Ich näh‘ dann mal – Buchrezensionen

Die treuen Leser wissen es längst. Ich bin absolut nähsüchtig geworden im letzten Jahr… ich entdecke ständig neue Stoffe, neue Schnittmuster, neue Bücher. Mein Regal, mein Kopf, mein PC sind voll von „To-sew„-Projekten, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden. Eigentlich… komme ich meiner Ideen- und Wunschflut gar nicht nach 😉
Schneller geht’s mit Büchern, wie ich gemerkt habe. Die sind nämlich sehr komfortabel und bündeln nicht nur eine ganze Reihe an hübschen und nähenswerten Projekten (für Kinder wie auch für Erwachsene), nein, sie liefern die Schnittmusterbögen auch gleich mit, so dass das mühsame Ausdrucken, Zusammenkleben und Ausschneiden wegfällt. Eine grosse Erleichterung, denn eigentlich will man ja am liebsten sofort losnähen und sich die ganzen vorher not-, aber leider auch zeitauf-wendigen Schritte sparen.

Meine neusten Errungenschaften: 

„Meine Lieblingskleider“ von lillestoff (CV-Verlag) und
„Jersey nähen. Easy Basics“ von Julia Korff  von „lillesol und pelle“ (Topp-Verlag)

„Meine Lieblingskleider“bietet 16 Projekte für kleinere und grössere Kinder. Der Clou am Buch: die Projekte stammen alle von verschiedenen, internationalen Designerinnen aus dem Lillestoff-Team und werden jeweils mit einer Box vorgestellt. Super ist auch, dass man die Schnitte auf mehreren Seiten und mit vielen Bildern vorstellt – nicht nur vom fertigen Produkt, sondern auch von den einzelnen, wichtigen Nähschritten. Das erleichtert es, möglichst fehlerfrei durch die teils auch anspruchsvolleren Projekte zu kommen. Lillestoff übrigens, Kenner wissen es, ist bekannt für seine zauberhaften Stoffe 😉

Mitte_Beispiele_Maedels_Lillestoff

Die Schnitte im vorliegenden Buch sind mal verspielt, mal einfach. Vom Raglanshirt über den Beanie und Unterwäsche bis zu Polo- oder Wickelkleid ist alles dabei. Knopfleisten, Passen, Kragen und Kapuzen setzen besondere Akzente.

„Jersey nähen. Easy Basics“ kommt meinem Faible für Jersey-Stoffe ganz entgegen. Ich vernähe bei Kleidern praktisch nur Jersey, weil ich mir sicher sein kann, dass der dehnbare Stoff auch bei leichten und schwereren Grössen-Verfehlungen noch halbwegs passt 😉 Und gerade auch bei Kinderkleidung ist so garantiert, dass die Kinder die Kleider prima selber anziehen können weil der Stoff elastisch ist. Das selbe gilt für mich. Noch wage ich mich nicht an feste Stoffe. Ich trage diese aber auch gekauft nicht gerne. Elastische Stoffe sind einfach viel flexibler und bequemer – ein Muss für meinen Mama-Alltag. Das Buch bietet auch eine ganze Reihe toller Projekte, von denen ich einige (viele? 😉 umsetzen will. Z.B. ein T-Shirt, einen Hoodie, eine Yoga-Hose, eine hübsche Beanie, einen Rock etc.

Die Schnitte sind übrigens bei beiden Büchern jeweils mit dem Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet, so dass man z.B. mit einem einfachen Muster beginnen und sich dann langsam steigern kann. Aber ich wage mal zu behaupten, dass die Schnitte auch für untalentierte Näher wie mich gut geeignet sind 😀
Da bekommt man wirklich Lust auf’s Nähen, man sehe sich nur mal die schönen Fotos und Modelle an… ich werde Euch auf jeden Fall zeigen, wenn ich was genäht habe 😉
Übrigens verfügen beide Bücher über einen theoretischen Teil mit Tipps und Tricks zum Nähen, Begriffserklärungen, kleiner Stoffkunde (beim Jersey-Buch) etc. Es lohnt sich, wenn man noch etwas ungeübt ist, sich diesen Teil vor dem Loslegen durchzulesen damit man für alle Herausforderungen gewappnet ist 😉

