KI-generiertes Bild einer Mutter mit ihrer Tochter von hinten in der Natur

Perimenopubertät – Haushalt im Hormonchaos

Kaum einer bereitet einen darauf vor und doch kommt es in den meisten Familien vor: Perimenopause trifft auf Pubertät. Warum das Hormonchaos im Haushalt für Spannungen sorgt und was dabei helfen kann.

Sehr lange war mir nicht bewusst, dass vor der Menopause noch eine Art „Zwischenstufe“ kommt. Dank Social Media wird man heutzutage als „Betroffene“ aber gut darüber informiert.

Besonders spannend wird die Hormonumstellung bei uns Müttern auch deswegen weil sie oft direkt mit den Umstrukturierungen bei unseren heranwachsenden Teenies kollidiert.

Pubertät meets Perimenopause

Die Pubertät setzt bei Mädchen oft schon früh ein (ca. 8 Jahre) und zieht sich dann rund 4-6 Jahre. Bei Jungs beginnt es etwas später. Die Perimenopause ist da nicht ganz so klar. Symptome können schon ab dem 30. Lebensjahr eintreten und die Phase kann gut 10 Jahre dauern bis dann mit dem kompletten Ausbleiben der Periode die Menopause eintritt.

Tatsächlich bemerke ich selber (werde junge 45 Jahre im Juni – huch!) seit etwa 2 Jahren einige der mannigfaltigen Symptome, die frau erleben kann (oder eben auch nicht): ich schlafe nicht mehr durch, mir ist oft zu warm und mein Gehirn gleicht oft einem Emmentaler.

Kompliziert wird es, wenn man sich als neurodivergente Person einschätzt (mehr dazu in einem anderen Beitrag) bzw. diagnostiziert ist (bei mir als Kind ADS) und viele Symptome wie das der Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, korrelieren. Oder sogar: sich potenzieren.

Ich könnte bereits Oma werden!

rosa Nassrasierer auf rosa Fläche mit hellrosa Feder Zumindest kommt es mir so vor, als wäre in den letzten zwei Jahren vieles, das schon ein klein wenig da war, einfach komplett eskaliert. So sehr, dass ich bei der Arbeit oft grosse Mühe habe, meine Leistung zu erbringen. Ich warte aber ungelogen seit bald einem Jahr auf einen Platz bzgl. erneuter Diagnose, von der ich mir Unterstützung erhoffe.

Wie auch immer: wurden bei mir die Tage unregelmässig, kamen sie bei meiner Mittleren irgendwann das erste Mal. Der Gedanke, dass wir theoretisch (noch) beide gleichzeitig schwanger werden könnten, fährt mir ziemlich ein.

Plötzlich liegt da in der Dusche ein rosafarbener Rasierer. Von meinem Mädchen, das ich doch gerade noch gestillt habe. Dass ich doch eben noch in den Schlaf begleitete Nacht für Nacht. Dieses eben noch kleine Mädchen besitzt aktuell mehr Make-up, Haarschmuck und wohl bald auch Klamotten als ich.

Von Make-Up und Styling

Kein Wunder: nach der Geburt meines ersten Kindes verloren Schminken und Styling komplett an Bedeutung. Ich habe so gut wie alles ausgemistet. Weil zu klein, zu alt, abgelaufen. Erst durch meine Teenie-Tochter, die ohne Make-up kaum das Haus verlässt, habe ich mir hier und da punktuell wieder etwas bestellt. Hier ein Kleid, da ein Lippenstift. Aber das meiste bleibt ungenutzt liegen.

Zu sehr habe ich mich an meinen natürlichen Look gewöhnt. Als nicht datende Single Mom habe ich zudem auch überhaupt nicht das Bedürfnis, jemandem gefallen zu wollen ausser mir. Oder besser noch: wer mich ohne Make-up nicht will, den will ich auch nicht.

