Taschengeld für Kinder, Familie und Beruf, Zahnpflege beim Kind und Vorsorgeplanung.
Die Artikel sind gut gegliedert, eher lang, aber mit Factboxen auch gut ergänzt. Bilder und Illustrationen sind vorhanden, nur dürfte das Layout noch ein wenig „magaziniger“ daherkommen, also noch etwas attraktiver sein. Auf jeden Fall aber wird mit der Gestaltung die Seriosität der Zeitschrift untermalt und sorgte wohl mit dafür, dass auch mein Mann sie sich genauer ansah (andere, „buntere“ Magazine blättert er meist in 10 Sekunden durch und wirft sie mir dann wieder auf den Tisch :D), verweilte, las und sogar 2-3 Sachen erwähnte.
Durch die Verbindung mit der Internetplattform swissfamily.ch kann man auch an attraktiven Wettbewerben teilnehmen und weitere Themen aus allen Familien-Bereichen online „konsumieren“.

Wir dürfen 5 x 1 Jahresabo des FamilienSPICK verlosen. Und so nehmt Ihr teil: hier oder auf Facebook kommentieren, ob Ihr den FamilienSPICK schon kennt und was Ihr von einer Zeitschrift für Eltern erwartet. Wer auf Facebook ist, schenke doch Mama mal 2 und FamilienSPICK Dein Like und markiere im dazugehörigen Beitrag Freunde, die sich ebenfalls für ein Abo interessieren könnten. Die Gewinner werden persönlich kontaktiert.
Wir bedanken uns herzlich beim FamilienSPICK für das uns entgegengebrachte Vertrauen!
Die Fotos stammen aus der aktuellen Ausgabe. Weitere Leseproben gibt es auf der Website des FamilienSPICK.
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Buchrezension: „Was tun, wenn der Hamster den Löffel abgibt?“

Wenn Jesper Juul und Katharina Saalfrank gemeinsam auf einem Buchtitel erscheinen, dann ist das schon mal ein gutes Kaufargument 😉 Und, sorry, geschätzte Frau Boie, dass ich sie bisher nicht kannte… Das Cover lässt zwar eher auf humoristische Literatur schliessen und weckte auch bei meinen Kindern grosses Interesse („Mama, was steht da drin?“, „Was macht denn der Hamster da?“), der Untertitel verrät aber, dass es hier um ernste Themen geht: 60 Elternfragen, beantwortet vom Familientrio. Leider bin ich keine fleissige Leserin der Süddeutschen Zeitung, sonst hätte ich vielleicht die Kolumne gekannt, die zur Veröffentlichung dieses Buches führte. Leider gibt es die Kolumne mittlerweile nicht mehr, dafür aber wurden im vorliegenden Buch einige der spannendsten Fragen und Antworten zusammengefasst und ich muss sagen, da ist dem Herausgeber eine sehr gute Auswahl gelungen. Es geht um Verbote, Erziehung und Beziehung und jede Menge anderere brennender Alltags-Themen, über die jedes Elternpaar irgendwann (oder mehrmals) im Leben einmal stolpert. Das Expertenteam, bestehend aus eben Jesper Juul, dem dänischen Familientherapeuten und Autor, Katharina Saalfrank, der aus der Sendung „Die Supernanny“ bekannten Pädagogin und Kirsten Boie, Lehrerin und Autorin von über 100 Kinder- und Jugendbüchern, ist sich mal mehr, mal weniger einig, wenn es darum geht, eine passende Antwort zu finden. Man kann beim Lesen förmlich mitfühlen, wie schwer es fiel, die richtigen Wort zu finden oder ob die Antwort für alle sonnenklar war. Bei vielen Fragen bildet man sich schon beim Lesen selber eine Antwort und kann dann überprüfen ob man mit den Experten auf einer Wellenlänge liegt oder nicht. Und manchmal ist man ratlos und froh, ist es das Trio nicht. Wenn jedoch drei Fachleute drei gänzlich unterschiedliche Antworten geben, steht man wieder da wie der Ochs am Berg. Nein, nicht ganz, die Damen und der Herr bringen ja durchaus ihre Gedankengänge aufs Papier, ziehen Argumente hervor und liefern so Denkanstösse für die eigene Entscheidungsfindung der Fragen in punkto Familie, Partnerschaft etc. Und, ja, es ist erlaubt, auch mal den Kopf zu schütteln wenn man eine andere Meinung hat als Jesper, Kirsten oder Katharina, oder aber die Frage ganz und gar doof findet… 😉
Das Buch habe ich ruckzuck durchgelesen – kurzweilig, spannend und unterhaltsam. Und es regte durchaus zum Nachdenken an. Kann ich nur empfehlen. Und ich persönlich würde die Kolumne nun regelmässig lesen, wenn es sie denn noch gäbe 😉