Buchrezension: „Nähen lernen“

Nähen kann ich ja schon. Zwar üüüberhaupt nicht perfekt, aber ich habe mir mit Hilfe meiner Erinnerungen aus dem Handarbeitsunterricht an der Primarschule und Videotutorials sowie Bildanleitungen inklusive Beschrieb meist gut helfen können, wenn es darum ging, simple Nähprojekte zu realisieren. So ein bisschen ist es auch learning by doing. Wunder nahm es mich also, ob ein Buch, bestehend lediglich aus Illustrationen und wenig Text einen tatsächlich mit dem Nähen vertraut machen kann. Ich befand: ja, kann es. Hier wird wirklich auf wenigen Seiten das Nähen quasi in der „Nussschale“ erklärt. Unglaublich simpel! Ehrlich gesagt, dachte ich mir nach der Lektüre, weshalb ich früher (und zum Teil heute noch) das Nähen lernen so unglaublich schwierig fand… die einzelnen Schritte von der Inbetriebnahme der Maschine, den Grundfunktionen, dem Erarbeiten des Schnittmusters und dem Nähen mit verschiedenen Stichen je nach Stoff, erklären das Nähen auf einfachste Weise. Es geht aber nicht nur um die Grundlagen, nein, es wird anhand von einigen Projekten wie einem Portemonnaie, einem Kuschelhund etc. auch gezeigt, wie man einen Reissverschluss einnäht, eine Applikation macht, Knöpfe annäht etc. Schnittmuster dafür liegen dem Buch bei. Dann kann es nämlich auch gleich losgehen! 😉 Viel Spass!

Buchrezension: Nähen mit Jersey

Ihr kennt ja meine Vorliebe für’s Nähen mittlerweile… und die ist ungebrochen. Mittlerweile bin ich richtig fleissig und versuche mich sowohl in Werken für mich als auch für die Kinder. Und am liebsten nähe ich tatsächlich mit Sweat oder Jersey, dehnbaren Stoffen eben. Da ich seit der Primarschule nicht mehr genäht habe und auch niemals einen Kurs absolvierte, traute ich mich nur an ganz einfache Dinge heran. Aber mit der Zeit wächst die Routine und man steigert sich langsam. Trotzdem fehlte mir immer so ein grundlegendes Nachschlagewerk. Und dann kam dieses Buch! Perfekt! Die Autorin kennen Näherinnen besser unter dem Namen „Klimperklein“ – eine von vielen Anbietern von Schnittmustern und Anleitungen im Internet, die ich auch regelmässig „konsumiere“ 😉 Dass nun viele ihrer Basic-Schnitte in einem Buch zusammen gefasst sind (also inklusive Schnittmuster), ist genial! Denn allein mit diesem Buch könnt Ihr eine tolle Grundgarderobe für Euer Baby/Eure Kinder selber anfertigen. Ich persönlich hätte noch gerne einen Schnitt für Unterhösli gehabt (da will ich mich demnächst auch mal probieren, habe aber noch nicht den perfekten Schnitt gefunden ;), ansonsten aber ist dieses Buch mehr als vollständig und bietet sowohl einfache Stücke für Anfänger (wie eigentlich mich) wie T-Shirt, Pullover und Hose, als auch etwas anspruchsvollere wie ein Babyanzug mit Druckknöpfen (an so etwas habe ich mich noch nicht herangewagt). Der Schwierigkeitsgrad ist jeweils gekennzeichnet. Die Schnittmusterbögen sind natürlich im Buch mit dabei, so kann man gleich loslegen 🙂


Genial ist natürlich die Grundanleitung auf den letzten Seiten des Buches, die einen guten Überblick über das Nähen mit Jersey verschafft: von den Stoffarten über die Wahl der richtigen Nadel und des Stiches, häufige Probleme und die Grundlagen für das Nähen. Das Buch schliesst mit einem Lexikon ab, wo Begriffe erklärt werden.