Als weise, welkende Rose weiss man: man tut es für sich und niemand anderen. Und ich selber brauche es seltenst. Gerne würde ich meiner Teenie-Tochter diese Weisheit auch näherbringen. Aber ich halte mich zurück. Habe ich mich doch früher genauso parfümiert und zurecht gemacht. Sie darf diesen Weg gern selber gehen.

Die eine blüht auf, die andere welkt

Nur: das Budget, das droht langsam auszuufern. Hier ein neuer Concealer, da ein sommerlicher Body und überhaupt: „Mama, was kann ich denn dafür, dass ich wachse?“ Ja, mein Schatz, viel zu schnell. Und: „Mama, dafür trinke ich keinen Alkohol.“

Dazu sage ich lieber nichts. Auch ich habe in meinen späten Zwanzigern noch meinem Bruder ins Auto gereihert und ich fürchte, dass ich sie vor dem ersten Rausch weder bewahren kann noch muss. Ich kann ihr einfach nur die Haare zurückhalten und einen feuchten Lappen reichen, sollte es mal soweit sein.

Die eine blüht auf, die andere welkt langsam. Das ist das bittersüsse Leben und schön ist es nicht, wenn einem bewusst wird, wie endlich alles ist. Nein, darauf hat mich keiner vorbereitet.

Longevity und Healthspan

Gut aber, dass das Thema „Longevity“ auch überall hoch im Kurs ist. Und daran komme auch ich nicht vorbei. Die Liste an Dingen, die ich mache um lange in Gesundheit weiterzuleben, ist lang. Aber ich bin überzeugt davon, dass es der richtige Weg ist.

Schliesslich will ich irgendwann meine Enkelkinder halten können. Und so priorisiere ich, was geht, und kann es Euch nur auch raten, z.B.:

  • Schlaf: gerade weil durchschlafen nicht mehr möglich scheint, ist es umso wichtiger, das möglichste herauszuholen: ein immer gleich bleibender Schlaf-/Wachrhythmus, möglichst Tageslicht am Morgen und kein blaues Licht am Abend. Mund-Tape und Schlafbrille. Ein Matratzen-Cooler (Lebensretter!), nicht zu spät zu viel essen, kein Koffein zu spät am Nachmittag, Melatonin-Spray und Lavendelöl zum Einschlafen u.v.m.
  • Ernährung: möglichst ausgewogen, zu jeder Mahlzeit mindestens 30g Protein oder mehr, nicht nüchtern trainieren, abends etwas Kohlenhydrate und Casein für besseren Schlaf und ein individuell auf mich eingestellter Supplement-Stack. Unverhandelbar sind Omega-3-Fettsäuren, Kreatin, Vitamin D und Magnesium. Zusätzlich Vitamin C und Zink, B-Vitamine, abends Ashwaganda, morgens mein grüner Shake sowie Porridge mit meinem Lieblings-Whey (Code MAMAMAL3 für 10% Rabatt) usw. Am besten macht man regelmässig ein Blutbild. Chat-GPT und Influencer-Ärztinnen wie Dr. Simone Koch geben auf Social Media wichtige Tipps. So erfährt man, dass z.B. die „Normwerte“ für Eisen kaum genügend sind für Frauen in der Perimenopause.
  • Krafttraining und Cardio: Vor allem ersteres ist unverhandelbar. Ab dem 30. Lebensjahr baut der Körper Muskulatur sukzessive ab, wenn man sie nicht trainiert. Use it or lose it. Und die Sarkopenie (Muskelschwund) wird im Alter zum grossen Marker für Longevity und entscheidet sprichwörtlich über Leben oder Tod. Denn wer seine Muskulatur nicht trainiert, wird auch an Knochendichte abnehmen und bei einem allfälligen Sturz so geschädigt werden, dass eine gesunde Rückkehr ins Leben kaum mehr möglich wird. Cardio: eine höhere VO2 Max geht mit einem tieferen Sterberisiko einher. Wir kommen also alle nicht darum herum, uns in einem gesunden, aber regelmässigen Masse sportlich zu betätigen.
  • Gehirnfunktion: ich absolviere täglich eine Lektion auf meiner Sprach-App, spiele eine Art Tetris und puzzle. Letzteres hilft mir auch total, runterzufahren. Zudem versuche ich, regelmässig zu lesen, zu häkeln o.ä. Fällt mir aber aktuell schwer da immer so viel los ist. Und da ich tatsächlich nach wie vor sehr viel vergesse, hilft alles nichts und ich muss mir für alles Mögliche den Wecker stellen und mich an Termine erinnern lassen.
  • HRT – bioidentische Hormonersatztherapie: ein Bluttest bei meiner Frauenärztin ergab zwar, dass noch alles in Ordnung war, aber Symptome hatte ich ja, also liess ich mir Progesteron verschreiben. Ich nehme es immer 14 Tage nach Einsetzen der Blutung und dann wieder bis zur nächsten Mens, jeweils abends vor dem Schlafengehen. Begonnen habe ich mit 100mg, aber ich habe das Gefühl, mit 200mg besser zu fahren, äh schlafen. Viele nehmen auch Östrogen, was nochmals helfen soll, den Brainfog zu mindern. Werde ich wohl nächstes Mal auch ansprechen. Auch Testosteron soll seine Berechtigung haben. Wie sind Eure Erfahrungen bei diesem Thema?