Was tun, wenn der Hamster den Löffel abgibt“ (Affiliate-Link) ist erschienen im Beltz-Verlag.

Buchrezension: „Die Abschaffung der Mutter“

Selten zuvor standen Mütter ärger unter Beobachtung wie heute. Es ist fast egal, was eine Mutter tut, die Kritik folgt rasch und ungefragt und oft von Leuten, die von Mutterschaft keine Ahnung haben. Leider aber sind auch Mütter selbst nicht gefeit davor, in diesen Sog zu geraten und über ihresgleichen zu urteilen. Bereits in der Schwangerschaft wird die werdende Mutter engmaschig kontrolliert und beeinflusst. Ist das Kind erst da, wird man grundsätzlich für inkompetent gehalten und die Stimmen werden zunehmend lauter, die sich dafür einsetzen, dass die Kinder erst gar nicht (mehr) von ihren Müttern betreut werden. Alle anderen Betreuungsmöglichkeiten werden mehr gelobt als die Mutter selbst… Die Abschaffung der Mutter – steht sie uns wirklich bald bevor, wie die Autorinnen im Titel prophezeien? Alina Bronsky und Denise Wilk analysieren die aktuelle Entwicklung, vielleicht ein wenig überspitzt, aber nie unwahr, schreiben aber auch, was sich ändern muss, damit Mütter wieder mehr geschätzt und unterstützt werden. Die Autorinnen haben zusammengezählt übrigens zehn Kinder und wissen durchaus, wovon sie schreiben…

„Die Abschaffung der Mutter“ kann durchaus als Abrechnung mit der heutigen Gesellschaft und Politik verstanden werden. Dabei geht es nicht nur um die Mutter allein, sondern vieles kann durchaus auf die Familie per se angewendet werden, die laut der Autorinnen vielen eher „lästig“ sind als Grund zur Freude. Das ist ein Fakt, das nehmen viele immer wieder so wahr. Es gibt tendenziell weniger Kinder und diese gelten schnell als Störenfriede, sind vielerorts nicht mehr erwünscht. Erst recht, wenn es um die Arbeit geht. Gerade Mütter sollten am liebsten direkt nach der Geburt wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren und dort dann aber bitte auf keinen Fall Fehlstunden ansammeln, weil ein Kind krank ist. Die Sitzung dauert länger als die Kita geöffnet hat – interessiert keinen.

Dass die Autorinnen während der Arbeit an ihrem Buch derart oft gewarnt wurden, dass sie es bald als Hochrisikoprojekt bezeichneten, spricht für sich. Das Thema ist brisant! Grund genug, dieses Buch zu lesen.

Angefangen beim Kinderwunsch über die moderne Fortpflanzungsmedizin und die Schwangerschaft bis zur Geburt zeigen die Autorinnen auf, wie schwer es den werdenden Müttern gemacht wird. Weiter geht es mit dem „vergessenen Wochenbett“ über das „hysterische Verhältnis zum Stillen“ bis zur Kitapflicht und der Vereinbarkeitslüge – alles Dinge, die der Mutter das Leben unnötig erschweren. Auch die Väter werden als „die bessere Mutter“ von den Autorinnen bisweilen in die Kritik genommen, wobei es weniger um die modernen Väter geht, die ihre Frau unterstützen und im Leben ihres Kindes präsent sein möchten sondern um diejenigen, die sich hinter der Fassade einen Machtkampf mit der Mutter des Kindes liefern…

