Vom grossen Geschäft

Angeregt durch Topffit, die sommerlichen Temperaturen und dem Willen meines Grossen, ab und zu aufs Töpfchen zu gehen, lasse ich meine Kinder derzeit am liebsten unten ohne durch die Gegend robben/rennen. Zwei grosse Unfälle der eher unangenehmen Art waren das Resultat. Mein Sohn wollte gestern also unbedingt im Garten das grosse Geschäft erledigen. Ich liess ihn gewähren, ermahnte ihn aber, dass das ins Töpchen gehöre, wo er partout nicht hin wollte. Meine Tochter hebe ich nun ab und zu nach dem Schlafen (grösste Erfolgsquote) über die Toilette (ich halte sie während ich hinter ihr sitze). Meist kommt dann auch ein Bisi. Heute nicht und weil ich leider nicht sehr geduldig bin und sie auf mein Zeichen hin nicht reagierte, nahm ich sie wieder runter und liess sie ohne Windel auf die Krabbelmatte. Ging nur kurz raus um die Storen rauszukurbeln und was muss ich sehen, als ich zurück bin? Sie musste gross. Auweia. Grosse Sauerei! Naja… Ab mit dem Kind ins Waschbecken und Matten aufgeputzt. Ihr werdet lachen, jaja aber ich versuche trotzdem, mehr oder weniger inkonsequent, eben zu machen, wie’s mir grad beliebt. Mal mit, mal ohne Windeln. Ja, mein Mann findet grad, dass ich zu viele Bücher über Naturvölker lese (aktuell grad

„Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ von Jean Liedloff)… Das Buch kann einem schon die Augen öffnen, lest es selber! Die Beschreibung des Lebens aus der Sicht eines Säuglings macht einen doch sehr nachdenklich. Natürlich leben wir nicht im Dschungel, aber so ein bisschen was kann man aus dem Buch sicher für sich mitnehmen. Ich war auch das halbe Wochenende damit beschäftigt, einen Blog und Erfahrungsberichte über Alleingeburten zu lesen. Es zog mir richtig den Ärmel rein. Ich fand das alles sehr spannend und bemerkenswert, würde es mir aber selber nie zutrauen. Offenbar gibt es einfach Gebährende, die fähig sind, Wehen nicht als schmerzhaft zu empfinden oder sie sind es vielleicht auch nicht. Wer weiss das schon? Bei mir waren sie es, sehr sogar, und deshalb fühle ich mich ausserstande, alleine zuhause oder gar im Wald (!) ein Kind zu bekommen (obwohl ich, wären die Zeichen anders gestanden, vielleicht im Auto oder in der Tiefgarage geboren hätte!!!). Aber es fasziniert mich ungemein und je mehr ich las, desto mehr konnte ich mich damit anfreunden obwohl ich anfänglich, wie wohl jeder vernünftige Mensch, dachte, dass das Risiko, so etwas zu machen, zu gross ist. Aber das Risiko trägt allein die Frau… Tiere bringt man ja auch nicht ins Spital um zu gebähren. Ob man als Schwangere spürt, dass alles in Ordnung ist? Das kann ich nicht beurteilen. Die Frauen in diesen Berichten haben sich nicht mal während der Schwangerschaft untersuchen lassen und ertasteten während der Geburt selber(!) ihren Muttermund. Aber das eine Elternpaar (drei Alleingeburten) war ein Medizinerpaar, die andere Mutter hat sich vor den Geburten so intensiv mit Fachliteratur beschäftigt, dass sie sagte, sie hätte sich glatt zur Hebamme ausbilden lassen können. Hier, wie immer: Leben und leben lassen…

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