Für mich ein tolles, schön aufgemachtes Standardwerk für jede Hobbynäherin, die noch nicht allzu versiert ist… dieses Buch ist Inspirationsquelle, Sammlung von Schnittmustern und Nachschlagewerk zugleich. Die Kleidung auf den Fotos lädt richtig dazu ein, sich gleich an die Maschine zu setzen (sofern Stoff vorhanden 😉

Don’t look back: Jahresrückblick und so

Huch, Facebook zeigt einem mal wieder Jahresrückblicke und manche teilen das dann… schätze, die Blogger folgen auch bald. Dann will ich das grad jetzt schon mal erledigen. Bin eigentlich kein Fan vom Zurückschauen. Was war, das war und kann nicht geändert werden, nur erinnert oder vergessen, was halt, von Fall zu Fall, gerade besser ist. Ich schaue auch nicht gerne nach vorne, weil die Zukunft ist ungewiss und nur partiell beeinflussbar. Im Jetzt leben ist auch nicht immer so einfach, aber man versucht es halt, nicht? So. Und Jahresrückblicke sind sowieso die schlimmsten weil sie machen einem, ähnlich wie Geburtstage, noch schmerzlicher bewusst, wie schnell die Zeit vergeht und dass das Leben endlich ist…
Von mir könnt Ihr deshalb an dieser Stelle tatsächlich nicht allzu viel erwarten. Das Jahr beinhaltete keine grossen Veränderungen. Was auch immer halbwegs berichtenswert war, habt ihr an dieser Stelle mitverfolgt oder könnt es nachlesen, sofern ihr wollt. Ansonsten würde ich sagen, war das Jahr einfach Alltag pur und viel zu schnell um, wie immer. Mit einem Kindergartenkind hat man eine von aussen vorgegebene, starre Struktur. Das ist gut, lässt aber auch wenig Raum für Flexibilität. Andererseits, sind dann mal Ferien, ist das auch wieder nervenaufreibend. Von dem her kann ich sagen, dass ich die Struktur so wie sie jetzt ist, mag, zumal sie in den nächsten Jahren noch starrer wird wenn ich ein Kindergarten- und ein Schulkind habe und gegebenenfalls beide vlt so langsam auch noch Hobbies für sich entdecken, Sportstunden und so, wer weiss…
Ich selber bin innerhalb dieser Strukturen das reinste Chaos. Vielleicht muss das so sein. Darüber vlt ein ander mal mehr.
Was sich vielleicht verändert hat, ist, dass ich nach den Sommerferien einen Ego-Trip gestartet habe, der mir an sich ganz gut tut. Ich habe begonnen, abends und am Wochenende wegzugehen (für Sport, meistens) und die Kinder meinem Mann anvertraut. Maus ist also einige Male auch ohne mich eingeschlafen und zurecht gekommen. Ich habe mir ein intensives Sportprogramm auferlegt und ein paar Kilos verloren. Damit bin ich recht zufrieden auch wenn noch mehr ginge. Sportlich mache ich jetzt gerade das, was noch halbwegs familiär vereinbar wäre. Ich habe noch ein anderes, zum Glück nicht allzu zeitintensives Hobby begonnen, das ich hier nicht weiter ausführen werde, weil es einfach Dinge gibt, die man gerne mal für sich behält. Es ist ganz nett und ich teile es soweit auf, dass ich insgesamt nicht mehr als 3 Abende pro Woche weg bin, meist sind es eh nur 2-3 weil Maus doch manchmal noch Theater macht oder gerade dann ins Bett will, wenn ich weg sollte oder ich selber halt auch zu fertig bin… der Sport ist Gold wert, ohne könnte ich nicht mehr. Ein Tag mal keinen Sport zu machen, macht mich hibbelig.
Auf der Gefühlsebene fahre ich oft Achterbahn, verkompliziere mir offenbar gerne mein Leben… Auch das mit ein Grund, warum ich den Sport so brauche. Der holt mich wieder zurück ins Jetzt oder hilft mir, Aggressionen loszuwerden 😛 Warum? Einerseits spüre ich meinen Zyklus je länger je mehr (man wird alt), die Hormone machen mit mir, was sie wollen, andererseits habe ich noch Hoffnungen und Wünsche, die ich mal verfolge, mal verwerfe, die total in der Luft hängen, die von aussen mal in diese, mal in jene Richtung beeinflusst werden. Das mit ein Grund, warum ich mich seit Sommer kontinuierlich aus den