Doch auch wenn das Autorenpaar mit dem vorliegenden Buch erfolgreich aufzeigen konnte, wie oft Mütter teils gnadenlos sabotiert werden, so haben sie die Recherchen und vielen Gespräche mit anderen Frauen durchaus hoffnungsvoll gestimmt. Auf ihre Frage an Mütter, welche Bedingungen sie sich wünschen, antworteten nahezu alle, dass sie sich eine Anerkennung und Aufwertung der Mutterschaft wünschen. Viele vermissen eine „grundsätzliche positive Resonanz gegenüber Familien“. Das Miteinander, die gegenseitige Unterstützung fehle oft. Als widersprüchlich empfinden viele den Fortpflanzungsdruck von Politik und Wirtschaft, der mit wirklicher Familienfreundlichkeit nichts zu tun habe.
Die Autorinnen wünschen sich mehr Kinder im Alltag, denn sie gehören in die Mitte der Gesellschaft; sie wünschen sich eine neue Menschlichkeit und ein Betreuungsgeld (betrifft Deutschland), das diesen Namen wirklich verdient. Sie fordern mehr Investition in die Qualität der Kinderbetreuung und ein Ende des Eltern-Bashing.
Sie verurteilen zutiefst, dass Schwangere oft als unmündige Patientinnen behandelt werden, ihre Rechte mit Füssen getreten und Respekt oft ein Fremdwort zu sein scheint. Die Liste an Wünschen ist noch länger…
Ich habe das Buch gerne und interessiert gelesen. Auch wenn der Titel natürlich etwas reisserisch und zugespitzt ist, so sind die Beobachtungen und Erfahrungen der Autorinnen leider eine Tatsache und vieles kann ich indirekt bestätigen, weil ich es ebenso wahrgenommen oder auch erzählt bekommen habe… ich kann nur unterschreiben, dass Mutter-, ja Elternschaft wieder mehr Wertschätzung verdient hätte. Hoffen wir, dass sich diesbezüglich die Gesellschaft wieder in eine bessere Richtung bewegt…

Zum Schluss noch ein Zitat: 

„Mütter sind die Basis der heutigen und künftigen Gesellschaft. Kinder sind keine exotischen Plagen, sondern kreative Gegenwart und hoffnungsvolle Zukunft. Elternsein ist eine der längsten und intensivsten Lebensphasen – im Rückblick vieler Menschen die schönste, die sie je hatten. Wir sollten uns das nicht verderben lassen. Und laden andere ein, sich mitzufreuen.“

Und wie sind Eure Erfahrungen als Mutter oder Familie?

Buchrezension: „Geborgen wachsen“ von Susanne Mierau

Susanne Mierau dürfte vielen Lesern bekannt sein. Sie betreibt seit Jahren den erfolgreichen Blog „Geborgen wachsen“, aus dem auch der Buchtitel entlehnt ist. In ihrem Blog berichtet sie aus ihrem Familien- und Berufsalltag und greift regelmässig Themen einer bedürfnis- und bindungsorientierten Erziehung auf.

Die Berlinerin studierte Kleinkindpädagogik und absolvierte diverse Weiterbildungen bevor sie 2011 eine Praxis für Familienbegleitung und Naturheilkunde eröffnete. Daneben gibt sie auch Workshops für Eltern und Fachpersonal und spricht auf Konferenzen und Tagungen über Elternberatung und kindliche Entwicklung. Mierau ist fast zeitgleich mit der Erscheinung ihres ersten Buchs zum 3. Mal Mutter geworden.

„Geborgen wachsen“ möchte (werdenden) Eltern aufzeigen, wie man durch Geborgenheit und die Achtung der Bedürfnisse aller ein glückliches Familienleben führen kann. Die Themen reichen von der Schwangerschaft über die Geburt und die erste Zeit bis zu alltäglichen Situationen rund um Ernährung, Pflege, Schlaf und Mobilität. Mierau zeigt dabei auf, wie man im Alltag eine gute Bindung zu seinem Kind knüpfen kann.

