Allein in den Urlaub, mein erster Solo-Trip als Mama

Mein erster Solo-Urlaub als Mama

Fünf Tage Urlaub ohne Kinder, ohne Verpflichtungen und ohne schlechtes Gewissen – zumindest irgendwann. Mein erster Solo-Urlaub als Mama war eine Erfahrung, die ich viel früher hätte machen sollen.

16 Jahre hat es gedauert,  bis ich es gewagt habe, alleine zu verreisen, während der Papa zuhause die Kinder betreute. Naja, sie hatten nach den Herbstferien bereits wieder Alltag, sprich Schule, das machte es natürlich etwas einfacher.

Urlaub ohne Kinder: Warum ich mich so schwer mit der Entscheidung tat

Ich habe mir lange schwer getan mit meiner Entscheidung. Und eigentlich war es ganz anders geplant. Ich wollte nämlich an ein CrossFit-Camp auf Mallorca. Aber meine aktuellen Rückenbeschwerden plus eine ganze Woche, die ich investieren hätte müssen, brachten mich davon ab.

Lounge Hotel D'Andrea Lagoon, Kos, GR Trotzdem hatte ich nach nur einer Woche Badeurlaub am Meer einfach noch nicht „genug“. Es war der erste Urlaub seit letztem Herbst und es war eben nur eine Woche. Wir waren gerade erst richtig „angekommen“, als es bereits wieder nach Hause ging.

Zudem ist eine Ferienwoche mit Begleitung (auch wenn meine Mädchen natürlich sehr lieb sind und ich sie gerne um mich habe) nicht wirklich die Erholung, die man sich wünscht.

Ich musste mir meine Zeit gut einteilen. Hetzte in der Bildschirmzeit der Kleinen ins Gym und war abgesehen davon natürlich oft mit ihr beschäftigt, da sie kein Kind ist, das sich mit anderen anfreundet, sich stundenlang selbst beschäftigt etc. Auch die grosse Schwester spielt nur noch selten mit ihr.

Natürlich habe ich die Bildschirmzeit auch mal etwas ausgeweitet, aber ich möchte nicht, dass sie stundenlang davor hängt. Alleine Planschen macht ihr allerdings auch keinen Spass (ich war immer alleine mit meinen Eltern im Urlaub und hatte nicht wirklich eine Wahl).

Nun ja: Ich war halt einfach noch immer ferienreif und wollte in den Süden. Und ich hatte schon immer von einem „Haus am Meer“ geträumt, in dem ich ein Buch schreibe. Und so sitze ich nun in einem Hotel am Pool und blogge und das ist mindestens genauso gut.

Alleine verreisen als Mama: Was ist mit dem schlechten Gewissen?

Hotel D'Andrea Lagoon, Kos, GR Ich hatte ein schlechtes Gewissen, zu verreisen. Ich hatte Angst vor dem Vermissen und davor, vermisst zu werden. Hatte Angst vor Langeweile. Ein Unbehagen davor, alleine essen gehen zu müssen. Aber es kam ganz anders.

Denn offenbar hatte ich mir das Alleinreisen als Mama viel schwieriger vorgestellt, als es tatsächlich war.

Mein erster Solo-Urlaub: Langweilig wurde mir nicht

Die Tage vergingen wie im Flug! Ich hatte immer etwas zu tun. Ein Strandspaziergang, Schwimmen, Gym, Lesen, Blog-Arbeit, WhatsApp-Nachrichten, Social Media, Fotos machen, Essen und abends immer einen Film im Bett schauen – herrlich!

Ich bereue es keine Sekunde, dass ich weggeflogen bin. Und ich hatte auch das perfekte Hotel dafür gewählt: klein, „adults only“, Swim-up-Zimmer. Nebensaison. Es war so ruhig und ich musste den ganzen Tag kaum eine Menschenseele anschauen. Eine richtige Auszeit!