diversesten Facebook-Gruppen zurückzog und etliche Benachrichtigungen abgestellt habe. Ja und dann sind da natürlich noch die Kinder, die uns oft bis auf’s Blut reizen, auch wenn es nicht ihre Absicht ist (und es ist unsere Herausforderung, das auch so anzuerkennen). Aktuell hat, wie schon mal berichtet, die Maus ihre Wutzwergphase und beide miteinander eine krasse Katz-und-Hund-Phase. Da kann es dann schon geschehen, dass ich morgens um 7 Uhr auf 180 bin, voll geladen und keine Möglichkeit, mich abzureagieren. Da könnte ich mir dann die Haare büschelweise ausreissen oder ins Auto steigen und das Gaspedal bis zum Anschlag runterdrücken während Rammstein auf volle Lautstärke gedreht ist. Natürlich mache ich beides nicht und das fehlende Ventil sorgt dann eben dafür, dass ich als tickende Zeitbombe durch die Gegend laufe. Und, natürlich liebe ich meine Kinder trotzdem über alles, sie fordern mich einfach ziemlich heraus. Ich könnte jetzt noch hinzufügen, dass Schreiben ein Ventil ist, und ja, diese Funktion erfüllt das Bloggen doch tatsächlich ein wenig, aber eben gibt es Dinge, die ich hier einfach nicht niederschreiben kann, so gerne ich auch würde und schon stauen sich die Gefühle wieder auf. Weiberkram? Ja, vielleicht. Wir Frauen sind da ziemlich benachteiligt. Männer trinken ein Bier und schauen einen nicht jugendfreien Film und gut ist. Wir Frauen laufen innerlich Amok und backen derweil Kekse als wäre nix… nicht die beste Strategie.
So, und damit ich Euch nicht mehr länger damit langweile, wechsle ich das Thema. Mein Blog hat seit Sommer einen neuen Auftritt und ein eigenes Logo sowie auch eine Facebookseite und das finde ich doch mal ziemlich toll, v.a. auch, weil ich die eine oder andere Kooperation eingehen konnte heuer, übrigens parallel auch mit Nestwärme. Das macht mich stolz. Und ich habe wieder zum Nähen gefunden und bin total angefixt – yay!
Beruflich lief es heuer auch ganz gut und ich hoffe dass es in der Form weiter geht… damit wären wir dann schon beim Ausblick. Ich wünsche mir nicht viel, ausser, dass wir gesund bleiben und uns erhalten. Für meine Familie wünsche ich mir so viel Harmonie wie möglich. Für mich selber die Aufrechterhaltung meines Sportpensums und einen Schritt weiter in Richtung Bikinifigur (wie oberflächlich). Dass meine Wünsche und Träume sich irgendwann erfüllen, in welche Richtung sie auch gehen mögen… und dass dies nicht sonderlich zu Lasten anderer geht. Ich wünsche mir aber auch mehr, viel mehr, Gelassenheit und Geduld, um die vielen Momente zu überbrücken, die mich runterziehen, die mich herausfordern, die mich mit Ungewissheit plagen, die mich zum Ausharren und Warten zwingen. Ich wünsche mir noch mehr Mut, mich durchzusetzen und das zu tun, was ich für richtig oder wichtig erachte. Zu erkennen, dass wir nur ein Leben haben und das nicht mit Dingen verplempern sollten, die uns nicht gut tun. Da müssen wir pragmatischer sein, egoistischer eben (und da bin ich ja auf gutem Wege), solange es niemand anderem schadet, denn mit Kindern hat man auch eine Verantwortung. Ich wünsche mir von meinen Mitmenschen mehr Interaktion, Ehrlichkeit, Verständnis und dass sie es ähnlich sehen wie ich. Ach, ich weiss nicht… ich habe gerade das Gefühl, dass ich ein ziemlicher Freak bin wenn ich mich hier so lese. Hoffe trotzdem, dass Ihr mich auch 2016 noch lest u/o mein Leben bereichert 😉
Entschuldigt den verfrühten Jahresrückblick, ich schätze aber, dass ich nach den Festtagen zwar viel Zeit aber wenig Lust habe, mich mitzuteilen…

Und ihr so? War Euer Jahr super, sch…, mittelmässig? Was hat Euer Jahr bereichert? Habt Ihr Vorsätze gemacht? Wollt Ihr so weiter machen oder plant Ihr Veränderungen? Erwartet Euch etwas Spezielles im 2016? Den guten Rutsch wünsche ich Euch dann später noch… 😉