Ebenfalls thematisiert wird die Erziehung und wie man den Kindern Freiraum zur Entwicklung bietet. Nicht zuletzt werden die Eltern direkt angesprochen. Sie sollen kein schlechtes Gewissen haben, müssen keine Supereltern sein und sollen vor allem auch für sich selber sorgen, denn wenn Eltern ihre Bedürfnisse ständig hinten anstellen und sich nie Zeit für sich nehmen, spüren das auch die Kinder.

„Geborgen wachsen“ liest sich flüssig, die Erklärungen sind verständlich und gut nachvollziehbar, die Texte einfühlsam… am Ende der jeweiligen Themen findet sich jeweils eine praktische Liste, in der die wesentlichen Punkte nochmals kurz aufgezählt werden. So dient das Buch auch nach der Lektüre als Nachschlagwerk.

Mierau setzt sich natürlich für die bindungsortientierten Verhaltensweisen wie Stillen, Tragen, Co-Sleeping etc. ein, Dinge, die sie selber mit ihrer Familie lebt. Sie zeigt aber ebenso auf, dass es durchaus auch anders geht und nennt Tipps, wie man auch mit einem unschönen Geburtserlebnis, Fläschchennahrung, Kinderwagen etc. eine gute Bindung zu seinem Kind aufbauen kann. Damit profitieren alle von der Lektüre und es wird einmal mehr klar, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, sondern dass es nur wichtig ist, wie man seinen Weg als Eltern geht um seinen Kindern eine geborgene Kindheit zu ermöglichen.

Anstrengend? Fordernd? Intensiv?

Im Titel findet Ihr Attribute, die ich schon benutzt habe, wenn ich von meinen Kindern sprach… ab und an fragt dann mal jemand, warum denn meine Kinder so seien… ich habe dann mal nachgedacht… es gibt gefühlt 100 Gründe, die ich jetzt nennen könnte – begonnen damit, dass beide Kinder stets „schlechte (Ein)Schläfer“ waren und zum Teil noch sind und endend damit, dass unser Grosser hochsensibel zu sein scheint… Das sind so Fakten, die es uns Eltern manchmal nicht so einfach machen.
Trotzdem finde ich es gerade unpassend, meine Kinder anstrengend o.ä. zu nennen. Schliesslich gibt es immer zwei Sichtweisen und aus Sichtweise der Kinder sind vielleicht wir Eltern anstrengend 😉 Natürlich sind Kinder unterschiedlich, aber ich glaube nicht, dass es superpflegeleichtunkomplizierte Kinder gibt, normalintensive Kinder und extremstfordernde Kinder… ein Stück weit: ja. Aber es kommt auch immer darauf an, wie die Eltern drauf sind und damit umgehen… Ich habe mir im Laufe der Jahre eine dicke Hülle um meinen Geduldsfaden zugelegt. Der reisst nicht so schnell, es sei denn ich leide gerade mal wieder am PMS oder habe sonstwie einen zickigen Tag – kann ja mal vorkommen… Abgesehen davon habe ich manchmal ausserkörperliche Erfahrungen, während der ich mich stark über meine Geduld in gewissen Situationen wundere. Und ich bin der Meinung, dass Kinder, die von ihren Eltern einst als extrem pflegeleicht eingestuft werden, irgendwann schon aufholen und den Rebellen rauskehren 😉 War’s bei uns anders? Ich war ein ziemlich braves Mädchen (sind Mädchen eh meist 😉 aber ich kann mich erinnern, dass ich in meinen frühen 20ern rückblickend total grundlos ganz oft mit meiner Mutter gezofft habe. Nun gut, es hatte wohl mit meinem damaligen Freund zu tun, der – und das wussten meine Eltern – dem Kiffen nicht abgeneigt war und ihnen auch sonst in gewissen Dingen nicht immer ganz geheuer… tempi passati. Aber: es beweist, dass auch ich unauffälliges Kind plötzlich für argen Ärger sorgte. Über meine anderen Mankos und die Gründe dafür schweige ich mich an dieser Stelle lieber mal aus. Das Wort „Psycho„, liebevoll gemeint, höre ich ständig. So viel zu dem…