Dies sind die meiner Meinung nach wichtigsten, grossen Säulen. Natürlich kommt auch das Soziale hinzu. Auch wenn ich oft sage, dass ich wohl mal alleine mit 9 Katzen (noch sind es erst 3) sterben werde, so hoffe ich natürlich doch, einige wenige, aber intensive Bindungen aufrecht erhalten zu können bis and Ende meiner Tage.

Tatkräftige Unterstützung

Zurück zur Pubertät. Die hat nämlich auch ihre Vorteile. Meine Tochter wird immer selbstständiger, geht gerne mit ihren Freundinnen zum Shoppen, ins Freibad etc. und unterstützt mich zum Glück sehr tatkräftig im Haushalt – von Backen über Kochen bis zu Geschirrspüler ausräumen und sich um ihre jüngere Schwester zu kümmern.

Da sie ab und zu Freistunden in der Schule hat, geht das zum Glück gut und so ist auch immer mal wieder jemand für unsere Katzen da.

Aber auch wenn hier einiges erleichtert wird – anderes kommt dafür dazu an „Last“ für uns Eltern: die Unterstützung bei Hausaufgaben und Lernen und das bei Themen, in denen wir selber längst nicht mehr „drin“ sind, die Berufswahl, das Herumchauffieren, die Termine, die emotionalen Ausbrüche.

Von ChatGPT und Mathe

Da hilft nur eins: auch ihre Termine im Blick behalten, cool bleiben, wenn das Pubertier eskaliert und nicht zu viel Sorgen machen, wenn das Kind wieder mal später als ausgemacht nach Hause kommt und auf Nachrichten nicht reagiert. Und ChatGPT hilft bei Mathe-Themen, von denen selbst Mama keine Ahnung hat.

An alle mit kleinen Kindern: ich dachte ja damals, mein Leben wäre anstrengend und meine Nächte schlaflos. Doch Pubertät meets Perimenopause ist nochmals ein ganz anderes Level.

Da hilft auch nur eins: Verständnis füreinander aufbauen. Meine Tochter kommuniziert hier gerne mit Reels, die sie mir weiterleitet. Letztens das eines Teenagers, der etwas überspitzt darstellte, wie seine Mutter nachts ganze Wasserfälle auf der Toilette produziert.

Kommunikation mit Reels

Damit wollte sie mir sagen, dass ich gefälligst die Türe schliessen soll bei meinen nächtlichen Harndrängen. Eine weitere wichtige Message war, die Türe zu ihrem Zimmer immer zu schliessen und es ist natürlich ein absolutes Muss, vor Eintritt anzuklopfen und auf ein „ja, komm rein“ zu warten.

Diese Reels zeigen mir eins: wir sind nicht allein mit unseren Themen. Und das ist immerhin ein klein wenig beruhigend.

Und bei Euch so?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert