Auf dem Gipfel…

# wib – Es war ein erhabener Moment, den wir gestern erleben durften… und noch vor Kurzem hätte keiner von uns gedacht, dass wir das schaffen würden. Mein Mann und ich sind vor der Geburt unserer Kinder gerne gewandert. Lange Zeit haben wir das dann auf Eis gelegt. Unsere Kinder laufen nicht gerne. Beide nicht. Die Maus habe ich drum oft und lange getragen, damit wir dennoch kleinere Wanderungen mit dem Grossen machen konnten. Weil, keine 10 Meter gekommen, jammerte sie. Und ich trug sie ja gern. Mein Mann denkt ja, dass wir damals „härter“ sein hätten müssen. Umgekehrt denke ich, dass die Maus da halt wirklich noch klein war und ich erinnere mich, dass ich als Kind das Laufen auch überhaupt nicht mochte. Das kam erst mit dem Mann, dass es mir Spass bereitete.

Wie auch immer, so haben wir in den Ferien (der Mann hatte bis jetzt frei) einfach täglich eine Tour eingeplant. Und merkten, dass es eigentlich ganz gut geht. Wanderungen, für die wir letztes Jahr noch eine Ewigkeit brauchten weil die Kinder sooo langsam liefen und ständig jammerten, erwiesen sich plötzlich als relativ schnelle Runden. 2,5 Stunden Laufen (mit Pausen) war kein Problem mehr. Nicht, dass nicht irgendwer irgendwann zu jammern begann, aber mein Mann schaffte es immer, die Kinder zum Weitergehen zu motivieren.

Herausforderung
Wir überlegten uns also ein grösseres Ziel und planten einfach mal loszulaufen – das Ziel vor Augen aber nicht mit der Ambition, es auf Biegen und Brechen zu schaffen. Aber der Wille war gross, Beissen können wir. Das schwächste Glied war wie erwartet die Maus. Wir hatten schon einen Grossteil des Weges hinter uns und befanden uns auf dem steilsten und anstrengendsten Part der Wanderung, das Ziel noch nicht direkt vor Augen, den steilen Weg jedoch schon. Es war längst nach Mittag, der Hunger kam. Mein Mann und ich kämpften und schnauften selber, bepackt mit Rucksack und Baby.

Die Maus weinte und wollte nach Hause. Und ich dachte „das war’s, jetzt kehren wir um.“ Der Mann sah angeschlagen aus, war noch nicht ganz fit. Trotzdem schaffte er es, die Maus zum Weitergehen zu bewegen. Es dauerte nicht mehr lange und das Gipfelkreuz war in Sicht und von da an war es dann kein Problem mehr. Einzig der Weg war anspruchsvoll mit vielen Wurzeln und Steinen, ein Auf und Ab durch ein Dickicht von Legföhren.

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Geschafft!
Oben angelangt, sassen schon einige Wanderer, es war ein tolles Gefühl! Die Kinder waren ziemlich geschafft und erleichtert. Wir machten ein paar Fotos, der Mann trug uns ins Gipfelbuch ein und dann versuchten wir es uns auf dem knappen Platz nieder zu lassen und unsere Jause auszupacken. Energiereserven auffüllen. Das Mäuschen hinlegen ging nirgends, Windeln wechselten wir zu zweit. Da das Wetter sich zu wenden schien, packten wir rasch wieder ein und wählten einen (kürzeren, aber nicht einfacheren) Abstieg. Der Rückweg war ziemlich tricky da teils feucht. Das viele Kies wies eine hohe Rutschgefahr auf. Ich war schlau genug, das Mäuschen oben dem (trittsichereren) Mann auf den Rücken zu schnallen und nahm die Maus an die Hand, da sie gerne mal auf dem Kies ausrutscht. So ging das dann bestens. Erst so 10 Minuten bevor wir schon fast wieder beim Auto waren, bekam die Maus erneut eine kleine Krise, dass sie nicht mehr könne. Aber auch die wusste der Mann abzufangen und zur Belohnung gab’s dann für alle noch ein Eis im Restaurant 😉

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Ich bin immer noch total begeistert, dass wir es geschafft haben, wohl weil sowohl der Mann als auch ich Sturköpfe sind und schlussendlich auch der Grosse langsam einen „Stolz“ entwickelt, der es ihm nicht zulässt, aufzugeben. Im Kopf planen wir natürlich bereits die nächste Tour. Da diese aber vermutlich länger wird, müssen wir noch überlegen, ob wir die Maus nicht bei der Nana lassen derweil, aber mal sehen. Die Länge an sich ist vermutlich weniger ein Problem als die Höhenmeter, die steilen und schwierigen Wege… Dranbleiben heisst die Devise. Wir werden berichten, sollten wir weitere Gipfel bezwingen 😉
Übrigens: nach der Rückkehr nach Hause (die Maus nickte im Auto kurz ein), hatten die Kinder ihre Energie zurück und waren gewohnt laut und wild 😉

Wie sieht es bei Euch aus? Wandert Ihr auch gerne mit Euren Kindern? Was habt Ihr für Tipps?

>Facts<

Wanderung: Gaflei – Bargella – (geographischer Mittelpunkt Liechtensteins) – Kamin – Alpspitz
Distanz hin und zurück: 6 km
Höhenmeter: 497m
Gipfelhöhe: 1997 müM (ältestes Gipfelkreuz Liechtensteins)

2 Kommentare zu “Auf dem Gipfel…

    • Merci! 😀 He, super! Denn wünschi etz scho viel Spass! Muand nu luaga, mir sin dr lang Weg uffe (öbers Kemmi) und dr körzer aber no steiler Weg ahi, well mir hetten glob o er uffe neh köna, wär kle schneller gse… aber eba o steiler 😉 Und natürlich kama o öbera Förstasteig weder ahi, aber es wär üs met da Kind zu riskant gse.

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