Sind jetzt meine Kinder anstrengend oder ist es nur eine Frage der Perspektive und des Umgangs mit ihren Eigenarten? Da es fast keine Vorkommnisse gibt, die nicht in anderen Familien auch passieren, würde ich sagen, wir haben hier zwei relativ durchschnittliche Kinder, die, wie andere auch, vielleicht die eine oder andere Supermacke haben, die ich aber immer, wirklich immer entweder mir oder meinem Mann zuordnen kann. Da hört er dann von mir, befindet sich der Blutdruck gerade im Steilflug, schnell mal ein eingreifendes „Du bist haargenau so!“ Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm… und legt mein Sohn mal wieder ein total abartiges Verhalten an den Tag weil X nicht so ist wie es sein soll, dann läuft bei mir ganz oft ein Film aus meiner Kindheit ab. Ich kann diese Situationen alle sofort aus irgendeiner Schublade in meinem Gehirn abrufen. Und wie Psychologen sagen, sind diese Momente, in denen einem die eigene Macke mit dem Spiegel aufgezeigt wird, diejenigen, die einen am meisten triggern…

So. Ich möchte also festhalten, dass meine Kinder zwei willens- und charakterstarke Persönlichkeiten sind, die uns auf positive Weise fordern. Und diesen Satz schreibe ich jetzt fiktiv an den Kühlschrank weil bestimmt bald wieder ein Moment kommt, in dem wir das vergessen…

Ansonsten nichts Neues hier… Alltag pur, düsteres Wetter, heute die üblichen Playdates… Am Weekend waren wir mal wieder im Kino, haben aber leider Creed verpasst, es wurde also Deathpool, recht witzig, aber auf nicht allzu hohem Niveau… bin zwar sportlich nach wie vor aktiv, hatte aber, weil ich FR-SA weg war (ihr habt das vielleicht auf meiner FB-Seite gelesen), einen kleinen Einbruch. Das selbe gilt leider auch für meine Ernährungsgewohnheiten. Ich hoffe, da die Kurve wieder kriegen zu können.
Gestern habe ich recht spontan ausgemacht, dass jemand ein Occasions-Bike für meinen Sohn zum probefahren vorbei bringt (langsam wird das alte, nur geliehene Fahrrad, zu klein und im Hinblick auf den baldigen Schulstart wäre ein Neues eh nicht schlecht). Dummerweise war mein Mann nicht zuhause, mein Sohn verliebte sich überraschenderweise und es stellte sich dann nach fachkundiger Prüfung meines Mannes heraus, dass das Bike eigentlich viel zu schwer sei für ein Kind… es ihm jetzt wieder zu nehmen, wo es ihm doch gefällt, ist natürlich auch doof… Gibt ein Mal gelbe Karte für die Mama, die dachte, hier ein tolles Schnäppchen zu machen… machen wir das Beste draus?

Dafür bekam ich diese Woche eine Overlock geschenkt und kann sie vielleicht bald mal ausprobieren, auch wenn ich gerade eine Nähflaute habe (keine Lust auf neue Projekte; aber der Sommer kommt bestimmt…)