Endlich Zeit für mich: Warum diese Auszeit als Mama so erholsam war

Und nicht nur war der Ort perfekt und schön (nur das Wasser war so kalt, dass ich nicht wirklich lange drin blieb), nein, ich musste auch zum ersten Mal seit langem auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen! Keine Termine, keine Bedürfnisse (ausser meine), kein Haushalt, kein Mental Load!

Ich konnte sprichwörtlich machen, was ich wollte und das den ganzen lieben langen Tag. „Ach, ich muss doch nochmals auf’s Klo“ und keiner beschwerte sich. Ich hab‘ Hunger, ich will jetzt essen gehen. Und keinen musste ich dazu überzeugen, mitzukommen. Ich daddle jetzt eine Stunde am Handy und bin keinem ein schlechtes Vorbild! Es war ja sooo entspannend!

Ich glaube, genau das war es, was ich so dringend gebraucht hatte: Nicht einfach nur Ferien, sondern einmal für niemanden verantwortlich sein zu müssen.

Würde ich anderen Müttern einen Urlaub ohne Kinder empfehlen?

Hotel D'Andrea Lagoon, Kos, GR Ich kann dir, liebe Mama, nur empfehlen, das auch einmal zu machen – egal wo und wie lange und bestenfalls alleine. Ich hatte auch so meine Zweifel, aber ich komme tatsächlich bestens klar! Auch mit einem Partner oder eurer besten Freundin wärt ihr ja irgendwo immer gebunden. Mag ja auch schön sein, vor allem, wenn man Gesellschaft braucht. 

Und nein, eine Auszeit muss natürlich nicht gleich eine Flugreise sein. Vielleicht sind es für dich zwei Nächte in einem Hotel, ein Wellnesswochenende oder einfach ein paar Tage ganz für dich. Hauptsache, du kannst einmal selbst entscheiden, wie du deine Zeit verbringen möchtest.

Ich fände es auch schön, mal ein paar Tage ganz allein zuhause zu sein. Aber ich würde dann vermutlich die Zeit nutzen und herumräumen weil ich dazu sonst nie komme. Also nicht wirklich erholsam… 

Natürlich freue ich mich auch wieder total auf meine Familie und mein Zuhause und v.a. meine Routinen. Aber ich werde ganz klar nie wieder so viel Zeit für mich haben. Eigentlich waren die 5 Tage fast etwas zu wenig, denn ich habe z.B. erst gestern meinen PC eingeschaltet.

Nach dem ersten Solo-Urlaub ist vor dem nächsten?

Naja, ich denke schon. Und ich hätte tatsächlich auch schon 1000 Ideen: eine Gravel-Tour (organisiert, in einer Gruppe). Das erwähnte Trainings-Camp auf Mallorca. Oder ein Triathlon-Camp? Wanderurlaub auf Madeira (geführt). Ein Haus am Meer in Dänemark?

Oder doch lieber alleine nach Südtirol für Bike, Hike & Wellness? Oder einfach wieder hierher. Vielleicht dafür schon im August, dann ist wenigstens das Wasser noch wärmer. Leider ist mein Konto jetzt leer und ich habe keine grosse Hoffnung, dass nächstes Jahr viel drin liegt.

Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und meine einzige Sorge ist, dass meine jetzt geladenen Batterien doch relativ schnell wieder leer sind, sobald ich zurück in den Alltag – und den kalten Herbst, igitt – gerate. Aber mein inneres Auge wird noch lange von diesem Trip zehren.

Mein Fazit nach fünf Tagen alleine im Urlaub: Ich hatte vorher mehr Angst vor dem Alleinsein als während der ganzen Reise. Und ich würde es jederzeit wieder machen.

Morgen um die Zeit sitze ich im Flieger, seufz. Nicht wundern, diesen Beitrag stelle ich vermutlich erst später online. Aber sag‘ ehrlich: Würdest du es auch wagen? Und wohin würde es dich ziehen?

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