Lebenszeichen…

Heute bin ich Strohwitwe. My significant other musste heute sehr früh eine Studienreise antreten, gen Barcelona. Er klappert nun zwangsweise die Sehenswürdigkeiten ab, die ich mit meiner Maturaklasse vor 15(!) ja ist das zu fassen!? Jahren nur mässig begeistert zur Kenntnis nahm: Die Sagrada Familia, Parc Guëll und andere Gaudì-täten, den Parco olympico, Montjuïc, irgend ein Mirò-Museum etc. Ich habe lebhafte Erinnerung an diese Reise:

  • Das Hotel, fast direkt an den lebhaften Ramblas, war eine Absteige erster Güte: Extrem hellhörig (an Schlaf war nicht zu denken und daran war nicht nur die lauthals schnarchende Zimmergenossin schuld), eine olfaktorische Zumutung, mit krabbelnden Mitbewohnern, einem den Namen nicht verdienenden Frühstücksbuffet und einer kurz vor dem Abserbeln stehenden Dusche, die nur je 50 Sekunden pro Tag warmes Wasser lieferte. Der Dealer vor der Lobby war inklusive. Ein kaputter Lift aus dem 14. Jahrhundert auch. Die Zimmertüre hätte wohl ebenfalls jeder aufgekriegt…
  • Kulinarische Widrigkeiten. Sprich: Paella
  • Den üblichen Zickenkrieg zwischen allen sich in der Klasse befindlichen Frauen
  • Die Tori Amos– und Radiohead-CDs, die in meinem Player rotierten, die selben, die auch mein Schwarm hörte, der sich mit auf der Reise befand – Melancholie pur!
  • Beschwipst und in Hochstimmung in irgendeinem Club, irgendwann mit der besten Freundin zusammen eine geraucht (die erste und letzte Zigi unseres Lebens, Gott war die grässlich!)
  • Der Schulkollege Nefats (oder war’s Naibaf?), der entgegen aller Warnungen und Ermahnungen der Klassenlehrerin sturzbetrunken und mutterseelenalleine den Weg zurück zum Hotel unternahm und dabei in ein Handgemenge mit den Prä-Lobby-Dealern geriet 
  • Das aus Toledo-Stahl(?) gefertigte Samurai-Schwert, das ich zusammen mit einer Kollegin in einer Hauruck-Aktion an einem Ort besorgte, den wir mit der Klasse besichtigt hatten und währenddessen ich noch gezögert hatte. Es existiert noch und machte am Zoll keine grösseren Schwierigkeiten! Echt nicht!
  • Shoppen bei Zara
  • Der erste, einzige und absolut beste Jazzabend ever in einer Bar schräg gegenüber vom Hotel, die Marguerite hiess oder so. Der Sound und die Stimmung waren Hammer! Winziges Lokal, proppenvoll. Der Sound ging mir durch Mark und Seele und ich hatte nur Augen für Kevin (den Typen, in den ich unsterblich verliebt war). Ich hatte mich unauffällig ganz dicht hinter ihm platziert… seufz… 
  • Die Freiheit, die wir rochen, die Matura fast schon im Sack, im letzten regulären Schuljahr bevor es uns alle in irgendwelche Universitäten (oder sonstwo) verstreuen würde, der Geruch des Erwachsenwerdens (wir sind es heute noch nicht) und des Alkohols und der weiten Welt…

Es war ’ne ziemlich geile Reise eigentlich… trotz dem miserablen Hotel. Mein Mann nächtigt heute in einem besseren, Gottlob… Für ihn wird dieser Trip mit lauter Geschäftskollegen wohl nicht dermassen beeindrucken wie mich damals aber ich hoffe es passt trotzdem irgendwie… 😉

Und wir hier so?
Alles beim Alten. Wieder normale Woche mit Spielgruppe und so. Morgen Windelfrei-Treff. Mal schönes, mal schlechtes Wetter. Kinder, welche die Nerven gerade dehnen wie Kaugummi weil sie abends einfach nicht müde werden, egal ob sie mittags noch geschlafen haben und wie lange… Energielosigkeit, wenig Schlaf (klar)… öhm… Life as usual… 

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