Wünsche Euch eine schöne Wochenmitte, nette Restwoche und habt’s gut! :* 

Lost in Translation… Mitte-Woche-Rapport

Und schon wieder sind wir Mitte Woche angelangt und ich mag eigentlich gar nicht gross schreiben, aber, ach, egal… derzeit herrscht bei uns ganz atypisch kein Novemberwetter sondern ein richtig goldener Herbst mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen. Wir waren drum viel draussen. Am liebsten hätte ich ja ein paar lange Wanderungen getätigt aber mit unseren „nein, ich lauf nicht“-Kids ist das nicht so einfach. Ich habe mir zwar des öfteren schon überlegt, eins vor den Bauch und das andere auf den Rücken zu schnallen aber spätestens nach 2h wäre ich wohl alle und den Kids stinklangweilig. Meine Nachbarin ging letzte Woche morgens wandern aber dazu fehlt mir dann der Partner und allein mag ich nicht. Wobei ich grad eh keinen Morgen freischaufeln kann. Falls es nächste Woche noch so schön ist, dann vlt…
Immerhin sind wir also an den Rhein (SA) als Papa wieder da war und am SO bei Freunden in Feldis GR, deren Hütte wir durch eine Gondelfahrt mit anschliessender kleiner Abwärtswanderung erreicht haben. Fotos wie immer auf FB, es tut mir echt leid, aber ich komme nicht nach mit dem Hochladen und warum geht das nicht einfacher? Wünschte die Fotos auf dem iPhone könnten nach Anfertigung automatisch auf dem PC landen. Ja, ich weiss, es gibt die iCloud aber irgendwie funzt das nicht. Die iCloud-Fotos sind in der Auflösung viel zu klein. Egal… also sorry für die fotolosen Beiträge 😉
Der SO-Abend war dann relativ konfliktreich, leider, und die Kinder, die auf der Heimfahrt von Feldis im Auto schliefen, waren entsprechend noch lange aktiv. Zum Glück hat das aber wieder gebessert. Da geht man mit dem Grossen aufgrund der Schlaflosigkeit zum Arzt und was macht er? Ging montags und gestern zeitig schlafen ja s-c-h-l-a-f-e-n! Gestern sogar vor der Maus! Ich bin erstaunt. Letztere hingegen macht ein ziemliches Theater in letzter Zeit. Fast 4 Jahre lang war sie total unproblematisch von mir ins Bett zu bringen, jetzt beginnt die Rebellion. Zwar sagt sie nach wie vor, dass sie jetzt schlafen gehen will, macht dann aber einen Riesen Terz. Gestern sind wir um ca. 19.30 Uhr hoch. Zähneputzen, Pyjama anziehen (ich so: „willst Du nicht das Unterhemd anlassen??“ Sie: „Nein, das hatte ich gestern schon ab!“, dann Richtung Bett. „Ich kann nicht schlafen“. Kurz Stillen. „Ich will ein anderes Pyjama!“ Also hole ich ein anderes Pyjama. Wieder im Bett. Anziehen. „Ich hab‘ doch gesagt, ich will wieder mein Unterhemd anziehen!“ Ich: „Im Ernst jetzt!?“ Also hole ich es ihr… wieder umziehen. Irgendwann nach 20 Uhr war dann Ruhe. Ins Karate habe ich es so natürlich nicht mehr geschafft. Aber war auch egal. Bin seit Tagen (ich glaube letzte Mi Nacht begann es mit Schmerzen beim Schlucken) irgendwie grenzerkältet, d.h. ich habe zeitweise ein bisschen Schnupfen gehabt und seit gestern so ein wenig Reizhusten und zwischendurch mal Kopfschmerzen (mens-bedingt wohl) aber ich liege definitiv nicht flach. Ich bin am Mo Morgen auch normal ins Training und das ging gut.
Gestern rief mich dafür etwa um 9.45 Uhr die Kita an und wollte, dass ich die Maus abhole. Sie hätte sich erbrochen. „Oh nein, nicht das noch!“ dachte ich mir, aber schlussendlich war es wohl nur ihre Reaktion auf einen Sturz von der Bank. Ich fuhr nämlich mit ihr zum Einkaufen (musste sein) und sie ass ein ganzes Brötchen, half mir danach beim Kochen und ass ganz normal. Sie war auch nicht mehr bleich. Am Nachmittag fuhren wir für eine Weile zum Spielplatz, wo es den beiden aber mangels Spielkameraden (wir haben mit niemandem ausgemacht) rasch langweilig war. Ich bin dann abends endlich mal früh ins Bett, also schon kurz nach 22 Uhr, hatte noch einen Hustensaft genommen, der mich müde machte und habe es nicht bereut, früh schlafen gegangen zu sein! Natürlich hätte ich morgens trotzdem gerne noch länger, aber ja… jetzt hat die Maus Besuch von einer Spielkameradin und ich kann in Ruhe arbeiten 🙂 Am Nachmittag fahren wir zum Playdate nach Feldkirch und abends ist dann der Laternileumzug der Kita. Seltsamerweise macht der Kindergarten heuer keinen, was mich sehr wundert, aber naju? Morgen habe ich noch eine Trageberatung und als ob die Woche nicht voll genug wäre, bin ich ja Fr-So in Zürich am Aufbaukurs und übernachte am FR auch dort. Was hab‘ ich Schiss und Bammel und überhaupt! Die Kurssituation selber stresst mich noch am wenigsten (das ist gut, denn meist macht mich das schon mal supernervös…) aber einfach, fast 3 volle Tage fast komplett weg zu sein, das ist einfach beschissen für eine Mutter, die ansonsten permanent anwesend ist. Mein Vater nimmt die Kinder ab Freitag bis ich schätze mal Sonntag Morgen zu sich damit mein Mann auch mal eine Auszeit nehmen kann und nicht montags hypergestresst zur Arbeit muss, aber meist sind die Kinder halt doch am liebsten zuhause und letztes Mal wollte die Maus auch nach einem Tag heim und der Grosse ist meist nach dem Heimkommen komplett durch den Wind und und und… ja, ich weiss, typisch Gluckenmutter aber eben, ein Bruch der üblichen Strukturen, ich schätze mal es macht mir am allermeisten zu schaffen. Und dann noch eine Nacht im Hotel. Ich habe seit Jahrzehnten nicht alleine in einem Hotel genächtigt! Das ist ja der Horror! Ich weiss, ich habe genau hier schon darüber berichtet, wie sehr ich mir mal eine Auszeit wünsche, aber die dann bittegerne zuhause oder mit Mann im Wellnesshotel… aber gut, ich habe nächteweise alleine an den verschiedensten Orten Japans genächtigt (Tokyo, Kyoto, Shizuoka, Osaka, Hiroshima und einen kleineren Ort, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere – ups) und es war seltsam, einsam (so ein bisschen wie in Lost in Translation halt, nur ohne Bekanntschaften an der Hotelbar sondern eher Besuche am conbini-Automaten; conbini kommt vom convinience) aber problemlos. Gut, Japan ist per se für Touristen problemlos und v.a. ungefährlich und mit meinem Japanisch kam ich gottlob auch dort auf den richtigen Bus und stieg am richtigen Ort aus, wo keiner englisch sprach und alles nur in kanji angeschrieben war (heute wäre das wohl nicht mehr so einfach). Ich schweife ab. Also eben gegen den Moloch Tokyo ist Zürich nichts, es gibt nicht mal einen 24h-Shop (das ist eben schon geil an japanischen Grossstädten, dass man mitten in der Nacht noch shoppen kann), aber es ist im Kreis 4 und die Langstrasse nicht weit entfernt. Aber gut, wollen wir mal nicht den Teufel an die Wand malen… und damit schliesse ich heute mal. Das Foto stammt übrigens aus Odaiba/Tokyo und zeigt mich von hinten, damals gerade rothaarig, als fotografierende Touristin, höhö…
Ich wünsche Euch eine gute, hoffentlich sonnige und hoffentlich gesunde Restwoche! 

Über peinliche Situationen mit Kindern in zufälliger Anwesenheit Bekannter…

Es ist schon ein Weilchen her aber nicht vergessen. Ich habe ab und an mal überlegt, darüber zu bloggen. Oder nicht. Jetzt tu ich es doch. Weil’s sicher alle kennen. Peinliche Situationen mit Kindern, eh, haben wir alle mal. Der Klassiker im Supermarkt. Bekannt. Nicht weiter schlimm in der Regel weil einen eh keine Sau kennt. Man lässt die Situation geschehen, geht und gut. Dümmer ist es, wenn mal wieder alles eskaliert während Bekannte in der Nähe sind. Passiert leider auch mal. So wie mir. Immer wieder. Letztens mal beim Wocheneinkauf in der M.igros in Buchs. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was los war aber ich hatte beide Kinder in oder am Wagen und sie stritten, tobten oder warfen mit dem Inhalt des Einkaufwagens um sich. Vielleicht auch alles zusammen. Ich tat, was ich immer tue in solchen Situationen: keep calm and move on. Aus Erfahrung weiss ich, dass hier weder Belehrungen noch Anschreien und auch sonst keine Erziehungsmassnahmen irgendwas bewirken. Ich tat also so, als wär‘ nix. Und während die Kinder sich da so daneben benahmen sah ich an der Gemüseauslage einen alten Bekannten, was keine Seltenheit ist, denn ich bin nicht die einzige, die samstags den Wocheneinkauf in der M. erledigt. Wir grüssten uns, ich lief rot an und suchte rasch das Weite um nicht weiter aufzufallen. Wahrscheinlich kam ihm das seltsamer vor als die Meuterei im Wagen. Aber gut… in solchen Situationen wünsche ich mir ein Loch im Boden, wisst ihr Bescheid, ne?
Wenig später war ich mit den Kids ausnahmsweise im Café. Das mache ich eher selten und schon ganz selten allein und mit beiden Kindern. Die Kinder durften was Süsses plus Getränk, in dem Fall Sirup in kindergerechtkleinen Gläsern. Der war natürlich rasch alle. Maus war auch alle weil wir an dem Nachmittag schwimmen waren, was natürlich anstrengend ist. Ich traf auch hier einen Bekannten und versuchte ein paar Worte zu wechseln. Das ist per se schon schwierig, denn egal ob die Kinder die Person kennen oder nicht, sie wird, sofern sympathisch genug, in Beschlag genommen und in ein Gespräch verwickelt. In der Regel lassen sich die Personen, sofern sympathisch genug, auch darauf ein. Soweit so gut. Ich wollte aber auch Worte wechseln weil ich den ganzen Tag nicht mit einem vernünftigen Erwachsenen reden kann. Derweil entwickelte die Maus einen Tobsuchtsanfall erster Güte zwischen „ich will jetzt verdammt nochmal Sirup“ und „ihr seid alle doof“. Das sagte sie nicht so, sie schrie sich vielmehr in ein gequältes „Gnäääääääääääääaaaaiiiiieeeeeee“. Und wessen Schuld ist es? Natürlich meine, weil ich, anstatt das Gespräch zu unterbrechen und neuen Sirup zu bestellen, untätig sitzen blieb. Stattdessen bot ich ihr mein Wasser an, was sie natürlich nicht wollte. Bevor sie es mir um die Ohren hauen konnte und nachdem der Lärmpegel im Café ein nicht mehr zu ignorierendes Hoch erreicht hatte, ergriff der Bekannte die Flucht. Ich versuchte, mit Schamesröte im Gesicht, zu zahlen und ergriff, das zornende Kind unter den Arm geklemmt, ebenfalls die Flucht.
Nun gibt es ja zwei Typen von Bekannten, die man treffen kann:
Typ A hat keine Kinder oder extrem pflegeleichte oder es ist schon gar nicht mehr wahr, dass er oder sie welche hatte. Nicht empfehlenswert. Der hat nämlich null Verständnis und wird die Bekanntschaft zu Dir neu überdenken nachdem er erlebt hat, was du für eine unfähige Glucke bist…
Typ B hat selber ein nervtötendes Pack an Kindern zuhause und lächelt dir milde und wissend zu, innerlich froh, sich gerade nicht mit einer solchen Situation abmühen zu müssen. Empfehlenswert, denn im besten Fall weiss er oder sie, wie er Deine Brut blitzschnell ablenken und Dich retten kann.
Wahrscheinlich gibt es auch verschiedenste Typen dazwischen – kinderlos oder auch nicht. Solche, die einfach mal demonstrativ wegschauen oder solche, die zu viel Superman gesehen haben und sofort mit Handlungsvorschlägen auf Dich zufliegen… oder das alte Tantchen, das immer ein Bonbon in der Tasche hat, das sie den Kindern stecken kann.

Wie auch immer… ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Bekannten und Unbekannten nachträglich und präventiv entschuldigen, die mich in peinlichen Situationen mit meinen Nachwuchs erlebt haben oder werden… Keep calm! Jeder hat mal einen schlechten Tag 😉